Śrī Śuka sprach: Ebenso naht sich auch Bhadraśravā, der so genannte Sohn des Dharma, zusammen mit den Familienoberhäuptern seiner Sippe, den Männern in Bhadrāśva-varṣa, durch höchste Versenkung der geliebten, aus Dharma bestehenden Gestalt des Herrn Vāsudeva – genannt Hayaśīrṣa (Pferdehaupt) – vergegenwärtigend, und sie verehren (ihn), indem sie Folgendes aufsagen.
aho vicitraṁ bhagavad-viceṣṭitaṁ ghnantaṁ jano 'yaṁ hi miṣan na paśyati dhyāyann asad yarhi vikarma sevituṁ nirhṛtya putraṁ pitaraṁ jijīviṣati
Ach, wie wunderbar ist das Wirken des Herrn! Dieser Mensch sieht den (Tod,) der (ihn) tötet, fürwahr nicht, obgleich er (mit offenen Augen) blickt – da er, um Unerlaubtes zu genießen, dem Unwirklichen nachsinnt: Nachdem er Sohn und Vater (zu Grabe getragen =) verbrannt hat, begehrt er (dennoch) weiterzuleben.
vadanti viśvaṁ kavayaḥ sma naśvaraṁ paśyanti cādhyātmavido vipaścitaḥ tathāpi muhyanti tavāja māyayā suvismitaṁ kṛtyam ajaṁ nato 'smi tam
Die Dichter sagen fürwahr, das Universum sei vergänglich, und auch die Kenner des Selbst, die Gelehrten, schauen es so; dennoch werden sie, o Ungeborener, durch deine Māyā verwirrt – dein Wirken ist höchst erstaunlich. Ich verneige mich vor dir, dem Ungeborenen.
viśvodbhava-sthāna-nirodha-karma te hy akartur aṅgīkṛtam apy apāvṛtaḥ yuktaṁ na citraṁ tvayi kārya-kāraṇe sarvātmani vyatirikte ca vastutaḥ
Das Werk der Entstehung, Erhaltung und Auflösung des Alls wird dir, fürwahr, zugeschrieben, obwohl du nicht der (eigentliche) Handelnde und (davon) unberührt bist – das ist angemessen, nicht verwunderlich, da du zugleich die Ursache der Wirkung, die Allseele, und doch, der Substanz nach, davon gesondert bist.
Wort für Wort
viśva-udbhava-sthāna-nirodha-karma
das Werk von Entstehung, Erhaltung und Auflösung des Alls (Nom.Sg.n.)
vedān yugānte tamasā tiraskṛtān rasātalād yo nṛ-turaṅga-vigrahaḥ pratyādade vai kavaye 'bhiyācate tasmai namas te 'vitathehitāya iti
Welcher, in Gestalt von Mensch und Pferd, die am Ende des Zeitalters durch die Finsternis aus Rasātala geraubten Veden dem darum bittenden Weisen (Brahmā) wahrlich zurückgab – dir, dessen Vorhaben nie fehlschlägt, sei Verehrung.
hari-varṣe cāpi bhagavān nara-hari-rūpeṇāste; tad-rūpa-grahaṇa-nimittam uttaratrābhidhāsye; tad dayitaṁ rūpaṁ mahā-puruṣa-guṇa-bhājano mahā-bhāgavato daitya-dānava-kula-tīrthīkaraṇa-śīlā-caritaḥ prahlādo 'vyavadhānānanya-bhakti-yogena saha tad-varṣa-puruṣair upāste idaṁ codāharati.
Auch in Hari-varṣa weilt der Herr in Gestalt des Nara-Hari; den Grund für die Annahme dieser Gestalt werde ich später darlegen. Diese ihm liebe Gestalt verehrt Prahlāda – der Behälter der Eigenschaften einer großen Persönlichkeit, der große Gottgeweihte, dessen Wesensart und Wandel das Geschlecht der Daityas und Dānavas heiligen – durch ununterbrochenen, ausschließlichen Hingabedienst, zusammen mit den Bewohnern jenes Varṣa, und er spricht Folgendes.
