Der König sprach: Warum erbat Hari von Bali drei Schritte Land, wie ein Bedürftiger, obwohl er, der Herr der Geschöpfe, [sein Ziel] bereits erlangt hatte - und [warum] fesselte er ihn?
Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der erhabene König sprach (3.Sg.Perf.)
baleḥ
von Bali (Gen.Sg.m)
pada-trayam
drei Schritte/Fuß-Land (Akk.Sg.n)
bhūmeḥ
von/an Land (Gen.Sg.f)
kasmāt
warum, weshalb (Abl.)
hariḥ
Hari (Nom.Sg.m)
ayācata
erbat, erbettelte (Impf.3.Sg.Ātm. yāc)
bhūta-īśvaraḥ
der Herr der Geschöpfe (Nom.Sg.m)
kṛpaṇa-vat
wie ein Bedürftiger/Armer (Adv.)
labdha-arthaḥ
der [sein] Ziel [bereits] erlangt hatte (Nom.Sg.m)
api
obwohl, sogar
babandha
fesselte (Perf.3.Sg. bandh)
tam
ihn (Akk.Sg.m)
Rahmenfrage Parīkṣits, die auf die später (Kap. 15-23) erzählte Vāmana-Episode vorausweist; Kap. 15 selbst schildert die Vorgeschichte.
Dies möchten wir wissen, denn unsere Neugier ist groß: [Wie kam es zur] Fesselung des Herrn des Opfers, des Vollkommenen, der doch schuldlos war?
Wort für Wort
etat
dies (Akk.Sg.n)
veditum
zu wissen (Inf. vid)
icchāmaḥ
wir wünschen (1.Pl.Präs. iṣ)
mahat
groß (Nom.Sg.n)
kautūhalam
Neugier (Nom.Sg.n)
hi
denn, wahrlich
naḥ
unsere (Gen.Pl.)
yajña-īśvarasya
des Herrn des Opfers (Gen.Sg.m)
pūrṇasya
des Vollkommenen/Vollständigen (Gen.Sg.m)
bandhanam
die Fesselung (Nom.Sg.n)
ca api
und auch, sogar
anāgasaḥ
eines Schuldlosen (Gen.Sg.m, an-āgas)
'yajñeśvarasya' u. 'anāgasaḥ' beziehen sich auf Bali (später als großer Opferherr, hundert Aśvamedhas, V.35), nicht auf Hari - so gelesen wegen der sparsamsten, kontextkonsistenten Deutung.
śrī-śuka uvāca
parājita-śrīr asubhiś ca hāpito
hīndreṇa rājan bhṛgubhiḥ sa jīvitaḥ
sarvātmanā tān abhajad bhṛgūn baliḥ
śiṣyo mahātmārtha-nivedanena
Śrī Śuka sprach: Nachdem er durch Indra seines Glücks und - wahrlich - seines Lebens beraubt worden war, o König, wurde er von den Bhṛgus wieder zum Leben erweckt. Bali, der Hochherzige, verehrte jene Bhṛgus als [ihr] Schüler mit ganzer Seele, indem er ihnen sein Anliegen (sich selbst) darbot.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
parājita-śrīḥ
der seines Glücks/Glanzes beraubte (Nom.Sg.m)
asubhiḥ
um sein Leben/seine Lebenshauche (Instr.Pl.)
ca
und
hāpitaḥ
gebracht um, beraubt (Kaus.PPP hā)
hi
wahrlich
indreṇa
durch Indra (Instr.Sg.m)
rājan
o König (Vok.Sg.m)
bhṛgubhiḥ
durch die Bhṛgus (Instr.Pl.m)
saḥ
er (Nom.Sg.m)
jīvitaḥ
wieder zum Leben gebracht (PPP jīv)
sarva-ātmanā
mit ganzer Seele (Instr.Sg.m)
tān
jene (Akk.Pl.m)
abhajat
verehrte (Impf.3.Sg. bhaj)
bhṛgūn
die Bhṛgus (Akk.Pl.m)
baliḥ
Bali (Nom.Sg.m)
śiṣyaḥ
als Schüler (Nom.Sg.m)
mahā-ātmā
der Hochherzige (Nom.Sg.m)
artha-nivedanena
durch Darbietung seines Anliegens/seiner selbst (Instr.Sg.n)
'artha-nivedanena' polysem (artha = Besitz/Ziel/Anliegen); sparsamste Lesart: völlige Selbsthingabe als Schüler gewählt.
