Śrī Śuka sprach: Der Erhabene Herr Rāma verehrte hierauf, von einem Ācārya geleitet, mit den vorzüglichsten Opferutensilien durch Opfer den Gott, der die Verkörperung aller Devas ist – Sich Selbst durch Sich Selbst.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
bhagavān
der Erhabene Herr
ātmanā ātmānam
durch Sich Selbst Sich Selbst
rāmaḥ uttama-kalpakaiḥ
Rāma, mit den vorzüglichsten Opferutensilien
sarva-devamayaṁ devam
den Gott, der aus allen Devas besteht
īje 'tha ācārya-vān makhaiḥ
verehrte Er sodann, von einem Ācārya geleitet, durch Opfer
Der Gebieter gab dem Hotā-Priester die östliche Richtung, dem Brahmā-Priester die südliche; dem Adhvaryu die westliche, und die nördliche gab Er dem Sāma-Sänger.
ity ayaṁ tad-alaṅkāra-
vāsobhyām avaśeṣitaḥ
tathā rājñy api vaidehī
saumaṅgalyāvaśeṣitā
So blieb Ihm [Rāma] nur noch Sein eigener Schmuck und Sein Gewand; ebenso blieb auch der Königin, der Tochter Videhas [Sītā], nur der Schmuck ihres ehelichen Glücks [?] übrig.
Wort für Wort
iti ayam
so blieb Dieser
tad-alaṅkāra-vāsobhyām avaśeṣitaḥ
übrig mit Seinem eigenen Schmuck und Gewand
tathā rājñī api vaidehī
ebenso auch die Königin, die Tochter Videhas
saumaṅgalya-avaśeṣitā
blieb übrig mit dem Schmuck des ehelichen Glücks
[Anm.: „saumaṅgalya“ bezeichnet wohl die auspiziösen Zeichen/den Schmuck einer verheirateten Frau (z. B. Nasenring), Referent im Einzelnen unsicher.]
te tu brāhmaṇa-devasya
vātsalyaṁ vīkṣya saṁstutam
prītāḥ klinna-dhiyas tasmai
pratyarpyedaṁ babhāṣire
Sie aber, als sie die vielgepriesene, liebevolle Zuneigung dessen sahen, der die Brahmanen als seine Gottheit verehrt, wurden erfreut, mit erweichtem Herzen; sie gaben Ihm dies zurück und sprachen:
Wort für Wort
te tu brāhmaṇa-devasya
sie aber, dessen, der die Brahmanen als Gottheit verehrt
aprattaṁ nas tvayā kiṁ nu
bhagavan bhuvaneśvara
yan no 'ntar-hṛdayaṁ viśya
tamo haṁsi sva-rociṣā
„Was, o Herr, o Gebieter des Universums, hast Du uns denn noch nicht gegeben, da Du doch in das Innerste unseres Herzens eindringst und die Dunkelheit mit Deinem eigenen Glanz vernichtest?“
Wort für Wort
aprattam naḥ tvayā kiṁ nu
was ist uns von Dir nicht gegeben worden
bhagavan bhuvana-īśvara
o Herr, o Gebieter der Welt
yat naḥ antaḥ-hṛdayaṁ viśya
da Du in das Innere unseres Herzens eindringend
tamaḥ haṁsi sva-rociṣā
die Dunkelheit mit Deinem eigenen Glanz vernichtest
namo brahmaṇya-devāya
rāmāyākuṇṭha-medhase
uttamaśloka-dhuryāya
nyasta-daṇḍārpitāṅghraye
Verehrung Rāma, dem Gott, dem die Brahmanen heilig sind, dessen Weisheit unerschöpflich ist, dem Ersten unter den mit erhabenen Versen Gepriesenen, dessen Füßen sich jene darbieten, die den Herrscherstab niedergelegt haben.
Wort für Wort
namaḥ brahmaṇya-devāya
Verehrung dem Gott, dem die Brahmanen heilig sind
rāmāya akuṇṭha-medhase
Rāma, dessen Weisheit unerschöpflich ist
uttamaśloka-dhuryāya
dem Ersten unter den Gepriesenen
nyasta-daṇḍa-arpita-aṅghraye
dessen Füßen sich die den Stab Niedergelegt-Habenden hingeben
Einst, als Er nachts verkleidet und unerkannt umherging, um das Volk zu erforschen, hörte Rāma die Worte von jemandem, der über seine eigene Ehefrau sprach.
