Kapiteltitel (Sanskrit) ist erschlossen/rekonstruiert, da das Bhāgavata-Purāṇa im Vers-Kolophon keinen eigenen Kapiteltitel angibt; die englische Übersetzung 'Brahmā Satisfies Lord Śiva' stammt von vedabase.io/BBT und dient nur als Orientierung für die Kapitelnummerierung, nicht als Grundlage der Übersetzung.
Maitreya sprach: Hierauf, nachdem alle Scharen der Götter von den Heerscharen Rudras mit Dreizack, Spieß, Schwert, Keule, Eisenstange und Hammer besiegt worden waren, an allen Gliedern zerschnitten und verwundet, verneigten sie sich zusammen mit den Priestern und Mitgliedern der Opferversammlung, von Furcht ergriffen, vor dem Selbstentstandenen [Brahmā] und berichteten ihm alles im Einzelnen.
Wort für Wort
maitreyaḥ
Maitreya (Nom.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
atha
hierauf, dann (Adv.)
deva-gaṇāḥ
Scharen der Götter (Nom.Pl.)
sarve
alle (Nom.Pl.)
rudra-anīkaiḥ
durch die Heerscharen Rudras (Instr.Pl.)
parājitāḥ
besiegt (Nom.Pl., PPP)
śūla-paṭṭiśa-nistriṁśa-gadā-parigha-mudgaraiḥ
durch Dreizack, Spieß, Schwert, Keule, Eisenstange und Hammer (Instr.Pl.)
sañchinna-bhinna-sarva-aṅgāḥ
an allen Gliedern zerschnitten und verletzt (Nom.Pl.)
sa-ṛtvik-sabhyāḥ
samt Priestern und Versammlungsmitgliedern (Nom.Pl.)
upalabhya puraivaitad bhagavān abja-sambhavaḥ | nārāyaṇaś ca viśvātmā na kasyādhvaram īyatuḥ
Da der Erhabene, der aus der Lotosblume Geborene [Brahmā], sowie Nārāyaṇa, die Seele des Universums, dies bereits im Voraus erkannt hatten, gingen beide nicht zum Opfer des Ka [Dakṣa].
Wort für Wort
upalabhya
nachdem er erkannt/erfahren hatte (Absol.)
purā
vorher, im Voraus (Adv.)
eva
gewiss (Partikel)
etat
dies (Akk.)
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
abja-sambhavaḥ
der aus der Lotosblume Entstandene (Nom., =Brahmā)
nārāyaṇaḥ
Nārāyaṇa (Nom.)
ca
und
viśva-ātmā
die Seele des Universums (Nom.)
na
nicht
kasya
des Ka/Dakṣa (Gen.Sg.)
adhvaram
zum Opfer (Akk.)
īyatuḥ
sie beide gingen (3.Dual.Perf. von √i)
'kasya' bezeichnet hier Dakṣa, der auch 'Ka' (Prajāpati) genannt wird.
tad ākarṇya vibhuḥ prāha tejīyasi kṛtāgasi | kṣemāya tatra sā bhūyān na prāyeṇa bubhūṣatām
Als er dies vernommen hatte, sprach der Mächtige [Brahmā]: Wenn ein Vergehen gegen einen Mächtigeren begangen wurde, pflegt dies gewöhnlich nicht zum Heil derer zu gereichen, die fortbestehen möchten.
Wort für Wort
tat
das (Akk.)
ākarṇya
nachdem er gehört hatte (Absol.)
vibhuḥ
der Mächtige (Nom., =Brahmā)
prāha
sprach (3.Sg.Perf.)
tejīyasi
an dem Mächtigeren (Lok.Sg., Lok.absol.)
kṛta-āgasi
als ein Vergehen begangen war (Lok.Sg., Lok.absol.)
kṣemāya
zum Heil (Dat.)
tatra
dabei, dort (Adv.)
sā
das/sie (Nom.Sg.f.)
bhūyāt
möge sein (3.Sg.Opt., hier 'bhūyān' vor 'na')
na
nicht
prāyeṇa
meistens, in der Regel (Adv.)
bubhūṣatām
derer, die fortbestehen/leben wollen (Gen.Pl., Desid.-Part.)
