Die Götter versuchen vergeblich, Nahuṣas Begierde zu besänftigen; dieser rechtfertigt sich mit Indras eigenen früheren Verfehlungen (Ahalyā u.a.) und verlangt weiterhin Śacī. Bṛhaspati weigert sich standhaft, die bei ihm Zuflucht suchende Indrāṇī auszuliefern, und begründet dies mit alten, Brahmā zugeschriebenen Lehrversen über die Sünde des Verrats an einem Schutzsuchenden. Auf Bṛhaspatis Rat hin soll Śacī selbst Nahuṣa um Aufschub bitten, da die Zeit seinen Übermut zu Fall bringen werde. Die Götter bestärken Śacī in diesem Plan; sie begibt sich, äußerlich gefügig, zu Nahuṣa.
Śalya sprach: Als sie erkannten, dass Nahuṣa zornig war, sprachen die Götter, angeführt von den Weisen, zu Nahuṣa, dem Götterkönig von schrecklichem Aussehen:
Śalya sprach: Als sie erkannten, dass Nahuṣa zornig war, sprachen die Götter, angeführt von den Weisen, zu Nahuṣa, dem Götterkönig von schrecklichem Aussehen:
„Götterkönig, lege deinen Zorn ab; wenn du zornig bist, Herrscher der Welt, ist die Welt samt Asuras, Gandharven, Kiṃnaras und großen Schlangen in Furcht.
„Götterkönig, lege deinen Zorn ab; wenn du zornig bist, Herrscher der Welt, ist die Welt samt Asuras, Gandharven, Kiṃnaras und großen Schlangen in Furcht.
Wende deinen Sinn ab von der Sünde, der fremden Gattin zu nahen; du bist der Götterkönig - Segen sei mit dir - beschütze die Geschöpfe nach dem Dharma.“
Wende deinen Sinn ab von der Sünde, der fremden Gattin zu nahen; du bist der Götterkönig - Segen sei mit dir - beschütze die Geschöpfe nach dem Dharma.“
ahalyā dharṣitā pūrvam ṛṣipatnī yaśasvinī jīvato bhartur indreṇa sa vaḥ kiṃ na nivāritaḥ
„Ahalyā, die ruhmreiche Gattin eines Weisen, wurde einst von Indra geschändet, während ihr Gatte noch lebte - warum wurde er da nicht von euch gehindert?
Wort für Wort
ahalyā dharṣitā pūrvam ṛṣipatnī yaśasvinī jīvato bhartur indreṇa sa vaḥ kiṃ na nivāritaḥ
„Ahalyā, die ruhmreiche Gattin eines Weisen, wurde einst von Indra geschändet, während ihr Gatte noch lebte - warum wurde er da nicht von euch gehindert?
Anspielung auf die bekannte Ahalyā-Indra-Episode (Indras Verführung der Gattin des Weisen Gautama).
Die Götter sprachen: „Wir werden Indrāṇī herbeibringen, wie du wünschst, Herr des Himmels; lege diesen Zorn ab, Held, sei zufrieden, Herrscher der Götter.“
Die Götter sprachen: „Wir werden Indrāṇī herbeibringen, wie du wünschst, Herr des Himmels; lege diesen Zorn ab, Held, sei zufrieden, Herrscher der Götter.“
śalya uvāca ity uktvā te tadā devā ṛṣibhiḥ saha bhārata jagmur bṛhaspatiṃ vaktum indrāṇīṃ cāśubhaṃ vacaḥ
Śalya sprach: Nachdem sie so gesprochen hatten, gingen jene Götter mit den Weisen, o Bhārata, zu Bṛhaspati, um ihm und Indrāṇī die unheilvolle Botschaft mitzuteilen.
Wort für Wort
śalya uvāca ity uktvā te tadā devā ṛṣibhiḥ saha bhārata jagmur bṛhaspatiṃ vaktum indrāṇīṃ cāśubhaṃ vacaḥ
Śalya sprach: Nachdem sie so gesprochen hatten, gingen jene Götter mit den Weisen, o Bhārata, zu Bṛhaspati, um ihm und Indrāṇī die unheilvolle Botschaft mitzuteilen.
