Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 102: Sumukhasyāyuṣprāptiḥ Vivāhaś ca Sumukha erlangt langes Leben, und die Hochzeit

Nārada preist Mātali gegenüber Āryaka (Sumukhas Großvater) und wirbt für die Verbindung mit dessen Enkel Sumukha. Āryaka ist hin- und hergerissen: geehrt durch den Antrag, doch von Sorge erfüllt, da Garuḍa angekündigt hat, Sumukha binnen eines Monats zu verschlingen (nachdem er bereits Sumukhas Vater Cikura getötet hat). Mātali beschließt daraufhin, mit Nārada und Sumukha zu Indra zu gehen, um für Sumukhas Lebensspanne zu sorgen und Garuḍa abzuwehren. Bei Indra treffen sie auch auf Viṣṇu, der Indra bittet, Sumukha Amṛta und Unsterblichkeit zu gewähren; Indra verweist zurück an Viṣṇu, der erklärt, dass niemand rückgängig machen könne, was Viṣṇu selbst gebe. Indra gewährt Sumukha darauf höchste Lebensdauer, jedoch ohne ihn tatsächlich Amṛta trinken zu lassen. Sumukha wird wieder froh, heiratet Guṇakeśī, und Nārada und Āryaka kehren mit erfülltem Anliegen zurück - damit findet die zentrale Handlung der Mātali-Sumukha-Werbung ihren Abschluss.

nārada uvāca sūto 'yaṃ mātalir nāma śakrasya dayitaḥ suhṛt śuciḥ śīlaguṇopetas tejasvī vīryavān balī

“Nārada sprach: „Dieser Wagenlenker, Mātali genannt, ist Śakras Liebling, sein Freund, lauter, mit Charakter und Tugenden ausgestattet, energiegeladen, heldenhaft und stark.

Wort für Wort
sūtaḥ ayaṃ mātaliḥ nāma śakrasya dayitaḥ suhṛt
dieser Wagenlenker, Mātali genannt, ist Śakras Liebling, sein Freund (Nom. + Nom. + Instr. + Gen. + Nom. + Nom.)
śuciḥ śīlaguṇopetas tejasvī vīryavān balī
lauter, mit Charakter und Tugenden ausgestattet, energiegeladen, heldenhaft und stark (Nom. Sg., Bahuvrīhi-Reihe)

[Anm.: CQ schließt hier zunächst - Ende von Mātalis am Kapitelende von Kap.101 offengebliebener Rede - und öffnet sogleich neu für Nāradas Lobrede an Āryaka (Sumukhas Großvater); die SQ-Rahmenerzählung Kaṇvas bleibt seit Kap.95 durchgehend offen.]

śakrasyāyaṃ sakhā caiva mantrī sārathir eva ca alpāntaraprabhāvaś ca vāsavena raṇe raṇe

Er ist Śakras Gefährte und Berater, und auch sein Wagenlenker, und an Macht steht er Vāsava nur wenig nach in jeder Schlacht.

Wort für Wort
śakrasya ayaṃ sakhā ca eva mantrī sārathiḥ eva ca
er ist Śakras Gefährte und Berater, und auch sein Wagenlenker (Gen. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom.)
alpāntaraprabhāvaḥ ca vāsavena raṇe raṇe
und an Macht steht er Vāsava nur wenig nach, in jeder Schlacht (Nom. Sg., Bahuvrīhi + Instr. + Lok., Wiederholung)

ayaṃ harisahasreṇa yuktaṃ jaitraṃ rathottamam devāsureṣu yuddheṣu manasaiva niyacchati

Mit tausend falben Rossen lenkt er den siegreichen, vortrefflichsten Wagen allein durch Gedankenkraft in den Kämpfen zwischen Göttern und Asuras.

