Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 188 Śrī Rāmacandra herrscht über die Welt

śrī-śuka uvāca bhagavān ātmanātmānaṁ rāma uttama-kalpakaiḥ sarva-devamayaṁ devam īje 'thācāryavān makhaiḥ

Śrī Śuka sprach: Der Erhabene Herr Rāma verehrte hierauf, von einem Ācārya geleitet, mit den vorzüglichsten Opferutensilien durch Opfer den Gott, der die Verkörperung aller Devas ist – Sich Selbst durch Sich Selbst.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
bhagavān
der Erhabene Herr
ātmanā ātmānam
durch Sich Selbst Sich Selbst
rāmaḥ uttama-kalpakaiḥ
Rāma, mit den vorzüglichsten Opferutensilien
sarva-devamayaṁ devam
den Gott, der aus allen Devas besteht
īje 'tha ācārya-vān makhaiḥ
verehrte Er sodann, von einem Ācārya geleitet, durch Opfer

hotre 'dadād diśaṁ prācīṁ brahmaṇe dakṣiṇāṁ prabhuḥ adhvaryave pratīcīṁ vā uttarāṁ sāma-gāya saḥ

Der Gebieter gab dem Hotā-Priester die östliche Richtung, dem Brahmā-Priester die südliche; dem Adhvaryu die westliche, und die nördliche gab Er dem Sāma-Sänger.

Wort für Wort
hotre adadāt diśam prācīm
dem Hotā gab Er die östliche Richtung
brahmaṇe dakṣiṇāṁ prabhuḥ
dem Brahmā gab der Gebieter die südliche
adhvaryave pratīcīṁ vā
dem Adhvaryu die westliche
uttarāṁ sāma-gāya saḥ
die nördliche gab Er dem Sāma-Sänger

ācāryāya dadau śeṣāṁ yāvatī bhūs tad-antarā manyamāna idaṁ kṛtsnaṁ brāhmaṇo 'rhati niḥspṛhaḥ

Dem Ācārya gab Er den Rest – all das Land, das dazwischen lag –, denn Er dachte: „Der begehrenlose Brahmane verdient dieses Ganze.“

Wort für Wort
ācāryāya dadau śeṣām
dem Ācārya gab Er den Rest
yāvatī bhūḥ tad-antarā
so viel Land, wie dazwischen lag
manyamānaḥ idaṁ kṛtsnam
denkend: dieses Ganze
brāhmaṇaḥ arhati niḥspṛhaḥ
verdient der begehrenlose Brahmane

ity ayaṁ tad-alaṅkāra- vāsobhyām avaśeṣitaḥ tathā rājñy api vaidehī saumaṅgalyāvaśeṣitā

So blieb Ihm [Rāma] nur noch Sein eigener Schmuck und Sein Gewand; ebenso blieb auch der Königin, der Tochter Videhas [Sītā], nur der Schmuck ihres ehelichen Glücks [?] übrig.

Wort für Wort
iti ayam
so blieb Dieser
tad-alaṅkāra-vāsobhyām avaśeṣitaḥ
übrig mit Seinem eigenen Schmuck und Gewand
tathā rājñī api vaidehī
ebenso auch die Königin, die Tochter Videhas
saumaṅgalya-avaśeṣitā
blieb übrig mit dem Schmuck des ehelichen Glücks

[Anm.: „saumaṅgalya“ bezeichnet wohl die auspiziösen Zeichen/den Schmuck einer verheirateten Frau (z. B. Nasenring), Referent im Einzelnen unsicher.]

te tu brāhmaṇa-devasya vātsalyaṁ vīkṣya saṁstutam prītāḥ klinna-dhiyas tasmai pratyarpyedaṁ babhāṣire

Sie aber, als sie die vielgepriesene, liebevolle Zuneigung dessen sahen, der die Brahmanen als seine Gottheit verehrt, wurden erfreut, mit erweichtem Herzen; sie gaben Ihm dies zurück und sprachen:

