Der glorreiche König sprach: O Brahmane, der Erhabene Herr ist von sich aus allen Wesen gleich, lieb und ein Freund [zugleich] – wie [also] tötete er, um Indras willen, die Daityas, als wäre er parteiisch?
Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der glorreiche König (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
na hy asyārthaḥ sura-gaṇaiḥ sākṣān niḥśreyasātmanaḥ
naivāsurebhyo vidveṣo nodvegaś cāguṇasya hi
Denn Er, dessen Wesen das höchste Heil ist, hat wahrlich kein [eigennütziges] Interesse unmittelbar an der Schar der Götter; ebenso wenig [besteht] Hass gegenüber den Asuras oder Erregung – bei Ihm, der ohne [materielle] Eigenschaften ist.
Wort für Wort
na … hi
nicht … wahrlich, denn (Partikel)
asya
sein, dessen (Gen. Sg. m.)
arthaḥ
Interesse, Zweck (Nom. Sg. m.)
sura-gaṇaiḥ
mit/an der Schar der Götter (Instr. Pl.)
sākṣāt
unmittelbar, direkt (Adv.)
niḥśreyasa-ātmanaḥ
dessen Wesen das höchste Heil ist (Gen. Sg. m., Bahuvrīhi)
na eva
nicht einmal, ebenso wenig (Partikel)
asurebhyaḥ
gegenüber den Asuras (Dat. Pl.)
vidveṣaḥ
Hass, Feindschaft (Nom. Sg. m.)
na udvegaḥ
keine Erregung, Furcht (Nom. Sg. m.)
ca
und (Partikel)
aguṇasya
dessen, der ohne [materielle] Eigenschaften [ist] (Gen. Sg. m.)
iti naḥ sumahā-bhāga nārāyaṇa-guṇān prati
saṁśayaḥ sumahāñ jātas tad bhavāṁś chettum arhati
So ist, o Hochbeglückter, in uns hinsichtlich der Eigenschaften Nārāyaṇas ein sehr großer Zweifel entstanden; diesen möge Euer Gnaden zu zerschneiden geruhen.
Der glorreiche Weise [Śuka] sprach: Trefflich gefragt, o Großkönig! Das wunderbare Wirken Haris, das die Größe der Gottgeweihten [bezeugt] und die Hingabe zum Erhabenen Herrn mehrt, wird von den Weisen, angefangen mit Nārada, als überaus heilig besungen. Nachdem ich mich vor Kṛṣṇa, dem [in sich ruhenden] Weisen, verneigt habe, werde ich die Erzählung von Hari erzählen.
Wort für Wort
śrī-ṛṣiḥ uvāca
der glorreiche Weise (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
nirguṇo 'pi hy ajo 'vyakto bhagavān prakṛteḥ paraḥ
sva-māyā-guṇam āviśya bādhya-bādhakatāṁ gataḥ
Obwohl ohne [materielle] Eigenschaften, ungeboren, unmanifestiert und jenseits der Materie (prakṛti), ist der Erhabene Herr, indem Er in die Erscheinungsweisen Seiner eigenen Māyā eintritt, wahrlich in den Zustand von Bedingtem und Bedingendem gelangt.
Wort für Wort
nirguṇaḥ
frei von [materiellen] Eigenschaften (Nom. Sg. m.)
api
obwohl, auch (Partikel)
hi
wahrlich (Partikel)
ajaḥ
ungeboren (Nom. Sg. m.)
avyaktaḥ
unmanifestiert (Nom. Sg. m.)
bhagavān
der Erhabene Herr (Nom. Sg. m.)
prakṛteḥ
als die Materie (Abl. Sg.)
paraḥ
jenseits, höher (Nom. Sg. m.)
sva-māyā-guṇam
die Erscheinungsweisen der eigenen Māyā (Akk. Sg.)
