Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 168 Bali Mahārāja erobert die Himmelsplaneten

śrī-rājā uvāca baleḥ pada-trayaṃ bhūmeḥ kasmād dharir ayācata bhūteśvaraḥ kṛpaṇa-val labdhārtho 'pi babandha tam

Der König sprach: Warum erbat Hari von Bali drei Schritte Land, wie ein Bedürftiger, obwohl er, der Herr der Geschöpfe, [sein Ziel] bereits erlangt hatte - und [warum] fesselte er ihn?

Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der erhabene König sprach (3.Sg.Perf.)
baleḥ
von Bali (Gen.Sg.m)
pada-trayam
drei Schritte/Fuß-Land (Akk.Sg.n)
bhūmeḥ
von/an Land (Gen.Sg.f)
kasmāt
warum, weshalb (Abl.)
hariḥ
Hari (Nom.Sg.m)
ayācata
erbat, erbettelte (Impf.3.Sg.Ātm. yāc)
bhūta-īśvaraḥ
der Herr der Geschöpfe (Nom.Sg.m)
kṛpaṇa-vat
wie ein Bedürftiger/Armer (Adv.)
labdha-arthaḥ
der [sein] Ziel [bereits] erlangt hatte (Nom.Sg.m)
api
obwohl, sogar
babandha
fesselte (Perf.3.Sg. bandh)
tam
ihn (Akk.Sg.m)

Rahmenfrage Parīkṣits, die auf die später (Kap. 15-23) erzählte Vāmana-Episode vorausweist; Kap. 15 selbst schildert die Vorgeschichte.

etad veditum icchāmo mahat kautūhalaṃ hi naḥ yajñeśvarasya pūrṇasya bandhanaṃ cāpy anāgasaḥ

Dies möchten wir wissen, denn unsere Neugier ist groß: [Wie kam es zur] Fesselung des Herrn des Opfers, des Vollkommenen, der doch schuldlos war?

Wort für Wort
etat
dies (Akk.Sg.n)
veditum
zu wissen (Inf. vid)
icchāmaḥ
wir wünschen (1.Pl.Präs. iṣ)
mahat
groß (Nom.Sg.n)
kautūhalam
Neugier (Nom.Sg.n)
hi
denn, wahrlich
naḥ
unsere (Gen.Pl.)
yajña-īśvarasya
des Herrn des Opfers (Gen.Sg.m)
pūrṇasya
des Vollkommenen/Vollständigen (Gen.Sg.m)
bandhanam
die Fesselung (Nom.Sg.n)
ca api
und auch, sogar
anāgasaḥ
eines Schuldlosen (Gen.Sg.m, an-āgas)

'yajñeśvarasya' u. 'anāgasaḥ' beziehen sich auf Bali (später als großer Opferherr, hundert Aśvamedhas, V.35), nicht auf Hari - so gelesen wegen der sparsamsten, kontextkonsistenten Deutung.

śrī-śuka uvāca parājita-śrīr asubhiś ca hāpito hīndreṇa rājan bhṛgubhiḥ sa jīvitaḥ sarvātmanā tān abhajad bhṛgūn baliḥ śiṣyo mahātmārtha-nivedanena

Śrī Śuka sprach: Nachdem er durch Indra seines Glücks und - wahrlich - seines Lebens beraubt worden war, o König, wurde er von den Bhṛgus wieder zum Leben erweckt. Bali, der Hochherzige, verehrte jene Bhṛgus als [ihr] Schüler mit ganzer Seele, indem er ihnen sein Anliegen (sich selbst) darbot.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
parājita-śrīḥ
der seines Glücks/Glanzes beraubte (Nom.Sg.m)
asubhiḥ
um sein Leben/seine Lebenshauche (Instr.Pl.)
ca
und
hāpitaḥ
gebracht um, beraubt (Kaus.PPP hā)
hi
wahrlich
indreṇa
durch Indra (Instr.Sg.m)
rājan
o König (Vok.Sg.m)
bhṛgubhiḥ
durch die Bhṛgus (Instr.Pl.m)
saḥ
er (Nom.Sg.m)
jīvitaḥ
wieder zum Leben gebracht (PPP jīv)
sarva-ātmanā
mit ganzer Seele (Instr.Sg.m)
tān
jene (Akk.Pl.m)
abhajat
verehrte (Impf.3.Sg. bhaj)
bhṛgūn
die Bhṛgus (Akk.Pl.m)
baliḥ
Bali (Nom.Sg.m)
śiṣyaḥ
als Schüler (Nom.Sg.m)
mahā-ātmā
der Hochherzige (Nom.Sg.m)
artha-nivedanena
durch Darbietung seines Anliegens/seiner selbst (Instr.Sg.n)

'artha-nivedanena' polysem (artha = Besitz/Ziel/Anliegen); sparsamste Lesart: völlige Selbsthingabe als Schüler gewählt.

taṃ brāhmaṇā bhṛgavaḥ prīyamāṇā ayājayan viśvajitā triṇākam jigīṣamāṇaṃ vidhinābhiṣicya mahābhiṣekeṇa mahānubhāvāḥ

