Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 46: hiraṇyākṣasya dig-vijayaḥ Sieg Hiraṇyākṣas über alle Weltrichtungen des Universums

Skandha 3, Adhyāya 17. Quelle: vedabase.io. title_sa als eigene knappe IAST-Kurzbezeichnung des Inhalts gebildet, da vedabase.io keinen Sanskrit-IAST-Kapiteltitel angibt (nur Englisch 'Victory of Hiranyaksa Over All the Directions of the Universe').

maitreya uvāca niśamyātma-bhuvā gītaṁ kāraṇaṁ śaṅkayojjhitāḥ tataḥ sarve nyavartanta tridivāya divaukasaḥ

Maitreya sprach: Nachdem sie den vom Selbstgeborenen (Brahmā) besungenen Grund vernommen hatten und so von ihrem Zweifel befreit waren, kehrten darauf alle Himmelsbewohner zum dritten Himmel zurück.

Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
niśamya ātma-bhuvā gītam kāraṇam
nachdem sie den vom Selbstgeborenen besungenen Grund vernommen hatten
śaṅkayā ujjhitāḥ
von ihrem Zweifel befreit
tataḥ sarve nyavartanta
darauf kehrten alle zurück
tridivāya divaukasaḥ
die Himmelsbewohner zum dritten Himmel

ditis tu bhartur ādeśād apatya-pariśaṅkinī pūrṇe varṣa-śate sādhvī putrau prasuṣuve yamau

Diti aber, dem Befehl ihres Gemahls folgend, um ihre Nachkommenschaft besorgt, gebar, als hundert Jahre voll geworden waren, die Tugendhafte, Zwillingssöhne.

Wort für Wort
ditiḥ tu bhartuḥ ādeśāt
Diti aber, dem Befehl ihres Gemahls folgend
apatya-pariśaṅkinī
um ihre Nachkommenschaft besorgt
pūrṇe varṣa-śate sādhvī
als hundert Jahre voll geworden waren, die Tugendhafte
putrau prasuṣuve yamau
gebar zwei Zwillingssöhne

utpātā bahavas tatra nipetur jāyamānayoḥ divi bhuvy antarikṣe ca lokasyoru-bhayāvahāḥ

Als die beiden geboren wurden, ereigneten sich dort viele Vorzeichen im Himmel, auf der Erde und im Luftraum, die der Welt große Furcht einflößten.

Wort für Wort
utpātāḥ bahavaḥ tatra nipetuḥ
viele Vorzeichen ereigneten sich dort
jāyamānayoḥ
als die beiden geboren wurden
divi bhuvi antarikṣe ca
im Himmel, auf der Erde und im Luftraum
lokasya uru-bhaya-āvahāḥ
der Welt große Furcht einflößend

sahācalā bhuvaś celur diśaḥ sarvāḥ prajajvaluḥ solkāś cāśanayaḥ petuḥ ketavaś cārti-hetavaḥ

Zusammen mit den Bergen erbebte die Erde, alle Himmelsrichtungen loderten auf, Feuerbälle samt Blitzen fielen herab, und Kometen erschienen als Ursachen des Unheils.

Wort für Wort
saha-acalā bhuvaḥ celuḥ
zusammen mit den Bergen erbebte die Erde
diśaḥ sarvāḥ prajajvaluḥ
alle Himmelsrichtungen loderten auf
sa-ulkāḥ ca aśanayaḥ petuḥ
Feuerbälle samt Blitzen fielen herab
ketavaḥ ca arti-hetavaḥ
und Kometen als Ursachen des Leids

vavau vāyuḥ suduḥsparśaḥ phūt-kārān īrayan muhuḥ unmūlayan naga-patīn vātyānīko rajo-dhvajaḥ

Ein Wind wehte, sehr schmerzhaft zu berühren, wiederholt zischende Laute von sich gebend, die Herren der Bäume/Berge entwurzelnd, ein Sturmheer mit Staub als Banner.