Wort für Wort
hari-varṣe
in Hari-varṣa (Lok.Sg.)
ca api
und auch
bhagavān
der Herr (Nom.Sg.)
nara-hari-rūpeṇa
in der Gestalt des Nara-Hari (Instr.Sg.)
āste
er weilt (3.Sg.Präs.)
tat-rūpa-grahaṇa-nimittam
den Grund für die Annahme dieser Gestalt (Akk.Sg.)
uttaratra
später (Adv.)
abhidhāsye
ich werde darlegen (1.Sg.Fut.Med.)
tat dayitam rūpam
diese liebe Gestalt (Akk.Sg.)
mahā-puruṣa-guṇa-bhājanaḥ
der Behälter der Eigenschaften einer großen Person (Nom.Sg.)
mahā-bhāgavataḥ
der große Gottgeweihte (Nom.Sg.)
daitya-dānava-kula-tīrthīkaraṇa-śīlā-caritaḥ
dessen Wesensart und Wandel das Geschlecht der Daityas und Dānavas heiligt (Nom.Sg.)
prahlādaḥ
Prahlāda (Nom.Sg.)
avyavadhāna-ananya-bhakti-yogena
durch ununterbrochenen, ausschließlichen Hingabedienst (Instr.Sg.)
oṁ namo bhagavate narasiṁhāya namas tejas-tejase āvir-āvirbhava vajra-nakha vajra-daṁṣṭra karmāśayān randhaya randhaya tamo grasa grasa om svāhā; abhayam abhayam ātmani bhūyiṣṭhā oṁ kṣraum.
Om. Verehrung dem Herrn Narasiṁha! Verehrung dir, der Kraft der Kraft! Erscheine, erscheine offenkundig! O du mit Nägeln wie der Donnerkeil, o du mit Zähnen wie der Donnerkeil! Vernichte, vernichte die in Karma wurzelnden Neigungen! Verschlinge, verschlinge die Finsternis! Om, svāhā! Furchtlosigkeit, Furchtlosigkeit möge im Gemüt allergrößt sein. Om, kṣraum.
svasty astu viśvasya khalaḥ prasīdatāṁ dhyāyantu bhūtāni śivaṁ mitho dhiyā manaś ca bhadraṁ bhajatād adhokṣaje āveśyatāṁ no matir apy ahaitukī
Heil sei dem Weltall! Die Bösen mögen besänftigt werden! Die Wesen mögen einander in Gedanken Wohlergehen (wünschen) mit ihrem Verstand! Und das Gemüt wende sich dem Guten zu! Im Adhokṣaja (dem sinnentrückten Herrn) möge unser Verstand versenkt werden – und zwar motivlos.
Nicht sei unsere Anhaftung an Haus, Gattin, Kindern, Vermögen und Verwandten – wenn schon, dann sei sie unter denen, die dem Herrn lieb sind! Wer, durch bloße Erhaltung des Lebensatems zufrieden, das Selbst beherrscht, gelangt bald zur Vollendung – nicht so sehr der den Sinnen Ergebene.
Wort für Wort
mā
nicht (Negationspartikel)
agāra-dāra-ātma-ja-vitta-bandhuṣu
unter Haus, Gattin, Kindern, Vermögen und Verwandten (Lok.Pl.)
yat-saṅga-labdhaṁ nija-vīrya-vaibhavaṁ tīrthaṁ muhuḥ saṁspṛśatāṁ hi mānasam haraty ajo 'ntaḥ śrutibhir gato 'ṅgajaṁ ko vai na seveta mukunda-vikramam
Das durch Gemeinschaft (mit den Geweihten) erlangte, an eigener Kraft und Herrlichkeit reiche 'Tīrtha' (die Kunde von den Taten des Herrn), das die, welche es wiederholt berühren, fürwahr von aller Unreinheit des Gemüts reinigt – dieses Tīrtha, der Ungeborene, durch die Ohren ins Innerste eingegangen, vernichtet auch die Unreinheit, die dem Körper entsprungen ist: wer wollte da nicht den heldenhaften Taten Mukundas dienen?
