Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 23: sṛṣṭi-prakriyā Der Vorgang der Schöpfung

Skandha 2, Adhyāya 4. Quelle: vedabase.io, vers-für-vers abgerufen (V.3-4 auf der Quellseite als zusammenhängende Einheit gruppiert). Parīkṣit, nun in fester Gesinnung auf Vāsudeva gerichtet, bittet Śuka um Erklärung, wie der Erhabene durch seine eigene Māyā das schwer erfassbare Universum erschafft (V.1-11). Śuka antwortet mit einer langen, ehrfurchtsvollen Anrufung (namaskāra-Reihe) des Höchsten in seinen vielfältigen kosmischen und heilsgeschichtlichen Aspekten - als Ursprung von Schöpfung, Erhaltung und Auflösung, als Zuflucht der Paramahaṃsas, als der durch bloßes Preisen/Erinnern/Hören reinigende Herr, dessen Gnade selbst die traditionell als 'außerhalb der vedischen Ordnung' geltenden Völker läutert (V.12-23) - eine Anrufung, die zugleich als Übergang zur eigentlichen kosmogonischen Erzählung dient, welche laut Schlussversen ursprünglich von Hari selbst an Brahmā und von diesem an Nārada weitergegeben wurde (V.24-25).

sūta uvāca vaiyāsaker iti vacas tattva-niścayam ātmanaḥ upadhārya matiṁ kṛṣṇe auttareyaḥ satīṁ vyadhāt

Sūta sprach: Nachdem er diese Worte des Sohnes Vyāsas, die gewisse Wahrheit über das Selbst, vernommen hatte, richtete der Sohn der Uttarā [Parīkṣit] seinen Geist fest auf Kṛṣṇa.

Wort für Wort
sūta uvāca
Sūta sprach
vaiyāsakeḥ iti vacaḥ
diese Worte des Sohnes Vyāsas
tattva-niścayam ātmanaḥ
die gewisse Wahrheit über das Selbst
upadhārya
vernommen habend
matim kṛṣṇe auttareyaḥ satīm vyadhāt
der Sohn der Uttarā richtete den Geist fest auf Kṛṣṇa

ātma-jāyā-sutāgāra- paśu-draviṇa-bandhuṣu rājye cāvikale nityaṁ virūḍhāṁ mamatāṁ jahau

An eigenem Selbst, Gattin, Söhnen, Haus, Vieh, Reichtum und Verwandten, und am beständig ungeschmälerten Königreich, gab er die tief verwurzelte Bindung des ‚Mein' auf.

Wort für Wort
ātma-jāyā-suta-agāra-paśu-draviṇa-bandhuṣu
an Selbst, Gattin, Söhnen, Haus, Vieh, Reichtum, Verwandten
rājye ca avikale nityam
und am beständig ungeschmälerten Königreich
virūḍhām mamatām jahau
gab er die tief verwurzelte Mein-Bindung auf

papraccha cemam evārthaṁ yan māṁ pṛcchatha sattamāḥ kṛṣṇānubhāva-śravaṇe śraddadhāno mahā-manāḥ saṁsthāṁ vijñāya sannyasya karma trai-vargikaṁ ca yat vāsudeve bhagavati ātma-bhāvaṁ dṛḍhaṁ gataḥ

Und er fragte eben diese Sache, die ihr mich fragt, o ihr Besten — dem Hören von Kṛṣṇas Herrlichkeit vertrauend, von großem Geist, die nahende Auflösung seines Körpers erkennend und das dreifache weltliche Handeln aufgebend, zu einer festen, auf den erhabenen Vāsudeva gerichteten Selbstgesinnung gelangt.

Wort für Wort
papraccha ca imam eva artham
und er fragte eben diese Sache
yat mām pṛcchatha sattamāḥ
die ihr mich fragt, o Beste
kṛṣṇa-anubhāva-śravaṇe śraddadhānaḥ mahā-manāḥ
dem Hören von Kṛṣṇas Herrlichkeit vertrauend, großen Geistes
saṁsthām vijñāya sannyasya
die Auflösung erkennend, aufgebend
karma trai-vargikam ca yat
das dreifache weltliche Handeln
vāsudeve bhagavati ātma-bhāvam dṛḍham gataḥ
zu fester Selbstgesinnung auf Vāsudeva gelangt

rājā uvāca samīcīnaṁ vaco brahman sarva-jñasya tavānagha tamo viśīryate mahyaṁ hareḥ kathayataḥ kathām

Der König sprach: Vortrefflich sind deine Worte, o sündloser, allwissender Brahmane; mir zerfällt die Dunkelheit, während du die Erzählung von Hari erzählst.

