Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 158: sura-gaṇānāṁ bhagavac-charaṇa-prārthanā Die Götter bitten den Herrn um Schutz

Editorisch konstruierter Titel (das Bhāgavata-Purāṇa selbst trägt keine Kapitelüberschrift im Sanskrit-Text); vgl. engl. Standardtitel 'The Demigods Appeal to the Lord for Protection'.

śrī-śuka uvāca rājann uditam etat te hareḥ karmāgha-nāśanam gajendra-mokṣaṇaṁ puṇyaṁ raivataṁ tv antaraṁ śṛṇu

Śrī Śuka sprach: O König, dies wurde dir bereits verkündet – die unheilvernichtende Tat Haris, die heilsame Befreiung Gajendras, des Elefantenkönigs. Höre nun von der Periode (Manvantara) des Raivata.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śukadeva sprach
rājan
o König
uditam
bereits erzählt
etat
dies
te
dir
hareḥ
Haris
karma
die Tat
agha-nāśanam
unheilvernichtend
gajendra-mokṣaṇam
die Befreiung Gajendras, des Elefantenkönigs
puṇyam
heilsam/verdienstvoll
raivatam
des Raivata
tu
aber/nun
antaram
Zeitalter (Manvantara)
śṛṇu
höre

Sanskrit u. wfw mit vedabase.io kreuzgeprüft.

pañcamo raivato nāma manus tāmasa-sodaraḥ bali-vindhyādayas tasya sutā hārjuna-pūrvakāḥ

Der fünfte Manu war der mit Namen Raivata, der Bruder Tāmasas. Seine Söhne waren Bali, Vindhya und andere, angeführt von Arjuna.

Wort für Wort
pañcamaḥ
der fünfte
raivataḥ
Raivata
nāma
genannt
manuḥ
Manu
tāmasa-sodaraḥ
der Bruder Tāmasas
bali
Bali
vindhya
Vindhya
ādayaḥ
und andere
tasya
sein
sutāḥ
Söhne
ha
gewiss
arjuna
Arjuna
pūrvakāḥ
angeführt von

Sanskrit u. wfw mit vedabase.io kreuzgeprüft.

vibhur indraḥ sura-gaṇā rājan bhūtarayādayaḥ hiraṇyaromā vedaśirā ūrdhvabāhv-ādayo dvijāḥ

Vibhu war Indra (der König des Himmels), o König; die Halbgötter waren angeführt von den Bhūtarayas, und die zweifachgeborenen Weisen waren Hiraṇyaromā, Vedaśirā, Ūrdhvabāhu und andere.

Wort für Wort
vibhuḥ
Vibhu
indraḥ
der König des Himmels
sura-gaṇāḥ
die Halbgötter
rājan
o König
bhūtaraya-ādayaḥ
angeführt von den Bhūtarayas
hiraṇyaromā
Hiraṇyaromā
vedaśirā
Vedaśirā
ūrdhvabāhu
Ūrdhvabāhu
ādayaḥ
und andere
dvijāḥ
die zweifachgeborenen Weisen/Brahmanen

Sanskrit u. wfw mit vedabase.io kreuzgeprüft.

patnī vikuṇṭhā śubhrasya vaikuṇṭhaiḥ sura-sattamaiḥ tayoḥ sva-kalayā jajñe vaikuṇṭho bhagavān svayam

Die Gattin Śubhras war Vikuṇṭhā, [begleitet] von den Vaikuṇṭhas, den besten der Götter. Von den beiden wurde durch Seine eigene Teilexpansion der Herr selbst als Vaikuṇṭha geboren.

Wort für Wort
patnī
die Gattin
vikuṇṭhā
Vikuṇṭhā (Name)
śubhrasya
des Śubhra
vaikuṇṭhaiḥ
von den Vaikuṇṭhas
sura-sattamaiḥ
den besten der Götter
tayoḥ
von den beiden
sva-kalayā
durch Seine eigene Teilexpansion
jajñe
wurde geboren
vaikuṇṭhaḥ
Vaikuṇṭha
bhagavān
der Herr
svayam
selbst

Nur GRETIL (vedabase 429/blockiert). Eigenständig übersetzt.

vaikuṇṭhaḥ kalpito yena loko loka-namaskṛtaḥ ramayā prārthyamānena devyā tat-priya-kāmyayā

Von Ihm, der von der Göttin Ramā aus dem Wunsch, Ihm zu gefallen, gebeten wurde, wurde die Welt Vaikuṇṭha erschaffen, die von allen Welten verehrt wird.

Wort für Wort
vaikuṇṭhaḥ
Vaikuṇṭha (die Welt)
kalpitaḥ
wurde erschaffen
yena
durch den
lokaḥ
die Welt
loka-namaskṛtaḥ
von allen Welten verehrt
ramayā
von Ramā (Lakṣmī)
prārthyamānena
der gebeten wurde
devyā
von der Göttin
tat-priya-kāmyayā
aus dem Wunsch, Ihm zu gefallen

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

tasyānubhāvaḥ kathito guṇāś ca paramodayāḥ bhaumān reṇūn sa vimame yo viṣṇor varṇayed guṇān

Seine Herrlichkeit wurde erzählt, und Seine Eigenschaften von höchster Erhabenheit. Eher könnte einer die Staubkörner der Erde zählen, als dass er die Eigenschaften Viṣṇus vollständig beschreiben könnte.

Wort für Wort
tasya
Seine
anubhāvaḥ
Herrlichkeit/Erhabenheit
kathitaḥ
wurde erzählt
guṇāḥ
Eigenschaften
ca
und
parama-udayāḥ
von höchster Erhabenheit
bhaumān
irdische
reṇūn
Staubkörner
saḥ
er
vimame
könnte zählen
yaḥ
wer
viṣṇoḥ
Viṣṇus
varṇayet
beschreiben wollte
guṇān
Eigenschaften

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

ṣaṣṭhaś ca cakṣuṣaḥ putraś cākṣuṣo nāma vai manuḥ pūru-pūruṣa-sudyumna-pramukhāś cākṣuṣātmajāḥ

Der sechste Manu war der Sohn Cakṣus, mit Namen Cākṣuṣa. Die Söhne Cākṣuṣas waren angeführt von Pūru, Pūruṣa und Sudyumna.