Die Bhṛgu-Brahmanen, die ihm wohlgesonnen waren, weihten ihn - der zu siegen wünschte - nach [heiliger] Regel zunächst mit einer großen Krönungsweihe; die Erhabenen ließen ihn dann das Viśvajit-Opfer für den dreifachen Himmel darbringen.
Wort für Wort
tam
ihn (Akk.Sg.m)
brāhmaṇāḥ
die Brahmanen (Nom.Pl.m)
bhṛgavaḥ
die Bhṛgus (Nom.Pl.m)
prīyamāṇāḥ
wohlgesonnen, sich erfreuend (Ptz.Präs.Med. prī, Nom.Pl.m)
ayājayan
ließen opfern (Kaus.Impf.3.Pl. yaj)
viśvajitā
mit dem Viśvajit-Opfer (Instr.Sg.n)
triṇākam
für den dreifachen Himmel (Akk.Sg.m, Zielangabe)
jigīṣamāṇam
ihn, der zu siegen wünschte (Desid.Ptz.Akk.Sg.m ji)
tato rathaḥ kāñcana-paṭṭa-naddho
hayāś ca haryaśva-turaṅga-varṇāḥ
dhvajaś ca siṃhena virājamāno
hutāśanād āsa havirbhir iṣṭāt
Darauf erschien aus dem mit Opfergaben verehrten Feuer ein mit goldenen Platten beschlagener Wagen, dazu Pferde von der Farbe der Rosse Indras, und eine Flagge, herrlich strahlend mit einem Löwenzeichen.
Wort für Wort
tataḥ
darauf, dann
rathaḥ
ein Wagen (Nom.Sg.m)
kāñcana-paṭṭa-naddhaḥ
mit goldenen Platten beschlagen (Nom.Sg.m, PPP)
hayāḥ
Pferde (Nom.Pl.m)
ca
und
hari-aśva-turaṅga-varṇāḥ
von der Farbe der Rosse Indras [Haryaśva] (Nom.Pl.m)
dhvajaḥ
eine Flagge (Nom.Sg.m)
ca
und
siṃhena
mit einem Löwen[zeichen] (Instr.Sg.m)
virājamānaḥ
herrlich erstrahlend (Ptz.Nom.Sg.m)
hutāśanāt
aus dem Opferfeuer (Abl.Sg.m)
āsa
erschien, entstand (Perf.3.Sg. as)
haviḥ-bhiḥ
durch Opfergaben (Instr.Pl.n)
iṣṭāt
aus dem verehrten [Feuer] (Abl.Sg.m, PPP yaj)
'haryaśva' = Beiname Indras ('mit falben Rossen'); die Pferde des neuen Wagens gleichen also denen Indras - ein Vorzeichen.
dhanuś ca divyaṃ puraṭopanaddhaṃ
tūṇāv ariktau kavacaṃ ca divyam
pitāmahas tasya dadau ca mālām
amlāna-puṣpāṃ jalajaṃ ca śukraḥ
Und einen göttlichen, mit Gold beschlagenen Bogen, zwei nie leer werdende Köcher und einen göttlichen Panzer [erhielt er]; der Großvater [Brahmā] gab ihm einen Kranz aus nie welkenden Blüten, und Śukra [gab ihm] ein Muschelhorn.