Wort für Wort
rājā uvāca
der König sprach
samīcīnam vacaḥ brahman
vortrefflich deine Worte, o Brahmane
sarva-jñasya tava anagha
deine, des Allwissenden, o Sündloser
tamaḥ viśīryate mahyam
die Dunkelheit zerfällt für mich
hareḥ kathayataḥ kathām
während du die Hari-Erzählung erzählst

bhūya eva vivitsāmi bhagavān ātma-māyayā yathedaṁ sṛjate viśvaṁ durvibhāvyam adhīśvaraiḥ

Noch mehr wünsche ich zu erfahren, wie der Erhabene durch seine eigene Māyā dieses Universum erschafft, das selbst von anderen Herrschern schwer zu erfassen ist.

Wort für Wort
bhūyaḥ eva vivitsāmi
noch mehr wünsche ich zu erfahren
bhagavān ātma-māyayā
wie der Erhabene durch eigene Māyā
yathā idam sṛjate viśvam
wie er dieses Universum erschafft
durvibhāvyam adhīśvaraiḥ
schwer erfassbar selbst für Herrscher

yathā gopāyati vibhur yathā saṁyacchate punaḥ yāṁ yāṁ śaktim upāśritya puru-śaktiḥ paraḥ pumān ātmānaṁ krīḍayan krīḍan karoti vikaroti ca

Wie der Allmächtige es beschützt, wie er es wiederum zurücknimmt, auf welche Kraft er sich jeweils stützt, der vielkräftige, höchste Puruṣa, sich selbst spielen lassend, selbst spielend, wirkt er und bewirkt Wandlung.

Wort für Wort
yathā gopāyati vibhuḥ
wie der Allmächtige beschützt
yathā saṁyacchate punaḥ
wie er es wieder zurücknimmt
yām yām śaktim upāśritya
auf welche Kraft gestützt
puru-śaktiḥ paraḥ pumān
der vielkräftige höchste Puruṣa
ātmānam krīḍayan krīḍan
sich selbst spielen lassend, spielend
karoti vikaroti ca
wirkt und bewirkt Wandlung

nūnaṁ bhagavato brahman harer adbhuta-karmaṇaḥ durvibhāvyam ivābhāti kavibhiś cāpi ceṣṭitam

Gewiss, o Brahmane, erscheint das Wirken des Erhabenen Hari, dessen Taten wunderbar sind, selbst den Weisen als schwer erfassbar.

Wort für Wort
nūnam bhagavataḥ brahman
gewiss des Erhabenen, o Brahmane
hareḥ adbhuta-karmaṇaḥ
Haris, dessen Taten wunderbar sind
durvibhāvyam iva ābhāti
erscheint wie schwer erfassbar
kavibhiḥ ca api ceṣṭitam
selbst den Weisen sein Wirken

yathā guṇāṁs tu prakṛter yugapat kramaśo 'pi vā bibharti bhūriśas tv ekaḥ kurvan karmāṇi janmabhiḥ

Wie er, der Eine, die Eigenschaften der Urnatur, gleichzeitig oder auch nacheinander, in reicher Fülle annimmt, Taten vollbringend durch seine vielfachen Geburten.

Wort für Wort
yathā guṇān tu prakṛteḥ
wie die Eigenschaften der Urnatur
yugapat kramaśaḥ api vā
gleichzeitig oder nacheinander
bibharti bhūriśaḥ tu ekaḥ
trägt in Fülle der Eine
kurvan karmāṇi janmabhiḥ
Taten vollbringend durch Geburten

vicikitsitam etan me bravītu bhagavān yathā śābde brahmaṇi niṣṇātaḥ parasmiṁś ca bhavān khalu

Möge der Erhabene mir diesen meinen Zweifel erklären, wie die Schöpfung geschieht — denn du bist fürwahr sowohl im Wort-Brahman als auch im Höchsten Brahman erfahren.

