Kapitel 67: Indriyanigraha-Kathanam
Dialog über Erkenntnis Kṛṣṇas und Sinnenbeherrschung
Dichter Dialog-Abschnitt mit NEUN raschen Sprecherwechseln (alle close-then-reopen, SQ bleibt durchgehend Tiefe 1, kein CQ): Dhṛtarāṣṭra fragt, wie Saṃjaya Kṛṣṇa erkennt (V.1); Saṃjaya: durch Wissen, nicht durch Täuschung (V.2-3, V.5); Dhṛtarāṣṭra fragt nach der Hingabe (V.4); Dhṛtarāṣṭra fordert Duryodhana zur Zuflucht bei Kṛṣṇa auf (V.6); Duryodhanas trotzige Ablehnung (V.7); Dhṛtarāṣṭra wendet sich fassungslos an Gāndhārī (V.8, 'avāk' [?]); Gāndhārīs scharfe Zurechtweisung Duryodhanas mit Vorausdeutung auf seinen Tod durch Bhīma (V.9-10); Vyāsas Lehrrede über die Bindung der Menschen an Zorn/Begierde und den einzigen Pfad der Weisen (V.11-15); Dhṛtarāṣṭra bittet um diesen Pfad (V.16); Saṃjayas abschließende Lehre: nur durch Sinnenbeherrschung (indriyanigraha) ist Janārdana erkennbar (V.17-21). SQ bleibt am Kapitelende offen (Tiefe 1), CQ durchgehend 0.
dhṛtarāṣṭra uvāca kathaṃ tvaṃ mādhavaṃ vettha sarvalokamaheśvaram katham enaṃ na vedāhaṃ tan mamācakṣva saṃjaya
‘Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Wie kennst du Mādhava, den großen Herrn aller Welten? Warum kenne ich ihn nicht so? Das sag mir, Saṃjaya.
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
kathaṃ tvaṃ mādhavaṃ vettha sarvalokamaheśvaram
wie kennst du Mādhava, den großen Herrn aller Welten (Interrogativ. + Nom. + Akk. + 2.Sg.Perf. + Akk., Kompositum)
katham enaṃ na vedāhaṃ tan mamācakṣva saṃjaya
warum kenne ich ihn nicht so? Das sag mir, Saṃjaya (Interrogativ. + Akk. + Neg.+1.Sg.Perf.+Nom. + Akk. + Gen.+2.Sg.Imp. + Vok.)
[Anm.: Sprecherwechsel Saṃjaya->Dhṛtarāṣṭra (close-then-reopen, SQ bleibt Tiefe 1). Beginn eines dichten Dialog-Abschnitts mit zahlreichen raschen Sprecherwechseln (Dhṛtarāṣṭra-Saṃjaya-Duryodhana-Gāndhārī-Vyāsa).]
saṃjaya uvāca vidyā rājan na te vidyā mama vidyā na hīyate vidyāhīnas tamodhvasto nābhijānāti keśavam
‘Saṃjaya sprach: ‚Wissen ist es, o König; dir fehlt das Wissen, mein Wissen aber schwindet nicht. Wer des Wissens entbehrt, von Finsternis überwältigt, erkennt Keśava nicht.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
vidyā rājan na te vidyā mama vidyā na hīyate
Wissen ist es, o König; dir fehlt das Wissen, mein Wissen aber schwindet nicht (Nom. + Vok. + Neg. + Gen. + Nom. + Gen. + Nom. + Neg. + 3.Sg.Präs.Pass.)
vidyāhīnas tamodhvasto nābhijānāti keśavam
wer des Wissens entbehrt, von Finsternis überwältigt, erkennt Keśava nicht (Nom., Kompositum + Nom., Kompositum + Neg.+3.Sg.Präs. + Akk.)
Durch Wissen, mein Lieber, erkenne ich Madhusūdana, den durch drei Weltzeitalter Wirkenden [?], den Schöpfer, der selbst ungeschaffen ist, den Gott, der Ursprung und Vergehen der Wesen ist.
