Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 139 Der Erhabene Herr ist allen gleich

śrī-rājā uvāca samaḥ priyaḥ suhṛd brahman bhūtānāṁ bhagavān svayam indrasyārthe kathaṁ daityān avadhīd viṣamo yathā

Der glorreiche König sprach: O Brahmane, der Erhabene Herr ist von sich aus allen Wesen gleich, lieb und ein Freund [zugleich] – wie [also] tötete er, um Indras willen, die Daityas, als wäre er parteiisch?

Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der glorreiche König (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
samaḥ
gleich (Nom. Sg. m.)
priyaḥ
lieb, geliebt (Nom. Sg. m.)
suhṛt
Freund (Nom. Sg. m.)
brahman
o Brahmane (Vok. Sg.)
bhūtānām
der Wesen, für die Wesen (Gen. Pl.)
bhagavān
der Erhabene Herr (Nom. Sg. m.)
svayam
selbst (Adv.)
indrasya
Indras (Gen. Sg.)
arthe
um … willen, wegen (Lok. Sg.)
katham
wie (Adv.)
daityān
die Daityas (Akk. Pl.)
avadhīt
er tötete (3. Sg. Aor.)
viṣamaḥ
ungleich, parteiisch (Nom. Sg. m.)
yathā
wie, als ob (Adv.)

na hy asyārthaḥ sura-gaṇaiḥ sākṣān niḥśreyasātmanaḥ naivāsurebhyo vidveṣo nodvegaś cāguṇasya hi

Denn Er, dessen Wesen das höchste Heil ist, hat wahrlich kein [eigennütziges] Interesse unmittelbar an der Schar der Götter; ebenso wenig [besteht] Hass gegenüber den Asuras oder Erregung – bei Ihm, der ohne [materielle] Eigenschaften ist.

Wort für Wort
na … hi
nicht … wahrlich, denn (Partikel)
asya
sein, dessen (Gen. Sg. m.)
arthaḥ
Interesse, Zweck (Nom. Sg. m.)
sura-gaṇaiḥ
mit/an der Schar der Götter (Instr. Pl.)
sākṣāt
unmittelbar, direkt (Adv.)
niḥśreyasa-ātmanaḥ
dessen Wesen das höchste Heil ist (Gen. Sg. m., Bahuvrīhi)
na eva
nicht einmal, ebenso wenig (Partikel)
asurebhyaḥ
gegenüber den Asuras (Dat. Pl.)
vidveṣaḥ
Hass, Feindschaft (Nom. Sg. m.)
na udvegaḥ
keine Erregung, Furcht (Nom. Sg. m.)
ca
und (Partikel)
aguṇasya
dessen, der ohne [materielle] Eigenschaften [ist] (Gen. Sg. m.)
hi
wahrlich, denn (Partikel)

iti naḥ sumahā-bhāga nārāyaṇa-guṇān prati saṁśayaḥ sumahāñ jātas tad bhavāṁś chettum arhati

So ist, o Hochbeglückter, in uns hinsichtlich der Eigenschaften Nārāyaṇas ein sehr großer Zweifel entstanden; diesen möge Euer Gnaden zu zerschneiden geruhen.

Wort für Wort
iti
so, dies (Partikel)
naḥ
in uns, unser (Gen./Akk. Pl.)
su-mahā-bhāga
o Hochbeglückter (Vok. Sg.)
nārāyaṇa-guṇān
die Eigenschaften Nārāyaṇas (Akk. Pl.)
prati
hinsichtlich, gegenüber (Präp. + Akk.)
saṁśayaḥ
Zweifel (Nom. Sg. m.)
su-mahān
sehr groß (Nom. Sg. m.)
jātaḥ
entstanden (Nom. Sg. m., Ptz. Perf. Pass.)
tat
diesen, das (Akk. Sg. n.)
bhavān
Euer Gnaden, du (Nom. Sg. m.)
chettum
zu zerschneiden (Inf.)
arhati
er vermag, er möge geruhen (3. Sg. Präs.)

śrī-ṛṣir uvāca sādhu pṛṣṭaṁ mahārāja hareś caritam adbhutam yad bhāgavata-māhātmyaṁ bhagavad-bhakti-vardhanam gīyate paramaṁ puṇyam ṛṣibhir nāradādibhiḥ natvā kṛṣṇāya munaye kathayiṣye hareḥ kathām

Der glorreiche Weise [Śuka] sprach: Trefflich gefragt, o Großkönig! Das wunderbare Wirken Haris, das die Größe der Gottgeweihten [bezeugt] und die Hingabe zum Erhabenen Herrn mehrt, wird von den Weisen, angefangen mit Nārada, als überaus heilig besungen. Nachdem ich mich vor Kṛṣṇa, dem [in sich ruhenden] Weisen, verneigt habe, werde ich die Erzählung von Hari erzählen.

Wort für Wort
śrī-ṛṣiḥ uvāca
der glorreiche Weise (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
sādhu
trefflich, gut (Adv.)
pṛṣṭam
gefragt (Nom. Sg. n., Ptz. Perf. Pass.)
mahā-rāja
o Großkönig (Vok. Sg.)
hareḥ
Haris (Gen. Sg.)
caritam
das Wirken, die Taten (Nom. Sg. n.)
adbhutam
wunderbar (Nom. Sg. n.)
yat
welches (Nom. Sg. n.)
bhāgavata-māhātmyam
die Größe der [Gott-]Geweihten (Nom. Sg. n.)
bhagavat-bhakti-vardhanam
die Hingabe zum Erhabenen mehrend (Nom. Sg. n.)
gīyate
wird besungen (3. Sg. Präs. Pass.)
paramam
höchst (Nom. Sg. n.)
puṇyam
heilig, verdienstvoll (Nom. Sg. n.)
ṛṣibhiḥ
von den Weisen (Instr. Pl.)
nārada-ādibhiḥ
angefangen mit Nārada (Instr. Pl.)
natvā
nachdem er sich verneigt hat (Gerundium)
kṛṣṇāya
vor Kṛṣṇa (Dat. Sg.)
munaye
dem [schweigenden] Weisen (Dat. Sg.)
kathayiṣye
ich werde erzählen (1. Sg. Fut.)
hareḥ
Haris (Gen. Sg.)
kathām
die Erzählung (Akk. Sg.)

nirguṇo 'pi hy ajo 'vyakto bhagavān prakṛteḥ paraḥ sva-māyā-guṇam āviśya bādhya-bādhakatāṁ gataḥ

Obwohl ohne [materielle] Eigenschaften, ungeboren, unmanifestiert und jenseits der Materie (prakṛti), ist der Erhabene Herr, indem Er in die Erscheinungsweisen Seiner eigenen Māyā eintritt, wahrlich in den Zustand von Bedingtem und Bedingendem gelangt.

