Kapitel 30: Sainyoddyoga-parva (30)
Sañjayas Abschied und Yudhiṣṭhiras Grußbotschaft an den Kuru-Hof
Sañjaya verabschiedet sich von den Pāṇḍavas, um nach Hastināpura zurückzukehren. Yudhiṣṭhira gibt ihm eine lange, formelhafte Grußbotschaft mit: Er soll allen am Kaurava-Hof - Brahmanen, Droṇa, Aśvatthāman, Kṛpa, Bhīṣma, Dhṛtarāṣṭra, den (teils scharf charakterisierten) Söhnen Dhṛtarāṣṭras, Yuyutsu, Citrasena, Bāhlika, Somadatta und Bhūriśravas, Śakuni, Karṇa, Vidura, den Frauen, Schwiegertöchtern, unverheirateten Mädchen, Kurtisanen sowie den Dienern, Versehrten und Bedürftigen des Hofes - Grüße und gute Wünsche überbringen. Das Kapitel gipfelt in einem unverblümten Ultimatum an Duryodhana: entweder Rückgabe von Indraprastha oder Krieg.
saṃjaya uvāca āmantraye tvā naradevadeva; gacchāmy ahaṃ pāṇḍava svasti te 'stu kaccin na vācā vṛjinaṃ hi kiṃ cid; uccāritaṃ me manaso 'bhiṣaṅgāt
Sañjaya sprach: ‚Ich nehme Abschied von dir, Gott unter den Königen der Menschen; ich gehe, Pāṇḍava - Heil sei dir! Ist wohl nicht irgendein Unrecht durch meine Rede, aus einer Verblendung meines Geistes, von mir ausgesprochen worden?
Wort für Wort
saṃjaya uvāca āmantraye tvā naradevadeva; gacchāmy ahaṃ pāṇḍava svasti te 'stu kaccin na vācā vṛjinaṃ hi kiṃ cid; uccāritaṃ me manaso 'bhiṣaṅgāt
Sañjaya sprach: ‚Ich nehme Abschied von dir, Gott unter den Königen der Menschen; ich gehe, Pāṇḍava - Heil sei dir! Ist wohl nicht irgendein Unrecht durch meine Rede, aus einer Verblendung meines Geistes, von mir ausgesprochen worden?
Von Janārdana, Bhīmasena und Arjuna, den beiden Söhnen der Mādrī, Sātyaki und Cekitāna nehme ich Abschied und gehe - Heil und Glück euch! Blickt mich, ihr Könige, mit mildem Auge an.‘
Von Janārdana, Bhīmasena und Arjuna, den beiden Söhnen der Mādrī, Sātyaki und Cekitāna nehme ich Abschied und gehe - Heil und Glück euch! Blickt mich, ihr Könige, mit mildem Auge an.‘
yudhiṣṭhira uvāca anujñātaḥ saṃjaya svasti gaccha; na no 'kārṣīr apriyaṃ jātu kiṃ cit vidmaś ca tvā te ca vayaṃ ca sarve; śuddhātmānaṃ madhyagataṃ sabhāstham
Yudhiṣṭhira sprach: ‚Mit Erlaubnis, Sañjaya, geh in Wohlergehen; nie hast du uns irgendetwas Unliebes zugefügt; wir alle kennen dich, und du kennst uns alle, als einen reinen Geistes, der in unserer Mitte, in der Versammlung, weilt.
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca anujñātaḥ saṃjaya svasti gaccha; na no 'kārṣīr apriyaṃ jātu kiṃ cit vidmaś ca tvā te ca vayaṃ ca sarve; śuddhātmānaṃ madhyagataṃ sabhāstham
Yudhiṣṭhira sprach: ‚Mit Erlaubnis, Sañjaya, geh in Wohlergehen; nie hast du uns irgendetwas Unliebes zugefügt; wir alle kennen dich, und du kennst uns alle, als einen reinen Geistes, der in unserer Mitte, in der Versammlung, weilt.
āpto dūtaḥ saṃjaya supriyo 'si; kalyāṇavāk śīlavān dṛṣṭimāṃś ca na muhyes tvaṃ saṃjaya jātu matyā; na ca krudhyer ucyamāno 'pi tathyam
Du bist ein zuverlässiger Bote, Sañjaya, uns sehr lieb, von wohltuender Rede, von gutem Charakter und Einsicht; nie irrst du, Sañjaya, in deinem Urteil, und nie zürnst du, auch wenn dir die Wahrheit gesagt wird.
Wort für Wort
āpto dūtaḥ saṃjaya supriyo 'si; kalyāṇavāk śīlavān dṛṣṭimāṃś ca na muhyes tvaṃ saṃjaya jātu matyā; na ca krudhyer ucyamāno 'pi tathyam
Du bist ein zuverlässiger Bote, Sañjaya, uns sehr lieb, von wohltuender Rede, von gutem Charakter und Einsicht; nie irrst du, Sañjaya, in deinem Urteil, und nie zürnst du, auch wenn dir die Wahrheit gesagt wird.
na marmagāṃ jātu vaktāsi rūkṣāṃ; nopastutiṃ kaṭukāṃ nota śuktām dharmārāmām arthavatīm ahiṃsrām; etāṃ vācaṃ tava jānāmi sūta
Nie sprichst du ein Wort, das die empfindlichen Stellen trifft, das rau ist, weder eine bittere noch eine falsche Schmeichelrede; im Recht ergötzend, sinnvoll und gewaltlos - so kenne ich deine Rede, Wagenlenker.
