Kapitel 6 aus Skandha 9: Genealogie von Ambarīṣa über Rathītara, Ikṣvāku, Vikukṣi, Purañjaya bis Yuvanāśva und Māndhātā; Erzählung vom Weisen Saubhari, der durch die Beobachtung paarender Fische von Begierde ergriffen wurde, fünfzig Königstöchter heiratete und schließlich, seinen Fall erkennend, in die Entsagung zurückkehrte.
Da Rathītara kinderlos war, wurde der Weise Aṅgirā gebeten, mit dessen Gattin zur Fortführung der Nachkommenschaft Söhne zu zeugen; so zeugte Aṅgirā Söhne, die von brahmanischer Kraft erfüllt waren.
ete kṣetra-prasūtā vai punas tv āṅgirasāḥ smṛtāḥ / rathītarāṇāṃ pravarāḥ kṣetropetā dvi-jātayaḥ
Diese, obgleich aus dem Feld [der Gattin Rathītaras] geboren, galten dennoch als Nachkommen Aṅgirās; sie wurden zu den Vorzüglichsten unter den Rathītaras gezählt, doch wegen ihrer Herkunft aus fremdem Samen als zweimal geboren [Brahmanen] angesehen.
Wort für Wort
ete kṣetra-prasūtāḥ vai
diese, aus dem Feld (der Gattin) geboren, fürwahr
punaḥ tu āṅgirasāḥ smṛtāḥ
wurden dennoch als Aṅgirās (Nachkommen Aṅgirās) bezeichnet
rathītarāṇām pravarāḥ
die Vorzüglichsten der Rathītaras
kṣetra-upetāḥ dvi-jātayaḥ
aus dem (fremden) Feld hervorgegangen, zweimal geboren
Anspielung auf das Niyoga-Prinzip (Zeugung durch einen Ersatzvater im 'Feld' der Gattin eines kinderlosen Mannes).
Als Manu niesen musste, wurde ihm aus der Nase der Sohn Ikṣvāku geboren. Unter dessen hundert Söhnen waren Vikukṣi, Nimi und Daṇḍaka die bedeutendsten.
Wort für Wort
kṣuvataḥ tu manoḥ
des niesenden Manu aber
jajñe ikṣvākuḥ ghrāṇataḥ sutaḥ
wurde der Sohn Ikṣvāku aus der Nase geboren
tasya putra-śata-jyeṣṭhāḥ
die ältesten/bedeutendsten unter dessen hundert Söhnen
Von diesen [hundert Söhnen] wurden fünfundzwanzig im Osten Āryāvartas Könige, o König, [ebenso viele] im Westen, drei in der Mitte, und die übrigen anderswo im Land.
Wort für Wort
teṣām
von diesen (Söhnen)
purastāt āryāvarte nṛpāḥ abhavan
wurden im Osten Āryāvartas Könige
nṛpa
o König (Parīkṣit)
pañca-viṃśatiḥ
fünfundzwanzig
paścāt ca
und im Westen
trayaḥ madhye
drei in der Mitte
apare anyataḥ
die übrigen anderswo
[Anm.: Die Verszählung ist elliptisch - die Zahl 'fünfundzwanzig' scheint für Ost UND West zu gelten (25+25+3+Rest=100 Söhne); eigene Deutung, da der Sanskrittext die zweite Zahl nicht wiederholt.]
'So sei es', (sprach er) und ging in den Wald; nachdem er für das Ritual geeignete Wildtiere erlegt hatte, aß der erschöpfte und hungrige Held, seiner selbst nicht mehr bewusst, unbedacht einen Hasen.
Wort für Wort
tathā iti saḥ vanam gatvā
'So sei es', (sagend) ging er in den Wald
mṛgān hatvā kriyā-arhaṇān
Wildtiere erlegend, die für das Ritual geeignet waren
śeṣaṃ nivedayāmāsa pitre tena ca tadguruḥ / coditaḥ prokṣaṇāyāha duṣṭametadakarmakam
Den Rest brachte er seinem Vater dar; und als dessen Priester [Vasiṣṭha] aufgefordert wurde, es (rituell) zu weihen, sprach er: 'Dies ist verunreinigt und für das Opfer untauglich.'
Wort für Wort
śeṣam nivedayām āsa pitre
den Rest überbrachte er dem Vater
tena ca tat-guruḥ
und mit diesem (Fleisch beauftragt,) dessen Priester
Als der König durch den Priester von der Tat seines Sohnes erfuhr, verbannte er zornentbrannt den Sohn, der die heiligen Vorschriften missachtet hatte, aus dem Land.