Wort für Wort
ayaṃ harisahasreṇa yuktaṃ jaitraṃ rathottamam
er lenkt den mit tausend falben Rossen bespannten, siegreichen, vortrefflichsten Wagen (Nom. + Instr. + Akk. Sg. Ppp. + Akk. + Akk.)
devāsureṣu yuddheṣu manasā eva niyacchati
in den Kämpfen zwischen Göttern und Asuras allein durch Gedankenkraft (Lok. + Lok. + Instr. + 3. Sg. Präs.)

anena vijitān aśvair dorbhyāṃ jayati vāsavaḥ anena prahṛte pūrvaṃ balabhit praharaty uta

Durch ihn, nachdem er mit den Pferden gesiegt hat, siegt Vāsava mit seinen Armen; wenn dieser zuvor zugeschlagen hat, schlägt auch der Balabhid zu.

Wort für Wort
anena vijitān aśvaiḥ dorbhyāṃ jayati vāsavaḥ
durch ihn, nachdem er mit den Pferden gesiegt hat, siegt Vāsava mit seinen Armen (Instr. + Akk. Sg. Ppp. + Instr. + Instr. Dual + 3. Sg. Präs. + Nom.)
anena prahṛte pūrvaṃ balabhit praharati uta
wenn dieser zuvor zugeschlagen hat, schlägt auch der Balabhid zu (Instr. + Lok. Abs. + Adv. + Nom. + 3. Sg. Präs. + Partikel)

[Anm.: ,Balabhid' (,Bala-Zerschmetterer') ist ein Beiname Indras.]

asya kanyā varārohā rūpeṇāsadṛśī bhuvi sattvaśīlaguṇopetā guṇakeśīti viśrutā

Seine Tochter, von schönem Wuchs, an Gestalt unvergleichlich auf Erden, mit Mut, Charakter und Tugend ausgestattet, ist als Guṇakeśī bekannt.

Wort für Wort
asya kanyā varārohā rūpeṇa asadṛśī bhuvi
seine Tochter, von schönem Wuchs, an Gestalt unvergleichlich auf Erden (Gen. + Nom. + Nom., Bahuvrīhi + Instr. + Nom. + Lok.)
sattvaśīlaguṇopetā guṇakeśī iti viśrutā
mit Mut, Charakter und Tugend ausgestattet, ist als Guṇakeśī bekannt (Nom. Sg. Ppp. + Nom. + Partikel + Nom. Sg. Ppp.)

tasyāsya yatnāc caratas trailokyam amaradyute sumukho bhavataḥ pautro rocate duhituḥ patiḥ

Für diesen, der mühevoll die drei Welten durchwandert, o Glanzvoller - Sumukha, dein Enkel, gefällt als Gatte für seine Tochter.

Wort für Wort
tasya asya yatnāt caratas trailokyam amaradyute
für diesen, der mühevoll die drei Welten durchwandert, o Glanzvoller (Gen. + Gen. + Abl. + Gen. Sg. Part. Präs. + Akk. + Vok.)
sumukhaḥ bhavataḥ pautraḥ rocate duhituḥ patiḥ
Sumukha, dein Enkel, gefällt als Gatte für seine Tochter (Nom. + Gen. + Nom. + 3. Sg. Präs. Med. + Gen. + Nom.)

[Anm.: gemeint ist Mātali, der auf der Suche nach einem Bräutigam für seine Tochter durch alle Welten gereist ist; Anrede ,amaradyute' (,o Glanzvoller') gilt Āryaka.]

yadi te rocate saumya bhujagottama māciram kriyatām āryaka kṣipraṃ buddhiḥ kanyāpratigrahe

Wenn es dir gefällt, Sanftmütiger, Bester der Schlangen, ohne Verzug - so werde rasch der Entschluss gefasst, o Āryaka, zur Annahme der Braut.

