Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 123: haṁsa-guhya-stava Das Haṁsa-guhya-Gebet, das Prajāpati Dakṣa dem Herrn darbrachte

śrī-rāja uvāca devāsura-nṛṇāṁ sargo nāgānāṁ mṛga-pakṣiṇām sāmāsikas tvayā prokto yas tu svāyambhuve 'ntare tasyaiva vyāsam icchāmi jñātuṁ te bhagavan yathā anusargaṁ yayā śaktyā sasarja bhagavān paraḥ

Der König sprach: Die Schöpfung der Götter, Dämonen und Menschen, der Nāgas, der Tiere und Vögel, die du kurz zusammengefasst dargelegt hast, [ereignete sich] innerhalb der Periode des Svāyambhuva[-Manu]. Von eben dieser wünsche ich, o Herr, die ausführliche Darstellung zu erfahren, sowie [die] nachfolgende Schöpfung, durch welche Macht der transzendente Erhabene Herr [weiter] erschuf.

Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der König (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.)
deva-asura-nṛṇām
der Götter, Dämonen und Menschen (Gen.Pl.)
sargaḥ
die Schöpfung (Nom.Sg.)
nāgānām
der Nāgas (Gen.Pl.)
mṛga-pakṣiṇām
der Tiere und Vögel (Gen.Pl.)
sāmāsikaḥ
kurz zusammengefasst (Nom.Sg., Adj.)
tvayā
von dir (Instr.Sg.)
proktaḥ
wurde verkündet (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
yaḥ
welche (Nom.Sg., Rel.Pron.)
tu
jedoch (Partikel)
svāyambhuve
des Svāyambhuva[-Manu] (Lok.Sg.)
antare
innerhalb der Periode (Lok.Sg.)
tasya
von dieser (Gen.Sg.)
eva
eben, gewiss (Partikel)
vyāsam
die ausführliche Darstellung (Akk.Sg.)
icchāmi
ich wünsche (1.Sg.Präs.)
jñātum
zu erfahren (Inf.)
te
von dir (Gen./Abl.Sg.)
bhagavan
o Herr (Vok.Sg.)
yathā
sowie, wie (Adv.)
anusargam
die nachfolgende Schöpfung (Akk.Sg.)
yayā
durch welche (Instr.Sg., Rel.Pron.)
śaktyā
Macht (Instr.Sg.)
sasarja
erschuf (3.Sg.Perf.)
bhagavān
der Erhabene Herr (Nom.Sg.)
paraḥ
der Transzendente (Nom.Sg., Adj.)

śrī-sūta uvāca iti sampraśnam ākarṇya rājarṣer bādarāyaṇiḥ pratinandya mahā-yogī jagāda muni-sattamāḥ

Śrī Sūta sprach: Nachdem er, der Sohn Bādarāyaṇas [Śukadeva], der große Yogī, diese Frage des königlichen Weisen [Parīkṣit] vernommen hatte, beglückwünschte er [ihn dazu] und sprach, o beste der Weisen.

Wort für Wort
śrī-sūtaḥ uvāca
Śrī Sūta (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.)
iti
so, dies (Partikel)
sampraśnam
die Frage (Akk.Sg.)
ākarṇya
gehört habend (Ger.)
rājarṣeḥ
des königlichen Weisen [Parīkṣit] (Gen.Sg.)
bādarāyaṇiḥ
der Sohn Bādarāyaṇas [Śukadeva] (Nom.Sg.)
pratinandya
beglückwünschend, lobend (Ger.)
mahā-yogī
der große Yogī (Nom.Sg.)
jagāda
sprach, antwortete (3.Sg.Perf.)
muni-sattamāḥ
o beste der Weisen (Vok.Pl.)

śrī-śuka uvāca yadā pracetasaḥ putrā daśa prācīnabarhiṣaḥ antaḥ-samudrād unmagnā dadṛśur gāṁ drumair vṛtām

Śrī Śuka sprach: Als die zehn Söhne des Prācīnabarhi, die Pracetas, aus dem Inneren des Ozeans auftauchten, sahen sie die Erde von Bäumen bedeckt.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.)
yadā
als (Adv.)
pracetasaḥ
die Pracetas (Nom.Pl.)
putrāḥ
die Söhne (Nom.Pl.)
daśa
zehn (Num.)
prācīnabarhiṣaḥ
des Prācīnabarhi (Gen.Sg.)
antaḥ-samudrāt
aus dem Inneren des Ozeans (Abl.Sg.)
unmagnāḥ
aufgetaucht (Nom.Pl., Part.Perf.)
dadṛśuḥ
sie sahen (3.Pl.Perf.)
gām
die Erde (Akk.Sg.)
drumaiḥ
mit Bäumen (Instr.Pl.)
vṛtām
bedeckt (Akk.Sg., Part.Perf.Pass.)

drumebhyaḥ krudhyamānās te tapo-dīpita-manyavaḥ mukhato vāyum agniṁ ca sasṛjus tad-didhakṣayā

Zornig auf die Bäume, sie, deren Zorn durch [ihre] Askese entfacht war, erzeugten aus dem Mund Wind und Feuer, mit dem Wunsch, jene [Wälder] zu verbrennen.

Wort für Wort
drumebhyaḥ
auf die Bäume (Dat.Pl.)
krudhyamānāḥ
zornig werdend (Nom.Pl., Part.Präs.)
te
sie (Nom.Pl.)
tapaḥ-dīpita-manyavaḥ
deren Zorn durch Askese entflammt war (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
mukhataḥ
aus dem Mund (Abl.)
vāyum
Wind (Akk.Sg.)
agnim
Feuer (Akk.Sg.)
ca
und (Konj.)
sasṛjuḥ
sie erzeugten (3.Pl.Perf.)
tat
jene [Wälder] (Akk.)
didhakṣayā
mit dem Wunsch zu verbrennen (Instr., Desiderativabstr.)

tābhyāṁ nirdahyamānāṁs tān upalabhya kurūdvaha rājovāca mahān somo manyuṁ praśamayann iva

Als er sah, wie jene [Bäume] von beiden [Wind und Feuer] verbrannt wurden, o Bezwinger der Kurus, sprach der König [der Wälder], der große Soma, gleichsam den Zorn besänftigend:

Wort für Wort
tābhyām
durch die beiden [Wind und Feuer] (Instr.Dual)
nirdahyamānān
verbrannt werdend (Akk.Pl., Part.Präs.Pass.)
tān
jene [Bäume] (Akk.Pl.)
upalabhya
gesehen habend (Ger.)
kurūdvaha
o Bezwinger der Kurus (Vok.Sg.)
rājā
der König (Nom.Sg.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
mahān
der große (Nom.Sg.)
somaḥ
Soma, der Mondgott (Nom.Sg.)
manyum
den Zorn (Akk.Sg.)
praśamayan
besänftigend (Nom.Sg., Part.Präs.Kaus.)
iva
gleichsam (Partikel)

na drumebhyo mahā-bhāgā dīnebhyo drogdhum arhatha vivardhayiṣavo yūyaṁ prajānāṁ patayaḥ smṛtāḥ

Ihr solltet den armen Bäumen nicht Schaden zufügen, o hochbeglückte, denn ihr seid als die auf Mehrung bedachten Herren der Geschöpfe bekannt.

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
drumebhyaḥ
den Bäumen (Dat.Pl.)
mahā-bhāgāḥ
o hochbeglückte (Vok.Pl.)
dīnebhyaḥ
den armen (Dat.Pl.)
drogdhum
zu schaden, zu verbrennen (Inf.)
arhatha
ihr solltet (2.Pl.Präs.)
vivardhayiṣavaḥ
auf Mehrung bedacht (Nom.Pl., Desiderativadj.)
yūyam
ihr (Nom.Pl.)
prajānām
der Geschöpfe (Gen.Pl.)
patayaḥ
Herren (Nom.Pl.)
smṛtāḥ
bekannt als, überliefert (Nom.Pl., Part.Perf.Pass.)

aho prajāpati-patir bhagavān harir avyayaḥ vanaspatīn oṣadhīś ca sasarjorjam iṣaṁ vibhuḥ

Ach, der unvergängliche, allmächtige Erhabene Herr Hari, der Herr der Herren der Geschöpfe, schuf die Bäume und Kräuter als kraftspendende Nahrung.