Wort für Wort
vavau vāyuḥ su-duḥsparśaḥ
ein Wind wehte, sehr schmerzhaft zu berühren
phūt-kārān īrayan muhuḥ
wiederholt zischende Laute von sich gebend
unmūlayan naga-patīn
die Herren der Bäume/Berge entwurzelnd
vātya-anīkaḥ rajaḥ-dhvajaḥ
ein Sturmheer mit Staub als Banner

uddhasat-taḍid-ambhoda-ghaṭayā naṣṭa-bhāgaṇe vyomni praviṣṭa-tamasā na sma vyādṛśyate padam

Durch die Menge laut lachender, blitzender Regenwolken war das Sternbild-Geflecht ausgelöscht; da der Himmel von Finsternis erfüllt war, ließ sich kein Ort mehr erblicken.

Wort für Wort
uddhasat-taḍit-ambhoda-ghaṭayā
durch die Menge laut lachender, blitzender Regenwolken
naṣṭa-bhāgaṇe vyomni
als das Sternbild-Geflecht am Himmel ausgelöscht war
praviṣṭa-tamasā
da [er] von Finsternis erfüllt war
na sma vyādṛśyate padam
ließ sich kein Ort mehr erblicken

cukrośa vimanā vārdhir udūrmiḥ kṣubhitodaraḥ / sodapānāś ca saritaś cukṣubhuḥ śuṣka-paṅkajāḥ

Das Meer klagte betrübt, mit hohen Wellen, seinen Bauch aufgewühlt; auch die Brunnen und Flüsse gerieten in Aufruhr, ihre Lotosblüten verwelkten.

Wort für Wort
cukrośa vimanāḥ vārdhiḥ
das Meer klagte betrübt
ud-ūrmiḥ kṣubhita-udaraḥ
mit hohen Wellen, seinen Bauch aufgewühlt
sa-udapānāḥ ca saritaḥ cukṣubhuḥ
auch die Brunnen und Flüsse gerieten in Aufruhr
śuṣka-paṅkajāḥ
ihre Lotosblüten verwelkt

muhuḥ paridhayo 'bhūvan sarāhvoḥ śaśi-sūryayoḥ nirghātā ratha-nirhrādā vivarebhyaḥ prajajñire

Wiederholt entstanden Höfe/Ringe um Mond und Sonne samt ihren Begleitgestirnen; wagenradartig dröhnende Donnerschläge entstanden aus den Erdspalten.

Wort für Wort
muhuḥ paridhayaḥ abhūvan
wiederholt entstanden Höfe/Ringe
sa-rāhvoḥ śaśi-sūryayoḥ
um Mond und Sonne samt ihren Begleitgestirnen
nirghātāḥ ratha-nirhrādāḥ
wagenradartig dröhnende Donnerschläge
vivarebhyaḥ prajajñire
entstanden aus den Erdspalten

[?] 'sarāhvoḥ' (samt ihren 'Rufenden'/Begleitgestirnen, evtl. Rāhu) unsicher übersetzt.

antar-grāmeṣu mukhato vamantyo vahnim ulbaṇam | sṛgālolūka-ṭaṅkāraiḥ praṇedur aśivaṁ śivāḥ ||

Innerhalb der Dörfer heulten Schakale, aus ihrem Maul heftiges Feuer speiend, mit den kreischenden Lauten von Eulen unheilvoll auf.

Wort für Wort
antar-grāmeṣu
innerhalb der Dörfer
mukhataḥ vamantyaḥ vahnim ulbaṇam
aus ihrem Maul heftiges Feuer speiend
sṛgāla-ulūka-ṭaṅkāraiḥ
mit schakalgleichen, eulenartigen kreischenden Lauten
praṇeduḥ aśivam śivāḥ
heulten die Schakale unheilvoll

saṅgīta-vad rodanavad unnamayya śirodharām vyamuñcan vividhā vāco grāma-siṁhās tatas tataḥ

Wie singend, wie weinend, den Nacken emporreckend, stießen die Dorfhunde da und dort mancherlei Laute aus.