Wort für Wort
yadi te rocate saumya bhujagottama māciram
wenn es dir gefällt, Sanftmütiger, Bester der Schlangen, ohne Verzug (Bed. + Dat. + 3. Sg. Präs. Med. + Vok. + Vok. + Adv.)
kriyatām āryaka kṣipraṃ buddhiḥ kanyāpratigrahe
so werde rasch der Entschluss gefasst, o Āryaka, zur Annahme der Braut (3. Sg. Präs. Pass. Imperativ + Vok. + Adv. + Nom. + Lok.)

yathā viṣṇukule lakṣmīr yathā svāhā vibhāvasoḥ kule tava tathaivāstu guṇakeśī sumadhyamā

Wie Lakṣmī im Geschlecht Viṣṇus, wie Svāhā im Geschlecht des Vibhāvasu - so möge auch in deinem Geschlecht Guṇakeśī, die Schlankhüftige, sein.

Wort für Wort
yathā viṣṇukule lakṣmīḥ yathā svāhā vibhāvasoḥ
wie Lakṣmī im Geschlecht Viṣṇus, wie Svāhā des Vibhāvasu (Vergleich + Lok. + Nom. + Vergleich + Nom. + Gen.)
kule tava tathā eva astu guṇakeśī sumadhyamā
so möge auch in deinem Geschlecht Guṇakeśī, die Schlankhüftige, sein (Lok. + Gen. + Adv. + 3. Sg. Imperativ + Nom. + Nom.)

[Anm.: ,Vibhāvasu' (,Glanzreicher') ist ein Beiname Agnis, dessen Gattin Svāhā ist.]

pautrasyārthe bhavāṃs tasmād guṇakeśīṃ pratīcchatu sadṛśīṃ pratirūpasya vāsavasya śacīm iva

Um des Enkels willen mögest du daher Guṇakeśī annehmen, passend wie Śacī für den ihr Ebenbürtigen, Vāsava.

Wort für Wort
pautrasya arthe bhavān tasmād guṇakeśīṃ pratīcchatu
um des Enkels willen mögest du daher Guṇakeśī annehmen (Gen. + Lok. + Nom. + Adv. + Akk. + 3. Sg. Imperativ)
sadṛśīṃ pratirūpasya vāsavasya śacīm iva
passend wie Śacī für den ihr Ebenbürtigen, Vāsava (Akk. + Gen. + Gen. + Akk. + Vergleich)

pitṛhīnam api hy enaṃ guṇato varayāmahe bahumānāc ca bhavatas tathaivairāvatasya ca sumukhasya guṇaiś caiva śīlaśaucadamādibhiḥ

Obgleich er vaterlos ist, wählen wir ihn dennoch wegen seiner Tugenden, aus hoher Achtung vor dir und ebenso vor Airāvata, und wegen Sumukhas eigenen Tugenden, Charakter, Reinheit, Selbstbeherrschung und dergleichen.

Wort für Wort
pitṛhīnam api hi enaṃ guṇataḥ varayāmahe
obgleich er vaterlos ist, wählen wir ihn dennoch wegen seiner Tugenden (Akk., Bahuvrīhi + Partikel + Akk. + Adv. + 1. Pl. Präs. Med.)
bahumānāt ca bhavatas tathā eva airāvatasya ca
aus hoher Achtung vor dir und ebenso vor Airāvata (Abl. + Gen. + Adv. + Gen.)
sumukhasya guṇaiḥ ca eva śīlaśaucadamādibhiḥ
und wegen Sumukhas eigenen Tugenden, Charakter, Reinheit, Selbstbeherrschung und dergleichen (Gen. + Instr. Pl.)

abhigamya svayaṃ kanyām ayaṃ dātuṃ samudyataḥ mātales tasya saṃmānaṃ kartum arho bhavān api

Da dieser selbst herangetreten ist und bereit, seine Tochter zu geben - auch du solltest diesem Mātali Ehre erweisen.“

Wort für Wort
abhigamya svayaṃ kanyām ayaṃ dātuṃ samudyataḥ
da dieser selbst herangetreten ist und bereit, seine Tochter zu geben (Ger. + Adv. + Akk. + Nom. + Inf. + Nom. Sg. Ppp.)
mātales tasya saṃmānaṃ kartum arhaḥ bhavān api
auch du solltest diesem Mātali Ehre erweisen (Gen. + Gen. + Akk. + Inf. + Nom. + Nom. + Partikel)

