Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 133: Vidurāputrasaṃvādaḥ (Tṛtīyo Bhāgaḥ) Das Zwiegespräch der Vidurā mit ihrem Sohn (Dritter Teil)

Der Sohn erwidert Vidurās harte Rede, sie erwidert ihm wiederum: mit rechtem, tugendhaftem Wandel könne er ihr wieder lieb werden; Untätigkeit bringe nie Erfolg, nur Tatkraft berge zumindest die Möglichkeit. Der Sohn wendet ein, ohne Schatzkammer und Verbündete sei ihm der Sinn für das Königreich vergangen; Vidurā entgegnet mit konkreten Ratschlägen zur Bündnispolitik - Unzufriedene und Rivalen als Verbündete gewinnen, durch Freigebigkeit und frühes Handeln Vertrauen schaffen, den Ruf vor Verleumdung schützen. Ihre Rede setzt sich über das Kapitelende hinaus fort.

putra uvāca kṛṣṇāyasasyeva ca te saṃhatya hṛdayaṃ kṛtam mama mātas tv akaruṇe vairaprajñe hy amarṣaṇe

Der Sohn sprach: „Dein Herz, o Mutter, ist mir gegenüber wahrhaftig zusammengeschmiedet wie aus schwarzem Eisen — du Mitleidlose, in Feindschaft Kundige, Zornerfüllte.

Wort für Wort
kṛṣṇāyasasya iva
wie aus schwarzem Eisen (Gen.Sg. + Vergleich)
te saṃhatya hṛdayam kṛtam
dein Herz ist zusammengeschmiedet gemacht (Gen. + Gerundium + Nom.Sg.n. + Ptz.)
mama mātaḥ
mir gegenüber, o Mutter (Gen. + Vok.)
akaruṇe vairaprajñe amarṣaṇe
du Mitleidlose, in Feindschaft Kundige, Zornerfüllte (Vok.Sg.f. je)

Der Sohn antwortet nun ausführlicher auf Vidurās Rede.

aho kṣatrasamācāro yatra mām aparaṃ yathā īdṛśaṃ vacanaṃ brūyād bhavatī putram ekajam

Ach, das ist Kṣatriya-Sitte, dass du mir, deinem einzigen Sohn, ein solches Wort sagst, als wäre ich ein Fremder!

Wort für Wort
aho kṣatrasamācāraḥ
ach, das ist Kṣatriya-Sitte (Interj. + Nom.Sg.)
yatra mām aparam yathā
dass du mir, wie [einem] Fremden (Adv. + Akk. + Akk.Sg. + Adv.)
īdṛśam vacanam brūyāt
ein solches Wort sagen würdest (Akk.Sg.n. je + 3.Sg.Optativ)
bhavatī putram ekajam
du deinem einzigen Sohn (Nom.Sg.f. + Akk.Sg.)

kiṃ nu te mām apaśyantyāḥ pṛthivyā api sarvayā kim ābharaṇakṛtyaṃ te kiṃ bhogair jīvitena vā

Was nützte dir, wenn du mich nicht mehr sähest, wohl die ganze Erde? Was nützten dir Schmuckstücke, was Genüsse oder das Leben selbst?“

Wort für Wort
kim nu te mām apaśyantyāḥ
was nützte dir, wenn du mich nicht sähest (Frage + Partikel + Dat. + Akk. + Gen.Ptz.f.)
pṛthivyā api sarvayā
wohl die ganze Erde (Instr. + Partikel + Instr.)
kim ābharaṇakṛtyam te
was nützten dir Schmuckstücke (Frage + Nom.Sg.n. + Dat.)
kiṃ bhogaiḥ jīvitena vā
was Genüsse oder das Leben (Frage + Instr.Pl. + Instr. + Alt.)

mātovāca sarvārambhā hi viduṣāṃ tāta dharmārthakāraṇāt tān evābhisamīkṣyāhaṃ saṃjaya tvām acūcudam

Die Mutter sprach: „Alle Unternehmungen der Weisen, mein Sohn, geschehen um des Rechts und des Nutzens willen; eben dies erwägend habe ich dich angetrieben, Saṃjaya.

Wort für Wort
sarvārambhāḥ hi viduṣām
alle Unternehmungen der Weisen (Nom.Pl. + Partikel + Gen.Pl.)
dharmārthakāraṇāt
um des Rechts und Nutzens willen (Abl.Sg.n.)
tān eva abhisamīkṣya
eben dies erwägend (Akk.Pl. + Partikel + Gerundium)
ahaṃ saṃjaya tvām acūcudam
ich habe dich angetrieben, Saṃjaya (Nom. + Vok. + Akk. + 1.Sg.Perf. Kausativ)

Die Mutter setzt ihre Mahnrede fort, reicht bis V016.

sa samīkṣyakramopeto mukhyaḥ kālo 'yam āgataḥ asmiṃś ced āgate kāle kāryaṃ na pratipadyase asaṃbhāvitarūpas tvaṃ sunṛśaṃsaṃ kariṣyasi

Dieser entscheidende, durch rechte Erwägung gefundene Augenblick ist gekommen; wenn du, da dieser Augenblick gekommen ist, das Nötige nicht in Angriff nimmst, wirst du, von zweifelhaftem Ansehen, äußerst Grausames an dir selbst verüben.