Die Bhṛgu-Brahmanen, die ihm wohlgesonnen waren, weihten ihn - der zu siegen wünschte - nach [heiliger] Regel zunächst mit einer großen Krönungsweihe; die Erhabenen ließen ihn dann das Viśvajit-Opfer für den dreifachen Himmel darbringen.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk.Sg.m)
brāhmaṇāḥ
die Brahmanen (Nom.Pl.m)
bhṛgavaḥ
die Bhṛgus (Nom.Pl.m)
prīyamāṇāḥ
wohlgesonnen, sich erfreuend (Ptz.Präs.Med. prī, Nom.Pl.m)
ayājayan
ließen opfern (Kaus.Impf.3.Pl. yaj)
viśvajitā
mit dem Viśvajit-Opfer (Instr.Sg.n)
triṇākam
für den dreifachen Himmel (Akk.Sg.m, Zielangabe)
jigīṣamāṇam
ihn, der zu siegen wünschte (Desid.Ptz.Akk.Sg.m ji)
vidhinā
nach [vorgeschriebener] Regel (Instr.Sg.m)
abhiṣicya
nachdem sie [ihn] geweiht hatten (Abs. abhi-ṣic)
mahā-abhiṣekeṇa
mit einer großen Weihe (Instr.Sg.m)
mahā-anubhāvāḥ
die Erhabenen, von großer Macht (Nom.Pl.m)

tato rathaḥ kāñcana-paṭṭa-naddho hayāś ca haryaśva-turaṅga-varṇāḥ dhvajaś ca siṃhena virājamāno hutāśanād āsa havirbhir iṣṭāt

Darauf erschien aus dem mit Opfergaben verehrten Feuer ein mit goldenen Platten beschlagener Wagen, dazu Pferde von der Farbe der Rosse Indras, und eine Flagge, herrlich strahlend mit einem Löwenzeichen.

Wort für Wort
tataḥ
darauf, dann
rathaḥ
ein Wagen (Nom.Sg.m)
kāñcana-paṭṭa-naddhaḥ
mit goldenen Platten beschlagen (Nom.Sg.m, PPP)
hayāḥ
Pferde (Nom.Pl.m)
ca
und
hari-aśva-turaṅga-varṇāḥ
von der Farbe der Rosse Indras [Haryaśva] (Nom.Pl.m)
dhvajaḥ
eine Flagge (Nom.Sg.m)
ca
und
siṃhena
mit einem Löwen[zeichen] (Instr.Sg.m)
virājamānaḥ
herrlich erstrahlend (Ptz.Nom.Sg.m)
hutāśanāt
aus dem Opferfeuer (Abl.Sg.m)
āsa
erschien, entstand (Perf.3.Sg. as)
haviḥ-bhiḥ
durch Opfergaben (Instr.Pl.n)
iṣṭāt
aus dem verehrten [Feuer] (Abl.Sg.m, PPP yaj)

'haryaśva' = Beiname Indras ('mit falben Rossen'); die Pferde des neuen Wagens gleichen also denen Indras - ein Vorzeichen.

dhanuś ca divyaṃ puraṭopanaddhaṃ tūṇāv ariktau kavacaṃ ca divyam pitāmahas tasya dadau ca mālām amlāna-puṣpāṃ jalajaṃ ca śukraḥ

Und einen göttlichen, mit Gold beschlagenen Bogen, zwei nie leer werdende Köcher und einen göttlichen Panzer [erhielt er]; der Großvater [Brahmā] gab ihm einen Kranz aus nie welkenden Blüten, und Śukra [gab ihm] ein Muschelhorn.

Wort für Wort
dhanuḥ
ein Bogen (Nom.Sg.n)
ca
und
divyam
göttlich (Nom.Sg.n)
puraṭa-upanaddham
mit Gold verkleidet (Nom.Sg.n, PPP)
tūṇau
zwei Köcher (Nom.Dual.m)
ariktau
unerschöpflich, nie leer werdend (Nom.Dual.m)
kavacam
ein Panzer (Nom.Sg.n)
ca
und
divyam
göttlich (Nom.Sg.n)
pitāmahaḥ
der Großvater [Brahmā] (Nom.Sg.m)
tasya
ihm (Dat./Gen.Sg.m)
dadau
gab (Perf.3.Sg. dā)
ca
und
mālām
einen Kranz (Akk.Sg.f)
amlāna-puṣpām
mit nie welkenden Blüten (Akk.Sg.f)
jala-jam
ein Muschelhorn, wörtl. 'im Wasser entstanden' (Akk.Sg.n)
ca
und
śukraḥ
Śukra (Nom.Sg.m)

evaṃ sa viprārjita-yodhanārthas taiḥ kalpita-svastyayano 'tha viprān pradakṣiṇī-kṛtya kṛta-praṇāmaḥ prahrādam āmantrya namaś cakāra

So [ausgerüstet], nachdem er durch die Brahmanen die Mittel zum Kampf erlangt hatte und sie ihm eine Segenszeremonie bereitet hatten, umschritt er die Brahmanen [ehrfurchtsvoll] und erwies ihnen Verehrung; dann verabschiedete er sich von Prahlāda und erwies [ihm] Ehrerbietung.

Wort für Wort
evam
so
saḥ
er (Nom.Sg.m)
vipra-arjita-yodhana-arthaḥ
der durch die Brahmanen die Kampfmittel erlangt hatte (Nom.Sg.m, Bahuvrīhi)
taiḥ
durch sie (Instr.Pl.m)
kalpita-svasti-ayanaḥ
dem [von ihnen] eine Segenszeremonie bereitet worden war (Nom.Sg.m, Bahuvrīhi)
atha
dann, darauf
viprān
die Brahmanen (Akk.Pl.m)
pradakṣiṇī-kṛtya
nachdem er [sie] rechtsherum umschritten hatte (Abs.)
kṛta-praṇāmaḥ
der [ihnen] Verehrung erwiesen hatte (Nom.Sg.m)
prahrādam
Prahlāda (Akk.Sg.m)
āmantrya
nachdem er sich verabschiedet/um Erlaubnis gebeten hatte (Abs.)
namaḥ cakāra
erwies Verbeugung (Perf.3.Sg. kṛ)

athāruhya rathaṃ divyaṃ bhṛgu-dattaṃ mahā-rathaḥ susrag-dharo 'tha sannahya dhanvī khaḍgī dhṛteṣudhiḥ

Dann, nachdem er den göttlichen, von den Bhṛgus gegebenen Wagen bestiegen hatte, [saß] der große Krieger darauf, mit schöner Girlande geschmückt, gerüstet, mit Bogen, Schwert und Köcher bewaffnet.