[Anm.: CQ schließt hier - Ende von Nāradas Lobrede an Āryaka.]

kaṇva uvāca sa tu dīnaḥ prahṛṣṭaś ca prāha nāradam āryakaḥ vriyamāṇe tathā pautre putre ca nidhanaṃ gate

Kaṇva sprach: Er aber, Āryaka, zugleich bekümmert und erfreut, sprach zu Nārada, da so sein Enkel zum Bräutigam erwählt wurde, während sein Sohn dem Tod anheimgefallen war.

Wort für Wort
sa tu dīnaḥ prahṛṣṭaḥ ca prāha nāradam āryakaḥ
er aber, Āryaka, zugleich bekümmert und erfreut, sprach zu Nārada (Nom. + Partikel + Nom. + Nom. + 3. Sg. Perf. + Akk. + Nom.)
vriyamāṇe tathā pautre putre ca nidhanaṃ gate
da so sein Enkel zum Bräutigam erwählt wurde, während sein Sohn dem Tod anheimgefallen war (Lok. Abs. Part. Präs. Pass. + Adv. + Lok. + Lok. + Akk. + Lok. Abs. Ppp.)

[Anm.: reine Übergangs-Erzählung Kaṇvas (Rahmenebene SQ) - kein Zitat; die eigentliche Rede Āryakas beginnt erst in V.013.]

na me naitad bahumataṃ devarṣe vacanaṃ tava sakhā śakrasya saṃyuktaḥ kasyāyaṃ nepsito bhavet

„Nicht gering geachtet ist mir dies, dein Wort, o göttlicher Seher - der Gefährte und Verbündete Śakras - wem wäre dieser nicht willkommen?

Wort für Wort
na me na etad bahumataṃ devarṣe vacanaṃ tava
nicht gering geachtet ist mir dies, dein Wort, o göttlicher Seher (Neg. + Dat. + Neg. + Nom. + Nom. Sg. Ppp. + Vok. + Nom. + Gen.)
sakhā śakrasya saṃyuktaḥ kasya ayaṃ na īpsitaḥ bhavet
der Gefährte und Verbündete Śakras - wem wäre dieser nicht willkommen (Nom. + Gen. + Nom. Sg. Ppp. + Gen. + Nom. + Neg. + Nom. Sg. Ppp. + Opt.)

[Anm.: CQ öffnet hier neu - Āryakas Erwiderung an Nārada beginnt.]

kāraṇasya tu daurbalyāc cintayāmi mahāmune asya dehakaras tāta mama putro mahādyute bhakṣito vainateyena duḥkhārtās tena vai vayam

[?] Doch wegen der Schwäche des Grundes bin ich besorgt, o großer Weiser. Dieses Sumukhas Erzeuger, mein Sohn, o Glanzvoller, wurde von Vainateya verschlungen - dadurch sind wir von Schmerz gequält.

Wort für Wort
kāraṇasya tu daurbalyāt cintayāmi mahāmune
doch wegen der Schwäche des Grundes bin ich besorgt, o großer Weiser (Gen. + Partikel + Abl. + 1. Sg. Präs. + Vok.)
asya dehakaraḥ tāta mama putraḥ mahādyute
dieses Erzeuger, o Väterchen, mein Sohn, o Glanzvoller (Gen. + Nom. + Vok. + Gen. + Nom. + Vok.)
bhakṣitaḥ vainateyena duḥkhārtāḥ tena vai vayam
wurde von Vainateya verschlungen - dadurch sind wir wahrlich von Schmerz gequält (Nom. Sg. Ppp. + Instr. + Nom. Pl., Bahuvrīhi + Instr. + Partikel + Nom.)