Wort für Wort
sa samīkṣyakramopetaḥ mukhyaḥ kālaḥ
dieser entscheidende, durch Erwägung gefundene Augenblick (Nom.Sg. je)
ayam āgataḥ
ist gekommen (Nom.Sg. + Ptz.)
asmin ced āgate kāle
wenn dieser Augenblick gekommen ist (Loc.Absol.)
kāryam na pratipadyase
du nimmst das Nötige nicht in Angriff (Akk.Sg.n. + Verneinung + 2.Sg.Präs.Ā.)
asaṃbhāvitarūpaḥ
von zweifelhaftem Ansehen (Nom.Sg.)
sunṛśaṃsam kariṣyasi
du wirst äußerst Grausames verüben (Akk.Sg.n. + 2.Sg.Fut.)

taṃ tvām ayaśasā spṛṣṭaṃ na brūyāṃ yadi saṃjaya kharīvātsalyam āhus tan niḥsāmarthyam ahetukam

Würde ich zu dir, der du von Schande berührt bist, nicht sprechen, o Saṃjaya, so nennte man das eine eselinnenhafte, grundlose, unbegründete Zärtlichkeit.

Wort für Wort
taṃ tvām ayaśasā spṛṣṭam
zu dir, der du von Schande berührt bist (Akk.Sg. je + Instr. + Ptz.)
na brūyām yadi saṃjaya
wenn ich nicht spräche, o Saṃjaya (Verneinung + 1.Sg.Optativ + Konj. + Vok.)
kharīvātsalyam āhuḥ
man nennte das eine eselinnenhafte Zärtlichkeit (Akk.Sg.n. + 3.Pl.Präs.)
tat niḥsāmarthyam ahetukam
das grundlos, unbegründet (Akk.Sg.n. je)

sadbhir vigarhitaṃ mārgaṃ tyaja mūrkhaniṣevitam avidyā vai mahaty asti yām imāṃ saṃśritāḥ prajāḥ

Verlass den von den Guten getadelten, von Toren begangenen Weg; groß wahrlich ist die Unwissenheit, der diese Menschen anhängen.

Wort für Wort
sadbhiḥ vigarhitam mārgam
den von den Guten getadelten Weg (Instr. + Akk.Sg. je)
tyaja mūrkhaniṣevitam
verlass den von Toren begangenen (2.Sg.Imperativ + Akk.Sg.m.)
avidyā vai mahatī asti
groß wahrlich ist die Unwissenheit (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg. + 3.Sg.Präs.)
yām imām saṃśritāḥ prajāḥ
der diese Menschen anhängen (Akk.Sg.f. + Akk.Sg.f. + Nom.Pl.Ptz. + Nom.Pl.)

tava syād yadi sadvṛttaṃ tena me tvaṃ priyo bhaveḥ dharmārthaguṇayuktena netareṇa kathaṃ cana daivamānuṣayuktena sadbhir ācaritena ca

Hättest du guten Wandel, verbunden mit den Vorzügen von Recht und Nutzen — durch keinen anderen [Wandel] auf irgendeine Weise —, verbunden mit göttlicher und menschlicher [Billigung] und von den Guten geübt, so würdest du mir dadurch lieb sein.

Wort für Wort
tava syāt yadi sadvṛttam
hättest du guten Wandel (Gen. + 3.Sg.Optativ + Konj. + Nom.Sg.n.)
tena me tvam priyaḥ bhaveḥ
dadurch würdest du mir lieb sein (Instr. + Dat. + Nom. + Nom.Sg. + 2.Sg.Optativ)
dharmārthaguṇayuktena
verbunden mit den Vorzügen von Recht und Nutzen (Instr.Sg.n.)
na itareṇa kathaṃ cana
durch keinen anderen auf irgendeine Weise (Verneinung + Instr. + Adv.)
daivamānuṣayuktena
verbunden mit göttlicher und menschlicher [Billigung] (Instr.Sg.n.)
sadbhiḥ ācaritena ca
und von den Guten geübt (Instr.Pl. + Instr.Sg.n.Ptz.)

yo hy evam avinītena ramate putranaptṛṇā anutthānavatā cāpi moghaṃ tasya prajāphalam

Wer sich an einem solchen unerzogenen und zugleich tatenlosen Sohn oder Enkel erfreut — vergeblich ist für ihn die Frucht der Nachkommenschaft.

