Kapitel 37: garbhodakaśāyi-viṣṇor brahmāvirbhāvaḥ
Erscheinen Brahmās aus Garbhodakaśāyī Viṣṇu
Skandha 3, Adhyāya 8. Quelle: vedabase.io, individuell verifizierte Einzelverse (1-33, keine vom Quelltext ausgewiesenen Gruppierungen). Maitreya beginnt die Erzählung des Bhāgavata-Purāṇa, wie es ihm über die Überlieferungskette Saṅkarṣaṇa-Sanat-kumāra-Sāṅkhyāyana-Parāśara zukam (V.1-9); er beschreibt Viṣṇu, im Weltenendewasser auf Śeṣa ruhend, der nach tausend Zeitaltern die aufgesogenen Welten in sich sieht und aus dessen Nabel ein leuchtender Lotos hervorbricht, in den Viṣṇu selbst eintritt und daraus Brahmā, der Selbstentstandene, geboren wird (V.10-16); Brahmā, zunächst richtungslos und um seinen eigenen Ursprung ratlos, sucht vergeblich den Grund des Lotosstiels im Wasser, wobei ein furchteinflößendes Rad mit drei Radkränzen (die Zeit) entsteht (V.17-20); durch Yoga-Versenkung erlangt er schließlich Erkenntnis und erblickt in seinem Herzen die ausführlich beschriebene kosmische Gestalt des auf Śeṣa ruhenden Puruṣa, verglichen mit einem gewaltigen, juwelengeschmückten Berg und Weltenbaum (V.21-31); abschließend erkennt Brahmā im Nabel-Lotos sich selbst sowie Wasser, Luft und Äther und beginnt, von Rajas ergriffen und von Schöpfungsverlangen erfüllt, den Puruṣa lobzupreisen (V.32-33).
[Maitreya sprach:] Fürwahr würdig, von den Guten verehrt zu werden, ist die Puru-Dynastie, da ihre Welthüter dem Erhabenen ergeben sind - du erneuerst hier Schritt für Schritt beständig den Ruhmeskranz des Unbesiegten [Kṛṣṇa].
Wort für Wort
sat-sevanīyaḥ bata pūru-vaṁśaḥ
fürwahr würdig verehrt zu werden ist die Puru-Dynastie
yat loka-pālaḥ bhagavat-pradhānaḥ
da [ihr] Welthüter dem Erhabenen ergeben sind
babhūvitha iha ajita-kīrti-mālām
du bist hier [entstanden] den Ruhmeskranz des Unbesiegten
so 'haṁ nṛṇāṁ kṣulla-sukhāya duḥkhaṁ mahad gatānāṁ viramāya tasya pravartaye bhāgavataṁ purāṇaṁ yad āha sākṣād bhagavān ṛṣibhyaḥ
Ich selbst werde nun, für die Menschen, die geringem Glück und großem Leid verfallen sind, zu dessen Beendigung jenes Bhāgavata-Purāṇa vortragen, das der Erhabene selbst den Weisen verkündete.
Wort für Wort
saḥ aham nṛṇām kṣulla-sukhāya
ich selbst für die Menschen, die geringem Glück
duḥkham mahat gatānām viramāya
und großem Leid verfallen sind, zu dessen Beendigung
Die Weisen, angeführt von den Kumāras, die die Wahrheit dessen erkennen wollten, was jenseits der materiellen Schöpfung liegt, befragten den auf der Erde in Śeṣa-Gestalt sitzenden, ursprünglichen Erhabenen, den Gott Saṅkarṣaṇa, dessen Wesen ungetrübt ist.