„Wir wissen, dass Indrāṇī in deinem Hause Zuflucht gefunden hat und dass ihr von dir, Fürst der Brahmanen, du Vortrefflichster der Götterweisen, Schutz gewährt wurde.
„Wir wissen, dass Indrāṇī in deinem Hause Zuflucht gefunden hat und dass ihr von dir, Fürst der Brahmanen, du Vortrefflichster der Götterweisen, Schutz gewährt wurde.
„Ich wünsche nicht, Nahuṣa als Gatten zu haben, diesen Herrscher; ich bin zu dir Zuflucht suchend gekommen, Brahmane - errette mich aus großer Furcht.“
„Ich wünsche nicht, Nahuṣa als Gatten zu haben, diesen Herrscher; ich bin zu dir Zuflucht suchend gekommen, Brahmane - errette mich aus großer Furcht.“
bṛhaspatir uvāca śaraṇāgatāṃ na tyajeyam indrāṇi mama niścitam dharmajñāṃ dharmaśīlāṃ ca na tyaje tvām anindite
Bṛhaspati sprach: „Ich werde eine Zufluchtsuchende nicht preisgeben, Indrāṇī - das ist mein fester Entschluss; dich, die Dharmakundige und Dharmagesinnte, werde ich nicht preisgeben, du Tadellose.
Wort für Wort
bṛhaspatir uvāca śaraṇāgatāṃ na tyajeyam indrāṇi mama niścitam dharmajñāṃ dharmaśīlāṃ ca na tyaje tvām anindite
Bṛhaspati sprach: „Ich werde eine Zufluchtsuchende nicht preisgeben, Indrāṇī - das ist mein fester Entschluss; dich, die Dharmakundige und Dharmagesinnte, werde ich nicht preisgeben, du Tadellose.
nākāryaṃ kartum icchāmi brāhmaṇaḥ san viśeṣataḥ śrutadharmā satyaśīlo jānan dharmānuśāsanam
Ich will keine unrechte Tat begehen, zumal ich ein Brahmane bin, der die Dharma-Lehre gehört hat, wahrhaftigen Wesens, der die Unterweisung im Dharma kennt.
Wort für Wort
nākāryaṃ kartum icchāmi brāhmaṇaḥ san viśeṣataḥ śrutadharmā satyaśīlo jānan dharmānuśāsanam
Ich will keine unrechte Tat begehen, zumal ich ein Brahmane bin, der die Dharma-Lehre gehört hat, wahrhaftigen Wesens, der die Unterweisung im Dharma kennt.
na tasya bījaṃ rohati bījakāle na cāsya varṣaṃ varṣati varṣakāle bhītaṃ prapannaṃ pradadāti śatrave na so 'ntaraṃ labhate trāṇam icchan
Wer einen furchtsam Zuflucht Suchenden dem Feind ausliefert, dessen Samen keimt nicht zur Aussaatzeit, für ihn regnet es nicht zur Regenzeit, und er findet, obwohl er Schutz sucht, keine Zuflucht.
Wort für Wort
na tasya bījaṃ rohati bījakāle na cāsya varṣaṃ varṣati varṣakāle bhītaṃ prapannaṃ pradadāti śatrave na so 'ntaraṃ labhate trāṇam icchan
Wer einen furchtsam Zuflucht Suchenden dem Feind ausliefert, dessen Samen keimt nicht zur Aussaatzeit, für ihn regnet es nicht zur Regenzeit, und er findet, obwohl er Schutz sucht, keine Zuflucht.
mogham annaṃ vindati cāpy acetāḥ svargāl lokād bhraśyati naṣṭaceṣṭaḥ bhītaṃ prapannaṃ pradadāti yo vai na tasya havyaṃ pratigṛhṇanti devāḥ
Und der Unbesonnene erhält nur nutzlose Speise, er fällt, seiner Wirkkraft beraubt, aus der Himmelswelt; wer einen furchtsam Zuflucht Suchenden ausliefert, dessen Opfergabe nehmen die Götter nicht an.
