Kapitel 71: dhruva-gṛha-āgamanam [?] (aus dem Kapitelinhalt erschlossen; kein Sanskrit-Kolophon auf vedabase.io verfügbar)
Dhruva Mahārāja kehrt nach Hause zurück
maitreya uvāca
ta evam utsanna-bhayā urukrame
kṛtāvanāmāḥ prayayus tri-viṣṭapam
sahasraśīrṣāpi tato garutmatā
madhor vanaṁ bhṛtya-didṛkṣayā gataḥ
Maitreya sprach: Sie [die Götter], deren Furcht auf diese Weise gewichen war, zogen, nachdem sie sich vor dem Weitschreitenden verneigt hatten, zum dreifachen Himmel fort. Der Tausendhäuptige aber begab sich darauf mit Garuḍa zum Wald des Madhu, aus dem Wunsch, seinen Diener zu sehen.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
te evam
sie (Nom.Pl.) so, auf diese Weise
utsanna-bhayāḥ
deren Furcht geschwunden war (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
urukrame
vor dem Weitschreitenden [Viṣṇu] (Lok.Sg., Epitheton)
kṛta-avanāmāḥ
die sich verneigt hatten (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
prayayuḥ
sie zogen fort (3.Pl.Perf. von pra-yā)
tri-viṣṭapam
zum dreifachen Himmelsreich (Akk.Sg.)
sahasraśīrṣā api
der Tausendhäuptige [Viṣṇu], obgleich/auch (Nom.Sg. + Partikel)
tataḥ
darauf (Adv.)
garutmatā
mit Garuḍa (Instr.Sg.)
madhoḥ vanam
zum Wald des Madhu (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
bhṛtya-didṛkṣayā
aus dem Wunsch, den Diener zu sehen (Instr.Sg., Desiderativabstraktum)
sa vai dhiyā yoga-vipāka-tīvrayā
hṛt-padma-kośe sphuritaṁ taḍit-prabham
tirohitaṁ sahasaivopalakṣya
bahiḥ-sthitaṁ tad-avasthaṁ dadarśa
Er nun bemerkte, durch den vom Reifen des Yoga geschärften Geist, plötzlich, dass jene Gestalt mit dem Glanz des Blitzes, die im Kelch seines Herzlotus aufgeblitzt war, verschwunden war, und er sah sie, im selben Zustand, von außen dastehend.
Wort für Wort
saḥ vai
er (Dhruva) nun, fürwahr (Nom.Sg. + Partikel)
dhiyā
durch den Geist/das Denken (Instr.Sg.)
yoga-vipāka-tīvrayā
der durch die Reife des Yoga geschärft war (Instr.Sg.Adj.)
Von Ehrfurcht ergriffen durch dessen Anblick, huldigte er auf der Erde, indem er den Körper wie einen Stab verneigte; mit beiden Augen schauend, wie ein Kind gleichsam trinkend, mit dem Mund gleichsam küssend und mit den Armen gleichsam umarmend.
Wort für Wort
tat-darśanena
durch das Sehen davon (Instr.Sg.)
āgata-sādhvasaḥ
von dem Ehrfurcht erfasst hatte (Nom.Sg.Bahuvrīhi)
kṣitau
auf der Erde (Lok.Sg.)
avandata
er huldigte (3.Sg.Impf.Med. von vand)
aṅgam vinamayya
nachdem er den Körper gebeugt hatte (Akk.Sg. + Absolutiv Kaus.)
daṇḍavat
wie ein Stab (Adv.)
dṛgbhyām prapaśyan
mit beiden Augen schauend (Instr.Du. + Part.Präs.)
prapiban iva arbhakaḥ
wie ein Kind gleichsam trinkend (Part.Präs. + iva + Nom.Sg.)
cumban iva āsyena
gleichsam mit dem Mund küssend (Part.Präs. + Instr.Sg.)
bhujaiḥ iva āśliṣan
mit den Armen gleichsam umarmend (Instr.Pl. + Part.Präs.)
sa taṁ vivakṣantam atad-vidaṁ harir
jñātvāsya sarvasya ca hṛdy avasthitaḥ
kṛtāñjaliṁ brahmamayena kambunā
pasparśa bālaṁ kṛpayā kapole
Er, Hari, der im Herzen eines jeden weilt, erkannte, dass jener [Dhruva], der zu sprechen wünschte, doch der rechten Rede nicht kundig war, und berührte aus Mitleid mit seiner aus Veda-Klang bestehenden Muschel die Wange des Knaben, der mit gefalteten Händen dastand.
Wort für Wort
saḥ hariḥ
er, Hari (Nom.Sg.)
tam vivakṣantam
jenen, der zu sprechen wünschte (Akk.Sg.Part.Präs.Desid.)
a-tad-vidam
der dessen [der rechten Rede] nicht kundig war (Akk.Sg.Bahuvrīhi)
jñātvā
nachdem er erkannt hatte (Absolutiv)
asya sarvasya ca hṛdi avasthitaḥ
der im Herzen eines jeden weilt (Gen.Sg. + Lok.Sg. + Nom.Sg.Part.)
kṛtāñjalim bālam
den Knaben mit gefalteten Händen (Akk.Sg.Bahuvrīhi + Akk.Sg.)
brahmamayena kambunā
mit der aus Veda-Klang bestehenden Muschel (Instr.Sg.Adj. + Instr.Sg.)
sa vai tadaiva pratipāditāṁ giraṁ
daivīṁ parijñāta-parātma-nirṇayaḥ
taṁ bhakti-bhāvo 'bhyagṛṇād asatvaraṁ
pariśrutoru-śravasaṁ dhruva-kṣitiḥ
Er nun, der eben in diesem Augenblick die Gewissheit über das höchste Selbst erlangt hatte, besang, in hingebungsvoller Gesinnung, ohne Eile, mit der ihm verliehenen göttlichen Rede jenen Herrn, dessen weitreichender Ruhm gehört wird – er, Dhruva, [der dereinst] die unvergängliche Stätte [erlangen wird].
Wort für Wort
saḥ vai tadā eva
er nun, eben in diesem Augenblick (Nom.Sg. + Partikeln)
pratipāditām giram daivīm
die verliehene göttliche Rede (Akk.Sg.Part. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj.)
parijñāta-parātma-nirṇayaḥ
der die Gewissheit über das höchste Selbst erlangt hatte (Nom.Sg.Bahuvrīhi)
tam bhakti-bhāvaḥ
jenen [Herrn], in hingebungsvoller Gesinnung (Akk.Sg. + Nom.Sg.)
abhyagṛṇāt
er besang/pries (3.Sg.Impf. von abhi-gṝ)
asatvaram
ohne Eile, bedächtig (Adv.)
pariśruta-uru-śravasam
dessen weitreichender Ruhm gehört wird (Akk.Sg.Bahuvrīhi)
dhruva-kṣitiḥ
er, Dhruva, [dessen künftige] Stätte unvergänglich [sein wird] (Nom.Sg.Bahuvrīhi [?])