Wort für Wort
āsīnam urvyām bhagavantam ādyam
den auf der Erde sitzenden ursprünglichen Erhabenen
saṅkarṣaṇaṁ devam akuṇṭha-sattvam
den Gott Saṅkarṣaṇa, dessen Wesen ungetrübt ist
vivitsavaḥ tattvam ataḥ parasya
wünschend die Wahrheit dessen jenseits davon zu erkennen
svam eva dhiṣṇyaṁ bahu mānayantaṁ yad vāsudevābhidham āmananti pratyag-dhṛtākṣāmbuja-kośam īṣad unmīlayantaṁ vibudhodayāya
Ihn, der seinen eigenen Sitz hoch verehrt, den sie mit dem Namen Vāsudeva bezeichnen, dessen Lotosaugen nach innen gerichtet gehalten sind, und der sie leicht öffnet, um den Weisen Erkenntnis zu gewähren -
Wort für Wort
svam eva dhiṣṇyam bahu mānayantam
der seinen eigenen Sitz hoch verehrt
yat vāsudeva-abhidham āmananti
den sie mit dem Namen Vāsudeva bezeichnen
pratyak-dhṛta-akṣa-ambuja-kośam
dessen Lotosaugen nach innen gerichtet gehalten sind
- ihn, dessen Lotos-Fußpolster die Töchter des Schlangenkönigs, mit ihren vom Wasser des Himmelsflusses feuchten Haarlocken es berührend, mit Liebe und verschiedenen Opfergaben verehren, nach Segnungen verlangend -
Wort für Wort
svardhunī-uda-ārdraiḥ sva-jaṭā-kalāpaiḥ
mit ihren vom Wasser des Himmelsflusses feuchten Haarlocken
upaspṛśantaḥ caraṇa-upadhānam padmam
berührend das Lotos-Fußkissen
yat arcanti ahi-rāja-kanyāḥ
das die Töchter des Schlangenkönigs verehren
sa-prema nānā-balibhiḥ vara-arthāḥ
mit Liebe, mit verschiedenen Opfergaben, nach Segnungen verlangend
- ihn, dessen tausend majestätische, durch die vorzüglichen Juwelen der tausend Kronen erleuchtete Schlangenhäupter, dessen Taten kennend, wiederholt mit Worten lobpreisen, deren Silben vor Zuneigung stolpern -
Wort für Wort
muhuḥ gṛṇantaḥ vacasā anurāga-skhalat-padena
wiederholt lobpreisend mit Worten, deren Silben vor Zuneigung stolpern
proktaṁ kilaitad bhagavattamena nivṛtti-dharmābhiratāya tena sanat-kumārāya sa cāha pṛṣṭaḥ sāṅkhyāyanāyāṅga dhṛta-vratāya
Dies wurde fürwahr von dem höchsten Erhabenen [Saṅkarṣaṇa] jenem Sanat-Kumāra verkündet, der im Weg der Entsagung erfreut war; und er sprach, selbst später befragt, zu Sāṅkhyāyana, oh Lieber, der strenge Gelübde hielt.
Wort für Wort
proktam kila etat bhagavat-tamena
dies wurde fürwahr von dem höchsten Erhabenen verkündet
nivṛtti-dharma-abhiratāya tena sanat-kumārāya
jenem Sanat-kumāra, dem im Weg der Entsagung Erfreuten
sāṅkhyāyanaḥ pāramahaṁsya-mukhyo vivakṣamāṇo bhagavad-vibhūtīḥ jagāda so 'smad-gurave 'nvitāya parāśarāyātha bṛhaspateś ca
Sāṅkhyāyana, der Vornehmste unter den Paramahaṁsas, gewillt, die Herrlichkeiten des Erhabenen zu verkünden, sprach zu unserem geistigen Lehrer, dem würdig Geeigneten, zu Parāśara, sowie auch zu einem Schüler Bṛhaspatis.
Wort für Wort
sāṅkhyāyanaḥ pāramahaṁsya-mukhyaḥ
Sāṅkhyāyana, der Vornehmste unter den Paramahaṁsas
vivakṣamāṇaḥ bhagavat-vibhūtīḥ
gewillt die Herrlichkeiten des Erhabenen zu verkünden
provāca mahyaṁ sa dayālur ukto muniḥ pulastyena purāṇam ādyam so 'haṁ tavaitat kathayāmi vatsa śraddhālave nityam anuvratāya
Jener gnädige Weise [Parāśara], zuvor von Pulastya angesprochen, verkündete mir dieses uralte Purāṇa; ich selbst erzähle es dir nun, oh Kind, dem Gläubigen, dem beständig treu Ergebenen.