Wort für Wort
jñātvā putrasya tat karma
erkennend jene Tat des Sohnes
guruṇā abhihitam nṛpaḥ
dem König vom Priester mitgeteilt
deśāt niḥsārayām āsa
verbannte aus dem Land
sutam tyakta-vidhim ruṣā
den Sohn, der die Vorschriften missachtet hatte, aus Zorn
sa tu vipreṇa saṃvādaṃ jñāpakena samācaran / tyaktvā kalevaraṃ yogī sa tenāvāpa yat param
Er aber [Ikṣvāku], indem er mit dem kundigen Brahmanen [Vasiṣṭha] die Unterweisung (über die Wahrheit) pflegte, gab als Yogi den Körper auf und erlangte dadurch das Höchste.
Als der Vater verschieden war, kehrte Vikukṣi zurück, beherrschte diese Erde und verehrte Hari mit Opfern; so wurde er als Śaśāda ['Hasenesser'] bekannt.
Dessen Sohn war Purañjaya, der auch Indravāha ['Indra-Träger'] und Kakutstha ['der auf dem Buckel Sitzende'] genannt wurde. Höre, wie er diese Namen durch seine Taten erhielt.
Es gab eine verhängnisvolle Schlacht zwischen den Göttern und den Dānavas; von den Daityas besiegt, erwählten die Götter den Helden [Purañjaya] als ihren Bundesgenossen.
Wort für Wort
kṛta-antaḥ āsīt samaraḥ
es gab eine entscheidende/verhängnisvolle Schlacht
devānām saha dānavaiḥ
der Götter mit den Dānavas
pārṣṇigrāhaḥ vṛtaḥ vīraḥ
als Bundesgenosse erwählt, der Held
devaiḥ daitya-parājitaiḥ
von den Göttern, die von den Daityas besiegt worden waren
Auf das Wort Viṣṇus, des Herrn der Götter, der Weltseele, hin wurde Indra bestimmt, für ihn [Purañjaya] als Reittier zu dienen, und Indra wurde ein großer Stier.
sa sannaddho dhanurdivyamādāya viśikhān chitān / stūyamānastamāruhya yuyutsuḥ kakudi sthitaḥ
Gerüstet, den göttlichen Bogen und scharfe Pfeile ergreifend, bestieg er, von den Göttern gepriesen, kampfbegierig den Stier und nahm auf dessen Buckel Platz.
Mit ihnen entbrannte für ihn eine heftige, haarsträubende Schlacht; mit seinen Pfeilen schickte er die Daityas, die ihm im Kampf entgegentraten, zu Yama.
Vor seinem Pfeilhagel, der einem furchtbaren Feuer am Ende des Weltzeitalters glich, gaben die niedergestreckten Daityas den Kampf auf und flohen zu ihren Wohnstätten.
Nachdem er den Feind besiegt hatte, übergab der königliche Weise all deren Reichtum samt ihren Frauen dem Blitzbewaffneten [Indra]; so wurde er mit diesen Namen bekannt.
Wort für Wort
jitvā param dhanam sarvam
nachdem er den Feind besiegt hatte, all den Reichtum
Dessen [Yuvanāśvas] Sohn war Śrāvasta, durch den die Stadt Śrāvastī erbaut wurde. Śrāvastas Sohn war Bṛhadaśva, dessen Sohn Kuvalayāśva.
Wort für Wort
śrāvastaḥ tat-sutaḥ
Śrāvasta, dessen Sohn
yena śrāvastī nirmame purī
durch den die Stadt Śrāvastī erbaut wurde
bṛhadaśvaḥ tu śrāvastiḥ
Bṛhadaśva aber (war Sohn) Śrāvastas
tataḥ kuvalayāśvakaḥ
dessen (Sohn) Kuvalayāśva
[Anm.: Verse 21, 23 und 24 konnten wegen wiederholter 429-Sperren bei vedabase.io nicht online abgeglichen werden; Übersetzung beruht eigenständig auf dem GRETIL-Sanskrittext.]
dhundhumāra iti khyātastatsutāste ca jajvaluḥ / dhundhormukhāgninā sarve traya evāvaśeṣitāḥ
So wurde er als Dhundhumāra ['Dhundhu-Töter'] bekannt. Doch dessen Söhne verbrannten fast alle durch das Feuer aus Dhundhus Maul; nur drei blieben übrig.