Wort für Wort
dhanuḥ
ein Bogen (Nom.Sg.n)
ca
und
divyam
göttlich (Nom.Sg.n)
puraṭa-upanaddham
mit Gold verkleidet (Nom.Sg.n, PPP)
tūṇau
zwei Köcher (Nom.Dual.m)
ariktau
unerschöpflich, nie leer werdend (Nom.Dual.m)
kavacam
ein Panzer (Nom.Sg.n)
ca
und
divyam
göttlich (Nom.Sg.n)
pitāmahaḥ
der Großvater [Brahmā] (Nom.Sg.m)
tasya
ihm (Dat./Gen.Sg.m)
dadau
gab (Perf.3.Sg. dā)
ca
und
mālām
einen Kranz (Akk.Sg.f)
amlāna-puṣpām
mit nie welkenden Blüten (Akk.Sg.f)
jala-jam
ein Muschelhorn, wörtl. 'im Wasser entstanden' (Akk.Sg.n)
So [ausgerüstet], nachdem er durch die Brahmanen die Mittel zum Kampf erlangt hatte und sie ihm eine Segenszeremonie bereitet hatten, umschritt er die Brahmanen [ehrfurchtsvoll] und erwies ihnen Verehrung; dann verabschiedete er sich von Prahlāda und erwies [ihm] Ehrerbietung.
Wort für Wort
evam
so
saḥ
er (Nom.Sg.m)
vipra-arjita-yodhana-arthaḥ
der durch die Brahmanen die Kampfmittel erlangt hatte (Nom.Sg.m, Bahuvrīhi)
taiḥ
durch sie (Instr.Pl.m)
kalpita-svasti-ayanaḥ
dem [von ihnen] eine Segenszeremonie bereitet worden war (Nom.Sg.m, Bahuvrīhi)
atha
dann, darauf
viprān
die Brahmanen (Akk.Pl.m)
pradakṣiṇī-kṛtya
nachdem er [sie] rechtsherum umschritten hatte (Abs.)
kṛta-praṇāmaḥ
der [ihnen] Verehrung erwiesen hatte (Nom.Sg.m)
prahrādam
Prahlāda (Akk.Sg.m)
āmantrya
nachdem er sich verabschiedet/um Erlaubnis gebeten hatte (Abs.)
Dann, nachdem er den göttlichen, von den Bhṛgus gegebenen Wagen bestiegen hatte, [saß] der große Krieger darauf, mit schöner Girlande geschmückt, gerüstet, mit Bogen, Schwert und Köcher bewaffnet.
Mit Armen, die von goldenen Armreifen glänzten, und mit funkelnden Makara-Ohrringen erstrahlte er, auf dem Wagen thronend, wie das Opferfeuer auf dem Altar.
Wort für Wort
hema-aṅgada-lasat-bāhuḥ
dessen Arme von goldenen Armreifen glänzten (Nom.Sg.m)
sphurat-makara-kuṇḍalaḥ
mit funkelnden Makara-Ohrringen (Nom.Sg.m)
rarāja
er erstrahlte (Perf.3.Sg. rāj)
ratha-ārūḍhaḥ
auf dem Wagen thronend (Nom.Sg.m)
dhiṣṇya-sthaḥ
auf dem Altar befindlich (Nom.Sg.m)
iva
wie
havya-vāṭ
das Opferfeuer, 'die Opfergabe tragend' (Nom.Sg.m)
[Begleitet] von den Anführern der Dämonenscharen mit den eigenen Truppen, die ihm an Macht, Kraft und Glanz gleich waren - [Kriegern,] die mit ihren Blicken gleichsam den Himmel zu trinken und die Himmelsränder zu verbrennen schienen.
Wort für Wort
tulya-aiśvarya-bala-śrībhiḥ
die gleich waren an Macht, Kraft und Glanz (Instr.Pl.m)
Umgeben [von seinem Gefolge], das gewaltige Dämonenheer mit sich führend, zog der Mächtige [Bali] zur wohlhabenden Stadt Indras, als ließe er dabei Himmel und Erde erzittern.
Wort für Wort
vṛtaḥ
umgeben (Nom.Sg.m, PPP vṛ)
vikarṣan
heranziehend, mit sich führend (Ptz.Präs.Nom.Sg.m)
[Die Stadt war] lieblich mit prächtigen Hainen und Gärten, angefangen mit dem [Garten] Nandana, mit zwitschernden Vogelpaaren und summenden, trunkenen Bienen [geschmückt].
[Umgeben] von Götterbäumen, deren Zweige schwer beladen waren mit jungen Trieben, Früchten und Blüten - [Teiche,] wimmelnd von Scharen von Schwänen, Kranichen, Cakravāka-Vögeln und Kāraṇḍava-Enten -, Lotosteiche, in denen die von Göttern aufgesuchten [himmlischen] Frauen spielten.