Wort für Wort
vidyayā tāta jānāmi triyugaṃ madhusūdanam
durch Wissen, mein Lieber, erkenne ich Madhusūdana, den durch drei Weltzeitalter Wirkenden (Instr. + Vok. + 1.Sg.Präs. + Akk., Kompositum + Akk.)
kartāram akṛtaṃ devaṃ bhūtānāṃ prabhavāpyayam
den Schöpfer, der selbst ungeschaffen ist, den Gott, der Ursprung und Vergehen der Wesen ist (Akk. + Akk. + Akk. + Gen.Pl. + Akk., Kompositum)
[Anm.: 'triyugam' ('durch drei Yugas [wirkend]') ist ein bekanntes Viṣṇu-Epitheton [?] - traditionell gedeutet als 'in drei Weltzeitaltern offenbar, im vierten [Kali-Zeitalter] verborgen', hier wörtlich mit einem gewissen Deutungsvorbehalt wiedergegeben.]
dhṛtarāṣṭra uvāca gāvalgaṇe 'tra kā bhaktir yā te nityā janārdane yayā tvam abhijānāsi triyugaṃ madhusūdanam
‘Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Sohn des Gavalgaṇa, was für eine Hingabe hast du hier, die beständig ist, gegenüber Janārdana, durch die du Madhusūdana als den durch drei Weltzeitalter Wirkenden erkennst?
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
gāvalgaṇe 'tra kā bhaktir yā te nityā janārdane
Sohn des Gavalgaṇa, was für eine Hingabe hast du hier, die beständig ist, gegenüber Janārdana (Vok. + Adv. + Nom. + Nom. + Nom. + Gen. + Nom. + Lok.)
yayā tvam abhijānāsi triyugaṃ madhusūdanam
durch die du Madhusūdana als den durch drei Weltzeitalter Wirkenden erkennst (Instr. + Nom. + 2.Sg.Präs. + Akk., Kompositum + Akk.)
saṃjaya uvāca māyāṃ na seve bhadraṃ te na vṛthādharmam ācare śuddhabhāvaṃ gato bhaktyā śāstrād vedmi janārdanam
‘Saṃjaya sprach: ‚Ich diene nicht der Täuschung - Segen sei mit dir - ich übe kein eitles Dharma; zur Reinheit des Wesens gelangt, erkenne ich durch Hingabe und durch die Schrift Janārdana.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
māyāṃ na seve bhadraṃ te na vṛthādharmam ācare
ich diene nicht der Täuschung - Segen sei mit dir - ich übe kein eitles Dharma (Akk. + Neg. + 1.Sg.Präs.Med. + Nom. + Gen. + Neg. + Akk., Kompositum + 1.Sg.Präs.Med.)
zur Reinheit des Wesens gelangt, erkenne ich durch Hingabe und durch die Schrift Janārdana (Akk., Kompositum + Nom.Ptz.Perf. + Instr. + Abl. + 1.Sg.Präs. + Akk.)
‘Duryodhana sprach: ‚Selbst wenn der Erhabene, der Sohn der Devakī, unter Beteuerung seiner Freundschaft zu Arjuna, die Welt vernichten sollte - ich werde heute nicht zu Keśava gehen.
Wort für Wort
duryodhana uvāca
Duryodhana sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
bhagavān devakīputro lokaṃ cen nihaniṣyati
selbst wenn der Erhabene, der Sohn der Devakī, die Welt vernichten sollte (Nom. + Nom., Kompositum + Akk. + Konj.+Konditional + 3.Sg.Fut.)
unter Beteuerung seiner Freundschaft zu Arjuna - ich werde heute nicht zu Keśava gehen (Nom.Ptz.Präs. + Lok. + Akk. + Neg.+Nom. + 1.Sg.Präs.Med. + Adv. + Akk.)
dhṛtarāṣṭra uvāca avāg gāndhāri putrās te gacchaty eṣa sudurmatiḥ īrṣyur durātmā mānī ca śreyasāṃ vacanātigaḥ
‘Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Sprachlos vor Bestürzung [?], Gāndhārī - dieser überaus übelgesinnte Sohn geht seinen eigenen Weg, neidisch, bösen Sinnes und stolz, die Worte der Wohlmeinenden missachtend.