Wort für Wort
na marmagāṃ jātu vaktāsi rūkṣāṃ; nopastutiṃ kaṭukāṃ nota śuktām dharmārāmām arthavatīm ahiṃsrām; etāṃ vācaṃ tava jānāmi sūta
Nie sprichst du ein Wort, das die empfindlichen Stellen trifft, das rau ist, weder eine bittere noch eine falsche Schmeichelrede; im Recht ergötzend, sinnvoll und gewaltlos - so kenne ich deine Rede, Wagenlenker.
tvam eva naḥ priyatamo 'si dūta; ihāgacched viduro vā dvitīyaḥ abhīkṣṇadṛṣṭo 'si purā hi nas tvaṃ; dhanaṃjayasyātmasamaḥ sakhāsi
Du bist uns der liebste Bote; als zweiter könnte hierher nur Vidura kommen; wir haben dich ja schon oft zuvor gesehen, und du bist Dhanaṃjaya ein Freund gleich seinem eigenen Selbst.
Wort für Wort
tvam eva naḥ priyatamo 'si dūta; ihāgacched viduro vā dvitīyaḥ abhīkṣṇadṛṣṭo 'si purā hi nas tvaṃ; dhanaṃjayasyātmasamaḥ sakhāsi
Du bist uns der liebste Bote; als zweiter könnte hierher nur Vidura kommen; wir haben dich ja schon oft zuvor gesehen, und du bist Dhanaṃjaya ein Freund gleich seinem eigenen Selbst.
ito gatvā saṃjaya kṣipram eva; upātiṣṭhethā brāhmaṇān ye tadarhāḥ viśuddhavīryāṃś caraṇopapannān; kule jātān sarvadharmopapannān
Von hier fortgegangen, Sañjaya, sollst du eilends die Brahmanen aufsuchen, die dessen würdig sind, von reiner Kraft, mit gutem Wandel ausgestattet, aus vornehmer Familie geboren und mit allem Recht ausgestattet.
Wort für Wort
ito gatvā saṃjaya kṣipram eva; upātiṣṭhethā brāhmaṇān ye tadarhāḥ viśuddhavīryāṃś caraṇopapannān; kule jātān sarvadharmopapannān
Von hier fortgegangen, Sañjaya, sollst du eilends die Brahmanen aufsuchen, die dessen würdig sind, von reiner Kraft, mit gutem Wandel ausgestattet, aus vornehmer Familie geboren und mit allem Recht ausgestattet.
svādhyāyino brāhmaṇā bhikṣavaś ca; tapasvino ye ca nityā vaneṣu abhivādyā vai madvacanena vṛddhās; tathetareṣāṃ kuśalaṃ vadethāḥ
Die im Selbststudium fleißigen Brahmanen und Bettelasketen, die Büßer, die stets in den Wäldern weilen - grüße die Alten unter ihnen ehrerbietig mit meinen Worten, und erkundige dich auch nach dem Wohlergehen der übrigen.
Wort für Wort
svādhyāyino brāhmaṇā bhikṣavaś ca; tapasvino ye ca nityā vaneṣu abhivādyā vai madvacanena vṛddhās; tathetareṣāṃ kuśalaṃ vadethāḥ
Die im Selbststudium fleißigen Brahmanen und Bettelasketen, die Büßer, die stets in den Wäldern weilen - grüße die Alten unter ihnen ehrerbietig mit meinen Worten, und erkundige dich auch nach dem Wohlergehen der übrigen.
purohitaṃ dhṛtarāṣṭrasya rājña; ācāryāś ca ṛtvijo ye ca tasya taiś ca tvaṃ tāta sahitair yathārhaṃ; saṃgacchethāḥ kuśalenaiva sūta
Mit dem Hauspriester des Königs Dhṛtarāṣṭra, seinen Lehrern und seinen Opferpriestern sollst du, mein Lieber, gemeinsam, wie es sich gebührt, in Wohlwollen zusammentreffen, Wagenlenker.
Wort für Wort
purohitaṃ dhṛtarāṣṭrasya rājña; ācāryāś ca ṛtvijo ye ca tasya taiś ca tvaṃ tāta sahitair yathārhaṃ; saṃgacchethāḥ kuśalenaiva sūta
Mit dem Hauspriester des Königs Dhṛtarāṣṭra, seinen Lehrern und seinen Opferpriestern sollst du, mein Lieber, gemeinsam, wie es sich gebührt, in Wohlwollen zusammentreffen, Wagenlenker.
ācārya iṣṭo 'napago vidheyo; vedān īpsan brahmacaryaṃ cacāra yo 'straṃ catuṣpāt punar eva cakre; droṇaḥ prasanno 'bhivādyo yathārham
Den geliebten, treuen, gehorsamen Lehrer, der, nach den Veden strebend, Keuschheit übte, der die vierfache Waffenkunst von neuem erschuf - Droṇa sollst du wohlgesonnen und gebührend grüßen.
Wort für Wort
ācārya iṣṭo 'napago vidheyo; vedān īpsan brahmacaryaṃ cacāra yo 'straṃ catuṣpāt punar eva cakre; droṇaḥ prasanno 'bhivādyo yathārham
Den geliebten, treuen, gehorsamen Lehrer, der, nach den Veden strebend, Keuschheit übte, der die vierfache Waffenkunst von neuem erschuf - Droṇa sollst du wohlgesonnen und gebührend grüßen.
adhītavidyaś caraṇopapanno; yo 'straṃ catuṣpāt punar eva cakre gandharvaputrapratimaṃ tarasvinaṃ; tam aśvatthāmānaṃ kuśalaṃ sma pṛccheḥ
Nach dem, der die Wissenschaft studiert hat, mit gutem Wandel ausgestattet ist, der die vierfache Waffenkunst von neuem erschuf, dem Gandharvensohn gleichend, dem Kraftvollen - nach diesem Aśvatthāman sollst du dich nach seinem Wohlergehen erkundigen.