In wem uneigennützige Hingabe zum Herrn ist, in dem weilen mit allen guten Eigenschaften die Götter; woher aber sollten bei dem, der nicht zu Hari hingegeben ist, große Eigenschaften sein – bei einem, der durch bloßes Wunschdenken im Unwirklichen nach außen läuft?
Hari, der Herr, ist fürwahr unmittelbar das Selbst der verkörperten Wesen, so erwünscht wie das Wasser den Fischen. Wenn ein Großer ihn aufgibt und sich stattdessen ans Heim verhaftet, dann besteht die 'Größe' der Ehepaare nur noch im bloßen Alter.
Deshalb: gebt das Heim – die Wurzel von Leidenschaft, Anhaftung, Verzweiflung, Zorn, Ehrsucht, Begierde, Furcht und Elend, das den Kreislauf des Welten-Umherirrens bedeutet – auf und verehrt die Füße Nṛsiṁhas, die Zuflucht, von der keine Furcht mehr ausgeht.
Auch in Ketumāla-varṣa weilt der Herr in der Gestalt des Kāmadeva, um der Lakṣmī Freude zu bereiten, zusammen mit den Töchtern des Prajāpati und deren Söhnen, den Herrschern jenes Varṣa – deren Anzahl jener der Tage und Nächte eines Menschenlebens entspricht –, deren (der Töchter) Föten, durch den Glanz der großen Waffe des Höchsten Wesens im Sinn erschreckt, vernichtet und leblos am Ende des Jahres herabfallen.
Wort für Wort
ketumāle
in Ketumāla-varṣa (Lok.Sg.)
api
auch
bhagavān
der Herr (Nom.Sg.)
kāmadeva-svarūpeṇa
in Gestalt des Kāmadeva (Instr.Sg.)
lakṣmyāḥ
der Lakṣmī (Gen.Sg.)
priya-cikīrṣayā
mit dem Wunsch, Freude zu bereiten (Instr.Sg.)
prajāpateḥ
des Prajāpati (Gen.Sg.)
duhitṝṇām
der Töchter (Gen.Pl.)
putrāṇām
der Söhne (Gen.Pl.)
tat-varṣa-patīnām
der Herrscher jenes Varṣa (Gen.Pl.)
puruṣa-āyuṣa-ahaḥ-rātra-parisaṅkhyānānām
deren Zahl der Tage und Nächte eines Menschenlebens entspricht (Gen.Pl.)
yāsām
deren (Gen.Pl.)
garbhāḥ
die Föten (Nom.Pl.)
mahā-puruṣa-mahā-astra-tejasā
durch den Glanz der großen Waffe des Höchsten Wesens (Instr.Sg.)
Mit dem überaus anmutigen, im Spiel des schönen Gehens erglänzenden, lieblichen Spiel des leicht angedeuteten Lächelns und der Blicke, und mit dem Glanz des durch leicht erhobene, schöne Augenbrauen begünstigten, lotusgleichen Antlitzes erfreut er, indem er Ramā erfreut, zugleich alle Sinne.
Wort für Wort
atīva
überaus (Adv.)
su-lalita-gati-vilāsa-vilasita
erglänzend im Spiel des anmutigen Gehens (Instr.Sg., attr.)
rucira-hāsa-leśa-avaloka-līlayā
mit dem Spiel des lieblichen leichten Lächelns und der Blicke (Instr.Sg.)
kiñcit-uttambhita-sundara-bhrū-maṇḍala
mit leicht erhobenen schönen Augenbrauen (attr.)
subhaga-vadana-aravinda-śriyā
mit dem Glanz des holden Lotusantlitzes (Instr.Sg.)
tad bhagavato māyāmayaṁ rūpaṁ parama-samādhi-yogena ramā devī saṁvatsarasya rātriṣu prajāpater duhitṛbhir upetāhaḥsu ca tad-bhartṛbhir upāste idaṁ codāharati.
