Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 132: Vidurāputrasaṃvādaḥ (Dvitīyo Bhāgaḥ) Das Zwiegespräch der Vidurā mit ihrem Sohn (Zweiter Teil)

Vidurā setzt ihre Mahnrede fort: Sie erinnert an eine alte Brahmanenprophezeiung über die künftige Größe ihres Sohnes, schildert eindringlich den Fall von Wohlstand zu Armut und stellt ihm die Schande, von anderen abhängig zu leben, vor Augen. Mit dem Gleichnis von Indras Sieg über Vṛtra und dem Bild des feindlichen Königreichs als versperrtem Tor zum Himmel treibt sie ihn zum Kampf an. Das Kapitel gipfelt in einer grundsätzlichen Lehre vom 'Herzen des Kṣatriya': Ein wahrer Kṣatriya verneigt sich vor niemandem außer den Brahmanen und dem Recht selbst.

vidurovāca athaitasyām avasthāyāṃ pauruṣaṃ hātum icchasi nihīnasevitaṃ mārgaṃ gamiṣyasy acirād iva

Vidurā sprach: Willst du nun, in diesem Zustand, männliches Handeln aufgeben? Du wirst bald den Weg gehen, den die Niedrigsten gehen.

Wort für Wort
atha etasyām avasthāyām
nun, in diesem Zustand (Adv. + Loc.Sg.)
pauruṣam hātum icchasi
willst du das männliche Handeln aufgeben (Akk.Sg.n. + Inf. + 2.Sg.Präs.)
nihīnasevitam mārgam
den von den Niedrigsten begangenen Weg (Akk.Sg.m.)
gamiṣyasi acirāt iva
du wirst bald gehen (2.Sg.Fut. + Abl. + Vergleich)

Vidurās Rede setzt sich hier, ohne Sprecherwechsel, aus Kap.131 fort.

yo hi tejo yathāśakti na darśayati vikramāt kṣatriyo jīvitākāṅkṣī stena ity eva taṃ viduḥ

Denn den Kṣatriya, der, nur am Leben hängend, seine Kraft nicht nach Vermögen durch Tapferkeit zeigt — den kennt man nur als Dieb.

Wort für Wort
yaḥ hi tejaḥ yathāśakti
wer die Kraft nach Vermögen (Relativ + Partikel + Akk.Sg.n. + Adv.)
na darśayati vikramāt
nicht zeigt durch Tapferkeit (Verneinung + 3.Sg.Präs. + Abl.)
kṣatriyaḥ jīvitākāṅkṣī
der Kṣatriya, nur am Leben hängend (Nom.Sg. je)
stena iti eva taṃ viduḥ
als Dieb eben kennt man ihn (Nom.Sg. + Partikel + Akk. + 3.Pl.Perf.)

arthavanty upapannāni vākyāni guṇavanti ca naiva saṃprāpnuvanti tvāṃ mumūrṣum iva bheṣajam

Sinnvolle, angemessene und tugendhafte Worte erreichen dich gar nicht, wie ein Heilmittel einen Sterbenden nicht erreicht.

Wort für Wort
arthavanti upapannāni
sinnvolle, angemessene (Nom.Pl.n.)
vākyāni guṇavanti ca
Worte und tugendhafte (Nom.Pl.n.)
na eva saṃprāpnuvanti tvām
erreichen dich gar nicht (Verneinung + 3.Pl.Präs. + Akk.)
mumūrṣum iva bheṣajam
wie ein Sterbenden ein Heilmittel (Akk.Sg. + Vergleich + Nom.Sg.n.)

santi vai sindhurājasya saṃtuṣṭā bahavo janāḥ daurbalyād āsate mūḍhā vyasanaughapratīkṣiṇaḥ

Es gibt wahrlich viele Menschen, die mit dem König von Sindhu zufrieden sind; aus Schwäche verharren die Törichten, die Flut des Unheils erwartend.

Wort für Wort
santi vai bahavaḥ janāḥ
es gibt wahrlich viele Menschen (3.Pl.Präs. + Partikel + Nom.Pl.)
sindhurājasya saṃtuṣṭāḥ
mit dem König von Sindhu zufrieden (Gen. + Nom.Pl.)
daurbalyāt āsate mūḍhāḥ
aus Schwäche verharren die Törichten (Abl. + 3.Pl.Präs.Ā. + Nom.Pl.)
vyasanaughapratīkṣiṇaḥ
die Flut des Unheils erwartend (Nom.Pl.)

sahāyopacayaṃ kṛtvā vyavasāyya tatas tataḥ anuduṣyeyur apare paśyantas tava pauruṣam

Andere, die Verbündete gesammelt und hier und dort Rat gehalten haben, könnten sich noch, deine Mannhaftigkeit sehend, gegen ihn wenden.

