Śrī Śuka sprach: Nachdem sie den Schlangenkönig Vāsuki mit dem Versprechen eines Anteils [am Nektar] eingeladen und ihn rings um jenen Berg als Zugseil gewickelt hatten, begannen die von Freude erfüllten, eifrig bemühten Götter, o Bester der Kurus, den Ozean um des Nektars willen zu quirlen.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
te
sie
nāga-rājam
den Schlangenkönig
āmantrya
einladend
phala-bhāgena
mit dem Versprechen eines Anteils (am Lohn/Nektar)
tan naicchan daitya-patayo mahā-puruṣa-ceṣṭitam
na gṛhṇīmo vayaṁ puccham aher aṅgam amaṅgalam
svādhyāya-śruta-sampannāḥ prakhyātā janma-karmabhiḥ
Das gefiel den Anführern der Daityas nicht - diese Anordnung der Höchsten Person: „Wir nehmen den Schwanz, dieses unheilvolle Glied der Schlange, nicht - wir, die wir mit eigenem [vedischem] Studium und heiligem Wissen ausgestattet und durch Geburt und Taten berühmt sind.“
Wort für Wort
tat
das, dies
na aicchan
sie mochten/wollten nicht
daitya-patayaḥ
die Anführer der Daityas
mahā-puruṣa-ceṣṭitam
die Anordnung/Tat der Höchsten Person
na gṛhṇīmaḥ
wir nehmen nicht
vayam
wir
puccham
den Schwanz
aheḥ
der Schlange
aṅgam
das Glied
amaṅgalam
unheilvoll
svādhyāya-śruta-sampannāḥ
ausgestattet mit eigenem Studium und heiligem [vedischem] Wissen
Als die Höchste Person die so schweigend dastehenden Daityas erblickte, ließ sie lächelnd das vordere Ende los und ergriff, zusammen mit den Unsterblichen, den Schwanz.
kṛta-sthāna-vibhāgās ta evaṁ kaśyapa-nandanāḥ
mamanthuḥ paramaṁ yattā amṛtārthaṁ payo-nidhim
Nachdem sie so die Aufteilung der Plätze vorgenommen hatten, quirlten die Söhne Kaśyapas mit höchster Anstrengung den Milchozean, um Nektar zu erlangen.
Wort für Wort
kṛta-sthāna-vibhāgāḥ
nachdem sie die Aufteilung der Plätze vorgenommen hatten
mathyamāne 'rṇave so 'drir anādhāro hy apo 'viśat
dhriyamāṇo 'pi balibhir gauravāt pāṇḍu-nandana
Während [so] im Ozean gequirlt wurde, sank jener stützenlose Berg ins Wasser, obwohl er von den Starken gehalten wurde - wegen seiner Schwere, o Sohn Pāṇḍus.
te sunirviṇṇamanasaḥ parimlānamukhaśriyaḥ
āsan svapauruṣe naṣṭe daivenātibalīyasā
Sie waren, mit sehr niedergeschlagenem Geist und verblasster Gesichtsschönheit, [ganz verzweifelt], da ihre eigene Kraft durch das übermächtige Schicksal zunichte gemacht worden war.
Wort für Wort
te
sie
su-nirviṇṇa-manasaḥ
mit sehr entmutigtem Geist
parimlāna-mukha-śriyaḥ
mit verblasster Gesichtsschönheit
āsan
sie waren
sva-pauruṣe naṣṭe
als ihre eigene Kraft zunichte gemacht war
daivena
durch das Schicksal
ati-balīyasā
das übermächtig war
Verszählung ab hier via GRETIL-Fallback (vedabase 429), Offset gegenüber GRETIL-Nummerierung (v=G-1) anhand mehrerer Anker (v1-6,8,41,42,45,46) verifiziert.
Als der Herr, von unermesslicher Kraft und unfehlbarem Entschluss, diese [vom Schicksal verursachte] Behinderung sah, nahm er die Gestalt einer wunderbaren, gewaltigen Schildkröte an, tauchte ins Wasser und hob den Berg empor.