Wort für Wort
mogham annaṃ vindati cāpy acetāḥ svargāl lokād bhraśyati naṣṭaceṣṭaḥ bhītaṃ prapannaṃ pradadāti yo vai na tasya havyaṃ pratigṛhṇanti devāḥ
Und der Unbesonnene erhält nur nutzlose Speise, er fällt, seiner Wirkkraft beraubt, aus der Himmelswelt; wer einen furchtsam Zuflucht Suchenden ausliefert, dessen Opfergabe nehmen die Götter nicht an.
pramīyate cāsya prajā hy akāle sadā vivāsaṃ pitaro 'sya kurvate bhītaṃ prapannaṃ pradadāti śatrave sendrā devāḥ praharanty asya vajram
Und seine Nachkommenschaft stirbt vorzeitig, seine Vorväter verstoßen ihn für immer; wer einen furchtsam Zuflucht Suchenden dem Feind ausliefert, gegen den schleudern die Götter samt Indra den Blitz.“
Wort für Wort
pramīyate cāsya prajā hy akāle sadā vivāsaṃ pitaro 'sya kurvate bhītaṃ prapannaṃ pradadāti śatrave sendrā devāḥ praharanty asya vajram
Und seine Nachkommenschaft stirbt vorzeitig, seine Vorväter verstoßen ihn für immer; wer einen furchtsam Zuflucht Suchenden dem Feind ausliefert, gegen den schleudern die Götter samt Indra den Blitz.“
Diese drei Verse (V.19-21) sind als von Bṛhaspati zitierte, angeblich von Brahmā stammende Lehrverse gekennzeichnet - eine dritte, hier typographisch nicht eigens markierte Zitatebene innerhalb Bṛhaspatis Rede.
śalya uvāca atha devās tam evāhur gurum aṅgirasāṃ varam kathaṃ sunītaṃ tu bhaven mantrayasva bṛhaspate
Śalya sprach: Darauf sprachen die Götter zu ihm, dem Guru, dem Vortrefflichsten der Aṅgirasas: „Wie könnte eine gute Lösung gefunden werden? Berate uns, Bṛhaspati.“
Wort für Wort
śalya uvāca atha devās tam evāhur gurum aṅgirasāṃ varam kathaṃ sunītaṃ tu bhaven mantrayasva bṛhaspate
Śalya sprach: Darauf sprachen die Götter zu ihm, dem Guru, dem Vortrefflichsten der Aṅgirasas: „Wie könnte eine gute Lösung gefunden werden? Berate uns, Bṛhaspati.“
Die Zeit bringt viele Hindernisse hervor, die Zeit wird die Zeit vergehen lassen; auch Nahuṣa, so hochmütig und mächtig geworden durch die erlangte Gunst, [wird so seinem Fall entgegengehen].“
Die Zeit bringt viele Hindernisse hervor, die Zeit wird die Zeit vergehen lassen; auch Nahuṣa, so hochmütig und mächtig geworden durch die erlangte Gunst, [wird so seinem Fall entgegengehen].“
[?] Die Konstruktion ist elliptisch (kein eigenes Verb für den Nahuṣa-Satzteil); Sinn erschlossen aus dem Kontext: die Zeit selbst wird Nahuṣas Übermut zu Fall bringen.
śalya uvāca tatas tena tathokte tu prītā devās tam abruvan brahman sādhv idam uktaṃ te hitaṃ sarvadivaukasām evam etad dvijaśreṣṭha devī ceyaṃ prasādyatām
Śalya sprach: Als er so gesprochen hatte, sprachen die erfreuten Götter zu ihm: „Gut gesprochen hast du, Brahmane, zum Wohl aller Himmelsbewohner; so sei es, du Vortrefflichster der Zweifachgeborenen - und diese Göttin möge nun besänftigt werden.“
Wort für Wort
śalya uvāca tatas tena tathokte tu prītā devās tam abruvan brahman sādhv idam uktaṃ te hitaṃ sarvadivaukasām evam etad dvijaśreṣṭha devī ceyaṃ prasādyatām
Śalya sprach: Als er so gesprochen hatte, sprachen die erfreuten Götter zu ihm: „Gut gesprochen hast du, Brahmane, zum Wohl aller Himmelsbewohner; so sei es, du Vortrefflichster der Zweifachgeborenen - und diese Göttin möge nun besänftigt werden.“