Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 59: sakāma-karma-phala-varṇanam Schilderung der Früchte des von Begierde getriebenen Handelns

kapila uvāca tasyaitasya jano nūnaṁ nāyaṁ vedoru-vikramam kālyamāno 'pi balino vāyor iva ghanāvaliḥ

Kapila sprach: Der Mensch kennt wahrlich nicht die gewaltige Macht dieser [Zeit], obgleich er von der mächtigen [Zeit] fortgetragen wird – wie eine Wolkenmasse vom Wind.

Wort für Wort
kapilaḥ uvāca
Kapila sprach
tasya etasya
dieser (der Zeit)
janaḥ nūnam na ayam veda
der Mensch kennt gewiss nicht dies
uru-vikramam
die gewaltige Macht
kālyamānaḥ api
obwohl fortgetragen
balinaḥ
des Mächtigen
vāyoḥ iva ghana-āvaliḥ
wie eine Wolkenreihe vom Wind

[Anm.: 'tasyaitasya' bezieht sich auf den zuvor eingeführten Zeitfaktor (kāla).]

yaṁ yam artham upādatte duḥkhena sukha-hetave taṁ taṁ dhunoti bhagavān pumāñ chocati yat-kṛte

Welchen Gegenstand auch immer man sich unter Mühen um des Glückes willen aneignet, den zerstört der Herr wieder – weswegen der Mensch klagt.

Wort für Wort
yam yam artham
welchen Gegenstand auch immer
upādatte duḥkhena
man sich mühsam aneignet
sukha-hetave
um des Glückes willen
tam tam dhunoti bhagavān
den zerstört der Herr
pumān śocati yat-kṛte
weshalb der Mensch klagt

yad adhruvasya dehasya sānubandhasya durmatiḥ dhruvāṇi manyate mohād gṛha-kṣetra-vasūni ca

Weil der Törichte, aus Verblendung, den vergänglichen Körper und das mit ihm Verbundene für dauerhaft hält – Haus, Feld und Besitztümer.

Wort für Wort
yat
weil
adhruvasya dehasya
des vergänglichen Körpers
sa-anubandhasya
des mit ihm Verbundenen
durmatiḥ
der Törichte
dhruvāṇi manyate mohāt
hält aus Verblendung für dauerhaft
gṛha-kṣetra-vasūni ca
Haus, Feld und Besitztümer

jantur vai bhava etasmin yāṁ yāṁ yonim anuvrajet tasyāṁ tasyāṁ sa labhate nirvṛtiṁ na virajyate

Welche Geburt das Lebewesen in diesem weltlichen Dasein auch erlangt, in ihr findet es Befriedigung und wendet sich nicht davon ab.

Wort für Wort
jantuḥ vai
das Lebewesen fürwahr
bhave etasmin
in diesem [weltlichen] Dasein
yām yām yonim anuvrajet
welche Geburt es auch erlangt
tasyām tasyām saḥ labhate nirvṛtim
in eben dieser findet es Befriedigung
na virajyate
wendet sich nicht ab

naraka-stho 'pi dehaṁ vai na pumāṁs tyaktum icchati nārakyāṁ nirvṛtau satyāṁ deva-māyā-vimohitaḥ

Selbst wer sich in der Hölle befindet, wünscht seinen Leib nicht aufzugeben, solange selbst im höllischen [Zustand] Genuss besteht – so sehr ist er von der Täuschungsmacht des Herrn verblendet.

Wort für Wort
naraka-sthaḥ api
selbst der in der Hölle Befindliche
deham vai na tyaktum icchati
wünscht wahrlich nicht, den Leib aufzugeben
pumān
der Mensch
nārakyām nirvṛtau satyām
solange höllischer Genuss besteht
deva-māyā-vimohitaḥ
verblendet durch die Täuschungsmacht des Herrn

ātma-jāyā-sutāgāra- paśu-draviṇa-bandhuṣu nirūḍha-mūla-hṛdaya ātmānaṁ bahu manyate

An eigenem Leib, Gattin, Kindern, Haus, Vieh, Reichtum und Verwandten mit tief verwurzeltem Herzen hängend, hält er sich selbst für überaus bedeutend.