Wort für Wort
sahāyopacayam kṛtvā
Verbündete gesammelt habend (Akk.Sg.n. + Gerundium)
vyavasāyya tatas tataḥ
hier und dort Rat gehalten habend (Gerundium + Adv.)
anuduṣyeyuḥ apare
andere könnten sich wenden/abtrünnig werden (3.Pl.Optativ + Nom.Pl.)
paśyantaḥ tava pauruṣam
deine Mannhaftigkeit sehend (Ptz.Pl. + Gen. + Akk.Sg.n.)

taiḥ kṛtvā saha saṃghātaṃ giridurgālayāṃś cara kāle vyasanam ākāṅkṣan naivāyam ajarāmaraḥ

Schließe mit ihnen ein Bündnis und ziehe umher, in Bergfesten wohnend, die rechte Gelegenheit erwartend — denn dieser ist keineswegs alterlos und unsterblich.

Wort für Wort
taiḥ kṛtvā saha saṃghātam
mit ihnen ein Bündnis geschlossen habend (Instr. + Gerundium + Akk.Sg.n.)
giridurgālayān cara
in Bergfesten wohnend, ziehe umher (Akk.Pl. + 2.Sg.Imperativ)
kāle vyasanam ākāṅkṣan
die Gelegenheit zur rechten Zeit erwartend (Loc. + Akk.Sg.n. + Ptz.)
na eva ayam ajarāmaraḥ
dieser ist keineswegs alterlos und unsterblich (Verneinung + Nom.Sg. + Nom.Sg.)

saṃjayo nāmataś ca tvaṃ na ca paśyāmi tat tvayi anvarthanāmā bhava me putra mā vyarthanāmakaḥ

Saṃjaya ['der Siegreiche'] bist du dem Namen nach, doch sehe ich dies nicht in dir; sei, mein Sohn, einer, dessen Name seinem Sinn entspricht — nicht einer von leerem Namen.

Wort für Wort
saṃjayaḥ nāmataḥ ca tvam
Saṃjaya bist du dem Namen nach (Nom.Sg. + Adv. + Nom.)
na ca paśyāmi tat tvayi
doch sehe ich dies nicht in dir (Verneinung + 1.Sg.Präs. + Akk. + Loc.)
anvarthanāmā bhava me putra
sei, mein Sohn, einer mit sinngemäßem Namen (Nom.Sg. + 2.Sg.Imperativ + Dat. + Vok.)
mā vyarthanāmakaḥ
nicht einer von leerem Namen (Verneinung + Nom.Sg.)

samyagdṛṣṭir mahāprājño bālaṃ tvāṃ brāhmaṇo 'bravīt ayaṃ prāpya mahat kṛcchraṃ punar vṛddhiṃ gamiṣyati

Ein Brahmane von rechter Einsicht, hochweise, sagte über dich als Kind, dieser werde, nachdem er große Not erfahren habe, wieder zu Wohlstand gelangen.

Wort für Wort
samyagdṛṣṭiḥ mahāprājñaḥ
von rechter Einsicht, hochweise (Nom.Sg. je)
bālam tvām brāhmaṇaḥ abravīt
ein Brahmane sagte über dich als Kind (Akk.Sg. + Akk. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
ayaṃ prāpya mahat kṛcchram
dieser, große Not erfahren habend (Nom. + Gerundium + Akk.Sg.n.)
punar vṛddhim gamiṣyati
werde wieder zu Wohlstand gelangen (Adv. + Akk.Sg.f. + 3.Sg.Fut.)

Der Ausspruch des Brahmanen wird hier, um eine dritte Zitatebene innerhalb von Vidurās bereits eingebetteter Rede zu vermeiden, in indirekter Rede wiedergegeben.

tasya smarantī vacanam āśaṃse vijayaṃ tava tasmāt tāta bravīmi tvāṃ vakṣyāmi ca punaḥ punaḥ

Mich seines Wortes erinnernd, erhoffe ich deinen Sieg; darum, mein Sohn, spreche ich zu dir, und ich werde immer wieder zu dir sprechen.

Wort für Wort
tasya smarantī vacanam
mich seines Wortes erinnernd (Gen. + Ptz.f. + Akk.Sg.n.)
āśaṃse vijayam tava
ich erhoffe deinen Sieg (1.Sg.Präs.Ā. + Akk.Sg. + Gen.)
tasmāt tāta bravīmi tvām
darum, mein Sohn, spreche ich zu dir (Adv. + Vok. + 1.Sg.Präs. + Akk.)
vakṣyāmi ca punaḥ punaḥ
und ich werde immer wieder sprechen (1.Sg.Fut. + Adv.Wiederholung)

yasya hy arthābhinirvṛttau bhavanty āpyāyitāḥ pare tasyārthasiddhir niyatā nayeṣv arthānusāriṇaḥ

Denn wessen Erfolg beim Gelingen seines Zieles andere mit Freude erfüllt — dessen Zielerreichung ist gewiss, wenn er in seinen Handlungen der Staatskunst folgt.