Diese aus Māyā bestehende Gestalt des Herrn verehrt die Göttin Ramā mittels höchster Versenkung, in den Nächten des Jahres zusammen mit den Töchtern des Prajāpati, und in den Tagen zusammen mit deren Gatten – und sie spricht Folgendes.
om hrāṁ hrīṁ hrūṁ oṁ namo bhagavate hṛṣīkeśāya sarva-guṇa-viśeṣair vilakṣitātmane ākūtīnāṁ cittīnāṁ cetasāṁ viśeṣāṇāṁ cādhipataye ṣoḍaśa-kalāya cchando-mayāyānna-mayāyāmṛta-mayāya sarva-mayāya sahase ojase balāya kāntāya kāmāya namas te ubhayatra bhūyāt.
Om, hrāṁ hrīṁ hrūṁ, Om. Verehrung dem Herrn Hṛṣīkeśa, dessen Selbst durch alle besonderen Merkmale der Eigenschaften nur angedeutet wird, dem Herrscher über die Absichten, die Gedanken, das Bewusstsein und deren Objekte, dem aus sechzehn Teilen Bestehenden, dem aus den Opferhymnen Bestehenden, dem aus der Speise Bestehenden, dem aus dem Nektar der Unsterblichkeit Bestehenden, dem Allesdurchdringenden, der Kraft, der Sinnesstärke, der Körperkraft, dem Gemahl, dem Erfüller aller Wünsche – dir sei Verehrung! Möge dies an beiden Orten (in dieser und jener Welt) so sein.
Wort für Wort
om
Om
hrāṁ hrīṁ hrūṁ
Bīja-Silben (Mantra-Keimsilben)
om
Om
namaḥ
Verehrung
bhagavate
dem Herrn (Dat.Sg.)
hṛṣīkeśāya
Hṛṣīkeśa, dem Herrn der Sinne (Dat.Sg.)
sarva-guṇa-viśeṣaiḥ
durch alle Merkmale der Eigenschaften (Instr.Pl.)
vilakṣita-ātmane
dessen Selbst nur angedeutet erkennbar ist (Dat.Sg.)
striyo vratais tvā hṛṣīkeśvaraṁ svato hy ārādhya loke patim āśāsate 'nyam tāsāṁ na te vai paripānty apatyaṁ priyaṁ dhanāyūṁṣi yato 'sva-tantrāḥ
Die Frauen, die dich, den Herrn der Sinne, aus eigenem Antrieb durch Gelübde verehrt haben, erbitten sich dennoch in der Welt einen anderen zum Gatten; deren Gatten aber beschützen fürwahr nicht die geliebte Nachkommenschaft, den Reichtum oder die Lebensdauer – weil sie selbst nicht unabhängig sind.
sa vai patiḥ syād akutobhayaḥ svayaṁ samantataḥ pāti bhayāturaṁ janam sa eka evetarathā mitho bhayaṁ naivātmalābhād adhi manyate param
Der könnte fürwahr wahrer Gatte/Beschützer sein, der selbst furchtlos ist und von allen Seiten den von Furcht geplagten Menschen beschützt. Er allein ist so – andernfalls bleibt nur gegenseitige Furcht. Nichts wird als höher erachtet als die Erlangung deiner (des Selbst).
yā tasya te pāda-saroruhārhaṇaṁ nikāmayet sākhila-kāma-lampaṭā tad eva rāsīpsitam īpsito 'rcito yad-bhagna-yācñā bhagavan pratapyate
Eine Frau, die die Verehrung deiner Lotosfüße begehrt, mag dabei allen weltlichen Wünschen zugetan sein – auch ihr gewährst du eben das Erwünschte; sie aber, die dich lediglich als den Erwünschten (Wunscherfüller) verehrt, deren Bitte letztlich zunichtegemacht wird, leidet, o Herr.