Wort für Wort
te tu brāhmaṇa-devasya
sie aber, dessen, der die Brahmanen als Gottheit verehrt
vātsalyaṁ vīkṣya saṁstutam
die vielgerühmte Zuneigung sahen
prītāḥ klinna-dhiyaḥ
erfreut, mit erweichtem Sinn
tasmai pratyarpya idaṁ babhāṣire
gaben sie Ihm dies zurück und sprachen

aprattaṁ nas tvayā kiṁ nu bhagavan bhuvaneśvara yan no 'ntar-hṛdayaṁ viśya tamo haṁsi sva-rociṣā

„Was, o Herr, o Gebieter des Universums, hast Du uns denn noch nicht gegeben, da Du doch in das Innerste unseres Herzens eindringst und die Dunkelheit mit Deinem eigenen Glanz vernichtest?“

Wort für Wort
aprattam naḥ tvayā kiṁ nu
was ist uns von Dir nicht gegeben worden
bhagavan bhuvana-īśvara
o Herr, o Gebieter der Welt
yat naḥ antaḥ-hṛdayaṁ viśya
da Du in das Innere unseres Herzens eindringend
tamaḥ haṁsi sva-rociṣā
die Dunkelheit mit Deinem eigenen Glanz vernichtest

namo brahmaṇya-devāya rāmāyākuṇṭha-medhase uttamaśloka-dhuryāya nyasta-daṇḍārpitāṅghraye

Verehrung Rāma, dem Gott, dem die Brahmanen heilig sind, dessen Weisheit unerschöpflich ist, dem Ersten unter den mit erhabenen Versen Gepriesenen, dessen Füßen sich jene darbieten, die den Herrscherstab niedergelegt haben.

Wort für Wort
namaḥ brahmaṇya-devāya
Verehrung dem Gott, dem die Brahmanen heilig sind
rāmāya akuṇṭha-medhase
Rāma, dessen Weisheit unerschöpflich ist
uttamaśloka-dhuryāya
dem Ersten unter den Gepriesenen
nyasta-daṇḍa-arpita-aṅghraye
dessen Füßen sich die den Stab Niedergelegt-Habenden hingeben

kadācil loka-jijñāsur gūḍho rātryām alakṣitaḥ caran vāco 'śṛṇod rāmo bhāryām uddiśya kasyacit

Einst, als Er nachts verkleidet und unerkannt umherging, um das Volk zu erforschen, hörte Rāma die Worte von jemandem, der über seine eigene Ehefrau sprach.

Wort für Wort
kadācit loka-jijñāsuḥ
einst, wissbegierig über das Volk
gūḍhaḥ rātryām alakṣitaḥ
verkleidet, nachts, unbemerkt
caran vācaḥ aśṛṇot rāmaḥ
umherwandelnd hörte Rāma die Worte
bhāryām uddiśya kasyacit
die sich auf die Ehefrau von jemandem bezogen

nāhaṁ bibharmi tvāṁ duṣṭām asatīṁ para-veśma-gām straiṇo hi bibhṛyāt sītāṁ rāmo nāhaṁ bhaje punaḥ

„Ich werde dich nicht mehr erhalten, du Verdorbene, Untreue, die du in eines anderen Mannes Haus gegangen bist! Nur ein seiner Frau hörig ergebener Mann würde Sītā wieder aufnehmen – ich, Rāma, nehme sie nicht wieder an!“

Wort für Wort
na aham bibharmi tvām
ich werde dich nicht mehr unterhalten
duṣṭām asatīṁ para-veśma-gām
du Verdorbene, Untreue, die in eines anderen Haus gegangen ist
straiṇaḥ hi bibhṛyāt sītām
nur ein seiner Frau ergebener Mann würde Sītā wieder aufnehmen
rāmaḥ na aham bhaje punaḥ
ich, Rāma, nehme sie nicht wieder an

iti lokād bahu-mukhād durārādhyād asaṁvidaḥ patyā bhītena sā tyaktā prāptā prācetasāśramam

So wurde sie [Sītā] wegen dieses vielmäuligen, schwer zu besänftigenden, unverständigen Volksgeredes von ihrem Gatten, der dieses Gerede fürchtete, verlassen; sie gelangte zum Āśrama des Sohnes von Pracetas [Vālmīki].