[Anm.: Die erste Verszeile (tad ākarṇya vibhuḥ prāha) wurde aus den Wortglossen der Quellseite rekonstruiert, da die Devanagari-/IAST-Anzeige auf vedabase.io bei wiederholtem Abruf nur die zweite Zeile lieferte.]
Dennoch, da ihr, die ihr ein Vergehen begangen habt, Bhava [Śiva], der doch Anteil am Opfer hatte, davon ausgeschlossen habt, besänftigt ihn mit geläutertem Herzen – ihn, der rasch Gnade gewährt und dessen Lotosfüße [von seinen Verehrern] ergriffen werden.
Wort für Wort
atha api
dennoch, trotzdem (Adv.)
yūyam
ihr (Nom.Pl.)
kṛta-kilbiṣāḥ
die ein Vergehen begangen haben (Nom.Pl.)
bhavam
Bhava = Śiva (Akk.)
ye
die ihr (Nom.Pl., Rel.)
barhiṣaḥ
des Opfers (Gen.)
bhāga-bhājam
den Anteilsberechtigten (Akk.)
parāduḥ
ihr habt ausgeschlossen (3.Pl.Perf. von parā-dā)
prasādayadhvam
besänftigt! (2.Pl.Imp.Med.)
pariśuddha-cetasā
mit geläutertem Sinn (Instr.)
kṣipra-prasādam
den rasch Gnade Gewährenden (Akk.)
pragṛhīta-aṅghri-padmam
dessen Lotosfüße ergriffen werden (Akk., Bahuvrihi)
āśāsānā jīvitam adhvarasya lokaḥ sa-pālaḥ kupite na yasmin | tam āśu devaṁ priyayā vihīnaṁ kṣamāpayadhvaṁ hṛdi viddhaṁ duruktaiḥ
Wenn er zürnt, hofft keine Welt samt ihren Herrschern mehr auf den Fortbestand des Opfers. Bittet daher sogleich jenen Gott, der seiner Gattin beraubt und im Herzen durch böse Worte verwundet ist, um Verzeihung.
nāhaṁ na yajño na ca yūyam anye ye deha-bhājo munayaś ca tattvam | viduḥ pramāṇaṁ bala-vīryayor vā yasyātma-tantrasya ka upāyaṁ vidhitset
Weder ich noch Yajña [Indra], noch ihr, noch andere verkörperte Wesen, noch selbst die Weisen kennen die wahre Beschaffenheit oder das Maß von Kraft und Macht dessen, der nur von sich selbst abhängt [Śiva] – wer könnte da ein Mittel [gegen ihn] ersinnen wollen?
sa ittham ādiśya surān ajas tu taiḥ samanvitaḥ pitṛbhiḥ sa-prajeśaiḥ | yayau sva-dhiṣṇyān nilayaṁ pura-dviṣaḥ kailāsam adri-pravaraṁ priyaṁ prabhoḥ
Nachdem der Ungeborene [Brahmā] die Götter so unterwiesen hatte, begab er sich, begleitet von ihnen, den Vorvätern und den Herren der Geschöpfe, von seinem eigenen Wohnsitz zur Wohnstatt des Feindes der drei Städte [Śiva] – zum Kailāsa, dem besten der Berge, der dem Herrn [Śiva] lieb ist.
[der Kailāsa,] bewohnt von nichtmenschlichen Wesen, die durch Geburt, Kräuter, Askese, heilige Formeln oder Yoga Vollkommenheit erlangt hatten, stets umgeben von Kinnaras, Gandharvas und Apsaras.
Wort für Wort
janma-auṣadhi-tapaḥ-mantra-yoga-siddhaiḥ
durch Geburt, Kräuter, Askese, Formeln oder Yoga vervollkommnet (Instr.Pl.)
[der Kailāsa] mit Gipfeln aus mancherlei Edelsteinen, bunt gefärbt durch mancherlei Mineralien, mit mancherlei Bäumen, Schlingpflanzen und Sträuchern, umgeben von Scharen verschiedenster Wildtiere.
Wort für Wort
nānā-maṇi-mayaiḥ
aus mancherlei Edelsteinen bestehend (Instr.Pl.)
