Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 173: baler viśva-samarpaṇam Bali Mahārāja übergibt das Universum

śrī-śuka uvāca balir evaṁ gṛha-patiḥ kulācāryeṇa bhāṣitaḥ tūṣṇīṁ bhūtvā kṣaṇaṁ rājann uvācāvahito gurum

Śrī Śuka sprach: Als der Hausherr Bali so von seinem Familienlehrer angesprochen worden war, o König, wurde er für einen Augenblick still; dann sprach er, aufmerksam gesammelt, zu seinem Guru.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ
der ehrwürdige Śuka
uvāca
sprach
baliḥ
Bali
evam
so, derart
gṛha-patiḥ
der Hausherr
kulācāryeṇa
vom Familienlehrer
bhāṣitaḥ
angesprochen
tūṣṇīm
schweigend
bhūtvā
geworden seiend
kṣaṇam
für einen Augenblick
rājan
o König
uvāca
sprach
avahitaḥ
aufmerksam gesammelt
gurum
zum Lehrer

śrī-balir uvāca satyaṁ bhagavatā proktaṁ dharmo 'yaṁ gṛhamedhinām arthaṁ kāmaṁ yaśo vṛttiṁ yo na bādheta karhicit

Śrī Bali sprach: Wahr ist, was Ehrwürdiger gesprochen hat: Jenes ist die religiöse Pflicht der Haushälter, welche niemals Gewinn, Sinnesgenuss, Ruhm und Lebensunterhalt behindern soll.

Wort für Wort
śrī-baliḥ
der ehrwürdige Bali
uvāca
sprach
satyam
wahr
bhagavatā
von dir, Ehrwürdiger
proktam
gesagt
dharmaḥ
die religiöse Pflicht
ayam
diese
gṛhamedhinām
der Haushälter
artham
(materiellen) Gewinn
kāmam
Sinnesgenuss
yaśaḥ
Ruhm
vṛttim
Lebensunterhalt
yaḥ
welche(r)
na
nicht
bādheta
behindern möge
karhicit
jemals

sa cāhaṁ vitta-lobhena pratyācakṣe kathaṁ dvijam pratiśrutya dadāmīti prāhrādiḥ kitavo yathā

Wie könnte ich, ein solcher, aus Gier nach Reichtum einem Brahmanen die Gabe verweigern, nachdem ich versprochen habe „ich gebe“ – ich, der Enkel Prahlādas, wie ein gewöhnlicher Betrüger?

Wort für Wort
saḥ
ein solcher
ca
und
aham
ich
vitta-lobhena
aus Gier nach Reichtum
pratyācakṣe
sollte ich zurückweisen
katham
wie
dvijam
den Zweifachgeborenen (Brahmanen)
pratiśrutya
nachdem ich versprochen habe
dadāmi
ich gebe
iti
so
prāhrādiḥ
ich, der Enkel Prahlādas
kitavaḥ
ein Betrüger
yathā
wie

na hy asatyāt paro 'dharma iti hovāca bhūr iyam sarvaṁ soḍhum alaṁ manye ṛte 'līka-paraṁ naram

„Wahrlich, es gibt kein größeres Unrecht als die Unwahrheit“ – so sprach fürwahr diese Erde: „Alles halte ich mich für imstande zu ertragen, außer einen Menschen, der der größte Lügner ist.“

Wort für Wort
na
nicht
hi
wahrlich
asatyāt
als Unwahrheit
paraḥ
größer
adharmaḥ
Unrecht
iti
so
ha
fürwahr
uvāca
sprach
bhūḥ
die Erde
iyam
diese
sarvam
alles
soḍhum
zu ertragen
alam
imstande
manye
ich halte mich für
ṛte
außer
alīka-param
den größten Lügner
naram
einen Menschen

nāhaṁ bibhemi nirayān nādhanyād asukhārṇavāt na sthāna-cyavanān mṛtyor yathā vipra-pralambhanāt

Ich fürchte mich weder vor der Hölle, noch vor Mittellosigkeit, noch vor dem Ozean des Leids, noch vor dem Verlust meines Ranges, noch vor dem Tod – so wie ich mich vor der Täuschung eines Brahmanen fürchte.