Wort für Wort
yasya arthābhinirvṛttau
wessen beim Gelingen seines Zieles (Gen. + Loc.)
bhavanti āpyāyitāḥ pare
werden andere mit Freude erfüllt (3.Pl.Präs. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
tasya arthasiddhiḥ niyatā
dessen Zielerreichung ist gewiss (Gen. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
nayeṣu arthānusāriṇaḥ
wenn er in seinen Handlungen der Staatskunst folgt (Loc.Pl. + Gen.Sg.)

samṛddhir asamṛddhir vā pūrveṣāṃ mama saṃjaya evaṃ vidvān yuddhamanā bhava mā pratyupāhara

Ob Gedeihen oder Nicht-Gedeihen das Los unserer Vorfahren war, o Saṃjaya — dies wissend, sei auf den Kampf gesonnen, weiche nicht zurück.

Wort für Wort
samṛddhiḥ asamṛddhiḥ vā
Gedeihen oder Nicht-Gedeihen (Nom.Sg. je)
pūrveṣām mama saṃjaya
unserer Vorfahren, o Saṃjaya (Gen.Pl. + Gen. + Vok.)
evaṃ vidvān yuddhamanāḥ bhava
dies wissend, sei auf den Kampf gesonnen (Adv. + Ptz. + Nom.Sg. + 2.Sg.Imperativ)
mā pratyupāhara
weiche nicht zurück (Verneinung + 2.Sg.Imperativ)

nātaḥ pāpīyasīṃ kāṃ cid avasthāṃ śambaro 'bravīt yatra naivādya na prātar bhojanaṃ pratidṛśyate

Keinen schlimmeren Zustand als diesen nannte Śambara: wo weder für heute noch für morgen früh eine Mahlzeit in Sicht ist.

Wort für Wort
na ataḥ pāpīyasīm kāṃ cit avasthām
keinen schlimmeren Zustand als diesen (Verneinung + Adv. + Komparativ + Akk.Sg.f.)
śambaraḥ abravīt
Śambara sprach (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
yatra na eva adya na prātaḥ
wo weder heute noch morgen früh (Adv. + Verneinung je + Adv. je)
bhojanam pratidṛśyate
eine Mahlzeit in Sicht ist (Nom.Sg.n. + 3.Sg.Präs.Pass.)

patiputravadhād etat paramaṃ duḥkham abravīt dāridryam iti yat proktaṃ paryāyamaraṇaṃ hi tat

Größeres Leid als den Tod von Gatte und Sohn nannte er dies: was man Armut nennt — denn das ist ein stufenweiser Tod.

Wort für Wort
patiputravadhāt etat paramam duḥkham
größer als der Tod von Gatte und Sohn dieses Leid (Abl. + Akk.Sg.n. + Adj. + Akk.Sg.n.)
abravīt
er nannte (3.Sg.Impf.)
dāridryam iti yat proktam
was Armut genannt wird (Nom.Sg.n. + Partikel + Relativ + Ptz.)
paryāyamaraṇam hi tat
denn das ist ein stufenweiser Tod (Nom.Sg.n. + Partikel + Nom.Sg.n.)

ahaṃ mahākule jātā hradād dhradam ivāgatā īśvarī sarvakalyāṇair bhartrā paramapūjitā

Ich, in einem großen Geschlecht geboren, wie von einem See zum anderen [in die Ehe] gekommen, war Herrin, von einem an allen Vorzügen reichen Gatten aufs höchste geehrt.

Wort für Wort
ahaṃ mahākule jātā
ich, in großem Geschlecht geboren (Nom. + Loc. + Ptz.f.)
hradāt hradam iva āgatā
wie von einem See zum anderen gekommen (Abl. + Akk. + Vergleich + Ptz.f.)
īśvarī sarvakalyāṇaiḥ bhartrā
Herrin, von einem an allen Vorzügen reichen Gatten (Nom.Sg.f. + Instr.Pl. + Instr.Sg.)
paramapūjitā
aufs höchste geehrt (Nom.Sg.f.)

mahārhamālyābharaṇāṃ sumṛṣṭāmbaravāsasam purā dṛṣṭvā suhṛdvargo mām apaśyat sudurgatām

Nachdem er mich einst mit kostbaren Kränzen und Schmuckstücken, in reingewaschenen Gewändern und Kleidern, gesehen hatte, sieht mich der Kreis meiner Freunde [nun] in tiefem Unglück.

Wort für Wort
mahārhamālyābharaṇām
mit kostbaren Kränzen und Schmuckstücken (Akk.Sg.f.)
sumṛṣṭāmbaravāsasam
in reingewaschenen Gewändern und Kleidern (Akk.Sg.f.)
purā dṛṣṭvā suhṛdvargaḥ
einst gesehen habend, der Freundeskreis (Adv. + Gerundium + Nom.Sg.)
mām apaśyat sudurgatām
sieht mich [nun] in tiefem Unglück (Akk. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.f.)

yadā māṃ caiva bhāryāṃ ca draṣṭāsi bhṛśadurbale na tadā jīvitenārtho bhavitā tava saṃjaya

Wenn du mich und [deine] Gattin [so] siehst, du gänzlich Kraftloser, dann wird für dich, o Saṃjaya, das Leben keinen Sinn mehr haben.