Wort für Wort
pravāla-phala-puṣpa-uru-bhāra-śākhā
mit Zweigen, schwer beladen mit Trieben, Früchten, Blüten (Bahuvrīhi-Glied)
amara-drumaiḥ
mit den Götterbäumen (Instr.Pl.m)
haṃsa-sārasa-cakra-āhva-kāraṇḍava-kula-ākulāḥ
wimmelnd von Scharen von Schwänen, Kranichen, Cakravākas, Kāraṇḍava-Enten (Nom.Pl.f)
ākāśa-gaṅgayā devyā
vṛtāṃ parikha-bhūtayā
prākāreṇāgni-varṇena
sāṭṭālenonnatena ca
[Die Stadt war] umgeben von der göttlichen Himmels-Gaṅgā, die zu ihrem [Stadt-]Graben geworden war, und von einer feuerfarbenen, hoch aufragenden Mauer mit Wachtürmen.
Wort für Wort
ākāśa-gaṅgayā
durch die Himmels-Gaṅgā (Instr.Sg.f)
devyā
die göttliche [Flussgöttin] (Instr.Sg.f)
vṛtām
umgeben (Akk.Sg.f, PPP vṛ)
parikha-bhūtayā
die zu einem Stadtgraben geworden war (Instr.Sg.f)
rukma-paṭṭa-kapāṭaiś ca
dvāraiḥ sphaṭika-gopuraiḥ
juṣṭāṃ vibhakta-prapathāṃ
viśvakarma-vinirmitām
[Die Stadt war] versehen mit Toren mit Flügeln aus goldenen Platten und mit Kristall-Torbögen, mit wohlgeordneten Hauptstraßen, von Viśvakarman erbaut.
[Die Stadt war] reich an Versammlungshallen, Plätzen und Straßen, versehen mit Abermillionen von Luftpalästen und mit aus Edelsteinen gefertigten Straßenkreuzungen sowie Plattformen aus Diamant und Koralle.
Wort für Wort
sabhā-catvara-rathyā-āḍhyām
reich an Versammlungshallen, Plätzen, Straßen (Akk.Sg.f)
vimānaiḥ
mit Luftpalästen (Instr.Pl.n)
nyarbudaiḥ
zu Abermillionen (Instr.Pl.n)
yutām
versehen (Akk.Sg.f, PPP yu)
śṛṅgāṭakaiḥ
mit [sternförmigen] Straßenkreuzungen (Instr.Pl.n)
maṇi-mayaiḥ
aus Edelsteinen gemacht (Instr.Pl.n)
vajra-vidruma-vedibhiḥ
mit Plattformen aus Diamant und Koralle (Instr.Pl.f)
Auf Straßen, die vom weißlichen, nach Agaruholz duftenden Rauch verhüllt sind, der aus den Öffnungen der goldenen Gitterfenster hervorquillt, ziehen die Lieblingsfrauen der Götter.
Wort für Wort
hema-jāla-akṣa-nirgacchat-dhūmena
mit dem aus den Öffnungen der goldenen Gitterwerke quellenden Rauch (Instr.Sg.m)
[Die Stadt war] überzogen mit Perlenbaldachinen, mit Bannerstangen aus Edelstein und Gold und vielfarbigen Fahnen auf den Dachfirsten, ertönend vom Ruf der Pfauen, Tauben und Bienen, beglückt vom lieblichen Gesang der Frauen in den Luftwagen.
Wort für Wort
mukta-vitānaiḥ
mit Perlenbaldachinen (Instr.Pl.m)
maṇi-hema-ketubhiḥ
mit Bannerstangen aus Edelstein und Gold (Instr.Pl.m)
nānā-patākā-valabhībhiḥ
mit vielfarbigen Fahnen auf den Dachfirsten (Instr.Pl.f)
āvṛtām
bedeckt, überzogen (Akk.Sg.f, PPP vṛ)
śikhaṇḍi-pārāvata-bhṛṅga-nāditām
ertönend von Pfauen, Tauben, Bienen (Akk.Sg.f)
vaimānika-strī-kala-gīta-maṅgalām
beglückt vom lieblichen Gesang der Frauen in den Luftwagen (Akk.Sg.f)
[Die Stadt war] herzerfreuend mit den Klängen von Trommeln, Muschelhörnern, Ānaka- und Dundubhi-Pauken, mit Zimbeln, Vīṇās, Muraja-Trommeln und lieblichen Flöten, mit Tänzen samt Musik und Gesängen der Halbgötter - eine Stadt, die durch ihren eigenen Glanz [selbst den der Sonne] übertraf.