Wort für Wort
yaḥ hi evam avinītena
wer sich an einem solchen unerzogenen (Relativ + Partikel + Adv. + Instr.Sg.)
ramate putranaptṛṇā
erfreut an Sohn oder Enkel (3.Sg.Präs.Ā. + Instr.Sg.)
anutthānavatā ca api
und zugleich tatenlosen (Instr.Sg. + Konj. + Partikel)
mogham tasya prajāphalam
vergeblich ist für ihn die Frucht der Nachkommenschaft (Nom.Sg.n. + Gen. + Nom.Sg.n.)

akurvanto hi karmāṇi kurvanto ninditāni ca sukhaṃ naiveha nāmutra labhante puruṣādhamāḥ

Denn die niedrigsten der Menschen, die [ihre rechten] Taten nicht vollbringen, wohl aber getadelte, erlangen Glück weder hier noch im Jenseits.

Wort für Wort
akurvantaḥ hi karmāṇi
die die Taten nicht vollbringen (Ptz.Pl. + Partikel + Akk.Pl.)
kurvantaḥ ninditāni ca
wohl aber getadelte vollbringend (Ptz.Pl. + Akk.Pl. + Konj.)
sukham na eva iha na amutra
Glück weder hier noch im Jenseits (Akk.Sg.n. + Verneinung je + Adv. je)
labhante puruṣādhamāḥ
erlangen die niedrigsten Menschen (3.Pl.Präs.Ā. + Nom.Pl.)

yuddhāya kṣatriyaḥ sṛṣṭaḥ saṃjayeha jayāya ca krūrāya karmaṇe nityaṃ prajānāṃ paripālane jayan vā vadhyamāno vā prāpnotīndrasalokatām

Zum Kampf wurde der Kṣatriya geschaffen, o Saṃjaya, und zum Sieg, für das harte Werk, die Untertanen beständig zu beschützen; ob siegend oder erschlagen werdend, erlangt er Gemeinschaft mit Indras Welt.

Wort für Wort
yuddhāya kṣatriyaḥ sṛṣṭaḥ
zum Kampf wurde der Kṣatriya geschaffen (Dat. + Nom.Sg. + Ptz.)
saṃjaya iha jayāya ca
o Saṃjaya, hier auch zum Sieg (Vok. + Adv. + Dat.)
krūrāya karmaṇe nityam
für das harte Werk beständig (Dat.Sg.n. + Adv.)
prajānāṃ paripālane
beim Beschützen der Untertanen (Gen.Pl. + Loc.)
jayan vā vadhyamānaḥ vā
siegend oder erschlagen werdend (Ptz. + Alt. + Ptz.Pass. + Alt.)
prāpnoti indrasalokatām
er erlangt Gemeinschaft mit Indras Welt (3.Sg.Präs. + Akk.Sg.f.)

na śakrabhavane puṇye divi tad vidyate sukham yad amitrān vaśe kṛtvā kṣatriyaḥ sukham aśnute

Nicht einmal in Śakras heiliger Wohnstatt im Himmel findet sich jenes Glück, das ein Kṣatriya genießt, wenn er seine Feinde in seine Gewalt gebracht hat.

Wort für Wort
na śakrabhavane puṇye divi
nicht in Śakras heiliger Wohnstatt im Himmel (Verneinung + Loc. + Loc. + Loc.)
tat vidyate sukham
jenes Glück findet sich (Nom.Sg.n. + 3.Sg.Präs.Pass. + Nom.Sg.n.)
yat amitrān vaśe kṛtvā
das, nachdem er die Feinde in seine Gewalt gebracht hat (Relativ + Akk.Pl. + Loc. + Gerundium)
kṣatriyaḥ sukham aśnute
ein Kṣatriya Glück genießt (Nom.Sg. + Akk.Sg.n. + 3.Sg.Präs.Ā.)

manyunā dahyamānena puruṣeṇa manasvinā nikṛteneha bahuśaḥ śatrūn pratijigīṣayā

Von einem Mann, der von Zorn verzehrt wird, hochgesinnt, hier oftmals hintergangen, aus dem Wunsch, seine Feinde zu bezwingen —

Wort für Wort
manyunā dahyamānena
der von Zorn verzehrt wird (Instr. + Instr.Ptz.)
puruṣeṇa manasvinā
von einem hochgesinnten Mann (Instr.Sg. je)
nikṛtena iha bahuśaḥ
hier oftmals hintergangen (Instr.Sg.Ptz. + Adv. + Adv.)
śatrūn pratijigīṣayā
aus dem Wunsch, die Feinde zu bezwingen (Akk.Pl. + Instr.Sg.)

ātmānaṃ vā parityajya śatrūn vā vinipātya vai ato 'nyena prakāreṇa śāntir asya kuto bhavet

— sei es das eigene Leben aufgebend, sei es die Feinde niederstreckend: auf welche andere Weise als diese könnte für ihn Friede entstehen?

Wort für Wort
ātmānam vā parityajya
sei es das eigene Selbst aufgebend (Akk. + Alt. + Gerundium)
śatrūn vā vinipātya vai
sei es die Feinde niederstreckend (Akk.Pl. + Alt. + Gerundium + Partikel)
ataḥ anyena prakāreṇa
auf eine andere Weise als diese (Adv. + Instr. + Instr.)
śāntiḥ asya kutaḥ bhavet
wie könnte Friede für ihn entstehen (Nom.Sg. + Gen. + Frage + 3.Sg.Optativ)

iha prājño hi puruṣaḥ svalpam apriyam icchati yasya svalpaṃ priyaṃ loke dhruvaṃ tasyālpam apriyam

Denn der weise Mann wünscht sich hier nur wenig Unliebsames; wessen Angenehmes in der Welt gering ist, dessen Unangenehmes ist gewiss [ebenso] gering.