āviśya
nachdem er eingetreten ist (Gerundium)
bādhya-bādhakatām
den Zustand von Bedingtem und Bedingendem (Akk. Sg.)
sattvaṁ rajas tama iti prakṛter nātmano guṇāḥ
na teṣāṁ yugapad rājan hrāsa ullāsa eva vā
Güte, Leidenschaft, Dunkelheit – das sind Eigenschaften der Materie (prakṛti), nicht des Selbst (ātman); bei ihnen gibt es, o König, kein gleichzeitiges Abnehmen und Hervortreten.
jaya-kāle tu sattvasya devarṣīn rajaso 'surān
tamaso yakṣa-rakṣāṁsi tat-kālānuguṇo 'bhajat
Doch entsprechend der jeweiligen Zeit begünstigte er: zur Zeit des Sieges der Güte die Götter und Weisen, [zur Zeit des Sieges] der Leidenschaft die Asuras, [zur Zeit des Sieges] der Dunkelheit die Yakṣas und Rākṣasas.
Wie Feuer und dergleichen [in verschiedenen Brennstoffen] erscheint er [in den Körpern], wird [dabei jedoch] nicht von den [elementaren] Zusammenballungen unterschieden; die Weisen erkennen, nachdem sie [die Sache] durchdacht haben, letztlich das im [eigenen] Selbst befindliche Selbst.
Wort für Wort
jyotiḥ-ādiḥ
Feuer und dergleichen (Nom. Sg. m.)
iva
wie, gleichsam (Partikel)
ābhāti
erscheint (3. Sg. Präs.)
saṅghātāt
von der [elementaren] Zusammenballung, dem Körper (Abl. Sg.)
na vivicyate
wird nicht unterschieden (3. Sg. Präs. Pass.)
vidanti
sie erkennen (3. Pl. Präs.)
ātmānam
das Selbst (Akk. Sg.)
ātma-stham
im [eigenen] Selbst befindlich (Akk. Sg. m.)
mathitvā
nachdem sie durchdacht, ergründet haben (Gerundium)
Wenn Er, der Höchste, die Leiber für die verkörperten [Wesen] hervorbringen will, erschafft dieser [Herr] durch seine eigene Māyā eigens die Leidenschaft (rajas); wenn der Gebieter in mannigfaltigen [Gestalten] zu wirken wünscht, [erschafft er] die Güte (sattva); wenn er im Begriff ist zu ruhen, lässt jener die Dunkelheit (tamas) aufsteigen.
Wort für Wort
yadā
wenn (Adv.)
sisṛkṣuḥ
zu erschaffen wünschend (Nom. Sg. m., Desiderativ-Ptz.)
puraḥ
die Leiber, Körper (Akk. Pl.)
ātmanaḥ
für die verkörperten Wesen, für sich (Gen. Sg.)
paraḥ
der Höchste (Nom. Sg. m.)
rajaḥ
die Leidenschaft (Akk. Sg. n.)
sṛjati
erschafft (3. Sg. Präs.)
eṣaḥ
dieser (Nom. Sg. m.)
pṛthak
eigens, gesondert (Adv.)
sva-māyayā
durch seine eigene Māyā (Instr. Sg.)
sattvam
die Güte (Akk. Sg. n.)
vicitrāsu
in mannigfaltigen [Gestalten] (Lok. Pl. f.)
riraṁsuḥ
zu wirken/spielen wünschend (Nom. Sg. m., Desiderativ-Ptz.)
Der Gebieter, der Wahr-Macher, erschafft, o Herr der Menschen, die fortschreitende Zeit als Stütze für die Urmaterie (pradhāna) und den Geist (puruṣa).
Wort für Wort
kālam
die Zeit (Akk. Sg.)
carantam
fortschreitend, wandelnd (Akk. Sg. m., Ptz. Präs.)
ya eṣa rājann api kāla īśitā sattvaṁ surānīkam ivaidhayaty ataḥ
tat-pratyanīkān asurān sura-priyo rajas-tamaskān pramiṇoty uruśravāḥ
Diese Zeit selbst, o König, ist der Gebieter; dadurch lässt sie das Heer der Götter gleichsam gemäß der Güte gedeihen, und, den Göttern zugetan, von weithin gerühmtem Ruhm, vernichtet sie die ihnen entgegengesetzten, von Leidenschaft und Dunkelheit [geprägten] Dämonen.
Wort für Wort
yaḥ
welche, die (Nom. Sg. m.)
eṣaḥ
diese (Nom. Sg. m.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
api
selbst, sogar (Partikel)
kālaḥ
die Zeit (Nom. Sg. m.)