Wort für Wort
aho
ach (Interjektion)
prajāpati-patiḥ
der Herr der Herren der Geschöpfe (Nom.Sg.)
bhagavān hariḥ
der Erhabene Herr Hari (Nom.Sg.)
avyayaḥ
der Unvergängliche (Nom.Sg., Adj.)
vanaspatīn
die Bäume (Akk.Pl.)
oṣadhīḥ
die Kräuter (Akk.Pl.)
ca
und (Konj.)
sasarja
schuf (3.Sg.Perf.)
ūrjam
kraftspendend (Akk.Sg., Adj.)
iṣam
Nahrung (Akk.Sg.)
vibhuḥ
der Allmächtige (Nom.Sg.)

annaṁ carāṇām acarā hy apadaḥ pāda-cāriṇām ahastā hasta-yuktānāṁ dvi-padāṁ ca catuṣ-padaḥ

Die Unbeweglichen sind Nahrung der Beweglichen, die Beinlosen Nahrung der auf Füßen Wandelnden, die Handlosen Nahrung der mit Händen Versehenen, seien sie zweibeinig oder vierbeinig.

Wort für Wort
annam
Nahrung (Nom.Sg.)
carāṇām
der Beweglichen (Gen.Pl.)
acarāḥ
die Unbeweglichen (Nom.Pl.)
hi
indeed, wahrlich (Partikel)
apadaḥ
die Beinlosen (Nom.Pl.)
pāda-cāriṇām
der auf Füßen Wandelnden (Gen.Pl.)
ahastāḥ
die Handlosen (Nom.Pl.)
hasta-yuktānām
der mit Händen Versehenen (Gen.Pl.)
dvi-padām
der Zweibeinigen (Gen.Pl.)
ca
und (Konj.)
catuṣ-padaḥ
der Vierbeinigen (Gen.Pl.)

yūyaṁ ca pitrānvādiṣṭā deva-devena cānaghāḥ prajā-sargāya hi kathaṁ vṛkṣān nirdagdhum arhatha

Und ihr, o Sündlose, wurdet vom [gemeinsamen] Vater und auch vom Herrn der Herren [Gott] zur Erzeugung der Geschöpfe beauftragt - wie könnt ihr da die Bäume verbrennen?

Wort für Wort
yūyam
ihr (Nom.Pl.)
ca
und (Konj.)
pitrā
durch den Vater (Instr.Sg.)
anvādiṣṭāḥ
beauftragt, angewiesen (Nom.Pl., Part.Perf.Pass.)
deva-devena
durch den Herrn der Herren (Instr.Sg.)
ca
auch (Konj.)
anaghāḥ
o Sündlose (Vok.Pl.)
prajā-sargāya
zur Erzeugung der Geschöpfe (Dat.Sg.)
hi
wahrlich (Partikel)
katham
wie (Adv., Frage)
vṛkṣān
die Bäume (Akk.Pl.)
nirdagdhum
zu verbrennen (Inf.)
arhatha
seid ihr imstande (2.Pl.Präs.)

ātiṣṭhata satāṁ mārgaṁ kopaṁ yacchata dīpitam pitrā pitāmahenāpi juṣṭaṁ vaḥ prapitāmahaiḥ

Betretet den Pfad der Rechtschaffenen, bezähmt den entflammten Zorn - [jenen Pfad], der von eurem Vater, eurem Großvater und auch von euren Urgroßvätern befolgt wurde.

Wort für Wort
ātiṣṭhata
betretet, folgt (2.Pl.Imp.)
satām mārgam
den Pfad der Rechtschaffenen (Akk.Sg.)
kopam
den Zorn (Akk.Sg.)
yacchata
bezähmt (2.Pl.Imp.)
dīpitam
entflammt (Akk.Sg., Part.Perf.Pass.)
pitrā
durch den Vater (Instr.Sg.)
pitāmahena api
auch durch den Großvater (Instr.Sg.)
juṣṭam
befolgt, gepflegt (Akk.Sg., Part.Perf.Pass.)
vaḥ
euer (Gen.Pl.)
prapitāmahaiḥ
durch die Urgroßväter (Instr.Pl.)

tokānāṁ pitarau bandhū dṛśaḥ pakṣma striyāḥ patiḥ patiḥ prajānāṁ bhikṣūṇāṁ gṛhy ajñānāṁ budhaḥ suhṛt

Für die Kinder sind die Eltern die Beschützer, für das Auge das Augenlid, für die Frau der Gatte [ihr Beschützer], für die Untertanen der Herrscher [ihr Beschützer], für die Bettler der Hausherr, für die Unwissenden der Gelehrte - er ist [ihr] Freund.

Wort für Wort
tokānām
der Kinder (Gen.Pl.)
pitarau
die beiden Eltern (Nom.Dual)
bandhū
die Beschützer, Verwandten (Nom.Dual)
dṛśaḥ
des Auges (Gen.Sg.)
pakṣma
das Augenlid (Nom.Sg.)
striyāḥ
der Frau (Gen.Sg.)
patiḥ
der Gatte (Nom.Sg.)
patiḥ
der Herrscher, Beschützer (Nom.Sg.)
prajānām
der Untertanen (Gen.Pl.)
bhikṣūṇām
der Bettler (Gen.Pl.)
gṛhī
der Hausherr (Nom.Sg.)
ajñānām
der Unwissenden (Gen.Pl.)
budhaḥ
der Gelehrte (Nom.Sg.)
suhṛt
der Freund (Nom.Sg.)

antar deheṣu bhūtānām ātmāste harir īśvaraḥ sarvaṁ tad-dhiṣṇyam īkṣadhvam evaṁ vas toṣito hy asau

In den Leibern der Geschöpfe weilt im Innern als Überseele der Erhabene Herr Hari; erblickt in allem Seine Wohnstätte - so wird Er wahrlich von euch zufriedengestellt sein.

Wort für Wort
antaḥ
innen, im Innern (Adv.)
deheṣu
in den Leibern (Lok.Pl.)
bhūtānām
der Geschöpfe (Gen.Pl.)
ātmā
die Überseele (Nom.Sg.)
āste
weilt (3.Sg.Präs.)
hariḥ
Hari (Nom.Sg.)
īśvaraḥ
der Herr (Nom.Sg.)
sarvam
alles (Akk.Sg.)
tat-dhiṣṇyam
Seine Wohnstätte (Akk.Sg.)
īkṣadhvam
erblickt (2.Pl.Imp.)
evam
so (Adv.)
vaḥ
von euch (Instr.Pl.)
toṣitaḥ
zufriedengestellt (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.Kaus.)
hi
wahrlich (Partikel)
asau
Er (Nom.Sg.)

yaḥ samutpatitaṁ deha ākāśān manyum ulbaṇam ātma-jijñāsayā yacchet sa guṇān ativartate

Wer den im Körper aus dem Äther plötzlich entstandenen, gewaltigen Zorn durch Erforschung des Selbst bezähmt, der überschreitet die [drei] Erscheinungsweisen [der Natur].

Wort für Wort
yaḥ
wer (Nom.Sg., Rel.Pron.)
samutpatitam
plötzlich entstanden (Akk.Sg., Part.Perf.)
dehe
im Körper (Lok.Sg.)
ākāśāt
aus dem Äther, Raum (Abl.Sg.)
manyum
Zorn (Akk.Sg.)
ulbaṇam
gewaltig, mächtig (Akk.Sg., Adj.)
ātma-jijñāsayā
durch Erforschung des Selbst (Instr.Sg.)
yacchet
er möge bezähmen (3.Sg.Opt.)
saḥ
der (Nom.Sg.)
guṇān
die Erscheinungsweisen der Natur (Akk.Pl.)
ativartate
überschreitet (3.Sg.Präs.)

alaṁ dagdhair drumair dīnaiḥ khilānāṁ śivam astu vaḥ vārkṣī hy eṣā varā kanyā patnītve pratigṛhyatām

Genug mit den verbrannten, armen Bäumen - Heil sei den übrigen! Diese vortreffliche, von den Bäumen aufgezogene Jungfrau, sie werde [von euch] zur Gattin angenommen.