Wort für Wort
atha
dann
āruhya
nachdem er bestiegen hatte (Abs. ruh)
ratham
den Wagen (Akk.Sg.m)
divyam
göttlichen (Akk.Sg.m)
bhṛgu-dattam
von den Bhṛgus gegebenen (Akk.Sg.m)
mahā-rathaḥ
der große Krieger (Nom.Sg.m, Ehrentitel)
su-srak-dharaḥ
mit schöner Blumengirlande geschmückt (Nom.Sg.m)
atha
sodann
sannahya
nachdem er sich gerüstet hatte (Abs.)
dhanvī
mit Bogen bewaffnet (Nom.Sg.m)
khaḍgī
mit Schwert versehen (Nom.Sg.m)
dhṛta-iṣudhiḥ
der den Köcher trug (Nom.Sg.m)

hemāṅgada-lasad-bāhuḥ sphuran-makara-kuṇḍalaḥ rarāja rathamārūḍho dhiṣṇyastha iva havyavāṭ

Mit Armen, die von goldenen Armreifen glänzten, und mit funkelnden Makara-Ohrringen erstrahlte er, auf dem Wagen thronend, wie das Opferfeuer auf dem Altar.

Wort für Wort
hema-aṅgada-lasat-bāhuḥ
dessen Arme von goldenen Armreifen glänzten (Nom.Sg.m)
sphurat-makara-kuṇḍalaḥ
mit funkelnden Makara-Ohrringen (Nom.Sg.m)
rarāja
er erstrahlte (Perf.3.Sg. rāj)
ratha-ārūḍhaḥ
auf dem Wagen thronend (Nom.Sg.m)
dhiṣṇya-sthaḥ
auf dem Altar befindlich (Nom.Sg.m)
iva
wie
havya-vāṭ
das Opferfeuer, 'die Opfergabe tragend' (Nom.Sg.m)

tulyaiśvarya-bala-śrībhiḥ sva-yūthair daitya-yūtha-paiḥ pibadbhir iva khaṃ dṛgbhir dahadbhiḥ paridhīn iva

[Begleitet] von den Anführern der Dämonenscharen mit den eigenen Truppen, die ihm an Macht, Kraft und Glanz gleich waren - [Kriegern,] die mit ihren Blicken gleichsam den Himmel zu trinken und die Himmelsränder zu verbrennen schienen.

Wort für Wort
tulya-aiśvarya-bala-śrībhiḥ
die gleich waren an Macht, Kraft und Glanz (Instr.Pl.m)
sva-yūthaiḥ
mit den eigenen Scharen (Instr.Pl.n)
daitya-yūtha-paiḥ
mit den Anführern der Daitya-Scharen (Instr.Pl.m)
pibadbhiḥ iva
als tränken sie (Ptz.Instr.Pl.m)
kham
den Himmel/Luftraum (Akk.Sg.m)
dṛgbhiḥ
mit [ihren] Blicken (Instr.Pl.f)
dahadbhiḥ
als verbrennten sie (Ptz.Instr.Pl.m)
paridhīn
die Himmelsränder (Akk.Pl.m)
iva
wie, gleichsam

vṛto vikarṣan mahatīm āsurīṃ dhvajinīṃ vibhuḥ yayāv indra-purīṃ svṛddhāṃ kampayann iva rodasī

Umgeben [von seinem Gefolge], das gewaltige Dämonenheer mit sich führend, zog der Mächtige [Bali] zur wohlhabenden Stadt Indras, als ließe er dabei Himmel und Erde erzittern.

Wort für Wort
vṛtaḥ
umgeben (Nom.Sg.m, PPP vṛ)
vikarṣan
heranziehend, mit sich führend (Ptz.Präs.Nom.Sg.m)
mahatīm
die gewaltige (Akk.Sg.f)
āsurīm
dämonische [Armee] (Akk.Sg.f)
dhvajinīm
die mit Bannern versehene Streitmacht (Akk.Sg.f)
vibhuḥ
der Mächtige (Nom.Sg.m)
yayau
er zog (Perf.3.Sg. yā)
indra-purīm
zur Stadt Indras (Akk.Sg.f)
su-ṛddhām
die wohlhabende (Akk.Sg.f)
kampayan iva
als ob er erzittern ließe (Kaus.Ptz.Nom.Sg.m)
rodasī
Himmel und Erde (Nom./Akk.Dual)

ramyām upavanodyānaiḥ śrīmadbhir nandanādibhiḥ kūjad-vihaṅga-mithunair gāyan-matta-madhuvrataiḥ

[Die Stadt war] lieblich mit prächtigen Hainen und Gärten, angefangen mit dem [Garten] Nandana, mit zwitschernden Vogelpaaren und summenden, trunkenen Bienen [geschmückt].

Wort für Wort
ramyām
die reizvolle [Stadt] (Akk.Sg.f)
upavana-udyānaiḥ
mit Hainen und Gärten (Instr.Pl.n)
śrīmadbhiḥ
prächtigen (Instr.Pl.n)
nandana-ādibhiḥ
angefangen mit [dem Garten] Nandana (Instr.Pl.n)
kūjat-vihaṅga-mithunaiḥ
mit zwitschernden Vogelpaaren (Instr.Pl.n)
gāyat-matta-madhu-vrataiḥ
mit summenden, trunkenen Bienen (Instr.Pl.m)

pravāla-phala-puṣporu- bhāra-śākhāmara-drumaiḥ haṃsa-sārasa-cakrāhva- kāraṇḍava-kulākulāḥ nalinyo yatra krīḍanti pramadāḥ sura-sevitāḥ

[Umgeben] von Götterbäumen, deren Zweige schwer beladen waren mit jungen Trieben, Früchten und Blüten - [Teiche,] wimmelnd von Scharen von Schwänen, Kranichen, Cakravāka-Vögeln und Kāraṇḍava-Enten -, Lotosteiche, in denen die von Göttern aufgesuchten [himmlischen] Frauen spielten.