„Ich werde dich nicht mehr erhalten, du Verdorbene, Untreue, die du in eines anderen Mannes Haus gegangen bist! Nur ein seiner Frau hörig ergebener Mann würde Sītā wieder aufnehmen – ich, Rāma, nehme sie nicht wieder an!“
Wort für Wort
na aham bibharmi tvām
ich werde dich nicht mehr unterhalten
duṣṭām asatīṁ para-veśma-gām
du Verdorbene, Untreue, die in eines anderen Haus gegangen ist
straiṇaḥ hi bibhṛyāt sītām
nur ein seiner Frau ergebener Mann würde Sītā wieder aufnehmen
So wurde sie [Sītā] wegen dieses vielmäuligen, schwer zu besänftigenden, unverständigen Volksgeredes von ihrem Gatten, der dieses Gerede fürchtete, verlassen; sie gelangte zum Āśrama des Sohnes von Pracetas [Vālmīki].
Als ihre Zeit gekommen war – denn sie war schwanger –, gebar sie Zwillingssöhne, bekannt als Kuśa und Lava; der Weise [Vālmīki] vollzog für die beiden die vorgeschriebenen Riten.
tad-īyaṁ dhanam ānīya
sarvaṁ rājñe nyavedayat
śatrughnaś ca madhoḥ putraṁ
lavaṇaṁ nāma rākṣasam
hatvā madhuvane cakre
mathurāṁ nāma vai purīm
Nachdem er all jenen Reichtum [der besiegten Gandharvas] herbeigebracht hatte, übergab er alles dem König. Und Śatrughna erschlug im Wald Madhuvana den Dämon namens Lavaṇa, den Sohn Madhus, und erbaute dort die Stadt namens Mathurā.
Wort für Wort
tad-īyaṁ dhanam ānīya
nachdem er jenen Reichtum herbeigebracht hatte
sarvaṁ rājñe nyavedayat
übergab er alles dem König
śatrughnaḥ ca madhoḥ putraṁ
und Śatrughna [erschlug] den Sohn Madhus
lavaṇaṁ nāma rākṣasam
den Dämon namens Lavaṇa
hatvā madhuvane cakre
nachdem er ihn im Wald Madhuvana getötet hatte, erbaute er
mathurāṁ nāma vai purīm
die Stadt namens Mathurā
[Anm.: Die Quelle (GRETIL) verzeichnet für diesen Vers drei Halbverse/sechs Pādas statt der üblichen vier.]
Sītā, die von ihrem Gatten verstoßen wurde, vertraute ihre beiden Söhne dem Weisen [Vālmīki] an und trat, über die Füße Rāmas meditierend, fürwahr in eine Erdspalte ein.
Wort für Wort
munau nikṣipya tanayau
nachdem sie die beiden Söhne dem Weisen anvertraut hatte
Als der Erhabene Herr Rāma dies hörte, vermochte Er, obwohl Er mit dem Verstand den Kummer zurückzuhalten suchte, sich an ihre zahlreichen Vorzüge erinnernd, den Kummer nicht zurückzuhalten.
Wort für Wort
tat śrutvā bhagavān rāmaḥ
dies hörend, der Erhabene Herr Rāma
rundhan api dhiyā śucaḥ
obwohl Er mit dem Verstand den Kummer zurückhielt
smaran tasyā guṇān tān tān
sich an jene zahlreichen Eigenschaften von ihr erinnernd
strī-puṁ-prasaṅga etādṛk
sarvatra trāsam āvahaḥ
apīśvarāṇāṁ kim uta
grāmyasya gṛha-cetasaḥ
Eine solche Verbindung zwischen Frau und Mann bringt überall Furcht mit sich – selbst für die Mächtigen; wie viel mehr für den gewöhnlichen Menschen, dessen Sinn aufs Hausleben gerichtet ist.
Wort für Wort
strī-puṁ-prasaṅgaḥ etādṛk
eine solche Verbindung zwischen Frau und Mann
sarvatra trāsam āvahaḥ
bringt überall Furcht mit sich
api īśvarāṇāṁ kim uta
selbst für die Mächtigen – wie viel mehr
grāmyasya gṛha-cetasaḥ
für den gewöhnlichen, aufs Haus bedachten Menschen
Nachdem Er Seine zarten, von den Dornen des Daṇḍaka-Waldes durchstochenen Fußsohlen in die Herzen derer gelegt hatte, die Ihn im Gedächtnis behalten, ging Rāma darauf in Sein eigenes Licht ein.
Wort für Wort
smaratāṁ hṛdi vinyasya
in die Herzen derer legend, die Ihn erinnern
viddhaṁ daṇḍaka-kaṇṭakaiḥ
das von den Dornen des Daṇḍaka-Waldes durchstochene
Dies ist kein [besonderes] Ruhmeswerk für den Herrn der Raghus, der auf die Bitte der Götter hin einen Spielkörper annahm und dessen Herrlichkeit frei von allem ist, was Ihm gleichkäme oder Ihn überträfe: die Tötung des Rākṣasa, die Fesselung des Ozeans mit einer Menge von Waffen – was bedeutete Ihm bei der Vernichtung des Feindes die Hilfe der Affen?