'dhruva-kṣitiḥ' ist mehrdeutig: wörtlich 'dessen Erde/Stätte fest/unvergänglich [ist]' – ein Wortspiel mit dem Namen Dhruva und seiner künftigen unvergänglichen Stätte [?]
dhruva uvāca
yo 'ntaḥ praviśya mama vācam imāṁ prasuptāṁ
sañjīvayaty akhila-śakti-dharaḥ sva-dhāmnā
anyāṁś ca hasta-caraṇa-śravaṇa-tvag-ādīn
prāṇān namo bhagavate puruṣāya tubhyam
Dhruva sprach: Verneigung sei dir, dem Erhabenen, dem Urwesen, der du, hineingetreten, mit deiner eigenen Macht diese meine erstarrte Rede und die anderen Kräfte – Hände, Füße, Ohren, Haut und so weiter, die Lebenskräfte – belebst, du, der Träger aller Kraft.
ekas tvam eva bhagavann idam ātma-śaktyā
māyākhyayoru-guṇayā mahad-ādy-aśeṣam
sṛṣṭvānuviśya puruṣas tad-asad-guṇeṣu
nāneva dāruṣu vibhāvasuvad vibhāsi
Du allein bist der Eine, o Erhabener! Nachdem du durch deine eigene, 'Māyā' genannte, von mächtiger Beschaffenheit seiende Kraft dieses All – das Große [mahat] und so weiter, ganz und gar – erschaffen hast, erscheinst du, als das Urwesen in dessen unwirkliche Eigenschaften eingetreten, mannigfach, so wie das Feuer in verschiedenen Holzstücken erscheint.
Wort für Wort
ekaḥ tvam eva
du allein, der Eine (Nom.Sg. + Partikel)
bhagavan
o Erhabener (Vok.Sg.)
idam ātma-śaktyā
dieses All durch deine eigene Kraft (Akk.Sg. + Instr.Sg.)
māyā-ākhyayā uru-guṇayā
die 'Māyā' genannt, von mächtiger Beschaffenheit ist (Instr.Sg.Adj. + Instr.Sg.Adj.)
mahad-ādi-aśeṣam
das Große [mahat] und so weiter, ganz und gar (Akk.Sg.)
Durch das von dir gegebene Wissen erblickte er [Brahmā] dieses Weltall, wie einer, der aus dem Schlaf erwacht, o Herr, er, der sich dir ergeben hat. Wie könnte, o Freund der Bedrängten, von einem, der solches Wissen erlangt hat, deine Fußwurzel – die zur Erlösung führende Zuflucht jenes Brahmā – je vergessen werden?
Wort für Wort
tvat-dattayā vayunayā
durch das von dir gegebene Wissen (Instr.Sg.Adj. + Instr.Sg.)
idam viśvam acaṣṭa
er erblickte dieses Weltall (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
supta-prabuddhaḥ iva
wie ein aus dem Schlaf Erwachter (Nom.Sg.Bahuvrīhi + iva)
nātha
o Herr (Vok.Sg.)
bhavat-prapannaḥ
der sich dir ergeben hat (Nom.Sg.Bahuvrīhi)
tasya apavargya-śaraṇam
dessen [Brahmās] zur Erlösung führende Zuflucht (Gen.Sg. + Akk.Sg.Adj.)
nūnaṁ vimuṣṭa-matayas tava māyayā te
ye tvāṁ bhavāpyaya-vimokṣaṇam anya-hetoḥ
arcanti kalpaka-taruṁ kuṇapopabhogyam
icchanti yat sparśajaṁ niraye 'pi nṝṇām
Gewiss sind sie, deren Verstand durch deine Māyā geraubt ist, jene, die dich – den Wunschbaum, den Befreier von Werden und Vergehen – um eines anderen Zweckes willen verehren; sie begehren, was dem vergänglichen Leib zum Genuss dient und ohnehin durch bloße Berührung selbst den Menschen in der Hölle zuteilwird.
Wort für Wort
nūnam vimuṣṭa-matayaḥ
gewiss, deren Verstand geraubt ist (Adv. + Nom.Pl.Bahuvrīhi)
tava māyayā
durch deine Māyā (Instr.Sg.)
te ye tvām
sie, die dich (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Akk.Sg.)
bhava-apyaya-vimokṣaṇam
den Befreier von Werden und Vergehen (Akk.Sg.Adj.)
anya-hetoḥ
um eines anderen Zweckes willen (Abl.Sg.)
arcanti kalpaka-tarum
sie verehren den Wunschbaum (3.Pl.Präs. + Akk.Sg.)
kuṇapa-upabhogyam
der dem vergänglichen Leib zum Genuss dient (Akk.Sg.Adj.)
icchanti yat sparśajam
sie begehren, was durch Berührung entsteht (3.Pl.Präs. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj.)
niraye api nṝṇām
selbst in der Hölle den Menschen (Lok.Sg. + Partikel + Gen.Pl.)
Jene Glückseligkeit, die den verkörperten Wesen aus der Meditation über deine Lotosfüße oder aus dem Hören der Erzählung von deinen Geweihten entstehen mag, o Herr – sie sei nicht einmal im Brahman, selbst in dessen eigener Größe, vorhanden; wieviel weniger dann in der Freude derer, die vom Himmelswagen fallen, vom Schwert des Todes zerschmettert.
Wort für Wort
yā nirvṛtiḥ
jene Glückseligkeit, die (Nom.Sg.)
tanu-bhṛtām
der verkörperten Wesen (Gen.Pl.)
tava pāda-padma-dhyānāt
aus der Meditation über deine Lotosfüße (Gen.Sg. + Abl.Sg.)
bhavat-jana-kathā-śravaṇena vā
oder durch das Hören der Erzählung von deinen Anhängern (Instr.Sg. + Partikel)
syāt
könnte entstehen (3.Sg.Opt. von bhū)
sā brahmaṇi sva-mahimani api
sie [sei] im Brahman, selbst in dessen eigener Größe (Nom.Sg. + Lok.Sg. + Lok.Sg. + Partikel)
nātha mā bhūt
o Herr, sie sei nicht (Vok.Sg. + Prohibitiv)
kim tu
wieviel weniger, geschweige denn (Adv.)
antaka-asi-lulitāt
von dem durch das Schwert des Todes Zerschmetterten (Abl.Sg.Adj.)
patatām vimānāt
der Fallenden, vom Himmelswagen (Gen.Pl.Part. + Abl.Sg.)
O Unendlicher, möge mir Umgang mit den Großen, deren Herz makellos ist und die beständig den Strom der Hingabe zu dir tragen, zuteilwerden – wodurch ich, berauscht vom Trinken des Nektars der Erzählung von deinen Eigenschaften, mühelos den gewaltigen, von großen Gefahren erfüllten Ozean des Daseins überqueren werde.
Wort für Wort
bhaktim muhuḥ pravahatām
derer, die beständig Hingabe tragen (Akk.Sg. + Adv. + Gen.Pl.Part.)
tvayi me prasaṅgaḥ
Umgang mit dir, mir (Lok.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
bhūyāt ananta
möge sein, o Unendlicher (3.Sg.Opt. + Vok.Sg.)
mahatām amala-āśayānām
der Großen, deren Herz makellos ist (Gen.Pl. + Gen.Pl.Bahuvrīhi)
yena
wodurch (Instr.Sg.)
añjasā ulbaṇam uru-vyasanam
mühelos den gewaltigen, von großen Gefahren erfüllten (Adv. + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.Adj.)
bhava-abdhim neṣye
den Ozean des Daseins werde ich überqueren (Akk.Sg. + 1.Sg.Fut.Med.)
bhavat-guṇa-kathā-amṛta-pāna-mattaḥ
berauscht vom Trinken des Nektars der Erzählung von deinen Eigenschaften (Nom.Sg.Bahuvrīhi)
te na smaranty atitarāṁ priyam īśa martyaṁ
ye cānv adaḥ suta-suhṛd-gṛha-vitta-dārāḥ
ye tv abja-nābha bhavadīya-padāravinda-
saugandhya-lubdha-hṛdayeṣu kṛta-prasaṅgāḥ
O Herr, diejenigen, die Umgang gepflegt haben mit jenen, o du mit dem Lotosnabel, deren Herzen nach dem Wohlgeruch deiner Lotosfüße begierig sind, gedenken nicht mehr übermäßig des Vergänglichen, das ihnen teuer war – weder ihrer Söhne, Freunde, ihres Hauses, Reichtums und ihrer Gattinnen, noch dessen, was damit zusammenhängt.