Wort für Wort
na
nicht
aham
ich
bibhemi
fürchte mich
nirayāt
vor der Hölle
na
nicht
adhanyāt
vor Mittellosigkeit
asukha-arṇavāt
vor dem Ozean des Leids
na
nicht
sthāna-cyavanāt
vor dem Fall vom eigenen Rang
mṛtyoḥ
vor dem Tod
yathā
wie
vipra-pralambhanāt
vor der Täuschung eines Brahmanen

yad yad dhāsyati loke 'smin samparetaṁ dhanādikam tasya tyāge nimittaṁ kiṁ vipras tuṣyen na tena cet

Was auch immer ein Verstorbener in dieser Welt an Reichtum und dergleichen zurücklässt – welchen Sinn hätte dessen Weggabe, wenn der Brahmane dadurch nicht zufrieden würde?

Wort für Wort
yat yat
was auch immer
hāsyati
zurücklassen wird
loke
in der Welt
asmin
in dieser
sampretam
der Verstorbene
dhana-ādikam
Reichtum und dergleichen
tasya
dessen
tyāge
in der Weggabe
nimittam
der Sinn, Zweck
kim
was
vipraḥ
der Brahmane
tuṣyet
zufrieden würde
na
nicht
tena
dadurch
cet
falls

śreyaḥ kurvanti bhūtānāṁ sādhavo dustyajāsubhiḥ dadhyaṅ-śibi-prabhṛtayaḥ ko vikalpo dharādiṣu

Die Frommen wie Dadhīci, Śibi und andere vollbringen das Höchste für die Lebewesen, indem sie sogar ihr schwer aufzugebendes Leben hingeben – welches Bedenken sollte da bei der Erde und dergleichen bestehen?

Wort für Wort
śreyaḥ
das Höchste, Segensreiche
kurvanti
vollbringen
bhūtānām
für die Lebewesen
sādhavaḥ
die Frommen
dustyaja-asubhiḥ
mit ihrem schwer aufzugebenden Leben
dadhyaṅ
Dadhīci
śibi
Śibi
prabhṛtayaḥ
und andere
kaḥ
welche(r)
vikalpaḥ
Bedenken, Zweifel
dharā-ādiṣu
bezüglich der Erde und dergleichen

yair iyaṁ bubhuje brahman daityendrair anivartibhiḥ teṣāṁ kālo 'grasīl lokān na yaśo 'dhigataṁ bhuvi

O Brahmane, diese Erde wurde von unerschrockenen Herrschern der Daityas genossen; ihre Besitztümer verschlang die Zeit, doch Ruhm auf Erden erlangten sie nicht.

Wort für Wort
yaiḥ
von denen
iyam
diese (Erde)
bubhuje
wurde genossen
brahman
o Brahmane
daitya-indraiḥ
von den Herrschern der Daityas
anivartibhiḥ
die nie zurückwichen
teṣām
von diesen
kālaḥ
die Zeit
agrasīt
verschlang
lokān
die Besitztümer, Welten
na
nicht
yaśaḥ
der Ruhm
adhigatam
erlangt
bhuvi
auf der Erde

sulabhā yudhi viprarṣe hy anivṛttās tanu-tyajaḥ na tathā tīrtha āyāte śraddhayā ye dhana-tyajaḥ

O weiser Brahmane, leicht zu finden im Kampf sind wahrlich jene, die unerschrocken ihr Leben hingeben; nicht ebenso leicht aber sind jene, die, wenn ein Heiliger gekommen ist, mit Vertrauen ihren Reichtum hingeben.

Wort für Wort
sulabhāḥ
leicht zu finden
yudhi
im Kampf
vipra-ṛṣe
o weiser Brahmane
hi
wahrlich
anivṛttāḥ
unerschrockene
tanu-tyajaḥ
die ihr Leben hingeben
na
nicht
tathā
ebenso
tīrthe āyāte
wenn ein Heiliger gekommen ist
śraddhayā
mit Vertrauen
ye
diejenigen, die
dhana-tyajaḥ
die ihren Reichtum hingeben

manasvinaḥ kāruṇikasya śobhanaṁ yad arthi-kāmopanayena durgatiḥ kutaḥ punar brahma-vidāṁ bhavādṛśāṁ tato vaṭor asya dadāmi vāñchitam

Rühmlich ist es für einen Großherzigen und Mitleidsvollen, selbst wenn ihm durch die Erfüllung des Wunsches eines Bittstellers Not entstehen sollte – wie viel mehr erst für Kenner des Brahman wie Ehrwürdigen. Darum gebe ich diesem jungen Asketen, was er wünscht.