Wort für Wort
iha prājñaḥ hi puruṣaḥ
denn der weise Mann hier (Adv. + Nom.Sg. je)
svalpam apriyam icchati
wünscht sich nur wenig Unliebsames (Akk.Sg.n. je + 3.Sg.Präs.)
yasya svalpaṃ priyaṃ loke
wessen Angenehmes in der Welt gering ist (Gen. + Akk.Sg.n. je + Loc.)
dhruvam tasya alpam apriyam
dessen Unangenehmes ist gewiss gering (Adv. + Gen. + Nom.Sg.n. je)

priyābhāvāc ca puruṣo naiva prāpnoti śobhanam dhruvaṃ cābhāvam abhyeti gatvā gaṅgeva sāgaram

Und durch das Fehlen des Angenehmen erlangt ein Mann niemals etwas Glänzendes, und geht gewiss dem Untergang entgegen, wie der [Fluss] Gaṅgā, dahinfließend, dem Ozean.“

Wort für Wort
priyābhāvāt ca puruṣaḥ
und durch das Fehlen des Angenehmen ein Mann (Abl. + Konj. + Nom.Sg.)
na eva prāpnoti śobhanam
erlangt niemals etwas Glänzendes (Verneinung + Partikel + 3.Sg.Präs. + Akk.Sg.n.)
dhruvam ca abhāvam abhyeti
und geht gewiss dem Untergang entgegen (Adv. + Konj. + Akk.Sg.m. + 3.Sg.Präs.)
gatvā gaṅgā iva sāgaram
wie die Gaṅgā, dahinfließend, dem Ozean (Gerundium + Nom.Sg. + Vergleich + Akk.Sg.)

putra uvāca neyaṃ matis tvayā vācyā mātaḥ putre viśeṣataḥ kāruṇyam evātra paśya bhūtveha jaḍamūkavat

Der Sohn sprach: „Diese Meinung solltest du nicht aussprechen, Mutter, zumal nicht einem Sohn gegenüber; sieh hierin nur Mitleid, und werde hier wie einer, der stumm und sprachlos ist.“

Wort für Wort
na iyam matiḥ tvayā vācyā
diese Meinung solltest du nicht aussprechen (Verneinung + Nom.Sg.f. + Instr. + Verbaladj.)
mātaḥ putre viśeṣataḥ
Mutter, zumal einem Sohn gegenüber (Vok. + Loc. + Adv.)
kāruṇyam eva atra paśya
sieh hierin nur Mitleid (Akk.Sg.n. + Partikel + Adv. + 2.Sg.Imperativ)
bhūtvā iha jaḍamūkavat
werde hier wie ein Stummer und Sprachloser (Gerundium + Adv. + Adv.)

mātovāca ato me bhūyasī nandir yad evam anupaśyasi codyaṃ māṃ codayasy etad bhṛśaṃ vai codayāmi te

Die Mutter sprach: „Umso größer ist meine Freude, dass du dies so siehst; du forderst mich mit diesem Vorwurf heraus — genau dies fordere ich heftig von dir zurück.

Wort für Wort
ataḥ me bhūyasī nandiḥ
umso größer ist meine Freude (Adv. + Gen. + Adj. + Nom.Sg.)
yat evam anupaśyasi
dass du dies so siehst (Konj. + Adv. + 2.Sg.Präs.)
codyam mām codayasi
du forderst mich mit einem Vorwurf heraus (Akk.Sg.n. + Akk. + 2.Sg.Präs.)
etat bhṛśaṃ vai codayāmi te
genau dies fordere ich heftig von dir (Akk.Sg.n. + Adv. + Partikel + 1.Sg.Präs. + Dat.)

atha tvāṃ pūjayiṣyāmi hatvā vai sarvasaindhavān ahaṃ paśyāmi vijayaṃ kṛtsnaṃ bhāvinam eva te

Dann werde ich dich ehren, wenn du alle Männer von Sindhu erschlagen hast; ich sehe deinen vollständigen Sieg als gewiss bevorstehend.“

Wort für Wort
atha tvām pūjayiṣyāmi
dann werde ich dich ehren (Adv. + Akk. + 1.Sg.Fut.)
hatvā vai sarvasaindhavān
wenn du alle Männer von Sindhu erschlagen hast (Gerundium + Partikel + Akk.Pl.)
ahaṃ paśyāmi vijayam kṛtsnam
ich sehe den vollständigen Sieg (Nom. + 1.Sg.Präs. + Akk.Sg. je)
bhāvinam eva te
als gewiss bevorstehend für dich (Akk.Sg.Ptz. + Partikel + Gen.)

putra uvāca akośasyāsahāyasya kutaḥ svid vijayo mama ity avasthāṃ viditvemām ātmanātmani dāruṇām rājyād bhāvo nivṛtto me tridivād iva duṣkṛteḥ

Der Sohn sprach: „Wie sollte mir, dem ohne Schatzkammer, dem ohne Verbündete, wohl Sieg zuteilwerden? Da ich diesen, meinen eigenen, in mir selbst erkannten schrecklichen Zustand erkannt habe, hat sich meine Neigung zum Königreich abgewandt, wie die eines Übeltäters vom dritten Himmel.