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
avāg gāndhāri putrās te gacchaty eṣa sudurmatiḥ
sprachlos, Gāndhārī - dieser überaus übelgesinnte Sohn geht seinen eigenen Weg (Nom. + Vok. + Nom. + Gen. + 3.Sg.Präs. + Nom. + Nom., Kompositum)
īrṣyur durātmā mānī ca śreyasāṃ vacanātigaḥ
neidisch, bösen Sinnes und stolz, die Worte der Wohlmeinenden missachtend (Nom. + Nom., Kompositum + Nom. + Konj. + Gen.Pl. + Nom., Kompositum)
[Anm.: Sprecherwechsel Duryodhana->Dhṛtarāṣṭra (close-then-reopen, SQ bleibt Tiefe 1) - wendet sich nun an Gāndhārī. Genauer Bezug von 'avāk' ('sprachlos') unsicher [?] - hier auf Dhṛtarāṣṭras eigene Fassungslosigkeit bezogen gedeutet.]
‘Gāndhārī sprach: ‚Du, der nach Herrschaft giert, du Bösgesinnter, Übertreter der Gebote der Alten - für Herrschaft und bloßes Leben hast du Vater und mich verlassen, du Tor -
Wort für Wort
gāndhāry uvāca
Gāndhārī sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
aiśvaryakāma duṣṭātman vṛddhānāṃ śāsanātiga
du, der nach Herrschaft giert, du Bösgesinnter, Übertreter der Gebote der Alten (Vok., Kompositum + Vok., Kompositum + Gen.Pl. + Vok., Kompositum)
aiśvaryajīvite hitvā pitaraṃ māṃ ca bāliśa
für Herrschaft und bloßes Leben hast du Vater und mich verlassen, du Tor (Lok., Kompositum + Absolutiv + Akk. + Akk. + Konj. + Vok.)
die Freude deiner Übelgesinnten mehrend, und mich mit Kummer mehrend - wenn du von Bhīmasena erschlagen sein wirst, wirst du dich an die Worte deines Vaters erinnern.
Wort für Wort
vardhayan durhṛdāṃ prītiṃ māṃ ca śokena vardhayan
die Freude deiner Übelgesinnten mehrend, und mich mit Kummer mehrend (Nom.Ptz.Präs.Kaus. + Gen.Pl., Kompositum + Akk. + Akk. + Konj. + Instr. + Nom.Ptz.Präs.Kaus.)
nihato bhīmasenena smartāsi vacanaṃ pituḥ
wenn du von Bhīmasena erschlagen sein wirst, wirst du dich an die Worte deines Vaters erinnern (Nom.Ptz.Perf. + Instr. + 2.Sg.Fut.Perf. + Akk. + Gen.)
vyāsa uvāca dayito 'si rājan kṛṣṇasya dhṛtarāṣṭra nibodha me yasya te saṃjayo dūto yas tvāṃ śreyasi yokṣyate
‘Vyāsa sprach: ‚Du bist Kṛṣṇa lieb, o König, Dhṛtarāṣṭra - vernimm dies von mir: der, dessen Bote zu dir Saṃjaya ist, ist der, der dich mit dem Guten verbinden wird.
Wort für Wort
vyāsa uvāca
Vyāsa sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
dayito 'si rājan kṛṣṇasya dhṛtarāṣṭra nibodha me
du bist Kṛṣṇa lieb, o König, Dhṛtarāṣṭra - vernimm dies von mir (Nom. + 2.Sg.Präs. + Vok. + Gen. + Vok. + 2.Sg.Imp. + Gen.)
yasya te saṃjayo dūto yas tvāṃ śreyasi yokṣyate
der, dessen Bote zu dir Saṃjaya ist, ist der, der dich mit dem Guten verbinden wird (Gen. + Gen. + Nom. + Nom. + Nom. + Akk. + Lok. + 3.Sg.Fut.Med.)