Wort für Wort
yadā mām ca eva bhāryām ca
wenn du mich und die Gattin (Konj. + Akk. je)
draṣṭāsi bhṛśadurbale
du wirst sehen, gänzlich Kraftloser (2.Sg.Fut. + Vok.)
na tadā jīvitena arthaḥ bhavitā
dann wird das Leben keinen Sinn haben (Verneinung + Adv. + Instr. + Nom.Sg.m. + 3.Sg.Fut.)
tava saṃjaya
für dich, o Saṃjaya (Gen. + Vok.)

dāsakarmakarān bhṛtyān ācāryartvik purohitān avṛttyāsmān prajahato dṛṣṭvā kiṃ jīvitena te

Wenn du gesehen hast, wie Sklaven, Lohnarbeiter, Diener, Lehrer, Opferpriester und Hauspriester uns aus Mangel an Lebensunterhalt verlassen — was nützt dir dann das Leben?

Wort für Wort
dāsakarmakarān bhṛtyān
Sklaven, Lohnarbeiter, Diener (Akk.Pl.)
ācāryartvik purohitān
Lehrer, Opferpriester, Hauspriester (Akk.Pl.)
avṛttyā asmān prajahataḥ
die uns aus Mangel an Lebensunterhalt verlassen (Instr. + Akk. + Ptz.Pl.)
dṛṣṭvā kiṃ jīvitena te
gesehen habend, was nützt dir das Leben (Gerundium + Frage + Instr. + Dat.)

yadi kṛtyaṃ na paśyāmi tavādyeha yathā purā ślāghanīyaṃ yaśasyaṃ ca kā śāntir hṛdayasya me

Wenn ich heute hier von dir keine Tat sehe, die, wie einst, rühmlich und ruhmvoll ist — welcher Friede könnte da meinem Herzen zuteilwerden?

Wort für Wort
yadi kṛtyam na paśyāmi
wenn ich keine Tat sehe (Konj. + Akk.Sg.n. + Verneinung + 1.Sg.Präs.)
tava adya iha yathā purā
von dir heute hier wie einst (Gen. + Adv. je + Adv.)
ślāghanīyam yaśasyam ca
rühmlich und ruhmvoll (Akk.Sg.n. je)
kā śāntiḥ hṛdayasya me
welcher Friede meinem Herzen (Frage + Nom.Sg. + Gen. + Gen.)

neti ced brāhmaṇān brūyāṃ dīryate hṛdayaṃ mama na hy ahaṃ na ca me bhartā neti brāhmaṇam uktavān

Müsste ich den Brahmanen 'nein' sagen, so zerbräche mein Herz; denn weder ich noch mein Gatte haben je einem Brahmanen 'nein' gesagt.

Wort für Wort
na iti ced brāhmaṇān brūyām
müsste ich den Brahmanen 'nein' sagen (Verneinung + Zitatpartikel + Konj. + Akk.Pl. + 1.Sg.Optativ)
dīryate hṛdayam mama
zerbricht mein Herz (3.Sg.Präs.Pass. + Nom.Sg.n. + Gen.)
na hi ahaṃ na ca me bhartā
denn weder ich noch mein Gatte (Verneinung je + Partikel + Nom. + Gen.)
na iti brāhmaṇam uktavān
hat je einem Brahmanen 'nein' gesagt (Verneinung + Zitatpartikel + Akk.Sg. + Ptz.Perf.)

vayam āśrayaṇīyāḥ sma nāśritāraḥ parasya ca sānyān āśritya jīvantī parityakṣyāmi jīvitam

Wir waren solche, auf die man sich stützte, nicht solche, die sich auf andere stützten; ich werde, [eher als] lebend von anderen abhängig zu sein, das Leben aufgeben.

Wort für Wort
vayam āśrayaṇīyāḥ sma
wir waren solche, auf die man sich stützte (Nom.Pl. + 1.Pl.Impf.)
na āśritāraḥ parasya ca
nicht solche, die sich auf andere stützten (Verneinung + Nom.Pl. + Gen.)
sā anyān āśritya jīvantī
sie, auf andere gestützt lebend (Nom.Sg.f. + Akk.Pl. + Gerundium + Ptz.f.)
parityakṣyāmi jīvitam
ich werde das Leben aufgeben (1.Sg.Fut. + Akk.Sg.n.)

apāre bhava naḥ pāram aplave bhava naḥ plavaḥ kuruṣva sthānam asthāne mṛtān saṃjīvayasva naḥ

Sei uns das Ufer im Uferlosen; sei uns das Floß, wo es kein Floß gibt; schaffe festen Grund, wo keiner ist; belebe uns, die Toten, wieder.