Wort für Wort
pravāla-phala-puṣpa-uru-bhāra-śākhā
mit Zweigen, schwer beladen mit Trieben, Früchten, Blüten (Bahuvrīhi-Glied)
amara-drumaiḥ
mit den Götterbäumen (Instr.Pl.m)
haṃsa-sārasa-cakra-āhva-kāraṇḍava-kula-ākulāḥ
wimmelnd von Scharen von Schwänen, Kranichen, Cakravākas, Kāraṇḍava-Enten (Nom.Pl.f)
nalinyaḥ
die Lotosteiche (Nom.Pl.f)
yatra
wo
krīḍanti
spielen (3.Pl.Präs. krīḍ)
pramadāḥ
die [himmlischen] Frauen (Nom.Pl.f)
sura-sevitāḥ
von den Göttern aufgesuchte (Nom.Pl.f)

ākāśa-gaṅgayā devyā vṛtāṃ parikha-bhūtayā prākāreṇāgni-varṇena sāṭṭālenonnatena ca

[Die Stadt war] umgeben von der göttlichen Himmels-Gaṅgā, die zu ihrem [Stadt-]Graben geworden war, und von einer feuerfarbenen, hoch aufragenden Mauer mit Wachtürmen.

Wort für Wort
ākāśa-gaṅgayā
durch die Himmels-Gaṅgā (Instr.Sg.f)
devyā
die göttliche [Flussgöttin] (Instr.Sg.f)
vṛtām
umgeben (Akk.Sg.f, PPP vṛ)
parikha-bhūtayā
die zu einem Stadtgraben geworden war (Instr.Sg.f)
prākāreṇa
mit einer [Stadt-]Mauer (Instr.Sg.m)
agni-varṇena
von feuerfarbenem [Glanz] (Instr.Sg.m)
sa-aṭṭālena
mit Wachtürmen versehen (Instr.Sg.m)
unnatena
hoch aufragend (Instr.Sg.m)
ca
und

rukma-paṭṭa-kapāṭaiś ca dvāraiḥ sphaṭika-gopuraiḥ juṣṭāṃ vibhakta-prapathāṃ viśvakarma-vinirmitām

[Die Stadt war] versehen mit Toren mit Flügeln aus goldenen Platten und mit Kristall-Torbögen, mit wohlgeordneten Hauptstraßen, von Viśvakarman erbaut.

Wort für Wort
rukma-paṭṭa-kapāṭaiḥ
mit Torflügeln aus goldenen Platten (Instr.Pl.n)
ca
und
dvāraiḥ
mit Toren (Instr.Pl.n)
sphaṭika-gopuraiḥ
mit Kristall-Torbögen (Instr.Pl.n)
juṣṭām
versehen mit, geschmückt (Akk.Sg.f, PPP juṣ)
vibhakta-prapathām
mit wohlgeordneten Hauptstraßen (Akk.Sg.f)
viśvakarma-vinirmitām
von Viśvakarman erbaut (Akk.Sg.f)

sabhā-catvara-rathyāḍhyāṃ vimānair nyarbudair yutām śṛṅgāṭakair maṇimayair vajra-vidruma-vedibhiḥ

[Die Stadt war] reich an Versammlungshallen, Plätzen und Straßen, versehen mit Abermillionen von Luftpalästen und mit aus Edelsteinen gefertigten Straßenkreuzungen sowie Plattformen aus Diamant und Koralle.

Wort für Wort
sabhā-catvara-rathyā-āḍhyām
reich an Versammlungshallen, Plätzen, Straßen (Akk.Sg.f)
vimānaiḥ
mit Luftpalästen (Instr.Pl.n)
nyarbudaiḥ
zu Abermillionen (Instr.Pl.n)
yutām
versehen (Akk.Sg.f, PPP yu)
śṛṅgāṭakaiḥ
mit [sternförmigen] Straßenkreuzungen (Instr.Pl.n)
maṇi-mayaiḥ
aus Edelsteinen gemacht (Instr.Pl.n)
vajra-vidruma-vedibhiḥ
mit Plattformen aus Diamant und Koralle (Instr.Pl.f)

yatra nitya-vayo-rūpāḥ śyāmā viraja-vāsasaḥ bhrājante rūpavannāryo hy arcirbhir iva vahnayaḥ

Wo die schönen Frauen von ewig [jugendlichem] Alter und Gestalt, jung und in makellosen Gewändern, erstrahlen, wahrlich wie Feuer mit ihren Flammen.

Wort für Wort
yatra
wo
nitya-vayaḥ-rūpāḥ
von ewigem Alter und Gestalt (Nom.Pl.f)
śyāmāḥ
die jungen Frauen [in der Blüte des Alters] (Nom.Pl.f)
viraja-vāsasaḥ
mit makellosen/staubfreien Gewändern (Nom.Pl.f)
bhrājante
erstrahlen (3.Pl.Präs. bhrāj)
rūpavatyaḥ
die schönen (Nom.Pl.f)
nāryaḥ
die Frauen (Nom.Pl.f)
hi
wahrlich
arcirbhiḥ
mit [ihren] Flammen (Instr.Pl.f)
iva
wie
vahnayaḥ
Feuer (Nom.Pl.m)

sura-strī-keśa-vibhraṣṭa- nava-saugandhika-srajām yatrāmodam upādāya mārga āvāti mārutaḥ

Wo der Wind auf den Straßen den Duft der frischen, duftenden Blumengirlanden trägt, die von den Haaren der Götterfrauen herabgefallen sind.