śṛṅgaiḥ
mit Gipfeln (Instr.Pl.)
nānā-dhātu-vicitritaiḥ
durch mancherlei Mineralien bunt gefärbt (Instr.Pl.)
nānā-druma-latā-gulmaiḥ
mit mancherlei Bäumen, Ranken und Sträuchern (Instr.Pl.)
nānā-mṛga-gaṇa-āvṛtaiḥ
von Scharen mancherlei Wildtiere umgeben (Instr.Pl.)
[der Berg] mit mancherlei klaren Wasserfällen und mancherlei Höhlen und Bergkämmen, ein Ort des Vergnügens für die Frauen der Siddhas, die dort mit ihren Liebhabern umherschweifen.
mayūra-kekābhirutaṁ madāndhāli-vimūrcchitam | plāvitai rakta-kaṇṭhānāṁ kūjitaiś ca patattriṇām
[Der Berg war] durchtönt vom Schreien der Pfauen, erfüllt vom Summen der vor Rausch trunkenen Bienen, [erklingend] von den Gesängen der Kokilas und dem Zwitschern der übrigen Vögel.
Wort für Wort
mayūra-kekā-abhirutam
durchtönt vom Schreien der Pfauen (Akk.)
mada-andha-ali-vimūrcchitam
erfüllt vom Summen der vor Rausch blinden Bienen (Akk.)
[den Berg, der] mit den emporgereckten Ästen der wunscherfüllenden Bäume gleichsam die Vögel herbeizurufen schien, der mit seinen Elefanten gleichsam einherzuschreiten schien, der mit seinen Wasserfällen gleichsam zu sprechen schien.
mandāraiḥ pārijātaiś ca saralaiś copaśobhitam | tamālaiḥ śāla-tālaiś ca kovidārāsanārjunaiḥ || cūtaiḥ kadambair nīpaiś ca nāga-punnāga-campakaiḥ | pāṭalāśoka-bakulaiḥ kundaiḥ kurabakair api
[der Berg, der] mit Mandāra-, Pārijāta- und Sarala-Bäumen geschmückt war, mit Tamāla-, Śāla- und Tāla-Bäumen, mit Kovidāra-, Āsana- und Arjuna-Bäumen, mit Mango-, Kadamba- und Nīpa-Bäumen, mit Nāga-, Punnāga- und Campaka-Bäumen, mit Pāṭala-, Aśoka- und Bakula-Bäumen, ja sogar mit Kunda- und Kurabaka-Blüten.
Wort für Wort
mandāraiḥ
mit Mandāra-Bäumen (Instr.Pl.)
pārijātaiḥ
mit Pārijāta-Bäumen (Instr.Pl.)
ca
und
saralaiḥ
mit Sarala-Bäumen (Instr.Pl.)
ca
und
upaśobhitam
geschmückt (Akk.)
tamālaiḥ
mit Tamāla-Bäumen (Instr.Pl.)
śāla-tālaiḥ
mit Śāla- und Tāla-Bäumen (Instr.Pl.)
ca
und
kovidāra-āsana-arjunaiḥ
mit Kovidāra-, Āsana- und Arjuna-Bäumen (Instr.Pl.)
cūtaiḥ
mit Mangobäumen (Instr.Pl.)
kadambaiḥ
mit Kadamba-Bäumen (Instr.Pl.)
nīpaiḥ
mit Nīpa-Bäumen (Instr.Pl.)
ca
und
nāga-punnāga-campakaiḥ
mit Nāga-, Punnāga- und Campaka-Bäumen (Instr.Pl.)
panasodumbarāśvattha-plakṣa-nyagrodha-hiṅgubhiḥ | bhūrjair oṣadhibhiḥ pūgai rājapūgaiś ca jambubhiḥ
[der Berg, der] mit Jackfruchtbäumen, Udumbara-, Aśvattha-, Plakṣa- und Nyagrodha-Feigenbäumen sowie Hiṅgu-Bäumen, mit Birken, Heilkräutern, Betelnuss- und Königsbetelnussbäumen sowie Jambu-Bäumen [bestanden war].
kharjūrāmrātakāmrādyaiḥ priyāla-madhukeṅgudaiḥ | druma-jātibhir anyaiś ca rājitaṁ veṇu-kīcakaiḥ
[der Berg, der] mit Dattelpalmen, Āmrātaka-Pflaumen, Mangobäumen und dergleichen, mit Priyāla-, Madhuka- und Iṅguda-Bäumen sowie anderen Baumarten und mit Bambus- und Hohlbambusgewächsen erstrahlte.