Wort für Wort
yā
welche (Frau) (Nom.Sg.)
tasya te
deines/deiner (Gen.Sg., verstärkt)
pāda-saroruha-arhaṇam
die Verehrung der Lotosfüße (Akk.Sg.)
nikāmayet
sie möge begehren (Opt.3.Sg.)
sā
sie (Nom.Sg.)
akhila-kāma-lampaṭā
allen weltlichen Wünschen zugetan (Nom.Sg., attr.)
mat-prāptaye 'jeśa-surāsurādayas tapyanta ugraṁ tapa aindriye dhiyaḥ ṛte bhavat-pāda-parāyaṇān na māṁ vindanty ahaṁ tvad-dhṛdayā yato 'jita
Um mich zu erlangen üben Brahmā, Śiva, Götter, Dämonen und andere strenge Buße, deren Denken doch auf Sinnenfreuden gerichtet bleibt; außer dem, der ganz deinen Füßen hingegeben ist, erlangen sie mich nicht. Ich gehöre denen, deren Herz bei dir ist – deshalb, o Unbesiegter.
Wort für Wort
mat-prāptaye
um mich zu erlangen (Dat.Sg.)
aja-īśa-sura-asura-ādayaḥ
Brahmā, Śiva, Götter, Dämonen und andere (Nom.Pl.)
sa tvaṁ mamāpy acyuta śīrṣṇi vanditaṁ karāmbujaṁ yat tvad-adhāyi sātvatām bibharṣi māṁ lakṣma vareṇya māyayā ka īśvarasyehitam ūhituṁ vibhur iti
Eben du, o Unfehlbarer, trägst auch für mich (Ramā) auf dem Haupt die verehrte Lotoshand, die du auf das Haupt der Sātvatas gelegt hast; mich aber trägst du nur als Abzeichen (auf der Brust), o Erwählenswerter. Wer wäre wohl fähig, das Wirken des Herrn – dies alles nur Māyā, dein wunderbares Spiel – zu ergründen?
ramyake ca bhagavataḥ priyatamaṁ mātsyam avatāra-rūpaṁ tad-varṣa-puruṣasya manoḥ prāk-pradarśitaṁ sa idānīm api mahatā bhakti-yogenārādhayatīdaṁ codāharati.
Auch in Ramyaka-varṣa (verehrt man) die dem Herrn liebste Inkarnationsgestalt des Fisches, die dem Manu, dem Herrscher jenes Varṣa, einst gezeigt wurde; er verehrt sie auch jetzt noch durch großen Hingabedienst, und er spricht Folgendes.
oṁ namo bhagavate mukhyatamāya namaḥ sattvāya prāṇāyaujase sahase balāya mahā-matsyāya nama iti.
Om, Verehrung dem Herrn, dem Ersten (unter den Inkarnationen), Verehrung dem reinen Sein, dem Lebensatem, der Sinnesstärke, der geistigen Kraft, der Körperkraft, dem großen Fisch – Verehrung!
antar bahiś cākhila-loka-pālakair adṛṣṭa-rūpo vicarasy uru-svanaḥ sa īśvaras tvaṁ ya idaṁ vaśe 'nayan nāmnā yathā dārumayīṁ naraḥ striyam
Innen und außen, von den Herrschern aller Welten ungesehen an Gestalt, wandelst du, von großem Ruf (durch die Veden verkündet), umher; du bist jener Herrscher, der dieses All unter seine Herrschaft gebracht hat mittels des Namens – wie ein Mann eine hölzerne Puppenfrau (lenkt).
yaṁ loka-pālāḥ kila matsara-jvarā hitvā yatanto 'pi pṛthak sametya ca pātuṁ na śekur dvi-padaś catuṣ-padaḥ sarīsṛpaṁ sthāṇu yad atra dṛśyate
Dich, den die Weltenhüter, fürwahr vom Fieber des Neides befallen, zunächst getrennt, dann – davon ablassend und sich bemühend – auch vereint (zu schützen versuchten), vermochten dennoch nicht zu beschützen, was hier in dieser Welt sichtbar ist – Zweifüßiges, Vierfüßiges, Kriechendes und Unbewegliches.
Du, o Herr, schreitest im wellenreichen Ozean am Ende des Zeitalters mit großer Kraft zusammen mit mir – diese Erde, den Schatz der Kräuter und Pflanzen (tragend), o Ungeborener. Ihm, der die Seele der Lebewesen des Universums ist, sei Verehrung.