Wort für Wort
iti lokāt bahu-mukhāt
so, wegen dieses vielmäuligen Volksgeredes
durārādhyāt asaṁvidaḥ
das schwer zu besänftigen und unverständig ist
patyā bhītena sā tyaktā
wurde sie vom dies fürchtenden Gatten verlassen
prāptā prācetasa-āśramam
sie gelangte zum Āśrama des Sohnes von Pracetas

antarvatny āgate kāle yamau sā suṣuve sutau kuśo lava iti khyātau tayoś cakre kriyā muniḥ

Als ihre Zeit gekommen war – denn sie war schwanger –, gebar sie Zwillingssöhne, bekannt als Kuśa und Lava; der Weise [Vālmīki] vollzog für die beiden die vorgeschriebenen Riten.

Wort für Wort
antarvatnī āgate kāle
schwanger, als die Zeit gekommen war
sā suṣuve yamau sutau
gebar sie zwei Zwillingssöhne
kuśaḥ lavaḥ iti khyātau
bekannt als Kuśa und Lava
tayoḥ cakre kriyāḥ muniḥ
für die beiden vollzog der Weise die Riten

aṅgadaś citraketuś ca lakṣmaṇasyātmajau smṛtau takṣaḥ puṣkala ity āstāṁ bharatasya mahīpate

Aṅgada und Citraketu sind, o Herrscher, als die Söhne Lakṣmaṇas überliefert; Takṣa und Puṣkala waren die Söhne Bharatas.

Wort für Wort
aṅgadaḥ citraketuḥ ca
Aṅgada und Citraketu
lakṣmaṇasya ātmajau smṛtau
werden als die Söhne Lakṣmaṇas überliefert
takṣaḥ puṣkalaḥ iti āstām
Takṣa und Puṣkala waren
bharatasya mahīpate
die Söhne Bharatas, o Herrscher

subāhuḥ śrutasenaś ca śatrughnasya babhūvatuḥ gandharvān koṭiśo jaghne bharato vijaye diśām

Subāhu und Śrutasena waren die Söhne Śatrughnas. Bharata erschlug bei der Eroberung der Himmelsrichtungen die Gandharvas zu Millionen.

Wort für Wort
subāhuḥ śrutasenaḥ ca
Subāhu und Śrutasena
śatrughnasya babhūvatuḥ
waren die Söhne Śatrughnas
gandharvān koṭiśaḥ jaghne
er erschlug die Gandharvas zu Millionen
bharataḥ vijaye diśām
Bharata, bei der Eroberung der Himmelsrichtungen

tad-īyaṁ dhanam ānīya sarvaṁ rājñe nyavedayat śatrughnaś ca madhoḥ putraṁ lavaṇaṁ nāma rākṣasam hatvā madhuvane cakre mathurāṁ nāma vai purīm

Nachdem er all jenen Reichtum [der besiegten Gandharvas] herbeigebracht hatte, übergab er alles dem König. Und Śatrughna erschlug im Wald Madhuvana den Dämon namens Lavaṇa, den Sohn Madhus, und erbaute dort die Stadt namens Mathurā.

Wort für Wort
tad-īyaṁ dhanam ānīya
nachdem er jenen Reichtum herbeigebracht hatte
sarvaṁ rājñe nyavedayat
übergab er alles dem König
śatrughnaḥ ca madhoḥ putraṁ
und Śatrughna [erschlug] den Sohn Madhus
lavaṇaṁ nāma rākṣasam
den Dämon namens Lavaṇa
hatvā madhuvane cakre
nachdem er ihn im Wald Madhuvana getötet hatte, erbaute er
mathurāṁ nāma vai purīm
die Stadt namens Mathurā

[Anm.: Die Quelle (GRETIL) verzeichnet für diesen Vers drei Halbverse/sechs Pādas statt der üblichen vier.]

munau nikṣipya tanayau sītā bhartrā vivāsitā dhyāyantī rāma-caraṇau vivaraṁ praviveśa ha

Sītā, die von ihrem Gatten verstoßen wurde, vertraute ihre beiden Söhne dem Weisen [Vālmīki] an und trat, über die Füße Rāmas meditierend, fürwahr in eine Erdspalte ein.