Damals war dieses Universum von Wasser überflutet, das er, mit im Schlaf geschlossenen Augen, gänzlich verhüllt hielt - der Eine, auf dem Lager des Schlangenkönigs ruhend, sich selbst eine Ruhepause gönnend, in eigener Selbstfreude wunschlos.
Wort für Wort
udāplutam viśvam idam tadā āsīt
überflutet von Wasser war damals dieses Universum
yat nidrayā āmīlita-dṛk nyamīlayat
das er mit im Schlaf geschlossenen Augen geschlossen hielt
ahīndra-talpe adhiśayānaḥ ekaḥ
auf dem Lager des Schlangenkönigs ruhend, der Eine
kṛta-kṣaṇaḥ sva-ātma-ratau nirīhaḥ
sich eine Ruhepause gönnend, in eigener Selbstfreude, wunschlos
so 'ntaḥ śarīre 'rpita-bhūta-sūkṣmaḥ kālātmikāṁ śaktim udīrayāṇaḥ uvāsa tasmin salile pade sve yathānalo dāruṇi ruddha-vīryaḥ
Er, in dessen Körper die subtilen Elemente eingebracht waren, weilte, die Zeit-Kraft aktivierend, in jenem Wasser an seinem eigenen Ort - wie Feuer, dessen Kraft im Holz zurückgehalten ist.
Wort für Wort
saḥ antaḥ śarīre arpita-bhūta-sūkṣmaḥ
er, in dessen Körper die subtilen Elemente eingebracht waren
kāla-ātmikām śaktim udīrayāṇaḥ
die Zeit-Kraft aktivierend
uvāsa tasmin salile pade sve
weilte in jenem Wasser an seinem eigenen Ort
yathā analaḥ dāruṇi ruddha-vīryaḥ
wie Feuer im Holz, dessen Kraft zurückgehalten ist
Und nachdem er tausend Vierfach-Zeitalter im Wasser geschlafen hatte, durch seine eigene, von der Kraft namens Zeit aktivierte Energie deren Wirken übernehmend, sah er die zuvor aufgesogenen Welten in seinem eigenen Körper.
Wort für Wort
catur-yugānām ca sahasram apsu
und tausend Vierfach-Zeitalter im Wasser
svapan svayā udīritayā sva-śaktyā
schlafend, durch seine eigene aktivierte Kraft
kāla-ākhyayā āsādita-karma-tantraḥ
durch die Kraft namens Zeit, deren Wirken erlangt
lokān apītān dadṛśe sva-dehe
sah er die aufgesogenen Welten in seinem eigenen Körper
Dessen Blick nach innen auf das subtile Schöpfungsprinzip gerichtet war - jenes ihm innewohnende, durch Rajas verfeinerte Prinzip, durchdrungen von der der Zeit folgenden Eigenschaft, brach, gleichsam gebärend, damals aus der Nabelregion hervor.
Wort für Wort
tasya artha-sūkṣma-abhiniviṣṭa-dṛṣṭeḥ
dessen Blick auf das subtile Prinzip gerichtet war
antaḥ-gataḥ arthaḥ rajasā tanīyān
das innewohnende Prinzip, durch Rajas verfeinert
guṇena kāla-anugatena viddhaḥ
durchdrungen von der der Zeit folgenden Eigenschaft
sūṣyan tadā abhidyata nābhi-deśāt
im Begriff zu gebären, brach es aus der Nabelregion hervor
sa padma-kośaḥ sahasodatiṣṭhat kālena karma-pratibodhanena sva-rociṣā tat salilaṁ viśālaṁ vidyotayann arka ivātma-yoniḥ
Jener Lotoskelch erhob sich plötzlich, durch die Zeit, die sein Wirken erweckte, jenes weite Gewässer mit seinem eigenen Glanz erleuchtend, wie die Sonne, selbstentstanden.