Wort für Wort
saṅgīta-vat rodana-vat
wie singend, wie weinend
unnamayya śirodharām
den Nacken emporreckend
vyamuñcan vividhāḥ vācaḥ
stießen mancherlei Laute aus
grāma-siṁhāḥ tataḥ tataḥ
die Dorfhunde da und dort

[Anm.] 'grāma-siṁhāḥ' (wörtlich 'Dorflöwen') ist eine ironische Bezeichnung für Haushunde.

kharāś ca karkaśaiḥ kṣattaḥ khurair ghnanto dharā-talam khārkāra-rabhasā mattāḥ paryadhāvan varūthaśaḥ

Und Esel, o Kṣattā (Vidura), mit harten Hufen den Erdboden schlagend, liefen, trunken vor Erregung, mit dem rauen Laut 'khar-khar' in Herden umher.

Wort für Wort
kharāḥ ca karkaśaiḥ kṣattaḥ
und Esel, o Kṣattā (Vidura), mit harten [Hufen]
khuraiḥ ghnantaḥ dharā-talam
die mit den Hufen den Erdboden schlugen
khārkāra-rabhasāḥ mattāḥ
mit dem rauen Laut 'khar-khar', trunken vor Erregung
paryadhāvan varūthaśaḥ
liefen in Herden umher

rudanto rāsabha-trastā nīḍād udapatan khagāḥ ghoṣe 'raṇye ca paśavaḥ śakṛn-mūtram akurvata

Wehklagend flogen die von den Eseln erschreckten Vögel aus ihren Nestern auf; in der Rinderherde und im Wald ließen die Tiere Kot und Urin fahren.

Wort für Wort
rudantaḥ rāsabha-trastāḥ
wehklagend, von den Eseln erschreckt
nīḍāt udapatan khagāḥ
flogen die Vögel aus ihren Nestern auf
ghoṣe araṇye ca paśavaḥ
in der Rinderherde und im Wald ließen die Tiere
śakṛt-mūtram akurvata
Kot und Urin fahren

gāvo 'trasann asṛg-dohās toyadāḥ pūya-varṣiṇaḥ vyarudan deva-liṅgāni drumāḥ petur vinānilam

Die Kühe erschraken, Blut statt Milch gebend; die Regenwolken ließen Eiter regnen; die Götterbildnisse weinten; Bäume fielen ohne Windeinwirkung um.

Wort für Wort
gāvaḥ atrasan asṛk-dohāḥ
die Kühe erschraken, Blut gebend [statt Milch]
toyadāḥ pūya-varṣiṇaḥ
die Regenwolken ließen Eiter regnen
vyarudan deva-liṅgāni
die Götterbildnisse weinten
drumāḥ petuḥ vinā anilam
Bäume fielen ohne Wind um

grahān puṇyatamān anye bhagaṇāṁś cāpi dīpitāḥ aticerur vakra-gatyā yuyudhuś ca parasparam

Andere höchst günstige Planeten und Sternbilder, entflammt, zogen auf krummer Bahn vorüber und kämpften miteinander.

Wort für Wort
grahān puṇyatamān anye
andere, höchst günstige Planeten
bhagaṇān ca api dīpitāḥ
und auch die entflammten Sternbilder
aticeruḥ vakra-gatyā
zogen auf krummer Bahn vorüber
yuyudhuḥ ca parasparam
und kämpften miteinander

dṛṣṭvānyāṁś ca mahotpātān atat-tattva-vidaḥ prajāḥ brahma-putrān ṛte bhītā menire viśva-samplavam

Als sie diese und andere große Vorzeichen sahen, hielten die Menschen, die deren wahre Bedeutung nicht kannten - mit Ausnahme der Söhne Brahmās -, in ihrer Furcht dies für die Auflösung des Universums.

