Der König sprach: Die Schöpfung der Götter, Dämonen und Menschen, der Nāgas, der Tiere und Vögel, die du kurz zusammengefasst dargelegt hast, [ereignete sich] innerhalb der Periode des Svāyambhuva[-Manu]. Von eben dieser wünsche ich, o Herr, die ausführliche Darstellung zu erfahren, sowie [die] nachfolgende Schöpfung, durch welche Macht der transzendente Erhabene Herr [weiter] erschuf.
Śrī Sūta sprach: Nachdem er, der Sohn Bādarāyaṇas [Śukadeva], der große Yogī, diese Frage des königlichen Weisen [Parīkṣit] vernommen hatte, beglückwünschte er [ihn dazu] und sprach, o beste der Weisen.
drumebhyaḥ krudhyamānās te tapo-dīpita-manyavaḥ
mukhato vāyum agniṁ ca sasṛjus tad-didhakṣayā
Zornig auf die Bäume, sie, deren Zorn durch [ihre] Askese entfacht war, erzeugten aus dem Mund Wind und Feuer, mit dem Wunsch, jene [Wälder] zu verbrennen.
Wort für Wort
drumebhyaḥ
auf die Bäume (Dat.Pl.)
krudhyamānāḥ
zornig werdend (Nom.Pl., Part.Präs.)
te
sie (Nom.Pl.)
tapaḥ-dīpita-manyavaḥ
deren Zorn durch Askese entflammt war (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
mukhataḥ
aus dem Mund (Abl.)
vāyum
Wind (Akk.Sg.)
agnim
Feuer (Akk.Sg.)
ca
und (Konj.)
sasṛjuḥ
sie erzeugten (3.Pl.Perf.)
tat
jene [Wälder] (Akk.)
didhakṣayā
mit dem Wunsch zu verbrennen (Instr., Desiderativabstr.)
Als er sah, wie jene [Bäume] von beiden [Wind und Feuer] verbrannt wurden, o Bezwinger der Kurus, sprach der König [der Wälder], der große Soma, gleichsam den Zorn besänftigend:
annaṁ carāṇām acarā hy apadaḥ pāda-cāriṇām
ahastā hasta-yuktānāṁ dvi-padāṁ ca catuṣ-padaḥ
Die Unbeweglichen sind Nahrung der Beweglichen, die Beinlosen Nahrung der auf Füßen Wandelnden, die Handlosen Nahrung der mit Händen Versehenen, seien sie zweibeinig oder vierbeinig.
yūyaṁ ca pitrānvādiṣṭā deva-devena cānaghāḥ
prajā-sargāya hi kathaṁ vṛkṣān nirdagdhum arhatha
Und ihr, o Sündlose, wurdet vom [gemeinsamen] Vater und auch vom Herrn der Herren [Gott] zur Erzeugung der Geschöpfe beauftragt - wie könnt ihr da die Bäume verbrennen?
Betretet den Pfad der Rechtschaffenen, bezähmt den entflammten Zorn - [jenen Pfad], der von eurem Vater, eurem Großvater und auch von euren Urgroßvätern befolgt wurde.
Für die Kinder sind die Eltern die Beschützer, für das Auge das Augenlid, für die Frau der Gatte [ihr Beschützer], für die Untertanen der Herrscher [ihr Beschützer], für die Bettler der Hausherr, für die Unwissenden der Gelehrte - er ist [ihr] Freund.
antar deheṣu bhūtānām ātmāste harir īśvaraḥ
sarvaṁ tad-dhiṣṇyam īkṣadhvam evaṁ vas toṣito hy asau
In den Leibern der Geschöpfe weilt im Innern als Überseele der Erhabene Herr Hari; erblickt in allem Seine Wohnstätte - so wird Er wahrlich von euch zufriedengestellt sein.
Wer den im Körper aus dem Äther plötzlich entstandenen, gewaltigen Zorn durch Erforschung des Selbst bezähmt, der überschreitet die [drei] Erscheinungsweisen [der Natur].
Genug mit den verbrannten, armen Bäumen - Heil sei den übrigen! Diese vortreffliche, von den Bäumen aufgezogene Jungfrau, sie werde [von euch] zur Gattin angenommen.