Wort für Wort
apāre bhava naḥ pāram
sei uns das Ufer im Uferlosen (Loc.Sg.n. + 2.Sg.Imperativ + Gen. + Akk.Sg.n.)
aplave bhava naḥ plavaḥ
sei uns das Floß, wo keines ist (Loc.Sg.m. + 2.Sg.Imperativ + Gen. + Nom.Sg.)
kuruṣva sthānam asthāne
schaffe festen Grund, wo keiner ist (2.Sg.Imperativ Ā. + Akk.Sg.n. + Loc.Sg.n.)
mṛtān saṃjīvayasva naḥ
belebe uns Tote wieder (Akk.Pl. + 2.Sg.Imperativ Ā. + Gen.)

sarve te śatravaḥ sahyā na cej jīvitum icchasi atha ced īdṛśīṃ vṛttiṃ klībām abhyupapadyase

Alle deine Feinde sind [leicht] zu ertragen, wenn du nicht zu leben wünschst — da du dich offenbar einer solchen unmännlichen Lebensweise zuwendest.

Wort für Wort
sarve te śatravaḥ sahyāḥ
alle deine Feinde sind zu ertragen (Nom.Pl. je)
na ced jīvitum icchasi
wenn du nicht zu leben wünschst (Verneinung + Konj. + Inf. + 2.Sg.Präs.)
atha ced īdṛśīm vṛttim klībām
da du einer solchen unmännlichen Lebensweise (Adv. + Konj. + Akk.Sg.f. je)
abhyupapadyase
dich zuwendest (2.Sg.Präs.Ā.)

nirviṇṇātmā hatamanā muñcaitāṃ pāpajīvikām ekaśatruvadhenaiva śūro gacchati viśrutim

Verzagten Sinnes, gebrochenen Geistes — lass ab von dieser sündigen Lebensweise; allein durch das Erschlagen eines einzigen Feindes gelangt ein Held zu Ruhm.

Wort für Wort
nirviṇṇātmā hatamanāḥ
verzagten Sinnes, gebrochenen Geistes (Nom.Sg. je)
muñca etāṃ pāpajīvikām
lass ab von dieser sündigen Lebensweise (2.Sg.Imperativ + Akk.Sg.f.)
ekaśatruvadhena eva
allein durch das Erschlagen eines einzigen Feindes (Instr. + Partikel)
śūraḥ gacchati viśrutim
ein Held gelangt zu Ruhm (Nom.Sg. + 3.Sg.Präs. + Akk.Sg.)

indro vṛtravadhenaiva mahendraḥ samapadyata māhendraṃ ca grahaṃ lebhe lokānāṃ ceśvaro 'bhavat

Allein durch das Erschlagen Vṛtras wurde Indra zum großen Indra [Mahendra]; er erlangte den Rang des Mahendra und wurde Herr der Welten.

Wort für Wort
indraḥ vṛtravadhena eva
allein durch das Erschlagen Vṛtras (Nom.Sg. + Instr. + Partikel)
mahendraḥ samapadyata
er wurde zum großen Indra (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.Ā.)
māhendram grahaṃ lebhe
er erlangte den Rang des Mahendra (Akk.Sg. je + 3.Sg.Perf.Ā.)
lokānām īśvaraḥ abhavat
er wurde Herr der Welten (Gen.Pl. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)

nāma viśrāvya vā saṃkhye śatrūn āhūya daṃśitān senāgraṃ vāpi vidrāvya hatvā vā puruṣaṃ varam

— sei es, indem er seinen Namen in der Schlacht bekanntmachte, sei es, indem er gepanzerte Feinde zum Kampf herausforderte, oder die Spitze eines Heeres in die Flucht schlug, oder einen vortrefflichen Mann erschlug —

Wort für Wort
nāma viśrāvya vā saṃkhye
sei es indem er seinen Namen in der Schlacht bekanntmachte (Akk.Sg.n. + Gerundium + Alt. + Loc.)
śatrūn āhūya daṃśitān
gepanzerte Feinde herausgefordert habend (Akk.Pl. + Gerundium + Akk.Pl.)
senāgraṃ vā api vidrāvya
oder die Heeresspitze in die Flucht geschlagen (Akk.Sg.n. + Alt. + Partikel + Gerundium)
hatvā vā puruṣaṃ varam
oder einen vortrefflichen Mann erschlagen (Gerundium + Alt. + Akk.Sg. je)

yadaiva labhate vīraḥ suyuddhena mahad yaśaḥ tadaiva pravyathante 'sya śatravo vinamanti ca

In dem Augenblick, in dem ein Held durch tapferen Kampf großen Ruhm erlangt, in eben diesem Augenblick erzittern seine Feinde und beugen sich.