Wort für Wort
dṛṣṭvā anyān ca mahā-utpātān
als sie diese und andere große Vorzeichen sahen
atat-tattva-vidaḥ prajāḥ
die Menschen, die deren wahre Bedeutung nicht kannten
brahma-putrān ṛte bhītāḥ
außer den Söhnen Brahmās, in Furcht
menire viśva-samplavam
hielten sie es für die Auflösung des Universums

tāv ādi-daityau sahasā vyajyamānātma-pauruṣau vavṛdhāte 'śma-sāreṇa kāyenādri-patī iva

Jene beiden ursprünglichen Dämonen, deren eigene Manneskraft sich plötzlich offenbarte, wuchsen mit einem Körper hart wie Diamant/Stahl heran, wie zwei Herren der Berge.

Wort für Wort
tau ādi-daityau sahasā
jene beiden ursprünglichen Dämonen, plötzlich
vyajyamāna-ātma-pauruṣau
deren eigene Manneskraft sich offenbarte
vavṛdhāte aśma-sāreṇa kāyena
wuchsen mit einem hart wie Stein/Diamant [gewordenen] Körper heran
adri-patī iva
wie zwei Herren der Berge

divi-spṛśau hema-kirīṭa-koṭibhir niruddha-kāṣṭhau sphurad-aṅgadā-bhujau gāṁ kampayantau caraṇaiḥ pade pade kaṭyā sukāñcyārkam atītya tasthatuḥ

Den Himmel berührend, mit den Spitzen goldener Kronen die Himmelsrichtungen versperrend, mit Armen, an denen glänzende Armreifen aufblitzten, mit ihren Füßen bei jedem Schritt die Erde erschütternd, standen sie da, mit ihrem schönen Gürtel an der Hüfte die Sonne überragend.

Wort für Wort
divi-spṛśau
den Himmel berührend
hema-kirīṭa-koṭibhiḥ niruddha-kāṣṭhau
mit den Spitzen goldener Kronen die Himmelsrichtungen versperrend
sphurat-aṅgadā-bhujau
mit Armen, an denen glänzende Armreifen aufblitzten
gām kampayantau caraṇaiḥ pade pade
die Erde mit ihren Füßen bei jedem Schritt erschütternd
kaṭyā su-kāñcyā arkam atītya tasthatuḥ
standen sie da, mit dem schönen Gürtel an der Hüfte die Sonne überragend

prajāpatir nāma tayor akārṣīd yaḥ prāk sva-dehād yamayor ajāyata taṁ vai hiraṇyakaśipuṁ viduḥ prajā yaṁ taṁ hiraṇyākṣam asūta sāgrataḥ

Der Herr der Geschöpfe (Kaśyapa) gab den beiden Namen: Wer von den Zwillingen zuerst aus seinem (Kaśyapas) eigenen Leib geboren wurde, den kennen die Menschen als Hiraṇyakaśipu; wen sie zugleich mit ihm gebar, den [nennen sie] Hiraṇyākṣa.

Wort für Wort
prajāpatiḥ nāma tayoḥ akārṣīt
der Herr der Geschöpfe gab den beiden Namen
yaḥ prāk sva-dehāt yamayoḥ ajāyata
wer von den Zwillingen zuerst aus [seinem] eigenen Leib geboren wurde
tam vai hiraṇyakaśipum viduḥ prajāḥ
den kennen die Menschen wahrlich als Hiraṇyakaśipu
yam tam hiraṇyākṣam asūta sa-agrataḥ
wen sie zugleich mit ihm als Hiraṇyākṣa gebar

[?] Reihenfolge der Geburt und Bezug von 'sāgrataḥ' (zugleich mit ihm / ihm voran) im Vers unsicher; traditionell gilt Hiraṇyakaśipu als der ältere der beiden.

cakre hiraṇyakaśipur dorbhyāṁ brahma-vareṇa ca vaśe sa-pālāḻ lokāṁs trīn akuto-mṛtyur uddhataḥ

Hiraṇyakaśipu, unangreifbar im Tod von irgendeiner Seite (durch den Brahmā-Segen unverwundbar) und übermütig geworden, brachte mit seinen beiden Armen und durch Brahmās Segnung die drei Welten samt ihren Hütern in seine Gewalt.