Wort für Wort
nirguṇaḥ
frei von [materiellen] Eigenschaften (Nom. Sg. m.)
api
obwohl, auch (Partikel)
hi
wahrlich (Partikel)
ajaḥ
ungeboren (Nom. Sg. m.)
avyaktaḥ
unmanifestiert (Nom. Sg. m.)
bhagavān
der Erhabene Herr (Nom. Sg. m.)
prakṛteḥ
als die Materie (Abl. Sg.)
paraḥ
jenseits, höher (Nom. Sg. m.)
sva-māyā-guṇam
die Erscheinungsweisen der eigenen Māyā (Akk. Sg.)
āviśya
nachdem er eingetreten ist (Gerundium)
bādhya-bādhakatām
den Zustand von Bedingtem und Bedingendem (Akk. Sg.)
gataḥ
gelangt (Nom. Sg. m., Ptz. Perf. Pass.)

sattvaṁ rajas tama iti prakṛter nātmano guṇāḥ na teṣāṁ yugapad rājan hrāsa ullāsa eva vā

Güte, Leidenschaft, Dunkelheit – das sind Eigenschaften der Materie (prakṛti), nicht des Selbst (ātman); bei ihnen gibt es, o König, kein gleichzeitiges Abnehmen und Hervortreten.

Wort für Wort
sattvam
Güte (Nom. Sg. n.)
rajaḥ
Leidenschaft (Nom. Sg. n.)
tamaḥ
Dunkelheit (Nom. Sg. n.)
iti
so, [das heißt] (Partikel)
prakṛteḥ
der Materie (Gen. Sg.)
na
nicht (Negation)
ātmanaḥ
des Selbst (Gen. Sg.)
guṇāḥ
Eigenschaften (Nom. Pl.)
na
nicht (Negation)
teṣām
bei ihnen (Gen. Pl.)
yugapat
gleichzeitig (Adv.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
hrāsaḥ
Abnahme (Nom. Sg. m.)
ullāsaḥ
Hervortreten, Zunahme (Nom. Sg. m.)
eva vā
gewiss oder (Partikel)

jaya-kāle tu sattvasya devarṣīn rajaso 'surān tamaso yakṣa-rakṣāṁsi tat-kālānuguṇo 'bhajat

Doch entsprechend der jeweiligen Zeit begünstigte er: zur Zeit des Sieges der Güte die Götter und Weisen, [zur Zeit des Sieges] der Leidenschaft die Asuras, [zur Zeit des Sieges] der Dunkelheit die Yakṣas und Rākṣasas.

Wort für Wort
jaya-kāle
zur Zeit des Sieges (Lok. Sg.)
tu
aber, doch (Partikel)
sattvasya
der Güte (Gen. Sg.)
deva-ṛṣīn
die Götter und Weisen (Akk. Pl.)
rajasaḥ
der Leidenschaft (Gen. Sg.)
asurān
die Asuras (Akk. Pl.)
tamasaḥ
der Dunkelheit (Gen. Sg.)
yakṣa-rakṣāṁsi
die Yakṣas und Rākṣasas (Akk. Pl. n.)
tat-kāla-anuguṇaḥ
der jeweiligen Zeit entsprechend (Nom. Sg. m.)
abhajat
er begünstigte, förderte (3. Sg. Impf.)

jyotir-ādir ivābhāti saṅghātān na vivicyate vidanty ātmānam ātma-sthaṁ mathitvā kavayo 'ntataḥ

Wie Feuer und dergleichen [in verschiedenen Brennstoffen] erscheint er [in den Körpern], wird [dabei jedoch] nicht von den [elementaren] Zusammenballungen unterschieden; die Weisen erkennen, nachdem sie [die Sache] durchdacht haben, letztlich das im [eigenen] Selbst befindliche Selbst.

Wort für Wort
jyotiḥ-ādiḥ
Feuer und dergleichen (Nom. Sg. m.)
iva
wie, gleichsam (Partikel)
ābhāti
erscheint (3. Sg. Präs.)
saṅghātāt
von der [elementaren] Zusammenballung, dem Körper (Abl. Sg.)
na vivicyate
wird nicht unterschieden (3. Sg. Präs. Pass.)
vidanti
sie erkennen (3. Pl. Präs.)
ātmānam
das Selbst (Akk. Sg.)
ātma-stham
im [eigenen] Selbst befindlich (Akk. Sg. m.)
mathitvā
nachdem sie durchdacht, ergründet haben (Gerundium)
kavayaḥ
die Weisen, Seher (Nom. Pl.)
antataḥ
letztlich, am Ende (Adv.)

yadā sisṛkṣuḥ pura ātmanaḥ paro rajaḥ sṛjaty eṣa pṛthak sva-māyayā sattvaṁ vicitrāsu riraṁsur īśvaraḥ śayiṣyamāṇas tama īrayaty asau

Wenn Er, der Höchste, die Leiber für die verkörperten [Wesen] hervorbringen will, erschafft dieser [Herr] durch seine eigene Māyā eigens die Leidenschaft (rajas); wenn der Gebieter in mannigfaltigen [Gestalten] zu wirken wünscht, [erschafft er] die Güte (sattva); wenn er im Begriff ist zu ruhen, lässt jener die Dunkelheit (tamas) aufsteigen.

Wort für Wort
yadā
wenn (Adv.)
sisṛkṣuḥ
zu erschaffen wünschend (Nom. Sg. m., Desiderativ-Ptz.)
puraḥ
die Leiber, Körper (Akk. Pl.)
ātmanaḥ
für die verkörperten Wesen, für sich (Gen. Sg.)
paraḥ
der Höchste (Nom. Sg. m.)
rajaḥ
die Leidenschaft (Akk. Sg. n.)
sṛjati
erschafft (3. Sg. Präs.)
eṣaḥ
dieser (Nom. Sg. m.)
pṛthak
eigens, gesondert (Adv.)
sva-māyayā
durch seine eigene Māyā (Instr. Sg.)
sattvam
die Güte (Akk. Sg. n.)
vicitrāsu
in mannigfaltigen [Gestalten] (Lok. Pl. f.)
riraṁsuḥ
zu wirken/spielen wünschend (Nom. Sg. m., Desiderativ-Ptz.)
īśvaraḥ
der Gebieter (Nom. Sg. m.)
śayiṣyamāṇaḥ
im Begriff zu ruhen (Nom. Sg. m., Fut.-Ptz.)
tamaḥ
die Dunkelheit (Akk. Sg. n.)
īrayati
lässt aufsteigen (3. Sg. Präs.)
asau
jener (Nom. Sg. m.)

kālaṁ carantaṁ sṛjatīśa āśrayaṁ pradhāna-pumbhyāṁ nara-deva satya-kṛt

Der Gebieter, der Wahr-Macher, erschafft, o Herr der Menschen, die fortschreitende Zeit als Stütze für die Urmaterie (pradhāna) und den Geist (puruṣa).

Wort für Wort
kālam
die Zeit (Akk. Sg.)
carantam
fortschreitend, wandelnd (Akk. Sg. m., Ptz. Präs.)
sṛjati
erschafft (3. Sg. Präs.)
īśaḥ
der Gebieter (Nom. Sg. m.)
āśrayam
als Stütze, Grundlage (Akk. Sg.)
pradhāna-pumbhyām
für die Urmaterie und den Geist (Dat. Dual)
nara-deva
o Herr der Menschen (Vok. Sg.)
satya-kṛt
der Wahr-Macher (Nom. Sg. m.)

ya eṣa rājann api kāla īśitā sattvaṁ surānīkam ivaidhayaty ataḥ tat-pratyanīkān asurān sura-priyo rajas-tamaskān pramiṇoty uruśravāḥ

Diese Zeit selbst, o König, ist der Gebieter; dadurch lässt sie das Heer der Götter gleichsam gemäß der Güte gedeihen, und, den Göttern zugetan, von weithin gerühmtem Ruhm, vernichtet sie die ihnen entgegengesetzten, von Leidenschaft und Dunkelheit [geprägten] Dämonen.