Wort für Wort
alam
genug (Partikel)
dagdhaiḥ
mit den verbrannten (Instr.Pl., Part.Perf.Pass.)
drumaiḥ
Bäumen (Instr.Pl.)
dīnaiḥ
armen (Instr.Pl.)
khilānām
der übrigen (Gen.Pl.)
śivam
Heil, Glück (Nom.Sg.)
astu
sei (3.Sg.Imp.)
vaḥ
euer (Gen.Pl.)
vārkṣī
von den Bäumen aufgezogen (Nom.Sg., Adj.)
hi
wahrlich (Partikel)
eṣā
diese (Nom.Sg.)
varā
vortreffliche (Nom.Sg., Adj.)
kanyā
Jungfrau (Nom.Sg.)
patnītve
zur Gattenschaft (Lok.Sg.)
pratigṛhyatām
sie werde angenommen (3.Sg.Imp.Pass.)

ity āmantrya varārohāṁ kanyām āpsarasīṁ nṛpa somo rājā yayau dattvā te dharmeṇopayemire

Nachdem er so gesprochen und die schönhüftige, einer Apsaras entstammende Jungfrau [ihnen] übergeben hatte, o König, entfernte sich König Soma; und sie [die Pracetas] heirateten sie gemäß der Rechtsordnung.

Wort für Wort
iti
so (Partikel)
āmantrya
angesprochen habend (Ger.)
vara-ārohām
die schönhüftige (Akk.Sg., Adj.)
kanyām
die Jungfrau (Akk.Sg.)
āpsarasīm
von einer Apsaras stammend (Akk.Sg., Adj.)
nṛpa
o König (Vok.Sg.)
somaḥ
Soma (Nom.Sg.)
rājā
der König (Nom.Sg.)
yayau
entfernte sich (3.Sg.Perf.)
dattvā
übergeben habend (Ger.)
te
sie (Nom.Pl.)
dharmeṇa
gemäß der Rechtsordnung (Instr.Sg.)
upayemire
sie heirateten (3.Pl.Perf.Med.)

tebhyas tasyāṁ samabhavad dakṣaḥ prācetasaḥ kila yasya prajā-visargeṇa lokā āpūritās trayaḥ

Von ihnen wurde in ihr Dakṣa geboren, der Sohn der Pracetas; durch dessen Erzeugung von Nachkommenschaft wurden die drei Welten erfüllt.

Wort für Wort
tebhyaḥ
von ihnen [den Pracetas] (Abl.Pl.)
tasyām
in ihr (Lok.Sg.)
samabhavat
wurde geboren (3.Sg.Impf.)
dakṣaḥ
Dakṣa (Nom.Sg.)
prācetasaḥ
der Sohn der Pracetas (Nom.Sg.)
kila
wahrlich, wie überliefert (Partikel)
yasya
dessen (Gen.Sg.)
prajā-visargeṇa
durch die Erzeugung von Nachkommenschaft (Instr.Sg.)
lokāḥ
die Welten (Nom.Pl.)
āpūritāḥ
erfüllt (Nom.Pl., Part.Perf.Pass.)
trayaḥ
drei (Num., Nom.Pl.)

yathā sasarja bhūtāni dakṣo duhitṛ-vatsalaḥ retasā manasā caiva tan mamāvahitaḥ śṛṇu

Wie Dakṣa, der seinen Töchtern sehr zugetan war, die Geschöpfe erschuf - durch Samen und ebenso durch den Geist -, das höre nun aufmerksam von mir.

Wort für Wort
yathā
wie (Adv.)
sasarja
erschuf (3.Sg.Perf.)
bhūtāni
die Geschöpfe (Akk.Pl.)
dakṣaḥ
Dakṣa (Nom.Sg.)
duhitṛ-vatsalaḥ
seinen Töchtern zugetan (Nom.Sg., Adj.)
retasā
durch Samen (Instr.Sg.)
manasā
durch den Geist (Instr.Sg.)
ca eva
und auch, ebenso (Konj.)
tat
das (Akk.Sg.)
mama
von mir (Gen.Sg.)
avahitaḥ
aufmerksam (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
śṛṇu
höre (2.Sg.Imp.)

manasaivāsṛjat pūrvaṁ prajāpatir imāḥ prajāḥ devāsura-manuṣyādīn nabhaḥ-sthala-jalaukasaḥ

Zuerst erschuf der Prajāpati [Dakṣa] allein durch den Geist diese Geschöpfe: die Götter, Dämonen, Menschen und andere, die im Himmel, auf dem Land und im Wasser wohnen.

Wort für Wort
manasā
durch den Geist (Instr.Sg.)
eva
allein, gerade (Partikel)
asṛjat
erschuf (3.Sg.Impf.)
pūrvam
zuerst, zuvor (Adv.)
prajāpatiḥ
der Prajāpati [Dakṣa] (Nom.Sg.)
imāḥ prajāḥ
diese Geschöpfe (Akk.Pl.)
deva-asura-manuṣya-ādīn
die Götter, Dämonen, Menschen und andere (Akk.Pl.)
nabhaḥ-sthala-jala-okasaḥ
die im Himmel, auf dem Land und im Wasser Wohnenden (Akk.Pl.)

tam abṛṁhitam ālokya prajā-sargaṁ prajāpatiḥ vindhya-pādān upavrajya so 'carad duṣkaraṁ tapaḥ

Als der Prajāpati sah, dass diese Erschaffung der Geschöpfe sich nicht vermehrte, begab er sich zu den Ausläufern des Vindhya-Gebirges und übte dort schwer zu vollbringende Askese.

Wort für Wort
tam
diese (Akk.Sg.)
abṛṁhitam
nicht vermehrt, nicht zunehmend (Akk.Sg., Adj.)
ālokya
gesehen habend (Ger.)
prajā-sargam
die Erschaffung der Geschöpfe (Akk.Sg.)
prajāpatiḥ
der Prajāpati [Dakṣa] (Nom.Sg.)
vindhya-pādān
zu den Ausläufern des Vindhya (Akk.Pl.)
upavrajya
gegangen habend (Ger.)
saḥ
er (Nom.Sg.)
acarat
übte, vollzog (3.Sg.Impf.)
duṣkaram
schwer zu vollbringende (Akk.Sg., Adj.)
tapaḥ
Askese (Akk.Sg.)

tatrāghamarṣaṇaṁ nāma tīrthaṁ pāpa-haraṁ param upaspṛśyānusavanaṁ tapasātoṣayad dharim

Dort, an der berühmten heiligen Stätte namens Aghamarṣaṇa, die vortrefflich Sünden tilgt, badete er zu den [drei] täglichen Zeiten und erfreute durch Askese den Herrn Hari.

Wort für Wort
tatra
dort (Adv.)
aghamarṣaṇam nāma
mit Namen Aghamarṣaṇa (Akk.Sg.)
tīrtham
die heilige Stätte (Akk.Sg.)
pāpa-haram
Sünde tilgend (Akk.Sg., Adj.)
param
vortrefflich, höchst (Akk.Sg., Adj.)
upaspṛśya
gebadet habend, berührt habend (Ger.)
anusavanam
zu den täglichen Zeiten (Adv.)
tapasā
durch Askese (Instr.Sg.)
atoṣayat
erfreute (3.Sg.Impf.Kaus.)
harim
Hari (Akk.Sg.)

astauṣīd dhaṁsa-guhyena bhagavantam adhokṣajam tubhyaṁ tad abhidhāsyāmi kasyātuṣyad yathā hariḥ

Er pries den transzendenten Erhabenen Herrn, der jenseits der Sinneswahrnehmung ist, mit dem Haṁsa-guhya[-Gebet]; das werde ich dir nun vortragen - wie Hari mit Dakṣa zufrieden wurde.

Wort für Wort
astauṣīt
er pries (3.Sg.Aor.)
haṁsa-guhyena
mit dem [Gebet] Haṁsa-guhya (Instr.Sg.)
bhagavantam
den Erhabenen Herrn (Akk.Sg.)
adhokṣajam
der jenseits der Sinneswahrnehmung ist (Akk.Sg.)
tubhyam
dir (Dat.Sg.)
tat
das (Akk.Sg.)
abhidhāsyāmi
ich werde vortragen (1.Sg.Fut.)
kasya
mit Dakṣa (Gen.Sg.)
atuṣyat
wurde zufrieden (3.Sg.Impf.)
yathā
wie (Adv.)
hariḥ
Hari (Nom.Sg.)