Wort für Wort
adhītavidyaś caraṇopapanno; yo 'straṃ catuṣpāt punar eva cakre gandharvaputrapratimaṃ tarasvinaṃ; tam aśvatthāmānaṃ kuśalaṃ sma pṛccheḥ
Nach dem, der die Wissenschaft studiert hat, mit gutem Wandel ausgestattet ist, der die vierfache Waffenkunst von neuem erschuf, dem Gandharvensohn gleichend, dem Kraftvollen - nach diesem Aśvatthāman sollst du dich nach seinem Wohlergehen erkundigen.
Die wörtliche Wiederholung der Zeile 'der die vierfache Waffenkunst von neuem erschuf' für Droṇa (V.10) und Aśvatthāman (V.11) steht bereits so im Quelltext (formelhafte Doppelung, kein Abschreibfehler meinerseits).
Zum Wohnsitz des Sohnes des Śaradvat gegangen, des großen Wagenkämpfers, des Besten der Waffenkundigen, sollst du, indem du mich wiederholt nennst, die Füße Kṛpas, Sañjaya, mit der Hand berühren.
Zum Wohnsitz des Sohnes des Śaradvat gegangen, des großen Wagenkämpfers, des Besten der Waffenkundigen, sollst du, indem du mich wiederholt nennst, die Füße Kṛpas, Sañjaya, mit der Hand berühren.
'Śāradvata' (Sohn des Śaradvat) ist ein Patronymikon Kṛpas, das im selben Vers noch einmal namentlich aufgelöst wird.
yasmiñ śauryam ānṛśaṃsyaṃ tapaś ca; prajñā śīlaṃ śrutisattve dhṛtiś ca pādau gṛhītvā kurusattamasya; bhīṣmasya māṃ tatra nivedayethāḥ
In dem Tapferkeit, Milde und Askese, Weisheit, guter Charakter, Schriftgelehrsamkeit, Wesensgüte und Standhaftigkeit vereint sind - fasse die Füße des Besten der Kurus, Bhīṣmas, und melde mich dort.
Wort für Wort
yasmiñ śauryam ānṛśaṃsyaṃ tapaś ca; prajñā śīlaṃ śrutisattve dhṛtiś ca pādau gṛhītvā kurusattamasya; bhīṣmasya māṃ tatra nivedayethāḥ
In dem Tapferkeit, Milde und Askese, Weisheit, guter Charakter, Schriftgelehrsamkeit, Wesensgüte und Standhaftigkeit vereint sind - fasse die Füße des Besten der Kurus, Bhīṣmas, und melde mich dort.
Ihm, dem König, der mit dem Auge der Weisheit sieht, dem Führer der Kurus, dem Vielgelehrten, den Alten Dienenden, dem Klugen, dem greisen Dhṛtarāṣṭra, sollst du, ihn ehrerbietig grüßend, sagen, Sañjaya, dass ich wohlauf bin.
Ihm, dem König, der mit dem Auge der Weisheit sieht, dem Führer der Kurus, dem Vielgelehrten, den Alten Dienenden, dem Klugen, dem greisen Dhṛtarāṣṭra, sollst du, ihn ehrerbietig grüßend, sagen, Sañjaya, dass ich wohlauf bin.
Nach dem ältesten Sohn Dhṛtarāṣṭras, dem Torhaften, Dummen, Falschen, von böser Sinnesart, Sañjaya, durch den doch die ganze Erde beherrscht werden soll - nach Suyodhana sollst du dich, mein Lieber, nach seinem Wohlergehen erkundigen.
Nach dem ältesten Sohn Dhṛtarāṣṭras, dem Torhaften, Dummen, Falschen, von böser Sinnesart, Sañjaya, durch den doch die ganze Erde beherrscht werden soll - nach Suyodhana sollst du dich, mein Lieber, nach seinem Wohlergehen erkundigen.
bhrātā kanīyān api tasya mandas; tathāśīlaḥ saṃjaya so 'pi śaśvat maheṣvāsaḥ śūratamaḥ kurūṇāṃ; duḥśāsanaṃ kuśalaṃ tāta pṛccheḥ
Auch sein jüngerer Bruder, ebenso töricht und stets von schlechtem Charakter, Sañjaya - der große Bogenschütze, der Tapferste der Kurus - nach Duḥśāsana sollst du dich, mein Lieber, nach seinem Wohlergehen erkundigen.
Wort für Wort
bhrātā kanīyān api tasya mandas; tathāśīlaḥ saṃjaya so 'pi śaśvat maheṣvāsaḥ śūratamaḥ kurūṇāṃ; duḥśāsanaṃ kuśalaṃ tāta pṛccheḥ
Auch sein jüngerer Bruder, ebenso töricht und stets von schlechtem Charakter, Sañjaya - der große Bogenschütze, der Tapferste der Kurus - nach Duḥśāsana sollst du dich, mein Lieber, nach seinem Wohlergehen erkundigen.
vṛndārakaṃ kavim artheṣv amūḍhaṃ; mahāprajñaṃ sarvadharmopapannam na tasya yuddhaṃ rocate vai kadā cid; vaiśyāputraṃ kuśalaṃ tāta pṛccheḥ
Nach dem Vortrefflichen, dem in Angelegenheiten Klugen, Unverblendeten, Hochweisen, mit allem Recht Ausgestatteten, dem der Krieg niemals gefällt - nach dem Vaiśya-Sohn sollst du dich, mein Lieber, nach seinem Wohlergehen erkundigen.