[Anm.: die genaue Bedeutung von ,kāraṇasya daurbalyāt' (wörtlich ,wegen der Schwäche des Grundes/der Ursache') bleibt unsicher [?] - evtl. im Sinn von ,aus einem schwachen/unzureichenden Grund [zur Sorge]' oder ,wegen meiner schwachen Fassung/meines schwachen Urteils'; sinngemäß als allgemeine Besorgnis wiedergegeben. ,Vainateya' ist Garuḍa.]

punar eva ca tenoktaṃ vainateyena gacchatā māsenānyena sumukhaṃ bhakṣayiṣya iti prabho

Und wiederum, als jener Vainateya davonging, wurde von ihm gesagt, dass er Sumukha binnen eines weiteren Monats verschlingen werde, o Herr.

Wort für Wort
punar eva ca tena uktaṃ vainateyena gacchatā
und wiederum wurde von jenem Vainateya, der davonging, gesagt (Adv. + Partikel + Instr. + Nom. Sg. Ppp. + Instr. + Instr. Sg. Part. Präs.)
māsena anyena sumukhaṃ bhakṣayiṣye iti prabho
dass er Sumukha binnen eines weiteren Monats verschlingen werde, o Herr (Instr. + Instr. + Akk. + 1. Sg. Fut. Med. [in indirekter Rede] + Partikel + Vok.)

[Anm.: hier bewusst in indirekte Rede umgewandelt statt einer dritten wörtlichen Zitatebene (Garuḍas eigene Worte innerhalb Āryakas Rede innerhalb Kaṇvas Rahmenerzählung), gemäß Standardregel gegen Drittebenen-Zitate.]

dhruvaṃ tathā tad bhavitā jānīmas tasya niścayam tena harṣaḥ pranaṣṭo me suparṇavacanena vai

Gewiss wird es so geschehen - wir kennen seinen Entschluss; daher ist meine Freude zunichtegemacht durch das Wort des Suparṇa.“

Wort für Wort
dhruvaṃ tathā tad bhavitā jānīmaḥ tasya niścayam
gewiss wird es so geschehen - wir kennen seinen Entschluss (Adv. + Adv. + Nom. + Nom. Sg. Fut. Part. + 1. Pl. Präs. + Gen. + Akk.)
tena harṣaḥ pranaṣṭaḥ me suparṇavacanena vai
daher ist meine Freude zunichtegemacht durch das Wort des Suparṇa, wahrlich (Instr. + Nom. + Nom. Sg. Ppp. + Dat. + Instr. + Partikel)

[Anm.: CQ schließt hier - Ende von Āryakas Erwiderung.]

mātalis tv abravīd enaṃ buddhir atra kṛtā mayā jāmātṛbhāvena vṛtaḥ sumukhas tava putrajaḥ

Mātali aber sprach zu ihm: „Mein Entschluss ist hier gefasst - Sumukha, der Sohn deines Sohnes, ist von mir zum künftigen Schwiegersohn erwählt.

Wort für Wort
mātaliḥ tu abravīd enaṃ buddhiḥ atra kṛtā mayā
Mātali aber sprach zu ihm: mein Entschluss ist hier gefasst (Nom. + Partikel + 3. Sg. Ipf. + Akk. + Nom. + Adv. + Nom. Sg. Ppp. + Instr.)
jāmātṛbhāvena vṛtaḥ sumukhaḥ tava putrajaḥ
Sumukha, der Sohn deines Sohnes, ist zum künftigen Schwiegersohn erwählt (Instr. + Nom. Sg. Ppp. + Nom. + Gen. + Nom.)

[Anm.: CQ öffnet hier neu innerhalb desselben Verses, nach der Erzähler-Einleitung ,mātalis tv abravīd enam' - Mātalis Antwort beginnt.]

so 'yaṃ mayā ca sahito nāradena ca pannagaḥ trilokeśaṃ surapatiṃ gatvā paśyatu vāsavam

Dieses Schlangenwesen möge, von mir und von Nārada begleitet, gehen und den Herrn der drei Welten, den Götterfürsten, Vāsava, aufsuchen.