Wort für Wort
yaḥ
welche, die (Nom. Sg. m.)
eṣaḥ
diese (Nom. Sg. m.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
api
selbst, sogar (Partikel)
kālaḥ
die Zeit (Nom. Sg. m.)
īśitā
der Gebieter (Nom. Sg. m.)
sattvam
die Güte (Akk. Sg. n. / instr. Sinn)
sura-anīkam
das Heer der Götter (Akk. Sg. n.)
iva
gleichsam (Partikel)
edhayati
lässt gedeihen (3. Sg. Präs. Kaus.)
ataḥ
dadurch, deshalb (Adv.)
tat-pratyanīkān
die diesen entgegengesetzten (Akk. Pl.)
asurān
die Dämonen (Akk. Pl.)
sura-priyaḥ
den Göttern zugetan (Nom. Sg. m.)
rajaḥ-tamaskān
von Leidenschaft und Dunkelheit [geprägt] (Akk. Pl.)
pramiṇoti
vernichtet (3. Sg. Präs.)
uru-śravāḥ
von weithin gerühmtem Ruhm (Nom. Sg. m.)

atraivodāhṛtaḥ pūrvam itihāsaḥ surarṣiṇā prītyā mahā-kratau rājan pṛcchate 'jāta-śatrave

Eben hierzu wurde vormals von dem göttlichen Weisen [Nārada] beim großen Opfer aus Zuneigung eine alte Geschichte erzählt, o König, dem fragenden Ajātaśatru [Yudhiṣṭhira].

Wort für Wort
atra eva
eben hierzu (Adv.)
udāhṛtaḥ
erzählt, angeführt (Nom. Sg. m., Ptz. Perf. Pass.)
pūrvam
vormals, früher (Adv.)
itihāsaḥ
eine [alte] Geschichte (Nom. Sg. m.)
sura-ṛṣiṇā
von dem göttlichen Weisen [Nārada] (Instr. Sg.)
prītyā
aus Zuneigung, Freude (Instr. Sg.)
mahā-kratau
beim großen Opfer (Lok. Sg.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
pṛcchate
dem Fragenden (Dat. Sg. m., Ptz. Präs.)
ajāta-śatrave
dem Ajātaśatru [Yudhiṣṭhira, 'ohne geborenen Feind'] (Dat. Sg.)

dṛṣṭvā mahādbhutaṁ rājā rājasūye mahā-kratau vāsudeve bhagavati sāyujyaṁ cedi-bhū-bhujaḥ tatrāsīnaṁ sura-ṛṣiṁ rājā pāṇḍu-sutaḥ kratau papraccha vismita-manā munīnāṁ śṛṇvatām idam

Als der König [Yudhiṣṭhira] beim großen Rājasūya-Opfer das überaus Erstaunliche gesehen hatte – das Einswerden des Herrschers von Cedi [Śiśupāla] mit Vāsudeva, dem Erhabenen Herrn –, da fragte der König, der Sohn des Pāṇḍu, mit staunendem Sinn den dort beim Opfer sitzenden göttlichen Weisen [Nārada] dies, während die Weisen zuhörten.

Wort für Wort
dṛṣṭvā
nachdem er gesehen hatte (Gerundium)
mahā-adbhutam
das überaus Erstaunliche (Akk. Sg. n.)
rājā
der König (Nom. Sg.)
rājasūye
beim Rājasūya-Opfer (Lok. Sg.)
mahā-kratau
beim großen Opferritual (Lok. Sg.)
vāsudeve bhagavati
in Vāsudeva, dem Erhabenen Herrn (Lok. Sg.)
sāyujyam
das Einswerden, die Vereinigung (Akk. Sg.)
cedi-bhū-bhujaḥ
des Herrschers der Erde von Cedi [Śiśupāla] (Gen. Sg.)
tatra
dort (Adv.)
āsīnam
den sitzenden (Akk. Sg. m., Ptz.)
sura-ṛṣim
den göttlichen Weisen [Nārada] (Akk. Sg.)
rājā
der König (Nom. Sg.)
pāṇḍu-sutaḥ
der Sohn des Pāṇḍu [Yudhiṣṭhira] (Nom. Sg.)
papraccha
fragte (3. Sg. Perf.)
vismita-manāḥ
mit staunendem Sinn (Nom. Sg. m.)
munīnām
während die Weisen (Gen. Pl., absolut)
śṛṇvatām
zuhörten (Gen. Pl., Ptz. Präs.)
idam
dies (Akk. Sg. n.)

śrī-yudhiṣṭhira uvāca aho aty-adbhutaṁ hy etad durlabhaikāntinām api vāsudeve pare tattve prāptiś caidyasya vidviṣaḥ

Śrī Yudhiṣṭhira sprach: Ach, dies ist wahrlich höchst erstaunlich – selbst für die ausschließlich [Gott] Ergebenen schwer zu erlangen –, dass der hasserfüllte Caidya [Śiśupāla] Vāsudeva, das höchste Wesen, erlangt hat.

Wort für Wort
śrī-yudhiṣṭhiraḥ uvāca
Śrī Yudhiṣṭhira (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
aho
ach, oh (Interjektion)
ati-adbhutam
höchst erstaunlich (Nom. Sg. n.)
hi
wahrlich (Partikel)
etat
dies (Nom. Sg. n.)
durlabha
schwer zu erlangen (Adj.)
ekāntinām
für die ausschließlich [Gott] Ergebenen (Gen. Pl.)
api
selbst, auch (Partikel)
vāsudeve
in Vāsudeva (Lok. Sg.)
pare tattve
im höchsten Wesen (Lok. Sg.)
prāptiḥ
das Erlangen (Nom. Sg. f.)
caidyasya
des Caidya [Śiśupāla] (Gen. Sg.)
vidviṣaḥ
des Hasserfüllten (Gen. Sg. m.)

etad veditum icchāmaḥ sarva eva vayaṁ mune bhagavan-nindayā veno dvijais tamasi pātitaḥ

Dies möchten wir alle wissen, o Weiser: [Wie kann das sein, wo doch] Vena wegen Lästerung des Erhabenen Herrn von den Brahmanen in die Finsternis gestürzt wurde.

Wort für Wort
etat
dies (Akk. Sg. n.)
veditum
zu wissen (Inf.)
icchāmaḥ
wir wünschen (1. Pl. Präs.)
sarve
alle (Nom. Pl. m.)
eva
wahrlich (Partikel)
vayam
wir (Nom. Pl.)
mune
o Weiser (Vok. Sg.)
bhagavat-nindayā
durch Lästerung des Erhabenen (Instr. Sg.)
venaḥ
Vena (Nom. Sg.)
dvijaiḥ
von den Brahmanen (Instr. Pl.)
tamasi
in die Finsternis, Hölle (Lok. Sg.)
pātitaḥ
gestürzt (Nom. Sg. m., Ptz. Perf. Pass.)

damaghoṣa-sutaḥ pāpa ārabhya kala-bhāṣaṇāt sampraty amarṣī govinde dantavakraś ca durmatiḥ

Der Sohn des Damaghoṣa [Śiśupāla], sündig, [war ihm feindselig] seit seinem unartikulierten Kindergestammel an, und bis jetzt [ist er], voll Unmut gegen Govinda, ebenso Dantavakra, übelgesinnt.