Wort für Wort
vilokya
erblickend
vighna-īśa-vidhim
die (vom Schicksal gelenkte) Fügung des Hindernisses
tam utthitaṁ vīkṣya kulācalaṁ punaḥ samudyatā nirmathituṁ surāsurāḥ
dadhāra pṛṣṭhena sa lakṣayojana-prastāriṇā dvīpa ivāparo mahān
Als die Götter und Dämonen den [nun wieder] emporgehobenen Bergfürsten sahen, machten sie sich wieder bereit zu quirlen; und er [die Schildkröte] trug ihn auf seinem Rücken, der sich über hunderttausend Yojanas erstreckte, wie eine andere, gewaltige Insel.
O [Parīkṣit], während er auf seinem Rücken den Berg trug, der durch die Armkraft der Fürsten der Götter und Dämonen zum Zittern gebracht wurde und sich [dort] herumdrehte, empfand die unermessliche Urschildkröte jene Drehung nur wie ein Kratzen an ihrem Körper.
Ebenso durchdrang Viṣṇu, mit unerkannter Gestalt, die Dämonen mit dämonischer Form und regte so deren Kraft und Stärke an; und er entflammte die Schar der Götter [mit göttlicher Form], und ebenso [belebte er] mit göttlicher Kraft, unbemerkt, den Schlangenkönig.
Wort für Wort
tathā
ebenso
asurān
in die Dämonen
āviśat
drang ein
āsureṇa rūpeṇa
mit dämonischer Gestalt
teṣām
deren
bala-vīryam
Kraft und Stärke
īrayan
anregend
uddīpayan
entflammend
deva-gaṇān ca
und die Schar der Götter
viṣṇuḥ
Viṣṇu
daivena
mit göttlicher [Kraft/Form]
nāga-indram
den Schlangenkönig [Vāsuki]
abodha-rūpaḥ
mit unbemerkter Gestalt
Vers syntaktisch verdichtet; genaue Zuordnung von 'daivena' zu 'nāgendram' unsicher [?].
Oben, auf den Bergfürsten tretend, [ihn] mit der Hand [haltend], stand der Tausendarmige, wie ein weiterer Bergkönig, am Himmel, während Brahmā, Śiva, Indra und andere ihn priesen; und er wurde mit Blumen beregnet.
Da der Höchste oben und unten, [sowie] in eigener Gestalt, am Berg und am Zugseil eingetreten war [und sie so] gestärkt hatte, quirlten sie, übermütig [vor Kraft], mit Eile den Ozean mit dem großen Berg, dessen Schar von Krokodilen aufgewühlt wurde.
Die Dämonen - angeführt von den Paulomas, Kāleyas, Bali, Ilvala und anderen -, deren Glanz vom Feuer und Rauch des Atems aus den tausend harten Augen und Mäulern des Schlangenkönigs getroffen wurde, wurden [dadurch] wie von einem Waldbrand verbrannte Kiefern.
Wort für Wort
ahīndra-sāhasra
des Schlangenkönigs tausendfach
kaṭhora-dṛk-mukha
mit harten Augen und Mund
śvāsa-agni-dhūma
vom Feuer und Rauch des Atems
āhata-varcasaḥ
deren Glanz getroffen wurde
asurāḥ
die Dämonen
paulomaka-āleya-bali-ilvala-ādayaḥ
angeführt von Paulomas, Kāleyas, Bali, Ilvala u.a.
devāṁś ca tac-chvāsa-śikhāhata-prabhān dhūmrāmbara-srag-vara-kañcukānanān
samabhyavarṣan bhagavad-vaśā ghanā vavuḥ samudrormy-upagūḍha-vāyavaḥ
Und auch die Götter, deren Glanz von den Flammen jenes [Schlangen-]Atems getroffen und deren Gewänder, Girlanden, edle Panzer und Gesichter rauchgrau geworden waren, wurden von den Wolken, die vom Herrn gelenkt wurden, beregnet; und Winde, umschlossen von den Wogen des Ozeans, wehten [ihnen Kühlung zu].