Wort für Wort
manasvinaḥ
eines Großherzigen
kāruṇikasya
eines Mitleidsvollen
śobhanam
rühmlich
yat
dass
arthi-kāma-upanayena
durch das Erfüllen des Wunsches eines Bittstellers
durgatiḥ
Not, Elend
kutaḥ
wie viel mehr
punaḥ
erst recht
brahma-vidām
für die Kenner des Brahman
bhavādṛśām
wie Ehrwürdigen
tataḥ
deshalb
vaṭoḥ
des Brahmacārī-Knaben
asya
dieses
dadāmi
ich gebe
vāñchitam
das Gewünschte

yajanti yajñaṁ kratubhir yam ādṛtā bhavanta āmnāya-vidhāna-kovidāḥ sa eva viṣṇur varado 'stu vā paro dāsyāmy amuṣmai kṣitim īpsitāṁ mune

Der, den ihr Ehrwürdigen, kundig der vedischen Ordnung, mit Opferhandlungen ehrfürchtig verehrt – eben jener Viṣṇu, sei er nun ein Gewährer von Segen oder ein Gegner –, ihm gebe ich das gewünschte Land, o Weiser.

Wort für Wort
yajanti
sie verehren, opfern
yajñam
dem Genießer des Opfers
kratubhiḥ
mit Opferhandlungen
yam
den
ādṛtāḥ
ehrfürchtig
bhavantaḥ
Ehrwürdige
āmnāya-vidhāna-kovidāḥ
kundig der vedischen Ordnung
saḥ
er
eva
eben
viṣṇuḥ
Viṣṇu
varadaḥ
Gewährer von Segen
astu
möge er sein
vā
oder
paraḥ
ein Gegner
dāsyāmi
ich werde geben
amuṣmai
diesem
kṣitim
Land
īpsitām
das gewünschte
mune
o Weiser

yadyapy asāv adharmeṇa māṁ badhnīyād anāgasam tathāpy enaṁ na hiṁsiṣye bhītaṁ brahma-tanuṁ ripum

Selbst wenn er mich, den Schuldlosen, auf unrechte Weise fesseln sollte, werde ich ihm dennoch nichts zuleide tun – ihm, dem Feind, der furchtsam die Gestalt eines Brahmanen-Schülers angenommen hat.

Wort für Wort
yadyapi
selbst wenn
asau
jener
adharmeṇa
auf unrechte Weise
mām
mich
badhnīyāt
fesseln sollte
anāgasam
den Schuldlosen
tathāpi
dennoch
enam
ihn
na
nicht
hiṁsiṣye
werde ich verletzen
bhītam
den Furchtsamen
brahma-tanum
der die Gestalt eines Brahmanen angenommen hat
ripum
den Feind

eṣa vā uttamaśloko na jihāsati yad yaśaḥ hatvā mainaṁ hared yuddhe śayīta nihato mayā

Dieser mit erhabenen Versen Gepriesene wird seinen Ruhm nicht aufgeben wollen: Entweder nehme er, nachdem er mich getötet hat, dieses Land; oder er liege, im Kampf von mir erschlagen.

Wort für Wort
eṣaḥ
dieser
vā
entweder, nun
uttamaślokaḥ
der mit erhabenen Versen Gepriesene
na
nicht
jihāsati
wird aufgeben wollen
yat
welchen
yaśaḥ
Ruhm
hatvā
nachdem er getötet hat
mā
mich
enām
dieses (Land)
haret
möge er nehmen
yuddhe
im Kampf
śayīta
möge er liegen
nihataḥ
erschlagen
mayā
von mir

śrī-śuka uvāca evam aśraddhitaṁ śiṣyam anādeśakaraṁ guruḥ śaśāpa daiva-prahitaḥ satya-sandhaṁ manasvinam

Śrī Śuka sprach: So verfluchte der Lehrer, vom Schicksal getrieben, den Schüler, der seinen Rat missachtet und seine Anweisung nicht befolgt hatte – ihn, den in Wahrheit gefestigten, Großherzigen.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
evam
so
aśraddhitam
der missachtet hatte
śiṣyam
den Schüler
anādeśa-karam
der die Anweisung nicht befolgte
guruḥ
der Lehrer
śaśāpa
verfluchte
daiva-prahitaḥ
vom Schicksal getrieben
satya-sandham
den in Wahrheit gefestigten
manasvinam
den Großherzigen

dṛḍhaṁ paṇḍita-māny ajñaḥ stabdho 'sy asmad-upekṣayā mac-chāsanātigo yas tvam acirād bhraśyase śriyaḥ

Hartnäckig hältst du dich für gelehrt, dabei bist du unwissend; überheblich bist du geworden aus Missachtung gegen uns. Du, der du meine Anweisung überschreitest, wirst bald von deiner Herrlichkeit fallen.