īśitā
der Gebieter (Nom. Sg. m.)
sattvam
die Güte (Akk. Sg. n. / instr. Sinn)
sura-anīkam
das Heer der Götter (Akk. Sg. n.)
iva
gleichsam (Partikel)
edhayati
lässt gedeihen (3. Sg. Präs. Kaus.)
ataḥ
dadurch, deshalb (Adv.)
tat-pratyanīkān
die diesen entgegengesetzten (Akk. Pl.)
asurān
die Dämonen (Akk. Pl.)
sura-priyaḥ
den Göttern zugetan (Nom. Sg. m.)
rajaḥ-tamaskān
von Leidenschaft und Dunkelheit [geprägt] (Akk. Pl.)
Eben hierzu wurde vormals von dem göttlichen Weisen [Nārada] beim großen Opfer aus Zuneigung eine alte Geschichte erzählt, o König, dem fragenden Ajātaśatru [Yudhiṣṭhira].
Wort für Wort
atra eva
eben hierzu (Adv.)
udāhṛtaḥ
erzählt, angeführt (Nom. Sg. m., Ptz. Perf. Pass.)
pūrvam
vormals, früher (Adv.)
itihāsaḥ
eine [alte] Geschichte (Nom. Sg. m.)
sura-ṛṣiṇā
von dem göttlichen Weisen [Nārada] (Instr. Sg.)
prītyā
aus Zuneigung, Freude (Instr. Sg.)
mahā-kratau
beim großen Opfer (Lok. Sg.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
pṛcchate
dem Fragenden (Dat. Sg. m., Ptz. Präs.)
ajāta-śatrave
dem Ajātaśatru [Yudhiṣṭhira, 'ohne geborenen Feind'] (Dat. Sg.)
Als der König [Yudhiṣṭhira] beim großen Rājasūya-Opfer das überaus Erstaunliche gesehen hatte – das Einswerden des Herrschers von Cedi [Śiśupāla] mit Vāsudeva, dem Erhabenen Herrn –, da fragte der König, der Sohn des Pāṇḍu, mit staunendem Sinn den dort beim Opfer sitzenden göttlichen Weisen [Nārada] dies, während die Weisen zuhörten.
Wort für Wort
dṛṣṭvā
nachdem er gesehen hatte (Gerundium)
mahā-adbhutam
das überaus Erstaunliche (Akk. Sg. n.)
rājā
der König (Nom. Sg.)
rājasūye
beim Rājasūya-Opfer (Lok. Sg.)
mahā-kratau
beim großen Opferritual (Lok. Sg.)
vāsudeve bhagavati
in Vāsudeva, dem Erhabenen Herrn (Lok. Sg.)
sāyujyam
das Einswerden, die Vereinigung (Akk. Sg.)
cedi-bhū-bhujaḥ
des Herrschers der Erde von Cedi [Śiśupāla] (Gen. Sg.)
śrī-yudhiṣṭhira uvāca
aho aty-adbhutaṁ hy etad durlabhaikāntinām api
vāsudeve pare tattve prāptiś caidyasya vidviṣaḥ
Śrī Yudhiṣṭhira sprach: Ach, dies ist wahrlich höchst erstaunlich – selbst für die ausschließlich [Gott] Ergebenen schwer zu erlangen –, dass der hasserfüllte Caidya [Śiśupāla] Vāsudeva, das höchste Wesen, erlangt hat.
Wort für Wort
śrī-yudhiṣṭhiraḥ uvāca
Śrī Yudhiṣṭhira (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
aho
ach, oh (Interjektion)
ati-adbhutam
höchst erstaunlich (Nom. Sg. n.)
hi
wahrlich (Partikel)
etat
dies (Nom. Sg. n.)
durlabha
schwer zu erlangen (Adj.)
ekāntinām
für die ausschließlich [Gott] Ergebenen (Gen. Pl.)