Wort für Wort
vicikitsitam etat me
diesen meinen Zweifel
bravītu bhagavān yathā
möge der Erhabene erklären, wie
śābde brahmaṇi niṣṇātaḥ
im Wort-Brahman erfahren
parasmin ca bhavān khalu
und im Höchsten bist du fürwahr

sūta uvāca ity upāmantrito rājñā guṇānukathane hareḥ hṛṣīkeśam anusmṛtya prativaktuṁ pracakrame

Sūta sprach: So vom König aufgefordert, die Eigenschaften Haris zu erzählen, begann er, sich des Hṛṣīkeśa erinnernd, zu antworten.

Wort für Wort
sūta uvāca
Sūta sprach
iti upāmantritaḥ rājñā
so vom König aufgefordert
guṇa-anukathane hareḥ
zur Erzählung der Eigenschaften Haris
hṛṣīkeśam anusmṛtya
sich des Hṛṣīkeśa erinnernd
prativaktum pracakrame
begann er zu antworten

śrī-śuka uvāca namaḥ parasmai puruṣāya bhūyase sad-udbhava-sthāna-nirodha-līlayā gṛhīta-śakti-tritayāya dehinām antarbhavāyānupalakṣya-vartmane

Śrī Śuka sprach: Verehrung dem höchsten, alldurchdringenden Puruṣa, der durch das Spiel von Entstehung, Erhaltung und Auflösung des Seienden die dreifache Kraft angenommen hat, der im Innern der verkörperten Wesen weilt, dessen Pfad unwahrnehmbar ist.

Wort für Wort
śrī-śuka uvāca
Śrī Śuka sprach
namaḥ parasmai puruṣāya bhūyase
Verehrung dem höchsten, alldurchdringenden Puruṣa
sat-udbhava-sthāna-nirodha-līlayā
durch das Spiel von Entstehung, Erhaltung, Auflösung
gṛhīta-śakti-tritayāya dehinām
der die dreifache Kraft für die Verkörperten angenommen hat
antarbhavāya anupalakṣya-vartmane
der im Innern weilt, unwahrnehmbaren Pfades

bhūyo namaḥ sad-vṛjina-cchide 'satām asambhavāyākhila-sattva-mūrtaye puṁsāṁ punaḥ pāramahaṁsya āśrame vyavasthitānām anumṛgya-dāśuṣe

Abermals Verehrung dem, der das Übel der Guten durchtrennt, dem Verhinderer des neuen Entstehens der Bösen, dessen Gestalt allumfassende, reine Güte ist, der sich denen, die in der höchsten Lebensstufe des Paramahaṃsa fest verankert sind, als der zu Suchende gewährt.

Wort für Wort
bhūyaḥ namaḥ sat-vṛjina-chide
abermals Verehrung dem Durchtrenner des Übels der Guten
asatām asambhavāya
dem Verhinderer des Entstehens der Bösen
akhila-sattva-mūrtaye
dessen Gestalt allumfassende Güte ist
puṁsām punaḥ pāramahaṁsye āśrame vyavasthitānām
für die in der Paramahaṃsa-Stufe Verankerten
anumṛgya-dāśuṣe
der sich als der zu Suchende gewährt

namo namas te 'stv ṛṣabhāya sātvatāṁ vidūra-kāṣṭhāya muhuḥ kuyoginām nirasta-sāmyātiśayena rādhasā sva-dhāmani brahmaṇi raṁsyate namaḥ

Verehrung, Verehrung sei dir, dem Besten der Sātvatas, dem fernen, unerreichbaren Ziel für die wiederholt fehlgehenden unvollkommenen Yogīs, mit einer Herrlichkeit, die jeden Vergleich ausschließt; Verehrung dem, der sich in seinem eigenen Reich, dem Brahman, ergötzt.