Wort für Wort
ātma-jāyā-suta-agāra-paśu-draviṇa-bandhuṣu
an Leib, Gattin, Kindern, Haus, Vieh, Reichtum und Verwandten
nirūḍha-mūla-hṛdayaḥ
mit tief verwurzeltem Herzen
ātmānam bahu manyate
hält sich selbst für überaus bedeutend

sandahyamāna-sarvāṅga eṣām udvahanādhinā karoty avirataṁ mūḍho duritāni durāśayaḥ

An allen Gliedern von der Sorge um deren Unterhalt verbrannt, begeht der Tor, übel gesinnt, unaufhörlich Sünden.

Wort für Wort
sandahyamāna-sarva-aṅgaḥ
an allen Gliedern brennend
eṣām udvahana-ādhinā
durch die Sorge um deren Unterhalt
karoti aviratam mūḍhaḥ
tut unaufhörlich der Tor
duritāni durāśayaḥ
Sünden, übel gesinnt

ākṣiptātmendriyaḥ strīṇām asatīnāṁ ca māyayā raho racitayālāpaiḥ śiśūnāṁ kala-bhāṣiṇām

Sein Herz und seine Sinne werden geraubt durch die Täuschung unaufrichtiger Frauen sowie durch das im Verborgenen inszenierte Geplauder süß lallender Kinder.

Wort für Wort
ākṣipta-ātma-indriyaḥ
Herz und Sinne geraubt
strīṇām asatīnām ca māyayā
durch die Illusion unaufrichtiger Frauen
rahaḥ racitayā ālāpaiḥ
durch im Verborgenen inszeniertes Geplauder
śiśūnām kala-bhāṣiṇām
der süß lallenden Kinder

gṛheṣu kūṭa-dharmeṣu duḥkha-tantreṣv atandritaḥ kurvan duḥkha-pratīkāraṁ sukhavan manyate gṛhī

In der Häuslichkeit, die von trügerischer Pflicht geprägt und ein Gespinst des Leids ist, unermüdlich tätig, hält der Hausherr das bloße Abwehren des Leids für Glück.

Wort für Wort
gṛheṣu kūṭa-dharmeṣu
im Haushalt, der von trügerischer Pflicht [geprägt] ist
duḥkha-tantreṣu atandritaḥ
im Gespinst des Leids unermüdlich
kurvan duḥkha-pratīkāram
das Abwehren des Leids verrichtend
sukhavat manyate gṛhī
hält der Hausherr für [gleich] Glück

arthair āpāditair gurvyā hiṁsayetas-tataś ca tān puṣṇāti yeṣāṁ poṣeṇa śeṣa-bhug yāty adhaḥ svayam

Durch Reichtum, den er hier und dort mit schwerer Gewalt erlangt hat, nährt er jene [Angehörigen]; er selbst aber, der nur die Reste verzehrt, sinkt durch deren Unterhalt hinab.

Wort für Wort
arthaiḥ āpāditaiḥ gurvyā hiṁsayā
durch mit schwerer Gewalt erlangten Reichtum
itaḥ-tataḥ ca
hier und dort
tān puṣṇāti
nährt er jene
yeṣām poṣeṇa
durch deren Unterhalt
śeṣa-bhuk yāti adhaḥ svayam
er selbst, nur die Reste essend, sinkt hinab

vārtāyāṁ lupyamānāyām ārabdhāyāṁ punaḥ punaḥ lobhābhibhūto niḥsattvaḥ parārthe kurute spṛhām

Wenn sein immer wieder begonnenes Gewerbe zunichtewird, begehrt er, von Gier überwältigt und aller Kraft beraubt, nach dem Besitz anderer.

Wort für Wort
vārtāyām lupyamānāyām
wenn der Broterwerb zerstört wird
ārabdhāyām punaḥ punaḥ
dem immer wieder begonnenen
lobha-abhibhūtaḥ niḥsattvaḥ
von Gier überwältigt, kraftlos
para-arthe kurute spṛhām
begehrt er nach dem Besitz anderer

kuṭumba-bharaṇākalpo manda-bhāgyo vṛthodyamaḥ śriyā vihīnaḥ kṛpaṇo dhyāyañ chvasiti mūḍha-dhīḥ

Unfähig, seine Familie zu erhalten, vom Unglück verfolgt, seine Mühe vergeblich, des Wohlstands beraubt, elend – seufzt der in seinem Verstand verblendete Mann grübelnd.