Wort für Wort
bhavān
Eure Ehren/du (Nom.Sg., höfl.)
yuga-anta-arṇave
im Ozean am Ende des Zeitalters (Lok.Sg.)
ūrmi-mālini
im wellenreichen (Lok.Sg., attr.)
kṣoṇīm imām
diese Erde (Akk.Sg.)
oṣadhi-vīrudhām
der Kräuter und Pflanzen (Gen.Pl.)
nidhim
den Schatz (Akk.Sg.)
mayā saha
mit mir (Instr.Sg.)
uru
groß (Adv./attr.)
kramate
er schreitet (3.Sg.Präs.Med.)
aja
o Ungeborener (Vok.Sg.)
ojasā
mit Kraft (Instr.Sg.)
tasmai
ihm (Dat.Sg.)
jagat-prāṇa-gaṇa-ātmane
der die Seele der Lebewesen des Universums ist (Dat.Sg.)
hiraṇmaye 'pi bhagavān nivasati kūrma-tanuṁ bibhrāṇas tasya tat priyatamāṁ tanum aryamā saha varṣa-puruṣaiḥ pitṛ-gaṇādhipatiḥ upadhāvati mantram imaṁ cānujapati.
Auch in Hiraṇmaya-varṣa weilt der Herr, die Gestalt einer Schildkröte tragend; diese ihm liebste Gestalt verehrt Aryamā, das Oberhaupt der Ahnenschar, zusammen mit den Bewohnern jenes Varṣa, und er murmelt dabei folgende Hymne.
oṁ namo bhagavate akūpārāya sarva-sattva-guṇa-viśeṣaṇāyānu-palakṣita-sthānāya namo varṣmaṇe namo bhūmne namo namo 'vasthānāya namas te.
Om, Verehrung dem Herrn, dem 'Brunnenlosen' (Unerschöpflichen), dem durch alle Wesenheit und deren Eigenschaften Besonderten, dessen Stätte nicht wahrgenommen wird, Verehrung dem Körper/der Größe, Verehrung dem Allesumfassenden, Verehrung, Verehrung der Grundlage – Verehrung dir!
Wort für Wort
om
Om
namaḥ
Verehrung
bhagavate
dem Herrn (Dat.Sg.)
akūpārāya
dem Unerschöpflichen (Dat.Sg.)
sarva-sattva-guṇa-viśeṣaṇāya
dem durch alle Wesenheit und Eigenschaften Besonderten (Dat.Sg.)
yad-rūpam etan nija-māyayārpitam artha-svarūpaṁ bahu-rūpa-rūpitam saṅkhyā na yasyāsty ayathopalambhanāt tasmai namas te 'vyapadeśa-rūpiṇe
Diese Gestalt, durch die eigene Māyā hervorgebracht, deren scheinbar wirkliche Wesensnatur in vielen Formen gestaltet ist, deren Zahl aufgrund falscher Wahrnehmung nicht bestimmbar ist: ihm, dir, dessen wahre Gestalt unbezeichenbar ist, sei Verehrung.
Wort für Wort
yat-rūpam
dessen Gestalt (Nom.Sg.)
etat
diese (Nom.Sg.)
nija-māyayā
durch die eigene Māyā (Instr.Sg.)
arpitam
hervorgebracht (Nom.Sg., Ptz.Perf.Pass.)
artha-svarūpam
deren scheinbar wirkliche Wesensform (Nom.Sg., attr.)
Das aus der Gebärmutter Geborene, das aus Schweiß Geborene, das aus dem Ei Geborene und das aus der Erde Hervorbrechende, das Bewegliche und Unbewegliche, Götter, Weise, Ahnen und Elemente, die Sinnenwelt, Himmel, Luftraum, Erde, Berge, Flüsse, Meere, Inseln, Planeten und Sterne – all dies ist mit solchen Namen zu benennen, obwohl es der Eine ist.