śrī-prajāpatiḥ uvāca namaḥ parāyāvitathānubhūtaye guṇa-trayābhāsa-nimitta-bandhave adṛṣṭa-dhāmne guṇa-tattva-buddhibhir nivṛtta-mānāya dadhe svayambhuve

Śrī Prajāpati [Dakṣa] sprach: Verehrung erweise ich dem Höchsten, dessen Erkenntnis untrüglich ist, dem Urgrund der Erscheinung der drei Erscheinungsweisen [der Natur] und deren Ursache, dessen Wohnstatt unsichtbar ist, der jenseits aller Einschätzung derer steht, deren Verstand die [drei] Erscheinungsweisen für die [letzte] Wahrheit hält - [ihm], dem Selbstentstandenen.

Wort für Wort
śrī-prajāpatiḥ uvāca
Śrī Prajāpati (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.)
namaḥ
Verehrung (Nom.Sg.)
parāya
dem Höchsten (Dat.Sg.)
avitatha-anubhūtaye
dem, dessen Erkenntnis untrüglich ist (Dat.Sg.)
guṇa-traya-ābhāsa-nimitta-bandhave
dem Urgrund und der Ursache der Erscheinung der drei Erscheinungsweisen (Dat.Sg.)
adṛṣṭa-dhāmne
dem, dessen Wohnstatt unsichtbar ist (Dat.Sg.)
guṇa-tattva-buddhibhiḥ
von denen, deren Verstand die Erscheinungsweisen für die Wahrheit hält (Instr.Pl.)
nivṛtta-mānāya
dem, der jenseits [ihrer] Einschätzung steht (Dat.Sg.)
dadhe
ich erweise, ich biete dar (1.Sg.Perf.Med.)
svayambhuve
dem Selbstentstandenen (Dat.Sg.)

na yasya sakhyaṁ puruṣo 'vaiti sakhyuḥ sakhā vasan saṁvasataḥ pure 'smin guṇo yathā guṇino vyakta-dṛṣṭes tasmai maheśāya namaskaromi

Ihm, dessen Freundschaft der [verkörperte] Mensch nicht kennt, obwohl er selbst als Freund mit dem Freund zusammen in dieser Stadt [des Leibes] wohnt - gleichwie das Wahrnehmungsobjekt [nichts] von dem es wahrnehmenden [Sinnesorgan kennt], welches die [materielle] Erscheinung überschaut -, ihm, dem großen Herrscher, erweise ich Verehrung.

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
yasya
dessen (Gen.Sg.)
sakhyam
die Freundschaft (Akk.Sg.)
puruṣaḥ
die [verkörperte] Person (Nom.Sg.)
avaiti
kennt (3.Sg.Präs.)
sakhyuḥ
des Freundes (Gen.Sg.)
sakhā
als Freund (Nom.Sg.)
vasan
wohnend (Nom.Sg., Part.Präs.)
saṁvasataḥ
des zusammen Wohnenden (Gen.Sg.)
pure asmin
in dieser Stadt [des Körpers] (Lok.Sg.)
guṇaḥ
das Wahrnehmungsobjekt (Nom.Sg.)
yathā
wie, gleichwie (Adv.)
guṇinaḥ
des Sinnesorgans (Gen.Sg.)
vyakta-dṛṣṭeḥ
der die [materielle] Erscheinung überschaut (Gen.Sg.)
tasmai
ihm (Dat.Sg.)
mahā-īśāya
dem großen Herrscher (Dat.Sg.)
namaskaromi
ich erweise Verehrung (1.Sg.Präs.)

deho 'savo 'kṣā manavo bhūta-mātrām ātmānam anyaṁ ca viduḥ paraṁ yat sarvaṁ pumān veda guṇāṁś ca taj-jño na veda sarva-jñam anantam īḍe

Der Körper, die Lebenslüfte, die Sinne, das Denkvermögen - sie kennen [nur] die groben Elemente und deren Objekte, ja sich selbst, als ein anderes [als das Höchste]; das Höchste aber, das über allem steht, kennt der [wahrhaft erkennende] Mensch. Doch wer [nur] die Erscheinungsweisen kennt, kennt jenes nicht. Dem Allwissenden, Unendlichen huldige ich.

Wort für Wort
dehaḥ
der Körper (Nom.Sg.)
asavaḥ
die Lebenslüfte (Nom.Pl.)
akṣāḥ
die Sinne (Nom.Pl.)
manavaḥ
das Denkvermögen [Geist, Intellekt, Ich-Bewusstsein] (Nom.Pl.)
bhūta-mātrām
die groben Elemente und deren Objekte (Akk.Pl.)
ātmānam
sich selbst (Akk.Sg.)
anyam
als ein anderes (Akk.Sg.)
ca
und (Konj.)
viduḥ
sie kennen (3.Pl.Perf.)
param
das Höchste (Akk.Sg.)
yat
das, welches (Akk.Sg., Rel.Pron.)
sarvam
alles (Akk.Sg.)
pumān
der [wahre] Mensch (Nom.Sg.)
veda
kennt (3.Sg.Perf.)
guṇān
die Erscheinungsweisen (Akk.Pl.)
ca
und (Konj.)
taj-jñaḥ
wer jenes kennt (Nom.Sg.)
na
nicht (Neg.)
veda
kennt (3.Sg.Perf.)
sarva-jñam
dem Allwissenden (Akk.Sg.)
anantam
dem Unendlichen (Akk.Sg.)
īḍe
ich huldige (1.Sg.Präs.Med.)

yadoparāmo manaso nāma-rūpa- rūpasya dṛṣṭa-smṛti-sampramoṣāt ya īyate kevalayā sva-saṁsthayā haṁsāya tasmai śuci-sadmane namaḥ

Wenn das Denken, dessen Wesen Namen und Formen ist, durch das Auslöschen von [sinnlicher] Wahrnehmung und Erinnerung zum Stillstand kommt, dann wird Er, der [allein] in Seiner eigenen, reinen [geistigen] Wesensform wahrgenommen wird - dem reinen Schwan [dem höchsten Reinen], dessen Wohnstatt lauter ist, sei Verehrung.

Wort für Wort
yadā
wenn (Adv.)
uparāmaḥ
der Stillstand, das Aufhören (Nom.Sg.)
manasaḥ
des Denkens (Gen.Sg.)
nāma-rūpa-rūpasya
dessen Wesen Namen und Formen ist (Gen.Sg.)
dṛṣṭa-smṛti-sampramoṣāt
durch das Auslöschen von Wahrnehmung und Erinnerung (Abl.Sg.)
yaḥ
der, welcher (Nom.Sg., Rel.Pron.)
īyate
wird wahrgenommen (3.Sg.Präs.Pass.)
kevalayā
allein, rein (Instr.Sg., Adj.)
sva-saṁsthayā
durch die eigene Wesensform (Instr.Sg.)
haṁsāya
dem reinen Schwan [dem höchsten Reinen] (Dat.Sg.)
tasmai
ihm (Dat.Sg.)
śuci-sadmane
dessen Wohnstatt lauter ist (Dat.Sg.)
namaḥ
Verehrung (Nom.Sg.)

manīṣiṇo 'ntar-hṛdi sanniveśitaṁ sva-śaktibhir navabhiś ca trivṛdbhiḥ vahniṁ yathā dāruṇi pāñcadaśyaṁ manīṣayā niṣkarṣanti gūḍham sa vai mamāśeṣa-viśeṣa-māyā- niṣedha-nirvāṇa-sukhānubhūtiḥ sa sarva-nāmā sa ca viśva-rūpaḥ prasīdatām aniruktātma-śaktiḥ

Er, [der im Herzen verborgen ist wie das Feuer im Holz, welches die weisen [Priester] mit ihren neun und [den] drei eigenen Kräften [Erkenntnisinstrumenten] durch geläuterten Verstand herausziehen, gleichwie man das durch die fünfzehn [Sāmidhenī-Sprüche geheiligte] Feuer aus dem Holz gewinnt, obwohl es verborgen ist] - Er ist für mich wahrlich die Erfahrung der Glückseligkeit der Befreiung, die aus der Verneinung aller Besonderheiten der [Täuschungs]macht [Māyā] entspringt; Er ist [der Ursprung] aller Namen, und Er ist auch die universale Form. Möge Er, dessen Wesenskraft sich jeder Beschreibung entzieht, mir gnädig sein.