Wort für Wort
te na smaranti
sie gedenken nicht (Nom.Pl. + 3.Pl.Präs.)
atitarām priyam īśa martyam
übermäßig des Lieben, o Herr, des Sterblichen (Adv. + Akk.Sg. + Vok.Sg. + Akk.Sg.)
ye ca anu adaḥ
und die, in Bezug auf jenes (Nom.Pl. + Partikel + Adv.)
tiryaṅ-naga-dvija-sarīsṛpa-deva-daitya-
martyādibhiḥ paricitaṁ sad-asad-viśeṣam
rūpaṁ sthaviṣṭham aja te mahad-ādy-anekaṁ
nātaḥ paraṁ parama vedmi na yatra vādaḥ
O Ungeborener, deine allergröbste Gestalt, die von Tieren, Bäumen, Vögeln, kriechenden Wesen, Göttern, Dämonen, Sterblichen und so weiter durchdrungen ist und die Unterscheidung von Manifestem und Unmanifestem in sich trägt, vielfältig vom Prinzip mahat an – darüber hinaus, o Höchster, weiß ich nichts, worüber es noch Streit gäbe.
Ihm, dem Erhabenen, aus dessen Nabel-Ozean emporgewachsenem, goldenem Lotoskelch der leuchtende Brahmā entsteht – ihm, der als das Urwesen, das aus sich selbst schaut, mit Ananta als Gefährten, am Ende eines Weltzeitalters dieses All in seinen Leib aufnehmend auf dessen Schoß ruht – ihm verneige ich mich.
Wort für Wort
kalpa-ante
am Ende eines Weltzeitalters (Lok.Sg.)
etat akhilam jaṭhareṇa gṛhṇan
dies alles mit dem Bauch ergreifend (Akk.Sg. + Instr.Sg. + Part.Präs.)
śete pumān
er, das Urwesen, liegt (3.Sg.Präs. + Nom.Sg.)
sva-dṛk ananta-sakhaḥ
der Selbstschauende, mit Ananta als Gefährten (Nom.Sg.Bahuvrīhi + Nom.Sg.Bahuvrīhi)
tad-aṅke
auf dessen Schoß (Lok.Sg.)
yat-nābhi-sindhu-ruha-kāñcana-loka-padma-garbhe
in dessen aus dem Nabel-Ozean emporgewachsenem, goldenem Weltlotos-Kelch (Lok.Sg., komplexes Kompositum)
dyumān
der Leuchtende [Brahmā] (Nom.Sg.)
bhagavate praṇataḥ asmi tasmai
dem Erhabenen verneige ich mich, ihm (Dat.Sg. + Nom.Sg.Part. + 1.Sg. + Dat.Sg.)
Du, ewig befreit, völlig rein, vollständig erleuchtet, bist das höchste Selbst, unveränderlich wie ein Gipfel, das Urwesen, der Erhabene, der Herr der drei Erscheinungsweisen. Mit ungebrochenem, eigenem Blick bist du der Beobachter der Zustände des Verstandes – und doch weilst du, zum Bestand der Welt, als Genießer der Opfer, davon getrennt und unbeteiligt.
Wort für Wort
tvam nitya-mukta-pariśuddha-vibuddhaḥ
du, ewig befreit, völlig rein, vollständig erleuchtet (Nom.Sg.Adj.)
ātmā kūṭa-sthaḥ
das Selbst, unveränderlich wie ein Gipfel (Nom.Sg. + Nom.Sg.Adj.)
ādi-puruṣaḥ bhagavān
das Urwesen, der Erhabene (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
tri-adhīśaḥ
der Herr der drei [Erscheinungsweisen] (Nom.Sg.)
yat-buddhi-avasthitim
dessen Zustände des Verstandes (Akk.Sg.)
akhaṇḍitayā sva-dṛṣṭyā
mit ungebrochenem, eigenem Blick (Instr.Sg.Adj. + Instr.Sg.)
draṣṭā
der Beobachter (Nom.Sg.)
sthitau adhimakhaḥ
zum Bestand der Welt, als Genießer der Opfer (Lok.Sg. + Nom.Sg.)
vyatiriktaḥ āsse
getrennt/unbeteiligt weilst du (Nom.Sg.Adj. + 2.Sg.Präs.Med.)
yasmin viruddha-gatayo hy aniśaṁ patanti
vidyādayo vividha-śaktaya ānupūrvyāt
tad brahma viśva-bhavam ekam anantam ādyam
ānanda-mātram avikāram ahaṁ prapadye
In welchem fürwahr unaufhörlich die entgegengesetzten Zustände – Wissen und Unwissen und so weiter, als vielfältige Kräfte – der Reihe nach erscheinen: jenem Brahman, dem Ursprung des Alls, dem Einen, Unendlichen, Ursprünglichen, das reine Wonne und unveränderlich ist, ergebe ich mich.
Wort für Wort
yasmin
in welchem (Lok.Sg.)
viruddha-gatayaḥ hi aniśam patanti
die entgegengesetzten Zustände fürwahr unaufhörlich erscheinen (Nom.Pl.Bahuvrīhi + Partikel + Adv. + 3.Pl.Präs.)
vidyā-ādayaḥ vividha-śaktayaḥ
Wissen und so weiter, als vielfältige Kräfte (Nom.Pl. + Nom.Pl.Adj.)
ānupūrvyāt
der Reihe nach (Abl.Sg.Adv.)
tat brahma viśva-bhavam
jenes Brahman, den Ursprung des Alls (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj.)
Fürwahr, o Erhabener, deine Lotosfüße, die die Verkörperung des wahren Lebenszieles sind, sind der wahre Segenswunsch – ebenso auch für den, der ihnen stets dient. Dennoch, o Edler, beschützt der Erhabene die Elenden, um Gnade besorgt, so wie eine muhende Kuh ihr Kälbchen – so auch uns.
Wort für Wort
satya-āśiṣaḥ hi
fürwahr wahre Segnungen (Nom.Pl. + Partikel)
bhagavan tava pāda-padmam
o Erhabener, deine Lotosfüße (Vok.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
āśīḥ tathā
der Segenswunsch, ebenso (Nom.Sg. + Adv.)
anubhajataḥ puruṣa-artha-mūrteḥ
für den, der [ihnen] dient, [Füße,] die die Verkörperung des Lebenszieles sind (Gen.Sg.Part. + Gen.Sg.Adj.)
api evam arya
dennoch so, o Edler (Partikel + Adv. + Vok.Sg.)
bhagavān paripāti dīnān
der Erhabene beschützt die Elenden (Nom.Sg. + 3.Sg.Präs. + Akk.Pl.)
vāśrā iva vatsakam
wie eine muhende Kuh das Kälbchen (Nom.Sg. + iva + Akk.Sg.)
anugraha-kātaraḥ asmān
um Gnade besorgt, uns (Nom.Sg.Bahuvrīhi + Akk.Pl.)