Wort für Wort
jarāyu-jam
das aus der Gebärmutter Geborene (Akk.Sg.)
sveda-jam
das aus Schweiß Geborene (Akk.Sg.)
aṇḍa-ja
das aus dem Ei Geborene (Akk.Sg.)
udbhidam
das aus der Erde Hervorbrechende (Akk.Sg.)
cara-acaram
das Bewegliche und Unbewegliche (Akk.Sg.)
deva-ṛṣi-pitṛ-bhūtam
Götter, Weise, Ahnen und Elemente (Akk.Sg.)
aindriyam
das Sinnliche (Akk.Sg.)
dyauḥ
der Himmel (Nom.Sg.)
kham
der Luftraum (Nom.Sg.)
kṣitiḥ
die Erde (Nom.Sg.)
śaila-sarit-samudra-dvīpa-graha-ṛkṣā
Berge, Flüsse, Meere, Inseln, Planeten und Sterne (Nom.Pl.)
An dem, dessen besondere Namen, Formen und Gestalten unzählig sind, wird von den Weisen diese Zahl ersonnen, die durch die Erkenntnis der Wahrheit wieder aufgehoben wird: ihm, dir, dem Offenbarer dieser wahren Zahlenerkenntnis, sei Verehrung.
Wort für Wort
yasmin
an dem (Lok.Sg.)
asaṅkhyeya-viśeṣa-nāma-rūpa-ākṛtau
dessen unzählige besondere Namen, Formen und Gestalten (Lok.Sg.)
kavibhiḥ
von den Weisen (Instr.Pl.)
kalpitā iyam saṅkhyā
diese ersonnene Zahl (Nom.Sg.)
yayā
durch welche (Instr.Sg.)
tattva-dṛśā
durch die Erkenntnis der Wahrheit (Instr.Sg.)
apanīyate
sie wird aufgehoben (3.Sg.Präs.Pass.)
tasmai
ihm (Dat.Sg.)
namaḥ
Verehrung
sāṅkhya-nidarśanāya
dem Offenbarer der wahren Zahlenerkenntnis (Dat.Sg.)
uttareṣu ca kuruṣu bhagavān yajña-puruṣaḥ kṛta-varāha-rūpa āste taṁ tu devī haiṣā bhūḥ saha kurubhir askhalita-bhakti-yogenopadhāvati imāṁ ca paramām upaniṣadam āvartayati.
Und in Uttarakuru weilt der Herr, der Opferherr, in der angenommenen Eberform; diesen aber verehrt die Göttin, diese Erde hier, Bhū, zusammen mit den Kurus, durch unwandelbare Hingabe, und sie wiederholt dabei diese höchste Upaniṣad.
oṁ namo bhagavate mantra-tattva-liṅgāya yajña-kratave mahā-dhvarāvayavāya mahā-puruṣāya namaḥ karma-śuklāya tri-yugāya namas te
Om, Verehrung dem Herrn, dessen Kennzeichen die Wahrheit der Opfersprüche ist, dem Opfer und der Opferhandlung, dessen Glieder das große Opfer sind, dem Höchsten Wesen – Verehrung! –, dem Erheller der Werke, der in drei Zeitaltern erscheint – Verehrung dir!
Wort für Wort
om
Om
namaḥ
Verehrung
bhagavate
dem Herrn (Dat.Sg.)
mantra-tattva-liṅgāya
dessen Kennzeichen die Wahrheit der Mantras ist (Dat.Sg.)
Dessen wahre Wesensgestalt die gelehrten Weisen, ihn zu schauen wünschend, in den materiellen Erscheinungsweisen mit dem Geist als Quirlholz hervorquirlen – wie man Feuer aus Holz quirlt –, ihm, den durch rituelle Handlungen und deren Zwecke Verborgenen, dem nur durch die Schrift verkündeten Selbst, sei Verehrung.