Wort für Wort
ṣaṣṭhaḥ
der sechste
ca
und
cakṣuṣaḥ
Cakṣus
putraḥ
der Sohn
cākṣuṣaḥ
Cākṣuṣa
nāma
genannt
vai
wahrlich
manuḥ
Manu
pūru
Pūru
pūruṣa
Pūruṣa
sudyumna
Sudyumna
pramukhāḥ
angeführt von
cākṣuṣa-ātma-jāḥ
die Söhne Cākṣuṣas

Sanskrit u. wfw mit vedabase.io kreuzgeprüft.

indro mantradrumas tatra devā āpyādayo gaṇāḥ munayas tatra vai rājan haviṣmad-vīrakādayaḥ

Indra war dort Mantradruma; die Götterschar bestand aus den Āpyas und anderen. Die Weisen dort, o König, waren Haviṣmān, Vīraka und andere.

Wort für Wort
indraḥ
der Herr des Himmels
mantradrumaḥ
Mantradruma (genannt)
tatra
dort
devāḥ
die Götter
āpya-ādayaḥ
die Āpyas und andere
gaṇāḥ
die Schar
munayaḥ
die Weisen
tatra
dort
vai
wahrlich
rājan
o König
haviṣmat
Haviṣmān
vīraka-ādayaḥ
Vīraka und andere

Sanskrit u. wfw mit vedabase.io kreuzgeprüft.

tatrāpi devasambhūtyāṁ vairājasyābhavat sutaḥ ajito nāma bhagavān aṁśena jagataḥ patiḥ

Auch dort wurde von Devasambhūti, [der Gattin] des Vairāja, ein Sohn geboren, mit Namen Ajita, der Herr des Universums, eine Teilexpansion des Höchsten Herrn.

Wort für Wort
tatra api
auch dort
devasambhūtyām
von Devasambhūti
vairājasya
des Vairāja
abhavat
wurde
sutaḥ
ein Sohn
ajitaḥ nāma
namens Ajita
bhagavān
der Herr
aṁśena
durch eine Teilexpansion
jagataḥ patiḥ
der Herr des Universums

Sanskrit u. wfw mit vedabase.io kreuzgeprüft.

payodhiṁ yena nirmathya surāṇāṁ sādhitā sudhā bhramamāṇo 'mbhasi dhṛtaḥ kūrma-rūpeṇa mandaraḥ

Durch den, nachdem er den Milchozean gequirlt hatte, wurde der Nektar der Götter hervorgebracht; der im Wasser umherschwankende Berg Mandara wurde von Ihm in Gestalt einer Schildkröte getragen.

Wort für Wort
payodhim
den Milchozean
yena
durch den
nirmathya
nachdem er gequirlt hatte
surāṇām
der Götter
sādhitā
wurde hervorgebracht
sudhā
der Nektar
bhramamāṇaḥ
sich hin und her bewegend
ambhasi
im Wasser
dhṛtaḥ
wurde getragen
kūrma-rūpeṇa
in Gestalt einer Schildkröte
mandaraḥ
der Berg Mandara

Sanskrit u. wfw mit vedabase.io kreuzgeprüft.

śrī-rājā uvāca yathā bhagavatā brahman mathitaḥ kṣīra-sāgaraḥ yad-arthaṁ vā yataś cādriṁ dadhārāmbucarātmanā

Der König sprach: O Brahmane, wie wurde vom Herrn der Milchozean gequirlt, wozu und weshalb, und wie trug Er den Berg in einer im Wasser beweglichen Gestalt?

Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der König sprach
yathā
wie
bhagavatā
vom Herrn
brahman
o Brahmane
mathitaḥ
wurde gequirlt
kṣīra-sāgaraḥ
der Milchozean
yat-artham
wozu
vā
oder
yataḥ
weshalb
ca
und
adrim
den Berg
dadhāra
hielt/trug
ambucara-ātmanā
mit einer im Wasser beweglichen Gestalt

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

yathāmṛtaṁ suraiḥ prāptaṁ kiṁ cānyad abhavat tataḥ etad bhagavataḥ karma vadasva paramādbhutam

Wie der Nektar von den Göttern erlangt wurde und was sonst noch daraufhin geschah – erzähle mir diese höchst wunderbare Tat des Herrn.

Wort für Wort
yathā
wie
amṛtam
der Nektar
suraiḥ
von den Göttern
prāptam
erlangt wurde
kim
was
ca
und
anyat
anderes
abhavat
geschah
tataḥ
daraufhin
etat
dies
bhagavataḥ
des Herrn
karma
die Tat
vadasva
erzähle
parama-adbhutam
höchst wunderbar

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

tvayā saṅkathyamānena mahimnā sātvatāṁ pateḥ nātitṛpyati me cittaṁ suciraṁ tāpa-tāpitam

Während du die Herrlichkeit des Herrn der Sātvatas erzählst, wird mein seit langem von Leid gequältes Herz nicht vollends gesättigt.

Wort für Wort
tvayā
von dir
saṅkathyamānena
während erzählt wird
mahimnā
durch die Herrlichkeit
sātvatām pateḥ
des Herrn der Sātvatas
na atitṛpyati
wird nicht völlig gesättigt
me
mein
cittam
Herz/Geist
su-ciram
schon lange
tāpa-tāpitam
von Leid gequält

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

śrī-sūta uvāca sampṛṣṭo bhagavān evaṁ dvaipāyana-suto dvijāḥ abhinandya harer vīryam abhyācaṣṭuṁ pracakrame

Śrī Sūta sprach: So gefragt, o Brahmanen, hieß der erhabene Sohn Dvaipāyanas [die Frage] willkommen und begann, die heldenhaften Taten Haris zu erzählen.

