Kapitel 39: Prajāgara-parva (39)
Vidura-nīti VIII: Verwandtenpflicht und Freundschaft; Geduld als höchste Tugend; die Makel-Reihen
Nach einer kurzen resignierten Zwischenbemerkung Dhṛtarāṣṭras (V.1: der Mensch als von Fäden gezogene Puppe im Griff des Schicksals) und einer weiteren kurzen Unterbrechung (V.7: er könne seinen Sohn dennoch nicht aufgeben) setzt Vidura seine Rede ein letztes Mal fort mit eindringlichen Mahnungen zur Verwandtenpflicht (die Pāṇḍavas sollen mit Dörfern versorgt und in ihre Rechte eingesetzt werden), gefolgt von dichten Spruchreihen über Freundschaft, Geduld als der höchsten aller Tugenden, die acht das Gelübde nicht brechenden Dinge, sowie den berühmten 'Makel-Reihen' (das Altern von Körper, Bergen, Frauen und Gemüt; der Makel von Gold, Silber, Zinn und Blei). Das Kapitel endet mitten in einem Bedingungssatz, der in Kap.40 fortgeführt wird.
dhṛtarāṣṭra uvāca anīśvaro 'yaṃ puruṣo bhavābhave; sūtraprotā dārumayīva yoṣā dhātrā tu diṣṭasya vaśe kilāyaṃ; tasmād vada tvaṃ śravaṇe dhṛto 'ham
‘ Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Machtlos ist dieser Mensch über Werden und Vergehen, wie eine an Fäden gezogene hölzerne Puppe; er steht, so heißt es, in der Gewalt dessen, was der Schöpfer bestimmt hat - darum sprich weiter, ich bin aufs Zuhören gerichtet.‘
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca anīśvaro 'yaṃ puruṣo bhavābhave; sūtraprotā dārumayīva yoṣā dhātrā tu diṣṭasya vaśe kilāyaṃ; tasmād vada tvaṃ śravaṇe dhṛto 'ham
‘ Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Machtlos ist dieser Mensch über Werden und Vergehen, wie eine an Fäden gezogene hölzerne Puppe; er steht, so heißt es, in der Gewalt dessen, was der Schöpfer bestimmt hat - darum sprich weiter, ich bin aufs Zuhören gerichtet.‘
Hier schließt kurz Viduras seit Kap.34 offene Rede, bevor Dhṛtarāṣṭras Bitte um Fortsetzung eine neue, sofort wieder geschlossene Rahmung bildet.
Der eine wird durch Freigebigkeit beliebt, ein anderer durch freundliche Rede, ein anderer durch Ratschluss und eigene Machtgrundlage - wer ohnehin beliebt ist, bleibt beliebt.
Der eine wird durch Freigebigkeit beliebt, ein anderer durch freundliche Rede, ein anderer durch Ratschluss und eigene Machtgrundlage - wer ohnehin beliebt ist, bleibt beliebt.
na sa kṣayo mahārāja yaḥ kṣayo vṛddhim āvahet kṣayaḥ sa tv iha mantavyo yaṃ labdhvā bahu nāśayet
Das ist kein wahrer Verlust, o Großkönig, der zugleich Wachstum mit sich bringt; als wahren Verlust aber betrachte man hier das, wodurch man, es erlangend, vieles andere zunichtemacht.
Wort für Wort
na sa kṣayo mahārāja yaḥ kṣayo vṛddhim āvahet kṣayaḥ sa tv iha mantavyo yaṃ labdhvā bahu nāśayet
Das ist kein wahrer Verlust, o Großkönig, der zugleich Wachstum mit sich bringt; als wahren Verlust aber betrachte man hier das, wodurch man, es erlangend, vieles andere zunichtemacht.
dhṛtarāṣṭra uvāca sarvaṃ tvam āyatīyuktaṃ bhāṣase prājñasaṃmatam na cotsahe sutaṃ tyaktuṃ yato dharmas tato jayaḥ
‘ Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Alles, was du sprichst, ist auf die Zukunft bedacht und von den Weisen gebilligt; doch ich bringe es nicht über mich, meinen Sohn aufzugeben - wo das Recht ist, dort ist der Sieg.‘
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca sarvaṃ tvam āyatīyuktaṃ bhāṣase prājñasaṃmatam na cotsahe sutaṃ tyaktuṃ yato dharmas tato jayaḥ
‘ Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Alles, was du sprichst, ist auf die Zukunft bedacht und von den Weisen gebilligt; doch ich bringe es nicht über mich, meinen Sohn aufzugeben - wo das Recht ist, dort ist der Sieg.‘
Dhṛtarāṣṭras Schlussformel wirkt hier resignierend-ironisch, da er zugleich unfähig bleibt, aus der erkannten Wahrheit Konsequenzen zu ziehen.