Wort für Wort
yadā eva labhate vīraḥ
in dem Augenblick, in dem ein Held erlangt (Adv. + Partikel + 3.Sg.Präs.Ā. + Nom.Sg.)
suyuddhena mahat yaśaḥ
durch tapferen Kampf großen Ruhm (Instr. + Akk.Sg.n. je)
tadā eva pravyathante asya śatravaḥ
eben dann erzittern seine Feinde (Adv. + Partikel + 3.Pl.Präs.Ā. + Gen. + Nom.Pl.)
vinamanti ca
und beugen sich (3.Pl.Präs.)

tyaktvātmānaṃ raṇe dakṣaṃ śūraṃ kāpuruṣā janāḥ avaśāḥ pūrayanti sma sarvakāmasamṛddhibhiḥ

Den Helden, der sein eigenes Leben in der Schlacht aufs Spiel gesetzt hat und geschickt ist, pflegten selbst feige Leute, machtlos [gegen seinen Ruhm], mit allerlei begehrten Reichtümern zu überschütten.

Wort für Wort
tyaktvā ātmānam raṇe dakṣam
der sein eigenes [Leben] in der Schlacht aufs Spiel gesetzt hat, geschickt (Gerundium + Akk. + Loc. + Akk.Sg.)
śūram kāpuruṣāḥ janāḥ
den Helden feige Leute (Akk.Sg. + Nom.Pl. je)
avaśāḥ pūrayanti sma
machtlos pflegten zu überschütten (Nom.Pl. + 3.Pl.Präs. + Partikel)
sarvakāmasamṛddhibhiḥ
mit allerlei begehrten Reichtümern (Instr.Pl.)

rājyaṃ vāpy ugravibhraṃśaṃ saṃśayo jīvitasya vā pralabdhasya hi śatror vai śeṣaṃ kurvanti sādhavaḥ

Sei es das Königreich in schwerer Gefahr, oder das eigene Leben in Ungewissheit — die Rechtschaffenen machen dem Feind, der [bereits] überlistet ist, ein Ende.

Wort für Wort
rājyam vā api ugravibhraṃśam
sei es das Königreich in schwerer Gefahr (Nom.Sg.n. + Alt. + Partikel + Akk.Sg.n.)
saṃśayaḥ jīvitasya vā
oder Ungewissheit des Lebens (Nom.Sg. + Gen. + Alt.)
pralabdhasya hi śatroḥ vai
des [bereits] überlisteten Feindes wahrlich (Gen.Sg.Ptz. + Partikel + Gen. + Partikel)
śeṣam kurvanti sādhavaḥ
die Rechtschaffenen machen ein Ende (Akk.Sg.n. + 3.Pl.Präs. + Nom.Pl.)

svargadvāropamaṃ rājyam atha vāpy amṛtopamam ruddham ekāyane matvā patolmuka ivāriṣu

Das Königreich, dem Tor des Himmels gleich, oder auch dem Ambrosia gleich, auf seinem einzigen Weg [zur Rückgewinnung] versperrt erachtend — falle wie ein Meteor auf deine Feinde.

Wort für Wort
svargadvāropamam rājyam
das dem Himmelstor gleiche Königreich (Akk.Sg.n. je)
atha vā api amṛtopamam
oder auch dem Ambrosia gleich (Adv. + Alt. + Partikel + Akk.Sg.n.)
ruddham ekāyane matvā
auf seinem einzigen Weg versperrt erachtend (Akk.Sg.n.Ptz. + Loc. + Gerundium)
patolmuka iva ariṣu
wie ein Meteor auf die Feinde (Nom.Sg. + Vergleich + Loc.Pl.)

jahi śatrūn raṇe rājan svadharmam anupālaya mā tvā paśyet sukṛpaṇaṃ śatruḥ śrīmān kadā cana

Erschlage deine Feinde in der Schlacht, o König; befolge deine eigene Pflicht. Nie soll dich ein glückhafter Feind gänzlich erbärmlich sehen.

Wort für Wort
jahi śatrūn raṇe rājan
erschlage die Feinde in der Schlacht, o König (2.Sg.Imperativ + Akk.Pl. + Loc. + Vok.)
svadharmam anupālaya
befolge deine eigene Pflicht (Akk.Sg.n. + 2.Sg.Imperativ)
mā tvā paśyet sukṛpaṇam
nie soll er dich gänzlich erbärmlich sehen (Verneinung + Akk. + 3.Sg.Optativ + Akk.Sg.)
śatruḥ śrīmān kadā cana
ein glückhafter Feind, jemals (Nom.Sg. je + Adv.)

asmadīyaiś ca śocadbhir nadadbhiś ca parair vṛtam api tvāṃ nānupaśyeyaṃ dīnā dīnam avasthitam

Nie möchte ich dich sehen, umringt von den Unsrigen, die trauern, und von jubelnden Feinden, während ich selbst elend dastehe und dich elend dastehen sehe.