Wort für Wort
dṛḍham
hartnäckig
paṇḍita-mānī
dich für gelehrt haltend
ajñaḥ
unwissend
stabdhaḥ
überheblich, starrsinnig
asi
du bist
asmat-upekṣayā
aus Missachtung gegen uns
mat-śāsana-atigaḥ
der über meine Anweisung hinausgeht
yaḥ
der du
tvam
du
acirāt
bald
bhraśyase
wirst fallen
śriyaḥ
von deiner Herrlichkeit

evaṁ śaptaḥ sva-guruṇā satyān na calito mahān vāmanāya dadāv enām arcitvodaka-pūrvakam

So von seinem eigenen Lehrer verflucht, wich der Erhabene dennoch nicht von der Wahrheit ab; er verehrte Vāmana und gab ihm, nach vorangehender Wasserspende, das Land.

Wort für Wort
evam
so
śaptaḥ
verflucht
sva-guruṇā
von seinem eigenen Lehrer
satyāt
von der Wahrhaftigkeit
na
nicht
calitaḥ
abgewichen
mahān
der Erhabene
vāmanāya
dem Vāmana
dadau
gab
enām
dieses (Land)
arcitvā
nachdem er verehrt hatte
udaka-pūrvakam
mit vorangehender Wasserspende

vindhyālis tadāgatya patnī jālaka-mālinī āninye kalaśaṁ haimam avanejany-apāṁ bhṛtam

Daraufhin kam die Gattin Vindhyāvali, geschmückt mit einer Perlenkette, herbei und brachte einen goldenen Krug, gefüllt mit Wasser zum Fußwaschen.

Wort für Wort
vindhyāliḥ
Vindhyāvali
tadā
daraufhin
āgatya
herbeigekommen
patnī
die Gattin
jālaka-mālinī
geschmückt mit einer Perlenkette
āninye
brachte herbei
kalaśam
einen Krug
haimam
goldenen
avanejani-apām
mit Wasser zum Fußwaschen
bhṛtam
gefüllten

yajamānaḥ svayaṁ tasya śrīmat pāda-yugaṁ mudā avanijyāvahan mūrdhni tad apo viśva-pāvanīḥ

Der Opferherr selbst wusch mit Freude das herrliche Fußpaar Vāmanas und trug jenes Wasser, das das ganze Universum reinigt, auf seinem Haupt.

Wort für Wort
yajamānaḥ
der Opferherr
svayam
selbst
tasya
von ihm
śrīmat pāda-yugam
das herrliche Fußpaar
mudā
mit Freude
avanijya
nachdem er gewaschen hatte
avahat
trug
mūrdhni
auf dem Haupt
tat apaḥ
jenes Wasser
viśva-pāvanīḥ
das das ganze Universum reinigt

tadāsurendraṁ divi devatā-gaṇā gandharva-vidyādhara-siddha-cāraṇāḥ tat karma sarve 'pi gṛṇanta ārjavaṁ prasūna-varṣair vavṛṣur mudānvitāḥ

Da priesen die Scharen der Götter im Himmel sowie Gandharvas, Vidyādharas, Siddhas und Cāraṇas allesamt die Aufrichtigkeit jener Tat des Herrschers der Asuras und ließen, von Freude erfüllt, einen Blütenregen auf ihn niedergehen.

Wort für Wort
tadā
da
asura-indram
auf den Herrscher der Asuras
divi
im Himmel
devatā-gaṇāḥ
die Scharen der Götter
gandharva-vidyādhara-siddha-cāraṇāḥ
Gandharvas, Vidyādharas, Siddhas und Cāraṇas
tat karma
jene Tat
sarve api
alle zusammen
gṛṇantaḥ
rühmend
ārjavam
die Aufrichtigkeit
prasūna-varṣaiḥ
mit Blütenregen
vavṛṣuḥ
ließen regnen
mudā-anvitāḥ
von Freude erfüllt

nedur muhur dundubhayaḥ sahasraśo gandharva-kimpūruṣa-kinnarā jaguḥ manasvinānena kṛtaṁ suduṣkaraṁ vidvān adād yad ripave jagat-trayam