Wort für Wort
kharjūra-āmrātaka-āmra-ādyaiḥ
mit Dattelpalmen, Āmrātaka- und Mangobäumen und dergleichen (Instr.Pl.)
priyāla-madhuka-iṅgudaiḥ
mit Priyāla-, Madhuka- und Iṅguda-Bäumen (Instr.Pl.)
[der Berg, der] durch üppige Wälder von Kumuda-, Utpala-, Kahlāra- und Śatapatra-Lotosblumen [geschmückt war], in dessen Lotosteichen Scharen lieblich zwitschernder Vögel [ihn] zierten, [bevölkert] von Hirschen, Affen, Wildschweinen, Löwen, Bären und Stachelschweinen, von Waldrindern, Śarabhas, Tigern, Ruru-Hirschen, Büffeln und anderen [Tieren].
Wort für Wort
kumuda-utpala-kahlāra-śatapatra-vana-ṛddhibhiḥ
durch die Fülle von Wäldern aus Kumuda-, Utpala-, Kahlāra- und Śatapatra-Lotosblumen (Instr.Pl.)
nalinīṣu
in den Lotosteichen (Lok.Pl.)
kalam
lieblich (Adv.)
kūjat-khaga-vṛnda-upaśobhitam
geschmückt durch Scharen zwitschernder Vögel (Akk.)
[den Berg,] belebt von Karṇāntra-, Ekapada- und Aśvāsya-Hirschen sowie Vṛka- und Moschus-Hirschen, dessen liebliche Lotos-Sandufer von Hainen von Bananenstauden eingefasst waren.
Wort für Wort
karṇāntra-eka-pada-aśvāsyaiḥ
mit Karṇāntra-, Ekapada- und Aśvāsya-Hirscharten (Instr.Pl.)
nirjuṣṭam
bevölkert, belebt (Akk.)
vṛka-nābhibhiḥ
mit Vṛka- und Moschus-Hirschen (Instr.Pl.)
kadalī-khaṇḍa-saṁruddha-nalinī-pulina-śriyam
dessen Lotos-Sandufer-Schönheit von Bananenstaudenhainen eingefasst war (Akk.)
Als sie den von der Nandā umgebenen Berg des Bhūteśa [Śiva] erblickten – der Nandā, deren Wasser durch das Bad der Satī noch heiliger geworden war –, gerieten die Götter in Erstaunen.
Wort für Wort
paryastam
umgeben (Akk.)
nandayā
von der Nandā (Instr.)
satyāḥ
der Satī (Gen.)
snāna-puṇyatara-udayā
deren Wasser durch das Bad noch heiliger wurde (Instr.)
nandā cālakanandā ca saritau bāhyataḥ puraḥ | tīrthapāda-padāmbhoja-rajasātīva pāvane
Die beiden Flüsse Nandā und Alakanandā, außerhalb der Stadt, waren durch den Staub der Lotosfüße dessen, dessen Füße Pilgerstätten sind [Viṣṇu], überaus geheiligt.
Wort für Wort
nandā
die Nandā (Nom.)
ca alakanandā ca
und die Alakanandā
saritau
die beiden Flüsse (Nom.Dual.)
bāhyataḥ
außerhalb (Adv.)
puraḥ
der Stadt (Gen./Abl.)
tīrtha-pāda-pada-ambhoja-rajasā
durch den Staub der Lotosfüße dessen, dessen Füße Pilgerstätten sind (Instr.)
O Kṣattṛ [Vidura], in diesen beiden Flüssen steigen die Götterfrauen, vom Liebesspiel erschöpft, von ihren eigenen Fahrzeugen herab, tauchen ein und spielen, indem sie ihre Gatten besprengen.
Deren Wasser, gelblich gefärbt vom frischen Kuṅkuma-Puder, der beim Baden jener Götterfrauen abgefallen war, trinken die Elefantenbullen, obwohl nicht durstig, während sie es den Elefantenkühen zu trinken geben.
Wort für Wort
yayoḥ
deren [beider Flüsse] (Gen.Dual.)
tat-snāna-vibhraṣṭa-nava-kuṅkuma-piñjaram
gelblich gefärbt vom beim Baden abgefallenen frischen Kuṅkuma (Akk.)