Wort für Wort
asmadīyaiḥ ca śocadbhiḥ
von den Unsrigen, die trauern (Instr.Pl. je)
nadadbhiḥ ca paraiḥ vṛtam
und von jubelnden [lauten] Feinden umringt (Instr.Pl. je + Akk.Sg.Ptz.)
api tvām na anupaśyeyam
nie möchte ich dich sehen (Partikel + Akk. + Verneinung + 1.Sg.Optativ)
dīnā dīnam avasthitam
ich elend, dich elend dastehend (Nom.Sg.f. + Akk.Sg.m. + Ptz.)

uṣya sauvīrakanyābhiḥ ślāghasvārthair yathā purā mā ca saindhavakanyānām avasan no vaśaṃ gamaḥ

Nachdem du unter den Töchtern der Sauvīras gelebt hast, rühme dich deiner Vorzüge wie einst; und gerate nicht, in Schmach lebend, in die Gewalt der Töchter von Sindhu.

Wort für Wort
uṣya sauvīrakanyābhiḥ
unter den Töchtern der Sauvīras gelebt habend (Gerundium + Instr.Pl.)
ślāghasva arthaiḥ yathā purā
rühme dich deiner Vorzüge wie einst (2.Sg.Imperativ Ā. + Instr.Pl. + Adv.)
mā ca saindhavakanyānām
und nicht der Töchter von Sindhu (Verneinung + Gen.Pl.)
avasan naḥ vaśam gamaḥ
in Schmach lebend gerate in unsere/ihre Gewalt (Ptz. + Gen. + Akk.Sg.m. + 2.Sg.Injunktiv)

[?] 'Avasan' ('in Schmach lebend' o.ä.) ist an dieser Stelle sprachlich schwierig; die Übersetzung folgt dem naheliegenden Gegensatz zum ehrenvollen früheren Leben unter den Sauvīra-Frauen.

yuvā rūpeṇa saṃpanno vidyayābhijanena ca yas tvādṛśo vikurvīta yaśasvī lokaviśrutaḥ voḍhavye dhury anaḍuvan manye maraṇam eva tat

Ein junger Mann, mit Schönheit begabt, mit Gelehrsamkeit und edler Abkunft, ruhmreich, in der Welt berühmt, wie du — sollte ein solcher sich unter dem zu tragenden Joch wie ein [störrischer] Ochse widersetzen, so halte ich das für nichts anderes als den Tod.

Wort für Wort
yuvā rūpeṇa saṃpannaḥ
ein junger Mann, mit Schönheit begabt (Nom.Sg. je)
vidyayā abhijanena ca
mit Gelehrsamkeit und edler Abkunft (Instr. je)
yaḥ tvādṛśaḥ vikurvīta
wer wie du sich widersetzen sollte (Relativ + Nom.Sg. + 3.Sg.Optativ)
yaśasvī lokaviśrutaḥ
ruhmreich, in der Welt berühmt (Nom.Sg. je)
voḍhavye dhuri anaḍuvan
unter dem zu tragenden Joch wie ein Ochse (Loc.Sg. + Loc.Sg. + Adv.)
manye maraṇam eva tat
das halte ich für nichts als den Tod (1.Sg.Präs.Ā. + Akk.Sg.n. + Partikel + Akk.Sg.n.)

yadi tvām anupaśyāmi parasya priyavādinam pṛṣṭhato 'nuvrajantaṃ vā kā śāntir hṛdayasya me

Wenn ich sehe, wie du einem anderen schmeichelnde Worte sagst, oder wie du hinter ihm herziehst — welcher Friede könnte da meinem Herzen zuteilwerden?

Wort für Wort
yadi tvām anupaśyāmi
wenn ich dich sehe (Konj. + Akk. + 1.Sg.Präs.)
parasya priyavādinam
einem anderen Schmeichelworte-Sagenden (Gen. + Akk.Sg.)
pṛṣṭhataḥ anuvrajantam vā
oder hinter ihm herziehend (Adv. + Akk.Sg.Ptz. + Alt.)
kā śāntiḥ hṛdayasya me
welcher Friede meinem Herzen (Frage + Nom.Sg. + Gen. + Gen.)

nāsmiñ jātu kule jāto gacched yo 'nyasya pṛṣṭhataḥ na tvaṃ parasyānudhuraṃ tāta jīvitum arhasi

Niemals sollte einer, der in diesem Geschlecht geboren ist, hinter einem anderen hergehen; du, mein Sohn, solltest nicht unter dem Joch eines anderen leben.

Wort für Wort
na asmin jātu kule jātaḥ
niemals einer, der in diesem Geschlecht geboren ist (Verneinung + Loc. + Adv. + Loc. + Ptz.)
gacchet yaḥ anyasya pṛṣṭhataḥ
sollte hinter einem anderen hergehen (3.Sg.Optativ + Relativ + Gen. + Adv.)
na tvam parasya anudhuram
du nicht unter dem Joch eines anderen (Verneinung + Nom. + Gen. + Akk.Sg.n.)
tāta jīvitum arhasi
mein Sohn, solltest [so] leben (Vok. + Inf. + 2.Sg.Präs.)

ahaṃ hi kṣatrahṛdayaṃ veda yat pariśāśvatam pūrvaiḥ pūrvataraiḥ proktaṃ paraiḥ paratarair api

Denn ich kenne das Herz des Kṣatriya, das ewig fortbesteht, wie es von den Vorfahren und den Vorfahren ihrer Vorfahren verkündet wurde, und auch von den Späteren und den noch Späteren.