Dies möchten wir alle wissen, o Weiser: [Wie kann das sein, wo doch] Vena wegen Lästerung des Erhabenen Herrn von den Brahmanen in die Finsternis gestürzt wurde.
damaghoṣa-sutaḥ pāpa ārabhya kala-bhāṣaṇāt
sampraty amarṣī govinde dantavakraś ca durmatiḥ
Der Sohn des Damaghoṣa [Śiśupāla], sündig, [war ihm feindselig] seit seinem unartikulierten Kindergestammel an, und bis jetzt [ist er], voll Unmut gegen Govinda, ebenso Dantavakra, übelgesinnt.
śapator asakṛd viṣṇuṁ yad brahma param avyayam
śvitro na jāto jihvāyāṁ nāndhaṁ viviśatus tamaḥ
Obwohl die beiden wiederholt Viṣṇu, der das höchste, unvergängliche Brahman ist, schmähten, entstand auf [ihrer] Zunge kein weißer Aussatz, noch gingen sie in blinde Finsternis ein.
śrī-bādarāyaṇir uvāca
rājñas tad vaca ākarṇya nārado bhagavān ṛṣiḥ
tuṣṭaḥ prāha tam ābhāṣya śṛṇvatyās tat-sadaḥ kathāḥ
Śrī Bādarāyaṇi [Śuka] sprach: Nachdem er diese Rede des Königs vernommen hatte, sprach der erhabene Weise Nārada, zufrieden, ihn ansprechend, [seine] Worte, während jene Versammlung zuhörte.
Śrī Nārada sprach: Der Körper – zum Zwecke von Schmähung, Lobpreisung, Ehrung [und] Missachtung – wird, o König, durch das Nichtunterscheiden zwischen Urmaterie (pradhāna) und dem Höchsten [Selbst] [imaginär] angenommen.
Wort für Wort
śrī-nāradaḥ uvāca
Śrī Nārada (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
nindana-stava-satkāra-nyakkāra-artham
zum Zwecke von Schmähung, Lobpreisung, Ehrung, Missachtung (Akk. Sg., Adv.)
Wie durch die falsche Ich-Vorstellung darüber [den Körper] Verletzung [entsteht] bei Bestrafung und Grobheit, [so entsteht] hier, o Herrscher, durch [die Vorstellungen] 'mein' und 'ich' die Ungleichheit der Wesen.
Wort für Wort
hiṁsā
Verletzung, Schädigung (Nom. Sg. f.)
tat-abhimānena
durch die falsche Ich-Vorstellung darüber (Instr. Sg.)
yan-nibaddho 'bhimāno 'yaṁ tad-vadhāt prāṇināṁ vadhaḥ
tathā na yasya kaivalyād abhimāno 'khilātmanaḥ
parasya dama-kartur hi hiṁsā kenāsya kalpyate
Da diese falsche Ich-Vorstellung an jenes [den Körper] gebunden ist, [entsteht] durch dessen Tötung die Tötung der Lebewesen; doch bei wem – wegen [seiner] Einzigkeit – keine solche Ich-Vorstellung besteht, [nämlich] beim Selbst von allem, dem Höchsten, dem Bezwinger [aller] – wodurch könnte ihm da Verletzung zugefügt werden?
Deshalb möge man sich, sei es durch anhaltende Feindschaft, durch Feindlosigkeit, durch Furcht, aus Zuneigung oder durch Begierde, irgendwie [mit Ihm] verbinden; auf keine Weise sieht [man Ihn dann] als getrennt [von sich].
yathā vairānubandhena martyas tan-mayatām iyāt
na tathā bhakti-yogena iti me niścitā matiḥ
Dass ein Sterblicher durch anhaltende Feindschaft ebenso Vertiefung in Ihn erlangen könnte wie durch den Yoga der Hingabe – das ist nicht [der Fall]; so ist meine feste Ansicht.
kīṭaḥ peśaskṛtā ruddhaḥ kuḍyāyāṁ tam anusmaran
saṁrambha-bhaya-yogena vindate tat-svarūpatām
evaṁ kṛṣṇe bhagavati māyā-manuja īśvare
vaireṇa pūta-pāpmānas tam āpur anucintayā
Wie eine Made, von der [Grab-]Wespe (Peśaskṛt) in der Mauerzelle eingeschlossen, indem sie fortwährend an jene denkt, durch die Verbindung von Wut und Furcht deren Wesensgestalt erlangt – ebenso erlangten jene [Śiśupāla und Dantavakra], durch Feindschaft von Sünde gereinigt, durch beständiges Nachsinnen Kṛṣṇa, den Erhabenen Herrn, den Gebieter, der scheinbar als Mensch erschien.