vaicitravīrya puruṣāḥ krodhaharṣatamovṛtāḥ sitā bahuvidhaiḥ pāśair ye na tuṣṭāḥ svakair dhanaiḥ
Sohn des Vicitravīrya, Menschen, umhüllt von Zorn, Erregung und Finsternis, gebunden durch mannigfache Fesseln, die mit ihrem eigenen Reichtum nicht zufrieden sind,
Wort für Wort
vaicitravīrya puruṣāḥ krodhaharṣatamovṛtāḥ
Sohn des Vicitravīrya, Menschen, umhüllt von Zorn, Erregung und Finsternis (Vok., Kompositum + Nom.Pl. + Nom.Pl., Kompositum)
sitā bahuvidhaiḥ pāśair ye na tuṣṭāḥ svakair dhanaiḥ
gebunden durch mannigfache Fesseln, die mit ihrem eigenen Reichtum nicht zufrieden sind (Nom.Pl.Ptz.Perf. + Instr.Pl., Kompositum + Instr.Pl. + Nom.Pl. + Neg. + Nom.Pl.Ptz.Perf. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
eṣa ekāyanaḥ panthā yena yānti manīṣiṇaḥ taṃ dṛṣṭvā mṛtyum atyeti mahāṃs tatra na sajjate
Dies ist der einzige Pfad, auf dem die Weisen gehen; wer ihn erblickt hat, überwindet den Tod - der Große hängt dort nicht an weltlichen Dingen.
Wort für Wort
eṣa ekāyanaḥ panthā yena yānti manīṣiṇaḥ
dies ist der einzige Pfad, auf dem die Weisen gehen (Nom. + Nom., Kompositum + Nom. + Instr. + 3.Pl.Präs. + Nom.Pl.)
taṃ dṛṣṭvā mṛtyum atyeti mahāṃs tatra na sajjate
wer ihn erblickt hat, überwindet den Tod - der Große hängt dort nicht an weltlichen Dingen (Akk. + Absolutiv + Akk. + 3.Sg.Präs. + Nom. + Adv. + Neg. + 3.Sg.Präs.Med.)
‘Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Wohlan, Saṃjaya, verkünde mir den Pfad, der frei von aller Furcht ist, auf dem ich gehen könnte, um zu Hṛṣīkeśa den höchsten Frieden zu erlangen.
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
aṅga saṃjaya me śaṃsa panthānam akutobhayam
wohlan, Saṃjaya, verkünde mir den Pfad, der frei von aller Furcht ist (Partikel + Vok. + Gen. + 2.Sg.Imp. + Akk. + Akk., Kompositum)
yena gatvā hṛṣīkeśaṃ prāpnuyāṃ śāntim uttamām
auf dem ich gehen könnte, um zu Hṛṣīkeśa den höchsten Frieden zu erlangen (Instr. + Absolutiv + Akk. + 1.Sg.Opt. + Akk. + Akk.)
‘Saṃjaya sprach: ‚Wer sein Selbst nicht vervollkommnet hat, kann Janārdana, den von vollkommenem Selbst, niemals erkennen; das Mittel zur Vervollkommnung des Selbst aber liegt nirgendwo anders als in der Bezähmung der Sinne.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
nākṛtātmā kṛtātmānaṃ jātu vidyāj janārdanam
wer sein Selbst nicht vervollkommnet hat, kann Janārdana, den von vollkommenem Selbst, niemals erkennen (Neg.+Nom., Kompositum + Akk., Kompositum + Adv. + 3.Sg.Opt. + Akk.)
ātmanas tu kriyopāyo nānyatrendriyanigrahāt
das Mittel zur Vervollkommnung des Selbst aber liegt nirgendwo anders als in der Bezähmung der Sinne (Gen. + Partikel + Nom., Kompositum + Neg.+Adv.+Abl., Kompositum)
[Anm.: Sprecherwechsel Dhṛtarāṣṭra->Saṃjaya (close-then-reopen, SQ bleibt Tiefe 1). Beginn von Saṃjayas abschließender Lehrrede über Sinnenbeherrschung (V.17-21).]
indriyāṇām udīrṇānāṃ kāmatyāgo 'pramādataḥ apramādo 'vihiṃsā ca jñānayonir asaṃśayam
Die Aufgabe des Verlangens gegenüber den erregten Sinnen geschieht durch Wachsamkeit; Wachsamkeit und Gewaltlosigkeit sind ohne Zweifel der Ursprung der Erkenntnis.