Wort für Wort
devān ca
und die Götter
tat-śvāsa-śikhā-āhata-prabhān
deren Glanz von den Flammen jenes Atems getroffen wurde
dhūmra-ambara-srak-vara-kañcuka-ānanān
deren Gewänder, Girlanden, edle Panzer und Gesichter rauchgrau geworden waren
Wolkendunkel, mit goldenem Gewand, mit blitzgleich an den Ohren aufleuchtenden [Ohrringen], mit strahlendem, zerzaustem Haar auf dem Haupt, eine Girlande tragend, mit roten Augen - er, der die Schlange mit seinen siegreichen, der Welt Furchtlosigkeit schenkenden Armen ergriffen hatte, quirlte mit dem Quirlstab [dem Berg] und erstrahlte, den Berg haltend, wie ein zweiter Berg.
Aus dem gequirlten Ozean, dessen Fische, Krokodile, Schlangen und Schildkröten in Verwirrung gerieten und der von den Riesenfischen Timi, Dvipa, Grāha und Timiṅgila durcheinandergebracht wurde, entstand zuerst ein gewaltiges Gift namens Hālahala.
Wort für Wort
nirmathyamānāt
aus dem gequirlten
udadheḥ
Ozean
abhūt
entstand
viṣam
Gift
mahā-ulbaṇam
sehr heftig, gewaltig
hālahala-āhvam
mit Namen Hālahala
agrataḥ
zuerst
sambhrānta-mīna-ut-makara-ahi-kacchapāt
dessen Fische, Krokodile, Schlangen und Schildkröten in Verwirrung gerieten
timi-dvipa-grāha-timiṅgila-ākulāt
der von den Riesenfischen Timi, Dvipa, Grāha und Timiṅgila durcheinandergebracht wurde
Jenes Gift, schrecklich schnell, breitete sich in jede Richtung, oben und unten, aus, emporquellend, unerträglich, unaufhaltsam; die erschrockenen Geschöpfe, o [Parīkṣit], liefen, zusammen mit ihren Herrschern, ungeschützt, zu Sadāśiva als Zuflucht.
Als sie jenen Besten der Götter erblickten, der zum Wohl der drei Welten [dort weilte], der Devī und den Weisen lieb, wie er auf dem Berg saß und um der Befreiung willen Buße übte, verneigten sie sich mit Lobpreisungen.
Die Prajāpatis sprachen: O Gott der Götter, o großer Gott, o Seele aller Wesen, o Wohltäter der Wesen! Rette uns, die Zuflucht Suchenden, vor dem Gift, das die drei Welten verbrennt.
Du allein bist der Herr der ganzen Welt über Bindung und Befreiung. Dich verehren die Weisen als den Meister, der das Leid derer hinwegnimmt, die sich [dir] ergeben.
Wenn du, o Allmächtiger, durch deine aus den [drei] Erscheinungsweisen bestehende eigene Kraft Schöpfung, Erhaltung und Auflösung dieses [Universums] bewirkst, nimmst du, o Allumfassender, der du selbst-erkennend bist, die Namen Brahmā, Viṣṇu und Śiva an.
Du bist das höchste geheimnisvolle Brahman, das die Zustände von Sein und Nichtsein hervorbringt; durch mannigfaltige Kräfte erscheinend, bist du die Seele, der Herr der Welt.