Wort für Wort
akośasya asahāyasya
dessen, der ohne Schatzkammer, ohne Verbündete ist (Gen.Sg. je)
kutaḥ svid vijayaḥ mama
wie sollte mir wohl Sieg [zuteilwerden] (Frage + Partikel + Nom.Sg. + Gen.)
iti avasthām viditvā imām
diesen Zustand erkannt habend (Zitatpartikel + Akk.Sg.f. + Gerundium + Akk.Sg.f.)
ātmanā ātmani dāruṇām
durch mich selbst in mir selbst, schrecklich (Instr. + Loc. + Akk.Sg.f.)
rājyāt bhāvaḥ nivṛttaḥ me
meine Neigung zum Königreich hat sich abgewandt (Abl. + Nom.Sg. + Ptz. + Gen.)
tridivāt iva duṣkṛteḥ
wie die eines Übeltäters vom dritten Himmel (Abl. + Vergleich + Gen.)

īdṛśaṃ bhavatī kaṃ cid upāyam anupaśyati tan me pariṇataprajñe samyak prabrūhi pṛcchate kariṣyāmi hi tat sarvaṃ yathāvad anuśāsanam

Siehst du, du von gereifter Weisheit, ein solches Mittel — so sage es mir, der ich frage, recht und deutlich; ich werde alles genau nach der Unterweisung tun.“

Wort für Wort
īdṛśam bhavatī kaṃ cit upāyam
siehst du ein solches Mittel (Akk.Sg. + Nom.Sg.f. + Pron. + Akk.Sg.)
anupaśyati
siehst du (2./3.Sg.Präs.)
tat me pariṇataprajñe
so [sage es] mir, du von gereifter Weisheit (Akk.Sg.n. + Dat. + Vok.)
samyak prabrūhi pṛcchate
sage es recht dem Fragenden (Adv. + 2.Sg.Imperativ + Dat.Ptz.)
kariṣyāmi hi tat sarvam
ich werde all dies tun (1.Sg.Fut. + Partikel + Akk.Sg.n. + Akk.Sg.n.)
yathāvad anuśāsanam
genau nach der Unterweisung (Adv. + Akk.Sg.n.)

mātovāca putrātmā nāvamantavyaḥ pūrvābhir asamṛddhibhiḥ abhūtvā hi bhavanty arthā bhūtvā naśyanti cāpare

Die Mutter sprach: „Das Selbst eines Sohnes sollte nicht wegen früherer Fehlschläge verachtet werden; denn manche Erfolge entstehen, ohne vorher da gewesen zu sein, andere wiederum vergehen, nachdem sie da gewesen sind.

Wort für Wort
putrātmā na avamantavyaḥ
das Selbst eines Sohnes sollte nicht verachtet werden (Nom.Sg. + Verneinung + Verbaladj.)
pūrvābhiḥ asamṛddhibhiḥ
wegen früherer Fehlschläge (Instr.Pl.)
abhūtvā hi bhavanti arthāḥ
denn manche Erfolge entstehen, ohne vorher da gewesen zu sein (Gerundium + Partikel + 3.Pl.Präs. + Nom.Pl.)
bhūtvā naśyanti ca apare
andere wiederum vergehen, nachdem sie da gewesen sind (Gerundium + 3.Pl.Präs. + Konj. + Nom.Pl.)

Vidurās abschließende Rede, reicht über das Kapitelende hinaus fort (Kap.134 setzt mit erneutem 'mātovāca' ohne Sprecherwechsel fort).

amarṣeṇaiva cāpy arthā nārabdhavyāḥ subāliśaiḥ sarveṣāṃ karmaṇāṃ tāta phale nityam anityatā

Und Unternehmungen sollten von den überaus Törichten niemals nur aus Zorn begonnen werden; in der Frucht aller Taten, mein Sohn, herrscht stets Unbeständigkeit.

Wort für Wort
amarṣeṇa eva ca api arthāḥ
und Unternehmungen [nur] aus Zorn (Instr. + Partikel + Konj. + Partikel + Nom.Pl.)
na ārabdhavyāḥ subāliśaiḥ
sollten nicht begonnen werden von den überaus Törichten (Verneinung + Verbaladj.Pl. + Instr.Pl.)
sarveṣām karmaṇām tāta
aller Taten, mein Sohn (Gen.Pl. + Vok.)
phale nityam anityatā
in der Frucht herrscht stets Unbeständigkeit (Loc. + Adv. + Nom.Sg.)

anityam iti jānanto na bhavanti bhavanti ca atha ye naiva kurvanti naiva jātu bhavanti te

Wissend, dass es unbeständig ist, gelingen manche nicht, manche gelingen; doch die, die überhaupt nichts tun, jene gelingen niemals.