Wort für Wort
namaḥ namaḥ te astu ṛṣabhāya sātvatām
Verehrung sei dir, dem Besten der Sātvatas
vidūra-kāṣṭhāya muhuḥ kuyoginām
dem fernen Ziel der fehlgehenden Yogīs
nirasta-sāmya-atiśayena rādhasā
mit vergleichslos ausschließender Herrlichkeit
sva-dhāmani brahmaṇi raṁsyate namaḥ
Verehrung dem im eigenen Brahman sich Ergötzenden

yat-kīrtanaṁ yat-smaraṇaṁ yad-īkṣaṇaṁ yad-vandanaṁ yac-chravaṇaṁ yad-arhaṇam lokasya sadyo vidhunoti kalmaṣaṁ tasmai subhadra-śravase namo namaḥ

Dessen Preisen, dessen Erinnern, dessen Erblicken, dessen Verehrung, dessen Hören, dessen rituelle Ehrung sogleich die Verunreinigung der Welt hinwegfegt — ihm, dessen Ruhm überaus segensreich ist, Verehrung, Verehrung!

Wort für Wort
yat-kīrtanam yat-smaraṇam yat-īkṣaṇam
dessen Preisen, Erinnern, Erblicken
yat-vandanam yat-śravaṇam yat-arhaṇam
dessen Verehrung, Hören, rituelle Ehrung
lokasya sadyaḥ vidhunoti kalmaṣam
fegt sogleich die Verunreinigung der Welt hinweg
tasmai subhadra-śravase namaḥ namaḥ
ihm, dessen Ruhm segensreich ist, Verehrung

vicakṣaṇā yac-caraṇopasādanāt saṅgaṁ vyudasyobhayato 'ntar-ātmanaḥ vindanti hi brahma-gatiṁ gata-klamās tasmai subhadra-śravase namo namaḥ

Die Klarsichtigen, die durch das Sich-Nähern zu dessen Füßen die Bindung von innen und außen des inneren Selbst abwerfen, erlangen fürwahr, die Mühsal überwunden, den Brahman-Zustand — ihm, dessen Ruhm überaus segensreich ist, Verehrung, Verehrung!

Wort für Wort
vicakṣaṇāḥ yat-caraṇa-upasādanāt
die Klarsichtigen durch Nähern zu dessen Füßen
saṅgam vyudasya ubhayataḥ antaḥ-ātmanaḥ
die Bindung von beiden Seiten des inneren Selbst abwerfend
vindanti hi brahma-gatim gata-klamāḥ
erlangen fürwahr den Brahman-Zustand, mühelos geworden
tasmai subhadra-śravase namaḥ namaḥ
ihm, segensreichen Ruhms, Verehrung

tapasvino dāna-parā yaśasvino manasvino mantra-vidaḥ sumaṅgalāḥ kṣemaṁ na vindanti vinā yad-arpaṇaṁ tasmai subhadra-śravase namo namaḥ

Die Asketen, die dem Geben Ergebenen, die Ruhmreichen, die Geistesstarken, die Mantra-Kundigen, die Wohlgesegneten — sie finden kein Heil ohne die Hingabe an ihn; ihm, dessen Ruhm überaus segensreich ist, Verehrung, Verehrung!

Wort für Wort
tapasvinaḥ dāna-parāḥ yaśasvinaḥ
die Asketen, dem Geben Ergebenen, Ruhmreichen
manasvinaḥ mantra-vidaḥ sumaṅgalāḥ
die Geistesstarken, Mantra-Kundigen, Wohlgesegneten
kṣemam na vindanti vinā yat-arpaṇam
finden kein Heil ohne Hingabe an ihn
tasmai subhadra-śravase namaḥ namaḥ
ihm, segensreichen Ruhms, Verehrung

kirāta-hūṇāndhra-pulinda-pulkaśā ābhīra-śumbhā yavanāḥ khasādayaḥ ye 'nye ca pāpā yad-apāśrayāśrayāḥ śudhyanti tasmai prabhaviṣṇave namaḥ

Die Kirātas, Hūṇas, Āndhras, Pulindas, Pulkaśas, die Ābhīras, Śumbhas, Yavanas, Khasas und andere, und welche anderen Sünder es noch gebe — sie werden gereinigt, wenn sie bei seinen Geweihten Zuflucht nehmen; Verehrung ihm, dem Allmächtigen!