Wort für Wort
saḥ ayaṃ mayā ca sahitaḥ nāradena ca pannagaḥ
dieses Schlangenwesen, von mir und von Nārada begleitet (Nom. + Instr. + Nom. Sg. Ppp. + Instr. + Nom.)
trilokeśaṃ surapatiṃ gatvā paśyatu vāsavam
möge gehen und den Herrn der drei Welten, den Götterfürsten, Vāsava, aufsuchen (Akk. + Akk. + Ger. + 3. Sg. Imperativ + Akk.)

śeṣeṇaivāsya kāryeṇa prajñāsyāmy aham āyuṣaḥ suparṇasya vighāte ca prayatiṣyāmi sattama

Wegen der verbleibenden Aufgabe seiner Lebensspanne werde ich Kenntnis erlangen, und ich werde mich bemühen, den Suparṇa abzuwehren, o Bester.

Wort für Wort
śeṣeṇa eva asya kāryeṇa prajñāsyāmi aham āyuṣaḥ
wegen der verbleibenden Aufgabe seiner Lebensspanne werde ich Kenntnis erlangen (Instr. + Gen. + Instr. + 1. Sg. Fut. + Nom. + Gen.)
suparṇasya vighāte ca prayatiṣyāmi sattama
und ich werde mich bemühen, den Suparṇa abzuwehren, o Bester (Gen. + Lok. + 1. Sg. Fut. Med. + Vok.)

sumukhaś ca mayā sārdhaṃ deveśam abhigacchatu kāryasaṃsādhanārthāya svasti te 'stu bhujaṃgama

Und Sumukha möge zusammen mit mir sich zum Herrn der Götter begeben, zur Vollbringung der Aufgabe - Heil sei dir, o Schlangenwesen.“

Wort für Wort
sumukhaḥ ca mayā sārdhaṃ deveśam abhigacchatu
und Sumukha möge zusammen mit mir sich zum Herrn der Götter begeben (Nom. + Instr. + Adv. + Akk. + 3. Sg. Imperativ)
kāryasaṃsādhanārthāya svasti te astu bhujaṃgama
zur Vollbringung der Aufgabe - Heil sei dir, o Schlangenwesen (Dat. + Nom. + Dat. + 3. Sg. Imperativ + Vok.)

[Anm.: CQ schließt hier - Ende von Mātalis Rede.]

tatas te sumukhaṃ gṛhya sarva eva mahaujasaḥ dadṛśuḥ śakram āsīnaṃ devarājaṃ mahādyutim

Da nahmen sie, alle von großer Macht, Sumukha mit sich und erblickten Śakra, sitzend, den Götterkönig von großem Glanz.

Wort für Wort
tataḥ te sumukhaṃ gṛhya sarve eva mahaujasaḥ
da nahmen sie, alle von großer Macht, Sumukha mit sich (Adv. + Nom. + Akk. + Ger. + Nom. + Nom., Bahuvrīhi)
dadṛśuḥ śakram āsīnaṃ devarājaṃ mahādyutim
und erblickten Śakra, sitzend, den Götterkönig von großem Glanz (3. Pl. Perf. + Akk. + Akk. Sg. Part. Präs. + Akk. + Akk., Bahuvrīhi)

saṃgatyā tatra bhagavān viṣṇur āsīc caturbhujaḥ tatas tat sarvam ācakhyau nārado mātaliṃ prati

Durch Zufall war dort auch der erhabene Viṣṇu, vierarmig; da berichtete Nārada alles dies über Mātali.