Wort für Wort
anityam iti jānantaḥ
wissend, dass es unbeständig ist (Akk.Sg.n. + Zitatpartikel + Ptz.Pl.)
na bhavanti bhavanti ca
gelingen manche nicht, manche gelingen (Verneinung + 3.Pl.Präs. je + Konj.)
atha ye na eva kurvanti
doch die, die überhaupt nichts tun (Adv. + Relativ + Verneinung + Partikel + 3.Pl.Präs.)
na eva jātu bhavanti te
jene gelingen niemals (Verneinung + Partikel + Adv. + 3.Pl.Präs. + Nom.Pl.)

aikaguṇyam anīhāyām abhāvaḥ karmaṇāṃ phalam atha dvaiguṇyam īhāyāṃ phalaṃ bhavati vā na vā

In der Untätigkeit gibt es nur eine Möglichkeit: das Fehlen der Fruchtwirkung der Taten; im [tatkräftigen] Streben aber gibt es eine zweifache: die Frucht kommt zustande, oder auch nicht.

Wort für Wort
aikaguṇyam anīhāyām
eine einzige Möglichkeit in der Untätigkeit (Nom.Sg.n. + Loc.Sg.)
abhāvaḥ karmaṇām phalam
das Fehlen der Fruchtwirkung der Taten (Nom.Sg. + Gen.Pl. + Nom.Sg.n.)
atha dvaiguṇyam īhāyām
im Streben aber eine zweifache (Adv. + Nom.Sg.n. + Loc.Sg.)
phalam bhavati vā na vā
die Frucht kommt zustande oder nicht (Nom.Sg.n. + 3.Sg.Präs. + Alt. + Verneinung + Alt.)

yasya prāg eva viditā sarvārthānām anityatā nuded vṛddhisamṛddhī sa pratikūle nṛpātmaja

Wer die Unbeständigkeit aller Unternehmungen bereits im Voraus kennt, der sollte, o Königssohn, bei widrigen [Umständen] die Erwartung von Wachstum und Gedeihen beiseitelassen.

Wort für Wort
yasya prāk eva viditā
wer bereits im Voraus kennt (Gen. + Adv. + Partikel + Ptz.f.)
sarvārthānām anityatā
die Unbeständigkeit aller Unternehmungen (Gen.Pl. + Nom.Sg.f.)
nudet vṛddhisamṛddhī
sollte die Erwartung von Wachstum und Gedeihen beiseitelassen (3.Sg.Optativ + Akk.Du.f.)
sa pratikūle nṛpātmaja
der, bei widrigen [Umständen], o Königssohn (Nom.Sg. + Loc. + Vok.)

utthātavyaṃ jāgṛtavyaṃ yoktavyaṃ bhūtikarmasu bhaviṣyatīty eva manaḥ kṛtvā satatam avyathaiḥ maṅgalāni puraskṛtya brāhmaṇaiś ceśvaraiḥ saha

Man muss sich erheben, wachsam sein, sich den Werken des Gedeihens widmen; man muss den Sinn beständig, von Unruhe frei, auf 'es wird geschehen' gerichtet halten, glückverheißende Riten voranstellend, gemeinsam mit Brahmanen und Mächtigen.

Wort für Wort
utthātavyam jāgṛtavyam
man muss sich erheben, wachsam sein (Verbaladj.n. je)
yoktavyam bhūtikarmasu
man muss sich den Werken des Gedeihens widmen (Verbaladj.n. + Loc.Pl.)
bhaviṣyati iti eva manaḥ kṛtvā
den Sinn auf 'es wird geschehen' gerichtet habend (3.Sg.Fut. + Zitatpartikel + Partikel + Akk.Sg.n. + Gerundium)
satatam avyathaiḥ
beständig, von Unruhe frei (Adv. + Instr.Pl.)
maṅgalāni puraskṛtya
glückverheißende Riten vorangestellt (Akk.Pl. + Gerundium)
brāhmaṇaiḥ ca īśvaraiḥ saha
gemeinsam mit Brahmanen und Mächtigen (Instr.Pl. je + Postp.)

prājñasya nṛpater āśu vṛddhir bhavati putraka abhivartati lakṣmīs taṃ prācīm iva divākaraḥ

Einem weisen König kommt rasch Wachstum zuteil, mein Söhnchen; das Glück wendet sich ihm zu, wie die Sonne dem Osten.

