Kapitel 18: Sainyoddyoga-parva (18)
Śalyas Erzählung (Abschluss): Indras Wiedereinsetzung, die Lehre für Yudhiṣṭhira und Śalyas Aufbruch zu Duryodhana
Indra kehrt triumphierend zurück, vereint sich mit Śacī und beschenkt den Weisen Aṅgiras (der fortan als 'Atharvāṅgiras' den Atharva-Veda mitbegründet) mit einem Opferanteil. Śalya schließt seine seit Kap.9 durchgehend offene Erzählung ab, indem er - noch im selben Redeakt - die Parallele zwischen Indras Leid und verborgenem Exil und Yudhiṣṭhiras eigenem Waldaufenthalt und Inkognito-Jahr zieht und ihm den künftigen Sieg verheißt. Vaiśampāyana berichtet, wie Yudhiṣṭhira Śalya daraufhin ehrt und den Plan bekräftigt, dass Śalya später als Karṇas Wagenlenker dessen Kraft schwächen soll; Śalya sagt dies zu und bricht zu Duryodhana auf. Damit endet die große Śalya-Episode (Kap.8-18).
Śalya sprach: Da bestieg Śakra, gepriesen von den Scharen der Gandharvas und Apsaras, den Elefantenfürsten Airāvata, der mit allen Glückszeichen versehen war,
Śalya sprach: Da bestieg Śakra, gepriesen von den Scharen der Gandharvas und Apsaras, den Elefantenfürsten Airāvata, der mit allen Glückszeichen versehen war,
Nachdem sich der Götterkönig Śatakratu mit Mahendrāṇī, seiner Gattin Śacī, wiedervereint hatte, herrschte der Götterfürst, von höchster Freude erfüllt.
Nachdem sich der Götterkönig Śatakratu mit Mahendrāṇī, seiner Gattin Śacī, wiedervereint hatte, herrschte der Götterfürst, von höchster Freude erfüllt.
nātra manyus tvayā kāryo yat kliṣṭo 'si mahāvane draupadyā saha rājendra bhrātṛbhiś ca mahātmabhiḥ
Darüber solltest du keinen Groll hegen, dass du im großen Wald gelitten hast, du Fürst der Könige, zusammen mit Draupadī und deinen hochherzigen Brüdern.
Wort für Wort
nātra manyus tvayā kāryo yat kliṣṭo 'si mahāvane draupadyā saha rājendra bhrātṛbhiś ca mahātmabhiḥ
Darüber solltest du keinen Groll hegen, dass du im großen Wald gelitten hast, du Fürst der Könige, zusammen mit Draupadī und deinen hochherzigen Brüdern.
Ab hier wendet sich Śalya, noch innerhalb derselben durchgehenden Rede, von der erzählten Vorzeit-Geschichte ab und direkt tröstend-mahnend an Yudhiṣṭhira - die seit Kap.9 offene Rahmenrede Śalyas bleibt grammatisch ein einziger, ununterbrochener Redeakt und schließt daher erst am Ende von V.20.
Diese Erzählung von Śakras Sieg, den Veden gleichgeachtet, sollte von einem König, der den Sieg wünscht, gehört werden, wenn die Heere aufgestellt sind.
Diese Erzählung von Śakras Sieg, den Veden gleichgeachtet, sollte von einem König, der den Sieg wünscht, gehört werden, wenn die Heere aufgestellt sind.
ākhyānam indravijayaṃ ya idaṃ niyataḥ paṭhet dhūtapāpmā jitasvargaḥ sa pretyeha ca modate
Wer diese Erzählung vom Sieg Indras enthaltsam rezitiert, ist von Sünde gereinigt und hat den Himmel gewonnen; er erfreut sich sowohl hier als auch nach dem Tod.
Wort für Wort
ākhyānam indravijayaṃ ya idaṃ niyataḥ paṭhet dhūtapāpmā jitasvargaḥ sa pretyeha ca modate
Wer diese Erzählung vom Sieg Indras enthaltsam rezitiert, ist von Sünde gereinigt und hat den Himmel gewonnen; er erfreut sich sowohl hier als auch nach dem Tod.
na cārijaṃ bhayaṃ tasya na cāputro bhaven naraḥ nāpadaṃ prāpnuyāt kāṃ cid dīrgham āyuś ca vindati sarvatra jayam āpnoti na kadā cit parājayam
Für ihn gibt es keine Furcht vor Feinden, und er wird nicht kinderlos bleiben, er erleidet kein Unheil, welcher Art auch immer, und erlangt langes Leben; überall erringt er den Sieg, niemals eine Niederlage.‘
Wort für Wort
na cārijaṃ bhayaṃ tasya na cāputro bhaven naraḥ nāpadaṃ prāpnuyāt kāṃ cid dīrgham āyuś ca vindati sarvatra jayam āpnoti na kadā cit parājayam
Für ihn gibt es keine Furcht vor Feinden, und er wird nicht kinderlos bleiben, er erleidet kein Unheil, welcher Art auch immer, und erlangt langes Leben; überall erringt er den Sieg, niemals eine Niederlage.‘
Hier schließt Śalyas große Rahmenrede, die seit Kap.9 Vers 2 ununterbrochen offen war (Erzählung von Triśiras, Vṛtra und Nahuṣa) - mit diesem abschließenden Preis der Erzählung (Phalaśruti) endet sein Redeakt.
bhavān karṇasya sārathyaṃ kariṣyati na saṃśayaḥ tatra tejovadhaḥ kāryaḥ karṇasya mama saṃstavaiḥ
‚Du wirst zweifellos Karṇas Wagenlenker werden - dort sollst du Karṇas Kraft durch Lobpreisungen auf mich schwächen.‘
Wort für Wort
bhavān karṇasya sārathyaṃ kariṣyati na saṃśayaḥ tatra tejovadhaḥ kāryaḥ karṇasya mama saṃstavaiḥ
‚Du wirst zweifellos Karṇas Wagenlenker werden - dort sollst du Karṇas Kraft durch Lobpreisungen auf mich schwächen.‘
Yudhiṣṭhira bekräftigt hier den bereits in Kap.8 verabredeten Plan, wonach Śalya später als Karṇas Wagenlenker dessen Kampfmoral im entscheidenden Duell mit Arjuna untergraben soll (Vorausverweis auf das Karṇaparva).
Vaiśampāyana sprach: Darauf verabschiedete sich Śalya, der Herrscher der Madras, glanzvoll und feindebezwingend, von den Söhnen der Kuntī und zog mit seinem Heer zu Duryodhana.
Vaiśampāyana sprach: Darauf verabschiedete sich Śalya, der Herrscher der Madras, glanzvoll und feindebezwingend, von den Söhnen der Kuntī und zog mit seinem Heer zu Duryodhana.