Wort für Wort
na idaṁ yaśaḥ raghu-pateḥ
nicht ist dies der wahre Ruhm des Herrn der Raghus
sura-yācñayā āttaṁ līlā-tanoḥ
der auf Bitten der Götter einen Spielkörper annahm
adhika-sāmya-vimukta-dhāmnaḥ
dessen Herrlichkeit frei von Übertreffung und Gleichheit ist
rakṣo-vadhaḥ jaladhi-bandhanam
die Tötung des Rākṣasa, die Fesselung des Ozeans
astra-pūgaiḥ
durch eine Menge von Waffen
kiṁ tasya śatru-hanane kapayaḥ sahāyāḥ
was bedeuteten Ihm bei der Vernichtung des Feindes die Affen als Helfer
Dessen makellosen, sündenvernichtenden Ruhm noch heute die Weisen in den Versammlungen der Könige besingen – gleich einem Stirnschmuck der Elefantenherren der Himmelsrichtungen –, jenem Herrn der Raghus, dessen Lotosfüße von den Kronen der Hüter des Himmels und der Hüter der Erde verehrt werden, nehme ich Zuflucht.
Wort für Wort
yasya amalaṁ yaśaḥ
dessen makelloser Ruhm
nṛpa-sadaḥsu adhunā api
noch heute in den Versammlungen der Könige
gāyanti agha-ghnam ṛṣayaḥ
die Weisen den sündenvernichtenden Ruhm besingen
dig-ibha-indra-paṭṭam
gleich dem Stirnschmuck der Elefantenherren der Himmelsrichtungen
taṁ raghu-patiṁ
jenem Herrn der Raghus
nāka-pāla-vasu-pāla-kirīṭa-juṣṭa-pādāmbujaṁ
dessen Lotosfüße von den Kronen der Hüter des Himmels und der Erde verehrt werden
sa yaiḥ spṛṣṭo 'bhidṛṣṭo vā
saṁviṣṭo 'nugato 'pi vā
kosalās te yayuḥ sthānaṁ
yatra gacchanti yoginaḥ
Die Bewohner Kosalas, von denen Er berührt oder von denen Er erblickt wurde, oder die bei Ihm weilten oder Ihm folgten – sie gingen zu jenem Ort, wohin die Yogis gehen.
śrī-rājā uvāca
kathaṁ sa bhagavān rāmo
bhrātṝn vā svayam ātmanaḥ
tasmin vā te 'nvavartanta
prajāḥ paurāś ca īśvare
Der König sprach: Wie verhielt sich jener Erhabene Herr Rāma gegenüber Seinen Brüdern und gegenüber Sich Selbst? Und wie verhielten sich die Untertanen und Bürger gegenüber Ihm, ihrem Herrscher?
Śrī Bādarāyaṇi [Śukadeva] sprach: Da beauftragte der Herr der drei Welten Seine Brüder mit der Eroberung der Himmelsrichtungen; Sich Selbst den Seinigen zeigend, besichtigte Er, von Gefolgsleuten begleitet, die Stadt.
Wort für Wort
śrī-bādarāyaṇiḥ uvāca
Śrī Bādarāyaṇi sprach
atha ādiśat dig-vijaye
dann beauftragte Er mit der Eroberung der Himmelsrichtungen
bhrātṝn tri-bhuvana-īśvaraḥ
Seine Brüder, Er, der Herr der drei Welten
ātmānaṁ darśayan svānāṁ
Sich Selbst den Seinigen zeigend
purīm aikṣata sa-anugaḥ
besichtigte Er, von Gefolgsleuten begleitet, die Stadt
Als sie den angekommenen Gebieter erblickte, [erschien] die Stadt – deren Straßen mit duftendem Wasser und mit den Duftperlen des Rauschsaftes der Elefanten besprengt waren – wie selbst berauscht, noch mehr [vor Freude].
Wort für Wort
āsikta-mārgāṁ gandhodaiḥ
deren Straßen mit duftendem Wasser besprengt waren
kariṇāṁ mada-śīkaraiḥ
und mit den Duftperlen des Rauschsaftes der Elefanten
prāsāda-gopura-sabhā-
caitya-deva-gṛhādiṣu
vinyasta-hema-kalaśaiḥ
patākābhiś ca maṇḍitām
[Die Stadt war] geschmückt mit goldenen Wassergefäßen, die auf Palästen, Stadttoren, Versammlungshallen, Schreinen, Tempeln und dergleichen aufgestellt waren, sowie mit Bannern.