Wort für Wort
mṛdaṅga-śaṅkha-ānaka-dundubhi-svanaiḥ
mit den Klängen von Trommeln, Muschelhörnern, Ānaka- und Dundubhi-Pauken (Instr.Pl.m)
sa-tāla-vīṇā-muraja-iṣṭa-veṇubhiḥ
mit Zimbeln, Vīṇās, Muraja-Trommeln und lieblichen Flöten (Instr.Pl.m)
nṛtyaiḥ
mit Tänzen (Instr.Pl.n)
sa-vādyaiḥ
mit [begleitender] Musik (Instr.Pl.n)
upadeva-gītakaiḥ
mit Gesängen der Halbgötter (Instr.Pl.n)
manoramām
die herzerfreuende [Stadt] (Akk.Sg.f)
sva-prabhayā
durch ihren eigenen Glanz (Instr.Sg.f)
jita-prabhām
die [selbst den Glanz der Sonne] übertraf (Akk.Sg.f)
Zu welcher [Stadt] die höchst Unrechtschaffenen, die Niederträchtigen, die den Wesen Feindlichen, die Betrüger, die Eingebildeten, die Begierdevollen und die Habgierigen nicht gelangen - nur wer frei von diesen [Lastern] ist, gelangt dorthin.
Jene Götterstadt umzingelte er, der Herr des Heeres, von außen ringsum mit seiner Streitmacht; das vom Lehrer [Śukra] gegebene, laut tönende Muschelhorn blies er, wobei er bei Indras Frauen Furcht hervorrief.
maghavāṃs tam abhipretya
baleḥ paramam udyamam
sarva-deva-gaṇopeto
gurum etad uvāca ha
Als Indra dieses gewaltige Unternehmen Balis bemerkt hatte, sprach er, begleitet von der gesamten Schar der Götter, dies zu [seinem] Lehrer [Bṛhaspati].
Wort für Wort
maghavān
Indra ('der Freigebige') (Nom.Sg.m)
tam
dieses (Akk.Sg.m)
abhipretya
nachdem er bemerkt/verstanden hatte (Abs.)
baleḥ
Balis (Gen.Sg.m)
paramam
das höchste, gewaltige (Akk.Sg.m)
udyamam
das Unternehmen (Akk.Sg.m)
sarva-deva-gaṇa-upetaḥ
begleitet von der gesamten Schar der Götter (Nom.Sg.m)
Niemand, von woher auch immer, ist [derzeit] imstande, ihm entgegenzutreten - als tränke er diese [Welt] mit [seinem] Mund, als leckte er die zehn Himmelsrichtungen, als verbrennte er die Richtungen mit seinen Blicken, wie das aufgestiegene [Welt-]Vernichtungsfeuer.
Der ehrwürdige Lehrer sprach: Ich kenne, o Maghavan, die Ursache des Aufstiegs dieses Feindes: [Es ist] die Energie, die von den Bhṛgus, den Kundigen des heiligen Wortes, ihrem Schüler übertragen wurde.