Wort für Wort
vṛndārakaṃ kavim artheṣv amūḍhaṃ; mahāprajñaṃ sarvadharmopapannam na tasya yuddhaṃ rocate vai kadā cid; vaiśyāputraṃ kuśalaṃ tāta pṛccheḥ
Nach dem Vortrefflichen, dem in Angelegenheiten Klugen, Unverblendeten, Hochweisen, mit allem Recht Ausgestatteten, dem der Krieg niemals gefällt - nach dem Vaiśya-Sohn sollst du dich, mein Lieber, nach seinem Wohlergehen erkundigen.
'Vaiśyāputra' ('Sohn der Vaiśya-Frau') bezeichnet hier Yuyutsu, Dhṛtarāṣṭras Sohn von seiner Vaiśya-Nebenfrau Sauvalī - passend charakterisiert als kriegsunwillig, da er später als einziger Dhṛtarāṣṭra-Sohn zu den Pāṇḍavas überwechselt.
nikartane devane yo 'dvitīyaś; channopadhaḥ sādhudevī matākṣaḥ yo durjayo devitavyena saṃkhye; sa citrasenaḥ kuśalaṃ tāta vācyaḥ
Der beim betrügerischen Würfelspiel ohnegleichen ist, verdeckten Trugs, ein geschickter Würfelspieler, der Würfel kundig, der im Kampf mit dem Würfelspiel unbezwingbar ist - nach diesem Citrasena soll, mein Lieber, sein Wohlergehen erfragt werden.
Wort für Wort
nikartane devane yo 'dvitīyaś; channopadhaḥ sādhudevī matākṣaḥ yo durjayo devitavyena saṃkhye; sa citrasenaḥ kuśalaṃ tāta vācyaḥ
Der beim betrügerischen Würfelspiel ohnegleichen ist, verdeckten Trugs, ein geschickter Würfelspieler, der Würfel kundig, der im Kampf mit dem Würfelspiel unbezwingbar ist - nach diesem Citrasena soll, mein Lieber, sein Wohlergehen erfragt werden.
yasya kāmo vartate nityam eva; nānyaḥ śamād bhāratānām iti sma sa bāhlikānām ṛṣabho manasvī; purā yathā mābhivadet prasannaḥ
Dessen Wunsch stets allein darauf gerichtet ist, dass für die Bharatas nichts anderes als Frieden bestehe - er, der Stier unter den Bāhlikas, der Kluge, möge mich wohlgesonnen grüßen, wie er es früher tat.
Wort für Wort
yasya kāmo vartate nityam eva; nānyaḥ śamād bhāratānām iti sma sa bāhlikānām ṛṣabho manasvī; purā yathā mābhivadet prasannaḥ
Dessen Wunsch stets allein darauf gerichtet ist, dass für die Bharatas nichts anderes als Frieden bestehe - er, der Stier unter den Bāhlikas, der Kluge, möge mich wohlgesonnen grüßen, wie er es früher tat.
guṇair anekaiḥ pravaraiś ca yukto; vijñānavān naiva ca niṣṭhuro yaḥ snehād amarṣaṃ sahate sadaiva; sa somadattaḥ pūjanīyo mato me
Mit vielen vortrefflichen Eigenschaften ausgestattet, verständig und niemals hartherzig, der aus Zuneigung stets Kränkung erträgt - dieser Somadatta gilt mir als verehrungswürdig.
Wort für Wort
guṇair anekaiḥ pravaraiś ca yukto; vijñānavān naiva ca niṣṭhuro yaḥ snehād amarṣaṃ sahate sadaiva; sa somadattaḥ pūjanīyo mato me
Mit vielen vortrefflichen Eigenschaften ausgestattet, verständig und niemals hartherzig, der aus Zuneigung stets Kränkung erträgt - dieser Somadatta gilt mir als verehrungswürdig.
arhattamaḥ kuruṣu saumadattiḥ; sa no bhrātā saṃjaya matsakhā ca maheṣvāso rathinām uttamo yaḥ; sahāmātyaḥ kuśalaṃ tasya pṛccheḥ
Der Würdigste unter den Kurus, der Sohn Somadattas, er ist unser Bruder, Sañjaya, und mein Freund; der große Bogenschütze, der Beste der Wagenkämpfer - nach ihm sollst du samt seinen Gefährten dich nach dem Wohlergehen erkundigen.
Wort für Wort
arhattamaḥ kuruṣu saumadattiḥ; sa no bhrātā saṃjaya matsakhā ca maheṣvāso rathinām uttamo yaḥ; sahāmātyaḥ kuśalaṃ tasya pṛccheḥ
Der Würdigste unter den Kurus, der Sohn Somadattas, er ist unser Bruder, Sañjaya, und mein Freund; der große Bogenschütze, der Beste der Wagenkämpfer - nach ihm sollst du samt seinen Gefährten dich nach dem Wohlergehen erkundigen.
'Saumadatti' (Sohn des Somadatta) bezeichnet Bhūriśravas.
ye caivānye kurumukhyā yuvānaḥ; putrāḥ pautrā bhrātaraś caiva ye naḥ yaṃ yam eṣāṃ yena yenābhigaccher; anāmayaṃ madvacanena vācyaḥ
Und welche anderen jungen Häupter der Kurus es noch gibt, Söhne, Enkel und unsere Brüder - wen auch immer von ihnen du auf welche Weise auch immer aufsuchst, dem sollst du in meinem Namen Gesundheit wünschen.