Zu Tausenden ertönten wiederholt die Pauken, und Gandharvas, Kimpūruṣas und Kinnaras sangen: „Von diesem Großherzigen wurde eine überaus schwere Tat vollbracht, der er wissend die drei Welten seinem Feind gab!“

Wort für Wort
neduḥ
erklangen
muhuḥ
wiederholt
dundubhayaḥ
die Pauken
sahasraśaḥ
zu Tausenden
gandharva-kimpūruṣa-kinnarāḥ
Gandharvas, Kimpūruṣas und Kinnaras
jaguḥ
sangen
manasvinā
vom Großherzigen
anena
von diesem
kṛtam
vollbracht
su-duṣkaram
ein überaus Schweres
vidvān
wissend
adāt
gab
yat
dass
ripave
dem Feind
jagat-trayam
die drei Welten

tad vāmanaṁ rūpam avardhatādbhutaṁ harer anantasya guṇa-trayātmakam bhūḥ khaṁ diśo dyaur vivarāḥ payodhayas tiryaṅ-nṛ-devā ṛṣayo yad-āsata

Jene wunderbare Vāmana-Gestalt des unbegrenzten Hari, aus den drei Erscheinungsweisen der Natur bestehend, wuchs und dehnte sich aus, so dass Erde, Himmelsraum, Himmelsrichtungen, Himmelswelt, die Hohlräume des Universums, die Ozeane sowie Tiere, Menschen, Götter und Weise darin ihren Platz fanden.

Wort für Wort
tat
jene
vāmanam
Vāmana-
rūpam
Gestalt
avardhata
wuchs, dehnte sich aus
adbhutam
wunderbar
hareḥ
Haris
anantasya
des Unbegrenzten
guṇa-traya-ātmakam
aus den drei Erscheinungsweisen bestehend
bhūḥ
die Erde
kham
der Himmelsraum
diśaḥ
die Himmelsrichtungen
dyauḥ
die Himmelswelt
vivarāḥ
die Hohlräume
payodhayaḥ
die Ozeane
tiryak-nṛ-devāḥ
Tiere, Menschen und Götter
ṛṣayaḥ
die Weisen
yat
worin
āsata
sich befanden

kāye balis tasya mahā-vibhūteḥ sahartvig-ācārya-sadasya etat dadarśa viśvaṁ tri-guṇaṁ guṇātmake bhūtendriyārthāśaya-jīva-yuktam

Bali erblickte zusammen mit den Opferpriestern, dem Lehrer und den Versammlungsmitgliedern im Körper jenes von großer Macht Erfüllten dieses Universum, bestehend aus den drei Erscheinungsweisen, geprägt von materiellen Eigenschaften und versehen mit den Elementen, den Sinnen, den Sinnesobjekten, dem inneren Bewusstseinsorgan und den Lebewesen.

Wort für Wort
kāye
im Körper
baliḥ
Bali
tasya
von ihm
mahā-vibhūteḥ
von großer Macht
saha-ṛtvik-ācārya-sadasyaḥ
zusammen mit Opferpriestern, Lehrer und Versammlungsmitgliedern
etat
dies
dadarśa
erblickte
viśvam
das Universum
tri-guṇam
aus den drei Erscheinungsweisen bestehend
guṇa-ātmake
in dem, was von Eigenschaften geprägt ist
bhūta-indriya-artha-āśaya-jīva-yuktam
versehen mit Elementen, Sinnen, Sinnesobjekten, Bewusstseinsorgan und Lebewesen

rasām acaṣṭāṅghri-tale 'tha pādayor mahīṁ mahīdhrān puruṣasya jaṅghayoḥ patattriṇo jānuni viśva-mūrter ūrvor gaṇaṁ mārutam indrasenaḥ

An der Fußsohle erblickte Bali – genannt Indrasena – die unterste Welt Rasātala; an den Füßen der kosmischen, alles verkörpernden Person die Erde, an den Unterschenkeln die Berge, am Knie die fliegenden Wesen, an den Schenkeln die Scharen der Winde.