vidura uvāca svabhāvaguṇasaṃpanno na jātu vinayānvitaḥ susūkṣmam api bhūtānām upamardaṃ prayokṣyate
Vidura sprach: ‚Wer von Natur aus mit guten Eigenschaften ausgestattet und von Bescheidenheit erfüllt ist, wird niemals, auch nicht im Geringsten, Wesen Schaden zufügen.
Wort für Wort
vidura uvāca svabhāvaguṇasaṃpanno na jātu vinayānvitaḥ susūkṣmam api bhūtānām upamardaṃ prayokṣyate
Vidura sprach: ‚Wer von Natur aus mit guten Eigenschaften ausgestattet und von Bescheidenheit erfüllt ist, wird niemals, auch nicht im Geringsten, Wesen Schaden zufügen.
Deren Anblick schon fehlerhaft ist, deren Umgang sehr gefährlich ist, bei denen die Annahme von Gut ein großer Fehler und deren Gabe eine große Gefahr ist -
Deren Anblick schon fehlerhaft ist, deren Umgang sehr gefährlich ist, bei denen die Annahme von Gut ein großer Fehler und deren Gabe eine große Gefahr ist -
Wenn sich Freundschaft wieder löst, geht bei einem Niedrigen die Zuneigung zugrunde, ebenso die daraus entstandene Frucht, und ebenso das Glück, das in der Freundschaft lag.
Wenn sich Freundschaft wieder löst, geht bei einem Niedrigen die Zuneigung zugrunde, ebenso die daraus entstandene Frucht, und ebenso das Glück, das in der Freundschaft lag.
Nachdem er die Gemeinschaft mit solchen Niedrigen, Grausamen, Unbeherrschten mit scharfer Klugheit genau erkannt hat, meide sie der Wissende von Weitem.
Nachdem er die Gemeinschaft mit solchen Niedrigen, Grausamen, Unbeherrschten mit scharfer Klugheit genau erkannt hat, meide sie der Wissende von Weitem.
jñātayo vardhanīyās tair ya icchanty ātmanaḥ śubham kulavṛddhiṃ ca rājendra tasmāt sādhu samācara
Von denen, die ihr eigenes Wohl und das Wachstum der Familie wünschen, o Herrscher der Könige, sollen die Verwandten gefördert werden - darum handle recht.
Wort für Wort
jñātayo vardhanīyās tair ya icchanty ātmanaḥ śubham kulavṛddhiṃ ca rājendra tasmāt sādhu samācara
Von denen, die ihr eigenes Wohl und das Wachstum der Familie wünschen, o Herrscher der Könige, sollen die Verwandten gefördert werden - darum handle recht.
śreyasā yokṣyase rājan kurvāṇo jñātisatkriyām viguṇā hy api saṃrakṣyā jñātayo bharatarṣabha
Du wirst mit Heil verbunden sein, o König, wenn du den Verwandten Gutes tust; denn selbst untugendhafte Verwandte sind zu beschützen, o Stier der Bharatas.
Wort für Wort
śreyasā yokṣyase rājan kurvāṇo jñātisatkriyām viguṇā hy api saṃrakṣyā jñātayo bharatarṣabha
Du wirst mit Heil verbunden sein, o König, wenn du den Verwandten Gutes tust; denn selbst untugendhafte Verwandte sind zu beschützen, o Stier der Bharatas.
Als Betagter obliegt dir die Aufgabe, alle deine Söhne gleichermaßen zu schützen, o Vater; und auch mir obliegt es, Heilsames zu sagen - erkenne mich als einen, der dein Wohl sucht.
Als Betagter obliegt dir die Aufgabe, alle deine Söhne gleichermaßen zu schützen, o Vater; und auch mir obliegt es, Heilsames zu sagen - erkenne mich als einen, der dein Wohl sucht.
jñātibhir vigrahas tāta na kartavyo bhavārthinā sukhāni saha bhojyāni jñātibhir bharatarṣabha
Streit mit den Verwandten soll, o Vater, nicht führen, wer sein eigenes Gedeihen sucht; Genüsse sollen mit den Verwandten gemeinsam genossen werden, o Stier der Bharatas.
