Kapitel 54: bhakti-yoga-mahimā
Die Herrlichkeit des Hingabe-Yoga
Skandha 3, Adhyāya 25. Quelle: vedabase.io. title_sa als eigene knappe IAST-Kurzbezeichnung des Inhalts gebildet, da vedabase.io keinen Sanskrit-IAST-Kapiteltitel angibt (englischer Titel: "The Glories of Devotional Service"). Verse 39-40 auf der Quellseite als zusammengehoerige Einheit gefuehrt; Verse 32-33 bilden grammatisch einen einzigen Satz (s. Anm. bei V.32/33), werden hier aber gemaess Quellnummerierung als getrennte Einheiten gefuehrt. Beginn von Kapilas eigentlicher Sankhya-Bhakti-Lehrunterweisung an Devahuti.
Śaunaka sagte: Kapila, der Aufzähler der Wahrheiten, der Erhabene, der Ungeborene, wurde durch seine eigene Māyā selbst leibhaftig geboren, zur Belehrung der Menschen über das Selbst.
na hy asya varṣmaṇaḥ puṁsāṁ varimṇaḥ sarva-yoginām viśrutau śruta-devasya bhūri tṛpyanti me 'savaḥ
Denn beim Hören von der Herrlichkeit dieses Größten aller Yogis, dessen, der von den Veden gepriesen wird, werden meine Lebenskräfte nicht übermäßig gesättigt.
yad yad vidhatte bhagavān
svacchandātmātma-māyayā
tāni me śraddadhānasya
kīrtanyāny anukīrtaya
Was auch immer der Erhabene, dessen Selbst frei waltet, durch seine eigene Māyā vollbringt - das, was preiswürdig ist, verkünde mir, dem Gläubigen, weiter.
Wort für Wort
yat yat vidhatte bhagavān
was auch immer der Erhabene vollbringt
svacchanda-ātmā ātma-māyayā
dessen Selbst frei waltet, durch seine eigene Māyā
Devahūti sagte: O Weiser, ich bin überaus entsagungsvoll geworden angesichts des Dursts der unwirklichen Sinne, durch dessen Nachgeben man, o Herr, in die blinde Finsternis gerät.
tasya tvaṁ tamaso 'ndhasya duṣpārasyādya pāragam sac-cakṣur janmanām ante labdhaṁ me tvad-anugrahāt
Von dieser blinden, schwer zu durchquerenden Finsternis bist du der, der ans andere Ufer führt; das wahre Auge habe ich heute, am Ende meiner Geburten, durch deine Gnade erlangt.
Wort für Wort
tasya tvam tamasaḥ andhasya
von dieser blinden Finsternis
duṣpārasya adya pāragam
der heute ans andere Ufer der schwer zu durchquerenden führt
ya ādyo bhagavān puṁsām
īśvaro vai bhavān kila
lokasya tamasāndhasya
cakṣuḥ sūrya ivoditaḥ
Du, o Erhabener, der Urzeitliche, bist gewiss der Gebieter der Menschen; für die von Finsternis erblindete Welt bist du wie eine aufgegangene Sonne zum Auge geworden.
Zu dir, dem Zufluchtswürdigen, der Axt am Daseinsbaum deiner eigenen Diener, bin ich, Zuflucht suchend, gegangen; aus Wissbegier über Prakṛti und Puruṣa verneige ich mich vor dir, dem Vorzüglichsten der Kenner der wahren Pflicht.
Wort für Wort
tam tvā gatā aham śaraṇam śaraṇyam
zu dir, dem Zufluchtswürdigen, bin ich Zuflucht suchend gegangen
sva-bhṛtya-saṁsāra-taroḥ kuṭhāram
die Axt am Daseinsbaum deiner eigenen Diener
jijñāsayā aham prakṛteḥ pūruṣasya
aus Wissbegier über Prakṛti und Puruṣa
namāmi sat-dharma-vidām variṣṭham
verneige ich mich vor dem Vorzüglichsten der Kenner der wahren Pflicht
Maitreya sagte: So den tadellosen, alle Befreiung der Menschen mehrenden Wunsch seiner eigenen Mutter vernehmend, ihn in Gedanken begrüßend, sprach er, der Zufluchtsort der Selbstbeherrschten und Tugendhaften, sein Antlitz von leichtem Lächeln geschmückt.
Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sagte
iti sva-mātuḥ niravadyam īpsitam
so den tadellosen Wunsch der eigenen Mutter
niśamya puṁsām apavarga-vardhanam
vernehmend, [den] alle Befreiung der Menschen mehrenden
dhiyā abhinandya ātmavatām satām gatiḥ
in Gedanken begrüßend, er, die Zuflucht der Selbstbeherrschten und Tugendhaften
babhāṣa īṣat-smita-śobhita-ānanaḥ
sprach, [sein] Antlitz von leichtem Lächeln geschmückt
śrī-bhagavān uvāca
yoga ādhyātmikaḥ puṁsāṁ
mato niḥśreyasāya me
atyantoparatir yatra
duḥkhasya ca sukhasya ca
Der ehrwürdige Erhabene sagte: Der auf das Selbst bezogene Yoga gilt mir als Weg zum höchsten Heil der Menschen, worin ein völliges Aufhören sowohl von Leid als auch von Freude erreicht wird.
tam imaṁ te pravakṣyāmi yam avocaṁ purānaghe ṛṣīṇāṁ śrotu-kāmānāṁ yogaṁ sarvāṅga-naipuṇam
Diesen Yoga, den ich einst, o Sündlose, den zuzuhören begierigen Weisen verkündet habe, den in allen Gliedern vollkommenen Yoga, werde ich dir nun verkünden.
Der Geist gilt fürwahr als Ursache der Bindung wie auch der Befreiung des Selbst: an die Guṇas gebunden führt er zur Bindung, oder wenn er am höchsten Menschen [Puruṣa] haftet, zur Befreiung.
Wort für Wort
cetaḥ khalu asya bandhāya
der Geist [gilt] fürwahr diesem zur Bindung
muktaye ca ātmanaḥ matam
und zur Befreiung des Selbst, so gilt es
guṇeṣu saktam bandhāya
an die Guṇas gebunden, zur Bindung
ratam vā puṁsi muktaye
oder am [höchsten] Menschen haftend, zur Befreiung
Wenn der Geist frei ist von den aus dem Ich- und Mein-Dünkel entstandenen Makeln wie Begierde und Gier, dann wird er rein, ohne Leid, ohne Freude, gleichmütig.
jñāna-vairāgya-yuktena bhakti-yuktena cātmanā paripaśyaty udāsīnaṁ prakṛtiṁ ca hataujasam
Mit einem durch Wissen und Entsagung ausgestatteten und mit Hingabe ausgestatteten Selbst erblickt er das Selbst als unbeteiligten Zeugen und die Prakṛti als ihrer Kraft beraubt.
prasaṅgam ajaraṁ pāśam ātmanaḥ kavayo viduḥ | sa eva sādhuṣu kṛto mokṣa-dvāram apāvṛtam
Die Weisen kennen die weltliche Verbindung als die unvergängliche Fessel des Selbst; eben diese, mit den Tugendhaften hergestellt, ist die geöffnete Tür zur Befreiung.
Wort für Wort
prasaṅgam ajaram pāśam
die [weltliche] Verbindung als unvergängliche Fessel
Duldsam, mitleidig, Freunde aller verkörperten Wesen, ohne je einen Feind hervorzubringen, friedvoll, tugendhaft - dies sind die Zierden der Tugendhaften.
mayy ananyena bhāvena
bhaktiṁ kurvanti ye dṛḍhām
mat-kṛte tyakta-karmāṇas
tyakta-svajana-bāndhavāḥ
Die mir mit ausschließlicher Gesinnung feste Hingabe erweisen, die um meinetwillen alle Handlungen aufgegeben haben, die Verwandte und Freunde aufgegeben haben.
Wort für Wort
mayi ananyena bhāvena
mir mit ausschließlicher Gesinnung
bhaktim kurvanti ye dṛḍhām
die feste Hingabe erweisen
mat-kṛte tyakta-karmāṇaḥ
die um meinetwillen [alle] Handlungen aufgegeben haben
Die bei mir Zuflucht suchen, die reinen Erzählungen von mir hören und erzählen - die vielfältigen Qualen quälen diese, deren Sinn zu mir gegangen ist, nicht.