tal loka-padmaṁ sa u eva viṣṇuḥ prāvīviśat sarva-guṇāvabhāsam tasmin svayaṁ vedamayo vidhātā svayambhuvaṁ yaṁ sma vadanti so 'bhūt
In jenen Welten-Lotos, der alle Guṇas erstrahlen ließ, trat eben dieser Viṣṇu ein; in ihm entstand von selbst der aus den Veden bestehende Schöpfer [Brahmā], er, den sie den Selbstentstandenen nennen.
Wort für Wort
tat loka-padmam saḥ u eva viṣṇuḥ
in jenen Welten-Lotos eben dieser Viṣṇu
prāvīviśat sarva-guṇa-avabhāsam
trat ein, [den Lotos] der alle Guṇas erstrahlen ließ
tasmin svayam veda-mayaḥ vidhātā
in ihm von selbst der aus den Veden bestehende Schöpfer
svayambhuvam yam sma vadanti saḥ abhūt
den sie den Selbstentstandenen nennen, er wurde geboren
Und er, auf jenem Lotoskelch befindlich, zunächst die Welt nicht sehend, im Raum umherblickend, mit in alle Richtungen gedrehten Augen, erlangte vier Gesichter, den Haupt-Richtungen entsprechend.
Wort für Wort
tasyām sa ca ambhaḥ-ruha-karṇikāyām
und er auf jenem Lotoskelch
avasthitaḥ lokam apaśyamānaḥ
befindlich, die Welt nicht sehend
parikraman vyomni vivṛtta-netraḥ
im Raum umherblickend, mit gedrehten Augen
catvāri lebhe anudiśam mukhāni
erlangte vier Gesichter, den Richtungen entsprechend
Sich auf jenen aus dem, durch den Atem des Zeitalterendes aufgewühlten Wasserwellenkreis emporgewachsenen Lotos stützend, kannte der Urgott [Brahmā], obwohl er auf dem Prinzip der Welt ruhte, sein eigenes Selbst nicht wahrhaftig.
ka eṣa yo 'sāv aham abja-pṛṣṭha etat kuto vābjam ananyad apsu asti hy adhastād iha kiñcanaitad adhiṣṭhitaṁ yatra satā nu bhāvyam
'Wer bin ich, der ich hier auf dem Rücken des Lotos sitze? Und woher kommt dieser einzigartige Lotos im Wasser? Fürwahr muss hier etwas darunter sein, worauf er ruht - etwas, das wirklich existieren muss.'
Wort für Wort
kaḥ eṣaḥ yaḥ asau aham abja-pṛṣṭhe
wer ist dieser, der ich bin, auf dem Rücken des Lotos
sa ittham udvīkṣya tad-abja-nāla-nāḍībhir antar-jalam āviveśa nārvāg-gatas tat-khara-nāla-nāla-nābhiṁ vicinvaṁs tad avindatājaḥ
So überlegend, trat er [Brahmā] durch die Kanäle des Lotosstiels ein in das Innere des Wassers; ohne ans Ende zu gelangen, den Ursprung dieses harten Lotosstiels suchend, fand er ihn dennoch nicht, der Ungeborene.
Wort für Wort
saḥ ittham udvīkṣya tat-abja-nāla-nāḍībhiḥ
er, so überlegend, durch die Kanäle des Lotosstiels
antaḥ-jalam āviveśa
trat ein in das Innere des Wassers
na arvāk-gataḥ tat-khara-nāla-nāla-nābhim
ohne [ans Ende] zu gelangen, [suchend nach] dem Nabel des Lotosstiels
Während er, oh Vidura, in der grenzenlosen Finsternis den Ursprung seines eigenen Wesens suchte, entstand ein gewaltiges Rad mit drei Radkränzen - die Zeit, die den Verkörperten Furcht einflößt und ihre Lebenszeit verzehrt, die Waffe des Ungeborenen.