Nachdem er so gesprochen und die schönhüftige, einer Apsaras entstammende Jungfrau [ihnen] übergeben hatte, o König, entfernte sich König Soma; und sie [die Pracetas] heirateten sie gemäß der Rechtsordnung.
Zuerst erschuf der Prajāpati [Dakṣa] allein durch den Geist diese Geschöpfe: die Götter, Dämonen, Menschen und andere, die im Himmel, auf dem Land und im Wasser wohnen.
Wort für Wort
manasā
durch den Geist (Instr.Sg.)
eva
allein, gerade (Partikel)
asṛjat
erschuf (3.Sg.Impf.)
pūrvam
zuerst, zuvor (Adv.)
prajāpatiḥ
der Prajāpati [Dakṣa] (Nom.Sg.)
imāḥ prajāḥ
diese Geschöpfe (Akk.Pl.)
deva-asura-manuṣya-ādīn
die Götter, Dämonen, Menschen und andere (Akk.Pl.)
nabhaḥ-sthala-jala-okasaḥ
die im Himmel, auf dem Land und im Wasser Wohnenden (Akk.Pl.)
tam abṛṁhitam ālokya prajā-sargaṁ prajāpatiḥ
vindhya-pādān upavrajya so 'carad duṣkaraṁ tapaḥ
Als der Prajāpati sah, dass diese Erschaffung der Geschöpfe sich nicht vermehrte, begab er sich zu den Ausläufern des Vindhya-Gebirges und übte dort schwer zu vollbringende Askese.
Dort, an der berühmten heiligen Stätte namens Aghamarṣaṇa, die vortrefflich Sünden tilgt, badete er zu den [drei] täglichen Zeiten und erfreute durch Askese den Herrn Hari.
astauṣīd dhaṁsa-guhyena bhagavantam adhokṣajam
tubhyaṁ tad abhidhāsyāmi kasyātuṣyad yathā hariḥ
Er pries den transzendenten Erhabenen Herrn, der jenseits der Sinneswahrnehmung ist, mit dem Haṁsa-guhya[-Gebet]; das werde ich dir nun vortragen - wie Hari mit Dakṣa zufrieden wurde.
Śrī Prajāpati [Dakṣa] sprach: Verehrung erweise ich dem Höchsten, dessen Erkenntnis untrüglich ist, dem Urgrund der Erscheinung der drei Erscheinungsweisen [der Natur] und deren Ursache, dessen Wohnstatt unsichtbar ist, der jenseits aller Einschätzung derer steht, deren Verstand die [drei] Erscheinungsweisen für die [letzte] Wahrheit hält - [ihm], dem Selbstentstandenen.
Wort für Wort
śrī-prajāpatiḥ uvāca
Śrī Prajāpati (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.)
namaḥ
Verehrung (Nom.Sg.)
parāya
dem Höchsten (Dat.Sg.)
avitatha-anubhūtaye
dem, dessen Erkenntnis untrüglich ist (Dat.Sg.)
guṇa-traya-ābhāsa-nimitta-bandhave
dem Urgrund und der Ursache der Erscheinung der drei Erscheinungsweisen (Dat.Sg.)
adṛṣṭa-dhāmne
dem, dessen Wohnstatt unsichtbar ist (Dat.Sg.)
guṇa-tattva-buddhibhiḥ
von denen, deren Verstand die Erscheinungsweisen für die Wahrheit hält (Instr.Pl.)
nivṛtta-mānāya
dem, der jenseits [ihrer] Einschätzung steht (Dat.Sg.)
na yasya sakhyaṁ puruṣo 'vaiti sakhyuḥ
sakhā vasan saṁvasataḥ pure 'smin
guṇo yathā guṇino vyakta-dṛṣṭes
tasmai maheśāya namaskaromi
Ihm, dessen Freundschaft der [verkörperte] Mensch nicht kennt, obwohl er selbst als Freund mit dem Freund zusammen in dieser Stadt [des Leibes] wohnt - gleichwie das Wahrnehmungsobjekt [nichts] von dem es wahrnehmenden [Sinnesorgan kennt], welches die [materielle] Erscheinung überschaut -, ihm, dem großen Herrscher, erweise ich Verehrung.
Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
yasya
dessen (Gen.Sg.)
sakhyam
die Freundschaft (Akk.Sg.)
puruṣaḥ
die [verkörperte] Person (Nom.Sg.)
avaiti
kennt (3.Sg.Präs.)
sakhyuḥ
des Freundes (Gen.Sg.)
sakhā
als Freund (Nom.Sg.)
vasan
wohnend (Nom.Sg., Part.Präs.)
saṁvasataḥ
des zusammen Wohnenden (Gen.Sg.)
pure asmin
in dieser Stadt [des Körpers] (Lok.Sg.)
guṇaḥ
das Wahrnehmungsobjekt (Nom.Sg.)
yathā
wie, gleichwie (Adv.)
guṇinaḥ
des Sinnesorgans (Gen.Sg.)
vyakta-dṛṣṭeḥ
der die [materielle] Erscheinung überschaut (Gen.Sg.)
deho 'savo 'kṣā manavo bhūta-mātrām
ātmānam anyaṁ ca viduḥ paraṁ yat
sarvaṁ pumān veda guṇāṁś ca taj-jño
na veda sarva-jñam anantam īḍe
Der Körper, die Lebenslüfte, die Sinne, das Denkvermögen - sie kennen [nur] die groben Elemente und deren Objekte, ja sich selbst, als ein anderes [als das Höchste]; das Höchste aber, das über allem steht, kennt der [wahrhaft erkennende] Mensch. Doch wer [nur] die Erscheinungsweisen kennt, kennt jenes nicht. Dem Allwissenden, Unendlichen huldige ich.
Wort für Wort
dehaḥ
der Körper (Nom.Sg.)
asavaḥ
die Lebenslüfte (Nom.Pl.)
akṣāḥ
die Sinne (Nom.Pl.)
manavaḥ
das Denkvermögen [Geist, Intellekt, Ich-Bewusstsein] (Nom.Pl.)
Wenn das Denken, dessen Wesen Namen und Formen ist, durch das Auslöschen von [sinnlicher] Wahrnehmung und Erinnerung zum Stillstand kommt, dann wird Er, der [allein] in Seiner eigenen, reinen [geistigen] Wesensform wahrgenommen wird - dem reinen Schwan [dem höchsten Reinen], dessen Wohnstatt lauter ist, sei Verehrung.
Wort für Wort
yadā
wenn (Adv.)
uparāmaḥ
der Stillstand, das Aufhören (Nom.Sg.)
manasaḥ
des Denkens (Gen.Sg.)
nāma-rūpa-rūpasya
dessen Wesen Namen und Formen ist (Gen.Sg.)
dṛṣṭa-smṛti-sampramoṣāt
durch das Auslöschen von Wahrnehmung und Erinnerung (Abl.Sg.)
manīṣiṇo 'ntar-hṛdi sanniveśitaṁ
sva-śaktibhir navabhiś ca trivṛdbhiḥ
vahniṁ yathā dāruṇi pāñcadaśyaṁ
manīṣayā niṣkarṣanti gūḍham
sa vai mamāśeṣa-viśeṣa-māyā-
niṣedha-nirvāṇa-sukhānubhūtiḥ
sa sarva-nāmā sa ca viśva-rūpaḥ
prasīdatām aniruktātma-śaktiḥ
Er, [der im Herzen verborgen ist wie das Feuer im Holz, welches die weisen [Priester] mit ihren neun und [den] drei eigenen Kräften [Erkenntnisinstrumenten] durch geläuterten Verstand herausziehen, gleichwie man das durch die fünfzehn [Sāmidhenī-Sprüche geheiligte] Feuer aus dem Holz gewinnt, obwohl es verborgen ist] - Er ist für mich wahrlich die Erfahrung der Glückseligkeit der Befreiung, die aus der Verneinung aller Besonderheiten der [Täuschungs]macht [Māyā] entspringt; Er ist [der Ursprung] aller Namen, und Er ist auch die universale Form. Möge Er, dessen Wesenskraft sich jeder Beschreibung entzieht, mir gnädig sein.
yad yan niruktaṁ vacasā nirūpitaṁ
dhiyākṣabhir vā manasota yasya
mā bhūt svarūpaṁ guṇa-rūpaṁ hi tat tat
sa vai guṇāpāya-visarga-lakṣaṇaḥ
Was auch immer durch Worte ausgedrückt, durch Verstand, durch die Sinne oder durch den Geist [über Ihn] festgestellt wird - all das sei nicht Seine wahre Wesensform, denn das wäre [nur] eine aus den Erscheinungsweisen [der Natur] gebildete Form. Er [selbst] ist es, der sich durch die Vernichtung und Erschaffung der [drei] Erscheinungsweisen [der Natur] kennzeichnet.