Wort für Wort
indriyāṇām udīrṇānāṃ kāmatyāgo 'pramādataḥ
die Aufgabe des Verlangens gegenüber den erregten Sinnen geschieht durch Wachsamkeit (Gen.Pl. + Gen.Pl.Ptz.Perf. + Nom., Kompositum + Abl.)
apramādo 'vihiṃsā ca jñānayonir asaṃśayam
Wachsamkeit und Gewaltlosigkeit sind ohne Zweifel der Ursprung der Erkenntnis (Nom. + Nom. + Konj. + Nom., Kompositum + Adv.)
indriyāṇāṃ yame yatto bhava rājann atandritaḥ buddhiś ca mā te cyavatu niyacchaitāṃ yatas tataḥ
Sei eifrig, unermüdlich, o König, in der Bezähmung der Sinne; und lass deinen Verstand nicht wanken - halte ihn zurück, wohin auch immer er abschweift.
Wort für Wort
indriyāṇāṃ yame yatto bhava rājann atandritaḥ
sei eifrig, unermüdlich, o König, in der Bezähmung der Sinne (Gen.Pl. + Lok. + Nom.Ptz.Perf. + 2.Sg.Imp. + Vok. + Nom.)
buddhiś ca mā te cyavatu niyacchaitāṃ yatas tataḥ
und lass deinen Verstand nicht wanken - halte ihn zurück, wohin auch immer er abschweift (Nom. + Konj. + Neg. + Gen. + 3.Sg.Imp. + 2.Sg.Imp.+Akk. + Adv. + Adv.)
etaj jñānaṃ vidur viprā dhruvam indriyadhāraṇam etaj jñānaṃ ca panthāś ca yena yānti manīṣiṇaḥ
Dies, sagen die Weisen, ist Erkenntnis: die beständige Beherrschung der Sinne; dies ist zugleich die Erkenntnis und der Pfad, auf dem die Weisen gehen.
Wort für Wort
etaj jñānaṃ vidur viprā dhruvam indriyadhāraṇam
dies, sagen die Weisen, ist Erkenntnis: die beständige Beherrschung der Sinne (Akk. + Akk. + 3.Pl.Perf. + Nom.Pl. + Akk. + Akk., Kompositum)
etaj jñānaṃ ca panthāś ca yena yānti manīṣiṇaḥ
dies ist zugleich die Erkenntnis und der Pfad, auf dem die Weisen gehen (Nom. + Nom. + Konj. + Nom. + Konj. + Instr. + 3.Pl.Präs. + Nom.Pl.)
Keśava ist unerreichbar, o König, für Menschen mit unbezwungenen Sinnen; wer aber durch Schrift und durch Yoga die Wahrheit erlangt hat, der Selbstbeherrschte, findet Ruhe in der Wahrheit.
Wort für Wort
aprāpyaḥ keśavo rājann indriyair ajitair nṛbhiḥ
Keśava ist unerreichbar, o König, für Menschen mit unbezwungenen Sinnen (Nom. + Nom. + Vok. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
āgamādhigato yogād vaśī tattve prasīdati
wer aber durch Schrift und durch Yoga die Wahrheit erlangt hat, der Selbstbeherrschte, findet Ruhe in der Wahrheit (Nom., Kompositum + Abl. + Nom. + Lok. + 3.Sg.Präs.)
[Anm.: Kapitelende - Saṃjayas Lehrrede über Sinnenbeherrschung als Weg zu Kṛṣṇa bleibt offen (SQ Tiefe 1), Fortsetzung vermutlich Kap.68. Kein CQ in diesem Kapitel trotz der neun Sprecherwechsel.]