Wort für Wort
rasām
die unterste Welt
acaṣṭa
erblickte
aṅghri-tale
an der Fußsohle
atha
dann
pādayoḥ
an den Füßen
mahīm
die Erde
mahīdhrān
die Berge
puruṣasya
der kosmischen Person
jaṅghayoḥ
an den Unterschenkeln
patattriṇaḥ
die fliegenden Wesen
jānuni
am Knie
viśva-mūrteḥ
der die Gestalt des Alls trägt
ūrvoḥ
an den Schenkeln
gaṇam mārutam
die Scharen der Winde
indra-senaḥ
Bali (Beiname Indrasena)

sandhyāṁ vibhor vāsasi guhya aikṣat prajāpatīñ jaghane ātma-mukhyān nābhyāṁ nabhaḥ kukṣiṣu sapta-sindhūn urukramasyorasi carkṣa-mālām

Er erblickte die Abenddämmerung im Gewand des Allmächtigen, an verborgener Stelle die Prajāpatis, an der Hüfte seine eigenen höchsten Diener, am Nabel den Luftraum, an den Flanken die sieben Meere und an der Brust dessen, der in gewaltigen Schritten schreitet, die Kette der Sterne.

Wort für Wort
sandhyām
die Abenddämmerung
vibhoḥ
des Allmächtigen
vāsasi
im Gewand
guhye
an verborgener Stelle
aikṣat
er erblickte
prajāpatīn
die Prajāpatis
jaghane
an der Hüfte
ātma-mukhyān
seine eigenen höchsten Diener
nābhyām
am Nabel
nabhaḥ
den Luftraum
kukṣiṣu
an den Flanken
sapta-sindhūn
die sieben Meere
urukramasya
dessen, der in gewaltigen Schritten schreitet
urasi
an der Brust
ca
und
ṛkṣa-mālām
die Kette der Sterne

hṛdy aṅga dharmaṁ stanayor murārer ṛtaṁ ca satyaṁ ca manasy athendum śriyaṁ ca vakṣasy aravinda-hastāṁ kaṇṭhe ca sāmāni samasta-rephān

Im Herzen sah er die Rechtschaffenheit, an den Brustseiten Murāris die rechte Ordnung und die Wahrhaftigkeit, im Geist den Mond, auf der Brust die Glücksgöttin mit dem Lotos in der Hand, am Hals die Sāma-Hymnen und sämtliche Laute.

Wort für Wort
hṛdi
im Herzen
aṅga
o (mein Lieber)
dharmam
die Rechtschaffenheit
stanayoḥ
an den Brustseiten
murāreḥ
Murāris
ṛtam
die rechte Ordnung
ca
und
satyam
die Wahrhaftigkeit
ca
und
manasi
im Geist
atha
ferner
indum
den Mond
śriyam
die Glücksgöttin
ca
und
vakṣasi
auf der Brust
aravinda-hastām
die den Lotos in der Hand hält
kaṇṭhe
am Hals
ca
und
sāmāni
die Sāma-Hymnen
samasta-rephān
sämtliche Laute

indra-pradhānān amarān bhujeṣu tat-karṇayoḥ kakubho dyauś ca mūrdhni keśeṣu meghāñ chvasanaṁ nāsikāyām akṣṇoś ca sūryaṁ vadane ca vahnim

An den Armen sah er die von Indra angeführten Götter, an dessen Ohren die Himmelsrichtungen, auf dem Scheitel die Himmelswelt, im Haar die Wolken, in den Nasenlöchern den Atem, in den Augen die Sonne und im Antlitz das Feuer.

Wort für Wort
indra-pradhānān
angeführt von Indra
amarān
die Unsterblichen
bhujeṣu
an den Armen
tat-karṇayoḥ
an dessen Ohren
kakubhaḥ
die Himmelsrichtungen
dyauḥ
die Himmelswelt
ca
und
mūrdhni
auf dem Scheitel
keśeṣu
im Haar
meghān
die Wolken
śvasanam
den Atem
nāsikāyām
in den Nasenlöchern
akṣṇoḥ
in den Augen
ca
und
sūryam
die Sonne
vadane
im Antlitz
ca
und
vahnim
das Feuer

vāṇyāṁ ca chandāṁsi rase jaleśaṁ bhruvor niṣedhaṁ ca vidhiṁ ca pakṣmasu ahaś ca rātriṁ ca parasya puṁso manyuṁ lalāṭe 'dhara eva lobham

In der Rede sah er die vedischen Hymnen, auf der Zunge den Herrn des Wassers, an den Augenbrauen Verbot und Gebot, an den Wimpern Tag und Nacht, auf der Stirn der höchsten Person den Zorn und auf der Unterlippe eben die Gier.