Wort für Wort
yat yat
was auch immer (Nom./Akk.Sg., Rel.Pron.)
niruktam
ausgedrückt (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
vacasā
durch Worte (Instr.Sg.)
nirūpitam
festgestellt, bestimmt (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
dhiyā
durch den Verstand (Instr.Sg.)
akṣabhiḥ
durch die Sinne (Instr.Pl.)
vā
oder (Konj.)
manasā
durch den Geist (Instr.Sg.)
uta
auch (Partikel)
yasya
dessen (Gen.Sg.)
mā bhūt
es sei nicht (Inj.)
svarūpam
die wahre Wesensform (Nom.Sg.)
guṇa-rūpam
eine aus den Erscheinungsweisen gebildete Form (Nom.Sg.)
hi
denn (Partikel)
tat tat
dies und jenes (Nom.Sg.)
saḥ
Er (Nom.Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
guṇa-apāya-visarga-lakṣaṇaḥ
gekennzeichnet durch Vernichtung und Erschaffung der Erscheinungsweisen (Nom.Sg.)
yasmin yato yena ca yasya yasmai
yad yo yathā kurute kāryate ca
parāvareṣāṁ paramaṁ prāk prasiddhaṁ
tad brahma tad dhetur ananyad ekam
In wem, von wem, durch wen, wessen, für wen, was, wer, wie [alles] tut und bewirkt wird - jenes Höchste, das dem Höheren und Niederen vorausgehend von jeher bekannt ist, das ist das Brahman, das ist die Ursache, ohne ein anderes [neben sich], das Eine.
yac-chaktayo vadatāṁ vādināṁ vai
vivāda-saṁvāda-bhuvo bhavanti
kurvanti caiṣāṁ muhur ātma-mohaṁ
tasmai namo 'nanta-guṇāya bhūmne
Dessen Kräfte den redenden Disputanten wahrlich zur Quelle von Streit und Übereinstimmung werden und die ihnen fortwährend Verwirrung über das Selbst bereiten - ihm, dem Allumfassenden mit unendlichen Eigenschaften, sei Verehrung.
astīti nāstīti ca vastu-niṣṭhayor
eka-sthayor bhinna-viruddha-dharmaṇoḥ
avekṣitaṁ kiñcana yoga-sāṅkhyayoḥ
samaṁ paraṁ hy anukūlaṁ bṛhat tat
'Es ist' und 'es ist nicht' - diese beiden, die auf demselben Gegenstand beruhen, am selben Ort befindlich, [obwohl] unterschiedliche, einander widersprechende Eigenschaften [aufweisend] - das, was von Yoga und Sāṅkhya gleichermaßen als etwas Übereinstimmendes wahrgenommen wird, jenes Höchste, alldurchdringende, ist jenes große [Brahman].
Wort für Wort
asti iti
'es ist' (Zitatform)
na asti iti
'es ist nicht' (Zitatform)
ca
und (Konj.)
vastu-niṣṭhayoḥ
der beiden, die auf demselben Gegenstand beruhen (Gen.Dual)
eka-sthayoḥ
der beiden am selben Ort befindlichen (Gen.Dual)
bhinna-viruddha-dharmaṇoḥ
der beiden mit unterschiedlichen, widersprechenden Eigenschaften (Gen.Dual)
yo 'nugrahārthaṁ bhajatāṁ pāda-mūlam
anāma-rūpo bhagavān anantaḥ
nāmāni rūpāṇi ca janma-karmabhir
bheje sa mahyaṁ paramaḥ prasīdatu
Er, der, um denen, die Sein Fußpaar verehren, Gnade zu erweisen, obwohl Er selbst ohne [materiellen] Namen und Form ist, der unendliche, Erhabene Herr, [dennoch] Namen und Formen durch [Sein transzendentales] Erscheinen und [Seine] Taten annimmt - möge Er, der Höchste, mir gnädig sein.