Wort für Wort
munau nikṣipya tanayau
nachdem sie die beiden Söhne dem Weisen anvertraut hatte
sītā bhartrā vivāsitā
Sītā, von ihrem Gatten verstoßen
dhyāyantī rāma-caraṇau
während sie über die Füße Rāmas meditierte
vivaraṁ praviveśa ha
trat sie fürwahr in eine Erdspalte ein

tac chrutvā bhagavān rāmo rundhann api dhiyā śucaḥ smaraṁs tasyā guṇāṁs tāṁs tān nāśaknod roddhum īśvaraḥ

Als der Erhabene Herr Rāma dies hörte, vermochte Er, obwohl Er mit dem Verstand den Kummer zurückzuhalten suchte, sich an ihre zahlreichen Vorzüge erinnernd, den Kummer nicht zurückzuhalten.

Wort für Wort
tat śrutvā bhagavān rāmaḥ
dies hörend, der Erhabene Herr Rāma
rundhan api dhiyā śucaḥ
obwohl Er mit dem Verstand den Kummer zurückhielt
smaran tasyā guṇān tān tān
sich an jene zahlreichen Eigenschaften von ihr erinnernd
na aśaknot roddhum īśvaraḥ
vermochte der Herr nicht, ihn zurückzuhalten

strī-puṁ-prasaṅga etādṛk sarvatra trāsam āvahaḥ apīśvarāṇāṁ kim uta grāmyasya gṛha-cetasaḥ

Eine solche Verbindung zwischen Frau und Mann bringt überall Furcht mit sich – selbst für die Mächtigen; wie viel mehr für den gewöhnlichen Menschen, dessen Sinn aufs Hausleben gerichtet ist.

Wort für Wort
strī-puṁ-prasaṅgaḥ etādṛk
eine solche Verbindung zwischen Frau und Mann
sarvatra trāsam āvahaḥ
bringt überall Furcht mit sich
api īśvarāṇāṁ kim uta
selbst für die Mächtigen – wie viel mehr
grāmyasya gṛha-cetasaḥ
für den gewöhnlichen, aufs Haus bedachten Menschen

tata ūrdhvaṁ brahmacaryaṁ dhārayann ajuhot prabhuḥ trayodaśābda-sāhasram agnihotram akhaṇḍitam

Von da an bewahrte der Gebieter Keuschheit und opferte dreizehntausend Jahre lang ununterbrochen das Feueropfer.

Wort für Wort
tataḥ ūrdhvaṁ
von da an
brahmacaryaṁ dhārayan
Keuschheit bewahrend
ajuhot prabhuḥ
opferte der Gebieter
trayodaśa-abda-sāhasram agnihotram akhaṇḍitam
dreizehntausend Jahre lang das Feueropfer ununterbrochen

smaratāṁ hṛdi vinyasya viddhaṁ daṇḍaka-kaṇṭakaiḥ sva-pāda-pallavaṁ rāma ātma-jyotir agāt tataḥ

Nachdem Er Seine zarten, von den Dornen des Daṇḍaka-Waldes durchstochenen Fußsohlen in die Herzen derer gelegt hatte, die Ihn im Gedächtnis behalten, ging Rāma darauf in Sein eigenes Licht ein.