Wort für Wort
prājñasya nṛpateḥ āśu vṛddhiḥ
einem weisen König rasch Wachstum (Gen. + Adv. + Nom.Sg.)
bhavati putraka
kommt zuteil, mein Söhnchen (3.Sg.Präs. + Vok.)
abhivartati lakṣmīḥ taṃ
das Glück wendet sich ihm zu (3.Sg.Präs. + Nom.Sg. + Akk.)
prācīm iva divākaraḥ
wie die Sonne dem Osten (Akk.Sg.f. + Vergleich + Nom.Sg.)

nidarśanāny upāyāṃś ca bahūny uddharṣaṇāni ca anudarśitarūpo 'si paśyāmi kuru pauruṣam puruṣārtham abhipretaṃ samāhartum ihārhasi

Viele Beispiele, Mittel und Ermutigungen [habe ich dir gezeigt]; dir ist [deine wahre] Gestalt gezeigt worden, wie ich sehe; übe Manneskraft; du solltest hier das beabsichtigte menschliche Ziel vollbringen.

Wort für Wort
nidarśanāni upāyān ca bahūn
viele Beispiele und Mittel (Akk.Pl. je)
uddharṣaṇāni ca
und Ermutigungen (Akk.Pl.)
anudarśitarūpaḥ asi
dir ist [deine] Gestalt gezeigt worden (Nom.Sg.Ptz. + 2.Sg.Präs.)
paśyāmi kuru pauruṣam
wie ich sehe, übe Manneskraft (1.Sg.Präs. + 2.Sg.Imperativ + Akk.Sg.n.)
puruṣārtham abhipretam
das beabsichtigte menschliche Ziel (Akk.Sg. je)
samāhartum iha arhasi
du solltest hier vollbringen (Inf. + Adv. + 2.Sg.Präs.)

kruddhāṃl lubdhān parikṣīṇān avakṣiptān vimānitān spardhinaś caiva ye ke cit tān yukta upadhāraya

Die Zornigen, die Gierigen, die Geschwächten, die Verstoßenen, die Missachteten, und ebenso alle, die [mit deinem Feind] wetteifern, wer immer sie seien — diese nimm dir, wenn es angebracht ist, zur Unterstützung.

Wort für Wort
kruddhān lubdhān parikṣīṇān
die Zornigen, Gierigen, Geschwächten (Akk.Pl. je)
avakṣiptān vimānitān
die Verstoßenen, Missachteten (Akk.Pl. je)
spardhinaḥ ca eva ye ke cit
und ebenso alle, die wetteifern, wer sie auch seien (Akk.Pl. + Konj. + Partikel + Relativ)
tān yukta upadhāraya
diese nimm dir, wenn angebracht, zur Unterstützung (Akk.Pl. + Adj. + 2.Sg.Imperativ Ā.)

etena tvaṃ prakāreṇa mahato bhetsyase gaṇān mahāvega ivoddhūto mātariśvā balāhakān

Auf diese Weise wirst du große Scharen sprengen, wie der mit gewaltiger Kraft aufgewühlte Windgott die Wolkenmassen.

Wort für Wort
etena tvam prakāreṇa
auf diese Weise wirst du (Instr. + Nom. + Instr.)
mahataḥ bhetsyase gaṇān
große Scharen wirst du sprengen (Akk.Pl. + 2.Sg.Fut.Ā. + Akk.Pl.)
mahāvegaḥ iva uddhūtaḥ mātariśvā
wie der mit gewaltiger Kraft aufgewühlte Windgott (Nom.Sg. je + Vergleich + Ptz. + Nom.Sg.)
balāhakān
die Wolkenmassen (Akk.Pl.)

teṣām agrapradāyī syāḥ kalyotthāyī priyaṃvadaḥ te tvāṃ priyaṃ kariṣyanti puro dhāsyanti ca dhruvam

Sei ihnen ein Erster-Geber, ein Frühaufsteher, von freundlicher Rede; sie werden dich liebhaben und dich gewiss an ihre Spitze stellen.

Wort für Wort
teṣām agrapradāyī syāḥ
sei ihnen ein Erster-Geber (Gen.Pl. + Nom.Sg. + 2.Sg.Optativ)
kalyotthāyī priyaṃvadaḥ
ein Frühaufsteher, von freundlicher Rede (Nom.Sg. je)
te tvāṃ priyaṃ kariṣyanti
sie werden dich liebhaben (Nom.Pl. + Akk. + Akk.Sg.n. + 3.Pl.Fut.)
puro dhāsyanti ca dhruvam
und dich gewiss an die Spitze stellen (Adv. + 3.Pl.Fut. + Konj. + Adv.)

yadaiva śatrur jānīyāt sapatnaṃ tyaktajīvitam tadaivāsmād udvijate sarpād veśmagatād iva

Sobald der Feind erkennt, dass sein Widersacher sein Leben aufgegeben hat, sogleich schreckt er vor diesem zurück wie vor einer ins Haus eingedrungenen Schlange.