Die Satzkonstruktion (Nom./Gen.-Bezug von 'āśīḥ' und 'anubhajataḥ') ist verdichtet und lässt Raum für alternative Lesarten [?]
Maitreya sprach: Sodann, so von dem Weisen mit wahrhaftigem Entschluss gepriesen, sprach der Erhabene, der seinen Dienern zugetan ist, nachdem er ihn beglückwünscht hatte, dieses:
śrī-bhagavān uvāca
vedāhaṁ te vyavasitaṁ
hṛdi rājanya-bālaka
tat prayacchāmi bhadraṁ te
durāpam api suvrata
Der glorreiche Erhabene sprach: Ich kenne, o Fürstenknabe, deinen Herzensentschluss; ich gewähre ihn dir, o du von gutem Gelübde, mag er auch schwer zu erlangen sein – Glück sei dir!
Von keinen anderen bewohnt, o Guter, ist die leuchtende Dhruva-Stätte, wo der Umlauf der Planeten, Sternbilder, Sterne und Himmelslichter errichtet ist – feststehend, wie ein Kreis von Rindern um den Dreschpfahl, oberhalb der Welten derer, die ein ganzes Kalpa leben. Dharma, Agni, Kaśyapa, Śukra und die Weisen, die Waldbewohner sind, schreiten, sie zu ihrer Rechten haltend, um sie kreisend, zusammen mit den Sternen.
Wort für Wort
na anyaiḥ adhiṣṭhitam
von keinen anderen bewohnt (Instr.Pl. + Akk.Sg.Part.)
bhadra yat bhrājiṣṇu dhruva-kṣiti
o Guter, die leuchtende Dhruva-Stätte (Vok.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.)
yatra graha-ṛkṣa-tārāṇām jyotiṣām
wo der Planeten, Sternbilder, Sterne und Himmelslichter (Adv. + Gen.Pl. + Gen.Pl.)
cakram āhitam
der Umlauf errichtet ist (Nom.Sg. + Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
meḍhyām go-cakra-vat sthāsnu
um den Pfahl, wie ein Rinderkreis, feststehend (Akk.Sg. + Adv. + Nom./Akk.Adj.)
parastāt kalpa-vāsinām
oberhalb derer, die ein Kalpa leben (Adv. + Gen.Pl.)
dharmaḥ agniḥ kaśyapaḥ śukraḥ munayaḥ
Dharma, Agni, Kaśyapa, Śukra, die Weisen (Nom.Sg. je + Nom.Pl.)
ye vana-okasaḥ
welche Waldbewohner sind (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
caranti dakṣiṇī-kṛtya
sie schreiten, es zur Rechten haltend (3.Pl.Präs. + Absolutiv Denom.)
bhramantaḥ yat sa-tārakāḥ
umherwandelnd, welches, zusammen mit den Sternen (Part.Präs. + Akk.Sg. + Nom.Pl.Adj.)
prasthite tu vanaṁ pitrā
dattvā gāṁ dharma-saṁśrayaḥ
ṣaṭ-triṁśad-varṣa-sāhasraṁ
rakṣitāvyāhatendriyaḥ
Wenn dein Vater zum Wald aufgebrochen sein und dir das Land übergeben haben wird, wirst du, dem Dharma zugetan, sechsunddreißigtausend Jahre lang Beschützer dieser Erde sein, mit ungeschwächten Sinnen.
Wort für Wort
prasthite tu vanam pitrā
als aber der Vater zum Wald aufgebrochen sein wird (Lok.Sg.Absolut. + Partikel + Akk.Sg. + Instr.Sg.)
dattvā gām
nachdem er die Erde gegeben hat (Absolutiv + Akk.Sg.)
dharma-saṁśrayaḥ
der dem Dharma zugetan ist (Nom.Sg.Bahuvrīhi)
ṣaṭ-triṁśat-varṣa-sāhasram
sechsunddreißigtausend Jahre (Akk.Sg., Zeitangabe)
rakṣitā
du wirst Beschützer sein (Nom.Sg.Fut./Nomen agentis)
Wenn dein Bruder Uttama bei der Jagd umkommen wird, wird deine Stiefmutter, deren Sinn darauf gerichtet ist, ihn im Wald suchend, in ein Waldfeuer eintreten.
Wort für Wort
tvat-bhrātari uttame naṣṭe
als dein Bruder Uttama umgekommen sein wird (Lok.Sg.Absolut. + Lok.Sg. + Lok.Sg.Part.)
mṛgayāyām tu
aber bei der Jagd (Lok.Sg. + Partikel)
tat-manāḥ
deren Sinn darauf gerichtet ist (Nom.Sg.Bahuvrīhi)
anveṣantī vanam
im Wald suchend (Nom.Sg.Part.Präs. + Akk.Sg.)
mātā sā
die Mutter, sie (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
dāva-agnim pravekṣyati
sie wird in das Waldfeuer eintreten (Akk.Sg. + 3.Sg.Fut.)
Nachdem du mich, das Herz des Opfers, durch Opfer mit reichlichen Priestergaben verehrt und hier auf Erden wahrhaftige Segnungen genossen hast, wirst du dich am Ende meiner erinnern.
Wort für Wort
iṣṭvā mām yajña-hṛdayam
nachdem du mich, das Herz des Opfers, verehrt hast (Absolutiv + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
yajñaiḥ puṣkala-dakṣiṇaiḥ
durch Opfer mit reichlichen Priestergaben (Instr.Pl. + Instr.Pl.Adj.)
bhuktvā ca iha
und nachdem du hier genossen hast (Absolutiv + Partikel + Adv.)
āśiṣaḥ satyāḥ
wahrhaftige Segnungen (Akk.Pl. + Akk.Pl.Adj.)
ante mām saṁsmariṣyasi
am Ende wirst du dich meiner erinnern (Lok.Sg. + Akk.Sg. + 2.Sg.Fut.)
tato gantāsi mat-sthānaṁ
sarva-loka-namaskṛtam
upariṣṭād ṛṣibhyas tvaṁ
yato nāvartate gataḥ
Dann wirst du zu meiner Stätte gehen, die von allen Welten verehrt wird, oberhalb der Welten der Ṛṣis – von wo aus, einmal dorthin gegangen, man nicht zurückkehrt.
Wort für Wort
tataḥ gantā asi
dann wirst du gehen (Adv. + 2.Sg.Fut.periphr.)
mat-sthānam sarva-loka-namaskṛtam
zu meiner Stätte, die von allen Welten verehrt wird (Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj.)
upariṣṭāt ṛṣibhyaḥ tvam
oberhalb der Ṛṣis, du (Adv. + Abl.Pl. + Nom.Sg.)
yataḥ na āvartate gataḥ
von wo aus, einmal gegangen, man nicht zurückkehrt (Adv. + 3.Sg.Präs.Med. + Nom.Sg.Part.)
Maitreya sprach: So verehrt, kehrte jener Erhabene, nachdem er ihm seine eigene Stätte verheißen hatte, während der Knabe zusah, zu seiner eigenen Wohnstatt zurück – er, dessen Banner Garuḍa ziert.
so 'pi saṅkalpajaṁ viṣṇoḥ
pāda-sevopasāditam
prāpya saṅkalpa-nirvāṇaṁ
nātiprīto 'bhyagāt puram
Auch er, nachdem er die durch den Dienst an Viṣṇus Füßen erlangte Erfüllung seines Wunsches, die aus seinem eigenen Entschluss geboren war, erlangt hatte, kehrte, nicht sehr erfreut, zur Stadt zurück.