Wort für Wort
vāṇyām
in der Rede
ca
und
chandāṁsi
die vedischen Hymnen
rase
auf der Zunge
jala-īśam
den Herrn des Wassers
bhruvoḥ
an den Augenbrauen
niṣedham
das Verbot
ca
und
vidhim
das Gebot
ca
und
pakṣmasu
an den Wimpern
ahaḥ
den Tag
ca
und
rātrim
die Nacht
ca
und
parasya puṁsaḥ
der höchsten Person
manyum
den Zorn
lalāṭe
auf der Stirn
adhare
auf der Unterlippe
eva
eben
lobham
die Gier

sparśe ca kāmaṁ nṛpa retasāmbhaḥ pṛṣṭhe tv adharmaṁ kramaṇeṣu yajñam chāyāsu mṛtyuṁ hasite ca māyāṁ tanū-ruheṣv oṣadhi-jātayaś ca

Im Tastsinn, o König, sah er das Verlangen, im Samen das Wasser, auf dem Rücken hingegen das Unrecht, in den Schritten das Opfer, in den Schatten den Tod, im Lächeln die Illusionsmacht und in den Körperhaaren die Arten der Kräuter.

Wort für Wort
sparśe
im Tastsinn
ca
und
kāmam
das Verlangen
nṛpa
o König
retasā
im Samen
ambhaḥ
das Wasser
pṛṣṭhe
auf dem Rücken
tu
hingegen
adharmam
das Unrecht
kramaṇeṣu
in den Schritten
yajñam
das Opfer
chāyāsu
in den Schatten
mṛtyum
den Tod
hasite
im Lächeln
ca
und
māyām
die Illusionsmacht
tanū-ruheṣu
in den Körperhaaren
oṣadhi-jātayaḥ
die Arten von Kräutern
ca
und

nadīś ca nāḍīṣu śilā nakheṣu buddhāv ajaṁ deva-gaṇān ṛṣīṁś ca prāṇeṣu gātre sthira-jaṅgamāni sarvāṇi bhūtāni dadarśa vīraḥ

In den Adern sah er die Flüsse, in den Nägeln die Steine, im Verstand den Ungeborenen, in den Sinnen die Scharen der Götter und die Weisen – im ganzen Körper erblickte der Held alle beweglichen und unbeweglichen Wesen.

Wort für Wort
nadīḥ
die Flüsse
ca
und
nāḍīṣu
in den Adern
śilāḥ
die Steine
nakheṣu
in den Nägeln
buddhau
im Verstand
ajam
den Ungeborenen
deva-gaṇān
die Scharen der Götter
ṛṣīn
die Weisen
ca
und
prāṇeṣu
in den Sinnen
gātre
im Körper
sthira-jaṅgamāni
die unbeweglichen und beweglichen
sarvāṇi bhūtāni
alle Wesen
dadarśa
erblickte
vīraḥ
der Held

sarvātmanīdaṁ bhuvanaṁ nirīkṣya sarve 'surāḥ kaśmalam āpur aṅga sudarśanaṁ cakram asahya-tejo dhanuś ca śārṅgaṁ stanayitnu-ghoṣam

Als sie dieses Universum im Selbst von allem erblickten, gerieten alle Asuras in Bestürzung, o Lieber – ebenso beim Anblick der Scheibe Sudarśana von unerträglichem Glanz und des Bogens Śārṅga, der wie Donnergrollen klang.

Wort für Wort
sarva-ātmani
im Selbst von allem
idam
dieses
bhuvanam
das Universum
nirīkṣya
nachdem sie erblickt hatten
sarve
alle
asurāḥ
die Asuras
kaśmalam
Bestürzung
āpuḥ
gerieten in
aṅga
o Lieber
sudarśanam
Sudarśana
cakram
die Scheibe
asahya-tejaḥ
von unerträglichem Glanz
dhanuḥ
den Bogen
ca
und
śārṅgam
namens Śārṅga
stanayitnu-ghoṣam
mit einem Klang wie Donnergrollen

parjanya-ghoṣo jalajaḥ pāñcajanyaḥ kaumodakī viṣṇu-gadā tarasvinī vidyādharo 'siḥ śata-candra-yuktas tūṇottamāv akṣayasāyakau ca

Sie erblickten das Muschelhorn Pāñcajanya mit einem Klang wie Gewitterwolken, die kraftvolle Keule Viṣṇus, Kaumodakī, das Schwert Vidyādhara mitsamt dem Schild mit den hundert Mondscheiben sowie die beiden vorzüglichen Köcher namens Akṣayasāyaka, deren Pfeile nie zur Neige gehen.