Wort für Wort
smaratāṁ hṛdi vinyasya
in die Herzen derer legend, die Ihn erinnern
viddhaṁ daṇḍaka-kaṇṭakaiḥ
das von den Dornen des Daṇḍaka-Waldes durchstochene
sva-pāda-pallavaṁ rāma
Seine zarten Fußsohlen, o Rāma
ātma-jyotiḥ agāt tataḥ
ging Er darauf in Sein eigenes Licht ein

nedaṁ yaśo raghupateḥ sura-yācñayāttaṁ līlā-tanor adhika-sāmya-vimukta-dhāmnaḥ rakṣo-vadho jaladhi-bandhanam astra-pūgaiḥ kiṁ tasya śatru-hanane kapayaḥ sahāyāḥ

Dies ist kein [besonderes] Ruhmeswerk für den Herrn der Raghus, der auf die Bitte der Götter hin einen Spielkörper annahm und dessen Herrlichkeit frei von allem ist, was Ihm gleichkäme oder Ihn überträfe: die Tötung des Rākṣasa, die Fesselung des Ozeans mit einer Menge von Waffen – was bedeutete Ihm bei der Vernichtung des Feindes die Hilfe der Affen?

Wort für Wort
na idaṁ yaśaḥ raghu-pateḥ
nicht ist dies der wahre Ruhm des Herrn der Raghus
sura-yācñayā āttaṁ līlā-tanoḥ
der auf Bitten der Götter einen Spielkörper annahm
adhika-sāmya-vimukta-dhāmnaḥ
dessen Herrlichkeit frei von Übertreffung und Gleichheit ist
rakṣo-vadhaḥ jaladhi-bandhanam
die Tötung des Rākṣasa, die Fesselung des Ozeans
astra-pūgaiḥ
durch eine Menge von Waffen
kiṁ tasya śatru-hanane kapayaḥ sahāyāḥ
was bedeuteten Ihm bei der Vernichtung des Feindes die Affen als Helfer

yasyāmalaṁ nṛpa-sadaḥsu yaśo 'dhunāpi gāyanty agha-ghnam ṛṣayo dig-ibhendra-paṭṭam taṁ nāka-pāla-vasu-pāla-kirīṭa-juṣṭa- pādāmbujaṁ raghu-patiṁ śaraṇaṁ prapadye

Dessen makellosen, sündenvernichtenden Ruhm noch heute die Weisen in den Versammlungen der Könige besingen – gleich einem Stirnschmuck der Elefantenherren der Himmelsrichtungen –, jenem Herrn der Raghus, dessen Lotosfüße von den Kronen der Hüter des Himmels und der Hüter der Erde verehrt werden, nehme ich Zuflucht.

Wort für Wort
yasya amalaṁ yaśaḥ
dessen makelloser Ruhm
nṛpa-sadaḥsu adhunā api
noch heute in den Versammlungen der Könige
gāyanti agha-ghnam ṛṣayaḥ
die Weisen den sündenvernichtenden Ruhm besingen
dig-ibha-indra-paṭṭam
gleich dem Stirnschmuck der Elefantenherren der Himmelsrichtungen
taṁ raghu-patiṁ
jenem Herrn der Raghus
nāka-pāla-vasu-pāla-kirīṭa-juṣṭa-pādāmbujaṁ
dessen Lotosfüße von den Kronen der Hüter des Himmels und der Erde verehrt werden
śaraṇaṁ prapadye
nehme ich Zuflucht

sa yaiḥ spṛṣṭo 'bhidṛṣṭo vā saṁviṣṭo 'nugato 'pi vā kosalās te yayuḥ sthānaṁ yatra gacchanti yoginaḥ

Die Bewohner Kosalas, von denen Er berührt oder von denen Er erblickt wurde, oder die bei Ihm weilten oder Ihm folgten – sie gingen zu jenem Ort, wohin die Yogis gehen.

Wort für Wort
sa yaiḥ spṛṣṭaḥ abhidṛṣṭaḥ vā
von wem Er berührt oder erblickt wurde
saṁviṣṭaḥ anugataḥ api vā
oder wer bei Ihm weilte oder Ihm folgte
kosalāḥ te yayuḥ sthānaṁ
jene Bewohner Kosalas gingen zu dem Ort
yatra gacchanti yoginaḥ
wohin die Yogis gehen

puruṣo rāma-caritaṁ śravaṇair upadhārayan ānṛśaṁsya-paro rājan karma-bandhair vimucyate

O König, ein Mensch, der die Taten Rāmas mit den Ohren in sich aufnimmt und der Güte ergeben ist, wird von den Fesseln des Karma befreit.