Wort für Wort
yasya
dessen (Gen.Sg.)
sva-rūpam
die wahre Gestalt (Akk.Sg.)
kavayaḥ
die Weisen (Nom.Pl.)
vipaścitaḥ
die Gelehrten (Nom.Pl.)
guṇeṣu
in den Erscheinungsweisen (Lok.Pl.)
dāruṣu
im Holz (Lok.Pl.)
iva
wie
jāta-vedasam
das Feuer (Akk.Sg.)
mathnanti
sie quirlen hervor (3.Pl.Präs.)
mathnā
mit dem Quirlholz (Instr.Sg.)
manasā
mit dem Geist (Instr.Sg.)
didṛkṣavaḥ
die zu sehen wünschen (Nom.Pl.)
gūḍham
verborgen (Akk.Sg.)
kriyā-arthaiḥ
durch rituelle Handlungen und deren Zwecke (Instr.Pl.)
dravya-kriyā-hetv-ayaneśa-kartṛbhir māyā-guṇair vastu-nirīkṣitātmane anvīkṣayāṅgātiśayātma-buddhibhir nirasta-māyākṛtaye namo namaḥ
Durch die Objekte, Handlungen, deren Ursachen, den Körper, die Zeit und die falsche Ichheit – all dies Erscheinungsweisen der Māyā –, ihm, dessen wahres Selbst als das eigentlich Wirkliche erkannt wird von denen, deren Einsicht durch sorgfältige Betrachtung und die Übung der Yoga-Glieder auf das höchste Selbst gerichtet ist, ihm, dessen Gestalt aller Māyā entkleidet ist, sei Verehrung, Verehrung.
Wort für Wort
dravya-kriyā-hetu-ayana-īśa-kartṛbhiḥ
durch Objekte, Handlungen, Ursachen, Körper, Zeit und falsche Ichheit (Instr.Pl.)
māyā-guṇaiḥ
durch die Erscheinungsweisen der Māyā (Instr.Pl.)
vastu-nirīkṣita-ātmane
dessen Selbst als das Wirkliche erkannt wird (Dat.Sg.)
anvīkṣayā
durch sorgfältige Untersuchung (Instr.Sg.)
aṅga-atiśaya-ātma-buddhibhiḥ
von denen, deren Einsicht durch Yoga-Glieder auf das höchste Selbst gerichtet ist (Instr.Pl.)
nirasta-māyā-ākṛtaye
dessen Gestalt aller Māyā entkleidet ist (Dat.Sg.)
Die Māyā bewirkt durch die materiellen Erscheinungsweisen Erhaltung, Auflösung und Entstehung des Alls – erwünscht oder unerwünscht dem bloß zuschauenden Herrn –, so wie Eisen sich bewegt, das sich in der Nähe des Magnetsteins befindet. Dir, dem Zeugen der Wirkungen und Handlungen der Erscheinungsweisen, sei Verehrung.
Wort für Wort
karoti
sie bewirkt (3.Sg.Präs.)
viśva-sthiti-saṁyama-udayam
Erhaltung, Auflösung und Entstehung des Alls (Akk.Sg.)
yasya
dessen (Gen.Sg.)
īpsitam
erwünscht (Nom.Sg.)
na īpsitam
unerwünscht (Nom.Sg.)
īkṣituḥ
des Zuschauenden (Gen.Sg.)
guṇaiḥ
durch die Erscheinungsweisen (Instr.Pl.)
māyā
die Māyā (Nom.Sg.)
yathā
wie
ayaḥ
Eisen (Nom.Sg.)
bhramate
es bewegt sich umher (3.Sg.Präs.Med.)
tat-āśrayam
in dessen Nähe befindlich (Akk.Sg.)
grāvṇaḥ
des Magnetsteins (Gen.Sg.)
namaḥ te
Verehrung dir (Dat.Sg.)
guṇa-karma-sākṣiṇe
dem Zeugen der Wirkungen und Handlungen der Erscheinungsweisen (Dat.Sg.)
Der, nachdem er im Kampf den ihm ebenbürtig entgegentretenden Daitya zermalmt und mich, die Erde, auf die Spitze seines Stoßzahns gesetzt hatte, wie ein spielender Elefant aus dem Ozean heraufkam, aus der Tiefe der Unterwelt Rasā, der uranfängliche Eber der Welt – ihm, dem Allmächtigen, verneige ich mich.