[Sie sahen die Stadt Alakā,] die von Hunderten Luftwagen aus Perlen, Gold und großen Edelsteinen wimmelte und von den Frauen der Puṇyajanas [Yakṣas] bewohnt war, gleich dem Himmel mit Blitz und Wolken.
Wort für Wort
tāra-hema-mahā-ratna-vimāna-śata-saṅkulām
von Hunderten Luftwagen aus Perlen, Gold und großen Edelsteinen wimmelnd (Akk.f.)
hitvā yakṣeśvara-purīṁ vanaṁ saugandhikaṁ ca tat | drumaiḥ kāma-dughair hṛdyaṁ citra-mālya-phala-cchadaiḥ
Nachdem sie die Stadt des Herrn der Yakṣas [Kuvera] sowie jenen Hain Saugandhika hinter sich gelassen hatten – einen Hain, herzerfreuend durch wunscherfüllende Bäume mit ihren bunten Blüten, Früchten und Blättern.
Wort für Wort
hitvā
nachdem sie verlassen hatten (Absol.)
yakṣa-īśvara-purīm
die Stadt des Herrn der Yakṣas (Akk., =Kuveras)
vanam saugandhikam ca tat
und jenen Hain Saugandhika (Akk.)
drumaiḥ kāma-dughaiḥ
mit wunscherfüllenden Bäumen (Instr.Pl.)
hṛdyam
herzerfreuend (Akk.)
citra-mālya-phala-chadaiḥ
mit bunten Blüten, Früchten und Blättern (Instr.Pl.)
[jener Hain, dessen] Bienenschwarm vom Klang der Scharen rotkehliger Vögel begleitet war [?], der den Scharen der Kalahaṁsa-Gänse lieb war, und der Wasserbecken mit dickstieligen [Lotosblumen] besaß.
Wort für Wort
rakta-kaṇṭha-khaga-anīka-svara
der Klang der Scharen rotkehliger Vögel (Kompositum)
maṇḍita
geschmückt, begleitet (Akk., PPP)
ṣaṭpadam
der Bienenschwarm (Akk.Sg., wörtl. 'Sechsfüßler')
kalahaṁsa-kula-preṣṭham
den Scharen der Kalahaṁsa-Gänse lieb (Akk.)
khara-daṇḍa-jalāśayam
mit Wasserbecken [voll Lotos] von kräftigem Stiel (Akk.)
[Anm.: Die Devanagari-Zeile 'rakta-kaṇṭha-khagānīka-...' wurde erst in einem zweiten Abrufversuch sichtbar; die genaue syntaktische Verbindung von 'svara-maṇḍita' und 'ṣaṭpadam' bleibt unsicher [?].]
[jener Hain, der] durch den mit Sandelholzduft geschwängerten Windhauch – entstanden, da Waldelefanten sich an den Sandelbäumen rieben – wieder und wieder den Sinn der Frauen der Puṇyajanas [Yakṣas] erregte.
Wort für Wort
vana-kuñjara-saṅghṛṣṭa-haricandana-vāyunā
durch den Windhauch voll Sandelholzduft, entstanden durch das Reiben der Waldelefanten (Instr.)
Nachdem sie die Wasserbecken mit Treppen aus Vaidūrya-Stein, geschmückt mit Reihen von Lotosblumen, gesehen hatten, erblickten sie in der Nähe den Banyanbaum, der von Kimpuruṣas bevölkert war.
Wort für Wort
vaidūrya-kṛta-sopānāḥ
mit aus Vaidūrya-Stein gefertigten Treppen (Nom.Pl.f.)
sa yojana-śatotsedhaḥ pādona-viṭapāyataḥ | paryak-kṛtācala-cchāyo nirnīḍas tāpa-varjitaḥ
Jener Banyanbaum war hundert Yojanas hoch, seine Äste erstreckten sich um ein Viertel weniger weit, er warf ringsum einen beständigen Schatten, war ohne Vogelnester und frei von sengender Hitze.