Wort für Wort
tvam
du
brahma
das Brahman
paramam
höchste
guhyam
geheimnisvoll
sat-asat-bhāva-bhāvanam
das die Zustände von Sein und Nichtsein hervorbringt
Du bist der Ursprung des heiligen Klangs [des Veda], der Anfang der Welt, die Seele, [du bist] Lebenshauch, Sinne, Substanz und Eigenschaft, die Eigennatur, die Zeit, das Opfer, Wahrheit und [kosmische] Ordnung, die Tugend; in dir, so verkünden [die Weisen], ruht jenes unvergängliche Dreifache [des Veda].
agnir mukhaṁ te 'khila-devatātmā kṣitiṁ vidur loka-bhavāṅghri-paṅkajam
kālaṁ gatiṁ te 'khila-devatātmano diśaś ca karṇau rasanaṁ jaleśam
Agni ist dein Mund, du, der die Seele aller Gottheiten bist; die Erde erkennen sie als deine lotusgleichen Füße, aus denen die Welten entstehen; die Zeit ist dein Gang, und die Himmelsrichtungen sind deine Ohren, o Seele aller Gottheiten, und Varuṇa, der Herr des Wassers, ist deine Zunge.
Wort für Wort
agniḥ
Agni [das Feuer]
mukham
der Mund
te
dein
akhila-devatā-ātmā
die Seele aller Gottheiten
kṣitim
die Erde
viduḥ
sie erkennen
loka-bhava-aṅghri-paṅkajam
als lotusgleiche Füße, aus denen die Welt entsteht
nābhir nabhas te śvasanaṁ nabhasvān sūryaś ca cakṣūṁṣi jalaṁ sma retaḥ
parāvarātmāśrayaṇaṁ tavātmā somo mano dyaur bhagavan śiras te
Der Raum ist dein Nabel, der Wind dein Atem, und die Sonne sind deine Augen, Wasser ist wahrlich dein Same; [du bist] die Zuflucht des höheren und niederen Selbst [alles Seienden]; deine Seele ist der Mond, der Geist, und der Himmel, o Herr, ist dein Haupt.
Die Ozeane sind dein Bauch, die Berge deine Knochenmassen, alle Kräuter und Pflanzen deine Körperhaare; die vedischen Versmaße sind unmittelbar deine sieben [Körper-]Substanzen, o [du], dessen Wesen aus den drei Veden besteht; dein Herz ist alles Dharma.
mukhāni pañcopaniṣadas taveśa yais triṁśad-aṣṭottara-mantra-vargaḥ
yat tac chivākhyaṁ paramātma-tattvaṁ deva svayaṁ-jyotir avasthitis te
Deine fünf Gesichter, o Herr, sind die [fünf] Upaniṣaden, durch die die Gruppe der achtunddreißig Mantras [entsteht]; jenes, das den Namen „Śiva“ trägt, das Prinzip des Höchsten Selbst, o Gott - das selbstleuchtende [Licht] ist dein wahrer Zustand.
Der Schatten [waltet] in den Wogen deines Wesens, wodurch die Schöpfung [des Universums entsteht]; deine drei Augen sind Güte, Leidenschaft und Unwissenheit; du, dessen Wesen das Sāṅkhya ist, der die Schriften verfasst hat - dein Blick, o Gott, ist der aus Versmaßen bestehende, uralte Seher [Ṛṣi].
Wort für Wort
chāyā
der Schatten
tvat-dharma-ūrmiṣu
in den Wogen deines Wesens
yaiḥ
wodurch
visargaḥ
die Schöpfung, Emanation
netra-trayam
die drei Augen
sattva-rajaḥ-tamāṃsi
Güte, Leidenschaft, Unwissenheit
sāṅkhya-ātmanaḥ
dessen Wesen das Sāṅkhya ist
śāstra-kṛtaḥ
der die Schriften verfasst hat
tava īkṣā
dein Blick
chandaḥ-mayaḥ
aus Versmaßen bestehend
deva
o Gott
ṛṣiḥ
der Seher
purāṇaḥ
uralt
Sehr verdichteter, obskurer Vers (Schatten-/Emanationslehre); Lesart unsicher [?], sparsamste Lesart gewählt.
na te giritrākhila-loka-pāla viriñca-vaikuṇṭha-surendra-gamyam
jyotiḥ paraṁ yatra rajas tamaś ca sattvaṁ na yad brahma nirasta-bhedam
O Giritra, Beschützer aller Welten! Jenes höchste Licht, das [selbst] für Brahmā, Viṣṇu und den Herrn der Götter [Indra] nicht erreichbar ist, worin es weder Leidenschaft noch Unwissenheit noch Güte gibt - jenes Brahman, frei von aller Unterscheidung, ist [nichts anderes als] du [?].