Wort für Wort
ye caivānye kurumukhyā yuvānaḥ; putrāḥ pautrā bhrātaraś caiva ye naḥ yaṃ yam eṣāṃ yena yenābhigaccher; anāmayaṃ madvacanena vācyaḥ
Und welche anderen jungen Häupter der Kurus es noch gibt, Söhne, Enkel und unsere Brüder - wen auch immer von ihnen du auf welche Weise auch immer aufsuchst, dem sollst du in meinem Namen Gesundheit wünschen.
ye rājānaḥ pāṇḍavāyodhanāya; samānītā dhārtarāṣṭreṇa ke cit vasātayaḥ śālvakāḥ kekayāś ca; tathāmbaṣṭhā ye trigartāś ca mukhyāḥ
Die Könige, die von Dhṛtarāṣṭras Sohn zum Kampf gegen die Pāṇḍavas herbeigeholt wurden, einige von ihnen - die Vasātas, die Śālvakas und die Kekayas, ebenso die Ambaṣṭhas und die vornehmsten der Trigartas -
Wort für Wort
ye rājānaḥ pāṇḍavāyodhanāya; samānītā dhārtarāṣṭreṇa ke cit vasātayaḥ śālvakāḥ kekayāś ca; tathāmbaṣṭhā ye trigartāś ca mukhyāḥ
Die Könige, die von Dhṛtarāṣṭras Sohn zum Kampf gegen die Pāṇḍavas herbeigeholt wurden, einige von ihnen - die Vasātas, die Śālvakas und die Kekayas, ebenso die Ambaṣṭhas und die vornehmsten der Trigartas -
Vasātas, Śālvakas und Ambaṣṭhas sind kleinere, sonst kaum belegte Volks-/Kriegerstämme im Kaurava-Heer; Kekaya und Trigarta bereits aus früheren Kapiteln bekannt.
prācyodīcyā dākṣiṇātyāś ca śūrās; tathā pratīcyāḥ pārvatīyāś ca sarve anṛśaṃsāḥ śīlavṛttopapannās; teṣāṃ sarveṣāṃ kuśalaṃ tāta pṛccheḥ
die Tapferen des Ostens und Nordens, des Südens ebenso wie des Westens, und alle Bergbewohner, die Milden, mit gutem Wandel Ausgestatteten - nach ihnen allen sollst du dich, mein Lieber, nach dem Wohlergehen erkundigen.
Wort für Wort
prācyodīcyā dākṣiṇātyāś ca śūrās; tathā pratīcyāḥ pārvatīyāś ca sarve anṛśaṃsāḥ śīlavṛttopapannās; teṣāṃ sarveṣāṃ kuśalaṃ tāta pṛccheḥ
die Tapferen des Ostens und Nordens, des Südens ebenso wie des Westens, und alle Bergbewohner, die Milden, mit gutem Wandel Ausgestatteten - nach ihnen allen sollst du dich, mein Lieber, nach dem Wohlergehen erkundigen.
Den Elefantenreitern, Wagenkämpfern, Reitern und Fußsoldaten, den großen edlen Scharen - nachdem du ihnen mitgeteilt hast, dass ich wohlauf bin, sollst du sie alle insgesamt nach ihrer Gesundheit fragen.
Den Elefantenreitern, Wagenkämpfern, Reitern und Fußsoldaten, den großen edlen Scharen - nachdem du ihnen mitgeteilt hast, dass ich wohlauf bin, sollst du sie alle insgesamt nach ihrer Gesundheit fragen.
tathā rājño hy arthayuktān amātyān; dauvārikān ye ca senāṃ nayanti āyavyayaṃ ye gaṇayanti yuktā; arthāṃś ca ye mahataś cintayanti
Ebenso die mit den Staatsgeschäften betrauten Minister des Königs, die Torhüter, und die, welche das Heer führen, die, welche pflichtgemäß Einnahmen und Ausgaben berechnen, und die, welche über die großen Angelegenheiten nachsinnen -
Wort für Wort
tathā rājño hy arthayuktān amātyān; dauvārikān ye ca senāṃ nayanti āyavyayaṃ ye gaṇayanti yuktā; arthāṃś ca ye mahataś cintayanti
Ebenso die mit den Staatsgeschäften betrauten Minister des Königs, die Torhüter, und die, welche das Heer führen, die, welche pflichtgemäß Einnahmen und Ausgaben berechnen, und die, welche über die großen Angelegenheiten nachsinnen -
nach dem König von Gāndhāra, Śakuni, dem Bergbewohner, der beim betrügerischen Würfelspiel ohnegleichen ist, dem Würfelspieler, der Dhṛtarāṣṭras Sohn Ehre erweist, dem falsch Denkenden - nach ihm sollst du dich, mein Lieber, Wagenlenker, nach dem Wohlergehen erkundigen.
nach dem König von Gāndhāra, Śakuni, dem Bergbewohner, der beim betrügerischen Würfelspiel ohnegleichen ist, dem Würfelspieler, der Dhṛtarāṣṭras Sohn Ehre erweist, dem falsch Denkenden - nach ihm sollst du dich, mein Lieber, Wagenlenker, nach dem Wohlergehen erkundigen.
nach dem Helden, der sich anmaßt, die unbezwingbaren Pāṇḍavas mit einem einzigen Wagen zu besiegen, der unter den Verblendeten ohnegleichen der Verblender ist - nach dem Vaikartana sollst du dich, mein Lieber, nach dem Wohlergehen erkundigen.
nach dem Helden, der sich anmaßt, die unbezwingbaren Pāṇḍavas mit einem einzigen Wagen zu besiegen, der unter den Verblendeten ohnegleichen der Verblender ist - nach dem Vaikartana sollst du dich, mein Lieber, nach dem Wohlergehen erkundigen.