Wort für Wort
manīṣiṇaḥ
die weisen [Priester] (Nom.Pl.)
antaḥ-hṛdi
im Innern des Herzens (Lok.Sg.)
sanniveśitam
hineingesetzt, verborgen (Akk.Sg., Part.Perf.Pass.)
sva-śaktibhiḥ
mit den eigenen Kräften (Instr.Pl.)
navabhiḥ
mit den neun (Instr.Pl.)
ca
und (Konj.)
trivṛdbhiḥ
mit den dreifachen (Instr.Pl.)
vahnim
das Feuer (Akk.Sg.)
yathā
wie (Adv.)
dāruṇi
im Holz (Lok.Sg.)
pāñcadaśyam
das durch die fünfzehn [Sāmidhenī-Verse geheiligte] (Akk.Sg., Adj.)
manīṣayā
durch geläuterten Verstand (Instr.Sg.)
niṣkarṣanti
sie ziehen heraus (3.Pl.Präs.)
gūḍham
obwohl verborgen (Akk.Sg., Adj.)
saḥ
Er (Nom.Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
mama
für mich (Gen.Sg.)
aśeṣa-viśeṣa-māyā-niṣedha-nirvāṇa-sukha-anubhūtiḥ
die Erfahrung der Glückseligkeit der Befreiung durch Verneinung aller Besonderheiten der Māyā (Nom.Sg.)
saḥ sarva-nāmā
Er, [der Ursprung] aller Namen (Nom.Sg.)
saḥ ca viśva-rūpaḥ
und Er, die universale Form (Nom.Sg.)
prasīdatām
möge Er gnädig sein (3.Sg.Imp.Med.)
anirukta-ātma-śaktiḥ
dessen Wesenskraft unbeschreiblich ist (Nom.Sg.)

yad yan niruktaṁ vacasā nirūpitaṁ dhiyākṣabhir vā manasota yasya mā bhūt svarūpaṁ guṇa-rūpaṁ hi tat tat sa vai guṇāpāya-visarga-lakṣaṇaḥ

Was auch immer durch Worte ausgedrückt, durch Verstand, durch die Sinne oder durch den Geist [über Ihn] festgestellt wird - all das sei nicht Seine wahre Wesensform, denn das wäre [nur] eine aus den Erscheinungsweisen [der Natur] gebildete Form. Er [selbst] ist es, der sich durch die Vernichtung und Erschaffung der [drei] Erscheinungsweisen [der Natur] kennzeichnet.

Wort für Wort
yat yat
was auch immer (Nom./Akk.Sg., Rel.Pron.)
niruktam
ausgedrückt (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
vacasā
durch Worte (Instr.Sg.)
nirūpitam
festgestellt, bestimmt (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
dhiyā
durch den Verstand (Instr.Sg.)
akṣabhiḥ
durch die Sinne (Instr.Pl.)
vā
oder (Konj.)
manasā
durch den Geist (Instr.Sg.)
uta
auch (Partikel)
yasya
dessen (Gen.Sg.)
mā bhūt
es sei nicht (Inj.)
svarūpam
die wahre Wesensform (Nom.Sg.)
guṇa-rūpam
eine aus den Erscheinungsweisen gebildete Form (Nom.Sg.)
hi
denn (Partikel)
tat tat
dies und jenes (Nom.Sg.)
saḥ
Er (Nom.Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
guṇa-apāya-visarga-lakṣaṇaḥ
gekennzeichnet durch Vernichtung und Erschaffung der Erscheinungsweisen (Nom.Sg.)

yasmin yato yena ca yasya yasmai yad yo yathā kurute kāryate ca parāvareṣāṁ paramaṁ prāk prasiddhaṁ tad brahma tad dhetur ananyad ekam

In wem, von wem, durch wen, wessen, für wen, was, wer, wie [alles] tut und bewirkt wird - jenes Höchste, das dem Höheren und Niederen vorausgehend von jeher bekannt ist, das ist das Brahman, das ist die Ursache, ohne ein anderes [neben sich], das Eine.

Wort für Wort
yasmin
in wem (Lok.Sg., Rel.Pron.)
yataḥ
von wem, woher (Abl., Rel.)
yena
durch wen (Instr.Sg., Rel.Pron.)
ca
und (Konj.)
yasya
wessen (Gen.Sg., Rel.Pron.)
yasmai
für wen (Dat.Sg., Rel.Pron.)
yat
was (Nom./Akk.Sg., Rel.Pron.)
yaḥ
wer (Nom.Sg., Rel.Pron.)
yathā
wie (Adv.)
kurute
tut (3.Sg.Präs.Med.)
kāryate
wird bewirkt (3.Sg.Präs.Pass.)
ca
und (Konj.)
parāvareṣām
des Höheren und Niederen (Gen.Pl.)
paramam
das Höchste (Nom.Sg.)
prāk
zuvor, im Voraus (Adv.)
prasiddham
bekannt, feststehend (Nom.Sg., Adj.)
tat brahma
das ist das Brahman (Nom.Sg.)
tat hetuḥ
das ist die Ursache (Nom.Sg.)
ananyat
ohne ein anderes [neben sich] (Nom.Sg., Adj.)
ekam
das Eine (Nom.Sg.)

yac-chaktayo vadatāṁ vādināṁ vai vivāda-saṁvāda-bhuvo bhavanti kurvanti caiṣāṁ muhur ātma-mohaṁ tasmai namo 'nanta-guṇāya bhūmne

Dessen Kräfte den redenden Disputanten wahrlich zur Quelle von Streit und Übereinstimmung werden und die ihnen fortwährend Verwirrung über das Selbst bereiten - ihm, dem Allumfassenden mit unendlichen Eigenschaften, sei Verehrung.

Wort für Wort
yat-śaktayaḥ
dessen Kräfte (Nom.Pl.)
vadatām vādinām
der redenden Disputanten (Gen.Pl.)
vai
wahrlich (Partikel)
vivāda-saṁvāda-bhuvaḥ
Quellen von Streit und Übereinstimmung (Nom.Pl.)
bhavanti
sie werden (3.Pl.Präs.)
kurvanti
sie bewirken (3.Pl.Präs.)
ca
und (Konj.)
eṣām
ihnen (Gen.Pl.)
muhuḥ
fortwährend (Adv.)
ātma-moham
Verwirrung über das Selbst (Akk.Sg.)
tasmai
ihm (Dat.Sg.)
namaḥ
Verehrung (Nom.Sg.)
ananta-guṇāya
dem mit unendlichen Eigenschaften (Dat.Sg.)
bhūmne
dem Allumfassenden (Dat.Sg.)

astīti nāstīti ca vastu-niṣṭhayor eka-sthayor bhinna-viruddha-dharmaṇoḥ avekṣitaṁ kiñcana yoga-sāṅkhyayoḥ samaṁ paraṁ hy anukūlaṁ bṛhat tat

'Es ist' und 'es ist nicht' - diese beiden, die auf demselben Gegenstand beruhen, am selben Ort befindlich, [obwohl] unterschiedliche, einander widersprechende Eigenschaften [aufweisend] - das, was von Yoga und Sāṅkhya gleichermaßen als etwas Übereinstimmendes wahrgenommen wird, jenes Höchste, alldurchdringende, ist jenes große [Brahman].

Wort für Wort
asti iti
'es ist' (Zitatform)
na asti iti
'es ist nicht' (Zitatform)
ca
und (Konj.)
vastu-niṣṭhayoḥ
der beiden, die auf demselben Gegenstand beruhen (Gen.Dual)
eka-sthayoḥ
der beiden am selben Ort befindlichen (Gen.Dual)
bhinna-viruddha-dharmaṇoḥ
der beiden mit unterschiedlichen, widersprechenden Eigenschaften (Gen.Dual)
avekṣitam
wahrgenommen (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
kiñcana
etwas (Pron.)
yoga-sāṅkhyayoḥ
von Yoga und Sāṅkhya (Gen.Dual)
samam
gleichermaßen, übereinstimmend (Nom.Sg., Adj.)
param
das Höchste (Nom.Sg.)
hi
wahrlich (Partikel)
anukūlam
alldurchdringend, zuträglich (Nom.Sg., Adj.)
bṛhat tat
jenes Große [Brahman] (Nom.Sg.)

yo 'nugrahārthaṁ bhajatāṁ pāda-mūlam anāma-rūpo bhagavān anantaḥ nāmāni rūpāṇi ca janma-karmabhir bheje sa mahyaṁ paramaḥ prasīdatu

Er, der, um denen, die Sein Fußpaar verehren, Gnade zu erweisen, obwohl Er selbst ohne [materiellen] Namen und Form ist, der unendliche, Erhabene Herr, [dennoch] Namen und Formen durch [Sein transzendentales] Erscheinen und [Seine] Taten annimmt - möge Er, der Höchste, mir gnädig sein.