Wort für Wort
na
nicht
te
dir / dein
giritra
o Giritra [Beiname Śivas]
akhila-loka-pāla
o Beschützer aller Welten
viriñca-vaikuṇṭha-surendra-gamyam
für Brahmā, Viṣṇu und Indra erreichbar
jyotiḥ param
das höchste Licht
yatra
worin
rajaḥ tamaḥ ca sattvam
Leidenschaft, Unwissenheit und Güte
na
nicht [sind]
yat brahma
jenes Brahman, das
nirasta-bhedam
frei von Unterscheidung
Syntax des Verses unklar (Bezug von 'na te...gamyam' auf 'jyotiḥ'); Lesart als 'für Brahmā/Viṣṇu/Indra unerreichbares Licht = dein wahres Wesen' gewählt, aber mit Unsicherheit markiert [?].
kāmādhvara-tripura-kāla-garādy-aneka-bhūta-druhaḥ kṣapayataḥ stutaye na tat te
yas tv antakāla idam ātma-kṛtaṁ sva-netra-vahni-sphuliṅga-śikhayā bhasitaṁ na veda
Dass du Kāma, das [Dakṣa-]Opfer, die drei Städte [Tripura], Zeit/Tod, Gift und viele andere, den Wesen schadende [Dämonen] vernichtest - das reicht nicht aus, dich [gebührend] zu preisen; denn du, der du zur Zeit der [kosmischen] Auflösung dieses von dir selbst geschaffene [Universum] mit dem Funken der Flamme deines [dritten] Auges zu Asche verbrennst, bemerkst es nicht einmal.
ye tvātma-rāma-gurubhir hṛdi cintitāṅghri-dvandvaṁ carantam umayā tapasābhitaptam
katthanta ugra-paruṣaṁ nirataṁ śmaśāne te nūnam ūtim avidaṁs tava hātalajjāḥ
Diejenigen, die dich, dessen Fußpaar von den selbst-erfreuten [Weisen] und Lehrern im Herzen kontempliert wird, wie du, mit Umā wandelnd, von Buße erhitzt, [dennoch] als grausam-schroff, auf dem Leichenplatz verweilend, schmähen - sie, die alle Scham verloren haben, kennen gewiss dein wahres Wesen nicht.
tat tasya te sad-asatoḥ parataḥ parasya nāñjaḥ sva-rūpa-gamane prabhavanti bhūmnaḥ
brahmādayaḥ kim uta saṁstavane vayaṁ tu tat-sarga-sarga-viṣayā api śakti-mātram
Selbst Brahmā und die anderen [Götter] vermögen nicht, unmittelbar zur wahren Gestalt von dir, dem Allumfassenden, der jenseits von Sein und Nichtsein und noch darüber hinaus ist, zu gelangen - wie viel weniger [vermögen wir], dich vollständig zu preisen; wir aber, die wir [nur] Geschöpfe innerhalb deiner Schöpfung sind, [preisen dich] nur nach unserem [begrenzten] Vermögen.