Wort für Wort
mat-āśrayāḥ kathāḥ mṛṣṭāḥ
die bei mir Zuflucht suchen, die reinen Erzählungen
ta ete sādhavaḥ sādhvi sarva-saṅga-vivarjitāḥ saṅgas teṣv atha te prārthyaḥ saṅga-doṣa-harā hi te
Diese eben sind die Tugendhaften, o Tugendhafte, frei von jeder Bindung; die Verbindung mit ihnen ist daher erstrebenswert für dich, denn sie beseitigen den Makel schlechter Verbindung.
Wort für Wort
te ete sādhavaḥ sādhvi
diese eben sind die Tugendhaften, o Tugendhafte
sarva-saṅga-vivarjitāḥ
frei von jeder Bindung
saṅgaḥ teṣu atha te prārthyaḥ
die Verbindung mit ihnen ist daher für dich erstrebenswert
saṅga-doṣa-harāḥ hi te
denn sie beseitigen den Makel [schlechter] Verbindung
Durch die Verbindung mit den Tugendhaften entstehen Erzählungen von meiner Herrlichkeit, die wie ein Lebenselixier für Herz und Ohr sind; durch das Genießen dieser Erzählungen werden rasch auf dem Pfad der Befreiung Vertrauen, Zuneigung und Hingabe nacheinander folgen.
Wort für Wort
satām prasaṅgāt mama vīrya-saṁvidaḥ
durch die Verbindung mit den Tugendhaften, Erzählungen von meiner Herrlichkeit
bhavanti hṛt-karṇa-rasāyanāḥ kathāḥ
entstehen, [die wie] ein Lebenselixier für Herz und Ohr
tat-joṣaṇāt āśu apavarga-vartmani
durch deren Genießen rasch auf dem Pfad der Befreiung
śraddhā ratiḥ bhaktiḥ anukramiṣyati
werden Vertrauen, Zuneigung und Hingabe nacheinander folgen
Durch Hingabe von der Anhaftung an gesehene und gehörte Sinnesobjekte entsagungsvoll geworden, durch das Nachsinnen über meine Schöpfung, wird der Mensch, im Yoga geübt, bemüht um die Beherrschung des Denkens, mit den geraden Yoga-Pfaden weiter streben.
Wort für Wort
bhaktyā pumān jāta-virāgaḥ
durch Hingabe entsagungsvoll geworden, der Mensch
aindriyāt dṛṣṭa-śrutāt
von gesehenen und gehörten Sinnesobjekten
mat-racanā-anucintayā
durch das Nachsinnen über meine Schöpfung
cittasya yattaḥ grahaṇe yoga-yuktaḥ
bemüht um die Beherrschung des Denkens, im Yoga geübt
Durch Nicht-Bedienung der Guṇas der Prakṛti, durch von Entsagung entfaltetes Wissen, durch Yoga und durch mir dargebrachte Hingabe erlangt der Mensch hier mich, das innere Selbst.
Wort für Wort
asevayā ayam prakṛteḥ guṇānām
durch Nicht-Bedienung der Guṇas der Prakṛti, dieser [Mensch]
devahūtir uvāca
kācit tvayy ucitā bhaktiḥ
kīdṛśī mama gocarā
yayā padaṁ te nirvāṇam
añjasānvāśnavā aham
Devahūti sagte: Welcher Art ist jene dir gebührende Hingabe, die für mich erreichbar wäre, durch die ich mühelos deinen Zustand der Erlöschung des Leids erlangen könnte?
yo yogo bhagavad-bāṇo nirvāṇātmaṁs tvayoditaḥ kīdṛśaḥ kati cāṅgāni yatas tattvāvabodhanam
Von welcher Art ist der Yoga, dessen Ziel der Erhabene ist, o du, dessen Wesen Erlöschung des Leids ist, den du gerade beschrieben hast, und wie viele Glieder hat er, aus denen das Erwachen zur Wahrheit erfolgt?
Wort für Wort
yaḥ yogaḥ bhagavat-bāṇaḥ
der Yoga, dessen Ziel der Erhabene ist
nirvāṇa-ātman tvayā uditaḥ
o [du,] dessen Wesen Erlöschung ist, von dir beschrieben
kīdṛśaḥ kati ca aṅgāni
von welcher Art, und wie viele Glieder
yataḥ tattva-avabodhanam
aus denen das Erwachen zur Wahrheit [erfolgt]
[?] "bhagavad-bāṇaḥ" (wörtlich: dessen Pfeil/Ziel der Erhabene ist) bleibt in der genauen Bildlichkeit unabhängig nicht restlos sicher zu klären.