Wort für Wort
saḥ api
auch er (Nom.Sg. + Partikel)
saṅkalpa-jam
das aus dem Entschluss Geborene (Akk.Sg.Adj.)
viṣṇoḥ pāda-sevā-upasāditam
das durch Dienst an Viṣṇus Füßen erlangte (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
prāpya saṅkalpa-nirvāṇam
nachdem er die Erfüllung des Wunsches erlangt hatte (Absolutiv + Akk.Sg.)
Vidura sprach: Wie konnte er, obwohl er in nur einem einzigen Leben die höchste, sehr schwer erlangbare Stätte Haris, des Herrn der Māyā, erworben durch Verehrung von dessen Füßen, erlangt hatte, sich selbst – er, der das wahre Ziel kannte – für einen halten, als hätte er sein Ziel nicht erreicht?
Wort für Wort
vidura uvāca
Vidura sprach
sudurlabham yat paramam padam
die sehr schwer erlangbare höchste Stätte, welche (Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
hareḥ māyāvinaḥ
Haris, des Herrn der Māyā (Gen.Sg. + Gen.Sg.)
tat-caraṇa-arcana-arjitam
das durch Verehrung von dessen Füßen erworbene (Akk.Sg.Adj.)
labdhvā api
nachdem er erlangt hatte, obgleich (Absolutiv + Partikel)
asiddha-artham iva
wie einer, dessen Ziel unerreicht blieb (Akk.Sg.Adv.-vergleich)
eka-janmanā
in einem einzigen Leben (Instr.Sg.)
katham svam ātmānam amanyata
wie hielt er sich selbst (Frage-Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.Med.)
Maitreya sprach: Im Herzen von den Wortpfeilen der Stiefmutter getroffen, wünschte er, sich jener Worte erinnernd, nicht die Befreiung vom Herrn der Befreiung selbst; deshalb war er in Schmerz geraten.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
mātuḥ sapatnyāḥ vāk-bāṇaiḥ
durch die Wortpfeile der Nebenfrau der Mutter [Stiefmutter] (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Instr.Pl.)
hṛdi viddhaḥ tu
aber im Herzen getroffen (Lok.Sg. + Nom.Sg.Part.Perf.Pass. + Partikel)
tān smaran
jene [Worte] sich erinnernd (Akk.Pl. + Part.Präs.)
na aicchat
er wünschte nicht (3.Sg.Impf.)
mukti-pateḥ muktim
die Befreiung vom Herrn der Befreiung (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
tasmāt tāpam upeyivān
deswegen war er in Leid geraten (Abl.Sg.Adv. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Part.Perf.Akt.)
Dhruva sprach: Die Stätte, die Sanandana und die anderen Kumāras, deren Same aufwärtsgerichtet ist, durch Versenkung erst in nicht nur einem Leben erkannten – ich habe, nachdem ich in sechs Monaten den Schatten der Füße jenes Herrn erlangt hatte, sie wieder verlassen, mit abweichendem Sinn.
Wort für Wort
dhruvaḥ uvāca
Dhruva sprach
samādhinā na-eka-bhavena
durch Versenkung, in nicht nur einem Leben (Instr.Sg. + Instr.Sg.Adj.)
yat padam viduḥ
welche Stätte sie erkannten (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Pl.Perf.)
sananda-ādayaḥ
Sanandana und die anderen (Nom.Pl.)
ūrdhva-retasaḥ
deren Same aufwärtsgerichtet ist (Nom.Pl.Bahuvrīhi)
māsaiḥ aham ṣaḍbhiḥ
ich, in sechs Monaten (Instr.Pl. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
amuṣya pādayoḥ chāyām
den Schatten der Füße jenes [Herrn] (Gen.Sg. + Gen.Du. + Akk.Sg.)
upetya apagataḥ
nachdem ich erlangt hatte, bin ich abgewichen (Absolutiv + Nom.Sg.Part.Perf.)
aho bata mamānātmyaṁ
manda-bhāgyasya paśyata
bhavac-chidaḥ pāda-mūlaṁ
gatvā yāce yad antavat
Ach, seht doch meine Selbstvergessenheit, mich, der von geringem Glück ist: Nachdem ich zur Fußwurzel dessen gegangen war, der das Rad des Werdens durchtrennt, erbat ich dort, was doch vergänglich ist!
Wort für Wort
aho bata
ach, wehe (Interjektionen)
mama anātmyam
meine Selbstvergessenheit (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
manda-bhāgyasya
dessen, der von geringem Glück ist (Gen.Sg.Adj.)
paśyata
seht! (2.Pl.Imperativ)
bhava-chidaḥ pāda-mūlam
zur Fußwurzel dessen, der das Werden durchtrennt (Gen.Sg.Bahuvrīhi + Akk.Sg.)
gatvā yāce
nachdem ich gegangen war, erbat ich (Absolutiv + 1.Sg.Präs.Med.)
matir vidūṣitā devaiḥ
patadbhir asahiṣṇubhiḥ
yo nārada-vacas tathyaṁ
nāgrāhiṣam asattamaḥ
Mein Verstand wurde von den Göttern verdorben, die selbst wieder fallen und meinen Aufstieg nicht ertragen konnten – ich, der ich, der Schlechteste, Nāradas wahrhaftiges Wort nicht annahm.
Wort für Wort
matiḥ vidūṣitā
der Verstand wurde verdorben (Nom.Sg. + Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
devaiḥ patadbhiḥ
von den Göttern, die fallen (Instr.Pl. + Instr.Pl.Part.)
asahiṣṇubhiḥ
die nicht ertragen konnten (Instr.Pl.Adj.)
yaḥ nārada-vacaḥ tathyam
ich, der Nāradas wahrhaftiges Wort (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj.)
Durch die göttliche Māyā gestützt, war ich wie ein Schlafender, mit gespaltenem Blick, und litt, in der Zweiheit, obwohl diese unwirklich ist, unter dem Herzensschmerz wegen Bruder und Rivale.
Wort für Wort
daivīm māyām upāśritya
nachdem ich Zuflucht bei der göttlichen Māyā genommen hatte (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Absolutiv)
prasuptaḥ iva
wie ein Schlafender (Nom.Sg. + iva)
bhinna-dṛk
mit gespaltenem Blick (Nom.Sg.Bahuvrīhi)
tapye
ich litt (1.Sg.Impf.Med.)
dvitīye api asati
in der Zweiheit, obwohl unwirklich (Lok.Sg. + Partikel + Lok.Sg.Adj.)
bhrātṛ-bhrātṛvya-hṛt-rujā
durch den Herzensschmerz wegen Bruder und Rivale (Instr.Sg.)
Was ich da erbat, war so nutzlos wie eine ärztliche Behandlung bei einem, dessen Lebenszeit bereits verstrichen ist: Nachdem ich durch Askese die Seele des Universums, den schwer zufriedenzustellenden Durchtrenner des Werdens, gnädig gestimmt hatte, erbat ich – ich, vom Glück Verlassener – weiteres weltliches Werden.