Wort für Wort
damaghoṣa-sutaḥ
der Sohn des Damaghoṣa [Śiśupāla] (Nom. Sg.)
pāpaḥ
sündig (Nom. Sg. m.)
ārabhya
beginnend, seit … an (Gerundium/Postposition)
kala-bhāṣaṇāt
vom unartikulierten [Kinder-]Gestammel (Abl. Sg.)
samprati
bis jetzt, gegenwärtig (Adv.)
amarṣī
voll Unmut, ungeduldig (Nom. Sg. m.)
govinde
gegen Govinda (Lok. Sg.)
dantavakraḥ
Dantavakra (Nom. Sg.)
ca
und, ebenso (Partikel)
durmatiḥ
übelgesinnt (Nom. Sg. m.)

śapator asakṛd viṣṇuṁ yad brahma param avyayam śvitro na jāto jihvāyāṁ nāndhaṁ viviśatus tamaḥ

Obwohl die beiden wiederholt Viṣṇu, der das höchste, unvergängliche Brahman ist, schmähten, entstand auf [ihrer] Zunge kein weißer Aussatz, noch gingen sie in blinde Finsternis ein.

Wort für Wort
śapatoḥ
der beiden Schmähenden (Gen. Dual, Ptz. Präs.)
asakṛt
wiederholt, wieder und wieder (Adv.)
viṣṇum
Viṣṇu (Akk. Sg.)
yat brahma
welches Brahman (Nom./Akk. Sg. n.)
param
das höchste (Akk. Sg. n.)
avyayam
unvergänglich (Akk. Sg. n.)
śvitraḥ
weißer Aussatz (Nom. Sg. m.)
na jātaḥ
entstand nicht (Nom. Sg. m., Ptz. Perf. Pass.)
jihvāyām
auf der Zunge (Lok. Sg.)
na
nicht (Negation)
andham tamaḥ
in blinde Finsternis (Akk. Sg. n.)
viviśatuḥ
die beiden gingen ein (3. Dual Perf.)

kathaṁ tasmin bhagavati duravagrāhya-dhāmani paśyatāṁ sarva-lokānāṁ layam īyatur añjasā

Wie gingen sie, während alle Welten zusahen, mühelos in jenen Erhabenen Herrn ein, dessen Wesen schwer zu erfassen ist?

Wort für Wort
katham
wie (Adv.)
tasmin bhagavati
in jenen Erhabenen Herrn (Lok. Sg.)
duravagrāhya-dhāmani
dessen Wesen schwer zu erfassen ist (Lok. Sg., Bahuvrīhi)
paśyatām
während zusahen (Gen. Pl., Ptz. Präs., absolut)
sarva-lokānām
alle Welten (Gen. Pl.)
layam
das Einsgehen, Aufgehen (Akk. Sg.)
īyatuḥ
die beiden gingen ein (3. Dual Perf.)
añjasā
mühelos, geradewegs (Instr. Sg. als Adv.)

etad bhrāmyati me buddhir dīpārcir iva vāyunā brūhy etad adbhutatamaṁ bhagavān hy atra kāraṇam

Hierüber schwankt mein Verstand wie die Flamme einer Lampe im Wind; sprich dies Höchsterstaunliche, denn du, Erhabener, [kennst] hierin die Ursache.

Wort für Wort
etat
hierüber (Lok. Sinn, Akk. Sg. n.)
bhrāmyati
schwankt, irrt umher (3. Sg. Präs.)
me
mein (Gen. Sg.)
buddhiḥ
der Verstand (Nom. Sg.)
dīpa-arciḥ
die Flamme einer Lampe (Nom. Sg. f.)
iva
wie (Partikel)
vāyunā
durch den Wind (Instr. Sg.)
brūhi
sprich! (2. Sg. Imperativ)
etat
dies (Akk. Sg. n.)
adbhutatamam
höchst erstaunliche (Akk. Sg. n., Superlativ)
bhagavān
o Erhabener (Nom. Sg. m., vokativisch)
hi
denn, wahrlich (Partikel)
atra
hierin, hierbei (Adv.)
kāraṇam
die Ursache (Akk. Sg.)

śrī-bādarāyaṇir uvāca rājñas tad vaca ākarṇya nārado bhagavān ṛṣiḥ tuṣṭaḥ prāha tam ābhāṣya śṛṇvatyās tat-sadaḥ kathāḥ

Śrī Bādarāyaṇi [Śuka] sprach: Nachdem er diese Rede des Königs vernommen hatte, sprach der erhabene Weise Nārada, zufrieden, ihn ansprechend, [seine] Worte, während jene Versammlung zuhörte.

Wort für Wort
śrī-bādarāyaṇiḥ uvāca
Śrī Bādarāyaṇi [Śuka] (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
rājñaḥ
des Königs (Gen. Sg.)
tat vacaḥ
diese Rede (Akk. Sg. n.)
ākarṇya
nachdem er vernommen hatte (Gerundium)
nāradaḥ
Nārada (Nom. Sg.)
bhagavān
der erhabene (Nom. Sg. m.)
ṛṣiḥ
der Weise (Nom. Sg.)
tuṣṭaḥ
zufrieden (Nom. Sg. m.)
prāha
sprach (3. Sg. Perf.)
tam
ihn (Akk. Sg. m.)
ābhāṣya
ansprechend (Gerundium)
śṛṇvatyāḥ
während zuhörte (Gen. Sg. f., Ptz. Präs., absolut)
tat-sadaḥ
jene Versammlung (Gen. Sg.)
kathāḥ
die Worte, Erzählungen (Akk. Pl.)

śrī-nārada uvāca nindana-stava-satkāra-nyakkārārthaṁ kalevaram pradhāna-parayo rājann avivekena kalpitam

Śrī Nārada sprach: Der Körper – zum Zwecke von Schmähung, Lobpreisung, Ehrung [und] Missachtung – wird, o König, durch das Nichtunterscheiden zwischen Urmaterie (pradhāna) und dem Höchsten [Selbst] [imaginär] angenommen.

Wort für Wort
śrī-nāradaḥ uvāca
Śrī Nārada (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
nindana-stava-satkāra-nyakkāra-artham
zum Zwecke von Schmähung, Lobpreisung, Ehrung, Missachtung (Akk. Sg., Adv.)
kalevaram
der Körper (Nom. Sg. n.)
pradhāna-parayoḥ
zwischen Urmaterie und dem Höchsten (Gen. Dual)
rājan
o König (Vok. Sg.)
avivekena
durch Nichtunterscheiden (Instr. Sg.)
kalpitam
angenommen, [imaginär] gebildet (Nom. Sg. n., Ptz. Perf. Pass.)

hiṁsā tad-abhimānena daṇḍa-pāruṣyayor yathā vaiṣamyam iha bhūtānāṁ mamāham iti pārthiva

Wie durch die falsche Ich-Vorstellung darüber [den Körper] Verletzung [entsteht] bei Bestrafung und Grobheit, [so entsteht] hier, o Herrscher, durch [die Vorstellungen] 'mein' und 'ich' die Ungleichheit der Wesen.