Maitreya sagte: Nachdem Kapila so die Absicht der Mutter erkannt hatte, in deren Leib er mit entstandener Zuneigung geboren worden war, verkündete er die Überlieferung der Wahrheiten, die man Sāṅkhya nennt, zusammen mit dem Yoga der ausgebreiteten Hingabe.
Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sagte
viditvā artham kapilaḥ mātuḥ ittham
nachdem Kapila so die Absicht der Mutter erkannt hatte
jāta-snehaḥ yatra tanvā abhijātaḥ
in deren Leib er mit entstandener Zuneigung geboren worden war
tattva-āmnāyam yat pravadanti sāṅkhyam
die Überlieferung der Wahrheiten, die man Sāṅkhya nennt
provāca vai bhakti-vitāna-yogam
verkündete er, den Yoga der ausgebreiteten Hingabe
Der ehrwürdige Erhabene sagte: Aber jene naturgemäße Tätigkeit des allein auf Sattva gerichteten Geistes - fernab von den durch vedische Überlieferung [vorgeschriebenen] Handlungen für die durch ihre Eigenschaften gekennzeichneten Götter - nämlich die ursachenlose Hingabe an den Erhabenen, ist gewichtiger als jede Vollendung.
Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der ehrwürdige Erhabene sagte
devānām guṇa-liṅgānām
der durch [ihre] Eigenschaften gekennzeichneten Götter
ānuśravika-karmaṇām
[bezogen auf] die durch vedische Überlieferung [vorgeschriebenen] Handlungen
sattve eva eka-manasaḥ
des allein auf Sattva gerichteten [Geistes]
vṛttiḥ svābhāvikī tu yā
aber jene naturgemäße Tätigkeit
animittā bhāgavatī bhaktiḥ
die ursachenlose Hingabe an den Erhabenen
siddheḥ garīyasī
ist gewichtiger als [jede] Vollendung
[Anm.] Vers 32 (im Quelltext ungewöhnlich sechszeilig) und Vers 33 bilden einen einzigen zusammenhängenden Satz: das Relativpronomen "yā" in V.32 wird erst durch das Verb "jarayati" in V.33 aufgelöst.
naikātmatāṁ me spṛhayanti kecin mat-pāda-sevābhiratā mad-īhāḥ ye 'nyonyato bhāgavatāḥ prasajya sabhājayante mama pauruṣāṇi
Manche, die sich an den Dienst an meinen Füßen erfreuen, ihr Tun auf mich gerichtet, begehren nicht einmal die Einheit mit mir; diese Verehrer, sich einander zugetan, preisen stattdessen meine göttlichen Taten.
Wort für Wort
na eka-ātmatām me spṛhayanti kecit
manche begehren nicht [einmal] die Einheit mit mir
mat-pāda-sevā-abhiratāḥ mat-īhāḥ
die sich am Dienst an meinen Füßen erfreuen, ihr Tun auf mich gerichtet
paśyanti te me rucirāṇy amba santaḥ prasanna-vaktrāruṇa-locanāni rūpāṇi divyāni vara-pradāni sākaṁ vācaṁ spṛhaṇīyāṁ vadanti
Diese Tugendhaften, o Mutter, erblicken meine anmutigen, göttlichen, Segen gewährenden Gestalten mit heiterem Antlitz und rötlichen Augen, und zugleich sprechen sie begehrenswerte Worte.
Wort für Wort
paśyanti te me rucirāṇi amba santaḥ
diese Tugendhaften, o Mutter, erblicken meine anmutigen
tair darśanīyāvayavair udāra-vilāsa-hāsekṣita-vāma-sūktaiḥ hṛtātmano hṛta-prāṇāṁś ca bhaktir anicchato me gatim aṇvīṁ prayuṅkte
Durch diese Gestalten mit sehenswerten Gliedern, deren erhabenes Spiel, Lächeln, Blicke und schöne Worte sind, ihr Selbst und ihre Lebenskraft geraubt, führt die Hingabe sie, obwohl sie es nicht einmal wünschen, zur winzig-feinen Erlösung, die zu mir führt.
Wort für Wort
taiḥ darśanīya-avayavaiḥ
durch diese [Gestalten] mit sehenswerten Gliedern
udāra-vilāsa-hāsa-īkṣita-vāma-sūktaiḥ
deren erhabenes Spiel, Lächeln, Blicke und schöne Worte [sind]
hṛta-ātmanaḥ hṛta-prāṇān ca
[ihr] Selbst und [ihre] Lebenskraft geraubt
bhaktiḥ anicchataḥ me gatim aṇvīm prayuṅkte
führt die Hingabe die es nicht wünschen zu meiner winzig-feinen Erlösung
atho vibhūtiṁ mama māyāvinas tām
aiśvaryam aṣṭāṅgam anupravṛttam
śriyaṁ bhāgavatīṁ vāspṛhayanti bhadrāṁ
parasya me te 'śnuvate tu loke
Und diese begehren nicht einmal jene Herrlichkeit von mir, dem Herrn der Māyā, nämlich die achtgliedrige übernatürliche Macht, die ihnen von selbst folgt, noch die glückverheißende Pracht der Gottgeweihten - dennoch erlangen sie all dies in der Welt des Höchsten, das heißt von mir.
Wort für Wort
atho vibhūtim mama māyāvinaḥ tām
und jene Herrlichkeit von mir, dem Herrn der Māyā
aiśvaryam aṣṭa-aṅgam anupravṛttam
die achtgliedrige [übernatürliche] Macht, die [ihnen] von selbst folgt
śriyam bhāgavatīm vā spṛhayanti bhadrām
noch die glückverheißende Pracht der Gottgeweihten begehren sie
parasya me te aśnuvate tu loke
dennoch erlangen sie es in der Welt des Höchsten, von mir
na karhicin mat-parāḥ śānta-rūpe naṅkṣyanti no me 'nimiṣo leḍhi hetiḥ yeṣām ahaṁ priya ātmā sutaś ca sakhā guruḥ suhṛdo daivam iṣṭam
O du von friedvoller Gestalt, die mir Ergebenen werden niemals untergehen, noch leckt sie meine unaufhörlich wachende Waffe des Todes, für die ich der geliebte Herr, das Selbst, der Sohn, der Freund, der Lehrer, der Wohlgesinnte und die verehrte Gottheit bin.
Wort für Wort
na karhicit mat-parāḥ śānta-rūpe
niemals die mir Ergebenen, o du von friedvoller Gestalt
naṅkṣyanti no me animiṣaḥ leḍhi hetiḥ
werden untergehen, noch leckt sie meine unaufhörlich wachende Waffe
yeṣām aham priyaḥ ātmā sutaḥ ca
für die ich der geliebte [Herr], das Selbst, der Sohn
sakhā guruḥ suhṛdaḥ daivam iṣṭam
der Freund, der Lehrer, der Wohlgesinnte und die verehrte Gottheit [bin]
imaṁ lokaṁ tathaivāmum ātmānam ubhayāyinam / ātmānam anu ye ceha ye rāyaḥ paśavo gṛhāḥ // visṛjya sarvān anyāṁś ca mām evaṁ viśvato-mukham / bhajanty ananyayā bhaktyā tān mṛtyor atipāraye //
Diese Welt ebenso wie jene andere, das eigene künftige Selbst, das zwischen beiden Welten wandert, und was diesem Selbst hier folgt - Reichtum, Vieh, Häuser - all dies und alles andere aufgebend, diejenigen, die mich, den nach allen Seiten Gewandten, so mit ausschließlicher Hingabe verehren, führe ich über den Tod hinaus.
Wort für Wort
imam lokam tathā eva amum
diese Welt ebenso wie jene [andere]
ātmānam ubhaya-ayinam
das [eigene künftige] Selbst, das zwischen beiden wandert
etāvān eva loke 'smin
puṁsāṁ niḥśreyasodayaḥ
tīvreṇa bhakti-yogena
mano mayy arpitaṁ sthiram
Genau dies allein ist in dieser Welt das Aufkommen des höchsten Heils für die Menschen: dass der Geist durch intensiven Hingabe-Yoga fest auf mich gerichtet wird.