Wort für Wort
jñātibhir vigrahas tāta na kartavyo bhavārthinā sukhāni saha bhojyāni jñātibhir bharatarṣabha
Streit mit den Verwandten soll, o Vater, nicht führen, wer sein eigenes Gedeihen sucht; Genüsse sollen mit den Verwandten gemeinsam genossen werden, o Stier der Bharatas.
jñātayas tārayantīha jñātayo majjayanti ca suvṛttās tārayantīha durvṛttā majjayanti ca
Verwandte lassen einen hier hindurchtragen, Verwandte lassen einen aber auch untergehen; die von gutem Wandel tragen hindurch, die von schlechtem Wandel lassen untergehen.
Wort für Wort
jñātayas tārayantīha jñātayo majjayanti ca suvṛttās tārayantīha durvṛttā majjayanti ca
Verwandte lassen einen hier hindurchtragen, Verwandte lassen einen aber auch untergehen; die von gutem Wandel tragen hindurch, die von schlechtem Wandel lassen untergehen.
śrīmantaṃ jñātim āsādya yo jñātir avasīdati digdhahastaṃ mṛga iva sa enas tasya vindati
[?] Wer, einen wohlhabenden Verwandten habend, selbst dennoch als Verwandter verkümmert, der lädt Schuld auf sich, wie ein Wild, das in eine vergiftete Falle gerät.
Wort für Wort
śrīmantaṃ jñātim āsādya yo jñātir avasīdati digdhahastaṃ mṛga iva sa enas tasya vindati
[?] Wer, einen wohlhabenden Verwandten habend, selbst dennoch als Verwandter verkümmert, der lädt Schuld auf sich, wie ein Wild, das in eine vergiftete Falle gerät.
'digdhahastam' (wörtlich 'mit vergifteter Hand/Falle') ist ein Jagdbild, dessen genaue Konstruktion im Deutschen nur sinngemäß wiederzugeben ist.
yena khaṭvāṃ samārūḍhaḥ paritapyeta karmaṇā ādāv eva na tat kuryād adhruve jīvite sati
Was einen, hat man sich erst todkrank aufs Krankenlager gelegt, wegen der eigenen Tat quälen würde, das tue man von vornherein nicht, da das Leben unsicher ist.
Wort für Wort
yena khaṭvāṃ samārūḍhaḥ paritapyeta karmaṇā ādāv eva na tat kuryād adhruve jīvite sati
Was einen, hat man sich erst todkrank aufs Krankenlager gelegt, wegen der eigenen Tat quälen würde, das tue man von vornherein nicht, da das Leben unsicher ist.
na kaś cin nāpanayate pumān anyatra bhārgavāt śeṣasaṃpratipattis tu buddhimatsv eva tiṣṭhati
[?] Es gibt keinen Menschen, der sich nicht je verfehlt, außer etwa dem Bhārgava; doch das rechte Handhaben dessen, was übrigbleibt, ist allein den Klugen eigen.
Wort für Wort
na kaś cin nāpanayate pumān anyatra bhārgavāt śeṣasaṃpratipattis tu buddhimatsv eva tiṣṭhati
[?] Es gibt keinen Menschen, der sich nicht je verfehlt, außer etwa dem Bhārgava; doch das rechte Handhaben dessen, was übrigbleibt, ist allein den Klugen eigen.
'Bhārgava' bezieht sich wohl auf den sagenhaften, als fehlerlos geltenden Weisen Śukra; die genaue Pointe des Verses bleibt unsicher, daher [?].
Deren Herz sich mit dem anderen Herzen, deren verborgenes Wesen mit dem verborgenen Wesen des anderen, deren Einsicht sich mit der anderen Einsicht trifft - deren Freundschaft altert nicht.
Deren Herz sich mit dem anderen Herzen, deren verborgenes Wesen mit dem verborgenen Wesen des anderen, deren Einsicht sich mit der anderen Einsicht trifft - deren Freundschaft altert nicht.
Als Freund wünscht man sich einen Dankbaren, Rechtschaffenen, Wahrhaftigen, nicht Kleinlichen, fest Ergebenen, der seine Sinne beherrscht, in Beständigkeit fest und nicht treulos ist.