[Diese drei waren] Dṛḍhāśva, Kapilāśva und Bhadrāśva, o Nachkomme Bharatas. Dṛḍhāśvas Sohn war Haryaśva, und dessen Sohn, so wird überliefert, war Nikumbha.
Nikumbhas Sohn war Bahulāśva, dessen Sohn Kṛśāśva, dessen Sohn Senajit, und dessen Sohn wiederum Yuvanāśva. Da dieser kinderlos war, zog er sich in den Wald zurück.
bhāryāśatena nirviṇṇa ṛṣayo 'sya kṛpālavaḥ / iṣṭiṃ sma vartayāṃ cakruraindrīṃ te susamāhitāḥ
Obwohl er hundert Gattinnen hatte, blieb er verdrossen und kinderlos; da vollzogen mitleidsvolle Weise für ihn hochkonzentriert ein Indra geweihtes Opfer.
Als sie aufwachten und den Krug ohne Wasser bemerkten, o Herr [Parīkṣit], fragten sie: 'Wessen Werk ist dies? Wer hat das männerzeugende Wasser getrunken?'
rājñā pītaṃ viditvā vai īśvaraprahitena te / īśvarāya namaścakruraho daivabalaṃ balam
Als sie erkannten, dass der König, von göttlicher Fügung veranlasst, es getrunken hatte, erwiesen sie dem Herrn (der Vorsehung) Verehrung: 'Wahrlich, die Macht des Schicksals ist die (wahre) Macht!'
Wort für Wort
rājñā pītam viditvā vai
erkennend, dass vom König getrunken
īśvara-prahitena te
durch göttliche Fügung veranlasst, sie
īśvarāya namaḥ cakruḥ
erwiesen dem Herrn Verehrung
aho daiva-balam balam
ach, die Macht des Schicksals ist (die wahre) Macht
'Wessen Brust wird dieses Kind trinken?' - so schrie es heftig nach Milch. Da sprach Indra: 'Mich soll es saugen - weine nicht, Kindchen!', und reichte ihm seinen Zeigefinger.
Indra gab ihm den Namen Trasaddasyu ['vor dem die Übeltäter erzittern'], o Lieber - denn vor ihm erzittern beunruhigt die Übeltäter, Rāvaṇa und andere.
Yuvanāśvas Sohn Māndhātā, der Weltherrscher und Gebieter, beherrschte allein, mit der Kraft des Unfehlbaren [Viṣṇus] ausgestattet, die aus sieben Kontinenten bestehende Erde.
īje ca yajñaṃ kratubhirātmavidbhūridakṣiṇaiḥ / sarvadevamayaṃ devaṃ sarvātmakamatīndriyam
Und er, der Selbsterkennende, verehrte mit Opferriten und reichen Priestergaben den Gott, der alle Götter in sich vereint, der die Seele von allem und jenseits der Sinne ist.
Das Opfermaterial, der Mantra, die Vorschrift, das Opfer, der Opferherr und die Priester, die Pflicht, der Ort und die Zeit - all dies ist von seinem Wesen erfüllt.
Wort für Wort
dravyam mantraḥ vidhiḥ yajñaḥ
das Opfermaterial, der Mantra, die Vorschrift, das Opfer
Mit Bindumatī, der Tochter Śaśabindus, zeugte der König Purukutsa, Ambarīṣa und Mucukunda, den Yogi. Deren fünfzig Schwestern erwählten (allesamt) Saubhari zum Gatten.
Von Verlangen ergriffen, erbat der Brahmane [Saubhari] vom König eine seiner Töchter. Dieser aber sprach: 'O Brahmane, gerne magst du beim Svayaṃvara nach Belieben eine Tochter (zur Gattin) erwählen.'
Wort für Wort
jāta-spṛhaḥ nṛpam vipraḥ
der von Verlangen ergriffene Brahmane, vom König
kanyām ekām ayācata
erbat eine Tochter
saḥ api āha gṛhyatām brahman
jener aber sprach: sie möge genommen werden, o Brahmane
sa vicintyāpriyaṃ strīṇāṃ jaraṭho 'hamasanmataḥ / valīpalita ejatka ityahaṃ pratyudāhṛtaḥ
Er bedachte: 'Ich bin alt und den Frauen unlieb, man wird mich für ungeeignet halten - runzlig, weißhaarig und zitternd - so würde ich zurückgewiesen werden.'