Wort für Wort
saṃgatyā tatra bhagavān viṣṇuḥ āsīt caturbhujaḥ
durch Zufall war dort auch der erhabene Viṣṇu, vierarmig (Instr. + Adv. + Nom. + Nom. + 3. Sg. Ipf. + Nom., Bahuvrīhi)
tataḥ tat sarvam ācakhyau nāradaḥ mātaliṃ prati
da berichtete Nārada alles dies über Mātali (Adv. + Akk. + Akk. + 3. Sg. Perf. + Nom. + Akk. + Postp.)

tataḥ puraṃdaraṃ viṣṇur uvāca bhuvaneśvaram amṛtaṃ dīyatām asmai kriyatām amaraiḥ samaḥ

Da sprach Viṣṇu zu Puraṃdara, dem Herrn der Welten: „Amṛta werde ihm gegeben, er werde den Unsterblichen gleichgemacht.

Wort für Wort
tataḥ puraṃdaraṃ viṣṇuḥ uvāca bhuvaneśvaram
da sprach Viṣṇu zu Puraṃdara, dem Herrn der Welten (Adv. + Akk. + Nom. + 3. Sg. Perf. + Akk.)
amṛtaṃ dīyatām asmai kriyatām amaraiḥ samaḥ
Amṛta werde ihm gegeben, er werde den Unsterblichen gleichgemacht (Nom. + 3. Sg. Präs. Pass. Imperativ + Dat. + 3. Sg. Präs. Pass. Imperativ + Instr. + Nom.)

[Anm.: CQ öffnet hier neu - Viṣṇus direkte Rede an Indra beginnt.]

mātalir nāradaś caiva sumukhaś caiva vāsava labhantāṃ bhavataḥ kāmāt kāmam etaṃ yathepsitam

Mātali und Nārada, und auch Sumukha, o Vāsava - mögen sie durch deinen Wunsch diesen Wunsch erlangen, wie erwünscht.

Wort für Wort
mātaliḥ nāradaḥ ca eva sumukhaḥ ca eva vāsava
Mātali und Nārada, und auch Sumukha, o Vāsava (Nom. + Nom. + Nom. + Vok.)
labhantāṃ bhavataḥ kāmāt kāmam etaṃ yathā īpsitam
mögen sie durch deinen Wunsch diesen Wunsch erlangen, wie erwünscht (3. Pl. Imperativ Med. + Gen. + Abl. + Akk. + Akk. + Adv. + Akk. Sg. Ppp.)

puraṃdaro 'tha saṃcintya vainateyaparākramam viṣṇum evābravīd enaṃ bhavān eva dadātv iti

“Da, nachdem Puraṃdara über Vainateyas Macht nachgedacht hatte, sprach er zu Viṣṇu: „Du selbst mögest es geben.“

Wort für Wort
puraṃdaraḥ atha saṃcintya vainateyaparākramam
da, nachdem Puraṃdara über Vainateyas Macht nachgedacht hatte (Nom. + Adv. + Ger. + Akk.)
viṣṇum eva abravīd enaṃ bhavān eva dadātu iti
sprach er zu Viṣṇu: du selbst mögest es geben (Akk. + Partikel + 3. Sg. Ipf. + Akk. + Nom. + Partikel + 3. Sg. Imperativ + Partikel)

[Anm.: drei Ereignisse in einem Vers - CQ schließt zunächst (Ende von Viṣṇus Rede an Indra), dann öffnet und schließt sofort wieder eine kurze eingebettete Erwiderung Indras an Viṣṇu.]

viṣṇur uvāca īśas tvam asi lokānāṃ carāṇām acarāś ca ye tvayā dattam adattaṃ kaḥ kartum utsahate vibho

Viṣṇu sprach: „Du bist der Herr der Welten, der beweglichen und der unbeweglichen; was von dir gegeben wurde, wer wagte es, es ungegeben zu machen, o Mächtiger?“

Wort für Wort
īśaḥ tvam asi lokānāṃ carāṇām acarāḥ ca ye
du bist der Herr der Welten, der beweglichen und der unbeweglichen (Nom. + Nom. + 2. Sg. Präs. + Gen. Pl. + Gen. Pl. + Nom. Pl. + Rel.)
tvayā dattam adattaṃ kaḥ kartum utsahate vibho
was von dir gegeben wurde, wer wagte es, es ungegeben zu machen, o Mächtiger (Instr. + Akk. Sg. Ppp. + Akk. + Nom. + Inf. + 3. Sg. Präs. Med. + Vok.)