Als Freund wünscht man sich einen Dankbaren, Rechtschaffenen, Wahrhaftigen, nicht Kleinlichen, fest Ergebenen, der seine Sinne beherrscht, in Beständigkeit fest und nicht treulos ist.
Sanftmut gegenüber allen Wesen, Freiheit von Missgunst, Geduld, Standhaftigkeit und Nichtgeringschätzung der Freunde - dies, sagen die Weisen, verlängert das Leben.
Sanftmut gegenüber allen Wesen, Freiheit von Missgunst, Geduld, Standhaftigkeit und Nichtgeringschätzung der Freunde - dies, sagen die Weisen, verlängert das Leben.
āyatyāṃ pratikārajñas tadātve dṛḍhaniścayaḥ atīte kāryaśeṣajño naro 'rthair na prahīyate
Wer für die Zukunft die Abhilfe kennt, in der Gegenwart fest entschlossen ist und über Vergangenes weiß, was noch zu tun übrigbleibt - ein solcher Mensch geht seiner Güter nicht verlustig.
Wort für Wort
āyatyāṃ pratikārajñas tadātve dṛḍhaniścayaḥ atīte kāryaśeṣajño naro 'rthair na prahīyate
Wer für die Zukunft die Abhilfe kennt, in der Gegenwart fest entschlossen ist und über Vergangenes weiß, was noch zu tun übrigbleibt - ein solcher Mensch geht seiner Güter nicht verlustig.
Das Ergreifen des Heilsamen, geistige Sammlung, heilige Gelehrsamkeit, Tatkraft, Aufrichtigkeit und der beständige Umgang mit den Guten - diese Dinge bewirken Wohlstand.
Das Ergreifen des Heilsamen, geistige Sammlung, heilige Gelehrsamkeit, Tatkraft, Aufrichtigkeit und der beständige Umgang mit den Guten - diese Dinge bewirken Wohlstand.
Nicht-Verzagen ist die Wurzel des Glücks, sowohl bei der Beendigung des Leids als auch beim Glück selbst; wer nicht verzagt, wird groß und erlangt äußerstes Glück.
Nicht-Verzagen ist die Wurzel des Glücks, sowohl bei der Beendigung des Leids als auch beim Glück selbst; wer nicht verzagt, wird groß und erlangt äußerstes Glück.
Der Schwache übe gegenüber allem Geduld aus Not; der Mächtige übe sie um der Rechtschaffenheit willen; wem Nutzen und Schaden gleich gelten, dem ist Geduld stets zuträglich.
Der Schwache übe gegenüber allem Geduld aus Not; der Mächtige übe sie um der Rechtschaffenheit willen; wem Nutzen und Schaden gleich gelten, dem ist Geduld stets zuträglich.
Dem allzu Edlen, dem allzu Freigebigen, dem allzu Tapferen, dem allzu Gelübdetreuen und dem, der sich seiner Klugheit rühmt, naht sich das Glück aus Furcht nicht.
Dem allzu Edlen, dem allzu Freigebigen, dem allzu Tapferen, dem allzu Gelübdetreuen und dem, der sich seiner Klugheit rühmt, naht sich das Glück aus Furcht nicht.
Die Frucht der Veden ist das Feueropfer, die Frucht der heiligen Gelehrsamkeit ist guter Charakter und Wandel, die Frucht der Gattin ist Liebesfreude und Sohn, die Frucht des Reichtums ist sein Verschenken und Genießen.
Die Frucht der Veden ist das Feueropfer, die Frucht der heiligen Gelehrsamkeit ist guter Charakter und Wandel, die Frucht der Gattin ist Liebesfreude und Sohn, die Frucht des Reichtums ist sein Verschenken und Genießen.
kāntāravanadurgeṣu kṛcchrāsv āpatsu saṃbhrame udyateṣu ca śastreṣu nāsti śeṣavatāṃ bhayam
In unwegsamen Wäldern und Wildnissen, in schwierigen Notlagen, in Verwirrung und wenn Waffen erhoben sind - für die, denen genügend übrigbleibt, gibt es keine Furcht.