'Ich werde mich so gestalten, dass ich selbst den Götterfrauen begehrenswert erscheine - wieviel mehr dann den Königstöchtern!' So entschlossen sich der mächtige (Weise).
muniḥ praveśitaḥ kṣatrā kanyāntaḥpuramṛddhimat / vṛtaḥ sa rājakanyābhirekaṃ pañcāśatā varaḥ
Der Weise wurde vom König in das prächtige Frauengemach der Töchter geführt; dort wurde er, ein Einziger, von allen fünfzig Königstöchtern zugleich als Bräutigam erwählt.
tāsāṃ kalirabhūdbhūyāṃstadarthe 'pohya sauhṛdam / mamānurūpo nāyaṃ va iti tadgatacetasām
Unter ihnen entstand darüber ein heftiger Streit; ihre (geschwisterliche) Zuneigung beiseite lassend, dachte, den Sinn ganz auf ihn gerichtet, eine jede: 'Er passt zu mir, nicht zu euch!'
sa bahvṛcastābhirapāraṇīya-tapaḥśriyānarghyaparicchadeṣu / gṛheṣu nānopavanāmalāmbhaḥsaraḥsu saugandhikakānaneṣu
Er, der Kenner des Ṛgveda, [lebte] mit jenen [fünfzig Gattinnen] - durch die Pracht seiner unermesslichen Askese - in Palästen mit unschätzbaren Gerätschaften, mit vielfältigen Parkanlagen, reinen Wasserseen und duftenden (Lotos-)Hainen,
... mit kostbaren Betten, Sitzen, Gewändern, Schmuckstücken, Bädern, Salben, Speisen und Blumengirlanden, wo schön geschmückte Diener und Dienerinnen (bereitstanden) und Vögel und Bienen gleich Lobsängern sangen und summten - beständig ergötzte er sich (dort).
Wort für Wort
mahārha-śayyā-āsana-vastra-bhūṣaṇa
mit kostbaren Betten, Sitzen, Gewändern, Schmuckstücken
snāna-anulepa-abhyavahāra-mālyakaiḥ
mit Bädern, Salben, Speisen, Girlanden
su-alaṅkṛta-strī-puruṣeṣu
wo (Diener-)Frauen und -Männer schön geschmückt waren
nityadā reme
beständig ergötzte er sich
anugāyat-dvija-bhṛṅga-vandiṣu
wo Vögel und Bienen wie Lobsänger sangen
'dvija' hier im Sinne von 'Vögel' (wörtl. 'zweimal geboren').
yadgārhasthyaṃ tu saṃvīkṣya saptadvīpavatīpatiḥ / vismitaḥ stambhamajahāt sārvabhaumaśriyānvitam
Als aber der Herr der sieben Kontinente [Māndhātā], selbst mit universaler Herrscherpracht ausgestattet, dessen Hausstand erblickte, war er erstaunt und legte seinen Hochmut ab.
Wort für Wort
yat-gārhasthyam tu saṃvīkṣya
dessen Hausstand aber erblickend
sapta-dvīpavatī-patiḥ
der Herr der sieben Kontinente
vismitaḥ stambham ajahāt
erstaunt, legte er (seinen) Hochmut ab
sārva-bhauma-śriyā anvitam
obwohl mit universaler Herrscherpracht ausgestattet
evaṃ gṛheṣvabhirato viṣayān vividhaiḥ sukhaiḥ / sevamāno na cātuṣyadājyastokairivānalaḥ
So im Hausleben ergötzt und die Sinnesgenüsse mit mannigfaltigen Freuden genießend, wurde er dennoch nicht befriedigt - wie ein Feuer, dem man nur wenige Tropfen Ghee zuführt.
sa kadācidupāsīna ātmāpahnavamātmanaḥ / dadarśa bahvṛcācāryo mīnasaṅgasamutthitam
Einst, während er (so) verweilte, erkannte der Ṛgveda-Lehrer [Saubhari] die Verleugnung seines eigenen wahren Selbst, die aus jenem Kontakt mit dem (paarenden) Fisch entstanden war.
'Ach, seht diesen meinen Verfall - eines Asketen, der (einst) guten Wandel und (strenge) Gelübde hielt! Durch die Verbindung mit einem Wasserbewohner im (Fluss-)Wasser wurde die geistige Kraft, die ich so lange bewahrt hatte, zu Fall gebracht.'
