Der Habenlose, doch Standhafte, der stets weitergab, was ihm wie vom Himmel zufiel, war dabei selbst hungrig und sah zusammen mit seiner Familie Not leiden. Achtundvierzig Tage waren vergangen, ohne dass er etwas getrunken hatte; da standen am Morgen geklärte Butter, Milchreis und Gebäck sowie Wasser bereit. Doch als seine Familie in bitterster Not war, er selbst von Hunger und Durst zitterte und gerade essen wollte, kam zur rechten Zeit ein brahmanischer Gast herbei.
tasmai saṁvyabhajat so 'nnam
ādṛtya śraddhayānvitaḥ
hariṁ sarvatra saṁpaśyan
sa bhuktvā prayayau dvijaḥ
Er teilte ihm ehrerbietig und voller Glauben von der Speise zu, wobei er Hari überall gegenwärtig sah; und nachdem der Gast gegessen hatte, ging der Brahmane fort.
Danach, während der König im Begriff war zu essen, kam ein anderer Gast; und der König teilte, an Hari denkend, den für seine Familie abgeteilten Anteil diesem Śūdra zu.
sa ādṛtyāvaśiṣṭaṁ yad
bahu-māna-puraskṛtam
tac ca dattvā namaścakre
śvabhyaḥ śva-pataye vibhuḥ
Er, der mächtige König, gab ehrerbietig auch das Übriggebliebene, was noch da war, mit großer Achtung hin und verneigte sich vor den Hunden und ihrem Herrn.
pānīya-mātram uccheṣaṁ
tac caika-paritarpaṇam
pāsyataḥ pulkaso 'bhyāgād
apo dehy aśubhāya me
Als nur noch das übrig gebliebene Trinkwasser da war, das gerade für einen Einzigen zur Erquickung reichte, und er es eben trinken wollte, kam ein Pulkasa herbei: „Gib mir, dem Unglückseligen, Wasser!“
Wort für Wort
pānīya-mātram uccheṣam
nur das übriggebliebene Trinkwasser
tat ca eka-paritarpaṇam
und dies, gerade ausreichend, um einen Einzigen zu laben
Als er dessen mitleiderregende, von großer Erschöpfung gezeichnete Rede vernahm, sprach er, von Mitgefühl heftig ergriffen, diese nektargleichen Worte:
Nicht begehre ich vom Herrn jenen höchsten Zustand, der mit den acht mystischen Vollkommenheiten ausgestattet ist, noch die Erlösung von der Wiedergeburt; vielmehr nehme ich das Leid aller verkörperten Wesen auf mich, in denen ich weile, damit sie dadurch leidlos werden.
Wort für Wort
na kāmaye aham
nicht begehre ich
gatim īśvarāt parām
den höchsten Zustand vom Herrn
aṣṭa-ṛddhi-yuktām
der mit den acht Yoga-Vollkommenheiten versehen ist
kṣut-tṛṭ-śramo gātra-paribhramaś ca
dainyaṁ klamaḥ śoka-viṣāda-mohāḥ
sarve nivṛttāḥ kṛpaṇasya jantor
jijīviṣor jīva-jalārpaṇān me
Hunger, Durst, Erschöpfung und das Zittern der Glieder, Elend, Mattigkeit, Kummer, Verzweiflung und Verwirrung – all dies ist von mir gewichen, nachdem ich diesem armseligen, lebenswilligen Geschöpf das lebenspendende Wasser gegeben habe.
Da zeigten sich ihm die Herrscher der drei Welten, die jenen, die nach der Frucht ihrer Werke verlangen, die Früchte gewähren – von Viṣṇu geschaffene Trugbilder.
sa vai tebhyo namaskṛtya
niḥsaṅgo vigata-spṛhaḥ
vāsudeve bhagavati
bhaktyā cakre manaḥ param
Er nun verneigte sich vor ihnen, doch, unberührt und frei von jedem Verlangen, richtete er seinen Geist in Hingabe ganz allein auf den Erhabenen, den Herrn Vāsudeva.
O König, während er, ohne nach anderem zu verlangen, sein Bewusstsein einzig auf den Herrn stützte, verschwand die aus den drei Erscheinungsweisen bestehende Māyā wie ein Traum.