Wort für Wort
mayā etat prārthitam vyartham
von mir wurde dies erbeten, nutzlos (Instr.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg.Adj.)
cikitsā iva gata-āyuṣi
wie eine Behandlung bei einem, dessen Lebenszeit vergangen ist (Nom.Sg. + iva + Lok.Sg.Bahuvrīhi)
prasādya jagat-ātmānam
nachdem ich die Seele des Universums zufriedengestellt hatte (Absolutiv + Akk.Sg.)
tapasā duṣprasādanam
durch Askese, den schwer zufriedenzustellenden (Instr.Sg. + Akk.Sg.Adj.)
bhava-chidam ayāce aham
ich erbat von dem Durchtrenner des Werdens (Akk.Sg. + 1.Sg.Impf.Med. + Nom.Sg.)
bhavam bhāgya-vivarjitaḥ
weltliches Werden, ich vom Glück Verlassener (Akk.Sg. + Nom.Sg.Bahuvrīhi)
svārājyaṁ yacchato mauḍhyān
māno me bhikṣito bata
īśvarāt kṣīṇa-puṇyena
phalī-kārān ivādhanaḥ
Ach, aus Torheit erbettelte ich, dessen fromme Verdienste erschöpft waren, von dem, der mir seine eigene Herrschaft über alles darbot, nur weltliches Ansehen – wie ein Armer, der von einem Wohltäter nur Bruchreiskörner erbittet.
Wort für Wort
svārājyam yacchataḥ
von dem, der [seine] eigene Herrschaft darbot (Akk.Sg. + Gen.Sg.Part.)
mauḍhyāt
aus Torheit (Abl.Sg.)
mānaḥ me bhikṣitaḥ
Ansehen wurde von mir erbettelt (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
bata
ach (Interjektion)
īśvarāt
vom Herrn (Abl.Sg.)
kṣīṇa-puṇyena
von einem, dessen Verdienst erschöpft war (Instr.Sg.Bahuvrīhi)
phalī-kārān iva adhanaḥ
wie ein Armer Bruchreiskörner (Akk.Pl. + iva + Nom.Sg.)
maitreya uvāca
na vai mukundasya padāravindayo
rajo-juṣas tāta bhavādṛśā janāḥ
vāñchanti tad-dāsyam ṛte 'rtham ātmano
yadṛcchayā labdha-manaḥ-samṛddhayaḥ
Maitreya sprach: Fürwahr, mein Lieber, Menschen wie du, die den Staub von Mukundas Lotosfüßen genießen und deren geistiger Reichtum von selbst erlangt ist, begehren dessen Dienerschaft nicht um irgendeines eigennützigen Zweckes für sich selbst willen.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
na vai mukundasya pada-aravindayoḥ
fürwahr nicht der Lotosfüße Mukundas (Adv. + Gen.Sg. + Gen.Du.)
rajaḥ-juṣaḥ
die den Staub genießen (Nom.Pl.Adj.)
tāta bhavādṛśāḥ janāḥ
o Lieber, dir gleiche Menschen (Vok.Sg. + Nom.Pl.Adj. + Nom.Pl.)
vāñchanti tat-dāsyam
sie begehren dessen Dienerschaft (3.Pl.Präs. + Akk.Sg.)
ṛte artham ātmanaḥ
ausgenommen einen Zweck für sich selbst (Präp. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
yadṛcchayā
durch Zufall, von selbst (Instr.Sg.Adv.)
labdha-manaḥ-samṛddhayaḥ
deren geistiger Reichtum erlangt ist (Nom.Pl.Bahuvrīhi)
ākarṇyātma-jam āyāntaṁ
samparetya yathāgatam
rājā na śraddadhe bhadram
abhadrasya kuto mama
Als er hörte, dass sein Sohn zurückkehre, gleichsam vom Tode wiedergekehrt, glaubte der König zunächst nicht an dieses Glück: Wie könnte es für einen Unglücklichen wie mich solches Glück geben?
Wort für Wort
ākarṇya ātma-jam āyāntam
nachdem er gehört hatte, dass der Sohn zurückkehre (Absolutiv + Akk.Sg. + Akk.Sg.Part.)
samparetya yathā āgatam
als sei er, gestorben, zurückgekehrt (Adv./Absolutiv + Adv. + Nom.Sg.Part.)
rājā na śraddadhe
der König glaubte nicht (Nom.Sg. + 3.Sg.Perf.Med.)
bhadram
[dieses] Glück (Akk.Sg.)
abhadrasya kutaḥ mama
wie [könnte es] meines, des Unglücklichen, [sein] (Gen.Sg. + Frage-Adv. + Gen.Sg.)
Nachdem er dem Wort des Götterweisen Glauben geschenkt hatte, von einem Ansturm der Freude überwältigt, schenkte er, höchst erfreut, dem Überbringer der Nachricht eine überaus wertvolle Halskette.
Wort für Wort
śraddhāya vākyam devarṣeḥ
nachdem er dem Wort des Götterweisen geglaubt hatte (Absolutiv + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
harṣa-vegena dharṣitaḥ
von einem Ansturm der Freude überwältigt (Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
vārtā-hartuḥ atiprītaḥ
dem Nachrichtenbringer, höchst erfreut (Dat.Sg. + Nom.Sg.Adj.)
hāram prādāt mahā-dhanam
er schenkte eine überaus wertvolle Halskette (Akk.Sg. + 3.Sg.Aor. + Akk.Sg.Adj.)
Nachdem er einen mit Gold geschmückten Wagen mit vortrefflichen Pferden bestiegen hatte, von Brahmanen, Familienältesten sowie Ministern und Verwandten umgeben, zog er, begierig seinen Sohn zu erblicken, eilig aus der Stadt aus, begleitet vom Klang von Muschelhörnern und Kesselpauken, vedischem Rezitieren und Flöten.
Wort für Wort
sat-aśvam ratham āruhya
nachdem er einen Wagen mit vortrefflichen Pferden bestiegen hatte (Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg. + Absolutiv)
kārtasvara-pariṣkṛtam
mit Gold geschmückt (Akk.Sg.Adj.)
brāhmaṇaiḥ kula-vṛddhaiḥ ca
von Brahmanen und Familienältesten (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Partikel)
paryastaḥ amātya-bandhubhiḥ
umgeben von Ministern und Verwandten (Nom.Sg.Part. + Instr.Pl.)
śaṅkha-dundubhi-nādena
durch den Klang von Muschelhörnern und Kesselpauken (Instr.Sg.)
brahma-ghoṣeṇa veṇubhiḥ
durch vedisches Rezitieren, mit Flöten (Instr.Sg. + Instr.Pl.)
niścakrāma purāt tūrṇam
er zog eilig aus der Stadt aus (3.Sg.Perf. + Abl.Sg. + Adv.)
ātmaja-abhīkṣaṇa-utsukaḥ
begierig, den Sohn zu erblicken (Nom.Sg.Bahuvrīhi)
Als er ihn nahe dem Stadtwäldchen herankommen sah, stieg der König eilig vom Wagen herab, näherte sich rasch und umarmte, von Liebe überwältigt, mit beiden Armen den leiblichen Sohn, dessen ganze Fessel der Sünde durch die Berührung mit den Füßen Viṣvaksenas zerstört worden war – er, dessen Herz sich lange gesehnt hatte, schwer atmend.
Wort für Wort
tam dṛṣṭvā
nachdem er ihn gesehen hatte (Akk.Sg. + Absolutiv)
upavana-abhyāśe āyāntam
nahe dem Stadtwäldchen herankommend (Lok.Sg. + Akk.Sg.Part.)
tarasā rathāt avaruhya
eilig vom Wagen herabgestiegen (Instr.Sg.Adv. + Abl.Sg. + Absolutiv)
nṛpaḥ tūrṇam āsādya
der König, schnell sich nähernd (Nom.Sg. + Adv. + Absolutiv)
prema-vihvalaḥ
von Liebe überwältigt (Nom.Sg.Bahuvrīhi)
parirebhe aṅga-jam dorbhyām
er umarmte den leiblichen Sohn mit beiden Armen (3.Sg.Perf.Med. + Akk.Sg. + Instr.Du.)
dīrgha-utkaṇṭha-manāḥ śvasan
dessen Herz sich lange gesehnt hatte, schwer atmend (Nom.Sg.Bahuvrīhi + Part.Präs.)