Wort für Wort
kuṭumba-bharaṇa-akalpaḥ
unfähig zum Unterhalt der Familie
manda-bhāgyaḥ vṛthā-udyamaḥ
vom Unglück verfolgt, vergeblich bemüht
śriyā vihīnaḥ kṛpaṇaḥ
des Wohlstands beraubt, elend
dhyāyan śvasiti mūḍha-dhīḥ
grübelnd seufzt der Verblendete

evaṁ sva-bharaṇākalpaṁ tat-kalatrādayas tathā nādriyante yathā pūrvaṁ kīnāśā iva go-jaram

So wird der zur eigenen Versorgung Unfähige von seiner Gattin und den übrigen [Angehörigen] nicht mehr geachtet wie zuvor – gleichwie Bauern einen alten Ochsen [verachten].

Wort für Wort
evam sva-bharaṇa-akalpam
so den zur eigenen Versorgung Unfähigen
tat-kalatra-ādayaḥ tathā
seine Gattin und die übrigen ebenso
na ādriyante yathā pūrvam
achten ihn nicht mehr wie zuvor
kīnāśāḥ iva go-jaram
wie Bauern einen alten Ochsen

tatrāpy ajāta-nirvedo bhriyamāṇaḥ svayam bhṛtaiḥ jarayopātta-vairūpyo maraṇābhimukho gṛhe

Selbst dort, nun von denen erhalten, die er einst selbst erhielt, entsteht in ihm keine Entsagung; durch das Alter entstellt, dem Tod entgegensehend, [verharrt er] zuhause.

Wort für Wort
tatra api ajāta-nirvedaḥ
selbst dort ohne entstandene Entsagung
bhriyamāṇaḥ svayam bhṛtaiḥ
erhalten von denen, die er selbst erhielt
jarayā upātta-vairūpyaḥ
durch das Alter entstellt
maraṇa-abhimukhaḥ gṛhe
dem Tod entgegensehend zuhause

āste 'vamatyopanyastaṁ gṛha-pāla ivāharan āmayāvy apradīptāgnir alpāhāro 'lpa-ceṣṭitaḥ

Er verweilt und verzehrt, was man ihm geringschätzig hinwirft, wie ein Haushund; krank, das Verdauungsfeuer erloschen, mit wenig Nahrung und wenig Regung.

Wort für Wort
āste
er verweilt
avamatyā upanyastam
was geringschätzig hingeworfen wurde
gṛha-pālaḥ iva āharan
wie ein Haushund verzehrend
āmayāvī apradīpta-agniḥ
krank, mit erloschenem Verdauungsfeuer
alpa-āhāraḥ alpa-ceṣṭitaḥ
mit wenig Nahrung, wenig Regung

vāyunotkramatottāraḥ kapha-saṁruddha-nāḍikaḥ kāsa-śvāsa-kṛtāyāsaḥ kaṇṭhe ghura-ghurāyate

Seine Augen treten durch den aufsteigenden Lebenswind hervor, seine Luftröhre ist von Schleim verstopft; von Husten und schwerem Atmen geplagt, gibt er in der Kehle ein röchelndes Geräusch von sich.

Wort für Wort
vāyunā utkramata-uttāraḥ
dessen Augen durch den aufsteigenden Wind hervortreten
kapha-saṁruddha-nāḍikaḥ
dessen Luftröhre von Schleim verstopft ist
kāsa-śvāsa-kṛta-āyāsaḥ
von Husten und Atemnot geplagt
kaṇṭhe ghura-ghurāyate
in der Kehle röchelt er

śayānaḥ pariśocadbhiḥ parivītaḥ sva-bandhubhiḥ vācyamāno 'pi na brūte kāla-pāśa-vaśaṁ gataḥ

Daliegend, umgeben von seinen klagenden Angehörigen, spricht er, obwohl man ihn anredet, nicht mehr – der Macht der Schlinge der Zeit verfallen.

Wort für Wort
śayānaḥ
daliegend
pariśocadbhiḥ sva-bandhubhiḥ parivītaḥ
umgeben von seinen klagenden Angehörigen
vācyamānaḥ api na brūte
obwohl angesprochen, spricht er nicht
kāla-pāśa-vaśam gataḥ
der Macht der Schlinge der Zeit verfallen

evaṁ kuṭumba-bharaṇe vyāpṛtātmājitendriyaḥ mriyate rudatāṁ svānām uru-vedanayāsta-dhīḥ

So, im Unterhalt der Familie verstrickten Geistes und mit unbezähmten Sinnen, stirbt er unter dem Weinen der Seinen, sein Bewusstsein durch gewaltigen Schmerz ausgelöscht.