Wort für Wort
hiṁsā
Verletzung, Schädigung (Nom. Sg. f.)
tat-abhimānena
durch die falsche Ich-Vorstellung darüber (Instr. Sg.)
daṇḍa-pāruṣyayoḥ
bei Bestrafung und Grobheit (Gen./Lok. Dual)
yathā
wie (Adv.)
vaiṣamyam
Ungleichheit (Nom. Sg. n.)
iha
hier (Adv.)
bhūtānām
der Wesen (Gen. Pl.)
mama aham
'mein', 'ich' (Nom./Gen. Sg.)
iti
so, [in der Vorstellung] (Partikel)
pārthiva
o Herrscher (Vok. Sg.)

yan-nibaddho 'bhimāno 'yaṁ tad-vadhāt prāṇināṁ vadhaḥ tathā na yasya kaivalyād abhimāno 'khilātmanaḥ parasya dama-kartur hi hiṁsā kenāsya kalpyate

Da diese falsche Ich-Vorstellung an jenes [den Körper] gebunden ist, [entsteht] durch dessen Tötung die Tötung der Lebewesen; doch bei wem – wegen [seiner] Einzigkeit – keine solche Ich-Vorstellung besteht, [nämlich] beim Selbst von allem, dem Höchsten, dem Bezwinger [aller] – wodurch könnte ihm da Verletzung zugefügt werden?

Wort für Wort
yat-nibaddhaḥ
woran gebunden (Nom. Sg. m.)
abhimānaḥ
die falsche Ich-Vorstellung (Nom. Sg. m.)
ayam
diese (Nom. Sg. m.)
tat-vadhāt
durch dessen Tötung (Abl. Sg.)
prāṇinām
der Lebewesen (Gen. Pl.)
vadhaḥ
Tötung (Nom. Sg. m.)
tathā
ebenso (Adv.)
na
nicht (Negation)
yasya
bei wem (Gen. Sg.)
kaivalyāt
wegen [seiner] Einzigkeit, Alleinheit (Abl. Sg.)
abhimānaḥ
falsche Ich-Vorstellung (Nom. Sg. m.)
akhila-ātmanaḥ
des Selbst von allem (Gen. Sg.)
parasya
des Höchsten (Gen. Sg.)
dama-kartuḥ
des Bezwingers [aller] (Gen. Sg.)
hi
wahrlich (Partikel)
hiṁsā
Verletzung (Nom. Sg. f.)
kena
wodurch (Instr. Sg. n.)
asya
ihm (Gen. Sg.)
kalpyate
wird zugefügt, bewirkt (3. Sg. Präs. Pass.)

tasmād vairānubandhena nirvaireṇa bhayena vā snehāt kāmena vā yuñjyāt kathañcin nekṣate pṛthak

Deshalb möge man sich, sei es durch anhaltende Feindschaft, durch Feindlosigkeit, durch Furcht, aus Zuneigung oder durch Begierde, irgendwie [mit Ihm] verbinden; auf keine Weise sieht [man Ihn dann] als getrennt [von sich].

Wort für Wort
tasmāt
deshalb (Adv.)
vaira-anubandhena
durch anhaltende Feindschaft (Instr. Sg.)
nirvaireṇa
durch Feindlosigkeit (Instr. Sg.)
bhayena
durch Furcht (Instr. Sg.)
vā
oder (Partikel)
snehāt
aus Zuneigung (Abl. Sg.)
kāmena
durch Begierde (Instr. Sg.)
vā
oder (Partikel)
yuñjyāt
möge man sich verbinden (3. Sg. Optativ)
kathañcit
irgendwie (Adv.)
na īkṣate
sieht nicht (3. Sg. Präs. Med.)
pṛthak
getrennt (Adv.)

yathā vairānubandhena martyas tan-mayatām iyāt na tathā bhakti-yogena iti me niścitā matiḥ

Dass ein Sterblicher durch anhaltende Feindschaft ebenso Vertiefung in Ihn erlangen könnte wie durch den Yoga der Hingabe – das ist nicht [der Fall]; so ist meine feste Ansicht.

Wort für Wort
yathā
wie, ebenso wie (Adv.)
vaira-anubandhena
durch anhaltende Feindschaft (Instr. Sg.)
martyaḥ
ein Sterblicher (Nom. Sg.)
tat-mayatām
Vertiefung, Erfülltsein mit Ihm (Akk. Sg.)
iyāt
könnte erlangen (3. Sg. Optativ)
na tathā
nicht ebenso (Adv.)
bhakti-yogena
durch den Yoga der Hingabe (Instr. Sg.)
iti
so (Partikel)
me
meine (Gen. Sg.)
niścitā
feste, bestimmte (Nom. Sg. f.)
matiḥ
Ansicht (Nom. Sg.)

kīṭaḥ peśaskṛtā ruddhaḥ kuḍyāyāṁ tam anusmaran saṁrambha-bhaya-yogena vindate tat-svarūpatām evaṁ kṛṣṇe bhagavati māyā-manuja īśvare vaireṇa pūta-pāpmānas tam āpur anucintayā

Wie eine Made, von der [Grab-]Wespe (Peśaskṛt) in der Mauerzelle eingeschlossen, indem sie fortwährend an jene denkt, durch die Verbindung von Wut und Furcht deren Wesensgestalt erlangt – ebenso erlangten jene [Śiśupāla und Dantavakra], durch Feindschaft von Sünde gereinigt, durch beständiges Nachsinnen Kṛṣṇa, den Erhabenen Herrn, den Gebieter, der scheinbar als Mensch erschien.

Wort für Wort
kīṭaḥ
die Made, das Insekt (Nom. Sg.)
peśaskṛtā
von der Wespe Peśaskṛt (Instr. Sg.)
ruddhaḥ
eingeschlossen (Nom. Sg. m., Ptz. Perf. Pass.)
kuḍyāyām
in der Mauerzelle (Lok. Sg.)
tam
jene [Wespe] (Akk. Sg. m.)
anusmaran
fortwährend denkend (Nom. Sg. m., Ptz. Präs.)
saṁrambha-bhaya-yogena
durch die Verbindung von Wut und Furcht (Instr. Sg.)
vindate
erlangt (3. Sg. Präs. Med.)
tat-svarūpatām
dessen Wesensgestalt (Akk. Sg.)
evam
ebenso, so (Adv.)
kṛṣṇe bhagavati
zu Kṛṣṇa, dem Erhabenen Herrn (Lok. Sg.)
māyā-manuje
der scheinbar als Mensch [erschienen ist] (Lok. Sg.)
īśvare
dem Gebieter (Lok. Sg.)
vaireṇa
durch Feindschaft (Instr. Sg.)
pūta-pāpmānaḥ
von Sünde gereinigt (Nom. Pl. m.)
tam
Ihn (Akk. Sg. m.)
āpuḥ
sie erlangten (3. Pl. Perf.)
anucintayā
durch beständiges Nachsinnen (Instr. Sg.)

kāmād dveṣād bhayāt snehād yathā bhaktyeśvare manaḥ āveśya tad-aghaṁ hitvā bahavas tad-gatiṁ gatāḥ

Ebenso wie [manche] aus Begierde, Hass, Furcht [oder] Zuneigung den Geist auf den Gebieter richten, [so tun es andere] durch Hingabe; und nachdem sie, ihn [so] vertiefend, die [ihnen jeweils zugehörige] Verfehlung aufgegeben haben, sind viele zu dessen Ziel gelangt.