'Vaikartana' (Sohn des Vikartana/Sūrya) bezeichnet Karṇa; die Formulierung ist erkennbar ironisch-kritisch gegenüber Karṇas Prahlerei gehalten.
sa eva bhaktaḥ sa guruḥ sa bhṛtyaḥ; sa vai pitā sa ca mātā suhṛc ca agādhabuddhir viduro dīrghadarśī; sa no mantrī kuśalaṃ tāta pṛccheḥ
Er ist unser wahrer Anhänger, er der Lehrer, er der Diener, er wahrlich der Vater, er die Mutter und der Freund - der von unergründlicher Weisheit, weitblickende Vidura, unser Ratgeber - nach ihm sollst du dich, mein Lieber, nach dem Wohlergehen erkundigen.
Wort für Wort
sa eva bhaktaḥ sa guruḥ sa bhṛtyaḥ; sa vai pitā sa ca mātā suhṛc ca agādhabuddhir viduro dīrghadarśī; sa no mantrī kuśalaṃ tāta pṛccheḥ
Er ist unser wahrer Anhänger, er der Lehrer, er der Diener, er wahrlich der Vater, er die Mutter und der Freund - der von unergründlicher Weisheit, weitblickende Vidura, unser Ratgeber - nach ihm sollst du dich, mein Lieber, nach dem Wohlergehen erkundigen.
Den alten Frauen, die mit guten Eigenschaften ausgestattet sind, die als Mütter bekannt sind, Sañjaya - zu ihnen allen zusammen sollst du hintreten und den alten Frauen meine ehrerbietige Grußbotschaft übermitteln.
Den alten Frauen, die mit guten Eigenschaften ausgestattet sind, die als Mütter bekannt sind, Sañjaya - zu ihnen allen zusammen sollst du hintreten und den alten Frauen meine ehrerbietige Grußbotschaft übermitteln.
„Verhalten sich eure Söhne, deren Söhne noch leben, wohl recht gut, in milder Lebensweise?“ - so sollst du sprechen, Sañjaya, und danach hinzufügen, dass Ajātaśatru samt seinen Söhnen wohlauf ist.
„Verhalten sich eure Söhne, deren Söhne noch leben, wohl recht gut, in milder Lebensweise?“ - so sollst du sprechen, Sañjaya, und danach hinzufügen, dass Ajātaśatru samt seinen Söhnen wohlauf ist.
Nach unseren Gattinnen, die du dort kennst, Sañjaya, nach ihnen allen sollst du dich, mein Lieber, nach dem Wohlergehen erkundigen, den wohlbehüteten, duftenden, untadeligen: Bewohnen sie wohl unbeirrt weiterhin die Häuser?
Nach unseren Gattinnen, die du dort kennst, Sañjaya, nach ihnen allen sollst du dich, mein Lieber, nach dem Wohlergehen erkundigen, den wohlbehüteten, duftenden, untadeligen: Bewohnen sie wohl unbeirrt weiterhin die Häuser?
Verhaltet ihr Guten euch gegenüber euren Schwiegereltern wohl in guter, milder Weise? Und richtet euer eigenes Verhalten so ein, dass eure Gatten euch gewogen bleiben.
Verhaltet ihr Guten euch gegenüber euren Schwiegereltern wohl in guter, milder Weise? Und richtet euer eigenes Verhalten so ein, dass eure Gatten euch gewogen bleiben.
Ab hier gleitet der Vers stilistisch von der Anweisung an Sañjaya (2./3. Person) unvermittelt in die direkte 2.-Pers.-Plural-Anrede an die Frauen selbst über, ohne eigene Zitatformel ('iti'); dies ist eine im Epos übliche Stilfigur formelhafter Grußreden und wird hier, anders als V.31/46f., nicht als eigens abgesetztes Zitat (mit „...“) markiert.
yā naḥ snuṣāḥ saṃjaya vettha tatra; prāptāḥ kulebhyaś ca guṇopapannāḥ prajāvatyo brūhi sametya tāś ca; yudhiṣṭhiro vo 'bhyavadat prasannaḥ
Unseren Schwiegertöchtern, die du dort kennst, Sañjaya, die aus guten Familien stammen, mit guten Eigenschaften ausgestattet und kinderreich sind - zu ihnen tritt hin und sage, dass Yudhiṣṭhira euch wohlgesonnen grüßt.
Wort für Wort
yā naḥ snuṣāḥ saṃjaya vettha tatra; prāptāḥ kulebhyaś ca guṇopapannāḥ prajāvatyo brūhi sametya tāś ca; yudhiṣṭhiro vo 'bhyavadat prasannaḥ
Unseren Schwiegertöchtern, die du dort kennst, Sañjaya, die aus guten Familien stammen, mit guten Eigenschaften ausgestattet und kinderreich sind - zu ihnen tritt hin und sage, dass Yudhiṣṭhira euch wohlgesonnen grüßt.
Die unverheirateten Mädchen in den Häusern, Sañjaya, sollst du, nachdem du in meinem Namen nach ihrer Gesundheit gefragt hast, umarmend segnen: Mögt ihr gute, euch zugetane Gatten erhalten, und seid auch ihr euren Gatten zugetan.
Die unverheirateten Mädchen in den Häusern, Sañjaya, sollst du, nachdem du in meinem Namen nach ihrer Gesundheit gefragt hast, umarmend segnen: Mögt ihr gute, euch zugetane Gatten erhalten, und seid auch ihr euren Gatten zugetan.
Die geschmückten, wohlgekleideten, wohlriechenden, anmutigen, glücklichen, genussreichen Frauen, deren Anblick und Rede leicht und angenehm sind - nach den Kurtisanen sollst du dich, mein Lieber, nach dem Wohlergehen erkundigen.