Wort für Wort
yaḥ
der (Nom.Sg., Rel.Pron.)
anugraha-artham
um Gnade zu erweisen (Akk.Sg., Zweckangabe)
bhajatām
der Verehrenden (Gen.Pl.)
pāda-mūlam
das Fußpaar (Akk.Sg.)
anāma-rūpaḥ
ohne [materiellen] Namen und Form (Nom.Sg., Adj.)
bhagavān
der Erhabene Herr (Nom.Sg.)
anantaḥ
der Unendliche (Nom.Sg.)
nāmāni
Namen (Akk.Pl.)
rūpāṇi
Formen (Akk.Pl.)
ca
und (Konj.)
janma-karmabhiḥ
durch [Sein] Erscheinen und [Seine] Taten (Instr.Pl.)
bheje
nimmt an (3.Sg.Perf.Med.)
saḥ
Er (Nom.Sg.)
mahyam
mir (Dat.Sg.)
paramaḥ
der Höchste (Nom.Sg.)
prasīdatu
möge Er gnädig sein (3.Sg.Imp.)

yaḥ prākṛtair jñāna-pathair janānāṁ yathāśayaṁ deha-gato vibhāti yathānilaḥ pārthivam āśrito guṇaṁ sa īśvaro me kurutāṁ manoratham

Er, der sich den Lebewesen durch die niederen [weltlichen] Erkenntniswege, im Körper wohnend, gemäß ihrem jeweiligen Verlangen offenbart - so wie die Luft, die einen irdischen [Duft-]Stoff annimmt -, Er, der Herrscher, möge meinen Herzenswunsch erfüllen.

Wort für Wort
yaḥ
der (Nom.Sg., Rel.Pron.)
prākṛtaiḥ
durch die niederen, weltlichen (Instr.Pl., Adj.)
jñāna-pathaiḥ
durch die Erkenntniswege (Instr.Pl.)
janānām
der Lebewesen (Gen.Pl.)
yathā-āśayam
gemäß [ihrem] Verlangen (Adv.)
deha-gataḥ
im Körper wohnend (Nom.Sg.)
vibhāti
offenbart sich, erscheint (3.Sg.Präs.)
yathā
wie (Adv.)
anilaḥ
die Luft, der Wind (Nom.Sg.)
pārthivam
irdisch (Akk.Sg., Adj.)
āśritaḥ
angenommen habend (Nom.Sg., Part.Perf.)
guṇam
Eigenschaft, Stoff (Akk.Sg.)
saḥ īśvaraḥ
Er, der Herrscher (Nom.Sg.)
me
meinen (Gen.Sg.)
kurutām
möge Er erfüllen (3.Sg.Imp.)
manoratham
Herzenswunsch (Akk.Sg.)

śrī-śuka uvāca iti stutaḥ saṁstuvataḥ sa tasminn aghamarṣaṇe prādurāsīt kuru-śreṣṭha bhagavān bhakta-vatsalaḥ kṛta-pādaḥ suparṇāṁse pralambāṣṭa-mahā-bhujaḥ cakra-śaṅkhāsi-carmeṣu-dhanuḥ-pāśa-gadā-dharaḥ pīta-vāsā ghana-śyāmaḥ prasanna-vadanekṣaṇaḥ vana-mālā-nivītāṅgo lasac-chrīvatsa-kaustubhaḥ mahā-kirīṭa-kaṭakaḥ sphuran-makara-kuṇḍalaḥ kāñcy-aṅgulīya-valaya-nūpurāṅgada-bhūṣitaḥ trailokya-mohanaṁ rūpaṁ bibhrat tribhuvaneśvaraḥ vṛto nārada-nandādyaiḥ pārṣadaiḥ sura-yūthapaiḥ stūyamāno 'nugāyadbhiḥ siddha-gandharva-cāraṇaiḥ

Śrī Śuka sprach: So gepriesen von ihm, der [Ihn] lobte, erschien Er, der Erhabene Herr, der Seinen Geweihten so zugetan ist, dort an [der heiligen Stätte] Aghamarṣaṇa, o Bester der Kurus. [Seine] Füße auf die Schultern Suparṇas [Garuḍas] gesetzt, mit acht langen, mächtigen Armen, Scheibe, Muschelhorn, Schwert, Schild, Pfeil, Bogen, Fangseil und Keule tragend, gelb gewandet, von dichter, dunkler [Wolken-]Farbe, mit heiterem Antlitz und Blick, den Leib mit einer Waldblumengirlande umhüllt, das Śrīvatsa-Zeichen und den [Juwel] Kaustubha glänzend [tragend], mit einer großen, [prächtigen] Krone geschmückt, mit funkelnden, delphinförmigen Ohrgehängen, mit Gürtel, Fingerringen, Armreifen, Fußglöckchen und Oberarmspangen geziert, eine die drei Welten bezaubernde Gestalt tragend, der Herr der drei Welten, umgeben von Seinen Gefährten, angeführt von Nārada und Nanda sowie den Anführern der Götter, gepriesen von den mitsingenden Siddhas, Gandharvas und Cāraṇas.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.)
iti
so (Partikel)
stutaḥ
gepriesen (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
saṁstuvataḥ
von ihm, der lobpries (Gen.Sg., Part.Präs.)
saḥ
Er (Nom.Sg.)
tasmin aghamarṣaṇe
an jenem [Ort] Aghamarṣaṇa (Lok.Sg.)
prādurāsīt
erschien (3.Sg.Aor.)
kuru-śreṣṭha
o Bester der Kurus (Vok.Sg.)
bhagavān
der Erhabene Herr (Nom.Sg.)
bhakta-vatsalaḥ
der Seinen Geweihten zugetan ist (Nom.Sg.)
kṛta-pādaḥ
dessen Füße gesetzt waren (Nom.Sg.)
suparṇa-aṁse
auf die Schulter Suparṇas [Garuḍas] (Lok.Sg.)
pralamba-aṣṭa-mahā-bhujaḥ
mit acht langen, mächtigen Armen (Nom.Sg.)
cakra-śaṅkha-asi-carma-iṣu-dhanuḥ-pāśa-gadā-dharaḥ
Scheibe, Muschelhorn, Schwert, Schild, Pfeil, Bogen, Fangseil und Keule tragend (Nom.Sg.)
pīta-vāsāḥ
gelb gewandet (Nom.Sg.)
ghana-śyāmaḥ
von dichter, dunkler Farbe (Nom.Sg.)
prasanna-vadana-īkṣaṇaḥ
mit heiterem Antlitz und Blick (Nom.Sg.)
vana-mālā-nivīta-aṅgaḥ
dessen Leib mit einer Waldblumengirlande umhüllt ist (Nom.Sg.)
lasat-śrīvatsa-kaustubhaḥ
mit glänzendem Śrīvatsa-Zeichen und Kaustubha-Juwel (Nom.Sg.)
mahā-kirīṭa-kaṭakaḥ
mit einer großen Krone geschmückt (Nom.Sg.)
sphurat-makara-kuṇḍalaḥ
mit funkelnden delphinförmigen Ohrgehängen (Nom.Sg.)
kāñcī-aṅgulīya-valaya-nūpura-aṅgada-bhūṣitaḥ
mit Gürtel, Fingerringen, Armreifen, Fußglöckchen und Oberarmspangen geziert (Nom.Sg.)
trailokya-mohanam rūpam
eine die drei Welten bezaubernde Gestalt (Akk.Sg.)
bibhrat
tragend (Nom.Sg., Part.Präs.)
tribhuvana-īśvaraḥ
der Herr der drei Welten (Nom.Sg.)
vṛtaḥ
umgeben (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
nārada-nanda-ādyaiḥ
angeführt von Nārada, Nanda und anderen (Instr.Pl.)
pārṣadaiḥ
von den Gefährten (Instr.Pl.)
sura-yūthapaiḥ
von den Anführern der Götter (Instr.Pl.)
stūyamānaḥ
gepriesen werdend (Nom.Sg., Part.Präs.Pass.)
anugāyadbhiḥ
von den mitsingenden (Instr.Pl., Part.Präs.)
siddha-gandharva-cāraṇaiḥ
von den Siddhas, Gandharvas und Cāraṇas (Instr.Pl.)

rūpaṁ tan mahad-āścaryaṁ vicakṣyāgata-sādhvasaḥ nanāma daṇḍavad bhūmau prahṛṣṭātmā prajāpatiḥ

Als er jene höchst wunderbare Gestalt erblickte, zunächst von Furcht ergriffen, verneigte sich der Prajāpati, sein Herz von Freude erfüllt, wie ein Stab [ausgestreckt] auf dem Boden.