Wort für Wort
cakre hiraṇyakaśipuḥ dorbhyām
Hiraṇyakaśipu brachte mit [seinen] beiden Armen
brahma-vareṇa ca
und durch Brahmās Segnung
vaśe sa-pālān lokān trīn
die drei Welten samt ihren Hütern unter [seine] Gewalt
akutaḥ-mṛtyuḥ uddhataḥ
unangreifbar im Tod von jeder Seite, übermütig

hiraṇyākṣo 'nujas tasya priyaḥ prīti-kṛd anvaham / gadā-pāṇir divaṁ yāto yuyutsur mṛgayan raṇam

Hiraṇyākṣa, sein jüngerer Bruder, ihm lieb und ihm Tag für Tag Freude bereitend, zog, die Keule in der Hand, kampfbegierig, nach Kampf suchend, zum Himmel.

Wort für Wort
hiraṇyākṣaḥ anujaḥ tasya
Hiraṇyākṣa, sein jüngerer Bruder
priyaḥ prīti-kṛt anvaham
ihm lieb, Tag für Tag Freude bereitend
gadā-pāṇiḥ divam yātaḥ
zog, die Keule in der Hand, zum Himmel
yuyutsuḥ mṛgayan raṇam
kampfbegierig, nach Kampf suchend

taṁ vīkṣya duḥsaha-javaṁ raṇat-kāñcana-nūpuram vaijayantyā srajā juṣṭam aṁsa-nyasta-mahā-gadam

Als sie ihn erblickten, von unerträglicher Geschwindigkeit, mit klirrenden goldenen Fußreifen, geschmückt mit einer Vaijayantī-Girlande, die große Keule auf der Schulter ruhend...

Wort für Wort
tam vīkṣya duḥsaha-javam
als sie ihn erblickten, von unerträglicher Geschwindigkeit
raṇat-kāñcana-nūpuram
mit klirrenden goldenen Fußreifen
vaijayantyā srajā juṣṭam
geschmückt mit einer Vaijayantī-Girlande
aṁsa-nyasta-mahā-gadam
die große Keule auf der Schulter ruhend

mano-vīrya-varotsiktam asṛṇyam akuto-bhayam bhītā nililyire devās tārkṣya-trastā ivāhayaḥ

... an Geist und Heldenkraft von Übermut geschwellt, ohne Mitleid, ohne Furcht von irgendeiner Seite - da verbargen sich die erschrockenen Götter, wie vor Garuḍa (Tārkṣya) geängstigte Schlangen.

Wort für Wort
manaḥ-vīrya-vara-utsiktam
an Geist und Heldenkraft von Übermut geschwellt
asṛṇyam akutaḥ-bhayam
ohne Mitleid, ohne Furcht von irgendeiner Seite
bhītāḥ nililyire devāḥ
verbargen sich die erschrockenen Götter
tārkṣya-trastāḥ iva ahayaḥ
wie vor Garuḍa geängstigte Schlangen

sa vai tirohitān dṛṣṭvā mahasā svena daitya-rāṭ sendrān deva-gaṇān kṣībān apaśyan vyanadad bhṛśam

Der Dämonenkönig, der sah, dass sie durch seine eigene Macht verschwunden waren, und die Schar der Götter samt Indra, trunken [vor Stolz], nicht erblickte, brüllte heftig auf.

Wort für Wort
saḥ vai tirohitān dṛṣṭvā
der [Dämonenkönig], als er sah, dass sie verschwunden waren
mahasā svena daitya-rāṭ
durch seine eigene Macht, der Dämonenkönig
sa-indrān deva-gaṇān kṣībān
trunken [vor Stolz], die Schar der Götter samt Indra
apaśyan vyanadat bhṛśam
nicht erblickend, brüllte er heftig auf

tato nivṛttaḥ krīḍiṣyan gambhīraṁ bhīma-nisvanam vijagāhe mahā-sattvo vārdhiṁ matta iva dvipaḥ

Dann kehrte er um, und, um zu spielen, tauchte der von großer Kraft in den tiefen, furchterregend tosenden Ozean ein, wie ein rasender Elefant.