Wort für Wort
evam kuṭumba-bharaṇe
so im Unterhalt der Familie
vyāpṛta-ātmā ajita-indriyaḥ
verstrickten Geistes, mit unbezähmten Sinnen
mriyate rudatām svānām
stirbt unter dem Weinen der Seinen
uru-vedanayā asta-dhīḥ
durch gewaltigen Schmerz des Bewusstseins beraubt

yama-dūtau tadā prāptau bhīmau sarabhasekṣaṇau sa dṛṣṭvā trasta-hṛdayaḥ śakṛn-mūtraṁ vimuñcati

Dann treffen die beiden Boten Yamas ein, furchterregend, mit zornerfülltem Blick; sobald er sie erblickt, entleert er, das Herz von Schrecken erfüllt, Kot und Urin.

Wort für Wort
yama-dūtau tadā prāptau
dann treffen die beiden Boten Yamas ein
bhīmau sa-rabhasa-īkṣaṇau
furchterregend, mit zornerfülltem Blick
saḥ dṛṣṭvā trasta-hṛdayaḥ
er, sie erblickend, das Herz erschreckt
śakṛt-mūtram vimuñcati
entleert Kot und Urin

yātanā-deha āvṛtya pāśair baddhvā gale balāt nayato dīrgham adhvānaṁ daṇḍyaṁ rāja-bhaṭā yathā

Sie hüllen ihn in einen Leib der Pein, binden ihn gewaltsam mit Stricken am Hals und führen ihn einen weiten Weg fort – wie Häscher des Königs einen Verurteilten führen.

Wort für Wort
yātanā-dehe āvṛtya
nachdem sie ihn in einen Leib der Pein gehüllt haben
pāśaiḥ baddhvā gale balāt
mit Stricken gewaltsam am Hals gebunden
nayataḥ dīrgham adhvānam
führen ihn einen weiten Weg
daṇḍyam rāja-bhaṭāḥ yathā
wie Königshäscher einen Verurteilten

tayor nirbhinna-hṛdayas tarjanair jāta-vepathuḥ pathi śvabhir bhakṣyamāṇa ārto 'ghaṁ svam anusmaran

Sein Herz von deren Drohungen zerrissen, von Zittern befallen, auf dem Weg von Hunden gebissen, gequält, seiner eigenen Sünden gedenkend.

Wort für Wort
tayoḥ tarjanaiḥ nirbhinna-hṛdayaḥ
durch deren Drohungen im Herzen zerrissen
jāta-vepathuḥ
von Zittern erfasst
pathi śvabhiḥ bhakṣyamāṇaḥ
auf dem Weg von Hunden gebissen
ārtaḥ agham svam anusmaran
gequält, seiner eigenen Sünde gedenkend

[Anm.: Wortglosse 'agham' auf vedabase fragmentarisch angezeigt ('aghamsins'); hier als 'agham – Sünde' gedeutet.]

kṣut-tṛṭ-parīto 'rka-davānalānilaiḥ santapyamānaḥ pathi tapta-vāluke kṛcchreṇa pṛṣṭhe kaśayā ca tāḍitaś calaty aśakto 'pi nirāśramodake

Von Hunger und Durst gequält, von Sonnenglut, Waldbrand und [heißen] Winden versengt, auf einem Weg aus glühendem Sand, unter Qual auf dem Rücken von der Peitsche geschlagen, schleppt er sich, obwohl kraftlos, weiter durch eine Gegend ohne Zuflucht und Wasser.

Wort für Wort
kṣut-tṛṭ-parītaḥ
von Hunger und Durst gequält
arka-dava-anala-anilaiḥ santapyamānaḥ
von Sonne, Waldbrand und Wind versengt
pathi tapta-vāluke
auf einem Weg aus glühendem Sand
kṛcchreṇa pṛṣṭhe kaśayā ca tāḍitaḥ
unter Qual auf dem Rücken von der Peitsche geschlagen
calati aśaktaḥ api nirāśrama-udake
schleppt sich, obgleich kraftlos, durch eine Gegend ohne Obdach und Wasser

tatra tatra patañ chrānto mūrcchitaḥ punar utthitaḥ pathā pāpīyasā nītas tarasā yama-sādanam

Immer wieder fällt er erschöpft hin, sinkt bewusstlos nieder und wird wieder aufgerichtet; auf diesem überaus üblen Weg wird er eilends zur Wohnstatt Yamas geführt.