Wort für Wort
rūpam
die Gestalt (Akk.Sg.)
tat
jene (Akk.Sg.)
mahat-āścaryam
höchst wunderbar (Akk.Sg., Adj.)
vicakṣya
erblickt habend (Ger.)
āgata-sādhvasaḥ
von Furcht ergriffen (Nom.Sg., Adj.)
nanāma
verneigte sich (3.Sg.Perf.)
daṇḍa-vat
wie ein Stab (Adv.)
bhūmau
auf dem Boden (Lok.Sg.)
prahṛṣṭa-ātmā
dessen Herz von Freude erfüllt war (Nom.Sg.)
prajāpatiḥ
der Prajāpati [Dakṣa] (Nom.Sg.)

na kiñcanodīrayitum aśakat tīvrayā mudā āpūrita-manodvārair hradinya iva nirjharaiḥ

Vor überwältigender Freude vermochte er nichts hervorzubringen, seine Sinnestore [dabei] überflutet, wie Flüsse von Bergströmen.

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
kiñcana
irgendetwas (Pron.)
udīrayitum
hervorzubringen, auszusprechen (Inf.)
aśakat
er vermochte (3.Sg.Impf.)
tīvrayā mudā
durch überwältigende Freude (Instr.Sg.)
āpūrita-manaḥ-dvāraiḥ
dessen Sinnestore überflutet waren (Instr.Pl.)
hradinyaḥ
Flüsse (Nom.Pl.)
iva
wie (Partikel)
nirjharaiḥ
durch Bergströme (Instr.Pl.)

taṁ tathāvanataṁ bhaktaṁ prajā-kāmaṁ prajāpatim citta-jñaḥ sarva-bhūtānām idam āha janārdanaḥ

Zu ihm, dem so niedergebeugten Geweihten, dem Prajāpati, der nach Nachkommenschaft verlangte, sprach Janārdana, der die Herzen aller Wesen kennt, folgendes:

Wort für Wort
tam
zu ihm (Akk.Sg.)
tathā
so (Adv.)
avanatam
niedergebeugt (Akk.Sg., Part.Perf.Pass.)
bhaktam
den Geweihten (Akk.Sg.)
prajā-kāmam
der nach Nachkommenschaft verlangte (Akk.Sg., Adj.)
prajāpatim
den Prajāpati (Akk.Sg.)
citta-jñaḥ
der die Herzen kennt (Nom.Sg.)
sarva-bhūtānām
aller Wesen (Gen.Pl.)
idam
dies (Akk.Sg.)
āha
sprach (3.Sg.Perf.)
janārdanaḥ
Janārdana [der Erhabene Herr] (Nom.Sg.)

śrī-bhagavān uvāca prācetasa mahā-bhāga saṁsiddhas tapasā bhavān yac chraddhayā mat-parayā mayi bhāvaṁ paraṁ gataḥ

Der Erhabene Herr sprach: O Sohn der Pracetas, Hochbeglückter, du bist durch [deine] Askese vollkommen geworden, da du durch Hingabe, deren [einziges] Ziel Ich bin, den höchsten [Gemüts]zustand mir gegenüber erlangt hast.

Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der Erhabene Herr (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.)
prācetasa
o Sohn der Pracetas (Vok.Sg.)
mahā-bhāga
o Hochbeglückter (Vok.Sg.)
saṁsiddhaḥ
vollkommen geworden (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
tapasā
durch Askese (Instr.Sg.)
bhavān
du, [Euer] Gnaden (Nom.Sg.)
yat
da, weil (Konj.)
śraddhayā
durch Hingabe, Glauben (Instr.Sg.)
mat-parayā
deren Ziel Ich bin (Instr.Sg., Adj.)
mayi
mir gegenüber (Lok.Sg.)
bhāvam
Gemütszustand, Ekstase (Akk.Sg.)
param
den höchsten (Akk.Sg.)
gataḥ
erlangt habend (Nom.Sg., Part.Perf.)

prīto 'haṁ te prajā-nātha yat te 'syodbṛṁhaṇaṁ tapaḥ mamaiṣa kāmo bhūtānāṁ yad bhūyāsur vibhūtayaḥ

Ich bin dir wohlgesonnen, o Herr der Geschöpfe, da deine Askese der Mehrung dieser [Welt] dient. Dies ist Mein Wunsch für die Geschöpfe: dass ihr Gedeihen sich mehre.

Wort für Wort
prītaḥ
wohlgesonnen, erfreut (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
aham
ich (Nom.Sg.)
te
dir (Dat.Sg.)
prajā-nātha
o Herr der Geschöpfe (Vok.Sg.)
yat
da, weil (Konj.)
te
deine (Gen.Sg.)
asya
dieser [Welt] (Gen.Sg.)
udbṛṁhaṇam
der Mehrung dienend (Nom.Sg., Adj.)
tapaḥ
Askese (Nom.Sg.)
mama
Mein (Gen.Sg.)
eṣaḥ kāmaḥ
dieser Wunsch (Nom.Sg.)
bhūtānām
für die Geschöpfe (Gen.Pl.)
yat
dass (Konj.)
bhūyāsuḥ
sie mögen werden (3.Pl.Opt.)
vibhūtayaḥ
Gedeihen, Entfaltungen (Nom.Pl.)

brahmā bhavo bhavantaś ca manavo vibudheśvarāḥ vibhūtayo mama hy etā bhūtānāṁ bhūti-hetavaḥ

Brahmā, Śiva und auch ihr [Prajāpatis], die Manus, die Herrscher der Götter - dies alles sind Meine Machtentfaltungen, die Ursachen des Wohlergehens der Geschöpfe.

Wort für Wort
brahmā
Brahmā (Nom.Sg.)
bhavaḥ
Śiva (Nom.Sg.)
bhavantaḥ
ihr, [Euer] Gnaden [die Prajāpatis] (Nom.Pl.)
ca
und (Konj.)
manavaḥ
die Manus (Nom.Pl.)
vibudha-īśvarāḥ
die Herrscher der Götter (Nom.Pl.)
vibhūtayaḥ
Machtentfaltungen (Nom.Pl.)
mama
Meine (Gen.Sg.)
hi
wahrlich (Partikel)
etāḥ
diese (Nom.Pl.)
bhūtānām
der Geschöpfe (Gen.Pl.)
bhūti-hetavaḥ
Ursachen des Wohlergehens (Nom.Pl.)

tapo me hṛdayaṁ brahmaṁs tanur vidyā kriyākṛtiḥ aṅgāni kratavo jātā dharma ātmāsavaḥ surāḥ

Askese ist Mein Herz, o Brahmane, Wissen ist Mein Leib, [rechtes] Handeln Meine Gestalt; die Opferhandlungen sind Meine entstandenen Glieder, die Pflichtordnung [ist] Meine Seele, die Lebenslüfte [sind] die Götter.

Wort für Wort
tapaḥ
Askese (Nom.Sg.)
me
Mein (Gen.Sg.)
hṛdayam
Herz (Nom.Sg.)
brahman
o Brahmane (Vok.Sg.)
tanuḥ
Leib (Nom.Sg.)
vidyā
Wissen (Nom.Sg.)
kriyā-ākṛtiḥ
[rechtes] Handeln [ist meine] Gestalt (Nom.Sg.)
aṅgāni
die Glieder (Nom.Pl.)
kratavaḥ
die Opferhandlungen (Nom.Pl.)
jātāḥ
entstanden (Nom.Pl., Part.Perf.)
dharmaḥ
die Pflichtordnung (Nom.Sg.)
ātmā
die Seele (Nom.Sg.)
asavaḥ
die Lebenslüfte (Nom.Pl.)
surāḥ
die Götter (Nom.Pl.)

aham evāsam evāgre nānyat kiñcāntaraṁ bahiḥ saṁjñāna-mātram avyaktaṁ prasuptam iva viśvataḥ

Ich allein war es, der im Anfang war; nichts anderes [gab es], weder innerlich noch äußerlich - nur das unentfaltete Bewusstsein [allein], gleichsam allseits schlummernd.