Wort für Wort
tamasi apāre vidura ātma-sargam
in der grenzenlosen Finsternis, oh Vidura, den Ursprung seines Wesens
vicinvataḥ abhūt sumahān tri-ṇemiḥ
während er suchte, entstand ein gewaltiges Rad mit drei Radkränzen
yaḥ deha-bhājām bhayam īrayāṇaḥ
der den Verkörperten Furcht einflößt
parikṣiṇoti āyuḥ ajasya hetiḥ
und ihre Lebenszeit verzehrt, die Waffe des Ungeborenen
[Anm.: Das "Rad mit drei Radkränzen" (tri-ṇemi) symbolisiert die Zeit, oft als Kṛṣṇas Waffe (Cakra) gedeutet, die alle verkörperten Wesen unaufhaltsam verzehrt.]
tato nivṛtto 'pratilabdha-kāmaḥ sva-dhiṣṇyam āsādya punaḥ sa devaḥ śanair jita-śvāsa-nivṛtta-citto nyaṣīdad ārūḍha-samādhi-yogaḥ
Darauf, sein Verlangen unerfüllt, zu seinem eigenen Sitz zurückkehrend, setzte sich jener Gott [Brahmā] allmählich nieder, den Atem bezwungen, den Geist zurückgezogen, in Samādhi-Yoga versunken.
Wort für Wort
tataḥ nivṛttaḥ apratilabdha-kāmaḥ
darauf zurückgekehrt, sein Verlangen unerfüllt
sva-dhiṣṇyam āsādya punaḥ sa devaḥ
zu seinem eigenen Sitz zurückkehrend, jener Gott
śanaiḥ jita-śvāsa-nivṛtta-cittaḥ
allmählich, den Atem bezwungen, den Geist zurückgezogen
kālena so 'jaḥ puruṣāyuṣābhi-pravṛtta-yogena virūḍha-bodhaḥ svayaṁ tad antar-hṛdaye 'vabhātam apaśyatāpaśyata yan na pūrvam
Mit der Zeit gelangte jener Ungeborene, mit einer Lebensdauer wie der des kosmischen Puruṣa, durch angewandten Yoga zu voller Erkenntnis; er sah nun, was von selbst in seinem Herzen erstrahlte - was er zuvor nicht gesehen hatte.
Wort für Wort
kālena saḥ ajaḥ puruṣa-āyuṣā
mit der Zeit, jener Ungeborene, mit einer Lebensdauer wie der des Puruṣa
abhipravṛtta-yogena virūḍha-bodhaḥ
durch angewandten Yoga zu voller Erkenntnis gelangt
Er sah den einen Puruṣa, liegend auf dem lotoswurzel-weißen, ausgedehnten Ringelager Śeṣas, dessen Sonnenschirm der Schlangenhäupter mit dem Glanz der Juwelen seiner zahllosen Häupter die Finsternis des Weltenend-Gewässers vertrieb.
Wort für Wort
mṛṇāla-gaura-āyata-śeṣa-bhoga-paryaṅke
auf dem lotoswurzel-weißen, ausgedehnten Ringelager Śeṣas
ekam puruṣam śayānam
den einen Puruṣa liegend
phaṇa-ātapatra-ayuta-mūrdha-ratna-dyubhiḥ
mit dem Sonnenschirm der Schlangenhäupter, durch den Juwelenglanz
Der Puruṣa glich einem smaragdgrünen Berg, dessen Gewand den Abendwolken glich, mit großem goldenem Gipfel, mit Strömen von Juwelenwasser, Kräutern und Blumen, mit einem Waldblumenkranz, mit Bambus als Armen und Bäumen als Füßen -
Wort für Wort
prekṣāṁ kṣipantam harita-upala-adreḥ
der den Blick eines smaragdgrünen Berges überstrahlt
sandhyā-abhra-nīveḥ uru-rukma-mūrdhnaḥ
mit einem Gewand wie Abendwolken, mit großem goldenem Haupt
ratna-uda-dhāra-auṣadhi-saumanasya
mit Juwelen-Wasserströmen, Kräutern, Blumen
vana-srajaḥ veṇu-bhuja-aṅghripa-aṅghreḥ
mit Waldblumenkranz, Bambus als Armen, Bäumen als Füßen
- der Länge und Breite nach mit einem Körper von einem Maß, das die drei Welten umfasst, dessen Gestalt mit mannigfaltigen göttlichen Schmuckstücken und Gewändern geschmückt und von deren Schönheit umhüllt war.