Wort für Wort
puruṣaḥ rāma-caritaṁ
eine Person, die die Taten Rāmas
śravaṇaiḥ upadhārayan
mit den Ohren in sich aufnimmt
ānṛśaṁsya-paraḥ rājan
o König, der Güte ergeben
karma-bandhaiḥ vimucyate
wird von den Fesseln des Karma befreit

śrī-rājā uvāca kathaṁ sa bhagavān rāmo bhrātṝn vā svayam ātmanaḥ tasmin vā te 'nvavartanta prajāḥ paurāś ca īśvare

Der König sprach: Wie verhielt sich jener Erhabene Herr Rāma gegenüber Seinen Brüdern und gegenüber Sich Selbst? Und wie verhielten sich die Untertanen und Bürger gegenüber Ihm, ihrem Herrscher?

Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der glückreiche König sprach
kathaṁ sa bhagavān rāmaḥ
wie jener Erhabene Herr Rāma
bhrātṝn vā svayam ātmanaḥ
gegenüber Seinen Brüdern oder Sich Selbst
tasmin vā te 'nvavartanta
und wie verhielten sich jene Ihm gegenüber
prajāḥ paurāḥ ca īśvare
die Untertanen und Bürger gegenüber dem Herrscher

śrī-bādarāyaṇir uvāca athādiśad dig-vijaye bhrātṝṁs tri-bhuvaneśvaraḥ ātmānaṁ darśayan svānāṁ purīm aikṣata sānugaḥ

Śrī Bādarāyaṇi [Śukadeva] sprach: Da beauftragte der Herr der drei Welten Seine Brüder mit der Eroberung der Himmelsrichtungen; Sich Selbst den Seinigen zeigend, besichtigte Er, von Gefolgsleuten begleitet, die Stadt.

Wort für Wort
śrī-bādarāyaṇiḥ uvāca
Śrī Bādarāyaṇi sprach
atha ādiśat dig-vijaye
dann beauftragte Er mit der Eroberung der Himmelsrichtungen
bhrātṝn tri-bhuvana-īśvaraḥ
Seine Brüder, Er, der Herr der drei Welten
ātmānaṁ darśayan svānāṁ
Sich Selbst den Seinigen zeigend
purīm aikṣata sa-anugaḥ
besichtigte Er, von Gefolgsleuten begleitet, die Stadt

āsikta-mārgāṁ gandhodaiḥ kariṇāṁ mada-śīkaraiḥ svāminaṁ prāptam ālokya mattāṁ vā sutarām iva

Als sie den angekommenen Gebieter erblickte, [erschien] die Stadt – deren Straßen mit duftendem Wasser und mit den Duftperlen des Rauschsaftes der Elefanten besprengt waren – wie selbst berauscht, noch mehr [vor Freude].

Wort für Wort
āsikta-mārgāṁ gandhodaiḥ
deren Straßen mit duftendem Wasser besprengt waren
kariṇāṁ mada-śīkaraiḥ
und mit den Duftperlen des Rauschsaftes der Elefanten
svāminaṁ prāptam ālokya
als sie den angekommenen Gebieter erblickte
mattāṁ vā sutarām iva
wie selbst berauscht, noch mehr

prāsāda-gopura-sabhā- caitya-deva-gṛhādiṣu vinyasta-hema-kalaśaiḥ patākābhiś ca maṇḍitām

[Die Stadt war] geschmückt mit goldenen Wassergefäßen, die auf Palästen, Stadttoren, Versammlungshallen, Schreinen, Tempeln und dergleichen aufgestellt waren, sowie mit Bannern.

Wort für Wort
prāsāda-gopura-sabhā-caitya-deva-gṛha-ādiṣu
auf Palästen, Stadttoren, Versammlungshallen, Schreinen, Tempeln und dergleichen
vinyasta-hema-kalaśaiḥ
mit aufgestellten goldenen Wassergefäßen
patākābhiḥ ca maṇḍitām
und mit Bannern geschmückt

pūgaiḥ sa-vṛntai rambhābhiḥ paṭṭikābhiḥ su-vāsasām ādarśair aṁśukaiḥ sragbhiḥ kṛta-kautuka-toraṇām

[Geschmückt] mit Betelnuss-Büscheln samt Stielen, mit Bananenstauden, mit Streifen aus feinem Gewebe, mit Spiegeln, Seidenstoffen und Blumengirlanden – [überall] waren festliche Torbögen errichtet worden.