Wort für Wort
sura-strī-keśa-vibhraṣṭa
von den Haaren der Götterfrauen herabgefallen (Bahuvrīhi-Glied)
nava-saugandhika-srajām
von frischen, duftenden [Saugandhika-]Girlanden (Gen.Pl.f)
yatra
wo
āmodam
den Duft (Akk.Sg.m)
upādāya
aufnehmend, mit sich tragend (Abs.)
mārge
auf der Straße (Lok.Sg.m)
āvāti
weht (3.Sg.Präs. ā-vā)
mārutaḥ
der Wind (Nom.Sg.m)

hema-jālākṣa-nirgacchad- dhūmenāguru-gandhinā pāṇḍureṇa praticchanna- mārge yānti sura-priyāḥ

Auf Straßen, die vom weißlichen, nach Agaruholz duftenden Rauch verhüllt sind, der aus den Öffnungen der goldenen Gitterfenster hervorquillt, ziehen die Lieblingsfrauen der Götter.

Wort für Wort
hema-jāla-akṣa-nirgacchat-dhūmena
mit dem aus den Öffnungen der goldenen Gitterwerke quellenden Rauch (Instr.Sg.m)
aguru-gandhinā
mit dem Duft von Agaruholz (Instr.Sg.m)
pāṇḍureṇa
weißlich, hellgrau (Instr.Sg.m)
praticchanna-mārge
auf verhüllten Straßen (Lok.Sg.m)
yānti
gehen, ziehen (3.Pl.Präs. yā)
sura-priyāḥ
die Lieblingsfrauen der Götter (Nom.Pl.f)

mukta-vitānair maṇi-hema-ketubhir nānā-patākā-valabhībhir āvṛtām śikhaṇḍi-pārāvata-bhṛṅga-nāditāṃ vaimānika-strī-kala-gīta-maṅgalām

[Die Stadt war] überzogen mit Perlenbaldachinen, mit Bannerstangen aus Edelstein und Gold und vielfarbigen Fahnen auf den Dachfirsten, ertönend vom Ruf der Pfauen, Tauben und Bienen, beglückt vom lieblichen Gesang der Frauen in den Luftwagen.

Wort für Wort
mukta-vitānaiḥ
mit Perlenbaldachinen (Instr.Pl.m)
maṇi-hema-ketubhiḥ
mit Bannerstangen aus Edelstein und Gold (Instr.Pl.m)
nānā-patākā-valabhībhiḥ
mit vielfarbigen Fahnen auf den Dachfirsten (Instr.Pl.f)
āvṛtām
bedeckt, überzogen (Akk.Sg.f, PPP vṛ)
śikhaṇḍi-pārāvata-bhṛṅga-nāditām
ertönend von Pfauen, Tauben, Bienen (Akk.Sg.f)
vaimānika-strī-kala-gīta-maṅgalām
beglückt vom lieblichen Gesang der Frauen in den Luftwagen (Akk.Sg.f)

mṛdaṅga-śaṅkhānaka-dundubhi-svanaiḥ sa-tāla-vīṇā-muraja-iṣṭa-veṇubhiḥ nṛtyaiḥ sa-vādyair upadeva-gītakair manoramāṃ sva-prabhayā jita-prabhām

[Die Stadt war] herzerfreuend mit den Klängen von Trommeln, Muschelhörnern, Ānaka- und Dundubhi-Pauken, mit Zimbeln, Vīṇās, Muraja-Trommeln und lieblichen Flöten, mit Tänzen samt Musik und Gesängen der Halbgötter - eine Stadt, die durch ihren eigenen Glanz [selbst den der Sonne] übertraf.

Wort für Wort
mṛdaṅga-śaṅkha-ānaka-dundubhi-svanaiḥ
mit den Klängen von Trommeln, Muschelhörnern, Ānaka- und Dundubhi-Pauken (Instr.Pl.m)
sa-tāla-vīṇā-muraja-iṣṭa-veṇubhiḥ
mit Zimbeln, Vīṇās, Muraja-Trommeln und lieblichen Flöten (Instr.Pl.m)
nṛtyaiḥ
mit Tänzen (Instr.Pl.n)
sa-vādyaiḥ
mit [begleitender] Musik (Instr.Pl.n)
upadeva-gītakaiḥ
mit Gesängen der Halbgötter (Instr.Pl.n)
manoramām
die herzerfreuende [Stadt] (Akk.Sg.f)
sva-prabhayā
durch ihren eigenen Glanz (Instr.Sg.f)
jita-prabhām
die [selbst den Glanz der Sonne] übertraf (Akk.Sg.f)

yāṃ na vrajanty adharmiṣṭhāḥ khalā bhūta-druhaḥ śaṭhāḥ māninaḥ kāmino lubdhā ebhir hīnā vrajanti yat

Zu welcher [Stadt] die höchst Unrechtschaffenen, die Niederträchtigen, die den Wesen Feindlichen, die Betrüger, die Eingebildeten, die Begierdevollen und die Habgierigen nicht gelangen - nur wer frei von diesen [Lastern] ist, gelangt dorthin.

Wort für Wort
yām
zu welcher [Stadt] (Akk.Sg.f)
na vrajanti
gehen nicht (3.Pl.Präs. vraj)
adharmiṣṭhāḥ
die höchst Unrechtschaffenen (Nom.Pl.m)
khalāḥ
die Niederträchtigen (Nom.Pl.m)
bhūta-druhaḥ
die den Wesen Feindlichen (Nom.Pl.m)
śaṭhāḥ
die Betrüger (Nom.Pl.m)
māninaḥ
die Eingebildeten (Nom.Pl.m)
kāminaḥ
die von Begierde Erfüllten (Nom.Pl.m)
lubdhāḥ
die Habgierigen (Nom.Pl.m)
ebhiḥ
von diesen [Lastern] (Instr.Pl.m)
hīnāḥ
frei, losgelöst (Nom.Pl.m)
vrajanti
gehen [dorthin] (3.Pl.Präs.)
yat
weil, da

tāṃ deva-dhānīṃ sa varūthinī-patir bahiḥ samantād rurudhe pṛtanyayā ācārya-dattaṃ jala-jaṃ mahā-svanaṃ dadhmau prayuñjan bhayam indra-yoṣitām

Jene Götterstadt umzingelte er, der Herr des Heeres, von außen ringsum mit seiner Streitmacht; das vom Lehrer [Śukra] gegebene, laut tönende Muschelhorn blies er, wobei er bei Indras Frauen Furcht hervorrief.