Wort für Wort
āyāmataḥ vistarataḥ sva-māna-dehena
der Länge und Breite nach mit einem Körper von eigenem Maß
loka-traya-saṅgraheṇa
der die drei Welten umfasst
vicitra-divya-ābharaṇa-aṁśukānām
mit mannigfaltigen göttlichen Schmuckstücken und Gewändern
kṛta-śriyā āpāśrita-veṣa-deham
mit Schönheit versehen, dessen Gestalt umhüllt ist
Er zeigt für die Menschen, die ihn zur Erfüllung ihres eigenen Verlangens auf verschiedenen geeigneten Wegen verehren, aus Mitleid seinen wunscherfüllenden Lotosfuß, dessen schöne Zehen durch den Mondglanz der Zehennägel deutlich voneinander unterschieden sind.
Wort für Wort
puṁsām sva-kāmāya vivikta-mārgaiḥ
für die Menschen, die auf verschiedenen Wegen zur Erfüllung ihres Verlangens
abhyarcatām kāma-dugha-aṅghri-padmam
ihn verehren, seinen wunscherfüllenden Lotosfuß
pradarśayantam kṛpayā
aus Mitleid zeigend
nakhendu-mayūkha-bhinna-aṅguli-cāru-patram
dessen schöne Zehen durch den Mondschein der Nägel unterschieden sind
Er ehrt seine Verehrer mit seinem Gesicht, dessen Lächeln das Leid der Welt vertreibt, geschmückt mit glänzenden Ohrringen, gerötet vom Glanz seiner Bimba-Lippen, mit schöner Nase und schönen Augenbrauen.
Wort für Wort
mukhena loka-ārti-hara-smitena
mit dem Gesicht, dessen Lächeln das Leid der Welt vertreibt
Er ist wohlgeschmückt mit einem Gewand von der gelblichen Farbe der Kadamba-Blütenstaubfäden, mit einem Gürtel um die Hüften, und, oh Kind, mit einer Halskette von unermesslichem Wert, die die Brust liebkost, den Ort des Śrīvatsa-Zeichens.
Wort für Wort
kadamba-kiñjalka-piśaṅga-vāsasā
mit gelblichem Gewand wie Kadamba-Blütenstaub
su-alaṅkṛtam mekhalayā nitambe
wohlgeschmückt mit Gürtel um die Hüften
hāreṇa ca ananta-dhanena vatsa
und mit unermesslich wertvoller Halskette, oh Kind
Er glich dem Königsbaum der Welt, mit ausgebreiteten tausend Armen als Ästen, mit unmanifester Wurzel, dessen Zweige mit dem Geflecht der Ringe des Schlangenkönigs umwunden waren -
Wort für Wort
paryasta-dordaṇḍa-sahasra-śākham
mit ausgebreiteten tausend Armen als Ästen
avyakta-mūlam bhuvana-aṅghripa-indram
mit unmanifester Wurzel, der Königsbaum der Welt
ahīndra-bhogaiḥ adhivīta-valśam
mit dem Geflecht der Ringe des Schlangenkönigs umwunden als Zweige
[Anm.: Dieser Vers besteht im Original nur aus drei statt der üblichen vier Verszeilen und setzt sich syntaktisch unmittelbar in Vers 30 fort - durch die vedabase.io-eigene Verstrennung bestätigt.]