Wort für Wort
kirāta-hūṇa-āndhra-pulinda-pulkaśāḥ
Kirātas, Hūṇas, Āndhras, Pulindas, Pulkaśas
ābhīra-śumbhāḥ yavanāḥ khasa-ādayaḥ
Ābhīras, Śumbhas, Yavanas, Khasas u.a.
ye anye ca pāpāḥ
und welche anderen Sünder es gebe
yat-apāśraya-āśrayāḥ śudhyanti
die bei seinen Geweihten Zuflucht nehmend gereinigt werden
tasmai prabhaviṣṇave namaḥ
Verehrung ihm, dem Allmächtigen

[Anm.: Aufzählung traditioneller Ethnonyme für als 'fremd'/'außerhalb der vedischen Ordnung stehend' geltende Völker am Rand und außerhalb des indischen Subkontinents; die Verheißung ihrer Läuterung durch Hingabe zu Hari ist eine der klassischen Belegstellen für die religiöse Universalität der bhakti-Lehre.]

sa eṣa ātmātmavatām adhīśvaras trayīmayo dharmamayas tapomayaḥ gata-vyalīkair aja-śaṅkarādibhir vitarkya-liṅgo bhagavān prasīdatām

Er, dieses Selbst, der höchste Herrscher der Selbstbeherrschten, bestehend aus der dreifachen Veda-Wissenschaft, aus Dharma, aus Askese, dessen wahres Merkmal selbst von den täuschungsfreien Weisen wie Brahmā, Śiva und anderen nur erschlossen werden kann — der Erhabene möge gnädig sein!

Wort für Wort
sa eṣaḥ ātmā ātmavatām adhīśvaraḥ
er, dieses Selbst, der Herrscher der Selbstbeherrschten
trayī-mayaḥ dharma-mayaḥ tapaḥ-mayaḥ
aus Veda, Dharma, Askese bestehend
gata-vyalīkaiḥ aja-śaṅkara-ādibhiḥ
von täuschungsfreien Weisen wie Brahmā, Śiva u.a.
vitarkya-liṅgaḥ bhagavān prasīdatām
dessen Merkmal erschlossen wird, der Erhabene sei gnädig

śriyaḥ patir yajña-patiḥ prajā-patir dhiyāṁ patir loka-patir dharā-patiḥ patir gatiś cāndhaka-vṛṣṇi-sātvatāṁ prasīdatāṁ me bhagavān satāṁ patiḥ

Der Herr der Glücksgöttin, der Herr des Opfers, der Herr der Geschöpfe, der Herr der Weisheit, der Herr der Welten, der Herr der Erde, der Herr und das Ziel der Andhakas, Vṛṣṇis und Sātvatas — möge er mir gnädig sein, der Erhabene, der Herr der Guten!

Wort für Wort
śriyaḥ patiḥ yajña-patiḥ prajā-patiḥ
Herr der Glücksgöttin, des Opfers, der Geschöpfe
dhiyām patiḥ loka-patiḥ dharā-patiḥ
Herr der Weisheit, der Welten, der Erde
patiḥ gatiḥ ca andhaka-vṛṣṇi-sātvatām
Herr und Ziel der Andhakas, Vṛṣṇis, Sātvatas
prasīdatām me bhagavān satām patiḥ
möge er mir gnädig sein, der Herr der Guten

yad-aṅghry-abhidhyāna-samādhi-dhautayā dhiyānupaśyanti hi tattvam ātmanaḥ vadanti caitat kavayo yathā-rucaṁ sa me mukundo bhagavān prasīdatām

Mit dem durch Versenkung in die Meditation über dessen Füße geläuterten Verstand erschauen sie fürwahr die Wahrheit des Selbst, und die Weisen sprechen davon, jeder nach seiner eigenen Neigung — er, Mukunda, der Erhabene, möge mir gnädig sein!