Wort für Wort
yadā eva śatruḥ jānīyāt
sobald der Feind erkennt (Adv. + Partikel + Nom.Sg. + 3.Sg.Optativ)
sapatnam tyaktajīvitam
dass sein Widersacher sein Leben aufgegeben hat (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
tadā eva asmāt udvijate
sogleich schreckt er vor diesem zurück (Adv. + Partikel + Abl. + 3.Sg.Präs.Ā.)
sarpāt veśmagatāt iva
wie vor einer ins Haus eingedrungenen Schlange (Abl. + Abl.Ptz. + Vergleich)

taṃ viditvā parākrāntaṃ vaśe na kurute yadi nirvādair nirvaded enam antatas tad bhaviṣyati

Erkennt er ihn als einen, der seine Kraft gezeigt hat, und bringt ihn dennoch nicht in seine Gewalt, so wird er ihn schließlich mit Verleumdungen verleumden — das wird geschehen.

Wort für Wort
taṃ viditvā parākrāntam
ihn als einen, der seine Kraft gezeigt hat, erkannt habend (Akk. + Gerundium + Akk.Sg.Ptz.)
vaśe na kurute yadi
wenn er ihn nicht in seine Gewalt bringt (Loc. + Verneinung + 3.Sg.Präs.Ā. + Konj.)
nirvādaiḥ nirvadet enam
er wird ihn mit Verleumdungen verleumden (Instr.Pl. + 3.Sg.Optativ + Akk.)
antataḥ tat bhaviṣyati
schließlich wird das geschehen (Adv. + Nom.Sg.n. + 3.Sg.Fut.)

[?] Der genaue Sinn dieses Verses ist knapp; gemeint ist wohl, dass ein Feind, der einen entschlossenen Gegner nicht bezwingen kann, zuletzt zu Verleumdung greift.

nirvādād āspadaṃ labdhvā dhanavṛddhir bhaviṣyati dhanavantaṃ hi mitrāṇi bhajante cāśrayanti ca

Hat man, frei von Verleumdung, festen Stand gewonnen, wird Vermehrung des Vermögens erfolgen; denn dem Vermögenden wenden sich Freunde zu und suchen bei ihm Zuflucht.

Wort für Wort
nirvādāt āspadam labdhvā
frei von Verleumdung, festen Stand gewonnen habend (Abl. + Akk.Sg.n. + Gerundium)
dhanavṛddhiḥ bhaviṣyati
Vermehrung des Vermögens wird erfolgen (Nom.Sg. + 3.Sg.Fut.)
dhanavantaṃ hi mitrāṇi
denn dem Vermögenden die Freunde (Akk.Sg. + Partikel + Nom.Pl.)
bhajante ca āśrayanti ca
wenden sich zu und suchen Zuflucht (3.Pl.Präs.Ā. + Konj. + 3.Pl.Präs. + Konj.)

skhalitārthaṃ punas tāta saṃtyajanty api bāndhavāḥ apy asminn āśrayante ca jugupsanti ca tādṛśam

Doch wessen Glück gestrauchelt ist, mein Sohn, den verlassen selbst die Verwandten; ist er [wieder aufgestiegen], suchen sie zwar bei ihm Zuflucht, verachten aber gleichwohl einen solchen [Wankelmütigen].

Wort für Wort
skhalitārtham punaḥ tāta
doch wessen Glück gestrauchelt ist, mein Sohn (Akk.Sg. + Adv. + Vok.)
saṃtyajanti api bāndhavāḥ
den verlassen selbst die Verwandten (3.Pl.Präs. + Partikel + Nom.Pl.)
api asmin āśrayante ca
bei ihm suchen sie [wieder] Zuflucht (Partikel + Loc. + 3.Pl.Präs.Ā. + Konj.)
jugupsanti ca tādṛśam
und verachten einen solchen (3.Pl.Präs. + Konj. + Akk.Sg.)

[?] Der zweite Halbvers ist knapp und lässt offen, ob sich die Verachtung auf den einst Gescheiterten selbst oder auf das eigene wankelmütige Verhalten der Verwandten bezieht; sinngemäß wiedergegeben.

śatruṃ kṛtvā yaḥ sahāyaṃ viśvāsam upagacchati ataḥ saṃbhāvyam evaitad yad rājyaṃ prāpnuyād iti

Wer einen Feind zum Verbündeten gemacht hat und dessen Vertrauen gewinnt — daher ist eben dies zu erwarten, dass er das Königreich erlangen werde.

Wort für Wort
śatruṃ kṛtvā sahāyam
einen Feind zum Verbündeten gemacht (Akk.Sg. + Gerundium + Akk.Sg.)
yaḥ viśvāsam upagacchati
wer dessen Vertrauen gewinnt (Relativ + Akk.Sg. + 3.Sg.Präs.)
ataḥ saṃbhāvyam eva etat
daher ist eben dies zu erwarten (Adv. + Verbaladj.n. + Partikel + Nom.Sg.n.)
yat rājyaṃ prāpnuyāt iti
dass er das Königreich erlangen werde (Konj. + Akk.Sg.n. + 3.Sg.Optativ + Zitatpartikel)

Vidurās Rede schließt hier nicht endgültig ab, sondern wird, da Kap.134 mit erneutem 'mātovāca' ohne Sprecherwechsel fortsetzt, über das Kapitelende hinaus fortgeführt.

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