Wort für Wort
yaḥ
der (Nom.Sg., Rel.Pron.)
anugraha-artham
um Gnade zu erweisen (Akk.Sg., Zweckangabe)
bhajatām
der Verehrenden (Gen.Pl.)
pāda-mūlam
das Fußpaar (Akk.Sg.)
anāma-rūpaḥ
ohne [materiellen] Namen und Form (Nom.Sg., Adj.)
bhagavān
der Erhabene Herr (Nom.Sg.)
anantaḥ
der Unendliche (Nom.Sg.)
nāmāni
Namen (Akk.Pl.)
rūpāṇi
Formen (Akk.Pl.)
ca
und (Konj.)
janma-karmabhiḥ
durch [Sein] Erscheinen und [Seine] Taten (Instr.Pl.)
yaḥ prākṛtair jñāna-pathair janānāṁ
yathāśayaṁ deha-gato vibhāti
yathānilaḥ pārthivam āśrito guṇaṁ
sa īśvaro me kurutāṁ manoratham
Er, der sich den Lebewesen durch die niederen [weltlichen] Erkenntniswege, im Körper wohnend, gemäß ihrem jeweiligen Verlangen offenbart - so wie die Luft, die einen irdischen [Duft-]Stoff annimmt -, Er, der Herrscher, möge meinen Herzenswunsch erfüllen.
Śrī Śuka sprach: So gepriesen von ihm, der [Ihn] lobte, erschien Er, der Erhabene Herr, der Seinen Geweihten so zugetan ist, dort an [der heiligen Stätte] Aghamarṣaṇa, o Bester der Kurus. [Seine] Füße auf die Schultern Suparṇas [Garuḍas] gesetzt, mit acht langen, mächtigen Armen, Scheibe, Muschelhorn, Schwert, Schild, Pfeil, Bogen, Fangseil und Keule tragend, gelb gewandet, von dichter, dunkler [Wolken-]Farbe, mit heiterem Antlitz und Blick, den Leib mit einer Waldblumengirlande umhüllt, das Śrīvatsa-Zeichen und den [Juwel] Kaustubha glänzend [tragend], mit einer großen, [prächtigen] Krone geschmückt, mit funkelnden, delphinförmigen Ohrgehängen, mit Gürtel, Fingerringen, Armreifen, Fußglöckchen und Oberarmspangen geziert, eine die drei Welten bezaubernde Gestalt tragend, der Herr der drei Welten, umgeben von Seinen Gefährten, angeführt von Nārada und Nanda sowie den Anführern der Götter, gepriesen von den mitsingenden Siddhas, Gandharvas und Cāraṇas.
rūpaṁ tan mahad-āścaryaṁ vicakṣyāgata-sādhvasaḥ
nanāma daṇḍavad bhūmau prahṛṣṭātmā prajāpatiḥ
Als er jene höchst wunderbare Gestalt erblickte, zunächst von Furcht ergriffen, verneigte sich der Prajāpati, sein Herz von Freude erfüllt, wie ein Stab [ausgestreckt] auf dem Boden.
taṁ tathāvanataṁ bhaktaṁ prajā-kāmaṁ prajāpatim
citta-jñaḥ sarva-bhūtānām idam āha janārdanaḥ
Zu ihm, dem so niedergebeugten Geweihten, dem Prajāpati, der nach Nachkommenschaft verlangte, sprach Janārdana, der die Herzen aller Wesen kennt, folgendes:
Wort für Wort
tam
zu ihm (Akk.Sg.)
tathā
so (Adv.)
avanatam
niedergebeugt (Akk.Sg., Part.Perf.Pass.)
bhaktam
den Geweihten (Akk.Sg.)
prajā-kāmam
der nach Nachkommenschaft verlangte (Akk.Sg., Adj.)
Der Erhabene Herr sprach: O Sohn der Pracetas, Hochbeglückter, du bist durch [deine] Askese vollkommen geworden, da du durch Hingabe, deren [einziges] Ziel Ich bin, den höchsten [Gemüts]zustand mir gegenüber erlangt hast.
prīto 'haṁ te prajā-nātha yat te 'syodbṛṁhaṇaṁ tapaḥ
mamaiṣa kāmo bhūtānāṁ yad bhūyāsur vibhūtayaḥ
Ich bin dir wohlgesonnen, o Herr der Geschöpfe, da deine Askese der Mehrung dieser [Welt] dient. Dies ist Mein Wunsch für die Geschöpfe: dass ihr Gedeihen sich mehre.