Wort für Wort
prāsāda-gopura-sabhā-caitya-deva-gṛha-ādiṣu
auf Palästen, Stadttoren, Versammlungshallen, Schreinen, Tempeln und dergleichen
[Geschmückt] mit Betelnuss-Büscheln samt Stielen, mit Bananenstauden, mit Streifen aus feinem Gewebe, mit Spiegeln, Seidenstoffen und Blumengirlanden – [überall] waren festliche Torbögen errichtet worden.
Wort für Wort
pūgaiḥ sa-vṛntaiḥ rambhābhiḥ
mit Betelnuss-Büscheln samt Stielen, mit Bananenstauden
tam upeyus tatra tatra
paurā arhaṇa-pāṇayaḥ
āśiṣo yuyujur deva
pāhīmāṁ prāk tvayoddhṛtām
Die Bürger näherten sich Ihm da und dort, Opfergaben in den Händen, und sprachen Segenswünsche: „O Herr, beschütze diese [Stadt], die zuvor von Dir errettet wurde!“
Als dann die Untertanen ihren nach langer Zeit zurückgekehrten Gebieter erblickten, verließen Frauen und Männer aus Verlangen, Ihn zu sehen, ihre Häuser; sie stiegen auf die Dächer der Paläste und bestreuten den Lotosäugigen mit ungesättigten Augen mit Blumen.
Wort für Wort
tataḥ prajāḥ vīkṣya patiṁ cirāgataṁ
als dann die Untertanen ihren nach langer Zeit zurückgekehrten Gebieter erblickten
didṛkṣayā utsṛṣṭa-gṛhāḥ striyaḥ narāḥ
verließen Frauen und Männer aus Verlangen, ihn zu sehen, ihre Häuser
Dann betrat Er Sein eigenes Haus, das von Seinen früheren [Vorfahren-]Königen bewohnt worden war, reich an endlosen, vollständigen Schatzkammern und mit unschätzbar wertvoller, reichhaltiger Ausstattung.
Wort für Wort
atha praviṣṭaḥ sva-gṛhaṁ
dann betrat Er Sein eigenes Haus
juṣṭaṁ svaiḥ pūrva-rājabhiḥ
das von Seinen früheren Königen bewohnt worden war
ananta-akhila-koṣa-āḍhyam
reich an endlosen, vollständigen Schatzkammern
anarghya-uru-paricchadam
mit unschätzbar wertvoller, reichhaltiger Ausstattung
[Geschmückt] mit bunten Blumengirlanden, mit Bannerstreifen, mit Gewändern und feinen Tüchern mit Scharen von Juwelen, mit strahlend glänzenden Perlen und mit lieblichen, jeden Wunsch erfüllenden Dingen.
Wort für Wort
citra-sragbhiḥ paṭṭikābhiḥ
mit bunten Blumengirlanden, mit Bannerstreifen
vāso-maṇi-gaṇa-aṁśukaiḥ
mit Gewändern und feinen Tüchern mit Scharen von Juwelen
[Es war] mit duftendem Räucherwerk und Lampen, mit Blumenzier geschmückt; bewohnt von Frauen und Männern, den Göttern an Schönheit gleich, die selbst der Schmuck des Schmuckes waren.
Wort für Wort
dhūpa-dīpaiḥ surabhibhiḥ
mit duftendem Räucherwerk und Lampen
maṇḍitaṁ puṣpa-maṇḍanaiḥ
geschmückt mit Blumenzier
strī-pumbhiḥ sura-saṅkāśaiḥ
von Frauen und Männern, den Göttern gleich
juṣṭaṁ bhūṣaṇa-bhūṣaṇaiḥ
bewohnt, die selbst der Schmuck des Schmuckes waren
tasmin sa bhagavān rāmaḥ
snigdhayā priyayeṣṭayā
reme svārāma-dhīrāṇām
ṛṣabhaḥ sītayā kila
Dort ergötzte Sich der Erhabene Herr Rāma, der Erste unter den in sich selbst Zufriedenen, fürwahr mit Sītā, Seiner liebevollen, geliebten, teuren Gemahlin.
Wort für Wort
tasmin sa bhagavān rāmaḥ
dort der Erhabene Herr Rāma
snigdhayā priyayā iṣṭayā
mit der liebevollen, geliebten, teuren
reme sva-ārāma-dhīrāṇāṁ ṛṣabhaḥ
ergötzte Sich Er, der Erste der in sich selbst Zufriedenen
bubhuje ca yathā-kālaṁ
kāmān dharmam apīḍayan
varṣa-pūgān bahūn nṝṇām
abhidhyātāṅghri-pallavaḥ
Und, ohne dem Dharma Gewalt anzutun, genoss Er zur rechten Zeit über viele, viele Jahre die [erlaubten] Wünsche – Er, dessen zarte Füße von den Menschen meditierend verehrt wurden.