Die geschmückten, wohlgekleideten, wohlriechenden, anmutigen, glücklichen, genussreichen Frauen, deren Anblick und Rede leicht und angenehm sind - nach den Kurtisanen sollst du dich, mein Lieber, nach dem Wohlergehen erkundigen.
dāsīputrā ye ca dāsāḥ kurūṇāṃ; tadāśrayā bahavaḥ kubjakhañjāḥ ākhyāya māṃ kuśalinaṃ sma tebhyo; anāmayaṃ paripṛccher jaghanyam
Die Sklavensöhne und Sklaven der Kurus, und die vielen Buckligen und Lahmen, die von ihnen abhängen - nachdem du ihnen mitgeteilt hast, dass ich wohlauf bin, sollst du auch sie, die Niedrigsten, nach ihrer Gesundheit fragen.
Wort für Wort
dāsīputrā ye ca dāsāḥ kurūṇāṃ; tadāśrayā bahavaḥ kubjakhañjāḥ ākhyāya māṃ kuśalinaṃ sma tebhyo; anāmayaṃ paripṛccher jaghanyam
Die Sklavensöhne und Sklaven der Kurus, und die vielen Buckligen und Lahmen, die von ihnen abhängen - nachdem du ihnen mitgeteilt hast, dass ich wohlauf bin, sollst du auch sie, die Niedrigsten, nach ihrer Gesundheit fragen.
Besteht wohl noch die alte Versorgung? Gewährt Dhṛtarāṣṭras Sohn wohl weiterhin Genüsse? Unterhält Dhṛtarāṣṭra die Verstümmelten, die Elenden und die Zwerge wohl noch aus Milde?
Besteht wohl noch die alte Versorgung? Gewährt Dhṛtarāṣṭras Sohn wohl weiterhin Genüsse? Unterhält Dhṛtarāṣṭra die Verstümmelten, die Elenden und die Zwerge wohl noch aus Milde?
andhāś ca sarve sthavirās tathaiva; hastājīvā bahavo ye 'tra santi ākhyāya māṃ kuśalinaṃ sma teṣām; anāmayaṃ paripṛccher jaghanyam
Und alle Blinden, ebenso die Greise, und die vielen, die hier von der Arbeit ihrer Hände leben - nachdem du ihnen mitgeteilt hast, dass ich wohlauf bin, sollst du auch sie, die Niedrigsten, nach ihrer Gesundheit fragen.
Wort für Wort
andhāś ca sarve sthavirās tathaiva; hastājīvā bahavo ye 'tra santi ākhyāya māṃ kuśalinaṃ sma teṣām; anāmayaṃ paripṛccher jaghanyam
Und alle Blinden, ebenso die Greise, und die vielen, die hier von der Arbeit ihrer Hände leben - nachdem du ihnen mitgeteilt hast, dass ich wohlauf bin, sollst du auch sie, die Niedrigsten, nach ihrer Gesundheit fragen.
mā bhaiṣṭa duḥkhena kujīvitena; nūnaṃ kṛtaṃ paralokeṣu pāpam nigṛhya śatrūn suhṛdo 'nugṛhya; vāsobhir annena ca vo bhariṣye
Fürchtet euch nicht vor Leid und schlechtem Leben; gewiss wurde in früheren Leben Sünde begangen - habe ich die Feinde bezwungen und die Freunde begünstigt, werde ich euch mit Kleidung und Nahrung versorgen.
Wort für Wort
mā bhaiṣṭa duḥkhena kujīvitena; nūnaṃ kṛtaṃ paralokeṣu pāpam nigṛhya śatrūn suhṛdo 'nugṛhya; vāsobhir annena ca vo bhariṣye
Fürchtet euch nicht vor Leid und schlechtem Leben; gewiss wurde in früheren Leben Sünde begangen - habe ich die Feinde bezwungen und die Freunde begünstigt, werde ich euch mit Kleidung und Nahrung versorgen.
Weitere direkte Anrede (an die Bedürftigen/Versehrten von V.37-39) ohne eigene Zitatformel, wie bei V.33/35 nicht eigens mit „...“ abgesetzt.
santy eva me brāhmaṇebhyaḥ kṛtāni; bhāvīny atho no bata vartayanti paśyāmy ahaṃ yuktarūpāṃs tathaiva; tām eva siddhiṃ śrāvayethā nṛpaṃ tam
[?] Es gibt ja Taten von mir für die Brahmanen, und auch das Künftige geht für uns, wie es sein soll, in Erfüllung; ich sehe es ebenso in rechter Gestalt sich entfalten - eben diese Gewissheit des Gelingens lass jenem König verkünden.
Wort für Wort
santy eva me brāhmaṇebhyaḥ kṛtāni; bhāvīny atho no bata vartayanti paśyāmy ahaṃ yuktarūpāṃs tathaiva; tām eva siddhiṃ śrāvayethā nṛpaṃ tam
[?] Es gibt ja Taten von mir für die Brahmanen, und auch das Künftige geht für uns, wie es sein soll, in Erfüllung; ich sehe es ebenso in rechter Gestalt sich entfalten - eben diese Gewissheit des Gelingens lass jenem König verkünden.