Wort für Wort
kāntāravanadurgeṣu kṛcchrāsv āpatsu saṃbhrame udyateṣu ca śastreṣu nāsti śeṣavatāṃ bhayam
In unwegsamen Wäldern und Wildnissen, in schwierigen Notlagen, in Verwirrung und wenn Waffen erhoben sind - für die, denen genügend übrigbleibt, gibt es keine Furcht.
utthānaṃ saṃyamo dākṣyam apramādo dhṛtiḥ smṛtiḥ samīkṣya ca samārambho viddhi mūlaṃ bhavasya tat
Tatkraft, Selbstbeherrschung, Geschicklichkeit, Unachtsamkeitslosigkeit, Standhaftigkeit, Erinnerungsvermögen und wohlerwogenes Beginnen - das, wisse, ist die Wurzel des Gedeihens.
Wort für Wort
utthānaṃ saṃyamo dākṣyam apramādo dhṛtiḥ smṛtiḥ samīkṣya ca samārambho viddhi mūlaṃ bhavasya tat
Tatkraft, Selbstbeherrschung, Geschicklichkeit, Unachtsamkeitslosigkeit, Standhaftigkeit, Erinnerungsvermögen und wohlerwogenes Beginnen - das, wisse, ist die Wurzel des Gedeihens.
Diese acht Dinge brechen kein Gelübde: Wasser, Wurzeln, Früchte, Milch, Opferspende, das von einem Brahmanen aus Verlangen Genossene, das Wort des Lehrers und Heilmittel.
Diese acht Dinge brechen kein Gelübde: Wasser, Wurzeln, Früchte, Milch, Opferspende, das von einem Brahmanen aus Verlangen Genossene, das Wort des Lehrers und Heilmittel.
Man tue einem anderen nicht das an, was einem selbst zuwider wäre; dies ist, in Kürze gesagt, die Rechtschaffenheit - alles andere entspringt bloßem Begehren.
Man tue einem anderen nicht das an, was einem selbst zuwider wäre; dies ist, in Kürze gesagt, die Rechtschaffenheit - alles andere entspringt bloßem Begehren.
Durch Zornlosigkeit besiege man den Zorn, den Schlechten besiege man durch Güte, den Geizigen besiege man durch Freigebigkeit, die Lüge besiege man durch Wahrheit.
Durch Zornlosigkeit besiege man den Zorn, den Schlechten besiege man durch Güte, den Geizigen besiege man durch Freigebigkeit, die Lüge besiege man durch Wahrheit.
strīdhūrtake 'lase bhīrau caṇḍe puruṣamānini caure kṛtaghne viśvāso na kāryo na ca nāstike
Einer Frau, einem Betrüger, einem Trägen, einem Feigling, einem Jähzornigen, einem übertrieben auf seine Ehre Bedachten, einem Dieb, einem Undankbaren und einem Gottlosen darf man nicht vertrauen.
Wort für Wort
strīdhūrtake 'lase bhīrau caṇḍe puruṣamānini caure kṛtaghne viśvāso na kāryo na ca nāstike
Einer Frau, einem Betrüger, einem Trägen, einem Feigling, einem Jähzornigen, einem übertrieben auf seine Ehre Bedachten, einem Dieb, einem Undankbaren und einem Gottlosen darf man nicht vertrauen.
atikleśena ye 'rthāḥ syur dharmasyātikrameṇa ca arer vā praṇipātena mā sma teṣu manaḥ kṛthāḥ
Güter, die durch übergroße Mühsal, durch Übertretung der Rechtschaffenheit oder durch Unterwerfung unter einen Feind erworben würden - richte deinen Sinn nicht auf solche.
Wort für Wort
atikleśena ye 'rthāḥ syur dharmasyātikrameṇa ca arer vā praṇipātena mā sma teṣu manaḥ kṛthāḥ
Güter, die durch übergroße Mühsal, durch Übertretung der Rechtschaffenheit oder durch Unterwerfung unter einen Feind erworben würden - richte deinen Sinn nicht auf solche.
Der beschwerliche Weg ist das Altern der Körperlichen, Wasser ist das Altern der Berge, Entbehrung der Liebe ist das Altern der Frauen, ein verletzendes Wort ist das Altern des Gemüts.
Der beschwerliche Weg ist das Altern der Körperlichen, Wasser ist das Altern der Berge, Entbehrung der Liebe ist das Altern der Frauen, ein verletzendes Wort ist das Altern des Gemüts.
anāmnāyamalā vedā brāhmaṇasyāvrataṃ malam kautūhalamalā sādhvī vipravāsamalāḥ striyaḥ
Die Vernachlässigung des Rezitierens ist der Makel der Veden, das Fehlen von Gelübden ist der Makel des Brahmanen, Neugier ist der Makel der tugendhaften Frau, zu langes Getrenntsein vom Gatten ist der Makel der Frauen.