Wort für Wort
pūgaiḥ sa-vṛntaiḥ rambhābhiḥ
mit Betelnuss-Büscheln samt Stielen, mit Bananenstauden
paṭṭikābhiḥ su-vāsasām
mit Streifen aus feinem Gewebe
ādarśaiḥ aṁśukaiḥ sragbhiḥ
mit Spiegeln, Seidenstoffen und Blumengirlanden
kṛta-kautuka-toraṇām
wobei festliche Torbögen errichtet worden waren

tam upeyus tatra tatra paurā arhaṇa-pāṇayaḥ āśiṣo yuyujur deva pāhīmāṁ prāk tvayoddhṛtām

Die Bürger näherten sich Ihm da und dort, Opfergaben in den Händen, und sprachen Segenswünsche: „O Herr, beschütze diese [Stadt], die zuvor von Dir errettet wurde!“

Wort für Wort
tam upeyuḥ tatra tatra
sie näherten sich Ihm da und dort
paurāḥ arhaṇa-pāṇayaḥ
die Bürger, Opfergaben in den Händen
āśiṣaḥ yuyujuḥ deva
sie sprachen Segenswünsche, o Herr
pāhi imāṁ prāk tvayā uddhṛtām
beschütze diese, die zuvor von Dir errettet wurde

tataḥ prajā vīkṣya patiṁ cirāgataṁ didṛkṣayotsṛṣṭa-gṛhāḥ striyo narāḥ āruhya harmyāṇy aravinda-locanam atṛpta-netrāḥ kusumair avākiran

Als dann die Untertanen ihren nach langer Zeit zurückgekehrten Gebieter erblickten, verließen Frauen und Männer aus Verlangen, Ihn zu sehen, ihre Häuser; sie stiegen auf die Dächer der Paläste und bestreuten den Lotosäugigen mit ungesättigten Augen mit Blumen.

Wort für Wort
tataḥ prajāḥ vīkṣya patiṁ cirāgataṁ
als dann die Untertanen ihren nach langer Zeit zurückgekehrten Gebieter erblickten
didṛkṣayā utsṛṣṭa-gṛhāḥ striyaḥ narāḥ
verließen Frauen und Männer aus Verlangen, ihn zu sehen, ihre Häuser
āruhya harmyāṇi aravinda-locanam
stiegen auf die Paläste, den Lotosäugigen
atṛpta-netrāḥ kusumaiḥ avākiran
bestreuten sie mit ungesättigten Augen mit Blumen

atha praviṣṭaḥ sva-gṛhaṁ juṣṭaṁ svaiḥ pūrva-rājabhiḥ anantākhila-koṣāḍhyam anarghyoru-paricchadam

Dann betrat Er Sein eigenes Haus, das von Seinen früheren [Vorfahren-]Königen bewohnt worden war, reich an endlosen, vollständigen Schatzkammern und mit unschätzbar wertvoller, reichhaltiger Ausstattung.

Wort für Wort
atha praviṣṭaḥ sva-gṛhaṁ
dann betrat Er Sein eigenes Haus
juṣṭaṁ svaiḥ pūrva-rājabhiḥ
das von Seinen früheren Königen bewohnt worden war
ananta-akhila-koṣa-āḍhyam
reich an endlosen, vollständigen Schatzkammern
anarghya-uru-paricchadam
mit unschätzbar wertvoller, reichhaltiger Ausstattung

vidrumodumbara-dvārair vaidūrya-stambha-paṅktibhiḥ sthalair mārakataiḥ svacchair bhrājat-sphaṭika-bhittibhiḥ

[Das Haus hatte] Türschwellen aus Koralle und Udumbara-Holz, Säulenreihen aus Beryll, reine Böden aus Smaragd und glänzende Wände aus Bergkristall.