Wort für Wort
saḥ
jener (Nom.)
yojana-śata-utsedhaḥ
hundert Yojanas hoch (Nom.)
pāda-ūna-viṭapa-āyataḥ
dessen Äste um ein Viertel weniger weit reichten (Nom.)
paryak-kṛta-acala-chāyaḥ
der ringsum einen unbeweglichen Schatten warf (Nom.)
Unter jenem Baum, der dem großen Yoga geweiht und die Zuflucht derer war, die nach Befreiung streben, sahen die Götter Śiva sitzen – wie den Tod selbst, der seinen Zorn abgelegt hat.
sanandanādyair mahā-siddhaiḥ śāntaiḥ saṁśānta-vigraham | upāsyamānaṁ sakhyā ca bhartrā guhyaka-rakṣasām
[Sie sahen Śiva,] dessen Gestalt völlig ruhig war, verehrt von Sanandana und den anderen Kumāras, den großen, friedvollen Vollkommenen, sowie von Kuvera, seinem Freund und Herrn der Guhyakas und Rākṣasas.
Wort für Wort
sanandana-ādyaiḥ
mit Sanandana und den anderen [Kumāras] (Instr.Pl.)
vidyā-tapo-yoga-patham āsthitaṁ tam adhīśvaram | carantaṁ viśva-suhṛdaṁ vātsalyāl loka-maṅgalam
[Sie sahen] ihn, den obersten Herrscher, der den Pfad von Wissen, Askese und Yoga eingeschlagen hatte, ihn, den Freund aller Welten, der aus Zuneigung zum Heil der Welt wandelte.
liṅgaṁ ca tāpasābhīṣṭaṁ bhasma-daṇḍa-jaṭājinam | aṅgena sandhyābhra-rucā candra-lekhāṁ ca bibhratam
[Sie sahen ihn,] dessen äußere Erscheinung den Asketen lieb war – mit Asche, Stab, verfilztem Haar und Hirschfell –, dessen Leib die Farbe der Abendwolken hatte und der die Mondsichel trug.
[Sie sahen ihn,] sitzend auf einer Matte aus Darbha-Gras, wie er dem fragenden Nārada die ewige Absolute Wahrheit [Brahman] verkündete, während die versammelten Heiligen zuhörten.
[Sie sahen ihn], den linken Lotosfuß auf den rechten Schenkel und die Hand auf das Knie gelegt, am Handgelenk eine Gebetskette tragend, sitzend in der Geste der gelehrten Erörterung.
Vor ihm, der in die Versenkung der Glückseligkeit des Brahman vertieft war, seinen Körper mit dem Yoga-Band gestützt hatte – vor Giriśa [Śiva] –, verneigten sich die Weisen zusammen mit den Weltenhütern, mit gefalteten Händen, vor ihm als dem höchsten unter den Manus.
Wort für Wort
tam
ihn (Akk.)
brahma-nirvāṇa-samādhim
die Versenkung in der Glückseligkeit des Brahman (Akk.)
Als er aber den angekommenen Selbstentstandenen [Brahmā] wahrnahm, erhob sich er, dessen Füße von den Herren der Götter und Dämonen verehrt werden, und erwies ihm mit gesenktem Haupt Verehrung – er, der Verehrungswürdigste, ebenso wie einst Viṣṇu [als Vāmana vor Kaśyapa sich verneigte].
Wort für Wort
saḥ
er (Nom., =Śiva)
tu
aber
upalabhya
nachdem er wahrgenommen hatte (Absol.)
āgatam
den Angekommenen (Akk.)
ātma-yonim
den Selbstentstandenen (Akk., =Brahmā)
sura-asura-īśaiḥ
von den Herren der Götter und Dämonen (Instr.Pl.)
abhivandita-aṅghriḥ
dessen Füße verehrt werden (Nom., Bahuvrihi)
utthāya
nachdem er sich erhoben hatte (Absol.)
cakre
er vollzog (3.Sg.Med.Perf.)
śirasā
mit dem Haupt (Instr.)
abhivandanam
Verehrung (Akk.)
arhat-tamaḥ
der Verehrungswürdigste (Nom.)
kasya
Kaśyapas (Gen.)
yathā eva
ebenso wie
viṣṇuḥ
Viṣṇu (Nom.)