[Anm.: CQ öffnet und schließt hier innerhalb eines Verses - Viṣṇus kurze abschließende Erwiderung; danach kehrt die Erzählung zu Kaṇvas reiner Rahmenerzählung zurück (V.027 ,kaṇva uvāca').]

kaṇva uvāca prādāc chakras tatas tasmai pannagāyāyur uttamam na tv enam amṛtaprāśaṃ cakāra balavṛtrahā

Kaṇva sprach: Śakra gab darauf jenem Schlangenwesen höchste Lebensdauer, doch machte ihn der Bezwinger Balas und Vṛtras nicht zu einem Trinker des Amṛta.

Wort für Wort
prādāt śakraḥ tatas tasmai pannagāya āyuḥ uttamam
Śakra gab darauf jenem Schlangenwesen höchste Lebensdauer (3. Sg. Perf. + Nom. + Adv. + Dat. + Dat. + Akk. + Akk.)
na tu enam amṛtaprāśaṃ cakāra balavṛtrahā
doch machte ihn der Bezwinger Balas und Vṛtras nicht zu einem Trinker des Amṛta (Neg. + Partikel + Akk. + Akk., Bahuvrīhi + 3. Sg. Perf. + Nom.)

[Anm.: reine Rückkehr zu Kaṇvas Rahmenerzählung nach dem Abschluss des eingebetteten Wortwechsels zwischen Viṣṇu und Indra.]

labdhvā varaṃ tu sumukhaḥ sumukhaḥ saṃbabhūva ha kṛtadāro yathākāmaṃ jagāma ca gṛhān prati

Nachdem er die Gunst erlangt hatte, wurde Sumukha wieder wahrhaft gutgesichtig und froh, und nachdem er sich vermählt hatte, ging er wunschgemäß nach Hause.

Wort für Wort
labdhvā varaṃ tu sumukhaḥ sumukhaḥ saṃbabhūva ha
nachdem er die Gunst erlangt hatte, wurde Sumukha wahrhaft gutgesichtig/froh (Ger. + Akk. + Nom. + Nom. + 3. Sg. Perf. + Partikel)
kṛtadāraḥ yathākāmaṃ jagāma ca gṛhān prati
und nachdem er sich vermählt hatte, ging er wunschgemäß nach Hause (Nom. Sg. Ppp., Bahuvrīhi + Adv. + 3. Sg. Perf. + Akk. + Postp.)

[Anm.: Wortspiel im Sanskrit - der Name ,Sumukha' bedeutet wörtlich ,Gutgesichtiger'; ,sumukhaḥ sumukhaḥ saṃbabhūva' spielt darauf an, dass er (dem Namen entsprechend) wieder froh/heiter wurde.]

nāradas tv āryakaś caiva kṛtakāryau mudā yutau pratijagmatur abhyarcya devarājaṃ mahādyutim

Nārada und Āryaka aber, ihre Aufgabe vollbracht, von Freude erfüllt, kehrten zurück, nachdem sie den Götterkönig von großem Glanz verehrt hatten.

Wort für Wort
nāradaḥ tu āryakaḥ ca eva kṛtakāryau mudā yutau
Nārada und Āryaka aber, ihre Aufgabe vollbracht, von Freude erfüllt (Nom. + Partikel + Nom. + Nom. Dual, Bahuvrīhi + Instr. + Nom. Dual Ppp.)
pratijagmatuḥ abhyarcya devarājaṃ mahādyutim
kehrten zurück, nachdem sie den Götterkönig von großem Glanz verehrt hatten (3. Dual Perf. + Ger. + Akk. + Akk., Bahuvrīhi)

[Anm.: Abschluss der Sumukha-Episode - Nāradas und Āryakas Anliegen ist erfüllt.]

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