Wort für Wort
śrī-guruḥ uvāca
der ehrwürdige Lehrer [Bṛhaspati] sprach
jānāmi
ich weiß (1.Sg.Präs. jñā)
maghavan
o Maghavan [Indra] (Vok.Sg.m)
śatroḥ
des Feindes (Gen.Sg.m)
unnateḥ
des Aufstiegs, Erfolgs (Gen.Sg.f)
asya
dieses (Gen.Sg.m)
kāraṇam
die Ursache (Akk.Sg.n)
śiṣyāya
dem Schüler (Dat.Sg.m)
upabhṛtam
übertragen, verliehen (Nom.Sg.n, PPP)
tejaḥ
Energie, Macht (Nom.Sg.n)
bhṛgubhiḥ
durch die Bhṛgus (Instr.Pl.m)
brahma-vādibhiḥ
durch die des heiligen Wortes Kundigen (Instr.Pl.m)
vijeṣyati na ko 'py enaṃ
brahma-tejaḥ-samedhitam
nāsya śaktaḥ puraḥ sthātuṃ
kṛtāntasya yathā janāḥ
Niemand wird diesen [Bali] besiegen, der durch die Macht des heiligen Wortes erstarkt ist; niemand ist imstande, vor ihm standzuhalten - so wie [niemand] vor dem Vollstrecker des Todes standhalten kann.
Wort für Wort
vijeṣyati
wird besiegen (Fut.3.Sg. ji)
na kaḥ api
niemand
enam
diesen (Akk.Sg.m)
brahma-tejaḥ-samedhitam
der durch die Macht des heiligen Wortes erstarkt ist (Akk.Sg.m)
Verlasst deshalb eure Wohnstätte, verlasst alle den [dreifachen] Himmel, und geht [fort], die [rechte] Zeit erwartend, wann sich das Schicksal des Feindes wenden wird.
Dieser [Bali], gegenwärtig von gesteigerter Macht - eine Frucht der Kraft der Brahmanen -, wird durch eine Missachtung eben jener [Brahmanen] samt seinem Gefolge zugrunde gehen.
Wort für Wort
eṣaḥ
dieser (Nom.Sg.m)
vipra-bala-udarkaḥ
die Folge/Frucht der Kraft der Brahmanen (Nom.Sg.m)
evaṃ sumantritārthās te
guruṇārthānudarśinā
hitvā triviṣṭapaṃ jagmur
gīrvāṇāḥ kāma-rūpiṇaḥ
So, von ihrem Lehrer, der die [wahre] Sachlage durchschaute, gut beraten, verließen die Götter, die nach Belieben ihre Gestalt annehmen können, den Himmel und zogen fort.
Wort für Wort
evam
so
su-mantrita-arthāḥ
denen [ihre] Angelegenheit gut beraten worden war (Nom.Pl.m)
te
sie (Nom.Pl.m)
guruṇā
durch den Lehrer (Instr.Sg.m)
artha-anudarśinā
der die [wahre] Sachlage durchschaute (Instr.Sg.m)
hitvā
verlassend (Abs.)
triviṣṭapam
den Himmel (Akk.Sg.n)
jagmuḥ
zogen fort (Perf.3.Pl. gam)
gīrvāṇāḥ
die Götter (Nom.Pl.m)
kāma-rūpiṇaḥ
die nach Belieben [ihre] Gestalt annehmen können (Nom.Pl.m)
Als sich nun die Götter verborgen hatten, nahm Bali, der Sohn Virocanas, die Götterstadt in Besitz und brachte die drei Welten unter seine Botmäßigkeit.
tatas tad-anubhāvena
bhuvana-traya-viśrutām
kīrtiṃ dikṣu vitanvānaḥ
sa reja uḍurāḍ iva
Dadurch, durch die Macht jener [Opfer], seinen in den drei Welten berühmten Ruhm nach allen Himmelsrichtungen ausbreitend, erstrahlte er wie der Mond [unter den Sternen].
bubhuje ca śriyaṃ svṛddhāṃ
dvija-devopalambhitām
kṛta-kṛtyam ivātmānaṃ
manyamāno mahā-manāḥ
Und er genoss den überaus großen Reichtum, der ihm von den Brahmanen und Göttern verliehen worden war, wobei der Hochgesinnte sich selbst für einen hielt, der sein Ziel erreicht habe.
Wort für Wort
bubhuje
genoss (Perf.3.Sg. bhuj)
ca
und
śriyam
den Reichtum, Glanz (Akk.Sg.f)
su-ṛddhām
den überaus großen, wohlgedeihenden (Akk.Sg.f)
dvija-deva-upalambhitām
von Brahmanen und Göttern erlangten/verliehenen (Akk.Sg.f)