Wort für Wort
tatra tatra patan śrāntaḥ
immer wieder erschöpft fallend
mūrcchitaḥ punaḥ utthitaḥ
bewusstlos, wieder aufgerichtet
pathā pāpīyasā nītaḥ
auf dem überaus üblen Weg geführt
tarasā yama-sādanam
eilends zur Wohnstatt Yamas

yojanānāṁ sahasrāṇi navatiṁ nava cādhvanaḥ tribhir muhūrtair dvābhyāṁ vā nītaḥ prāpnoti yātanāḥ

Neunundneunzigtausend Yojanas des Weges – in drei oder auch zwei Muhūrtas dorthin geführt, erleidet er seine Qualen.

Wort für Wort
yojanānām sahasrāṇi navatim nava
neunundneunzigtausend Yojanas
ca adhvanaḥ
des Weges
tribhiḥ muhūrtaiḥ dvābhyām vā nītaḥ
in drei oder zwei Muhūrtas geführt
prāpnoti yātanāḥ
erleidet die Qualen

ādīpanaṁ sva-gātrāṇāṁ veṣṭayitvolmukādibhiḥ ātma-māṁsādanaṁ kvāpi sva-kṛttaṁ parato 'pi vā

Das Verbrennen der eigenen Glieder, mit brennenden Scheiten und dergleichen umwickelt, sowie mancherorts das Essen des eigenen Fleisches – sei es von ihm selbst getan oder auch von anderen.

Wort für Wort
ādīpanam sva-gātrāṇām
das Verbrennen der eigenen Glieder
veṣṭayitvā ulmuka-ādibhiḥ
umwickelt mit brennenden Scheiten und dergleichen
ātma-māṁsa-adanam kva api
mancherorts das Essen des eigenen Fleisches
sva-kṛttam parataḥ api vā
von ihm selbst getan oder auch von anderen

jīvataś cāntrābhyuddhāraḥ śva-gṛdhrair yama-sādane sarpa-vṛścika-daṁśādyair daśadbhiś cātma-vaiśasam

Und, noch lebend, das Herausreißen der Eingeweide durch Hunde und Geier in Yamas Wohnstatt, sowie die eigene Zerfleischung durch beißende Schlangen, Skorpione, Bremsen und dergleichen.

Wort für Wort
jīvataḥ ca antra-abhyuddhāraḥ
und das Herausreißen der Eingeweide, noch lebend
śva-gṛdhraiḥ yama-sādane
durch Hunde und Geier in Yamas Wohnstatt
sarpa-vṛścika-daṁśa-ādyaiḥ daśadbhiḥ
durch beißende Schlangen, Skorpione, Bremsen und dergleichen
ca ātma-vaiśasam
und die eigene Zerfleischung

kṛntanaṁ cāvayavaśo gajādibhyo bhidāpanam pātanaṁ giri-śṛṅgebhyo rodhanaṁ cāmbu-gartayoḥ

Und das gliedweise Zerschneiden, das Zerreißen durch Elefanten und dergleichen, das Herabstürzen von Berggipfeln sowie das Einsperren in Wasser oder in Höhlen.

Wort für Wort
kṛntanam ca avayavaśaḥ
und das gliedweise Zerschneiden
gaja-ādibhyaḥ bhidāpanam
das Zerreißen durch Elefanten und dergleichen
pātanam giri-śṛṅgebhyaḥ
das Herabstürzen von Berggipfeln
rodhanam ca ambu-gartayoḥ
und das Einsperren in Wasser oder Höhle

yās tāmisrāndha-tāmisrā rauravādyāś ca yātanāḥ bhuṅkte naro vā nārī vā mithaḥ saṅgena nirmitāḥ

Jene Qualen – Tāmisra, Andhatāmisra, Raurava und dergleichen – erleidet Mann oder Frau, Qualen, die durch ihren gegenseitigen [unrechten] Umgang verursacht wurden.