Wort für Wort
śrī-sūtaḥ uvāca
Śrī Sūta sprach
sampṛṣṭaḥ
so gefragt
bhagavān
der erhabene
evam
so
dvaipāyana-sutaḥ
der Sohn Dvaipāyanas (Śukadeva)
dvijāḥ
o Brahmanen
abhinandya
nachdem er willkommen geheißen hatte
hareḥ
Haris
vīryam
heldenhafte Taten
abhyācaṣṭum
zu erzählen
pracakrame
begann

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

śrī-śuka uvāca yadā yuddhe 'surair devā badhyamānāḥ śitāyudhaiḥ gatāsavo nipatitā nottiṣṭheran sma bhūriśaḥ

Śrī Śuka sprach: Als in der Schlacht die Götter von den Asuras mit scharfen Waffen geschlagen wurden und, des Lebensodems beraubt, in großer Zahl gefallen zu Boden lagen und sich nicht mehr erhoben,

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
yadā
als
yuddhe
in der Schlacht
asuraiḥ
von den Asuras
devāḥ
die Götter
badhyamānāḥ
geschlagen wurden
śita-āyudhaiḥ
mit scharfen Waffen
gata-asavaḥ
des Lebensodems beraubt
nipatitāḥ
gefallen
na uttiṣṭheran sma
erhoben sich nicht mehr
bhūriśaḥ
in großer Zahl

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt. Satz setzt sich in Vers 16–17 fort (yadā...yadā...na adhyagacchan).

yadā durvāsaḥ śāpena sendrā lokās trayo nṛpa niḥśrīkāś cābhavaṁs tatra neśur ijyādayaḥ kriyāḥ

– als, o König, durch den Fluch Durvāsās die drei Welten samt Indra ihres Glanzes beraubt wurden und dort die Opfer und anderen Riten nicht mehr stattfinden konnten,

Wort für Wort
yadā
als
durvāsaḥ śāpena
durch den Fluch Durvāsās
sa-indrāḥ
samt Indra
lokāḥ trayaḥ
die drei Welten
nṛpa
o König
niḥśrīkāḥ
ihres Glanzes beraubt
ca abhavan
wurden
tatra
dort
na īśuḥ
vermochten nicht [stattzufinden]
ijyā-ādayaḥ kriyāḥ
die Opfer und anderen Riten

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt. Fortsetzung von Vers 15.

niśāmyaitat sura-gaṇā mahendra-varuṇādayaḥ nādhyagacchan svayaṁ mantrair mantrayanto viniścitam

– als sie dies wahrnahmen, gelangten die Scharen der Götter, angeführt von Mahendra und Varuṇa, obwohl sie miteinander berieten, aus eigener Kraft zu keinem endgültigen Entschluss.

Wort für Wort
niśāmya
nachdem sie wahrgenommen hatten
etat
dies
sura-gaṇāḥ
die Scharen der Götter
mahendra-varuṇa-ādayaḥ
angeführt von Mahendra und Varuṇa
na adhyagacchan
gelangten nicht
svayam
aus eigener Kraft
mantraiḥ
durch Beratungen
mantrayantaḥ
beratschlagend
viniścitam
zu einem endgültigen Entschluss

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt. Hauptsatz des in Vers 15 begonnenen Satzgefüges.

tato brahma-sabhāṁ jagmur meror mūrdhani sarvaśaḥ sarvaṁ vijñāpayāṁ cakruḥ praṇatāḥ parameṣṭhine

Da gingen sie alle zusammen zur Versammlungshalle Brahmās auf dem Gipfel des Meru; sich verneigend, berichteten sie Parameṣṭhī (Brahmā) alles.

Wort für Wort
tataḥ
dann
brahma-sabhām
zur Versammlungshalle Brahmās
jagmuḥ
gingen
meroḥ mūrdhani
auf dem Gipfel des Meru
sarvaśaḥ
alle zusammen
sarvam
alles
vijñāpayām cakruḥ
teilten mit
praṇatāḥ
sich verneigend
parameṣṭhine
dem Höchsten (Brahmā)

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

sa vilokyendra-vāyv-ādīn niḥsattvān vigata-prabhān lokān amaṅgala-prāyān asurān ayathā vibhuḥ

Er, der Mächtige (Brahmā), sah, wie Indra, Vāyu und die anderen [Götter] kraftlos und ihres Glanzes beraubt waren, die Welten größtenteils unheilvoll, während die Asuras davon unberührt [gediehen] –

Wort für Wort
saḥ
er
vilokya
nachdem er gesehen hatte
indra-vāyu-ādīn
Indra, Vāyu und andere
niḥsattvān
kraftlos
vigata-prabhān
ihres Glanzes beraubt
lokān
die Welten
amaṅgala-prāyān
größtenteils unheilvoll
asurān
die Asuras
ayathā
im Gegensatz dazu [unbeeinträchtigt] [?]
vibhuḥ
der Mächtige (Brahmā)

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt. 'ayathā' [?]: Bedeutung unsicher, hier als 'im Gegensatz/unbeeinträchtigt' gedeutet (Kontrast zu den geschwächten Göttern). Satz setzt sich in Vers 20 fort (Hauptverb 'uvāca').

samāhitena manasā saṁsmaran puruṣaṁ param uvācotphulla-vadano devān sa bhagavān paraḥ

– mit gesammeltem Geist an die Höchste Person denkend, sprach er, der erhabene Brahmā, der Höchste [unter den Göttern], mit heiterem, aufblühendem Antlitz zu den Göttern:

Wort für Wort
samāhitena manasā
mit gesammeltem Geist
saṁsmaran
sich erinnernd/meditierend
puruṣam param
an die Höchste Person
uvāca
sprach
utphulla-vadanaḥ
mit aufblühendem Antlitz
devān
zu den Göttern
saḥ
er
bhagavān
der Erhabene
paraḥ
der Höchste (Brahmā)

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt. Fortsetzung/Abschluss von Vers 19.

ahaṁ bhavo yūyam atho 'surādayo manuṣya-tiryag-druma-gharma-jātayaḥ yasyāvatārāṁśa-kalā-visarjitā vrajāma sarve śaraṇaṁ tam avyayam

Ich, Śiva, ihr, sowie die Asuras und andere, die als Menschen, Tiere, Bäume und aus Feuchtigkeit Geborenen – wir alle, hervorgebracht als Seine Avatāras, Teilexpansionen und Anteile – lasst uns alle Zuflucht suchen bei jenem Unvergänglichen.