Wort für Wort
aho imam paśyata me vināśam
ach, seht diesen meinen Verfall
tapasvinaḥ sac-carita-vratasya
eines Asketen mit gutem Wandel und Gelübde
antaḥ-jale vāri-cara-prasaṅgāt
im (Fluss-)Wasser, durch die Verbindung mit einem Wasserbewohner
pracyāvitam brahma ciraṃ dhṛtam yat
zu Fall gebracht die geistige Kraft, die lange bewahrt worden war
saṅgaṃ tyajeta mithunavratīnāṃ mumukṣuḥ / sarvātmanā na visṛjedbahirindriyāṇi / ekaścaran rahasi cittamananta īśe / yuñjīta tadvratiṣu sādhuṣu cet prasaṅgaḥ
Wer nach Befreiung strebt, meide die Gemeinschaft derer, die dem Sinnenleben (der Paarung) ergeben sind; mit ganzem Wesen lasse er die Sinne nicht nach außen schweifen. Allein in der Einsamkeit wandelnd, richte er seinen Geist auf den unendlichen Herrn - und wenn überhaupt Gemeinschaft (gesucht wird), dann nur unter den Heiligen, die (Ihm) ergeben sind.
Wort für Wort
saṅgam tyajeta mithuna-vratīnām
er meide die Gemeinschaft der dem Sinnenleben Ergebenen
mumukṣuḥ
wer nach Befreiung strebt
sarvātmanā na visṛjet bahiḥ indriyāṇi
mit ganzem Wesen lasse er die Sinne nicht nach außen
ekaḥ caran rahasi cittam
allein wandelnd in Einsamkeit, den Geist
anante īśe yuñjīta
auf den unendlichen Herrn richte er
tat-vratiṣu sādhuṣu cet prasaṅgaḥ
unter den (Ihm) ergebenen Heiligen, wenn überhaupt Gemeinschaft (gesucht wird)
Ich war ein einzelner Asket; dann wurde ich durch die Verbindung mit dem Fisch im Wasser zum Gatten von fünfzig (Frauen) und zum Vater einer fünftausendfachen Nachkommenschaft. Und (dennoch) gelange ich nicht ans Ende meiner Wünsche nach häuslichen und (anderen) Pflichten - meines Verstandes durch die Erscheinungsweisen der Māyā beraubt, halte ich die Sinnesobjekte für wertvoll.
Wort für Wort
ekaḥ tapasvī aham atha
ich war ein einzelner Asket, dann
ambhasi matsya-saṅgāt
im Wasser, durch die Verbindung mit dem Fisch
pañcāśat āsam uta
wurde ich (Gatte) von fünfzig, und
pañca-sahasra-sargaḥ
(Vater) einer fünftausendfachen Nachkommenschaft
na antam vrajāmi ubhaya-kṛtya-manorathānām
ich gelange nicht ans Ende der Wünsche nach beiderlei Pflichten
māyā-guṇaiḥ hṛta-matiḥ
meines Verstandes durch die Erscheinungsweisen der Māyā beraubt
So, nachdem er (lange) Zeit im Haus verbracht hatte, wurde er entsagt, nahm den Stand des Entsagten an und zog in den Wald; seine Gattinnen, die ihren Gatten als ihre Gottheit betrachteten, folgten ihm.
Wort für Wort
evam vasan gṛhe kālam
so, im Haus die Zeit verbringend
viraktaḥ nyāsam āsthitaḥ
entsagt, den Stand der Entsagung annehmend
vanam jagāma
zog in den Wald
anuyayuḥ tat-patnyaḥ pati-devatāḥ
es folgten seine Gattinnen, die den Gatten als Gottheit betrachteten
tatra taptvā tapastīkṣṇamātmadarśanamātmavān / sahaivāgnibhirātmānaṃ yuyoja paramātmani
Dort übte der Selbstbeherrschte strenge, zur Selbsterkenntnis führende Askese und verband, zusammen mit den (heiligen) Feuern, sein Selbst mit der höchsten Seele.
Wort für Wort
tatra taptvā tapaḥ tīkṣṇam
dort strenge Askese übend
ātma-darśanam ātmavān
zur Selbsterkenntnis (führend), der Selbstbeherrschte
Jene (Gattinnen), o großer König, erblickten den geistigen Weg ihres Gatten und folgten ihm, durch dessen (geistige) Macht, wie die Flammen einem erloschenen Feuer folgen.