Wort für Wort
tām
jene (Akk.Sg.f)
deva-dhānīm
die Götterstadt (Akk.Sg.f)
saḥ
er (Nom.Sg.m)
varūthinī-patiḥ
der Herr des Heeres (Nom.Sg.m)
bahiḥ samantāt
von außen ringsum (Adv.)
rurudhe
umzingelte, belagerte (Perf.3.Sg. rudh)
pṛtanyayā
mit [seiner] Streitmacht (Instr.Sg.f)
ācārya-dattam
das vom Lehrer gegebene (Akk.Sg.n)
jala-jam
das Muschelhorn (Akk.Sg.n)
mahā-svanam
das laut tönende (Akk.Sg.n)
dadhmau
blies (Perf.3.Sg. dhmā)
prayuñjan
hervorrufend (Ptz.Präs.Nom.Sg.m)
bhayam
Furcht (Akk.Sg.n)
indra-yoṣitām
bei Indras Frauen (Gen.Pl.f)

maghavāṃs tam abhipretya baleḥ paramam udyamam sarva-deva-gaṇopeto gurum etad uvāca ha

Als Indra dieses gewaltige Unternehmen Balis bemerkt hatte, sprach er, begleitet von der gesamten Schar der Götter, dies zu [seinem] Lehrer [Bṛhaspati].

Wort für Wort
maghavān
Indra ('der Freigebige') (Nom.Sg.m)
tam
dieses (Akk.Sg.m)
abhipretya
nachdem er bemerkt/verstanden hatte (Abs.)
baleḥ
Balis (Gen.Sg.m)
paramam
das höchste, gewaltige (Akk.Sg.m)
udyamam
das Unternehmen (Akk.Sg.m)
sarva-deva-gaṇa-upetaḥ
begleitet von der gesamten Schar der Götter (Nom.Sg.m)
gurum
zum Lehrer [Bṛhaspati] (Akk.Sg.m)
etat
dies (Akk.Sg.n)
uvāca ha
sprach (Perf.3.Sg., verstärkt durch ha)

bhagavann udyamo bhūyān baler naḥ pūrva-vairiṇaḥ aviṣahyam imaṃ manye kena āsīt tejasorjitaḥ

O Herr, gewaltig ist das Unternehmen Balis, unseres früheren Feindes; ich halte es für unerträglich. Wodurch, durch welche Macht ist er [so] erstarkt?

Wort für Wort
bhagavan
o Herr, Ehrwürdiger (Vok.Sg.m)
udyamaḥ
das Unternehmen (Nom.Sg.m)
bhūyān
gewaltig, übermäßig groß (Nom.Sg.m)
baleḥ
Balis (Gen.Sg.m)
naḥ
unseres (Gen.Pl.)
pūrva-vairiṇaḥ
des früheren Feindes (Gen.Sg.m)
aviṣahyam
unerträglich (Akk.Sg.m)
imam
dies (Akk.Sg.m)
manye
ich halte für, meine (1.Sg.Präs. man)
kena
wodurch (Instr.Sg.n)
āsīt
ist er geworden (Impf.3.Sg. as)
tejasā
durch [welche] Macht/Glut (Instr.Sg.n)
ūrjitaḥ
gestärkt, erstarkt (Nom.Sg.m)

nainaṃ kaścit kuto vāpi prativyoḍhum adhīśvaraḥ pibann iva mukhenedaṃ lihann iva diśo daśa dahann iva diśo dṛgbhiḥ saṃvartāgnir ivotthitaḥ

Niemand, von woher auch immer, ist [derzeit] imstande, ihm entgegenzutreten - als tränke er diese [Welt] mit [seinem] Mund, als leckte er die zehn Himmelsrichtungen, als verbrennte er die Richtungen mit seinen Blicken, wie das aufgestiegene [Welt-]Vernichtungsfeuer.

Wort für Wort
na
nicht
enam
diesen (Akk.Sg.m)
kaścit
irgendjemand (Nom.Sg.m)
kutaḥ vā api
von woher auch immer
prativyoḍhum
zu widerstehen, entgegenzutreten (Inf.)
adhīśvaraḥ
fähig, mächtig genug dazu (Nom.Sg.m)
pibann iva
als ob er tränke (Ptz.Nom.Sg.m)
mukhena
mit [seinem] Mund (Instr.Sg.n)
idam
dies [die Welt] (Akk.Sg.n)
lihann iva
als ob er leckte (Ptz.Nom.Sg.m)
diśaḥ daśa
die zehn Himmelsrichtungen (Akk.Pl.f)
dahann iva
als ob er verbrennte (Ptz.Nom.Sg.m)
diśaḥ
die Himmelsrichtungen (Akk.Pl.f)
dṛgbhiḥ
mit [seinen] Blicken (Instr.Pl.f)
saṃvarta-agniḥ iva
wie das Weltvernichtungsfeuer
utthitaḥ
aufgestiegen, erschienen (Nom.Sg.m, PPP)

brūhi kāraṇam etasya durdharṣatvasya mad-ripoḥ ojaḥ sahaḥ balaṃ tejo yata etat samudyamaḥ

Sage [mir] die Ursache dieser Unbezwingbarkeit meines Feindes: Kraft, Stärke, Macht, Glut - wodurch [entstand] dieses gewaltige Unternehmen?