Wort für Wort
īśvara-ālambanam cittam
das auf den Herrn gestützte Bewusstsein
kurvataḥ
während er machte
ananya-rādhasaḥ
der nach nichts anderem verlangte
māyā guṇa-mayī
die aus den drei Erscheinungsweisen bestehende Trugkraft
gargāc chinis tato gārgyaḥ
kṣatrād brahma hy avartata
duritakṣayo mahāvīryāt
tasya trayyāruṇiḥ kaviḥ
puṣkarāruṇir ity atra
ye brāhmaṇa-gatiṁ gatāḥ
bṛhatkṣatrasya putro 'bhūd
dhastī yad-dhastināpuram
Von Garga stammte Śini, von diesem Gārgya; obwohl dieser ein Kṣatriya war, entstand aus ihm das Brahmanentum. Von Mahāvīrya stammte Duritakṣaya, dessen Sohn Trayyāruṇi, dessen Sohn Kavi, sowie Puṣkarāruṇi – diese alle erlangten den Stand von Brahmanen. Bṛhatkṣatras Sohn war Hastī, nach dem die Stadt Hastināpura benannt wurde.
jaigīṣavyopadeśena
yoga-tantraṁ cakāra ha
udaksenas tatas tasmād
bhallāṭo bārhadīṣavāḥ
Durch die Unterweisung des Weisen Jaigīṣavya verfasste er einst ein Lehrwerk über das Yoga-System. Von ihm stammte Udaksena, von diesem Bhallāṭa – sie alle sind die Nachkommen Bṛhadiṣus.
supārśvāt sumatis tasya
putraḥ sannatimāṁs tataḥ
kṛtī hiraṇyanābhād yo
yogaṁ prāpya jagau sma ṣaṭ
saṁhitāḥ prācyasāmnāṁ vai
nīpo hy udgrāyudhas tataḥ
tasya kṣemyaḥ suvīro 'tha
suvīrasya ripuñjayaḥ
Von Supārśva stammte Sumati, dessen Sohn Sannatimān, und von diesem Kṛtī, der, nachdem er von Hiraṇyanābha den Yoga empfangen hatte, sechs Sammlungen der Prācyasāman-Verse verkündete. Von ihm stammte Nīpa, von diesem Udgrāyudha, dessen Sohn Kṣemya, sodann Suvīra, und von Suvīra Ripuñjaya.
śānteḥ suśāntis tat-putraḥ
purujo 'rkas tato 'bhavat
bharmyāśvas tanayas tasya
pañcāsan mudgalādayaḥ
yavīnaro bṛhadviśvaḥ
kāmpillaḥ sañjayaḥ sutāḥ
bharmyāśvaḥ prāha putrā me
pañcānāṁ rakṣaṇāya hi
viṣayāṇām alam ime
iti pañcāla-saṁjñitāḥ
mudgalād brahma-nirvṛttaṁ
gotraṁ maudgalya-saṁjñitam
Von Śānti stammte Suśānti, dessen Sohn Puruja, von diesem Arka; dessen Sohn war Bharmyāśva; von ihm gab es fünf Söhne mit Mudgala an der Spitze: Yavīnara, Bṛhadviśva, Kāmpilla, Sañjaya waren seine Söhne. Bharmyāśva sprach: „Meine fünf Söhne sind fürwahr fähig, die Gebiete zu schützen!“ – so wurden diese Pañcāla genannt. Von Mudgala aber entstand ein aus Brahmanen bestehendes Geschlecht, Maudgalya genannt.
tasya satyadhṛtiḥ putro
dhanur-veda-viśāradaḥ
śaradvāṁs tat-suto yasmād
urvaśī-darśanāt kila
śara-stambe 'patad reto
mithunaṁ tad abhūc chubham
Dessen Sohn war Satyadhṛti, ein Meister der Bogenkunst; dessen Sohn war Śaradvān, aus dem – fürwahr allein durch den Anblick der Urvaśī – der Same auf ein Schilfbüschel fiel; daraus entstand ein heilvolles Zwillingspaar.
tad dṛṣṭvā kṛpayāgṛhṇāc
chāntanur mṛgayāṁ caran
kṛpaḥ kumāraḥ kanyā ca
droṇa-patny abhavat kṛpī
Als Śāntanu, der auf der Jagd umherstreifte, dies sah, nahm er sie voller Mitgefühl auf: der Knabe erhielt den Namen Kṛpa, und das Mädchen, später Droṇas Gattin, wurde Kṛpī genannt.