Darauf beroch er wiederholt sein Haupt und badete den Sohn mit den kalten Wassern seiner Augen – er, dessen lang gehegter Herzenswunsch nun in Erfüllung gegangen war.
Nachdem er die Füße seines Vaters verehrt hatte und mit Segnungen begrüßt worden war, verneigte sich er, der Vornehmste der Edlen, geehrt, mit dem Haupt vor seinen beiden Müttern.
Wort für Wort
abhivandya pituḥ pādau
nachdem er die Füße des Vaters verehrt hatte (Absolutiv + Gen.Sg. + Akk.Du.)
āśīrbhiḥ ca abhimantritaḥ
und mit Segnungen begrüßt (Instr.Pl. + Partikel + Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
nanāma mātarau śīrṣṇā
er verneigte sich mit dem Haupt vor den beiden Müttern (3.Sg.Perf. + Akk.Du. + Instr.Sg.)
Wem gegenüber der Erhabene Hari, durch dessen Eigenschaften wie Freundlichkeit und so weiter, wohlgesonnen ist – dem huldigen die Geschöpfe von selbst, so wie das Wasser von selbst zur Niederung fließt.
Wort für Wort
yasya prasannaḥ
dem gegenüber wohlgesonnen (Gen.Sg. + Nom.Sg.Adj.)
bhagavān hariḥ
der Erhabene Hari (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
guṇaiḥ maitrī-ādibhiḥ
durch Eigenschaften wie Freundlichkeit u.a. (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
tasmai namanti bhūtāni
dem huldigen die Geschöpfe (Dat.Sg. + 3.Pl.Präs. + Nom.Pl.)
nimnam āpaḥ iva svayam
wie Wasser von selbst zur Niederung (Akk.Sg. + Nom.Pl. + iva + Adv.)
Uttama und Dhruva, beide von Liebe zueinander überwältigt, deren Körperhaare sich durch die Berührung ihrer Leiber sträubten, vergossen wiederholt einen Strom von Tränen.
Wort für Wort
uttamaḥ ca dhruvaḥ ca ubhau
Uttama und Dhruva, beide (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Du.)
anyonyam prema-vihvalau
voneinander von Liebe überwältigt (Akk./Adv. + Nom.Du.Bahuvrīhi)
aṅga-saṅgāt utpulakau
durch die Berührung der Körper, deren Haare sich sträubten (Abl.Sg. + Nom.Du.Bahuvrīhi)
asra-ogham muhuḥ ūhatuḥ
einen Strom von Tränen vergossen sie wiederholt (Akk.Sg. + Adv. + 3.Du.Perf.)
Sunīti, Dhruvas Mutter, umarmte den Sohn, der ihr mehr als ihr eigenes Leben lieb war, und ließ, erquickt durch die Berührung seines Körpers, allen seelischen Kummer fahren.
Wort für Wort
sunītiḥ asya jananī
Sunīti, dessen Mutter (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
prāṇebhyaḥ api priyam sutam
den Sohn, der mehr als das Leben lieb war (Abl.Pl. + Partikel + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
upaguhya jahau ādhim
nachdem sie umarmt hatte, ließ sie den Kummer fahren (Absolutiv + 3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
tat-aṅga-sparśa-nirvṛtā
erquickt durch die Berührung seines Körpers (Nom.Sg.Bahuvrīhi)
O Held, aus den beiden Brüsten jener Gebärerin eines Helden, die da wiederholt von heilvollen, aus den Augen entstandenen Wassern benetzt wurden, floss Milch hervor.
Wort für Wort
payaḥ stanābhyām susrāva
Milch floss aus den beiden Brüsten hervor (Nom.Sg. + Abl.Du. + 3.Sg.Perf.)
netra-jaiḥ salilaiḥ śivaiḥ
mit heilvollen, aus den Augen entstandenen Wassern (Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Adj.)
tadā abhiṣicyamānābhyām
da, die [Brüste, welche] benetzt wurden (Adv. + Instr.Du.Part.Präs.Pass.)
vīra
o Held [Vidura] (Vok.Sg.)
vīra-suvaḥ muhuḥ
der Gebärerin eines Helden, wiederholt (Gen.Sg. + Adv.)
tāṁ śaśaṁsur janā rājñīṁ
diṣṭyā te putra ārti-hā
pratilabdhaś ciraṁ naṣṭo
rakṣitā maṇḍalaṁ bhuvaḥ
Die Leute priesen die Königin: 'Zum Glück ist dein Sohn, der Zerstörer deines Leids, der lange verloren war, wiedererlangt worden – er wird den ganzen Erdkreis beschützen!'
Gewiss wurde von dir der Erhabene verehrt, der Zerstörer des Leids der ihm Ergebenen; denn die Standhaften, die beständig an ihn denken, besiegen den überaus schwer zu besiegenden Tod.
Wort für Wort
abhyarcitaḥ tvayā nūnam
gewiss wurde von dir verehrt (Nom.Sg.Part.Perf.Pass. + Instr.Sg. + Adv.)
bhagavān praṇata-ārti-hā
der Erhabene, der Zerstörer des Leids der Ergebenen (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
yat-anudhyāyinaḥ dhīrāḥ
die Standhaften, die beständig an ihn denken (Nom.Pl.Bahuvrīhi + Nom.Pl.)
mṛtyum jigyuḥ sudurjayam
sie besiegten den überaus schwer zu besiegenden Tod (Akk.Sg. + 3.Pl.Perf. + Akk.Sg.Adj.)
Nachdem der König Dhruva, der so von den Leuten geliebkost wurde, zusammen mit seinem Bruder auf eine Elefantenkuh hatte steigen lassen, zog er, erfreut und selbst gepriesen, in die Stadt ein.
Wort für Wort
lālyamānam janaiḥ evam
der so von den Leuten geliebkost wurde (Akk.Sg.Part.Präs.Pass. + Instr.Pl. + Adv.)
dhruvam sa-bhrātaram nṛpaḥ
der König, Dhruva mit dem Bruder (Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj. + Nom.Sg.)
āropya kariṇīm
nachdem er auf eine Elefantenkuh hatte steigen lassen (Absolutiv Kaus. + Akk.Sg.)
tatra tatropasaṅkḷptair
lasan-makara-toraṇaiḥ
savṛndaiḥ kadalī-stambhaiḥ
pūga-potaiś ca tad-vidhaiḥ
Hier und dort war [die Stadt geschmückt] mit errichteten, glänzenden, Makara-förmigen Torbögen, mit Bananenstauden-Säulen samt Fruchtbüscheln und mit jungen Betelnusspalmen und dergleichen mehr.
Wort für Wort
tatra tatra upasaṅkḷptaiḥ
hier und dort mit errichteten (Adv. + Instr.Pl.Part.Perf.Pass.)
lasat-makara-toraṇaiḥ
mit glänzenden, Makara-förmigen Torbögen (Instr.Pl.)
sa-vṛndaiḥ kadalī-stambhaiḥ
mit Bananenstauden-Säulen samt Fruchtbüscheln (Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl.)
pūga-potaiḥ ca tad-vidhaiḥ
und mit jungen Betelnusspalmen und dergleichen (Instr.Pl. + Partikel + Instr.Pl.Adj.)