Wort für Wort
yat-aṅghri-abhidhyāna-samādhi-dhautayā dhiyā
mit dem durch Versenkung auf seine Füße geläuterten Verstand
anupaśyanti hi tattvam ātmanaḥ
erschauen sie fürwahr die Wahrheit des Selbst
vadanti ca etat kavayaḥ yathā-rucam
und die Weisen sprechen davon nach eigener Neigung
sa me mukundaḥ bhagavān prasīdatām
er, Mukunda, der Erhabene, sei mir gnädig

pracoditā yena purā sarasvatī vitanvatājasya satīṁ smṛtiṁ hṛdi sva-lakṣaṇā prādurabhūt kilāsyataḥ sa me ṛṣīṇām ṛṣabhaḥ prasīdatām

Er, von dem einst Sarasvatī angetrieben wurde, der dem Ungeborenen die wahrhaftige Erinnerung im Herzen ausbreitete, Sarasvatī, die, wie es heißt, mit ihren eigenen Merkmalen aus Brahmās Mund erschien — er, der Beste der Weisen, möge mir gnädig sein!

Wort für Wort
pracoditā yena purā sarasvatī
von dem einst Sarasvatī angetrieben
vitanvatā ajasya satīm smṛtim hṛdi
der dem Ungeborenen die Erinnerung im Herzen ausbreitete
sva-lakṣaṇā prādurabhūt kila āsyataḥ
erschien, wie es heißt, mit eigenen Merkmalen aus dem Mund
sa me ṛṣīṇām ṛṣabhaḥ prasīdatām
er, der Beste der Weisen, sei mir gnädig

bhūtair mahadbhir ya imāḥ puro vibhur nirmāya śete yad amūṣu pūruṣaḥ bhuṅkte guṇān ṣoḍaśa ṣoḍaśātmakaḥ so 'laṅkṛṣīṣṭa bhagavān vacāṁsi me

Der Allmächtige, der mit den großen Elementen diese Körper erschafft und als Puruṣa in ihnen ruht, der die sechzehn materiellen Bestandteile genießt, selbst aus sechzehn Elementen bestehend — er, der Erhabene, möge meine Worte schmücken.

Wort für Wort
bhūtaiḥ mahadbhiḥ yaḥ imāḥ puraḥ vibhuḥ
der Allmächtige, der mit den großen Elementen diese Körper
nirmāya śete yat amūṣu pūruṣaḥ
erschaffend als Puruṣa in ihnen ruht
bhuṅkte guṇān ṣoḍaśa ṣoḍaśa-ātmakaḥ
genießt die sechzehn Bestandteile, selbst aus sechzehn bestehend
saḥ alaṅkṛṣīṣṭa bhagavān vacāṁsi me
er, der Erhabene, möge meine Worte schmücken

[?: Die 'sechzehn' (ṣoḍaśa) beziehen sich vermutlich auf die klassische Sāṅkhya-Aufzählung von fünf Elementen, fünf Sinnesorganen, fünf Handlungsorganen und dem Geist (manas); die genaue Zuordnung bleibt im Vers selbst offen.]

namas tasmai bhagavate vāsudevāya vedhase papur jñānam ayaṁ saumyā yan-mukhāmburuhāsavam

Verehrung ihm, dem erhabenen Schöpfer Vāsudeva — die friedvollen Weisen tranken dieses Wissen, den Nektar aus seinem Lotos-Mund.

Wort für Wort
namaḥ tasmai bhagavate vāsudevāya vedhase
Verehrung dem erhabenen Schöpfer Vāsudeva
papuḥ jñānam ayam saumyāḥ
die friedvollen tranken dieses Wissen
yat-mukha-amburuha-āsavam
den Nektar aus seinem Lotos-Mund

etad evātma-bhū rājan nāradāya vipṛcchate veda-garbho 'bhyadhāt sākṣād yad āha harir ātmanaḥ

Eben dies, o König, verkündete der Selbstentsprungene, der Veda-Geborene, dem fragenden Nārada unmittelbar — was Hari ihm selbst gesagt hatte.

Wort für Wort
etat eva ātma-bhūḥ rājan
eben dies, o König, der Selbstentsprungene
nāradāya vipṛcchate
dem fragenden Nārada
veda-garbhaḥ abhyadhāt sākṣāt
der Veda-Geborene verkündete unmittelbar
yat āha hariḥ ātmanaḥ
was Hari selbst gesagt hatte

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