Vers sehr kompakt und in der Konstruktion unsicher; Sinn vermutlich: Yudhiṣṭhira verweist auf seine frommen Werke (Gaben an Brahmanen) und auf ein sich abzeichnendes günstiges Schicksal, das Sañjaya Dhṛtarāṣṭra ausrichten soll.
ye cānāthā durbalāḥ sarvakālam; ātmany eva prayatante 'tha mūḍhāḥ tāṃś cāpi tvaṃ kṛpaṇān sarvathaiva; asmadvākyāt kuśalaṃ tāta pṛccheḥ
Und die, die herrenlos und schwach zu jeder Zeit sind, sich nur um sich selbst bemühen, die Verblendeten - auch sie, die Elenden, sollst du auf jede Weise in unserem Namen, mein Lieber, nach dem Wohlergehen fragen.
Wort für Wort
ye cānāthā durbalāḥ sarvakālam; ātmany eva prayatante 'tha mūḍhāḥ tāṃś cāpi tvaṃ kṛpaṇān sarvathaiva; asmadvākyāt kuśalaṃ tāta pṛccheḥ
Und die, die herrenlos und schwach zu jeder Zeit sind, sich nur um sich selbst bemühen, die Verblendeten - auch sie, die Elenden, sollst du auf jede Weise in unserem Namen, mein Lieber, nach dem Wohlergehen fragen.
ye cāpy anye saṃśritā dhārtarāṣṭrān; nānādigbhyo 'bhyāgatāḥ sūtaputra dṛṣṭvā tāṃś caivārhataś cāpi sarvān; saṃpṛcchethāḥ kuśalaṃ cāvyayaṃ ca
Und welche anderen sich noch den Söhnen Dhṛtarāṣṭras angeschlossen haben, aus verschiedenen Himmelsrichtungen Herbeigekommene, Sūta-Sohn - nachdem du sie gesehen hast, alle, die es verdienen, sollst du dich nach ihrem Wohlergehen und ihrer Unversehrtheit erkundigen.
Wort für Wort
ye cāpy anye saṃśritā dhārtarāṣṭrān; nānādigbhyo 'bhyāgatāḥ sūtaputra dṛṣṭvā tāṃś caivārhataś cāpi sarvān; saṃpṛcchethāḥ kuśalaṃ cāvyayaṃ ca
Und welche anderen sich noch den Söhnen Dhṛtarāṣṭras angeschlossen haben, aus verschiedenen Himmelsrichtungen Herbeigekommene, Sūta-Sohn - nachdem du sie gesehen hast, alle, die es verdienen, sollst du dich nach ihrem Wohlergehen und ihrer Unversehrtheit erkundigen.
So sollst du auch alle Neuangekommenen und die Gesandten des Königs, die aus allen Himmelsrichtungen gekommen sind, alle nach ihrem Wohlergehen fragen, Wagenlenker, und danach sollst du ihnen sagen, dass ich wohlauf bin.
So sollst du auch alle Neuangekommenen und die Gesandten des Königs, die aus allen Himmelsrichtungen gekommen sind, alle nach ihrem Wohlergehen fragen, Wagenlenker, und danach sollst du ihnen sagen, dass ich wohlauf bin.
na hīdṛśāḥ santy apare pṛthivyāṃ; ye yodhakā dhārtarāṣṭreṇa labdhāḥ dharmas tu nityo mama dharma eva; mahābalaḥ śatrunibarhaṇāya
Denn es gibt auf Erden keine anderen Krieger von solcher Art, wie sie Dhṛtarāṣṭras Sohn gewonnen hat; doch das Recht ist mein ewiges Bollwerk, das Recht allein, gewaltig stark, zur Vernichtung der Feinde.
Wort für Wort
na hīdṛśāḥ santy apare pṛthivyāṃ; ye yodhakā dhārtarāṣṭreṇa labdhāḥ dharmas tu nityo mama dharma eva; mahābalaḥ śatrunibarhaṇāya
Denn es gibt auf Erden keine anderen Krieger von solcher Art, wie sie Dhṛtarāṣṭras Sohn gewonnen hat; doch das Recht ist mein ewiges Bollwerk, das Recht allein, gewaltig stark, zur Vernichtung der Feinde.
Dies weitere Wort aber lass, Sañjaya, den Sohn Dhṛtarāṣṭras, Suyodhana, hören: „Das Verlangen, das dir das Herz im Leibe brennen lässt - dass ich, ohne Nebenbuhler, über die Kurus herrschen möge -
Dies weitere Wort aber lass, Sañjaya, den Sohn Dhṛtarāṣṭras, Suyodhana, hören: „Das Verlangen, das dir das Herz im Leibe brennen lässt - dass ich, ohne Nebenbuhler, über die Kurus herrschen möge -
[?] Die genaue syntaktische Beziehung von 'kāmaḥ ... anuśiṣyām' bleibt unsicher; gedeutet als Yudhiṣṭhiras zugespitzte Benennung dessen, was Duryodhana insgeheim fürchtet - dass eben Yudhiṣṭhira selbst unangefochten über die Kurus herrschen werde.
na vidyate yuktir etasya kā cin; naivaṃvidhāḥ syāma yathā priyaṃ te dadasva vā śakrapuraṃ mamaiva; yudhyasva vā bhāratamukhya vīra
dafür gibt es keinerlei Rechtfertigung; wir werden nicht so handeln, wie es dir lieb wäre - gib mir entweder mein Śakrapura (Indraprastha) zurück, oder kämpfe, du Bester der Bharatas, du Held!“‘
Wort für Wort
na vidyate yuktir etasya kā cin; naivaṃvidhāḥ syāma yathā priyaṃ te dadasva vā śakrapuraṃ mamaiva; yudhyasva vā bhāratamukhya vīra
dafür gibt es keinerlei Rechtfertigung; wir werden nicht so handeln, wie es dir lieb wäre - gib mir entweder mein Śakrapura (Indraprastha) zurück, oder kämpfe, du Bester der Bharatas, du Held!“‘