Wort für Wort
brūhi
sage! (Imp.2.Sg. brū)
kāraṇam
die Ursache (Akk.Sg.n)
etasya
dieser (Gen.Sg.f)
durdharṣatvasya
der Unangreifbarkeit (Gen.Sg.n)
mat-ripoḥ
meines Feindes (Gen.Sg.m)
ojaḥ
Kraft, Vitalität (Nom.Sg.n)
sahaḥ
Stärke, Ausdauer (Nom.Sg.n)
balam
Macht (Nom.Sg.n)
tejaḥ
Glut, Energie (Nom.Sg.n)
yataḥ
wodurch
etat
dieses (Nom.Sg.m)
samudyamaḥ
das gewaltige Unternehmen (Nom.Sg.m)

śrī-gurur uvāca jānāmi maghavañ chatror unnater asya kāraṇam śiṣyāyopabhṛtaṃ tejo bhṛgubhir brahma-vādibhiḥ

Der ehrwürdige Lehrer sprach: Ich kenne, o Maghavan, die Ursache des Aufstiegs dieses Feindes: [Es ist] die Energie, die von den Bhṛgus, den Kundigen des heiligen Wortes, ihrem Schüler übertragen wurde.

Wort für Wort
śrī-guruḥ uvāca
der ehrwürdige Lehrer [Bṛhaspati] sprach
jānāmi
ich weiß (1.Sg.Präs. jñā)
maghavan
o Maghavan [Indra] (Vok.Sg.m)
śatroḥ
des Feindes (Gen.Sg.m)
unnateḥ
des Aufstiegs, Erfolgs (Gen.Sg.f)
asya
dieses (Gen.Sg.m)
kāraṇam
die Ursache (Akk.Sg.n)
śiṣyāya
dem Schüler (Dat.Sg.m)
upabhṛtam
übertragen, verliehen (Nom.Sg.n, PPP)
tejaḥ
Energie, Macht (Nom.Sg.n)
bhṛgubhiḥ
durch die Bhṛgus (Instr.Pl.m)
brahma-vādibhiḥ
durch die des heiligen Wortes Kundigen (Instr.Pl.m)

ojasvinaṃ baliṃ jetuṃ na samartho 'sti kaścana bhavad-vidho bhavān vāpi varjayitveśvaraṃ harim

Den kraftvollen Bali zu besiegen ist niemand fähig - weder einer deinesgleichen noch du selbst -, mit Ausnahme des Herrn Hari.

Wort für Wort
ojasvinam
den kraftvollen (Akk.Sg.m)
balim
Bali (Akk.Sg.m)
jetum
zu besiegen (Inf. ji)
na samarthaḥ asti kaścana
niemand ist fähig
bhavat-vidhaḥ
jemand deinesgleichen (Nom.Sg.m)
bhavān vā api
oder auch du selbst (Nom.Sg.m)
varjayitvā
ausgenommen (Abs.)
īśvaram
den Herrn (Akk.Sg.m)
harim
Hari (Akk.Sg.m)

vijeṣyati na ko 'py enaṃ brahma-tejaḥ-samedhitam nāsya śaktaḥ puraḥ sthātuṃ kṛtāntasya yathā janāḥ

Niemand wird diesen [Bali] besiegen, der durch die Macht des heiligen Wortes erstarkt ist; niemand ist imstande, vor ihm standzuhalten - so wie [niemand] vor dem Vollstrecker des Todes standhalten kann.

Wort für Wort
vijeṣyati
wird besiegen (Fut.3.Sg. ji)
na kaḥ api
niemand
enam
diesen (Akk.Sg.m)
brahma-tejaḥ-samedhitam
der durch die Macht des heiligen Wortes erstarkt ist (Akk.Sg.m)
na asya śaktaḥ
nicht fähig, vor ihm (Nom.Sg.m)
puraḥ sthātum
davor zu stehen, standzuhalten (Inf.)
kṛta-antasya
des Vollstreckers des Todes(gottes) (Gen.Sg.m)
yathā
wie
janāḥ
die Menschen (Nom.Pl.m)

tasmān nilayam utsṛjya yūyaṃ sarve triviṣṭapam yāta kālaṃ pratīkṣanto yataḥ śatror viparyayaḥ

Verlasst deshalb eure Wohnstätte, verlasst alle den [dreifachen] Himmel, und geht [fort], die [rechte] Zeit erwartend, wann sich das Schicksal des Feindes wenden wird.

Wort für Wort
tasmāt
deshalb
nilayam
die Wohnstätte (Akk.Sg.m)
utsṛjya
verlassend (Abs.)
yūyam
ihr (Nom.Pl.)
sarve
alle (Nom.Pl.m)
triviṣṭapam
den [dreifachen] Himmel (Akk.Sg.n)
yāta
geht! (Imp.2.Pl. yā)
kālam
die [rechte] Zeit (Akk.Sg.m)
pratīkṣantaḥ
erwartend (Ptz.Nom.Pl.m)
yataḥ
wann, von wo
śatroḥ
des Feindes (Gen.Sg.m)
viparyayaḥ
der Umschwung [des Schicksals] (Nom.Sg.m)

eṣa vipra-balodarkaḥ samprty ūrjita-vikramaḥ teṣām evāpamānena sānubandho vinaṅkṣyati

Dieser [Bali], gegenwärtig von gesteigerter Macht - eine Frucht der Kraft der Brahmanen -, wird durch eine Missachtung eben jener [Brahmanen] samt seinem Gefolge zugrunde gehen.