Wort für Wort
kīṭaḥ
die Made, das Insekt (Nom. Sg.)
peśaskṛtā
von der Wespe Peśaskṛt (Instr. Sg.)
ruddhaḥ
eingeschlossen (Nom. Sg. m., Ptz. Perf. Pass.)
kuḍyāyām
in der Mauerzelle (Lok. Sg.)
tam
jene [Wespe] (Akk. Sg. m.)
anusmaran
fortwährend denkend (Nom. Sg. m., Ptz. Präs.)
saṁrambha-bhaya-yogena
durch die Verbindung von Wut und Furcht (Instr. Sg.)
vindate
erlangt (3. Sg. Präs. Med.)
tat-svarūpatām
dessen Wesensgestalt (Akk. Sg.)
evam
ebenso, so (Adv.)
kṛṣṇe bhagavati
zu Kṛṣṇa, dem Erhabenen Herrn (Lok. Sg.)
māyā-manuje
der scheinbar als Mensch [erschienen ist] (Lok. Sg.)
Ebenso wie [manche] aus Begierde, Hass, Furcht [oder] Zuneigung den Geist auf den Gebieter richten, [so tun es andere] durch Hingabe; und nachdem sie, ihn [so] vertiefend, die [ihnen jeweils zugehörige] Verfehlung aufgegeben haben, sind viele zu dessen Ziel gelangt.
Die Gopīs aus Begierde, Kaṁsa aus Furcht, Caidya [Śiśupāla] und die anderen Könige aus Hass, die Vṛṣṇis durch Verwandtschaft, ihr aus Zuneigung, wir aus Hingabe, o Gebieter.
katamo 'pi na venaḥ syāt pañcānāṁ puruṣaṁ prati
tasmāt kenāpy upāyena manaḥ kṛṣṇe niveśayet
Keiner von diesen fünf [Wegen] sollte, [wie einst] Vena, in Bezug auf die Höchste Person [feindselig] sein; deshalb möge man auf irgendeine Weise den Geist auf Kṛṣṇa richten.
mātṛ-ṣvasreyo vaś caidyo dantavakraś ca pāṇḍava
pārṣada-pravarau viṣṇor vipra-śāpāt pada-cyutau
Euer Vetter mütterlicherseits, Caidya, und Dantavakra, o Pāṇḍava, [waren] die vorzüglichsten Gefährten Viṣṇus, durch den Fluch eines Brahmanen von ihrem Rang gefallen.
Śrī Yudhiṣṭhira sprach: Welcher Art und wessen [war] der Fluch, der einen Diener Haris überwältigte? Es scheint kaum glaubhaft, [dass] bei den ausschließlich Hari Ergebenen [solche] Geburt/Entstehung [stattfand].
Wort für Wort
śrī-yudhiṣṭhiraḥ uvāca
Śrī Yudhiṣṭhira (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
kīdṛśaḥ
welcher Art (Nom. Sg. m.)
kasya
wessen (Gen. Sg.)
vā
oder (Partikel)
śāpaḥ
der Fluch (Nom. Sg.)
hari-dāsa-abhimarśanaḥ
der einen Diener Haris berührte, überwältigte (Nom. Sg. m.)
Bei den Bewohnern Vaikuṇṭhas, die frei sind von [grobstofflichem] Körper, Sinnen und Lebenshauch – dies, [wie es] mit der Bindung an einen [materiellen] Körper zusammenhängt, mögest du erklären.
Wort für Wort
deha-indriya-asu-hīnānām
die frei sind von Körper, Sinnen und Lebenshauch (Gen. Pl.)
vaikuṇṭha-pura-vāsinām
der Bewohner der Stadt Vaikuṇṭha (Gen. Pl.)
deha-sambandha-sambaddham
mit der Bindung an einen [materiellen] Körper zusammenhängend (Akk. Sg. n.)
pañca-ṣaḍḍhāyanārbhābhāḥ pūrveṣām api pūrvajāḥ
dig-vāsasaḥ śiśūn matvā dvāḥ-sthau tān pratyaṣedhatām
Obwohl sie, an Erscheinung fünf- bis sechsjährigen Kindern gleich, noch vor den Uranfänglichen geboren waren, hielten die beiden Torwächter sie, da sie unbekleidet waren, für Kinder und hinderten sie [am Eintritt].