Wort für Wort
tataḥ nivṛttaḥ krīḍiṣyan
dann kehrte er um, um zu spielen
gambhīram bhīma-nisvanam
in den tiefen, furchterregend tosenden [Ozean]
vijagāhe mahā-sattvaḥ vārdhim
tauchte der von großer Kraft in den Ozean ein
mattaḥ iva dvipaḥ
wie ein rasender Elefant

tasmin praviṣṭe varuṇasya sainikā yādo-gaṇāḥ sanna-dhiyaḥ sasādhvasāḥ ahanyamānā api tasya varcasā pradharṣitā dūrataraṁ pradudruvuḥ

Als er dort eingedrungen war, flohen Varuṇas Soldaten, die Scharen der Wassergeschöpfe, mit mutlosem Sinn und Angst erfüllt, obwohl sie nicht geschlagen wurden, doch von seinem bloßen Glanz überwältigt, weit hinweg.

Wort für Wort
tasmin praviṣṭe
als er dort eingedrungen war
varuṇasya sainikāḥ yādaḥ-gaṇāḥ
Varuṇas Soldaten, die Scharen der Wassergeschöpfe
sanna-dhiyaḥ sa-sādhvasāḥ
mit mutlosem Sinn, von Angst erfüllt
ahanyamānāḥ api tasya varcasā
obwohl nicht geschlagen, [doch] von seinem Glanz
pradharṣitāḥ dūrataram pradudruvuḥ
überwältigt, flohen sie weit hinweg

sa varṣa-pūgān udadhau mahā-balaś caran mahormīñ chvasaneritān muhuḥ maurvyābhijaghne gadayā vibhāvarīm āsedivāṁs tāta purīṁ pracetasaḥ

Er, der Gewaltige, im Ozean umherziehend, schlug viele Jahre lang wiederholt mit seiner sehnenumwundenen Keule auf die vom Wind aufgepeitschten großen Wellen ein, bis er, o Vater (Vidura), nachts zur Stadt des Pracetas (Varuṇa) gelangte.

Wort für Wort
saḥ varṣa-pūgān udadhau mahā-balaḥ caran
er, der Gewaltige, viele Jahre lang im Ozean umherziehend
mahā-ūrmīn śvasana-īritān muhuḥ
wiederholt auf die vom Wind aufgepeitschten großen Wellen
maurvyā abhijaghne gadayā
schlug mit seiner sehnenumwundenen Keule ein
vibhāvarīm āsedivān tāta purīm pracetasaḥ
gelangte nachts, o Vater, zur Stadt des Pracetas

[?] 'maurvyā' (mit der aus Sehne/Bogensehne [gefertigten Keule]) sinngemäß erschlossen.

tatropalabhyāsura-loka-pālakaṁ yādo-gaṇānām ṛṣabhaṁ pracetasam smayan pralabdhuṁ praṇipatya nīcavaj jagāda me dehy adhirāja saṁyugam

Dort, den den Dämonen furchtbaren Weltenhüter, den Ersten der Wassergeschöpfe, Pracetas (Varuṇa), antreffend, verneigte er sich lächelnd, um ihn zu verspotten, wie ein Niedriger, und sprach: 'Gib mir Kampf, o Oberkönig.'

Wort für Wort
tatra upalabhya
dort, [ihn] antreffend
asura-loka-pālakam
den den Dämonen [furchtbaren] Weltenhüter
yādaḥ-gaṇānām ṛṣabham pracetasam
den Ersten der Wassergeschöpfe, Pracetas (Varuṇa)
smayan pralabdhum praṇipatya nīcavat
lächelnd, um ihn zu verspotten, sich verneigend wie ein Niedriger
jagāda me dehi adhirāja saṁyugam
sprach er: 'Gib mir Kampf, o Oberkönig'

tvaṁ loka-pālo 'dhipatir bṛhac-chravā vīryāpaho durmada-vīra-māninām vijitya loke 'khila-daitya-dānavān yad rājasūyena purāyajat prabho

Du bist der Weltenhüter, der Oberherr, von großem Ruhm, der die Kraft der überheblichen, sich für Helden Haltenden nimmt, da du einst, alle Dämonen und Dānavas in der Welt besiegend, das Rājasūya-Opfer dargebracht hast, o Herr.