Wort für Wort
anāmnāyamalā vedā brāhmaṇasyāvrataṃ malam kautūhalamalā sādhvī vipravāsamalāḥ striyaḥ
Die Vernachlässigung des Rezitierens ist der Makel der Veden, das Fehlen von Gelübden ist der Makel des Brahmanen, Neugier ist der Makel der tugendhaften Frau, zu langes Getrenntsein vom Gatten ist der Makel der Frauen.
Silber ist der Makel des Goldes, Zinn wiederum ist der Makel des Silbers, Blei ist, wisse, der Makel des Zinns, und Schlacke ist der Makel des Bleis selbst.
Silber ist der Makel des Goldes, Zinn wiederum ist der Makel des Silbers, Blei ist, wisse, der Makel des Zinns, und Schlacke ist der Makel des Bleis selbst.
na svapnena jayen nidrāṃ na kāmena striyaṃ jayet nendhanena jayed agniṃ na pānena surāṃ jayet
Nicht durch Schlaf besiegt man den Schlaf, nicht durch Begehren besiegt man das Verlangen nach einer Frau, nicht durch Brennstoff besiegt man das Feuer, nicht durch Trinken besiegt man das Verlangen nach Wein.
Wort für Wort
na svapnena jayen nidrāṃ na kāmena striyaṃ jayet nendhanena jayed agniṃ na pānena surāṃ jayet
Nicht durch Schlaf besiegt man den Schlaf, nicht durch Begehren besiegt man das Verlangen nach einer Frau, nicht durch Brennstoff besiegt man das Feuer, nicht durch Trinken besiegt man das Verlangen nach Wein.
Wessen Freund durch Freigebigkeit gewonnen, wessen Feinde im Kampf besiegt und wessen Gattin durch Speise und Trank für sich gewonnen ist - dessen Leben ist fruchtbringend.
Wessen Freund durch Freigebigkeit gewonnen, wessen Feinde im Kampf besiegt und wessen Gattin durch Speise und Trank für sich gewonnen ist - dessen Leben ist fruchtbringend.
sahasriṇo 'pi jīvanti jīvanti śatinas tathā dhṛtarāṣṭraṃ vimuñcecchāṃ na kathaṃ cin na jīvyate
[?] Manche leben mit Tausenden, ebenso leben andere mit nur Hunderten - gib, o Dhṛtarāṣṭra, das maßlose Verlangen auf; auf keine Weise bleibt einem das Leben gänzlich versagt.
Wort für Wort
sahasriṇo 'pi jīvanti jīvanti śatinas tathā dhṛtarāṣṭraṃ vimuñcecchāṃ na kathaṃ cin na jīvyate
[?] Manche leben mit Tausenden, ebenso leben andere mit nur Hunderten - gib, o Dhṛtarāṣṭra, das maßlose Verlangen auf; auf keine Weise bleibt einem das Leben gänzlich versagt.
Sinngemäß: Menschen kommen mit dem zurecht, was sie haben, ob viel oder wenig - eine Mahnung gegen Dhṛtarāṣṭras Gier nach uneingeschränkter Herrschaft.
rājan bhūyo bravīmi tvāṃ putreṣu samam ācara samatā yadi te rājan sveṣu pāṇḍusuteṣu ca
O König, noch einmal sage ich dir: verhalte dich gegenüber allen Söhnen gleich - dann wirst du, wenn Gleichheit zwischen den Deinen und den Söhnen des Pāṇḍu herrscht, [wahrhaft glücklich sein].
Wort für Wort
rājan bhūyo bravīmi tvāṃ putreṣu samam ācara samatā yadi te rājan sveṣu pāṇḍusuteṣu ca
O König, noch einmal sage ich dir: verhalte dich gegenüber allen Söhnen gleich - dann wirst du, wenn Gleichheit zwischen den Deinen und den Söhnen des Pāṇḍu herrscht, [wahrhaft glücklich sein].
Der Bedingungssatz ("wenn du Gleichheit übst...") bleibt im Sanskrit ohne ausgeführten Hauptsatz (elliptischer Sentenzenstil); die Übersetzung ergänzt sinngemäß in eckigen Klammern. Kap.40 setzt danach mit einem neuen Thema fort, keine wörtliche Fortführung.