Wort für Wort
eṣaḥ
dieser (Nom.Sg.m)
vipra-bala-udarkaḥ
die Folge/Frucht der Kraft der Brahmanen (Nom.Sg.m)
samprati
gegenwärtig, jetzt
ūrjita-vikramaḥ
von gesteigerter Macht (Nom.Sg.m)
teṣām eva
eben jener [Brahmanen] (Gen.Pl.m)
apamānena
durch Missachtung (Instr.Sg.m)
sa-anubandhaḥ
samt seinem Gefolge (Nom.Sg.m)
vinaṅkṣyati
wird zugrunde gehen (Fut.3.Sg. naś)

evaṃ sumantritārthās te guruṇārthānudarśinā hitvā triviṣṭapaṃ jagmur gīrvāṇāḥ kāma-rūpiṇaḥ

So, von ihrem Lehrer, der die [wahre] Sachlage durchschaute, gut beraten, verließen die Götter, die nach Belieben ihre Gestalt annehmen können, den Himmel und zogen fort.

Wort für Wort
evam
so
su-mantrita-arthāḥ
denen [ihre] Angelegenheit gut beraten worden war (Nom.Pl.m)
te
sie (Nom.Pl.m)
guruṇā
durch den Lehrer (Instr.Sg.m)
artha-anudarśinā
der die [wahre] Sachlage durchschaute (Instr.Sg.m)
hitvā
verlassend (Abs.)
triviṣṭapam
den Himmel (Akk.Sg.n)
jagmuḥ
zogen fort (Perf.3.Pl. gam)
gīrvāṇāḥ
die Götter (Nom.Pl.m)
kāma-rūpiṇaḥ
die nach Belieben [ihre] Gestalt annehmen können (Nom.Pl.m)

deveṣv atha nilīneṣu balir vairocanaḥ purīm deva-dhānīm adhiṣṭhāya vaśaṃ ninye jagat-trayam

Als sich nun die Götter verborgen hatten, nahm Bali, der Sohn Virocanas, die Götterstadt in Besitz und brachte die drei Welten unter seine Botmäßigkeit.

Wort für Wort
deveṣu
als die Götter (Lok.Pl.m)
atha
nun, darauf
nilīneṣu
sich verborgen hatten (Lok.Pl.m, PPP nī-lī)
baliḥ vairocanaḥ
Bali, der Sohn Virocanas (Nom.Sg.m)
purīm
die Stadt (Akk.Sg.f)
deva-dhānīm
die Götterstadt (Akk.Sg.f)
adhiṣṭhāya
in Besitz nehmend (Abs.)
vaśam
unter [seine] Botmäßigkeit (Akk.Sg.m)
ninye
brachte (Perf.3.Sg. nī)
jagat-trayam
die drei Welten (Akk.Sg.n)

taṃ viśva-jayinaṃ śiṣyaṃ bhṛgavaḥ śiṣya-vatsalāḥ śatena haya-medhānām anuvratam ayājayan

Die Bhṛgus, die ihren Schüler liebevoll [behandelten], ließen ihn, den Welteroberer und ihnen treu ergebenen Schüler, hundert Pferdeopfer darbringen.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk.Sg.m)
viśva-jayinam
den Welteroberer (Akk.Sg.m)
śiṣyam
den Schüler (Akk.Sg.m)
bhṛgavaḥ
die Bhṛgus (Nom.Pl.m)
śiṣya-vatsalāḥ
die ihren Schüler liebevoll [behandelnden] (Nom.Pl.m)
śatena
mit hundert (Instr.Sg.n)
haya-medhānām
Pferdeopfern (Gen.Pl.m)
anuvratam
den treu Ergebenen (Akk.Sg.m)
ayājayan
ließen opfern (Kaus.Impf.3.Pl. yaj)

tatas tad-anubhāvena bhuvana-traya-viśrutām kīrtiṃ dikṣu vitanvānaḥ sa reja uḍurāḍ iva

Dadurch, durch die Macht jener [Opfer], seinen in den drei Welten berühmten Ruhm nach allen Himmelsrichtungen ausbreitend, erstrahlte er wie der Mond [unter den Sternen].

Wort für Wort
tataḥ
darauf, dadurch
tat-anubhāvena
durch dessen Macht/Wirkung (Instr.Sg.m)
bhuvana-traya-viśrutām
in den drei Welten berühmten (Akk.Sg.f)
kīrtim
[seinen] Ruhm (Akk.Sg.f)
dikṣu
in [alle] Himmelsrichtungen (Lok.Pl.f)
vitanvānaḥ
ausbreitend (Ptz.Nom.Sg.m)
saḥ
er (Nom.Sg.m)
reje
erstrahlte (Perf.3.Sg. rāj)
uḍu-rāṭ
der Mond, 'König der Sterne' (Nom.Sg.m)
iva
wie

bubhuje ca śriyaṃ svṛddhāṃ dvija-devopalambhitām kṛta-kṛtyam ivātmānaṃ manyamāno mahā-manāḥ

Und er genoss den überaus großen Reichtum, der ihm von den Brahmanen und Göttern verliehen worden war, wobei der Hochgesinnte sich selbst für einen hielt, der sein Ziel erreicht habe.

Wort für Wort
bubhuje
genoss (Perf.3.Sg. bhuj)
ca
und
śriyam
den Reichtum, Glanz (Akk.Sg.f)
su-ṛddhām
den überaus großen, wohlgedeihenden (Akk.Sg.f)
dvija-deva-upalambhitām
von Brahmanen und Göttern erlangten/verliehenen (Akk.Sg.f)
kṛta-kṛtyam iva
als ob [er] sein Ziel erreicht hätte (Akk.Sg.m)
ātmānam
sich selbst (Akk.Sg.m)
manyamānaḥ
betrachtend, meinend (Ptz.Nom.Sg.m)
mahā-manāḥ
der Hochgesinnte (Nom.Sg.m)

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