Wort für Wort
vidruma-udumbara-dvāraiḥ
mit Türschwellen aus Koralle und Udumbara-Holz
vaidūrya-stambha-paṅktibhiḥ
mit Säulenreihen aus Beryll
sthalaiḥ mārakataiḥ svacchaiḥ
mit reinen Böden aus Smaragd
bhrājat-sphaṭika-bhittibhiḥ
mit glänzenden Wänden aus Bergkristall

citra-sragbhiḥ paṭṭikābhir vāso-maṇi-gaṇāṁśukaiḥ muktā-phalaiś cid-ullāsaiḥ kānta-kāmopapattibhiḥ

[Geschmückt] mit bunten Blumengirlanden, mit Bannerstreifen, mit Gewändern und feinen Tüchern mit Scharen von Juwelen, mit strahlend glänzenden Perlen und mit lieblichen, jeden Wunsch erfüllenden Dingen.

Wort für Wort
citra-sragbhiḥ paṭṭikābhiḥ
mit bunten Blumengirlanden, mit Bannerstreifen
vāso-maṇi-gaṇa-aṁśukaiḥ
mit Gewändern und feinen Tüchern mit Scharen von Juwelen
muktā-phalaiḥ cid-ullāsaiḥ
mit strahlend glänzenden Perlen
kānta-kāma-upapattibhiḥ
mit lieblichen, jeden Wunsch erfüllenden Dingen

dhūpa-dīpaiḥ surabhibhir maṇḍitaṁ puṣpa-maṇḍanaiḥ strī-pumbhiḥ sura-saṅkāśair juṣṭaṁ bhūṣaṇa-bhūṣaṇaiḥ

[Es war] mit duftendem Räucherwerk und Lampen, mit Blumenzier geschmückt; bewohnt von Frauen und Männern, den Göttern an Schönheit gleich, die selbst der Schmuck des Schmuckes waren.

Wort für Wort
dhūpa-dīpaiḥ surabhibhiḥ
mit duftendem Räucherwerk und Lampen
maṇḍitaṁ puṣpa-maṇḍanaiḥ
geschmückt mit Blumenzier
strī-pumbhiḥ sura-saṅkāśaiḥ
von Frauen und Männern, den Göttern gleich
juṣṭaṁ bhūṣaṇa-bhūṣaṇaiḥ
bewohnt, die selbst der Schmuck des Schmuckes waren

tasmin sa bhagavān rāmaḥ snigdhayā priyayeṣṭayā reme svārāma-dhīrāṇām ṛṣabhaḥ sītayā kila

Dort ergötzte Sich der Erhabene Herr Rāma, der Erste unter den in sich selbst Zufriedenen, fürwahr mit Sītā, Seiner liebevollen, geliebten, teuren Gemahlin.

Wort für Wort
tasmin sa bhagavān rāmaḥ
dort der Erhabene Herr Rāma
snigdhayā priyayā iṣṭayā
mit der liebevollen, geliebten, teuren
reme sva-ārāma-dhīrāṇāṁ ṛṣabhaḥ
ergötzte Sich Er, der Erste der in sich selbst Zufriedenen
sītayā kila
mit Sītā, fürwahr

bubhuje ca yathā-kālaṁ kāmān dharmam apīḍayan varṣa-pūgān bahūn nṝṇām abhidhyātāṅghri-pallavaḥ

Und, ohne dem Dharma Gewalt anzutun, genoss Er zur rechten Zeit über viele, viele Jahre die [erlaubten] Wünsche – Er, dessen zarte Füße von den Menschen meditierend verehrt wurden.

Wort für Wort
bubhuje ca yathā-kālaṁ
und Er genoss zur rechten Zeit
kāmān dharmam apīḍayan
die Wünsche, ohne dem Dharma Gewalt anzutun
varṣa-pūgān bahūn nṝṇām
für viele, viele Jahre
abhidhyāta-aṅghri-pallavaḥ
Er, dessen zarte Füße meditierend verehrt wurden

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