Wort für Wort
kāmāt
aus Begierde (Abl. Sg.)
dveṣāt
aus Hass (Abl. Sg.)
bhayāt
aus Furcht (Abl. Sg.)
snehāt
aus Zuneigung (Abl. Sg.)
yathā
wie, ebenso wie (Adv.)
bhaktyā
durch Hingabe (Instr. Sg.)
īśvare
auf den Gebieter (Lok. Sg.)
manaḥ
den Geist (Akk. Sg.)
āveśya
nachdem sie vertieft, versenkt haben (Gerundium)
tat-agham
die [jeweils] zugehörige Verfehlung (Akk. Sg.)
hitvā
nachdem sie aufgegeben haben (Gerundium)
bahavaḥ
viele (Nom. Pl. m.)
tat-gatim
dessen Ziel, Zustand (Akk. Sg.)
gatāḥ
gelangt (Nom. Pl. m., Ptz. Perf. Pass.)

gopyaḥ kāmād bhayāt kaṁso dveṣāc caidyādayo nṛpāḥ sambandhād vṛṣṇayaḥ snehād yūyaṁ bhaktyā vayaṁ vibho

Die Gopīs aus Begierde, Kaṁsa aus Furcht, Caidya [Śiśupāla] und die anderen Könige aus Hass, die Vṛṣṇis durch Verwandtschaft, ihr aus Zuneigung, wir aus Hingabe, o Gebieter.

Wort für Wort
gopyaḥ
die Gopīs (Nom. Pl.)
kāmāt
aus Begierde (Abl. Sg.)
bhayāt
aus Furcht (Abl. Sg.)
kaṁsaḥ
Kaṁsa (Nom. Sg.)
dveṣāt
aus Hass (Abl. Sg.)
caidya-ādayaḥ
Caidya und die anderen (Nom. Pl.)
nṛpāḥ
Könige (Nom. Pl.)
sambandhāt
durch Verwandtschaft (Abl. Sg.)
vṛṣṇayaḥ
die Vṛṣṇis (Nom. Pl.)
snehāt
aus Zuneigung (Abl. Sg.)
yūyam
ihr (Nom. Pl.)
bhaktyā
durch Hingabe (Instr. Sg.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
vibho
o Gebieter (Vok. Sg.)

katamo 'pi na venaḥ syāt pañcānāṁ puruṣaṁ prati tasmāt kenāpy upāyena manaḥ kṛṣṇe niveśayet

Keiner von diesen fünf [Wegen] sollte, [wie einst] Vena, in Bezug auf die Höchste Person [feindselig] sein; deshalb möge man auf irgendeine Weise den Geist auf Kṛṣṇa richten.

Wort für Wort
katamaḥ
welcher, irgendeiner (Nom. Sg. m.)
api
auch, selbst (Partikel)
na
nicht (Negation)
venaḥ
[wie] Vena (Nom. Sg.)
syāt
sollte sein (3. Sg. Optativ)
pañcānām
von den Fünf[en] (Gen. Pl.)
puruṣam
die [Höchste] Person (Akk. Sg.)
prati
in Bezug auf (Präp. + Akk.)
tasmāt
deshalb (Adv.)
kena api
durch irgendein (Instr. Sg.)
upāyena
durch [ein] Mittel (Instr. Sg.)
manaḥ
den Geist (Akk. Sg.)
kṛṣṇe
auf Kṛṣṇa (Lok. Sg.)
niveśayet
möge man richten (3. Sg. Optativ Kaus.)

mātṛ-ṣvasreyo vaś caidyo dantavakraś ca pāṇḍava pārṣada-pravarau viṣṇor vipra-śāpāt pada-cyutau

Euer Vetter mütterlicherseits, Caidya, und Dantavakra, o Pāṇḍava, [waren] die vorzüglichsten Gefährten Viṣṇus, durch den Fluch eines Brahmanen von ihrem Rang gefallen.

Wort für Wort
mātṛ-svasreyaḥ
der Sohn der Mutterschwester, Vetter (Nom. Sg.)
vaḥ
euer (Gen. Pl.)
caidyaḥ
Caidya [Śiśupāla] (Nom. Sg.)
dantavakraḥ
Dantavakra (Nom. Sg.)
ca
und (Partikel)
pāṇḍava
o Pāṇḍava (Vok. Sg.)
pārṣada-pravarau
die vorzüglichsten [beiden] Gefährten (Nom. Dual)
viṣṇoḥ
Viṣṇus (Gen. Sg.)
vipra-śāpāt
durch den Fluch eines Brahmanen (Abl. Sg.)
pada-cyutau
von [ihrem] Rang gefallen (Nom. Dual)

śrī-yudhiṣṭhira uvāca kīdṛśaḥ kasya vā śāpo hari-dāsābhimarśanaḥ aśraddheya ivābhāti harer ekāntināṁ bhavaḥ

Śrī Yudhiṣṭhira sprach: Welcher Art und wessen [war] der Fluch, der einen Diener Haris überwältigte? Es scheint kaum glaubhaft, [dass] bei den ausschließlich Hari Ergebenen [solche] Geburt/Entstehung [stattfand].

Wort für Wort
śrī-yudhiṣṭhiraḥ uvāca
Śrī Yudhiṣṭhira (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
kīdṛśaḥ
welcher Art (Nom. Sg. m.)
kasya
wessen (Gen. Sg.)
vā
oder (Partikel)
śāpaḥ
der Fluch (Nom. Sg.)
hari-dāsa-abhimarśanaḥ
der einen Diener Haris berührte, überwältigte (Nom. Sg. m.)
aśraddheyaḥ
nicht glaubhaft (Nom. Sg. m.)
iva
gleichsam, wie (Partikel)
ābhāti
erscheint (3. Sg. Präs.)
hareḥ
Haris (Gen. Sg.)
ekāntinām
der ausschließlich Ergebenen (Gen. Pl.)
bhavaḥ
Entstehung, [neue] Geburt (Nom. Sg.)

dehendriyāsu-hīnānāṁ vaikuṇṭha-pura-vāsinām deha-sambandha-sambaddham etad ākhyātum arhasi

Bei den Bewohnern Vaikuṇṭhas, die frei sind von [grobstofflichem] Körper, Sinnen und Lebenshauch – dies, [wie es] mit der Bindung an einen [materiellen] Körper zusammenhängt, mögest du erklären.

Wort für Wort
deha-indriya-asu-hīnānām
die frei sind von Körper, Sinnen und Lebenshauch (Gen. Pl.)
vaikuṇṭha-pura-vāsinām
der Bewohner der Stadt Vaikuṇṭha (Gen. Pl.)
deha-sambandha-sambaddham
mit der Bindung an einen [materiellen] Körper zusammenhängend (Akk. Sg. n.)
etat
dies (Akk. Sg. n.)
ākhyātum
zu erklären (Inf.)
arhasi
du mögest, du bist imstande (2. Sg. Präs.)

śrī-nārada uvāca ekadā brahmaṇaḥ putrā viṣṇu-lokaṁ yadṛcchayā sanandanādayo jagmuś caranto bhuvana-trayam

Śrī Nārada sprach: Einst gingen die Söhne Brahmās, Sanandana und die anderen, zufällig, während sie die drei Welten durchwanderten, zur Welt Viṣṇus.