brahmā bhavo bhavantaś ca manavo vibudheśvarāḥ
vibhūtayo mama hy etā bhūtānāṁ bhūti-hetavaḥ
Brahmā, Śiva und auch ihr [Prajāpatis], die Manus, die Herrscher der Götter - dies alles sind Meine Machtentfaltungen, die Ursachen des Wohlergehens der Geschöpfe.
tapo me hṛdayaṁ brahmaṁs tanur vidyā kriyākṛtiḥ
aṅgāni kratavo jātā dharma ātmāsavaḥ surāḥ
Askese ist Mein Herz, o Brahmane, Wissen ist Mein Leib, [rechtes] Handeln Meine Gestalt; die Opferhandlungen sind Meine entstandenen Glieder, die Pflichtordnung [ist] Meine Seele, die Lebenslüfte [sind] die Götter.
Ich allein war es, der im Anfang war; nichts anderes [gab es], weder innerlich noch äußerlich - nur das unentfaltete Bewusstsein [allein], gleichsam allseits schlummernd.
Als aus Mir, dem Unendlichen mit unendlichen Eigenschaften, durch [Meine] Eigenschaft [Māyā] das Universum, welches [selbst] aus den Erscheinungsweisen besteht, entstand, da wurde daraus der Erste, der Selbstentstandene, der Ungeborene [Brahmā], geboren.
Wort für Wort
mayi
in Mir, aus Mir (Lok.Sg.)
ananta-guṇe
dem mit unendlichen Eigenschaften (Lok.Sg.)
anante
dem Unendlichen (Lok.Sg.)
guṇataḥ
durch [Meine] Eigenschaft [Māyā] (Abl.)
guṇa-vigrahaḥ
das aus den Erscheinungsweisen bestehende [Universum] (Nom.Sg.)
sa vai yadā mahādevo mama vīryopabṛṁhitaḥ
mene khilam ivātmānam udyataḥ svarga-karmaṇi
atha me 'bhihito devas tapo 'tapyata dāruṇam
nava viśva-sṛjo yuṣmān yenādāv asṛjad vibhuḥ
Als jener Brahmā, der Große unter den Göttern, durch Meine Kraft gestärkt, sich [dennoch], als er sich zur Aufgabe der Erschaffung des Universums anschickte, gleichsam für unzulänglich hielt, da übte jener Gott, von Mir unterwiesen, schreckliche Askese, durch die der Mächtige im Anfang euch, die neun Weltenschöpfer, erschuf.
Wort für Wort
saḥ
jener (Nom.Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
yadā
als (Adv.)
mahā-devaḥ
der Große unter den Göttern [Brahmā] (Nom.Sg.)
mama
durch Meine (Gen.Sg.)
vīrya-upabṛṁhitaḥ
durch Kraft gestärkt (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
mene
hielt sich für (3.Sg.Perf.Med.)
khilam
unzulänglich, unfähig (Akk.Sg., Adj.)
iva
gleichsam (Partikel)
ātmānam
sich selbst (Akk.Sg.)
udyataḥ
sich anschickend (Nom.Sg., Part.Perf.)
svarga-karmaṇi
zur Aufgabe der Erschaffung des Universums (Lok.Sg.)
Du, dem die Ordnung der geschlechtlichen Vereinigung von Paaren obliegt, wirst diese Erschaffung der Geschöpfe abermals, in ihr, die derselben Ordnung der geschlechtlichen Vereinigung [unterliegt], vielfach hervorbringen.
Wort für Wort
mithuna-vyavāya-dharmaḥ
dem die Ordnung der geschlechtlichen Vereinigung von Paaren obliegt (Nom.Sg.)
tvam
du (Nom.Sg.)
prajā-sargam
die Erschaffung der Geschöpfe (Akk.Sg.)
imam
diese (Akk.Sg.)
punaḥ
abermals (Adv.)
mithuna-vyavāya-dharmiṇyām
in ihr, die derselben Ordnung [unterliegt] (Lok.Sg.)
Śrī Śuka sprach: Nachdem Er so gesprochen hatte, verschwand der Erhabene Herr Hari, der das Universum erschafft, während jener [Dakṣa] noch zusah, ebendort - gleich einem im Traum wahrgenommenen Gegenstand.