'kasya' = Gen. von Kaśyapa; Vergleich: wie Viṣṇu (als Vāmana) sich vor seinem Vater Kaśyapa verneigte, obwohl selbst der Verehrungswürdigste.
tathāpare siddha-gaṇā maharṣibhir ye vai samantād anu nīlalohitam | namaskṛtaḥ prāha śaśāṅka-śekharaṁ kṛta-praṇāmaṁ prahasann ivātmabhūḥ
Ebenso wurde Brahmā, der Selbstentstandene, von den übrigen Scharen der Siddhas zusammen mit den großen Weisen, die von allen Seiten den Blaurötlichen [Śiva] umgaben, verehrt; und lächelnd sprach er zu dem, der die Mondsichel als Diadem trägt [Śiva] und ihm die Verbeugung erwiesen hatte.
Wort für Wort
tathā
ebenso
apare siddha-gaṇāḥ
die übrigen Scharen der Siddhas (Nom.Pl.)
mahā-ṛṣibhiḥ
zusammen mit den großen Weisen (Instr.Pl.)
ye vai
die fürwahr (Nom.Pl., Rel.)
samantāt
von allen Seiten (Adv.)
anu
entlang, um ... herum (Präverb)
nīlalohitam
den Blaurötlichen (Akk., =Śiva)
namaskṛtaḥ
verehrt (Nom.Sg., PPP, [?] auf Brahmā bezogen)
prāha
er sprach (3.Sg.Perf.)
śaśāṅka-śekharam
zu dem, der die Mondsichel als Diadem trägt (Akk., =Śiva)
kṛta-praṇāmam
der die Verbeugung erwiesen hatte (Akk.)
prahasan iva
gleichsam lächelnd (Nom., Part.)
ātmabhūḥ
der Selbstentstandene (Nom., =Brahmā)
Der Bezug von 'namaskṛtaḥ' (Nom.Sg.m.) ist nicht eindeutig; hier auf Brahmā (ātmabhūḥ) bezogen [?].
brahmā uvāca | jāne tvām īśaṁ viśvasya jagato yoni-bījayoḥ | śakteḥ śivasya ca paraṁ yat tad brahma nirantaram
Brahmā sprach: Ich weiß, dass du der Herrscher des Universums bist, der Herrscher über Mutterschoß und Samen der Schöpfung, über die Energie [Śakti] sowie über Śiva selbst – du bist jenes Höchste, das ununterbrochene Brahman.
Du allein, o Herr, erschaffst, erhältst und vernichtest spielend dieses Universum – du, dessen eigene Wesensformen Śiva und Śakti sind – gleichwie eine Spinne [ihr Netz].
Wort für Wort
tvam eva
du allein
bhagavan
o Herr (Vok.)
etat
dies (Akk.)
śiva-śaktyoḥ
von Śiva und Śakti (Gen.Dual.)
svarūpayoḥ
die beide deine eigene Wesensform sind (Gen.Dual.)
tvam eva dharmārtha-dughābhipattaye dakṣeṇa sūtreṇa sasarjithādhvaram | tvayaiva loke 'vasitāś ca setavo yān brāhmaṇāḥ śraddadhate dhṛta-vratāḥ
Du allein hast, damit Religion und wirtschaftlicher Nutzen erlangt würden, durch Dakṣa als Mittler das Opfer geschaffen; durch dich allein sind in dieser Welt die Ordnungen des Dharma festgesetzt, welche die gelübdetreuen Brahmanen in Ehren halten.
Wort für Wort
tvam eva
du allein
dharma-artha-dugha-abhipattaye
damit Religion und wirtschaftlicher Nutzen erlangt würden (Dat.)
tvaṁ karmaṇāṁ maṅgala maṅgalānāṁ kartuḥ sva-lokaṁ tanuṣe svaḥ paraṁ vā | amaṅgalānāṁ ca tamisram ulbaṇaṁ viparyayaḥ kena tad eva kasyacit
Du, o Glückbringender, gewährst dem Täter verheißungsvoller Handlungen seine ihm gebührende Welt, den Himmel oder das Transzendente selbst; dem Täter unheilvoller Handlungen aber die schreckliche Finsternis der Hölle – wodurch könnte für irgendjemanden das Gegenteil davon eintreten?
na vai satāṁ tvac-caraṇārpitātmanāṁ bhūteṣu sarveṣv abhipaśyatāṁ tava | bhūtāni cātmany apṛthag-didṛkṣatāṁ prāyeṇa roṣo 'bhibhaved yathā paśum
Gewiss nicht überwältigt Zorn gewöhnlich die Heiligen, die ihr Selbst deinen Füßen dargebracht haben und die dich in allen Wesen erblicken, die die Wesen als nicht getrennt vom höchsten Selbst zu sehen wünschen – so wie er ein Tier überwältigt.