Wort für Wort
aham
ich (Nom.Sg.)
eva
allein, gerade (Partikel)
āsam
ich war (1.Sg.Impf.)
eva
gewiss (Partikel)
agre
im Anfang (Lok.Sg.)
na anyat
nichts anderes (Nom.Sg.)
kiñca
irgendetwas (Pron.)
antaram
innerlich (Adv.)
bahiḥ
äußerlich (Adv.)
saṁjñāna-mātram
nur das [reine] Bewusstsein (Nom.Sg.)
avyaktam
unentfaltet (Nom.Sg., Adj.)
prasuptam
schlummernd (Nom.Sg., Part.Perf.)
iva
gleichsam (Partikel)
viśvataḥ
allseits, überall (Adv.)

mayy ananta-guṇe 'nante guṇato guṇa-vigrahaḥ yadāsīt tata evādyaḥ svayambhūḥ samabhūd ajaḥ

Als aus Mir, dem Unendlichen mit unendlichen Eigenschaften, durch [Meine] Eigenschaft [Māyā] das Universum, welches [selbst] aus den Erscheinungsweisen besteht, entstand, da wurde daraus der Erste, der Selbstentstandene, der Ungeborene [Brahmā], geboren.

Wort für Wort
mayi
in Mir, aus Mir (Lok.Sg.)
ananta-guṇe
dem mit unendlichen Eigenschaften (Lok.Sg.)
anante
dem Unendlichen (Lok.Sg.)
guṇataḥ
durch [Meine] Eigenschaft [Māyā] (Abl.)
guṇa-vigrahaḥ
das aus den Erscheinungsweisen bestehende [Universum] (Nom.Sg.)
yadā
als (Adv.)
āsīt
entstand, war (3.Sg.Impf.)
tataḥ
daraus (Adv.)
eva
gewiss (Partikel)
ādyaḥ
der Erste (Nom.Sg.)
svayambhūḥ
der Selbstentstandene [Brahmā] (Nom.Sg.)
samabhūt
wurde geboren (3.Sg.Impf.)
ajaḥ
der Ungeborene (Nom.Sg.)

sa vai yadā mahādevo mama vīryopabṛṁhitaḥ mene khilam ivātmānam udyataḥ svarga-karmaṇi atha me 'bhihito devas tapo 'tapyata dāruṇam nava viśva-sṛjo yuṣmān yenādāv asṛjad vibhuḥ

Als jener Brahmā, der Große unter den Göttern, durch Meine Kraft gestärkt, sich [dennoch], als er sich zur Aufgabe der Erschaffung des Universums anschickte, gleichsam für unzulänglich hielt, da übte jener Gott, von Mir unterwiesen, schreckliche Askese, durch die der Mächtige im Anfang euch, die neun Weltenschöpfer, erschuf.

Wort für Wort
saḥ
jener (Nom.Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
yadā
als (Adv.)
mahā-devaḥ
der Große unter den Göttern [Brahmā] (Nom.Sg.)
mama
durch Meine (Gen.Sg.)
vīrya-upabṛṁhitaḥ
durch Kraft gestärkt (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
mene
hielt sich für (3.Sg.Perf.Med.)
khilam
unzulänglich, unfähig (Akk.Sg., Adj.)
iva
gleichsam (Partikel)
ātmānam
sich selbst (Akk.Sg.)
udyataḥ
sich anschickend (Nom.Sg., Part.Perf.)
svarga-karmaṇi
zur Aufgabe der Erschaffung des Universums (Lok.Sg.)
atha
da, darauf (Adv.)
me
von Mir (Instr./Gen.Sg.)
abhihitaḥ
unterwiesen, angewiesen (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
devaḥ
jener Gott [Brahmā] (Nom.Sg.)
tapaḥ
Askese (Akk.Sg.)
atapyata
übte (3.Sg.Impf.Med.)
dāruṇam
schreckliche (Akk.Sg., Adj.)
nava viśva-sṛjaḥ
die neun Weltenschöpfer (Akk.Pl.)
yuṣmān
euch (Akk.Pl.)
yena
durch die (Instr.Sg., Rel.Pron.)
ādau
im Anfang (Lok.Sg.)
asṛjat
erschuf (3.Sg.Impf.)
vibhuḥ
der Mächtige (Nom.Sg.)

eṣā pañcajanasyāṅga duhitā vai prajāpateḥ asiknī nāma patnītve prajeśa pratigṛhyatām

Dies ist, o Kind, wahrlich die Tochter des Prajāpati Pañcajana, mit Namen Asiknī - o Herr der Geschöpfe, nimm sie zur Gattin an.

Wort für Wort
eṣā
dies, diese (Nom.Sg.)
pañcajanasya
des Pañcajana (Gen.Sg.)
aṅga
o Kind (Vok.Sg.)
duhitā
die Tochter (Nom.Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
prajāpateḥ
des Prajāpati (Gen.Sg.)
asiknī nāma
mit Namen Asiknī (Nom.Sg.)
patnītve
als Gattin (Lok.Sg.)
prajeśa
o Herr der Geschöpfe (Vok.Sg.)
pratigṛhyatām
sie werde angenommen (3.Sg.Imp.Pass.)

mithuna-vyavāya-dharmas tvaṁ prajā-sargam imaṁ punaḥ mithuna-vyavāya-dharmiṇyāṁ bhūriśo bhāvayiṣyasi

Du, dem die Ordnung der geschlechtlichen Vereinigung von Paaren obliegt, wirst diese Erschaffung der Geschöpfe abermals, in ihr, die derselben Ordnung der geschlechtlichen Vereinigung [unterliegt], vielfach hervorbringen.

Wort für Wort
mithuna-vyavāya-dharmaḥ
dem die Ordnung der geschlechtlichen Vereinigung von Paaren obliegt (Nom.Sg.)
tvam
du (Nom.Sg.)
prajā-sargam
die Erschaffung der Geschöpfe (Akk.Sg.)
imam
diese (Akk.Sg.)
punaḥ
abermals (Adv.)
mithuna-vyavāya-dharmiṇyām
in ihr, die derselben Ordnung [unterliegt] (Lok.Sg.)
bhūriśaḥ
vielfach, reichlich (Adv.)
bhāvayiṣyasi
du wirst hervorbringen (2.Sg.Fut.)

tvatto 'dhastāt prajāḥ sarvā mithunī-bhūya māyayā madīyayā bhaviṣyanti hariṣyanti ca me balim

Von dir ausgehend werden hinfort alle Geschöpfe, durch Meine [täuschende] Macht sich paarend, entstehen und Mir [ihre] Opfergaben darbringen.

Wort für Wort
tvattaḥ
von dir (Abl.Sg.)
adhastāt
hinfort, danach (Adv.)
prajāḥ
die Geschöpfe (Nom.Pl.)
sarvāḥ
alle (Nom.Pl.)
mithunī-bhūya
sich paarend (Ger.)
māyayā
durch [Meine täuschende] Macht (Instr.Sg.)
madīyayā
Meine (Instr.Sg., Adj.)
bhaviṣyanti
sie werden entstehen (3.Pl.Fut.)
hariṣyanti
sie werden darbringen (3.Pl.Fut.)
ca
und (Konj.)
me
Mir (Dat.Sg.)
balim
Opfergabe (Akk.Sg.)

śrī-śukaḥ uvāca ity uktvā miṣatas tasya bhagavān viśva-bhāvanaḥ svapnopalabdhārtha iva tatraivāntardadhe hariḥ

Śrī Śuka sprach: Nachdem Er so gesprochen hatte, verschwand der Erhabene Herr Hari, der das Universum erschafft, während jener [Dakṣa] noch zusah, ebendort - gleich einem im Traum wahrgenommenen Gegenstand.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.)
iti
so (Partikel)
uktvā
gesprochen habend (Ger.)
miṣataḥ tasya
während jener [Dakṣa] zusah (Gen.Sg., Part.Präs.)
bhagavān
der Erhabene Herr (Nom.Sg.)
viśva-bhāvanaḥ
der das Universum erschafft (Nom.Sg.)
svapna-upalabdha-arthaḥ
ein im Traum wahrgenommener Gegenstand (Nom.Sg.)
iva
gleich, wie (Partikel)
tatra eva
ebendort (Adv.)
antardadhe
verschwand (3.Sg.Perf.Med.)
hariḥ
Hari (Nom.Sg.)

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