- die Heimstatt der beweglichen und unbeweglichen Wesen, der Berg des Erhabenen, der Freund des Schlangenkönigs, vom Wasser umschlossen, mit tausend goldenen Kronen-Gipfeln, mit dem hervorleuchtenden Kaustubha-Juwel in seinem Innern.
Wort für Wort
cara-acara-okaḥ bhagavat-mahīdhram
die Heimstatt der Wesen, der Berg des Erhabenen
ahīndra-bandhum salila-upagūḍham
der Freund des Schlangenkönigs, vom Wasser umschlossen
kirīṭa-sāhasra-hiraṇya-śṛṅgam
mit tausend goldenen Kronen-Gipfeln
āvirbhavat kaustubha-ratna-garbham
mit dem hervorleuchtenden Kaustubha-Juwel im Innern
Er sah Hari, umgürtet mit der Schönheit der wie summende Bienen um ihn kreisenden Veden, mit dem aus seinem eigenen Ruhm bestehenden Waldblumenkranz - unerreichbar für Sonne, Mond, Wind und Feuer, unzugänglich für die in den drei höheren Welten umherziehenden göttlichen Krieger.
Wort für Wort
nivītam āmnāya-madhu-vrata-śriyā
umgürtet mit der Schönheit der Veden wie summende Bienen
sva-kīrti-mayyā vana-mālayā harim
Hari, mit dem aus eigenem Ruhm bestehenden Waldblumenkranz
sūrya-indu-vāyu-agni-agamam
unerreichbar für Sonne, Mond, Wind, Feuer
tri-dhāmabhiḥ parikramat-prādhanikaiḥ durāsadam
unzugänglich für die in den drei Welten umherziehenden Krieger
tarhy eva tan-nābhi-saraḥ-sarojam ātmānam ambhaḥ śvasanaṁ viyac ca dadarśa devo jagato vidhātā nātaḥ paraṁ loka-visarga-dṛṣṭiḥ
Eben dann sah der Gott, der Schöpfer der Welt [Brahmā], den Lotos im Nabel-See jenes Puruṣa, sich selbst, das Wasser, die Luft und den Äther - darüber hinaus hatte er zunächst keine weitere Einsicht in die Weltenschöpfung.
Wort für Wort
tarhi eva tat-nābhi-saraḥ-sarojam
eben dann den Lotos im Nabel-See jenes
ātmānam ambhaḥ śvasanam viyat ca
sich selbst, das Wasser, die Luft, den Äther
dadarśa devaḥ jagataḥ vidhātā
sah der Gott, der Schöpfer der Welt
na ataḥ param loka-visarga-dṛṣṭiḥ
darüber hinaus keine Einsicht in die Weltenschöpfung
sa karma-bījaṁ rajasoparaktaḥ prajāḥ sisṛkṣann iyad eva dṛṣṭvā astaud visargābhimukhas tam īḍyam avyakta-vartmany abhiveśitātmā
Er, dessen Wesen als Samen des Karmas von Rajas gefärbt war, nachdem er, im Wunsch, Geschöpfe zu erschaffen, nur so viel gesehen hatte, pries, der Schöpfung zugewandt, jenen Preiswürdigen, sein Selbst auf den unmanifesten Pfad ausgerichtet.
Wort für Wort
saḥ karma-bījam rajasā uparaktaḥ
er, dessen Wesen als Samen des Karmas von Rajas gefärbt war
prajāḥ sisṛkṣan iyat eva dṛṣṭvā
wünschend Geschöpfe zu erschaffen, nur so viel gesehen habend
astaud visarga-abhimukhaḥ tam īḍyam
pries, der Schöpfung zugewandt, jenen Preiswürdigen
avyakta-vartmani abhiveśita-ātmā
dessen Selbst auf den unmanifesten Pfad ausgerichtet war