Dieser und die folgenden drei Verse (54-57) bilden syntaktisch eine fortlaufende Beschreibung der geschmückten Stadt; das tragende Verb ('war geschmückt') ist aus Vers 56 ('alaṅkṛtam') zu ergänzen [?]
An jedem Tor war sie geschmückt mit Wasserkrügen samt kleinen Lampen, umgeben von herabhängenden Mangoblättern, Tüchern, Blumengirlanden und Perlenschnüren.
Wort für Wort
cūta-pallava-vāsaḥ-srak-muktā-dāma-vilambibhiḥ
mit herabhängenden Mangoblättern, Tüchern, Girlanden und Perlenschnüren (Instr.Pl.)
upaskṛtam prati-dvāram
geschmückt an jedem Tor (Akk.Sg.Part.Perf.Pass. + Adv.)
apām kumbhaiḥ sa-dīpakaiḥ
mit Wasserkrügen samt kleinen Lampen (Gen.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Adj.)
Ihre Plätze, Straßen, Terrassen und Wege waren gereinigt und mit Sandelpaste bestrichen, und sie war versehen mit Röstreis, ungeschälter Gerste, Blumen, Früchten, Reiskörnern und weiteren Opfergaben.
Wort für Wort
mṛṣṭa-catvara-rathyā-aṭṭa-mārgam
deren Plätze, Straßen, Terrassen und Wege gereinigt waren (Akk.Sg.Bahuvrīhi)
candana-carcitam
mit Sandelpaste bestrichen (Akk.Sg.Part.Perf.Pass.)
lāja-akṣataiḥ puṣpa-phalaiḥ
mit Röstreis, ungeschälter Gerste, Blumen, Früchten (Instr.Pl.)
taṇḍulaiḥ balibhiḥ yutam
mit Reiskörnern und Opfergaben versehen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Akk.Sg.Adj.)
dhruvāya pathi dṛṣṭāya
tatra tatra pura-striyaḥ
siddhārthākṣata-dadhy-ambu-
dūrvā-puṣpa-phalāni ca
upajahruḥ prayuñjānā
vātsalyād āśiṣaḥ satīḥ
śṛṇvaṁs tad-valgu-gītāni
prāviśad bhavanaṁ pituḥ
Als Dhruva auf dem Weg von ihnen erblickt wurde, streuten die tugendhaften Frauen der Stadt hier und dort weißen Senf, ungebrochene Gerste, Sauermilch, Wasser, Dūrvā-Gras, Blumen und Früchte, aus Zärtlichkeit Segenswünsche aussprechend; und er, ihre lieblichen Lieder hörend, trat in das Haus seines Vaters ein.
Wort für Wort
dhruvāya pathi dṛṣṭāya
dem Dhruva, der auf dem Weg erblickt wurde (Dat.Sg. + Lok.Sg. + Dat.Sg.Part.)
tatra tatra pura-striyaḥ
hier und dort die Frauen der Stadt (Adv. + Nom.Pl.)
siddhārtha-akṣata-dadhi-ambu-dūrvā-puṣpa-phalāni ca
mahāmaṇi-vrātamaye
sa tasmin bhavanottame
lālito nitarāṁ pitrā
nyavasad divi devavat
Er wohnte, von seinem Vater überaus liebevoll gepflegt, in jenem vortrefflichsten, aus Scharen kostbarer Edelsteine bestehenden Palast, wie ein Gott im Himmel.
Wort für Wort
mahā-maṇi-vrāta-maye
dem aus Scharen kostbarer Edelsteine bestehenden (Lok.Sg.Adj.)
sa tasmin bhavana-uttame
er, in jenem vortrefflichsten Palast (Nom.Sg. + Lok.Sg. + Lok.Sg.Adj.)
lālitaḥ nitarām pitrā
überaus gepflegt vom Vater (Nom.Sg.Part.Perf.Pass. + Adv. + Instr.Sg.)
nyavasat divi deva-vat
er wohnte im Himmel wie ein Gott (3.Sg.Impf. + Lok.Sg. + Adv.)
Dem Milchschaum gleichende Betten aus Elfenbein mit goldener Ausstattung gab es dort, höchst wertvolle Sitze, und wo auch sonst goldene Gerätschaften zu finden waren.
Wort für Wort
payaḥ-phena-nibhāḥ śayyāḥ
dem Milchschaum gleichende Betten (Nom.Pl.Adj. + Nom.Pl.)
dāntāḥ rukma-paricchadāḥ
aus Elfenbein, mit goldener Ausstattung (Nom.Pl.Adj. + Nom.Pl.Adj.)
āsanāni mahā-arhāṇi
höchst wertvolle Sitze (Nom.Pl. + Nom.Pl.Adj.)
yatra raukmāḥ upaskarāḥ
wo goldene Gerätschaften (Adv. + Nom.Pl.Adj. + Nom.Pl.)
Es gab Teiche mit Treppen aus Beryll, reich an Lotos-, Blaulotos- und Nachtlotosblumen, bewohnt von Scharen von Schwänen, Kāraṇḍava-Enten, Cakravākas und Kranichen.
Wort für Wort
vāpyaḥ vaidūrya-sopānāḥ
Teiche mit Treppen aus Beryll (Nom.Pl. + Nom.Pl.Adj.)
padma-utpala-kumud-vatīḥ
reich an Lotos-, Blaulotos-, Nachtlotosblumen (Nom.Pl.Adj.)
haṁsa-kāraṇḍava-kulaiḥ
mit Scharen von Schwänen und Kāraṇḍava-Enten (Instr.Pl.)
juṣṭāḥ cakrāhva-sārasaiḥ
bewohnt von Cakravākas und Kranichen (Nom.Pl.Part.Perf.Pass. + Instr.Pl.)
vīkṣyoḍha-vayasaṁ taṁ ca
prakṛtīnāṁ ca sammatam
anurakta-prajaṁ rājā
dhruvaṁ cakre bhuvaḥ patim
Nachdem der König erwogen hatte, dass jener Dhruva das reife Alter erreicht hatte, von den Ministern anerkannt war und dessen Untertanen ihm zugetan waren, machte er Dhruva zum Herrn der Erde.
Wort für Wort
vīkṣya ūḍha-vayasam tam ca
nachdem er erwogen hatte, dass jener das [reife] Alter erreicht hatte (Absolutiv + Akk.Sg.Bahuvrīhi + Akk.Sg. + Partikel)
prakṛtīnām ca sammatam
und von den Ministern anerkannt (Gen.Pl. + Partikel + Akk.Sg.Part.)
anurakta-prajam
dessen Untertanen zugetan waren (Akk.Sg.Bahuvrīhi)
rājā dhruvam cakre
der König machte Dhruva (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Perf.Med.)
Und nachdem der Herr der Untertanen erkannt hatte, dass er selbst hochbetagt war, brach er, losgelöst, zum Wald auf, über das wahre Ziel der Seele nachsinnend.
Wort für Wort
ātmānam ca pravayasam
und sich selbst als hochbetagt (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.Adj.)
ākalayya viśāmpatiḥ
nachdem er erkannt hatte, der Herr der Untertanen (Absolutiv + Nom.Sg.)
vanam viraktaḥ prātiṣṭhat
losgelöst brach er zum Wald auf (Akk.Sg. + Nom.Sg.Adj. + 3.Sg.Impf.)
vimṛśan ātmanaḥ gatim
über das Ziel der Seele nachsinnend (Part.Präs. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)