Wort für Wort
śrī-nāradaḥ uvāca
Śrī Nārada (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
ekadā
einst (Adv.)
brahmaṇaḥ
Brahmās (Gen. Sg.)
putrāḥ
die Söhne (Nom. Pl.)
viṣṇu-lokam
zur Welt Viṣṇus (Akk. Sg.)
yadṛcchayā
zufällig (Instr. Sg. als Adv.)
sanandana-ādayaḥ
Sanandana und die anderen (Nom. Pl.)
jagmuḥ
sie gingen (3. Pl. Perf.)
carantaḥ
durchwandernd (Nom. Pl. m., Ptz. Präs.)
bhuvana-trayam
die drei Welten (Akk. Sg.)

pañca-ṣaḍḍhāyanārbhābhāḥ pūrveṣām api pūrvajāḥ dig-vāsasaḥ śiśūn matvā dvāḥ-sthau tān pratyaṣedhatām

Obwohl sie, an Erscheinung fünf- bis sechsjährigen Kindern gleich, noch vor den Uranfänglichen geboren waren, hielten die beiden Torwächter sie, da sie unbekleidet waren, für Kinder und hinderten sie [am Eintritt].

Wort für Wort
pañca-ṣaṭ-dhāyana-arbha-ābhāḥ
wie fünf- bis sechsjährige Kinder aussehend (Nom. Pl. m.)
pūrveṣām
der Uranfänglichen, Ältesten (Gen. Pl.)
api
obwohl, sogar (Partikel)
pūrva-jāḥ
vorher geboren (Nom. Pl. m.)
dik-vāsasaḥ
himmelsbekleidet, nackt (Akk. Pl. m.)
śiśūn
für Kinder (Akk. Pl.)
matvā
haltend, denkend (Gerundium)
dvāḥ-sthau
die beiden Torwächter (Nom. Dual)
tān
sie (Akk. Pl. m.)
pratyaṣedhatām
die beiden hinderten, wiesen ab (3. Dual Impf.)

aśapan kupitā evaṁ yuvāṁ vāsaṁ na cārhathaḥ rajas-tamobhyāṁ rahite pāda-mūle madhudviṣaḥ pāpiṣṭhām āsurīṁ yoniṁ bāliśau yātam āśv ataḥ

Voll Zorn verfluchten sie: 'So verdient ihr beiden keinen Aufenthalt zu Füßen des Feindes Madhus [Viṣṇu], der frei ist von Leidenschaft und Dunkelheit; darum geht, ihr Toren, alsbald in einen höchst sündigen, dämonischen Schoß ein.'

Wort für Wort
aśapan
sie verfluchten (3. Pl. Impf.)
kupitāḥ
voll Zorn (Nom. Pl. m.)
evam
so (Adv.)
yuvām
ihr beide (Nom. Dual)
vāsam
Aufenthalt (Akk. Sg.)
na ca arhathaḥ
verdient ihr nicht (2. Dual Präs.)
rajaḥ-tamobhyām
von Leidenschaft und Dunkelheit (Instr. Dual)
rahite
frei (Lok. Sg. m.)
pāda-mūle
zu Füßen (Lok. Sg.)
madhu-dviṣaḥ
des Feindes Madhus [Viṣṇu] (Gen. Sg.)
pāpiṣṭhām
höchst sündig (Akk. Sg. f.)
āsurīm
dämonisch (Akk. Sg. f.)
yonim
in den Schoß (Akk. Sg.)
bāliśau
ihr beiden Toren (Vok. Dual)
yātam
geht! (2. Dual Imperativ)
āśu
alsbald, schnell (Adv.)
ataḥ
darum (Adv.)

evaṁ śaptau sva-bhavanāt patantau tau kṛpālubhiḥ proktau punar janmabhir vāṁ tribhir lokāya kalpatām

So verflucht, während sie aus ihrer eigenen Wohnstatt herabfielen, wurden die beiden von den mitleidsvollen [Weisen] angesprochen: 'Möge euch beiden nach drei Geburten wieder die [himmlische] Welt möglich werden.'

Wort für Wort
evam
so (Adv.)
śaptau
die beiden verflucht (Nom. Dual, Ptz. Perf. Pass.)
sva-bhavanāt
aus der eigenen Wohnstatt (Abl. Sg.)
patantau
die beiden herabfallend (Nom. Dual, Ptz. Präs.)
tau
die beiden (Nom. Dual)
kṛpālubhiḥ
von den Mitleidsvollen (Instr. Pl.)
proktau
angesprochen (Nom. Dual, Ptz. Perf. Pass.)
punaḥ
wieder (Adv.)
janmabhiḥ
durch Geburten (Instr. Pl.)
vām
euch beiden (Dat./Gen. Dual)
tribhiḥ
durch drei (Instr. Pl.)
lokāya
für die Welt (Dat. Sg.)
kalpatām
möge es möglich werden (3. Dual Imperativ)

jajñāte tau diteḥ putrau daitya-dānava-vanditau hiraṇyakaśipur jyeṣṭho hiraṇyākṣo 'nujas tataḥ

Die beiden wurden als Söhne der Diti geboren, von Daityas und Dānavas verehrt: Hiraṇyakaśipu der Ältere, Hiraṇyākṣa danach der Jüngere.

Wort für Wort
jajñāte
die beiden wurden geboren (3. Dual Perf.)
tau
die beiden (Nom. Dual)
diteḥ
der Diti (Gen. Sg.)
putrau
als Söhne (Nom. Dual)
daitya-dānava-vanditau
von Daityas und Dānavas verehrt (Nom. Dual)
hiraṇyakaśipuḥ
Hiraṇyakaśipu (Nom. Sg.)
jyeṣṭhaḥ
der Ältere (Nom. Sg. m.)
hiraṇyākṣaḥ
Hiraṇyākṣa (Nom. Sg.)
anujaḥ
der Jüngere (Nom. Sg. m.)
tataḥ
danach (Adv.)

hato hiraṇyakaśipur hariṇā siṁha-rūpiṇā hiraṇyākṣo dharoddhāre bibhratā śaukaraṁ vapuḥ

Hiraṇyakaśipu wurde von Hari in Löwengestalt getötet, Hiraṇyākṣa [von Hari], der bei der Errettung der Erde die Ebergestalt trug.

Wort für Wort
hataḥ
getötet (Nom. Sg. m., Ptz. Perf. Pass.)
hiraṇyakaśipuḥ
Hiraṇyakaśipu (Nom. Sg.)
hariṇā
von Hari (Instr. Sg.)
siṁha-rūpiṇā
in Löwengestalt (Instr. Sg. m.)
hiraṇyākṣaḥ
Hiraṇyākṣa (Nom. Sg.)
dharā-uddhāre
bei der Errettung der Erde (Lok. Sg.)
bibhratā
tragend (Instr. Sg. m., Ptz. Präs.)
śaukaram
die Eber- (Akk. Sg. n.)
vapuḥ
Gestalt (Akk. Sg.)

hiraṇyakaśipuḥ putraṁ prahlādaṁ keśava-priyam jighāṁsur akaron nānā yātanā mṛtyu-hetave

Hiraṇyakaśipu, seinen Sohn Prahlāda, der Keśava lieb war, zu töten wünschend, verursachte mancherlei Torturen, um [dessen] Tod herbeizuführen.