Wort für Wort
parjanya-ghoṣaḥ
mit einem Klang wie Gewitterwolken
jalajaḥ
das aus dem Wasser Geborene
pāñcajanyaḥ
namens Pāñcajanya
kaumodakī
namens Kaumodakī
viṣṇu-gadā
die Keule Viṣṇus
tarasvinī
die kraftvolle
vidyādharaḥ
namens Vidyādhara
asiḥ
das Schwert
śata-candra-yuktaḥ
versehen mit hundert Mondscheiben
tūṇa-uttamau
die beiden vorzüglichsten Köcher
akṣaya-sāyakau
namens Akṣayasāyaka
ca
und

sunanda-mukhyā upatasthur īśaṁ pārṣada-mukhyāḥ saha-loka-pālāḥ sphurat-kirīṭāṅgada-mīna-kuṇḍalaḥ śrīvatsa-ratnottama-mekhalāmbaraiḥ

Die vornehmsten Gefährten, angeführt von Sunanda, warteten zusammen mit den Weltenhütern auf den Herrn, der mit leuchtender Krone, Armreifen und fischförmigen Ohrringen, mit dem Śrīvatsa-Zeichen, dem vorzüglichsten Juwel, Gürtel und Gewändern geschmückt war.

Wort für Wort
sunanda-mukhyāḥ
angeführt von Sunanda
upatasthuḥ
warteten auf
īśam
auf den Herrn
pārṣada-mukhyāḥ
die vornehmsten Gefährten
saha-loka-pālāḥ
zusammen mit den Weltenhütern
sphurat-kirīṭa-aṅgada-mīna-kuṇḍalaḥ
mit leuchtender Krone, Armreifen und fischförmigen Ohrringen
śrīvatsa
mit dem Śrīvatsa-Zeichen
ratna-uttama
mit dem vorzüglichsten Juwel
mekhalā
mit dem Gürtel
ambaraiḥ
mit den Gewändern

madhuvrata-srag-vanamālayāvṛto rarāja rājan bhagavān urukramaḥ kṣitiṁ padaikena baler vicakrame nabhaḥ śarīreṇa diśaś ca bāhubhiḥ

Umhüllt von der Waldblumen-Girlande, die von Bienen umschwärmt war, erstrahlte der Erhabene, der in gewaltigen Schritten Schreitende, o König; mit einem einzigen Schritt durchmaß er Balis Erde, mit seinem Körper den Himmelsraum und mit den Armen die Himmelsrichtungen.

Wort für Wort
madhu-vrata-srak
mit einem von Bienen umschwärmten Blumengewinde
vanamālayā
mit der Waldblumen-Girlande
āvṛtaḥ
umhüllt
rarāja
erstrahlte
rājan
o König
bhagavān
der Erhabene
urukramaḥ
der in gewaltigen Schritten Schreitende
kṣitim
die Erde
padā ekena
mit einem einzigen Schritt
baleḥ
Balis
vicakrame
durchschritt
nabhaḥ
den Himmelsraum
śarīreṇa
mit dem Körper
diśaḥ
die Himmelsrichtungen
ca
und
bāhubhiḥ
mit den Armen

padaṁ dvitīyaṁ kramatas triviṣṭapaṁ na vai tṛtīyāya tadīyam aṇv api urukramasyāṅghrir upary upary atho mahar-janābhyāṁ tapasaḥ paraṁ gataḥ

Mit dem zweiten Schritt durchschritt er die drei Himmelswelten – doch für einen dritten Schritt blieb ihm nicht einmal ein Stäubchen mehr übrig. Der Fuß des in gewaltigen Schritten Schreitenden ging höher und immer höher, über Maharloka und Janaloka hinweg, bis über Tapoloka hinaus.

Wort für Wort
padam
den Schritt
dvitīyam
den zweiten
kramataḥ
ausschreitend
tri-viṣṭapam
die drei Himmelswelten
na
nicht
vai
wahrlich
tṛtīyāya
für den dritten Schritt
tadīyam
ihm gehörig
aṇu api
auch nur ein Stäubchen
urukramasya
des in gewaltigen Schritten Schreitenden
aṅghriḥ
der Fuß
upari upari
immer höher
atho
und ferner
mahaḥ-janābhyām
über Maharloka und Janaloka hinweg
tapasaḥ
des Tapoloka
param
über das hinaus
gataḥ
gelangt

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