Wort für Wort
yāḥ tāmisra-andha-tāmisrāḥ
jene [Höllen namens] Tāmisra, Andhatāmisra
raurava-ādyāḥ ca yātanāḥ
Raurava und dergleichen Qualen
bhuṅkte naraḥ vā nārī vā
erleidet Mann oder Frau
mithaḥ saṅgena nirmitāḥ
durch gegenseitigen Umgang verursacht

atraiva narakaḥ svarga iti mātaḥ pracakṣate yā yātanā vai nārakyas tā ihāpy upalakṣitāḥ

Schon hier auf Erden, so sagt man, o Mutter, gibt es Hölle und Himmel; denn jene höllischen Qualen sind auch hier im irdischen Leben zu erkennen.

Wort für Wort
atra eva narakaḥ svargaḥ
schon hier Hölle und Himmel
iti mātaḥ pracakṣate
so sagt man, o Mutter
yāḥ yātanāḥ vai nārakyaḥ
jene höllischen Qualen fürwahr
tāḥ iha api upalakṣitāḥ
sind auch hier zu erkennen

evaṁ kuṭumbaṁ bibhrāṇa udaram bhara eva vā visṛjyehobhayaṁ pretya bhuṅkte tat-phalam īdṛśam

Wer so seine Familie erhielt oder auch nur seinen eigenen Bauch nährte – nachdem er hier beides [Familie und Leib] verlassen hat, erleidet er nach dem Tod eine solche Frucht davon.

Wort für Wort
evam kuṭumbam bibhrāṇaḥ
wer so die Familie erhielt
udaram bharaḥ eva vā
oder auch nur den [eigenen] Bauch nährte
visṛjya iha ubhayam
nachdem er hier beides verlassen hat
pretya bhuṅkte tat-phalam īdṛśam
erleidet nach dem Tod eine solche Frucht davon

ekaḥ prapadyate dhvāntaṁ hitvedaṁ sva-kalevaram kuśaletara-pātheyo bhūta-droheṇa yad bhṛtam

Allein geht er in die Finsternis ein, nachdem er diesen eigenen Leib verlassen hat – mit Unheil statt Wegzehrung versehen –, den Leib, der durch Verletzung anderer Lebewesen genährt wurde.

Wort für Wort
ekaḥ prapadyate dhvāntam
allein geht er in die Finsternis ein
hitvā idam sva-kalevaram
nachdem er diesen eigenen Leib verlassen hat
kuśala-itara-pātheyaḥ
mit Unheil statt [guter] Wegzehrung versehen
bhūta-droheṇa yat bhṛtam
der durch Verletzung anderer Wesen genährt wurde

daivenāsāditaṁ tasya śamalaṁ niraye pumān bhuṅkte kuṭumba-poṣasya hṛta-vitta ivāturaḥ

Die durch die Fügung [des Schicksals] erlangte Sündenlast für das Erhalten der Familie erleidet der Mensch in der Hölle, gleich einem Kranken, dem sein Vermögen geraubt wurde.

Wort für Wort
daivena āsāditam tasya śamalam
die durch Schicksalsfügung erlangte Sündenlast
niraye pumān bhuṅkte
erleidet der Mensch in der Hölle
kuṭumba-poṣasya
für den Unterhalt der Familie
hṛta-vittaḥ iva āturaḥ
wie ein Kranker, dem das Vermögen geraubt wurde

kevalena hy adharmeṇa kuṭumba-bharaṇotsukaḥ yāti jīvo 'ndha-tāmisraṁ caramaṁ tamasaḥ padam

Einzig durch Unrecht, eifrig auf den Unterhalt der Familie bedacht, geht das Lebewesen nach Andhatāmisra, dem äußersten Ort der Finsternis.

Wort für Wort
kevalena hi adharmeṇa
einzig durch Unrecht
kuṭumba-bharaṇa-utsukaḥ
eifrig auf den Familienunterhalt bedacht
yāti jīvaḥ andha-tāmisram
geht das Lebewesen nach Andhatāmisra
caramam tamasaḥ padam
dem äußersten Ort der Finsternis

adhastān nara-lokasya yāvatīr yātanādayaḥ kramaśaḥ samanukramya punar atrāvrajec chuciḥ

Nachdem er der Reihe nach alle die Qualen und dergleichen unterhalb der Welt der Menschen durchlaufen hat, kehrt er, nun geläutert, wieder hierher zurück.

Wort für Wort
adhastāt nara-lokasya
unterhalb der Welt der Menschen
yāvatīḥ yātanā-ādayaḥ
alle die Qualen und dergleichen
kramaśaḥ samanukramya
der Reihe nach durchlaufen habend
punaḥ atra āvrajet śuciḥ
kehrt geläutert wieder hierher zurück

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