Wort für Wort
tat
das
tasya te
von dir
sat-asatoḥ parataḥ parasya
der jenseits von Sein und Nichtsein und noch darüber hinaus ist
na añjaḥ
nicht unmittelbar
sva-rūpa-gamane
im Erreichen der wahren Gestalt
prabhavanti
sie vermögen
bhūmnaḥ
des Allumfassenden
brahma-ādayaḥ
Brahmā und andere
kim uta
wie viel mehr, geschweige denn
saṃstavane
im vollständigen Lobpreisen
vayam tu
wir aber
tat-sarga-sarga-viṣayāḥ
die [nur] Gegenstand der Schöpfung deiner Schöpfung sind
etat paraṁ prapaśyāmo na paraṁ te maheśvara
mṛḍanāya hi lokasya vyaktis te 'vyakta-karmaṇaḥ
Dies erkennen wir als das Höchste - nicht [aber] dein [eigentliches] höchstes Wesen selbst, o großer Herr; denn deine Erscheinung, [du], dessen Taten unergründlich sind, [geschieht] zur Gnade der Welt.
śrī-śuka uvāca
tad vīkṣya vyasanaṁ tāsāṁ kṛpayā bhṛśa-pīḍitaḥ
sarva-bhūta-suhṛd deva idam āha satīṁ priyām
Śrī Śuka sprach: Als er dies erblickte, die Not jener [Geschöpfe], von Mitleid heftig bewegt, sprach der Gott [Śiva], der Freund aller Wesen, dies zu seiner geliebten Satī.
Śrī Śiva sprach: Ach, o Bhavānī, sieh das Unheil der Geschöpfe, das durch das Kālakūṭa[-Gift], entstanden aus dem Quirlen des Milchozeans, hereingebrochen ist.
āsāṁ prāṇa-parīpsūnāṁ vidheyam abhayaṁ hi me
etāvān hi prabhor artho yad dīna-paripālanam
Diesen, die ihr Leben zu bewahren wünschen, muss ich gewiss Furchtlosigkeit gewähren; denn so groß ist der Sinn eines Herrn [Beschützers]: dass er die Elenden beschützt.
Die Guten beschützen die Lebewesen mit ihrem eigenen, [nur] einen Augenblick währenden Leben - [selbst] unter Wesen, die, durch [des Herrn] Māyā verblendet, in Feindschaft verstrickt sind.
Wenn ein Mensch Mitleid übt, o Holde, wird Hari, die Seele aller Wesen, erfreut; und wenn Hari, der Herr, erfreut ist, bin ich, zusammen mit allem Beweglichen und Unbeweglichen, erfreut. Deshalb will ich dieses Gift verzehren; um der Geschöpfe willen - möge es mir wohl ergehen.
Wort für Wort
puṃsaḥ
eines Menschen
kṛpayataḥ
der Mitleid übt
bhadre
o Holde
sarva-ātmā
die Seele aller Wesen
prīyate
wird erfreut
hariḥ
Hari
prīte harau
wenn Hari erfreut ist
bhagavati
der Herr
prīye aham
bin ich erfreut
sa-cara-acaraḥ
zusammen mit allem Beweglichen und Unbeweglichen
tasmāt
deshalb
idam garam
dieses Gift
bhuñje
will ich verzehren
prajānām
um der Geschöpfe willen
svastiḥ astu me
möge mir Wohlergehen sein
Dreizeiliger Vers (6 Padas) - im Quelltext (GRETIL) unter einer fortlaufenden Nummer ohne Lücke; vedabase-Zählung als eigenständiger Text 40 bestätigt.
Śrī Śuka sprach: Nachdem er, der Wohltäter des Universums, so Bhavānī angesprochen hatte, begann der Herr [Śiva], jenes Gift zu verschlingen; und [Bhavānī], die seine Macht kannte, gab ihre Zustimmung.
Als sie jene Tat Śambhus, des Gottes der Götter, der [reichlich] Segen gewährt, vernahmen, priesen die Geschöpfe, die Tochter Dakṣas, Brahmā und Viṣṇu ihn sehr.
praskannaṁ pibataḥ pāṇer yat kiñcij jagṛhuḥ sma tat
vṛścikāhi-viṣauṣadhyo danda-śūkāś ca ye 'pare
Was auch immer von seiner Hand verschüttet wurde, während er [das Gift] trank - das nahmen sich die Skorpione, Schlangen, Giftkräuter und die anderen bissig-giftigen [Wesen].