Wort für Wort
hiraṇyakaśipuḥ
Hiraṇyakaśipu (Nom. Sg.)
putram
den Sohn (Akk. Sg.)
prahlādam
Prahlāda (Akk. Sg.)
keśava-priyam
der Keśava lieb war (Akk. Sg. m.)
jighāṁsuḥ
zu töten wünschend (Nom. Sg. m., Desiderativ-Ptz.)
akarot
er verursachte (3. Sg. Impf.)
nānā
mancherlei (Adv./Adj.)
yātanāḥ
Torturen (Akk. Pl.)
mṛtyu-hetave
um den Tod herbeizuführen (Dat. Sg.)

taṁ sarva-bhūtātma-bhūtaṁ praśāntaṁ sama-darśanam bhagavat-tejasā spṛṣṭaṁ nāśaknod dhantum udyamaiḥ

Ihn, der zum Selbst aller Wesen geworden war, friedvoll, von gleichem Blick, von der Macht des Erhabenen Herrn berührt, vermochte er trotz [aller] Anstrengungen nicht zu töten.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg. m.)
sarva-bhūta-ātma-bhūtam
der zum Selbst aller Wesen geworden ist (Akk. Sg. m.)
praśāntam
friedvoll, ruhig (Akk. Sg. m.)
sama-darśanam
von gleichem Blick (Akk. Sg. m.)
bhagavat-tejasā
von der Macht des Erhabenen Herrn (Instr. Sg.)
spṛṣṭam
berührt (Akk. Sg. m., Ptz. Perf. Pass.)
na aśaknot
er vermochte nicht (3. Sg. Impf.)
hantum
zu töten (Inf.)
udyamaiḥ
durch Anstrengungen (Instr. Pl.)

tatas tau rākṣasau jātau keśinyāṁ viśravaḥ-sutau rāvaṇaḥ kumbhakarṇaś ca sarva-lokopatāpanau

Danach wurden die beiden als Rākṣasas geboren, in Keśinī, als Söhne des Viśravas: Rāvaṇa und Kumbhakarṇa, welche alle Welten quälten.

Wort für Wort
tataḥ
danach (Adv.)
tau
die beiden (Nom. Dual)
rākṣasau
als Rākṣasas (Nom. Dual)
jātau
geboren (Nom. Dual, Ptz. Perf. Pass.)
keśinyām
in Keśinī (Lok. Sg.)
viśravaḥ-sutau
als Söhne des Viśravas (Nom. Dual)
rāvaṇaḥ
Rāvaṇa (Nom. Sg.)
kumbhakarṇaḥ
Kumbhakarṇa (Nom. Sg.)
ca
und (Partikel)
sarva-loka-upatāpanau
die alle Welten quälten (Nom. Dual)

tatrāpi rāghavo bhūtvā nyahanac chāpa-muktaye rāma-vīryaṁ śroṣyasi tvaṁ mārkaṇḍeya-mukhāt prabho

Auch dort tötete er sie, [als] Rāghava geworden, zur Befreiung vom Fluch; von der Tapferkeit Rāmas wirst du, o Herr, aus dem Munde Mārkaṇḍeyas hören.

Wort für Wort
tatra api
auch dort (Adv.)
rāghavaḥ
als Rāghava [Nachkomme Raghus, Rāma] (Nom. Sg.)
bhūtvā
geworden (Gerundium)
nyahanat
er tötete (3. Sg. Impf.)
śāpa-muktaye
zur Befreiung vom Fluch (Dat. Sg.)
rāma-vīryam
die Tapferkeit Rāmas (Akk. Sg.)
śroṣyasi
du wirst hören (2. Sg. Fut.)
tvam
du (Nom. Sg.)
mārkaṇḍeya-mukhāt
aus dem Munde Mārkaṇḍeyas (Abl. Sg.)
prabho
o Herr (Vok. Sg.)

tāv atra kṣatriyau jātau mātṛ-ṣvasrātmajau tava adhunā śāpa-nirmuktau kṛṣṇa-cakra-hatāṁhasau

Diese beiden wurden hier als Kṣatriyas geboren, als deine Vettern mütterlicherseits; jetzt sind sie, vom Fluch befreit, [ihre] Sünden durch Kṛṣṇas Diskus getilgt.

Wort für Wort
tau
die beiden (Nom. Dual)
atra
hier (Adv.)
kṣatriyau
als Kṣatriyas (Nom. Dual)
jātau
geboren (Nom. Dual, Ptz. Perf. Pass.)
mātṛ-ṣvasṛ-ātmajau
die Söhne der Mutterschwester, Vettern (Nom. Dual)
tava
deine (Gen. Sg.)
adhunā
jetzt (Adv.)
śāpa-nirmuktau
vom Fluch befreit (Nom. Dual)
kṛṣṇa-cakra-hata-aṁhasau
deren Sünden durch Kṛṣṇas Diskus vernichtet sind (Nom. Dual)

vairānubandha-tīvreṇa dhyānenācyuta-sātmatām nītau punar hareḥ pārśvaṁ jagmatur viṣṇu-pārṣadau

Durch das intensive Nachsinnen der anhaltenden Feindschaft zur Wesensgleichheit mit dem Unvergänglichen (Acyuta) geführt, gingen die beiden Gefährten Viṣṇus wieder in Haris Nähe ein.

Wort für Wort
vaira-anubandha-tīvreṇa
durch das intensive [Nachsinnen] der anhaltenden Feindschaft (Instr. Sg.)
dhyānena
durch Meditation, Nachsinnen (Instr. Sg.)
acyuta-sātmatām
zur Wesensgleichheit mit dem Unvergänglichen (Akk. Sg.)
nītau
geführt (Nom. Dual, Ptz. Perf. Pass.)
punaḥ
wieder (Adv.)
hareḥ
Haris (Gen. Sg.)
pārśvam
in die Nähe (Akk. Sg.)
jagmatuḥ
die beiden gingen (3. Dual Perf.)
viṣṇu-pārṣadau
die beiden Gefährten Viṣṇus (Nom. Dual)

śrī-yudhiṣṭhira uvāca vidveṣo dayite putre katham āsīn mahātmani brūhi me bhagavan yena prahlādasyācyutātmatā

Śrī Yudhiṣṭhira sprach: Wie konnte gegenüber dem geliebten Sohn, der großen Seele, Hass entstehen? Sprich zu mir, o Erhabener, wodurch Prahlādas Wesensgleichheit mit dem Unvergänglichen [entstand].

Wort für Wort
śrī-yudhiṣṭhiraḥ uvāca
Śrī Yudhiṣṭhira (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
vidveṣaḥ
Hass (Nom. Sg. m.)
dayite
gegenüber dem geliebten (Lok. Sg. m.)
putre
Sohn (Lok. Sg.)
katham
wie (Adv.)
āsīt
entstand, war (3. Sg. Impf.)
mahā-ātmani
der großen Seele (Lok. Sg.)
brūhi
sprich! (2. Sg. Imperativ)
me
zu mir (Dat. Sg.)
bhagavan
o Erhabener (Vok. Sg.)
yena
wodurch (Instr. Sg. n.)
prahlādasya
Prahlādas (Gen. Sg.)
acyuta-ātmatā
Wesensgleichheit mit dem Unvergänglichen (Nom. Sg. f.)

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