Wort für Wort
aham
ich
bhavaḥ
Śiva (Bhava)
yūyam
ihr
atho
sowie
asura-ādayaḥ
die Asuras und andere
manuṣya-tiryak-druma-gharma-jātayaḥ
die als Menschen, Tiere, Bäume und aus Feuchtigkeit Geborenen
yasya
dessen
avatāra-aṁśa-kalā-visarjitāḥ
als Avatāras, Teilexpansionen und Anteile hervorgebracht
vrajāma
lasst uns gehen
sarve
wir alle
śaraṇam
zur Zuflucht
tam
zu Ihm
avyayam
dem Unvergänglichen

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

na yasya vadhyo na ca rakṣaṇīyo nopekṣaṇīyādaraṇīya-pakṣaḥ tathāpi sarga-sthiti-saṁyamārthaṁ dhatte rajaḥ-sattva-tamāṁsi kāle

Für Ihn gibt es niemanden, der zu töten, noch jemanden, der zu beschützen wäre, keine Partei, die zu vernachlässigen oder zu bevorzugen wäre; dennoch nimmt Er zum Zweck von Schöpfung, Erhaltung und Auflösung zur rechten Zeit die Erscheinungsweisen Rajas, Sattva und Tamas an.

Wort für Wort
na
nicht
yasya
für den
vadhyaḥ
zu tötend(er)
na ca
und nicht
rakṣaṇīyaḥ
zu beschützend(er)
na upekṣaṇīya-ādaraṇīya-pakṣaḥ
keine zu vernachlässigende oder zu bevorzugende Partei
tathā api
dennoch
sarga-sthiti-saṁyama-artham
zum Zweck von Schöpfung, Erhaltung und Auflösung
dhatte
nimmt an
rajaḥ-sattva-tamāṁsi
die Erscheinungsweisen Rajas, Sattva, Tamas
kāle
zur rechten Zeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

ayaṁ ca tasya sthiti-pālana-kṣaṇaḥ sattvaṁ juṣāṇasya bhavāya dehinām tasmād vrajāmaḥ śaraṇaṁ jagad-guruṁ svānāṁ sa no dhāsyati śaṁ sura-priyaḥ

Und dies ist der Augenblick Seiner Erhaltung und Seines Schutzes, da Er zum Wohl der verkörperten Wesen die Erscheinungsweise Sattva annimmt. Darum lasst uns Zuflucht suchen beim Lehrer des Universums – Er, der den Göttern gewogen ist, wird uns, die wir Ihm gehören, Wohlergehen gewähren.

Wort für Wort
ayam ca
und dies
tasya
Seine
sthiti-pālana-kṣaṇaḥ
der Augenblick der Erhaltung und des Schutzes
sattvam
die Erscheinungsweise Sattva
juṣāṇasya
dessen, der annimmt
bhavāya
zum Wohl
dehinām
der verkörperten Wesen
tasmāt
deshalb
vrajāmaḥ
lasst uns gehen
śaraṇam
zur Zuflucht
jagat-gurum
zum Lehrer des Universums
svānām
Seiner Eigenen
saḥ
er
naḥ
uns
dhāsyati
wird gewähren
śam
Wohlergehen
sura-priyaḥ
der den Göttern Gewogene

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

ity ābhāṣya surān vedhāḥ saha devair arindama ajitasya padaṁ sākṣāj jagāma tamasaḥ param

So zu den Göttern gesprochen habend, ging Brahmā zusammen mit den Göttern, o Bezwinger der Feinde, unmittelbar zum Reich Ajitas, das jenseits der [materiellen] Dunkelheit liegt.

Wort für Wort
iti
so
ābhāṣya
nachdem er gesprochen hatte
surān
zu den Göttern
vedhāḥ
Brahmā (der Ordner)
saha devaiḥ
zusammen mit den Göttern
arindama
o Bezwinger der Feinde
ajitasya
Ajitas
padam
zum Reich/Ort
sākṣāt
unmittelbar
jagāma
ging
tamasaḥ param
jenseits der Dunkelheit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

tatrādṛṣṭa-svarūpāya śruta-pūrvāya vai prabhuḥ stutim abrūta daivībhir gīrbhis tv avahitendriyaḥ

Dort sprach der Herr (Brahmā) zu Ihm, dessen Gestalt [bisher] ungesehen und von dem [bisher] nur gehört worden war, mit gesammelten Sinnen einen Lobpreis in göttlichen Worten.

Wort für Wort
tatra
dort
adṛṣṭa-svarūpāya
dessen Gestalt ungesehen war
śruta-pūrvāya
von dem zuvor nur gehört worden war
vai
fürwahr
prabhuḥ
der Herr (Brahmā)
stutim
Lobpreis
abrūta
sprach
daivībhiḥ gīrbhiḥ
mit göttlichen Worten
tu
aber
avahita-indriyaḥ
mit gesammelten Sinnen

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

avikriyaṁ satyam anantam ādyaṁ guhāśayaṁ niṣkalam apratarkyam mano 'grayānaṁ vacasāniruktaṁ namāmahe deva-varaṁ vareṇyam

Dem Unveränderlichen, dem Wahren, dem Grenzenlosen, dem Uranfänglichen, dem im Herzen Wohnenden, dem Unteilbaren, dem durch Logik nicht zu Erfassenden, dem, den der Geist nicht einholt, dem durch Worte nicht Auszudrückenden – wir verneigen uns vor dem besten und verehrungswürdigsten der Götter.

Wort für Wort
avikriyam
dem Unveränderlichen
satyam
dem Wahren
anantam
dem Grenzenlosen
ādyam
dem Uranfänglichen
guhā-śayam
dem im Herzen Wohnenden
niṣkalam
dem Unteilbaren
apratarkyam
dem durch Logik nicht zu Erfassenden
manaḥ-agra-yānam
dem, den der Geist nicht einholt
vacasā aniruktam
durch Worte nicht auszudrücken
namāmahe
wir verneigen uns
deva-varam
vor dem besten der Götter
vareṇyam
vor dem Verehrungswürdigsten

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

vipaścitaṁ prāṇa-mano-dhiyātmanām arthendriyābhāsam anidram avraṇam chāyātapau yatra na gṛdhra-pakṣau tam akṣaraṁ khaṁ tri-yugaṁ vrajāmahe

Zu Ihm, dem Allwissenden, der die Objekte und Sinne aller mit Lebensluft, Geist, Intellekt und Selbst [ausgestatteten Wesen] erhellt, dem Schlaflosen, dem Makellosen, dort, wo weder Schatten noch Sonnenlicht noch die 'Geierschwingen' [Anm.] sind – zu Ihm, dem Unvergänglichen, dem Transzendenten, [genannt] Triyuga, nehmen wir Zuflucht.