Wort für Wort
pañca-ṣaṭ-dhāyana-arbha-ābhāḥ
wie fünf- bis sechsjährige Kinder aussehend (Nom. Pl. m.)
Voll Zorn verfluchten sie: 'So verdient ihr beiden keinen Aufenthalt zu Füßen des Feindes Madhus [Viṣṇu], der frei ist von Leidenschaft und Dunkelheit; darum geht, ihr Toren, alsbald in einen höchst sündigen, dämonischen Schoß ein.'
So verflucht, während sie aus ihrer eigenen Wohnstatt herabfielen, wurden die beiden von den mitleidsvollen [Weisen] angesprochen: 'Möge euch beiden nach drei Geburten wieder die [himmlische] Welt möglich werden.'
Wort für Wort
evam
so (Adv.)
śaptau
die beiden verflucht (Nom. Dual, Ptz. Perf. Pass.)
Ihn, der zum Selbst aller Wesen geworden war, friedvoll, von gleichem Blick, von der Macht des Erhabenen Herrn berührt, vermochte er trotz [aller] Anstrengungen nicht zu töten.
Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg. m.)
sarva-bhūta-ātma-bhūtam
der zum Selbst aller Wesen geworden ist (Akk. Sg. m.)
Diese beiden wurden hier als Kṣatriyas geboren, als deine Vettern mütterlicherseits; jetzt sind sie, vom Fluch befreit, [ihre] Sünden durch Kṛṣṇas Diskus getilgt.
Wort für Wort
tau
die beiden (Nom. Dual)
atra
hier (Adv.)
kṣatriyau
als Kṣatriyas (Nom. Dual)
jātau
geboren (Nom. Dual, Ptz. Perf. Pass.)
mātṛ-ṣvasṛ-ātmajau
die Söhne der Mutterschwester, Vettern (Nom. Dual)
tava
deine (Gen. Sg.)
adhunā
jetzt (Adv.)
śāpa-nirmuktau
vom Fluch befreit (Nom. Dual)
kṛṣṇa-cakra-hata-aṁhasau
deren Sünden durch Kṛṣṇas Diskus vernichtet sind (Nom. Dual)
Durch das intensive Nachsinnen der anhaltenden Feindschaft zur Wesensgleichheit mit dem Unvergänglichen (Acyuta) geführt, gingen die beiden Gefährten Viṣṇus wieder in Haris Nähe ein.
Wort für Wort
vaira-anubandha-tīvreṇa
durch das intensive [Nachsinnen] der anhaltenden Feindschaft (Instr. Sg.)
dhyānena
durch Meditation, Nachsinnen (Instr. Sg.)
acyuta-sātmatām
zur Wesensgleichheit mit dem Unvergänglichen (Akk. Sg.)
Śrī Yudhiṣṭhira sprach: Wie konnte gegenüber dem geliebten Sohn, der großen Seele, Hass entstehen? Sprich zu mir, o Erhabener, wodurch Prahlādas Wesensgleichheit mit dem Unvergänglichen [entstand].
Wort für Wort
śrī-yudhiṣṭhiraḥ uvāca
Śrī Yudhiṣṭhira (Nom. Sg.) sprach (3. Sg. Perf.)
vidveṣaḥ
Hass (Nom. Sg. m.)
dayite
gegenüber dem geliebten (Lok. Sg. m.)
putre
Sohn (Lok. Sg.)
katham
wie (Adv.)
āsīt
entstand, war (3. Sg. Impf.)
mahā-ātmani
der großen Seele (Lok. Sg.)
brūhi
sprich! (2. Sg. Imperativ)
me
zu mir (Dat. Sg.)
bhagavan
o Erhabener (Vok. Sg.)
yena
wodurch (Instr. Sg. n.)
prahlādasya
Prahlādas (Gen. Sg.)
acyuta-ātmatā
Wesensgleichheit mit dem Unvergänglichen (Nom. Sg. f.)