Wort für Wort
na vai
gewiss nicht
satām
der Heiligen (Gen.Pl.)
tvat-caraṇa-arpita-ātmanām
die ihr Selbst deinen Füßen dargebracht haben (Gen.Pl.)
bhūteṣu sarveṣu
in allen Wesen (Lok.Pl.)
abhipaśyatām
die erblicken (Gen.Pl., Part.)
tava
dich (Gen./Akk.)
bhūtāni
die Wesen (Akk.Pl.)
ca ātmani
und im [höchsten] Selbst (Lok.)
apṛthak
nicht getrennt (Adv.)
didṛkṣatām
derer, die zu sehen wünschen (Gen.Pl., Desid.-Part.)
Menschen mit getrenntem Denken, die nur die äußeren Taten sehen, übel gesinnt, deren Herz durch das Gedeihen anderer ständig verwundet ist, verletzen andere mit bösen, stechenden Worten – doch töte du, wie du bist, nicht jene, die vom Schicksal ohnehin schon getötet sind.
yasmin yadā puṣkara-nābha-māyayā durantayā spṛṣṭa-dhiyaḥ pṛthag-dṛśaḥ | kurvanti tatra hy anukampayā kṛpāṁ na sādhavo daiva-balāt kṛte kramam
Wo und wann immer Wesen, deren Denken von der unüberwindlichen Māyā dessen berührt ist, aus dessen Nabel der Lotos entspringt [Viṣṇu], die Dinge getrennt sehen, dort üben die Guten aus Mitleid Erbarmen; sie vollziehen keine Vergeltung für das, was durch die Macht des Schicksals verursacht wurde.
Wort für Wort
yasmin
worin, wo (Lok.)
yadā
wann (Adv.)
puṣkara-nābha-māyayā
durch die Māyā dessen, aus dessen Nabel der Lotos wächst (Instr., =Viṣṇus)
Du aber, dessen Verstand von dieser unüberwindlichen Māyā der höchsten Person unberührt bleibt, der Allsehende, solltest, o Herr, denen Gnade erweisen, deren Urteilskraft durch sie geschlagen ist und deren Sinn den fruchttragenden Handlungen folgt.
Wort für Wort
bhavān
du (ehrenvoll, Nom.)
tu
aber
puṁsaḥ paramasya
der höchsten Person (Gen.)
māyayā durantayā
durch die unüberwindliche Māyā (Instr.)
aspṛṣṭa-matiḥ
dessen Verstand unberührt ist (Nom.)
samasta-dṛk
der Allsehende (Nom.)
tayā
durch sie [die Māyā] (Instr.)
hata-ātmasu
bei denen, deren Urteilskraft geschlagen ist (Lok.Pl.)
kurv adhvarasyoddharaṇaṁ hatasya bhoḥ tvayāsamāptasya mano prajāpateḥ | na yatra bhāgaṁ tava bhāgino daduḥ kuyājino yena makho ninīyate
Vollziehe, oh, die Wiederherstellung des von dir zerstörten, unvollendeten Opfers des Prajāpati [Dakṣa], o gnädig Gesinnter, worin die dazu Berechtigten dir keinen Anteil gaben – die schlechten Opferpriester –, damit das Opfer nun zum Abschluss gebracht werde.
Für die Götter und Priester, deren Glieder durch Waffen und Steine zerbrochen wurden, die dennoch von dir begnadet sind, möge, o Zorniger, sogleich Genesung eintreten.
eṣa te rudra bhāgo 'stu yad-ucchiṣṭo 'dhvarasya vai | yajñas te rudra-bhāgena kalpatām adya yajña-han
O Rudra, dies sei fürwahr dein Anteil, was auch immer vom Opfer übrig ist; durch deinen Anteil, o Rudra, möge das Opfer nun vollendet werden, o Zerstörer des Opfers!