Wort für Wort
ahaṃ hi kṣatrahṛdayam veda
denn ich kenne das Herz des Kṣatriya (Nom. + Partikel + Akk.Sg.n. + 1.Sg.Perf.)
yat pariśāśvatam
das ewig fortbesteht (Relativ + Nom.Sg.n.)
pūrvaiḥ pūrvataraiḥ proktam
von den Vorfahren und deren Vorfahren verkündet (Instr.Pl. je + Ptz.)
paraiḥ paratarair api
und auch von den Späteren und noch Späteren (Instr.Pl. je + Partikel)

yo vai kaś cid ihājātaḥ kṣatriyaḥ kṣatradharmavit bhayād vṛttisamīkṣo vā na named iha kasya cit

Wer immer hier als Kṣatriya geboren ist und die Kṣatriya-Pflicht kennt, sollte sich hier vor niemandem verneigen, sei es aus Furcht oder aus Sorge um seinen Lebensunterhalt.

Wort für Wort
yaḥ vai kaḥ cit iha ajātaḥ kṣatriyaḥ
wer immer hier als Kṣatriya geboren ist (Relativ + Partikel + Pron. + Adv. + Ptz. + Nom.Sg.)
kṣatradharmavit
der die Kṣatriya-Pflicht kennt (Nom.Sg.)
bhayāt vṛttisamīkṣaḥ vā
aus Furcht oder aus Sorge um den Lebensunterhalt (Abl. + Nom.Sg. + Alt.)
na named iha kasya cit
sollte sich hier vor niemandem verneigen (Verneinung + 3.Sg.Injunktiv + Adv. + Gen.)

udyacched eva na named udyamo hy eva pauruṣam apy aparvaṇi bhajyeta na named iha kasya cit

Er sollte sich aufrichten, niemals sich verneigen; denn Tatkraft allein ist Mannhaftigkeit; selbst wenn er zur Unzeit zerbräche, sollte er sich hier vor niemandem verneigen.

Wort für Wort
udyacchet eva na named
er sollte sich aufrichten, niemals verneigen (3.Sg.Optativ + Partikel + Verneinung + 3.Sg.Injunktiv)
udyamaḥ hi eva pauruṣam
denn Tatkraft allein ist Mannhaftigkeit (Nom.Sg. + Partikel + Partikel + Nom.Sg.n.)
api aparvaṇi bhajyeta
selbst wenn er zur Unzeit zerbräche (Partikel + Loc. + 3.Sg.Optativ Pass.)
na named iha kasya cit
sollte sich hier vor niemandem verneigen (Verneinung + 3.Sg.Injunktiv + Adv. + Gen.)

mātaṅgo matta iva ca parīyāt sumahāmanāḥ brāhmaṇebhyo namen nityaṃ dharmāyaiva ca saṃjaya

Wie ein brünstiger Elefant soll er, hochgesinnt, umherziehen; nur vor den Brahmanen soll er sich stets verneigen, und einzig vor dem Recht, o Saṃjaya.

Wort für Wort
mātaṅgaḥ mattaḥ iva ca
wie ein brünstiger Elefant (Nom.Sg. + Vergleich + Konj.)
parīyāt sumahāmanāḥ
soll er umherziehen, hochgesinnt (3.Sg.Optativ + Nom.Sg.)
brāhmaṇebhyaḥ namen nityam
vor den Brahmanen soll er sich stets verneigen (Dat.Pl. + 3.Sg.Optativ + Adv.)
dharmāya eva ca saṃjaya
und einzig vor dem Recht, o Saṃjaya (Dat. + Partikel + Konj. + Vok.)

niyacchann itarān varṇān vinighnan sarvaduṣkṛtaḥ sasahāyo 'sahāyo vā yāvajjīvaṃ tathā bhavet

Die anderen Stände bezähmend, alle Übeltäter vernichtend, mit oder ohne Verbündete — so soll er sein, solange er lebt.“

Wort für Wort
niyacchan itarān varṇān
die anderen Stände bezähmend (Ptz. + Akk.Pl.)
vinighnan sarvaduṣkṛtaḥ
alle Übeltäter vernichtend (Ptz. + Akk.Pl.)
sasahāyaḥ asahāyaḥ vā
mit oder ohne Verbündete (Nom.Sg. je + Alt.)
yāvajjīvaṃ tathā bhavet
so soll er sein, solange er lebt (Adv. + Adv. + 3.Sg.Optativ)

Hiermit endet Vidurās Rede an ihren Sohn; in Kap.133 antwortet dieser ('putra uvāca'), was den Sprecherwechsel und damit den Abschluss der Anführung markiert.

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