Wort für Wort
vipaścitam
dem Allwissenden
prāṇa-manaḥ-dhī-ātmanām
der Lebensluft, des Geistes, des Intellekts und des Selbst
artha-indriya-ābhāsam
der die Objekte und Sinne erhellt
anidram
dem Schlaflosen
avraṇam
dem Makellosen
chāyā-ātapau
Schatten und Sonnenlicht
yatra
wo
na
nicht
gṛdhra-pakṣau
die 'Geierschwingen' [Anm.]
tam
zu Ihm
akṣaram
dem Unvergänglichen
kham
dem Transzendenten/Ätherischen
tri-yugam
[genannt] Triyuga
vrajāmahe
wir nehmen Zuflucht

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt. [Anm.]: 'gṛdhra-pakṣau' (wörtl. 'Geierflügel') ist bildlicher Ausdruck, vermutlich für ein Gegensatzpaar (z.B. Tugend/Laster); genaue Referenz unsicher [?].

ajasya cakraṁ tv ajayeryamāṇaṁ mano-mayaṁ pañcadaśāram āśu tri-nābhi vidyuc-calam aṣṭa-nemi yad akṣam āhus tam ṛtaṁ prapadye

Zum Rad des Ungeborenen, das durch Seine Māyā angetrieben wird, aus Geist bestehend, mit fünfzehn Speichen, schnell, mit drei Naben, sich bewegend wie ein Blitz, mit acht Felgen – zu Ihm, den man dessen Achse nennt, dem ewig Wahren, nehme ich Zuflucht.

Wort für Wort
ajasya
des Ungeborenen [der Zeit]
cakram
das Rad
tu
aber
ajayā
durch Seine Māyā
īryamāṇam
in Bewegung gesetzt
manaḥ-mayam
aus Geist bestehend
pañcadaśa-aram
mit fünfzehn Speichen
āśu
schnell
tri-nābhi
mit drei Naben
vidyut-calam
sich bewegend wie ein Blitz
aṣṭa-nemi
mit acht Felgen
yat
dessen
akṣam
Achse
āhuḥ
man nennt
tam
zu Ihm
ṛtam
dem ewig Wahren
prapadye
ich nehme Zuflucht

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

ya eka-varṇaṁ tamasaḥ paraṁ tad alokam avyaktam ananta-pāram āsāṁ cakāropasuparṇam enam upāsate yoga-rathena dhīrāḥ

Ihn, der von einheitlicher Beschaffenheit, jenseits der Dunkelheit, jenes Unsichtbare, Unmanifestierte, dessen Grenze unendlich ist [Anm.] – Ihn verehren die standhaften Weisen mittels des Wagens des Yoga.

Wort für Wort
yaḥ
der
eka-varṇam
von einheitlicher Beschaffenheit
tamasaḥ param
jenseits der Dunkelheit
tat
jenes
a-lokam
Unsichtbare
avyaktam
Unmanifestierte
ananta-pāram
dessen Grenze unendlich ist
āsāṁ cakāra
[?] unklare Wendung, s. Anm.
upasuparṇam
[?] evtl. Bezug auf Suparṇa/Garuḍa
enam
Ihn
upāsate
verehren
yoga-rathena
mit dem Wagen des Yoga
dhīrāḥ
die standhaften Weisen

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt. [Anm.]: Die Wortfolge 'āsāṁ cakāropasuparṇam' (Pāda c) ist sandhi-mehrdeutig und konnte nicht sicher aufgelöst werden [?]; evtl. Bezug auf Garuḍa (Suparṇa) als Sinnbild des Trägers. Übrige Verspassagen sind eindeutig übersetzt.

na yasya kaścid atitarati māyāṁ yayā jano muhyati veda nārtham taṁ nirjitātma-ātma-guṇaṁ pareśaṁ namāma bhūteṣu samaṁ carantam

Dessen Māyā niemand zu überwinden vermag, durch die die Menschen verwirrt werden und den wahren Sinn nicht erkennen – vor Ihm, der Seine eigenen Sinne und Erscheinungsweisen völlig bezwungen hat, dem Höchsten Herrn, der gleichmütig unter allen Wesen wandelt, verneigen wir uns.

Wort für Wort
na
nicht
yasya
dessen
kaścit
irgendjemand
atitarati
überwindet
māyām
die Māyā
yayā
durch die
janaḥ
die Menschen
muhyati
werden verwirrt
veda na artham
kennen nicht den wahren Sinn
tam
Ihn
nirjita-ātma-ātma-guṇam
der Seine eigenen Sinne/Selbst und Erscheinungsweisen völlig bezwungen hat
pareśam
den Höchsten Herrn
namāma
wir verneigen uns
bhūteṣu
unter den Wesen
samam
gleichmütig
carantam
wandelnd

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt. GRETIL-Form 'kaścāt' als 'kaścit' gelesen (naheliegende Normalform).

ime vayaṁ yat-priyayaiva tanvā sattvena sṛṣṭā bahir antarāviḥ gatiṁ na sūkṣmām ṛṣayaś ca vidmahe kuto 'surādyā itara-pradhānāḥ

Wir hier, erschaffen durch Seine liebevolle Gestalt aus [reiner] Güte, offenbar außen wie innen – nicht einmal die Weisen kennen Seinen subtilen Weg; wie viel weniger [erst] die Asuras und andere, die von geringerer Bedeutung sind.

Wort für Wort
ime vayam
wir, diese
yat-priyayā
durch dessen liebevolle
eva
eben
tanvā
Gestalt
sattvena
aus [reiner] Güte
sṛṣṭāḥ
erschaffen
bahiḥ antaḥ
außen und innen
āviḥ
offenbar
gatim
den [wahren] Weg
na
nicht
sūkṣmām
den subtilen
ṛṣayaḥ ca
auch die Weisen
vidmahe
wir/sie kennen
kutaḥ
wie viel weniger
asura-ādyāḥ
die Asuras und andere
itara-pradhānāḥ
von geringerer Bedeutung

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

pādau mahīyaṁ sva-kṛtaiva yasya catur-vidho yatra hi bhūta-sargaḥ sa vai mahā-pūruṣa ātma-tantraḥ prasīdatāṁ brahma mahā-vibhūtiḥ

Diese Erde, von Ihm selbst geschaffen, ist Sein Fußpaar, worin fürwahr die vierfache Schöpfung der Lebewesen [geschieht]; möge Er, die Große Person, der Selbstbestimmte, das Absolute von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
pādau
die beiden Füße
mahī iyam
diese Erde
sva-kṛtā
von Ihm selbst geschaffen
eva
eben
yasya
dessen
catuḥ-vidhaḥ
vierfach
yatra
worin
hi
fürwahr
bhūta-sargaḥ
die Schöpfung der Lebewesen
saḥ vai
er fürwahr
mahā-pūruṣaḥ
die Große Person
ātma-tantraḥ
der Selbstbestimmte
prasīdatām
möge gnädig sein
brahma
das Absolute
mahā-vibhūtiḥ
von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt. Ab hier beginnt die Reihe der 'prasīdatāṁ naḥ sa mahāvibhūtiḥ'-Verse.

ambhas tu yad-retaḥ udāra-vīryaṁ sidhyanti jīvanty uta vardhamānāḥ lokā yato 'thākhila-loka-pālāḥ prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Das Wasser ist Sein Same von erhabener Kraft, durch den [die Wesen] zur Vollendung gelangen, leben und gedeihen; woraus die Welten und auch alle Welthüter [entstehen] – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
ambhaḥ
das Wasser
tu
aber
yat-retaḥ
dessen Same
udāra-vīryam
von erhabener Kraft
sidhyanti
gelangen zur Vollendung
jīvanti
leben
uta
und
vardhamānāḥ
gedeihend
lokāḥ
die Welten
yataḥ
woraus
atha
sowie
akhila-loka-pālāḥ
alle Welthüter
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

somaṁ mano yasya samāmananti divaukasāṁ yo balam andha āyuḥ īśo nagānāṁ prajanaḥ prajānāṁ prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Der Mond, so lehrt man, ist Sein Geist, Er, der die Kraft, die Nahrung und die Lebensdauer der Himmelsbewohner [verkörpert]; der Herr der Berge, der Erzeuger der Geschöpfe – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
somam
der Mond
manaḥ
der Geist
yasya
dessen
samāmananti
man lehrt
divaḥ-okasām
der Himmelsbewohner
yaḥ
der
balam
die Kraft
andhaḥ
die Nahrung
āyuḥ
die Lebensdauer
īśaḥ
der Herr
nagānām
der Berge
prajanaḥ
der Erzeuger
prajānām
der Geschöpfe
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

agnir mukhaṁ yasya tu jāta-vedā jātaḥ kriyā-kāṇḍa-nimitta-janmā antaḥ-samudre 'nupacan sva-dhātūn prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Das Feuer, der Kenner alles Gewordenen, ist Sein Mund, entstanden um der [vedischen] Opferhandlungen willen; im Inneren des Ozeans die eigenen Elemente verdauend – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
agniḥ
das Feuer
mukham
der Mund
yasya
dessen
tu
aber
jāta-vedāḥ
der Kenner alles Gewordenen [Epitheton Agnis]
jātaḥ
entstanden
kriyā-kāṇḍa-nimitta-janmā
dessen Entstehung um der Opferhandlungen willen geschah
antaḥ-samudre
im Inneren des Ozeans
anupacan
verdauend/reifend lassend
sva-dhātūn
die eigenen Elemente
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

yac cakṣur āsīt taraṇir deva-yānaṁ trayī-mayo brahmaṇa eṣa dhiṣṇyam dvāraṁ ca mukter amṛtaṁ ca mṛtyuḥ prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Die Sonne, die Sein Auge ist, ist der Pfad der Götter, aus den drei Veden bestehend, dieser Sitz Brahmans; sie ist die Pforte der Befreiung, die Unsterblichkeit und zugleich der Tod – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
yat
der (welcher)
cakṣuḥ
Auge
āsīt
war
taraṇiḥ
die Sonne
deva-yānam
der Pfad der Götter
trayī-mayaḥ
aus den drei Veden bestehend
brahmaṇaḥ
Brahmans
eṣaḥ
dieser
dhiṣṇyam
Sitz
dvāram ca
und die Pforte
mukteḥ
der Befreiung
amṛtam ca
und die Unsterblichkeit
mṛtyuḥ
der Tod
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

prāṇād abhūd yasya carācarāṇāṁ prāṇaḥ saho balam ojaś ca vāyuḥ anvāsma samrājam ivānugā vayaṁ prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Aus Seinem Lebensodem entstand der Wind, der der Lebensodem, die Ausdauer, die Kraft und die Vitalität der beweglichen und unbeweglichen Wesen ist; wir folgen [Ihm] wie Gefolgsleute einem Kaiser – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
prāṇāt
aus dem Lebensodem
abhūt
entstand
yasya
dessen
cara-acarāṇām
der beweglichen und unbeweglichen Wesen
prāṇaḥ
der Lebensodem
sahaḥ
die Ausdauer
balam
die Kraft
ojaḥ ca
und die Vitalität
vāyuḥ
der Wind
anvāsma
wir folgen
samrājam iva
wie einem Kaiser
anugāḥ
Gefolgsleute
vayam
wir
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

śrotrād diśo yasya hṛdaś ca khāni prajajñire khaṁ puruṣasya nābhyāḥ prāṇendriyātmāsu-śarīra-ketaḥ prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Aus Seinem Ohr entstanden die Himmelsrichtungen, und aus Seinem Herzen die Sinnesöffnungen; aus dem Nabel der Höchsten Person entstand der Äther – Er, dessen Kennzeichen Lebensluft, Sinne, Selbst, Lebenskraft und Körper sind – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
śrotrāt
aus dem Ohr
diśaḥ
die Himmelsrichtungen
yasya
dessen
hṛdaḥ ca
und aus dem Herzen
khāni
die Sinnesöffnungen
prajajñire
entstanden
kham
der Äther
puruṣasya
der Höchsten Person
nābhyāḥ
aus dem Nabel
prāṇa-indriya-ātma-asu-śarīra-ketaḥ
dessen Kennzeichen Lebensluft, Sinne, Selbst, Lebenskraft und Körper sind
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

balān mahendras tridaśāḥ prasādān manyor girīśo dhiṣaṇād viriñcaḥ khebhyas tu chandāṁsy ṛṣayo meḍhrataḥ kaḥ prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Aus [Seiner] Kraft entstand Mahendra, aus [Seiner] Gnade die dreißig Götter, aus [Seinem] Zorn der Herr der Berge (Śiva), aus [Seinem] Verstand Viriñca (Brahmā); aus den Sinnesöffnungen aber die vedischen Hymnen und die Weisen, aus dem Zeugungsglied Ka (Prajāpati) – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
balāt
aus Seiner Kraft
mahā-indraḥ
Mahendra (Indra)
tridaśāḥ
die dreißig Götter
prasādāt
aus Seiner Gnade
manyoḥ
aus Seinem Zorn
giri-īśaḥ
der Herr der Berge (Śiva)
dhiṣaṇāt
aus Seinem Verstand
viriñcaḥ
Viriñca (Brahmā)
khebhyaḥ tu
aber aus den Sinnesöffnungen
chandāṁsi
die vedischen Hymnen
ṛṣayaḥ
die Weisen
meḍhrataḥ
aus dem Zeugungsglied
kaḥ
Ka [Prajāpati]
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt. Zuordnung von 'khebhyaḥ...ṛṣayaḥ' und 'meḍhrataḥ kaḥ' leicht unsicher [?]; plausibelste Aufteilung gewählt.

śrīr vakṣasaḥ pitaraś chāyayāsan dharmaḥ stanād itaraḥ pṛṣṭhato 'bhūt dyaur yasya śīrṣṇo 'psaraso vihārāt prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Śrī entstand aus Seiner Brust, die Ahnen aus Seinem Schatten, Dharma aus Seiner Brustwarze, der andere [Adharma] aus Seinem Rücken; der Himmel aus Seinem Haupt, die Apsaras aus Seinem Spiel – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
śrīḥ
Śrī (die Glücksgöttin)
vakṣasaḥ
aus der Brust
pitaraḥ
die Ahnen
chāyayā
aus dem Schatten
āsan
entstanden
dharmaḥ
Dharma
stanāt
aus der Brustwarze
itaraḥ
der andere [Adharma]
pṛṣṭhataḥ
aus dem Rücken
abhūt
entstand
dyauḥ
der Himmel
yasya
dessen
śīrṣṇaḥ
aus dem Haupt
apsarasaḥ
die Apsaras
vihārāt
aus Seinem Spiel
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

vipro mukhād brahma ca yasya guhyaṁ rājanya āsīd bhujayor balaṁ ca ūrvor viḍ ojo 'ṅghrir aveda-śūdrau prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Der Brahmane entstand aus Seinem Mund, und ebenso das heilige Wissen (Brahman); aus Seinen geheimen [Gliedern] der Kṣatriya, und aus Seinen Armen die Kraft; aus Seinen Schenkeln der Vaiśya und die Vitalität, aus Seinem Fuß der Śūdra, dem der Veda verwehrt ist – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
vipraḥ
der Brahmane
mukhāt
aus dem Mund
brahma ca
und das heilige Wissen
yasya
dessen
guhyam
aus den geheimen Gliedern
rājanyaḥ
der Kṣatriya
āsīt
entstand
bhujayoḥ
aus den Armen
balam ca
und die Kraft
ūrvoḥ
aus den Schenkeln
viṭ
der Vaiśya
ojaḥ
die Vitalität
aṅghriḥ
aus dem Fuß
a-veda-śūdrau
der Śūdra, dem der Veda verwehrt ist
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

lobho 'dharāt prītir upary abhūd dyutir nastaḥ paśavyaḥ sparśena kāmaḥ bhruvor yamaḥ pakṣma-bhavas tu kālaḥ prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Die Gier entstand aus Seiner Unterlippe, die Zuneigung aus der oberen [Lippe]; der Glanz aus der Nase, das der Fortpflanzung zuträgliche Verlangen aus dem Tastsinn; Yama aus den Augenbrauen, die Zeit aber aus den Wimpern – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
lobhaḥ
die Gier
adharāt
aus der Unterlippe
prītiḥ
die Zuneigung
upari
oben [aus der Oberlippe]
abhūt
entstand
dyutiḥ
der Glanz
nastaḥ
aus der Nase
paśavyaḥ
der Fortpflanzung/dem Vieh zuträglich
sparśena
durch den Tastsinn
kāmaḥ
das Verlangen
bhruvoḥ
aus den Augenbrauen
yamaḥ
Yama
pakṣma-bhavaḥ
aus den Wimpern entstanden
tu
aber
kālaḥ
die Zeit
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

dravyaṁ vayaḥ karma guṇān viśeṣaṁ yad-yoga-māyā-vihitān vadanti yad durvibhāvyaṁ prabudhāpabādhaṁ prasīdatāṁ naḥ sa mahā-vibhūtiḥ

Stoff, Lebensalter, Handeln, die Erscheinungsweisen und ihre Verschiedenheit – dies, so sagt man, ist durch Seine Yogamāyā angeordnet; das, was schwer zu begreifen ist, [aber] von den Erwachten als [bloßer Schein] durchschaut wird – möge Er, von großer Herrlichkeit, uns gnädig sein.

Wort für Wort
dravyam
der Stoff
vayaḥ
das Lebensalter
karma
das Handeln
guṇān
die Erscheinungsweisen
viśeṣam
die Verschiedenheit
yat-yoga-māyā-vihitān
durch dessen Yogamāyā angeordnet
vadanti
man sagt
yat
was
durvibhāvyam
schwer zu begreifen
prabudha-apabādham
von den Erwachten als unwirklich durchschaut
prasīdatām
möge gnädig sein
naḥ
uns
saḥ mahā-vibhūtiḥ
er von großer Herrlichkeit

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

namo 'stu tasmā upaśānta-śaktaye svārājya-lābha-pratipūritātmane guṇeṣu māyāraciteṣu vṛttibhir na sajjamānāya nabhasvad-ūtaye

Verehrung sei Ihm, dessen [Māyā-]Kräfte zur Ruhe gebracht sind, dessen Selbst durch die Erlangung Seiner eigenen Souveränität völlig erfüllt ist, der durch Seine Wirkweisen nicht an den von Māyā geschaffenen Erscheinungsweisen haftet, und dessen Gunst dem Wind gleicht [allgegenwärtig, unsichtbar].

Wort für Wort
namaḥ astu
Verehrung sei
tasmai
Ihm
upaśānta-śaktaye
dessen Kräfte zur Ruhe gebracht sind
sva-ārājya-lābha-pratipūrita-ātmane
dessen Selbst durch die Erlangung der eigenen Souveränität völlig erfüllt ist
guṇeṣu
in Bezug auf die Erscheinungsweisen
māyā-raciteṣu
von Māyā geschaffenen
vṛttibhiḥ
durch Seine Wirkweisen
na sajjamānāya
der nicht daran haftet
nabhasvat-ūtaye
dessen Gunst dem Wind gleicht

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

sa tvaṁ no darśayātmānam asmat-karaṇa-gocaram prapannānāṁ didṛkṣūṇāṁ sasmitaṁ te mukhāmbujam

Zeige uns, der Du der Höchste bist, Dein Selbst, das außerhalb der Reichweite unserer Sinne liegt; [zeige] uns, die wir uns Dir ergeben haben und Dich zu sehen wünschen, Dein lächelndes Lotusgesicht.

Wort für Wort
saḥ tvam
du, der [Höchste]
naḥ
uns
darśaya
zeige
ātmānam
Dein Selbst
asmat-karaṇa-gocaram
das außerhalb der Reichweite unserer Sinne liegt
prapannānām
denen, die sich ergeben haben
didṛkṣūṇām
die zu sehen wünschen
sa-smitam
lächelnd
te
Dein
mukha-ambujam
Lotusgesicht

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

tais taiḥ svecchā-bhūtai rūpaiḥ kāle kāle svayaṁ vibho karma durviṣahaṁ yan no bhagavāṁs tat karoti hi

Durch jene verschiedenen, aus eigenem Willen entstandenen Gestalten vollbringst Du selbst, o Allmächtiger, zu verschiedenen Zeiten fürwahr jene für uns unerträgliche Aufgabe.

Wort für Wort
taiḥ taiḥ
durch jene verschiedenen
sva-icchā-bhūtaiḥ
aus eigenem Willen entstandenen
rūpaiḥ
Gestalten
kāle kāle
zu verschiedenen Zeiten
svayam
selbst
vibho
o Allmächtiger
karma
die Aufgabe
durviṣaham
unerträglich
yat
die
naḥ
für uns
bhagavān
der Erhabene
tat
jene
karoti hi
vollbringt fürwahr

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

kleśa-bhūry alpa-sārāṇi karmāṇi viphalāni vā dehināṁ viṣayārtānāṁ na tathaivārpitaṁ tvayi

Die Handlungen der verkörperten Wesen, die von Sinnesobjekten geplagt sind – reich an Mühsal, von geringem Wert oder fruchtlos –, [diese Mühsal gilt] nicht in gleicher Weise, wenn sie Dir dargebracht werden.

Wort für Wort
kleśa-bhūri
reich an Mühsal
alpa-sārāṇi
von geringem Wert
karmāṇi
die Handlungen
viphalāni
fruchtlos
vā
oder
dehinām
der verkörperten Wesen
viṣaya-ārtānām
die von Sinnesobjekten geplagt sind
na tathā eva
nicht ebenso
arpitam
dargebracht
tvayi
Dir

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

nāvamaḥ karma-kalpo 'pi viphalāyeśvarārpitaḥ kalpate puruṣasyaiva sa hy ātmā dayito hitaḥ

Nicht einmal der geringste Ansatz einer Handlung, wenn er dem Herrn dargebracht wird, erweist sich als fruchtlos; er wird [zum Segen] für die Person selbst, denn Er, der Herr, ist ja ihr geliebtes und wohlgesinntes eigenes Selbst.

Wort für Wort
na
nicht
avamaḥ
der geringste
karma-kalpaḥ
ein [kleiner] Ansatz an Handlung
api
selbst
viphalāya
zur Fruchtlosigkeit
īśvara-arpitaḥ
dem Herrn dargebracht
kalpate
wird/erweist sich
puruṣasya eva
für die Person allein
saḥ hi
denn er
ātmā
das [eigentliche] Selbst
dayitaḥ
der geliebte
hitaḥ
der Wohlgesinnte

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

yathā hi skandha-śākhānāṁ taror mūlāvasecanam evam ārādhanaṁ viṣṇoḥ sarveṣām ātmanaś ca hi

So wie fürwahr das Begießen der Wurzel eines Baumes seinen Stamm und seine Äste [nährt], so nährt fürwahr die Verehrung Viṣṇus das Selbst aller Wesen.

Wort für Wort
yathā hi
so wie fürwahr
skandha-śākhānām
der Äste und Zweige
taroḥ
des Baumes
mūla-avasecanam
das Begießen der Wurzel
evam
ebenso
ārādhanam
die Verehrung
viṣṇoḥ
Viṣṇus
sarveṣām
aller Wesen
ātmanaḥ ca hi
und fürwahr des eigenen Selbst

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

namas tubhyam anantāya durvitarkyātma-karmaṇe nirguṇāya guṇeśāya sattva-sthāya ca sāmpratam

Verehrung sei Dir, dem Endlosen, dessen eigenes Wesen und Tun unergründlich sind; dem Eigenschaftslosen, dem Herrn der [materiellen] Erscheinungsweisen, der jetzt in der Erscheinungsweise Güte weilt.

Wort für Wort
namaḥ
Verehrung
tubhyam
Dir
anantāya
dem Endlosen
durvitarkya-ātma-karmaṇe
dessen eigenes Wesen und Tun unergründlich sind
nirguṇāya
dem Eigenschaftslosen
guṇa-īśāya
dem Herrn der Erscheinungsweisen
sattva-sthāya
dem in Sattva Weilenden
ca
und
sāmpratam
jetzt

Nur GRETIL. Eigenständig übersetzt.

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