Wort für Wort
tvam loka-pālaḥ adhipatiḥ bṛhat-śravāḥ
du bist der Weltenhüter, der Oberherr, von großem Ruhm
vīrya-apahaḥ durmada-vīra-māninām
der die Kraft der überheblichen, sich für Helden haltenden [Krieger] nimmt
vijitya loke akhila-daitya-dānavān
da du, alle Dämonen und Dānavas in der Welt besiegend
yat rājasūyena purā ayajat prabho
einst mit dem Rājasūya-Opfer geopfert hast, o Herr

sa evam utsikta-madena vidviṣā dṛḍhaṁ pralabdho bhagavān apāṁ patiḥ roṣaṁ samutthaṁ śamayan svayā dhiyā vyavocad aṅgopaśamaṁ gatā vayam

Er, der Erhabene, der Herr der Gewässer (Varuṇa), so von dem in Übermut geschwellten Feind heftig verspottet, den aufsteigenden Zorn durch seine eigene Klugheit bezähmend, sprach: 'Mein Lieber, wir sind zur Kampfesenthaltung gelangt.'

Wort für Wort
saḥ evam utsikta-madena vidviṣā
er, so von dem in Übermut geschwellten Feind
dṛḍham pralabdhaḥ bhagavān apām patiḥ
heftig verspottet, der Erhabene, der Herr der Gewässer
roṣam samuttham śamayan svayā dhiyā
den aufsteigenden Zorn durch eigene Klugheit bezähmend
vyavocat aṅga upaśamam gatāḥ vayam
sprach: 'Mein Lieber, wir sind zur Kampfesenthaltung gelangt'

paśyāmi nānyaṁ puruṣāt purātanād yaḥ saṁyuge tvāṁ raṇa-mārga-kovidam ārādhayiṣyaty asurarṣabhehi taṁ manasvino yaṁ gṛṇate bhavādṛśāḥ

Ich sehe keinen anderen außer dem uralten Puruṣa, der dich, den im Pfad des Kampfes Kundigen, im Kampf zufriedenstellen könnte, o Bester der Dämonen; geh zu ihm, den auch Verständige wie du preisen.

Wort für Wort
paśyāmi na anyam puruṣāt purātanāt
ich sehe keinen anderen außer dem uralten Puruṣa
yaḥ saṁyuge tvām raṇa-mārga-kovidam
der dich, den im Pfad des Kampfes Kundigen, im Kampf
ārādhayiṣyati asura-ṛṣabha ihi tam
zufriedenstellen wird, o Bester der Dämonen, geh zu ihm
manasvinaḥ yam gṛṇate bhavādṛśāḥ
den auch Verständige wie du preisen

taṁ vīram ārād abhipadya vismayaḥ śayiṣyase vīra-śaye śvabhir vṛtaḥ yas tvad-vidhānām asatāṁ praśāntaye rūpāṇi dhatte sad-anugrahecchayā

Sobald du diesem Helden nahegekommen bist, wirst du, von Staunen [ergriffen], auf dem Heldenlager liegen, von Hunden umgeben - er, der um der Befriedung der Übeltäter deiner Art willen, aus dem Wunsch heraus, den Guten Gnade zu erweisen, [seine verschiedenen] Gestalten annimmt.

Wort für Wort
tam vīram ārāt abhipadya
sobald du diesem Helden nahegekommen bist
vismayaḥ śayiṣyase vīra-śaye
wirst du, von Staunen [ergriffen], auf dem Heldenlager liegen
śvabhiḥ vṛtaḥ
von Hunden umgeben
yaḥ tvat-vidhānām asatām praśāntaye
er, der um der Befriedung der Übeltäter deiner Art willen
rūpāṇi dhatte sat-anugraha-icchayā
[seine] Gestalten annimmt, aus dem Wunsch, den Guten Gnade zu erweisen

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks