Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 33: Prajāgara-parva (33) Vidura-nīti I: Dhṛtarāṣṭras Schlaflosigkeit und die Merkmale des Weisen und des Toren

Der schlaflose Dhṛtarāṣṭra lässt Vidura holen und bittet ihn um Rat. Damit beginnt die berühmte 'Vidura-nīti' (Prajāgara-parva, 'Kapitel der Nachtwache') - eine der bekanntesten Weisheitslehren des Mahābhārata. Vidura entfaltet in dichter Gnomik die Kennzeichen des Weisen (paṇḍita) und des Toren (mūḍha), gefolgt von einer langen Kette numerisch geordneter Merksprüche (eins bis zehn) über Politik, Ethik und Lebensführung - darunter das berühmte Rätsel vom 'Haus mit neun Toren' (dem menschlichen Körper) und der kryptische Zahlenvers V.43. Das Kapitel endet damit, dass Vidura die allgemeine Lehre auf die konkrete Situation anwendet und Dhṛtarāṣṭra auffordert, den Pāṇḍavas ihr Königreich zurückzugeben.

vaiśaṃpāyana uvāca dvāḥsthaṃ prāha mahāprājño dhṛtarāṣṭro mahīpatiḥ viduraṃ draṣṭum icchāmi tam ihānaya māciram

Vaiśaṃpāyana sprach: Der hochweise Herrscher der Erde, Dhṛtarāṣṭra, sprach zum Türhüter: ‚Ich möchte Vidura sehen - bring ihn ohne Verzug hierher.‘

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca dvāḥsthaṃ prāha mahāprājño dhṛtarāṣṭro mahīpatiḥ viduraṃ draṣṭum icchāmi tam ihānaya māciram
Vaiśaṃpāyana sprach: Der hochweise Herrscher der Erde, Dhṛtarāṣṭra, sprach zum Türhüter: ‚Ich möchte Vidura sehen - bring ihn ohne Verzug hierher.‘

prahito dhṛtarāṣṭreṇa dūtaḥ kṣattāram abravīt īśvaras tvāṃ mahārājo mahāprājña didṛkṣati

Der von Dhṛtarāṣṭra entsandte Bote sprach zum Kṣattṛ: ‚Der Herrscher, der hochweise Großkönig, wünscht dich zu sehen.‘

Wort für Wort
prahito dhṛtarāṣṭreṇa dūtaḥ kṣattāram abravīt īśvaras tvāṃ mahārājo mahāprājña didṛkṣati
Der von Dhṛtarāṣṭra entsandte Bote sprach zum Kṣattṛ: ‚Der Herrscher, der hochweise Großkönig, wünscht dich zu sehen.‘

evam uktas tu viduraḥ prāpya rājaniveśanam abravīd dhṛtarāṣṭrāya dvāḥstha māṃ prativedaya

So angesprochen, sprach Vidura, beim königlichen Palast angelangt, zum Türhüter: ‚Melde mich Dhṛtarāṣṭra.‘

Wort für Wort
evam uktas tu viduraḥ prāpya rājaniveśanam abravīd dhṛtarāṣṭrāya dvāḥstha māṃ prativedaya
So angesprochen, sprach Vidura, beim königlichen Palast angelangt, zum Türhüter: ‚Melde mich Dhṛtarāṣṭra.‘

dvāḥstha uvāca viduro 'yam anuprāpto rājendra tava śāsanāt draṣṭum icchati te pādau kiṃ karotu praśādhi mām

Der Türhüter sprach: ‚Vidura ist hier angekommen, auf deinen Befehl hin, o Herrscher der Könige; er möchte deine Füße sehen - was soll er tun? Befiehl mir.‘

Wort für Wort
dvāḥstha uvāca viduro 'yam anuprāpto rājendra tava śāsanāt draṣṭum icchati te pādau kiṃ karotu praśādhi mām
Der Türhüter sprach: ‚Vidura ist hier angekommen, auf deinen Befehl hin, o Herrscher der Könige; er möchte deine Füße sehen - was soll er tun? Befiehl mir.‘

dhṛtarāṣṭra uvāca praveśaya mahāprājñaṃ viduraṃ dīrghadarśinam ahaṃ hi vidurasyāsya nākālyo jātu darśane

Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Lass den hochweisen, weitblickenden Vidura eintreten; für ihn bin ich nämlich niemals zur Unzeit, wenn es um sein Erscheinen geht.‘

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca praveśaya mahāprājñaṃ viduraṃ dīrghadarśinam ahaṃ hi vidurasyāsya nākālyo jātu darśane
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Lass den hochweisen, weitblickenden Vidura eintreten; für ihn bin ich nämlich niemals zur Unzeit, wenn es um sein Erscheinen geht.‘

dvāḥstha uvāca praviśāntaḥpuraṃ kṣattar mahārājasya dhīmataḥ na hi te darśane 'kālyo jātu rājā bravīti mām

Der Türhüter sprach: ‚Betritt das innere Gemach, Kṣattṛ, des weisen Großkönigs; niemals, so sagt mir der König, sei er für dein Erscheinen zur Unzeit da.‘

Wort für Wort
dvāḥstha uvāca praviśāntaḥpuraṃ kṣattar mahārājasya dhīmataḥ na hi te darśane 'kālyo jātu rājā bravīti mām
Der Türhüter sprach: ‚Betritt das innere Gemach, Kṣattṛ, des weisen Großkönigs; niemals, so sagt mir der König, sei er für dein Erscheinen zur Unzeit da.‘

vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ praviśya viduro dhṛtarāṣṭraniveśanam abravīt prāñjalir vākyaṃ cintayānaṃ narādhipam

Vaiśaṃpāyana sprach: Da trat Vidura in Dhṛtarāṣṭras Wohnung ein und sprach mit gefalteten Händen zu dem in Gedanken versunkenen Herrscher der Menschen folgendes Wort:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ praviśya viduro dhṛtarāṣṭraniveśanam abravīt prāñjalir vākyaṃ cintayānaṃ narādhipam
Vaiśaṃpāyana sprach: Da trat Vidura in Dhṛtarāṣṭras Wohnung ein und sprach mit gefalteten Händen zu dem in Gedanken versunkenen Herrscher der Menschen folgendes Wort:

viduro 'haṃ mahāprājña saṃprāptas tava śāsanāt yadi kiṃ cana kartavyam ayam asmi praśādhi mām

‚Vidura bin ich, o Hochweiser, auf deinen Befehl hin gekommen; wenn es irgendetwas zu tun gibt, hier bin ich - befiehl mir.‘

Wort für Wort
viduro 'haṃ mahāprājña saṃprāptas tava śāsanāt yadi kiṃ cana kartavyam ayam asmi praśādhi mām
‚Vidura bin ich, o Hochweiser, auf deinen Befehl hin gekommen; wenn es irgendetwas zu tun gibt, hier bin ich - befiehl mir.‘

dhṛtarāṣṭra uvāca saṃjayo vidura prāpto garhayitvā ca māṃ gataḥ ajātaśatroḥ śvo vākyaṃ sabhāmadhye sa vakṣyati

Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Sañjaya ist angekommen, Vidura, und ist, nachdem er mich getadelt hatte, gegangen; morgen wird er inmitten der Versammlung Ajātaśatrus Botschaft vortragen.

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca saṃjayo vidura prāpto garhayitvā ca māṃ gataḥ ajātaśatroḥ śvo vākyaṃ sabhāmadhye sa vakṣyati
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Sañjaya ist angekommen, Vidura, und ist, nachdem er mich getadelt hatte, gegangen; morgen wird er inmitten der Versammlung Ajātaśatrus Botschaft vortragen.

tasyādya kuruvīrasya na vijñātaṃ vaco mayā tan me dahati gātrāṇi tad akārṣīt prajāgaram

Das Wort dieses Kuru-Helden habe ich heute nicht recht verstanden; das verbrennt mir die Glieder, das hat mir die Schlaflosigkeit verursacht.

Wort für Wort
tasyādya kuruvīrasya na vijñātaṃ vaco mayā tan me dahati gātrāṇi tad akārṣīt prajāgaram
Das Wort dieses Kuru-Helden habe ich heute nicht recht verstanden; das verbrennt mir die Glieder, das hat mir die Schlaflosigkeit verursacht.

jāgrato dahyamānasya śreyo yad iha paśyasi tad brūhi tvaṃ hi nas tāta dharmārthakuśalo hy asi

Was du als heilsam ansiehst für einen, der wach liegt und brennt, das sage mir; denn du, mein Lieber, bist ja kundig in Recht und Nutzen.

Wort für Wort
jāgrato dahyamānasya śreyo yad iha paśyasi tad brūhi tvaṃ hi nas tāta dharmārthakuśalo hy asi
Was du als heilsam ansiehst für einen, der wach liegt und brennt, das sage mir; denn du, mein Lieber, bist ja kundig in Recht und Nutzen.

yataḥ prāptaḥ saṃjayaḥ pāṇḍavebhyo; na me yathāvan manasaḥ praśāntiḥ sarvendriyāṇy aprakṛtiṃ gatāni; kiṃ vakṣyatīty eva hi me 'dya cintā

Seit Sañjaya von den Pāṇḍavas zurückgekehrt ist, finde ich keine rechte Ruhe des Geistes; alle meine Sinne sind aus ihrer natürlichen Verfassung geraten - was er wohl sagen wird, das ist heute meine einzige Sorge.‘

Wort für Wort
yataḥ prāptaḥ saṃjayaḥ pāṇḍavebhyo; na me yathāvan manasaḥ praśāntiḥ sarvendriyāṇy aprakṛtiṃ gatāni; kiṃ vakṣyatīty eva hi me 'dya cintā
Seit Sañjaya von den Pāṇḍavas zurückgekehrt ist, finde ich keine rechte Ruhe des Geistes; alle meine Sinne sind aus ihrer natürlichen Verfassung geraten - was er wohl sagen wird, das ist heute meine einzige Sorge.‘

vidura uvāca abhiyuktaṃ balavatā durbalaṃ hīnasādhanam hṛtasvaṃ kāminaṃ coram āviśanti prajāgarāḥ

Vidura sprach: ‚Den vom Starken Angegriffenen, den Schwachen, Mittellosen, den seines Besitzes Beraubten, den von Begierde Getriebenen und den Dieb - diese befällt die Schlaflosigkeit.

Wort für Wort
vidura uvāca abhiyuktaṃ balavatā durbalaṃ hīnasādhanam hṛtasvaṃ kāminaṃ coram āviśanti prajāgarāḥ
Vidura sprach: ‚Den vom Starken Angegriffenen, den Schwachen, Mittellosen, den seines Besitzes Beraubten, den von Begierde Getriebenen und den Dieb - diese befällt die Schlaflosigkeit.

kaccid etair mahādoṣair na spṛṣṭo 'si narādhipa kaccin na paravitteṣu gṛdhyan viparitapyase

Bist du wohl von diesen großen Fehlern nicht berührt, Herrscher der Menschen? Quälst du dich wohl nicht, weil du nach fremdem Besitz gierst?‘

Wort für Wort
kaccid etair mahādoṣair na spṛṣṭo 'si narādhipa kaccin na paravitteṣu gṛdhyan viparitapyase
Bist du wohl von diesen großen Fehlern nicht berührt, Herrscher der Menschen? Quälst du dich wohl nicht, weil du nach fremdem Besitz gierst?‘

dhṛtarāṣṭra uvāca śrotum icchāmi te dharmyaṃ paraṃ naiḥśreyasaṃ vacaḥ asmin rājarṣivaṃśe hi tvam ekaḥ prājñasaṃmataḥ

Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Ich möchte dein rechtes, höchstes, zum Heil führendes Wort hören; denn in dieser Königsweisen-Linie giltst du allein als der Weise, dem man vertraut.‘

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca śrotum icchāmi te dharmyaṃ paraṃ naiḥśreyasaṃ vacaḥ asmin rājarṣivaṃśe hi tvam ekaḥ prājñasaṃmataḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Ich möchte dein rechtes, höchstes, zum Heil führendes Wort hören; denn in dieser Königsweisen-Linie giltst du allein als der Weise, dem man vertraut.‘

vidura uvāca niṣevate praśastāni ninditāni na sevate anāstikaḥ śraddadhāna etat paṇḍitalakṣaṇam

Vidura sprach: ‚Wer das Gepriesene pflegt und das Getadelte nicht pflegt, wer nicht ungläubig, sondern gläubig ist - dies ist das Kennzeichen des Weisen.

Wort für Wort
vidura uvāca niṣevate praśastāni ninditāni na sevate anāstikaḥ śraddadhāna etat paṇḍitalakṣaṇam
Vidura sprach: ‚Wer das Gepriesene pflegt und das Getadelte nicht pflegt, wer nicht ungläubig, sondern gläubig ist - dies ist das Kennzeichen des Weisen.

krodho harṣaś ca darpaś ca hrīstambho mānyamānitā yam arthān nāpakarṣanti sa vai paṇḍita ucyate

Zorn, Freude, Hochmut, falsche Scham, Starrsinn und Ehrsucht - wen diese nicht von seinen Zielen abbringen, der wird wahrlich weise genannt.

Wort für Wort
krodho harṣaś ca darpaś ca hrīstambho mānyamānitā yam arthān nāpakarṣanti sa vai paṇḍita ucyate
Zorn, Freude, Hochmut, falsche Scham, Starrsinn und Ehrsucht - wen diese nicht von seinen Zielen abbringen, der wird wahrlich weise genannt.

yasya kṛtyaṃ na jānanti mantraṃ vā mantritaṃ pare kṛtam evāsya jānanti sa vai paṇḍita ucyate

Wessen Vorhaben oder besprochenen Ratschlag die anderen nicht kennen, sondern nur seine bereits vollzogene Tat erkennen, der wird wahrlich weise genannt.

Wort für Wort
yasya kṛtyaṃ na jānanti mantraṃ vā mantritaṃ pare kṛtam evāsya jānanti sa vai paṇḍita ucyate
Wessen Vorhaben oder besprochenen Ratschlag die anderen nicht kennen, sondern nur seine bereits vollzogene Tat erkennen, der wird wahrlich weise genannt.

yasya kṛtyaṃ na vighnanti śītam uṣṇaṃ bhayaṃ ratiḥ samṛddhir asamṛddhir vā sa vai paṇḍita ucyate

Wessen Vorhaben weder Kälte noch Hitze, weder Furcht noch Vergnügen, weder Erfolg noch Misserfolg hindern, der wird wahrlich weise genannt.

Wort für Wort
yasya kṛtyaṃ na vighnanti śītam uṣṇaṃ bhayaṃ ratiḥ samṛddhir asamṛddhir vā sa vai paṇḍita ucyate
Wessen Vorhaben weder Kälte noch Hitze, weder Furcht noch Vergnügen, weder Erfolg noch Misserfolg hindern, der wird wahrlich weise genannt.

yasya saṃsāriṇī prajñā dharmārthāv anuvartate kāmād arthaṃ vṛṇīte yaḥ sa vai paṇḍita ucyate

Wessen der Weltordnung folgende Einsicht sich Recht und Nutzen fügt, und wer den Nutzen der Begierde vorzieht, der wird wahrlich weise genannt.

Wort für Wort
yasya saṃsāriṇī prajñā dharmārthāv anuvartate kāmād arthaṃ vṛṇīte yaḥ sa vai paṇḍita ucyate
Wessen der Weltordnung folgende Einsicht sich Recht und Nutzen fügt, und wer den Nutzen der Begierde vorzieht, der wird wahrlich weise genannt.

yathāśakti cikīrṣanti yathāśakti ca kurvate na kiṃ cid avamanyante paṇḍitā bharatarṣabha

Nach Kräften wollen sie handeln, nach Kräften handeln sie auch, nichts verachten sie - so sind die Weisen, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
yathāśakti cikīrṣanti yathāśakti ca kurvate na kiṃ cid avamanyante paṇḍitā bharatarṣabha
Nach Kräften wollen sie handeln, nach Kräften handeln sie auch, nichts verachten sie - so sind die Weisen, Stier der Bharatas.

kṣipraṃ vijānāti ciraṃ śṛṇoti; vijñāya cārthaṃ bhajate na kāmāt nāsaṃpṛṣṭo vyupayuṅkte parārthe; tat prajñānaṃ prathamaṃ paṇḍitasya

Rasch begreift er, lange hört er zu; hat er die Sache erkannt, richtet er sich danach, nicht nach Begierde; ungefragt mischt er sich nicht in fremde Angelegenheiten - dies ist das erste Merkmal der Einsicht des Weisen.

Wort für Wort
kṣipraṃ vijānāti ciraṃ śṛṇoti; vijñāya cārthaṃ bhajate na kāmāt nāsaṃpṛṣṭo vyupayuṅkte parārthe; tat prajñānaṃ prathamaṃ paṇḍitasya
Rasch begreift er, lange hört er zu; hat er die Sache erkannt, richtet er sich danach, nicht nach Begierde; ungefragt mischt er sich nicht in fremde Angelegenheiten - dies ist das erste Merkmal der Einsicht des Weisen.

nāprāpyam abhivāñchanti naṣṭaṃ necchanti śocitum āpatsu ca na muhyanti narāḥ paṇḍitabuddhayaḥ

Sie begehren nicht das Unerreichbare, wollen das Verlorene nicht beklagen, und in Notlagen verlieren die Männer von weiser Einsicht nicht die Fassung.

Wort für Wort
nāprāpyam abhivāñchanti naṣṭaṃ necchanti śocitum āpatsu ca na muhyanti narāḥ paṇḍitabuddhayaḥ
Sie begehren nicht das Unerreichbare, wollen das Verlorene nicht beklagen, und in Notlagen verlieren die Männer von weiser Einsicht nicht die Fassung.

niścitya yaḥ prakramate nāntar vasati karmaṇaḥ avandhyakālo vaśyātmā sa vai paṇḍita ucyate

Wer, nachdem er sich entschieden hat, ans Werk geht und nicht mitten in der Handlung verharrt, dessen Zeit nicht fruchtlos verstreicht, wer sich selbst beherrscht - der wird wahrlich weise genannt.

Wort für Wort
niścitya yaḥ prakramate nāntar vasati karmaṇaḥ avandhyakālo vaśyātmā sa vai paṇḍita ucyate
Wer, nachdem er sich entschieden hat, ans Werk geht und nicht mitten in der Handlung verharrt, dessen Zeit nicht fruchtlos verstreicht, wer sich selbst beherrscht - der wird wahrlich weise genannt.

āryakarmaṇi rajyante bhūtikarmāṇi kurvate hitaṃ ca nābhyasūyanti paṇḍitā bharatarṣabha

An edlen Taten erfreuen sie sich, sie vollbringen Werke des Wohlergehens, und dem Heilsamen gegenüber empfinden sie keinen Groll - so sind die Weisen, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
āryakarmaṇi rajyante bhūtikarmāṇi kurvate hitaṃ ca nābhyasūyanti paṇḍitā bharatarṣabha
An edlen Taten erfreuen sie sich, sie vollbringen Werke des Wohlergehens, und dem Heilsamen gegenüber empfinden sie keinen Groll - so sind die Weisen, Stier der Bharatas.

na hṛṣyaty ātmasaṃmāne nāvamānena tapyate gāṅgo hrada ivākṣobhyo yaḥ sa paṇḍita ucyate

Wer sich nicht freut über eigene Ehrung und nicht quält über Missachtung, unerschütterlich wie ein Weiher der Gaṅgā - der wird wahrlich weise genannt.

Wort für Wort
na hṛṣyaty ātmasaṃmāne nāvamānena tapyate gāṅgo hrada ivākṣobhyo yaḥ sa paṇḍita ucyate
Wer sich nicht freut über eigene Ehrung und nicht quält über Missachtung, unerschütterlich wie ein Weiher der Gaṅgā - der wird wahrlich weise genannt.

tattvajñaḥ sarvabhūtānāṃ yogajñaḥ sarvakarmaṇām upāyajño manuṣyāṇāṃ naraḥ paṇḍita ucyate

Wer das wahre Wesen aller Geschöpfe kennt, die rechte Verbindung aller Taten kennt und die Mittel im Umgang mit den Menschen kennt - dieser Mann wird weise genannt.

Wort für Wort
tattvajñaḥ sarvabhūtānāṃ yogajñaḥ sarvakarmaṇām upāyajño manuṣyāṇāṃ naraḥ paṇḍita ucyate
Wer das wahre Wesen aller Geschöpfe kennt, die rechte Verbindung aller Taten kennt und die Mittel im Umgang mit den Menschen kennt - dieser Mann wird weise genannt.

pravṛttavāk citrakatha ūhavān pratibhānavān āśu granthasya vaktā ca sa vai paṇḍita ucyate

Wer redegewandt ist, kunstvoll erzählt, urteilsfähig und geistesgegenwärtig ist und rasch den Sinn einer schwierigen Stelle darlegen kann - der wird wahrlich weise genannt.

Wort für Wort
pravṛttavāk citrakatha ūhavān pratibhānavān āśu granthasya vaktā ca sa vai paṇḍita ucyate
Wer redegewandt ist, kunstvoll erzählt, urteilsfähig und geistesgegenwärtig ist und rasch den Sinn einer schwierigen Stelle darlegen kann - der wird wahrlich weise genannt.

śrutaṃ prajñānugaṃ yasya prajñā caiva śrutānugā asaṃbhinnāryamaryādaḥ paṇḍitākhyāṃ labheta saḥ

Wessen Gelehrsamkeit der Einsicht folgt und dessen Einsicht wiederum der Gelehrsamkeit folgt, wer die Grenzen edlen Verhaltens nicht überschreitet - der erlangt den Namen des Weisen.

Wort für Wort
śrutaṃ prajñānugaṃ yasya prajñā caiva śrutānugā asaṃbhinnāryamaryādaḥ paṇḍitākhyāṃ labheta saḥ
Wessen Gelehrsamkeit der Einsicht folgt und dessen Einsicht wiederum der Gelehrsamkeit folgt, wer die Grenzen edlen Verhaltens nicht überschreitet - der erlangt den Namen des Weisen.

aśrutaś ca samunnaddho daridraś ca mahāmanāḥ arthāṃś cākarmaṇā prepsur mūḍha ity ucyate budhaiḥ

Wer ungebildet und aufgeblasen ist, arm und doch hochmütig gesinnt, wer Reichtum ohne eigenes Tun erlangen will - der wird von den Klugen ein Tor genannt.

Wort für Wort
aśrutaś ca samunnaddho daridraś ca mahāmanāḥ arthāṃś cākarmaṇā prepsur mūḍha ity ucyate budhaiḥ
Wer ungebildet und aufgeblasen ist, arm und doch hochmütig gesinnt, wer Reichtum ohne eigenes Tun erlangen will - der wird von den Klugen ein Tor genannt.

svam arthaṃ yaḥ parityajya parārtham anutiṣṭhati mithyā carati mitrārthe yaś ca mūḍhaḥ sa ucyate

Wer sein eigenes Anliegen aufgibt, um sich um fremde Angelegenheiten zu kümmern, und wer seinem Freund gegenüber falsch handelt - der wird ein Tor genannt.

Wort für Wort
svam arthaṃ yaḥ parityajya parārtham anutiṣṭhati mithyā carati mitrārthe yaś ca mūḍhaḥ sa ucyate
Wer sein eigenes Anliegen aufgibt, um sich um fremde Angelegenheiten zu kümmern, und wer seinem Freund gegenüber falsch handelt - der wird ein Tor genannt.

akāmān kāmayati yaḥ kāmayānān paridviṣan balavantaṃ ca yo dveṣṭi tam āhur mūḍhacetasam

Wer die Unwilligen umwirbt, während er die Willigen verachtet, und wer den Mächtigen hasst - den nennt man von törichtem Sinn.

Wort für Wort
akāmān kāmayati yaḥ kāmayānān paridviṣan balavantaṃ ca yo dveṣṭi tam āhur mūḍhacetasam
Wer die Unwilligen umwirbt, während er die Willigen verachtet, und wer den Mächtigen hasst - den nennt man von törichtem Sinn.

amitraṃ kurute mitraṃ mitraṃ dveṣṭi hinasti ca karma cārabhate duṣṭaṃ tam āhur mūḍhacetasam

Wer den Feind zum Freund macht, den Freund hasst und schädigt, und schlechte Taten unternimmt - den nennt man von törichtem Sinn.

Wort für Wort
amitraṃ kurute mitraṃ mitraṃ dveṣṭi hinasti ca karma cārabhate duṣṭaṃ tam āhur mūḍhacetasam
Wer den Feind zum Freund macht, den Freund hasst und schädigt, und schlechte Taten unternimmt - den nennt man von törichtem Sinn.

saṃsārayati kṛtyāni sarvatra vicikitsate ciraṃ karoti kṣiprārthe sa mūḍho bharatarṣabha

Wer seine Aufgaben immer wieder aufschiebt, überall zweifelt, und bei einer eiligen Sache lange braucht - der ist ein Tor, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
saṃsārayati kṛtyāni sarvatra vicikitsate ciraṃ karoti kṣiprārthe sa mūḍho bharatarṣabha
Wer seine Aufgaben immer wieder aufschiebt, überall zweifelt, und bei einer eiligen Sache lange braucht - der ist ein Tor, Stier der Bharatas.

anāhūtaḥ praviśati apṛṣṭo bahu bhāṣate viśvasaty apramatteṣu mūḍhacetā narādhamaḥ

Wer uneingeladen eintritt, ungefragt viel redet und wachsamen, misstrauischen Menschen vertraut - ein solcher törichter Mensch ist der Niedrigste unter den Männern.

Wort für Wort
anāhūtaḥ praviśati apṛṣṭo bahu bhāṣate viśvasaty apramatteṣu mūḍhacetā narādhamaḥ
Wer uneingeladen eintritt, ungefragt viel redet und wachsamen, misstrauischen Menschen vertraut - ein solcher törichter Mensch ist der Niedrigste unter den Männern.

paraṃ kṣipati doṣeṇa vartamānaḥ svayaṃ tathā yaś ca krudhyaty anīśaḥ san sa ca mūḍhatamo naraḥ

Wer einen anderen wegen eines Fehlers tadelt, den er selbst ebenso begeht, und wer zürnt, obwohl er keine Macht dazu hat - dieser Mann ist der größte Tor.

Wort für Wort
paraṃ kṣipati doṣeṇa vartamānaḥ svayaṃ tathā yaś ca krudhyaty anīśaḥ san sa ca mūḍhatamo naraḥ
Wer einen anderen wegen eines Fehlers tadelt, den er selbst ebenso begeht, und wer zürnt, obwohl er keine Macht dazu hat - dieser Mann ist der größte Tor.

ātmano balam ajñāya dharmārthaparivarjitam alabhyam icchan naiṣkarmyān mūḍhabuddhir ihocyate

Wer, ohne die eigene Kraft zu kennen, sich von Recht und Nutzen abwendet und das Unerreichbare durch Untätigkeit begehrt - der wird hier von törichter Einsicht genannt.

Wort für Wort
ātmano balam ajñāya dharmārthaparivarjitam alabhyam icchan naiṣkarmyān mūḍhabuddhir ihocyate
Wer, ohne die eigene Kraft zu kennen, sich von Recht und Nutzen abwendet und das Unerreichbare durch Untätigkeit begehrt - der wird hier von törichter Einsicht genannt.

aśiṣyaṃ śāsti yo rājan yaś ca śūnyam upāsate kadaryaṃ bhajate yaś ca tam āhur mūḍhacetasam

Wer einen Unbelehrbaren belehren will, o König, wer einem Nichtigen dient, und wer sich einem Geizhals anschließt - den nennt man von törichtem Sinn.

Wort für Wort
aśiṣyaṃ śāsti yo rājan yaś ca śūnyam upāsate kadaryaṃ bhajate yaś ca tam āhur mūḍhacetasam
Wer einen Unbelehrbaren belehren will, o König, wer einem Nichtigen dient, und wer sich einem Geizhals anschließt - den nennt man von törichtem Sinn.

arthaṃ mahāntam āsādya vidyām aiśvaryam eva vā vicaraty asamunnaddho yaḥ sa paṇḍita ucyate

Wer, nachdem er großen Reichtum, Wissen oder Herrschaft erlangt hat, dennoch nicht überheblich wandelt - der wird weise genannt.

Wort für Wort
arthaṃ mahāntam āsādya vidyām aiśvaryam eva vā vicaraty asamunnaddho yaḥ sa paṇḍita ucyate
Wer, nachdem er großen Reichtum, Wissen oder Herrschaft erlangt hat, dennoch nicht überheblich wandelt - der wird weise genannt.

ekaḥ saṃpannam aśnāti vas te vāsaś ca śobhanam yo 'saṃvibhajya bhṛtyebhyaḥ ko nṛśaṃsataras tataḥ

Wer allein wohlschmeckende Speise isst und schöne Kleidung trägt, ohne mit seinen Dienern zu teilen - wer wäre grausamer als dieser?

Wort für Wort
ekaḥ saṃpannam aśnāti vas te vāsaś ca śobhanam yo 'saṃvibhajya bhṛtyebhyaḥ ko nṛśaṃsataras tataḥ
Wer allein wohlschmeckende Speise isst und schöne Kleidung trägt, ohne mit seinen Dienern zu teilen - wer wäre grausamer als dieser?

ekaḥ pāpāni kurute phalaṃ bhuṅkte mahājanaḥ bhoktāro vipramucyante kartā doṣeṇa lipyate

Einer allein begeht die Sünden, doch viele Menschen genießen die Frucht davon; die Genießenden bleiben unbehelligt, der Täter aber wird von der Schuld befleckt.

Wort für Wort
ekaḥ pāpāni kurute phalaṃ bhuṅkte mahājanaḥ bhoktāro vipramucyante kartā doṣeṇa lipyate
Einer allein begeht die Sünden, doch viele Menschen genießen die Frucht davon; die Genießenden bleiben unbehelligt, der Täter aber wird von der Schuld befleckt.

ekaṃ hanyān na vā hanyād iṣur mukto dhanuṣmatā buddhir buddhimatotsṛṣṭā hanyād rāṣṭraṃ sarājakam

Ein vom Bogenschützen abgeschossener Pfeil mag einen treffen oder auch nicht treffen; doch der von einem Klugen entsandte kluge Plan kann ein ganzes Reich samt seinem König vernichten.

Wort für Wort
ekaṃ hanyān na vā hanyād iṣur mukto dhanuṣmatā buddhir buddhimatotsṛṣṭā hanyād rāṣṭraṃ sarājakam
Ein vom Bogenschützen abgeschossener Pfeil mag einen treffen oder auch nicht treffen; doch der von einem Klugen entsandte kluge Plan kann ein ganzes Reich samt seinem König vernichten.

ekayā dve viniścitya trīṃś caturbhir vaśe kuru pañca jitvā viditvā ṣaṭ sapta hitvā sukhī bhava

[?] Mit dem einen Verstand entscheide über die zwei, bringe mit den vieren die drei in deine Gewalt; nachdem du die fünf besiegt und die sechs erkannt hast, gib die sieben auf und sei glücklich.

Wort für Wort
ekayā dve viniścitya trīṃś caturbhir vaśe kuru pañca jitvā viditvā ṣaṭ sapta hitvā sukhī bhava
[?] Mit dem einen Verstand entscheide über die zwei, bringe mit den vieren die drei in deine Gewalt; nachdem du die fünf besiegt und die sechs erkannt hast, gib die sieben auf und sei glücklich.

Berühmter Rätselvers, dessen Zahlen traditionell gedeutet werden als: 1=Verstand/buddhi, 2=Freund und Feind (oder Vorteil/Nachteil), 3=die drei Mittel Güte/Gabe/Zwietracht (sāma-dāna-bheda), 4=die vier Mittel samt Strafe (+daṇḍa), 5=die fünf Sinne, 6=die sechs Politik-Zustände (Frieden, Krieg usw.) oder sechs Ratgeber-Kategorien, 7=die sieben Laster (vgl. V.73f.). Die genaue Zuordnung bleibt in der Sekundärliteratur umstritten, daher hier bewusst wörtlich-neutral übersetzt.

ekaṃ viṣaraso hanti śastreṇaikaś ca vadhyate sarāṣṭraṃ saprajaṃ hanti rājānaṃ mantravisravaḥ

Der Saft des Giftes tötet einen einzigen, und durch die Waffe wird ebenfalls nur einer getötet; doch das Durchsickern eines Staatsgeheimnisses vernichtet den König samt Reich und Untertanen.

Wort für Wort
ekaṃ viṣaraso hanti śastreṇaikaś ca vadhyate sarāṣṭraṃ saprajaṃ hanti rājānaṃ mantravisravaḥ
Der Saft des Giftes tötet einen einzigen, und durch die Waffe wird ebenfalls nur einer getötet; doch das Durchsickern eines Staatsgeheimnisses vernichtet den König samt Reich und Untertanen.

ekaḥ svādu na bhuñjīta ekaś cārthān na cintayet eko na gacched adhvānaṃ naikaḥ supteṣu jāgṛyāt

Man sollte nicht allein Schmackhaftes essen, nicht allein über wichtige Dinge nachdenken, nicht allein einen Weg gehen, und nicht als Einziger wachen, während andere schlafen.

Wort für Wort
ekaḥ svādu na bhuñjīta ekaś cārthān na cintayet eko na gacched adhvānaṃ naikaḥ supteṣu jāgṛyāt
Man sollte nicht allein Schmackhaftes essen, nicht allein über wichtige Dinge nachdenken, nicht allein einen Weg gehen, und nicht als Einziger wachen, während andere schlafen.

ekam evādvitīyaṃ tad yad rājan nāvabudhyase satyaṃ svargasya sopānaṃ pārāvārasya naur iva

Das Eine, ohne ein Zweites, das du, o König, nicht begreifst: Die Wahrheit ist die Treppe zum Himmel, wie ein Schiff für das Übersetzen von einem Ufer zum anderen.

Wort für Wort
ekam evādvitīyaṃ tad yad rājan nāvabudhyase satyaṃ svargasya sopānaṃ pārāvārasya naur iva
Das Eine, ohne ein Zweites, das du, o König, nicht begreifst: Die Wahrheit ist die Treppe zum Himmel, wie ein Schiff für das Übersetzen von einem Ufer zum anderen.

ekaḥ kṣamāvatāṃ doṣo dvitīyo nopalabhyate yad enaṃ kṣamayā yuktam aśaktaṃ manyate janaḥ

Einen Fehler nur haben die Geduldigen, einen zweiten findet man nicht: dass die Leute den mit Geduld Ausgestatteten für unfähig halten.

Wort für Wort
ekaḥ kṣamāvatāṃ doṣo dvitīyo nopalabhyate yad enaṃ kṣamayā yuktam aśaktaṃ manyate janaḥ
Einen Fehler nur haben die Geduldigen, einen zweiten findet man nicht: dass die Leute den mit Geduld Ausgestatteten für unfähig halten.

eko dharmaḥ paraṃ śreyaḥ kṣamaikā śāntir uttamā vidyaikā paramā dṛṣṭir ahiṃsaikā sukhāvahā

Das Recht allein ist das höchste Heil, Geduld allein der höchste Friede, Wissen allein die höchste Einsicht, Gewaltlosigkeit allein bringt Glück.

Wort für Wort
eko dharmaḥ paraṃ śreyaḥ kṣamaikā śāntir uttamā vidyaikā paramā dṛṣṭir ahiṃsaikā sukhāvahā
Das Recht allein ist das höchste Heil, Geduld allein der höchste Friede, Wissen allein die höchste Einsicht, Gewaltlosigkeit allein bringt Glück.

dvāv imau grasate bhūmiḥ sarpo bilaśayān iva rājānaṃ cāviroddhāraṃ brāhmaṇaṃ cāpravāsinam

Diese zwei verschlingt die Erde wie eine Schlange die in ihrem Loch Liegenden: den König, der nicht abwehrt, und den Brahmanen, der nicht wandert.

Wort für Wort
dvāv imau grasate bhūmiḥ sarpo bilaśayān iva rājānaṃ cāviroddhāraṃ brāhmaṇaṃ cāpravāsinam
Diese zwei verschlingt die Erde wie eine Schlange die in ihrem Loch Liegenden: den König, der nicht abwehrt, und den Brahmanen, der nicht wandert.

Gemeint ist wohl: der König, der seine Feinde nicht abwehrt, und der Brahmane, der nicht zum Studium/zur Pilgerfahrt auszieht.

dve karmaṇī naraḥ kurvann asmiṃl loke virocate abruvan paruṣaṃ kiṃ cid asato nārthayaṃs tathā

Zwei Taten vollbringend erstrahlt der Mensch in dieser Welt: wenn er nichts Grobes spricht, und wenn er die Unwürdigen nicht um etwas bittet.

Wort für Wort
dve karmaṇī naraḥ kurvann asmiṃl loke virocate abruvan paruṣaṃ kiṃ cid asato nārthayaṃs tathā
Zwei Taten vollbringend erstrahlt der Mensch in dieser Welt: wenn er nichts Grobes spricht, und wenn er die Unwürdigen nicht um etwas bittet.

dvāv imau puruṣavyāghra parapratyayakāriṇau striyaḥ kāmitakāminyo lokaḥ pūjitapūjakaḥ

Diese zwei, du Tiger unter den Männern, erwecken das gegenseitige Vertrauen: die Frauen, die den sie Begehrenden zugetan sind, und die Leute, die den Verehrenden ihrerseits verehren.

Wort für Wort
dvāv imau puruṣavyāghra parapratyayakāriṇau striyaḥ kāmitakāminyo lokaḥ pūjitapūjakaḥ
Diese zwei, du Tiger unter den Männern, erwecken das gegenseitige Vertrauen: die Frauen, die den sie Begehrenden zugetan sind, und die Leute, die den Verehrenden ihrerseits verehren.

dvāv imau kaṇṭakau tīkṣṇau śarīrapariśoṣaṇau yaś cādhanaḥ kāmayate yaś ca kupyaty anīśvaraḥ

Diese zwei sind scharfe Dornen, die den Körper aufzehren: wer, mittellos, begehrt, und wer, ohne Macht, zürnt.

Wort für Wort
dvāv imau kaṇṭakau tīkṣṇau śarīrapariśoṣaṇau yaś cādhanaḥ kāmayate yaś ca kupyaty anīśvaraḥ
Diese zwei sind scharfe Dornen, die den Körper aufzehren: wer, mittellos, begehrt, und wer, ohne Macht, zürnt.

dvāv imau puruṣau rājan svargasyopari tiṣṭhataḥ prabhuś ca kṣamayā yukto daridraś ca pradānavān

Diese zwei Männer, o König, stehen über dem Himmel: der Mächtige, der mit Geduld ausgestattet ist, und der Arme, der freigebig ist.

Wort für Wort
dvāv imau puruṣau rājan svargasyopari tiṣṭhataḥ prabhuś ca kṣamayā yukto daridraś ca pradānavān
Diese zwei Männer, o König, stehen über dem Himmel: der Mächtige, der mit Geduld ausgestattet ist, und der Arme, der freigebig ist.

nyāyāgatasya dravyasya boddhavyau dvāv atikramau apātre pratipattiś ca pātre cāpratipādanam

Bei rechtmäßig erworbenem Gut sind zwei Verfehlungen zu erkennen: die Zuwendung an einen Unwürdigen, und die Nicht-Zuwendung an einen Würdigen.

Wort für Wort
nyāyāgatasya dravyasya boddhavyau dvāv atikramau apātre pratipattiś ca pātre cāpratipādanam
Bei rechtmäßig erworbenem Gut sind zwei Verfehlungen zu erkennen: die Zuwendung an einen Unwürdigen, und die Nicht-Zuwendung an einen Würdigen.

trayo nyāyā manuṣyāṇāṃ śrūyante bharatarṣabha kanīyān madhyamaḥ śreṣṭha iti vedavido viduḥ

Drei Rangordnungen der Menschen gibt es, wie man hört, Stier der Bharatas: der Geringere, der Mittlere, der Beste - so wissen es die Vedakundigen.

Wort für Wort
trayo nyāyā manuṣyāṇāṃ śrūyante bharatarṣabha kanīyān madhyamaḥ śreṣṭha iti vedavido viduḥ
Drei Rangordnungen der Menschen gibt es, wie man hört, Stier der Bharatas: der Geringere, der Mittlere, der Beste - so wissen es die Vedakundigen.

trividhāḥ puruṣā rājann uttamādhamamadhyamāḥ niyojayed yathāvat tāṃs trividheṣv eva karmasu

Dreifach sind die Männer, o König: die Besten, die Niedrigsten, die Mittleren; man setze sie ordnungsgemäß eben in dreifache Aufgaben ein.

Wort für Wort
trividhāḥ puruṣā rājann uttamādhamamadhyamāḥ niyojayed yathāvat tāṃs trividheṣv eva karmasu
Dreifach sind die Männer, o König: die Besten, die Niedrigsten, die Mittleren; man setze sie ordnungsgemäß eben in dreifache Aufgaben ein.

traya evādhanā rājan bhāryā dāsas tathā sutaḥ yat te samadhigacchanti yasya te tasya tad dhanam

Drei nur besitzen keinen eigenen Besitz, o König: die Gattin, der Sklave und ebenso der Sohn; was sie erwerben, das gehört dem, dem sie gehören.

Wort für Wort
traya evādhanā rājan bhāryā dāsas tathā sutaḥ yat te samadhigacchanti yasya te tasya tad dhanam
Drei nur besitzen keinen eigenen Besitz, o König: die Gattin, der Sklave und ebenso der Sohn; was sie erwerben, das gehört dem, dem sie gehören.

catvāri rājñā tu mahābalena; varjyāny āhuḥ paṇḍitas tāni vidyāt alpaprajñaiḥ saha mantraṃ na kuryān; na dīrghasūtrair alasaiś cāraṇaiś ca

Vier Dinge, so sagt man, soll der überaus mächtige König meiden - der Weise soll sie kennen: Er soll nicht mit Kleingeistigen beraten, nicht mit Zauderern, nicht mit Trägen und nicht mit unzuverlässigen Kundschaftern.

Wort für Wort
catvāri rājñā tu mahābalena; varjyāny āhuḥ paṇḍitas tāni vidyāt alpaprajñaiḥ saha mantraṃ na kuryān; na dīrghasūtrair alasaiś cāraṇaiś ca
Vier Dinge, so sagt man, soll der überaus mächtige König meiden - der Weise soll sie kennen: Er soll nicht mit Kleingeistigen beraten, nicht mit Zauderern, nicht mit Trägen und nicht mit unzuverlässigen Kundschaftern.

catvāri te tāta gṛhe vasantu; śriyābhijuṣṭasya gṛhasthadharme vṛddho jñātir avasannaḥ kulīnaḥ; sakhā daridro bhaginī cānapatyā

Vier sollen, mein Lieber, in deinem vom Glück begünstigten Haus wohnen, gemäß der Pflicht des Hausvaters: ein gealterter Verwandter, ein aus guter Familie in Not Geratener, ein armer Freund, und eine kinderlose Schwester.

Wort für Wort
catvāri te tāta gṛhe vasantu; śriyābhijuṣṭasya gṛhasthadharme vṛddho jñātir avasannaḥ kulīnaḥ; sakhā daridro bhaginī cānapatyā
Vier sollen, mein Lieber, in deinem vom Glück begünstigten Haus wohnen, gemäß der Pflicht des Hausvaters: ein gealterter Verwandter, ein aus guter Familie in Not Geratener, ein armer Freund, und eine kinderlose Schwester.

catvāry āha mahārāja sadyaskāni bṛhaspatiḥ pṛcchate tridaśendrāya tānīmāni nibodha me

Vier sofort wirkende Dinge nannte, o Großkönig, Bṛhaspati, als ihn der Herr der dreißig Götter fragte; vernimm sie von mir.

Wort für Wort
catvāry āha mahārāja sadyaskāni bṛhaspatiḥ pṛcchate tridaśendrāya tānīmāni nibodha me
Vier sofort wirkende Dinge nannte, o Großkönig, Bṛhaspati, als ihn der Herr der dreißig Götter fragte; vernimm sie von mir.

devatānāṃ ca saṃkalpam anubhāvaṃ ca dhīmatām vinayaṃ kṛtavidyānāṃ vināśaṃ pāpakarmaṇām

Den Entschluss der Götter, die Macht der Weisen, die Bescheidenheit der Gebildeten, und den Untergang der Übeltäter.

Wort für Wort
devatānāṃ ca saṃkalpam anubhāvaṃ ca dhīmatām vinayaṃ kṛtavidyānāṃ vināśaṃ pāpakarmaṇām
Den Entschluss der Götter, die Macht der Weisen, die Bescheidenheit der Gebildeten, und den Untergang der Übeltäter.

pañcāgnayo manuṣyeṇa paricaryāḥ prayatnataḥ pitā mātāgnir ātmā ca guruś ca bharatarṣabha

Fünf Feuer soll der Mensch mit Eifer verehren: den Vater, die Mutter, das Opferfeuer, sich selbst und den Lehrer, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
pañcāgnayo manuṣyeṇa paricaryāḥ prayatnataḥ pitā mātāgnir ātmā ca guruś ca bharatarṣabha
Fünf Feuer soll der Mensch mit Eifer verehren: den Vater, die Mutter, das Opferfeuer, sich selbst und den Lehrer, Stier der Bharatas.

pañcaiva pūjayaṃl loke yaśaḥ prāpnoti kevalam devān pitṝn manuṣyāṃś ca bhikṣūn atithipañcamān

Wer eben diese fünf in der Welt verehrt, erlangt lauteren Ruhm: die Götter, die Ahnen, die Menschen, die Bettelmönche, und als Fünftes die Gäste.

Wort für Wort
pañcaiva pūjayaṃl loke yaśaḥ prāpnoti kevalam devān pitṝn manuṣyāṃś ca bhikṣūn atithipañcamān
Wer eben diese fünf in der Welt verehrt, erlangt lauteren Ruhm: die Götter, die Ahnen, die Menschen, die Bettelmönche, und als Fünftes die Gäste.

pañca tvānugamiṣyanti yatra yatra gamiṣyasi mitrāṇy amitrā madhyasthā upajīvyopajīvinaḥ

Fünf werden dir folgen, wohin auch immer du gehst: Freunde, Feinde, Neutrale, Gönner und Abhängige.

Wort für Wort
pañca tvānugamiṣyanti yatra yatra gamiṣyasi mitrāṇy amitrā madhyasthā upajīvyopajīvinaḥ
Fünf werden dir folgen, wohin auch immer du gehst: Freunde, Feinde, Neutrale, Gönner und Abhängige.

pañcendriyasya martyasya chidraṃ ced ekam indriyam tato 'sya sravati prajñā dṛteḥ pādād ivodakam

Hat der Sterbliche mit seinen fünf Sinnen auch nur an einem Sinn ein Leck, so entweicht ihm die Einsicht, wie Wasser aus dem Fuß eines Wasserschlauchs.

Wort für Wort
pañcendriyasya martyasya chidraṃ ced ekam indriyam tato 'sya sravati prajñā dṛteḥ pādād ivodakam
Hat der Sterbliche mit seinen fünf Sinnen auch nur an einem Sinn ein Leck, so entweicht ihm die Einsicht, wie Wasser aus dem Fuß eines Wasserschlauchs.

ṣaḍ doṣāḥ puruṣeṇeha hātavyā bhūtim icchatā nidrā tandrī bhayaṃ krodha ālasyaṃ dīrghasūtratā

Sechs Fehler soll der Mensch, der Gedeihen wünscht, hier meiden: Schlaf, Mattigkeit, Furcht, Zorn, Trägheit und Zauderei.

Wort für Wort
ṣaḍ doṣāḥ puruṣeṇeha hātavyā bhūtim icchatā nidrā tandrī bhayaṃ krodha ālasyaṃ dīrghasūtratā
Sechs Fehler soll der Mensch, der Gedeihen wünscht, hier meiden: Schlaf, Mattigkeit, Furcht, Zorn, Trägheit und Zauderei.

ṣaḍ imān puruṣo jahyād bhinnāṃ nāvam ivārṇave apravaktāram ācāryam anadhīyānam ṛtvijam

Diese sechs soll der Mensch verlassen wie ein leckes Schiff auf dem Meer: einen Lehrer, der nicht mehr lehrt, einen Opferpriester, der nicht mehr studiert,

Wort für Wort
ṣaḍ imān puruṣo jahyād bhinnāṃ nāvam ivārṇave apravaktāram ācāryam anadhīyānam ṛtvijam
Diese sechs soll der Mensch verlassen wie ein leckes Schiff auf dem Meer: einen Lehrer, der nicht mehr lehrt, einen Opferpriester, der nicht mehr studiert,

arakṣitāraṃ rājānaṃ bhāryāṃ cāpriyavādinīm grāmakāmaṃ ca gopālaṃ vanakāmaṃ ca nāpitam

einen König, der nicht beschützt, eine Gattin, die unfreundlich redet, einen Hirten, der zum Dorf drängt, und einen Barbier, der in den Wald drängt.

Wort für Wort
arakṣitāraṃ rājānaṃ bhāryāṃ cāpriyavādinīm grāmakāmaṃ ca gopālaṃ vanakāmaṃ ca nāpitam
einen König, der nicht beschützt, eine Gattin, die unfreundlich redet, einen Hirten, der zum Dorf drängt, und einen Barbier, der in den Wald drängt.

ṣaḍ eva tu guṇāḥ puṃsā na hātavyāḥ kadā cana satyaṃ dānam anālasyam anasūyā kṣamā dhṛtiḥ

Diese sechs Tugenden aber soll der Mensch niemals aufgeben: Wahrhaftigkeit, Freigebigkeit, Unermüdlichkeit, Nichtgroll, Geduld und Standhaftigkeit.

Wort für Wort
ṣaḍ eva tu guṇāḥ puṃsā na hātavyāḥ kadā cana satyaṃ dānam anālasyam anasūyā kṣamā dhṛtiḥ
Diese sechs Tugenden aber soll der Mensch niemals aufgeben: Wahrhaftigkeit, Freigebigkeit, Unermüdlichkeit, Nichtgroll, Geduld und Standhaftigkeit.

ṣaṇṇām ātmani nityānām aiśvaryaṃ yo 'dhigacchati na sa pāpaiḥ kuto 'narthair yujyate vijitendriyaḥ

Wer über diese sechs, die beständig im eigenen Selbst wohnen, Herrschaft erlangt, der Sinnesbezwinger - wie sollte der von Sünden, geschweige denn von Unheil, betroffen werden?

Wort für Wort
ṣaṇṇām ātmani nityānām aiśvaryaṃ yo 'dhigacchati na sa pāpaiḥ kuto 'narthair yujyate vijitendriyaḥ
Wer über diese sechs, die beständig im eigenen Selbst wohnen, Herrschaft erlangt, der Sinnesbezwinger - wie sollte der von Sünden, geschweige denn von Unheil, betroffen werden?

ṣaḍ ime ṣaṭsu jīvanti saptamo nopalabhyate corāḥ pramatte jīvanti vyādhiteṣu cikitsakāḥ

Diese sechs leben von sechs anderen, einen siebten findet man nicht: Diebe leben vom Unachtsamen, Ärzte von den Kranken,

Wort für Wort
ṣaḍ ime ṣaṭsu jīvanti saptamo nopalabhyate corāḥ pramatte jīvanti vyādhiteṣu cikitsakāḥ
Diese sechs leben von sechs anderen, einen siebten findet man nicht: Diebe leben vom Unachtsamen, Ärzte von den Kranken,

pramadāḥ kāmayāneṣu yajamāneṣu yājakāḥ rājā vivadamāneṣu nityaṃ mūrkheṣu paṇḍitāḥ

Frauen von den Begehrenden, Opferpriester von den Opfernden, der König von den Streitenden, und die Gelehrten leben beständig von den Toren.

Wort für Wort
pramadāḥ kāmayāneṣu yajamāneṣu yājakāḥ rājā vivadamāneṣu nityaṃ mūrkheṣu paṇḍitāḥ
Frauen von den Begehrenden, Opferpriester von den Opfernden, der König von den Streitenden, und die Gelehrten leben beständig von den Toren.

sapta doṣāḥ sadā rājñā hātavyā vyasanodayāḥ prāyaśo yair vinaśyanti kṛtamūlāś ca pārthivāḥ

Sieben Laster, Ursprünge des Verderbens, soll der König stets meiden, durch die selbst fest verwurzelte Könige zumeist zugrunde gehen.

Wort für Wort
sapta doṣāḥ sadā rājñā hātavyā vyasanodayāḥ prāyaśo yair vinaśyanti kṛtamūlāś ca pārthivāḥ
Sieben Laster, Ursprünge des Verderbens, soll der König stets meiden, durch die selbst fest verwurzelte Könige zumeist zugrunde gehen.

striyo 'kṣā mṛgayā pānaṃ vākpāruṣyaṃ ca pañcamam mahac ca daṇḍapāruṣyam arthadūṣaṇam eva ca

Frauen, Würfelspiel, Jagd und Trunk, als Fünftes grobe Rede, dann große Härte in der Bestrafung, und die Untreue in Geldangelegenheiten.

Wort für Wort
striyo 'kṣā mṛgayā pānaṃ vākpāruṣyaṃ ca pañcamam mahac ca daṇḍapāruṣyam arthadūṣaṇam eva ca
Frauen, Würfelspiel, Jagd und Trunk, als Fünftes grobe Rede, dann große Härte in der Bestrafung, und die Untreue in Geldangelegenheiten.

aṣṭau pūrvanimittāni narasya vinaśiṣyataḥ brāhmaṇān prathamaṃ dveṣṭi brāhmaṇaiś ca virudhyate

Acht sind die Vorzeichen eines Mannes, der dem Untergang geweiht ist: Zuerst hasst er die Brahmanen und gerät mit ihnen in Streit,

Wort für Wort
aṣṭau pūrvanimittāni narasya vinaśiṣyataḥ brāhmaṇān prathamaṃ dveṣṭi brāhmaṇaiś ca virudhyate
Acht sind die Vorzeichen eines Mannes, der dem Untergang geweiht ist: Zuerst hasst er die Brahmanen und gerät mit ihnen in Streit,

brāhmaṇasvāni cādatte brāhmaṇāṃś ca jighāṃsati ramate nindayā caiṣāṃ praśaṃsāṃ nābhinandati

er nimmt sich das Eigentum der Brahmanen und trachtet ihnen nach dem Leben, er erfreut sich an ihrer Schmähung und begrüßt ihr Lob nicht,

Wort für Wort
brāhmaṇasvāni cādatte brāhmaṇāṃś ca jighāṃsati ramate nindayā caiṣāṃ praśaṃsāṃ nābhinandati
er nimmt sich das Eigentum der Brahmanen und trachtet ihnen nach dem Leben, er erfreut sich an ihrer Schmähung und begrüßt ihr Lob nicht,

naitān smarati kṛtyeṣu yācitaś cābhyasūyati etān doṣān naraḥ prājño buddhyā buddhvā vivarjayet

er gedenkt ihrer nicht bei wichtigen Anlässen, und wenn er um etwas gebeten wird, empfindet er Groll - diese Fehler soll der kluge Mensch, nachdem er sie mit Verstand erkannt hat, meiden.

Wort für Wort
naitān smarati kṛtyeṣu yācitaś cābhyasūyati etān doṣān naraḥ prājño buddhyā buddhvā vivarjayet
er gedenkt ihrer nicht bei wichtigen Anlässen, und wenn er um etwas gebeten wird, empfindet er Groll - diese Fehler soll der kluge Mensch, nachdem er sie mit Verstand erkannt hat, meiden.

aṣṭāv imāni harṣasya navanītāni bhārata vartamānāni dṛśyante tāny eva susukhāny api

Diese acht sind gleichsam die Sahne der Freude, Bhārata; sie zeigen sich als gegenwärtige, überaus beglückende Erfahrungen:

Wort für Wort
aṣṭāv imāni harṣasya navanītāni bhārata vartamānāni dṛśyante tāny eva susukhāny api
Diese acht sind gleichsam die Sahne der Freude, Bhārata; sie zeigen sich als gegenwärtige, überaus beglückende Erfahrungen:

samāgamaś ca sakhibhir mahāṃś caiva dhanāgamaḥ putreṇa ca pariṣvaṅgaḥ saṃnipātaś ca maithune

Das Zusammentreffen mit Freunden, ein großer Vermögenszuwachs, die Umarmung des Sohnes, und die Vereinigung im Liebesgenuss,

Wort für Wort
samāgamaś ca sakhibhir mahāṃś caiva dhanāgamaḥ putreṇa ca pariṣvaṅgaḥ saṃnipātaś ca maithune
Das Zusammentreffen mit Freunden, ein großer Vermögenszuwachs, die Umarmung des Sohnes, und die Vereinigung im Liebesgenuss,

samaye ca priyālāpaḥ svayūtheṣu ca saṃnatiḥ abhipretasya lābhaś ca pūjā ca janasaṃsadi

liebevolles Gespräch zur rechten Zeit, Anerkennung unter den eigenen Gefährten, das Erlangen des Gewünschten, und Ehrung in der Volksversammlung.

Wort für Wort
samaye ca priyālāpaḥ svayūtheṣu ca saṃnatiḥ abhipretasya lābhaś ca pūjā ca janasaṃsadi
liebevolles Gespräch zur rechten Zeit, Anerkennung unter den eigenen Gefährten, das Erlangen des Gewünschten, und Ehrung in der Volksversammlung.

navadvāram idaṃ veśma tristhūṇaṃ pañcasākṣikam kṣetrajñādhiṣṭhitaṃ vidvān yo veda sa paraḥ kaviḥ

Dieses Haus mit neun Toren, drei Säulen, fünf Zeugen, vom Feldkenner bewohnt - wer als Wissender dies erkennt, der ist der höchste Seher.

Wort für Wort
navadvāram idaṃ veśma tristhūṇaṃ pañcasākṣikam kṣetrajñādhiṣṭhitaṃ vidvān yo veda sa paraḥ kaviḥ
Dieses Haus mit neun Toren, drei Säulen, fünf Zeugen, vom Feldkenner bewohnt - wer als Wissender dies erkennt, der ist der höchste Seher.

Berühmtes Rätsel-Gleichnis für den menschlichen Körper: neun Tore = die Körperöffnungen, drei Säulen = die drei Guṇas (oder die drei Körpersäfte), fünf Zeugen = die fünf Sinne, Feldkenner (kṣetrajña) = das im Körper wohnende Selbst.

daśa dharmaṃ na jānanti dhṛtarāṣṭra nibodha tān mattaḥ pramatta unmattaḥ śrāntaḥ kruddho bubhukṣitaḥ

Zehn kennen das Recht nicht, Dhṛtarāṣṭra - vernimm sie: der Berauschte, der Unachtsame, der Wahnsinnige, der Erschöpfte, der Zornige, der Hungrige,

Wort für Wort
daśa dharmaṃ na jānanti dhṛtarāṣṭra nibodha tān mattaḥ pramatta unmattaḥ śrāntaḥ kruddho bubhukṣitaḥ
Zehn kennen das Recht nicht, Dhṛtarāṣṭra - vernimm sie: der Berauschte, der Unachtsame, der Wahnsinnige, der Erschöpfte, der Zornige, der Hungrige,

tvaramāṇaś ca bhīruś ca lubdhaḥ kāmī ca te daśa tasmād eteṣu bhāveṣu na prasajjeta paṇḍitaḥ

der Eilige, der Furchtsame, der Gierige und der von Begierde Erfüllte - dies sind die zehn; darum soll sich der Weise nicht diesen Zuständen hingeben.

Wort für Wort
tvaramāṇaś ca bhīruś ca lubdhaḥ kāmī ca te daśa tasmād eteṣu bhāveṣu na prasajjeta paṇḍitaḥ
der Eilige, der Furchtsame, der Gierige und der von Begierde Erfüllte - dies sind die zehn; darum soll sich der Weise nicht diesen Zuständen hingeben.

atraivodāharantīmam itihāsaṃ purātanam putrārtham asurendreṇa gītaṃ caiva sudhanvanā

Hierzu führt man diese alte Geschichte an, die von einem Herrn der Asuras um seines Sohnes willen erzählt, und die von Sudhanvan gesungen wurde.

Wort für Wort
atraivodāharantīmam itihāsaṃ purātanam putrārtham asurendreṇa gītaṃ caiva sudhanvanā
Hierzu führt man diese alte Geschichte an, die von einem Herrn der Asuras um seines Sohnes willen erzählt, und die von Sudhanvan gesungen wurde.

Die genaue Identität dieser 'alten Geschichte' und Sudhanvans bleibt unsicher; im Mahābhārata-Kontext werden ähnliche Prahlāda-/Virocana-Erzählungen als Quelle solcher Weisheitsverse angeführt, ohne dass hier näher darauf eingegangen wird.

yaḥ kāmamanyū prajahāti rājā; pātre pratiṣṭhāpayate dhanaṃ ca viśeṣavic chrutavān kṣiprakārī; taṃ sarvalokaḥ kurute pramāṇam

Der König, der Begierde und Zorn aufgibt, der sein Vermögen bei einem Würdigen anlegt, der unterscheidungsfähig, gelehrt und rasch handelnd ist - ihn macht die ganze Welt zu ihrem Vorbild.

Wort für Wort
yaḥ kāmamanyū prajahāti rājā; pātre pratiṣṭhāpayate dhanaṃ ca viśeṣavic chrutavān kṣiprakārī; taṃ sarvalokaḥ kurute pramāṇam
Der König, der Begierde und Zorn aufgibt, der sein Vermögen bei einem Würdigen anlegt, der unterscheidungsfähig, gelehrt und rasch handelnd ist - ihn macht die ganze Welt zu ihrem Vorbild.

jānāti viśvāsayituṃ manuṣyān; vijñātadoṣeṣu dadhāti daṇḍam jānāti mātrāṃ ca tathā kṣamāṃ ca; taṃ tādṛśaṃ śrīr juṣate samagrā

Wer es versteht, den Menschen Vertrauen einzuflößen, wer über die als schuldig Erkannten Strafe verhängt, wer das rechte Maß und ebenso die Nachsicht kennt - einen solchen sucht das vollständige Glück heim.

Wort für Wort
jānāti viśvāsayituṃ manuṣyān; vijñātadoṣeṣu dadhāti daṇḍam jānāti mātrāṃ ca tathā kṣamāṃ ca; taṃ tādṛśaṃ śrīr juṣate samagrā
Wer es versteht, den Menschen Vertrauen einzuflößen, wer über die als schuldig Erkannten Strafe verhängt, wer das rechte Maß und ebenso die Nachsicht kennt - einen solchen sucht das vollständige Glück heim.

sudurbalaṃ nāvajānāti kaṃ cid; yukto ripuṃ sevate buddhipūrvam na vigrahaṃ rocayate balasthaiḥ; kāle ca yo vikramate sa dhīraḥ

Wer keinen noch so Schwachen verachtet, wer sich, wohlüberlegt, mit Bedacht um den Feind kümmert, wer keinen Streit mit den Starken wünscht, und wer zur rechten Zeit tapfer handelt - der ist der Standhafte.

Wort für Wort
sudurbalaṃ nāvajānāti kaṃ cid; yukto ripuṃ sevate buddhipūrvam na vigrahaṃ rocayate balasthaiḥ; kāle ca yo vikramate sa dhīraḥ
Wer keinen noch so Schwachen verachtet, wer sich, wohlüberlegt, mit Bedacht um den Feind kümmert, wer keinen Streit mit den Starken wünscht, und wer zur rechten Zeit tapfer handelt - der ist der Standhafte.

prāpyāpadaṃ na vyathate kadā cid; udyogam anvicchati cāpramattaḥ duḥkhaṃ ca kāle sahate jitātmā; dhuraṃdharas tasya jitāḥ sapatnāḥ

Wer, in eine Notlage geraten, sich niemals ängstigt, wer wachsam nach Tatkraft strebt, und wer, sich selbst beherrschend, das Leid zur rechten Zeit erträgt - der Lastträger: dessen Rivalen sind besiegt.

Wort für Wort
prāpyāpadaṃ na vyathate kadā cid; udyogam anvicchati cāpramattaḥ duḥkhaṃ ca kāle sahate jitātmā; dhuraṃdharas tasya jitāḥ sapatnāḥ
Wer, in eine Notlage geraten, sich niemals ängstigt, wer wachsam nach Tatkraft strebt, und wer, sich selbst beherrschend, das Leid zur rechten Zeit erträgt - der Lastträger: dessen Rivalen sind besiegt.

anarthakaṃ vipravāsaṃ gṛhebhyaḥ; pāpaiḥ saṃdhiṃ paradārābhimarśam dambhaṃ stainyaṃ paiśunaṃ madyapānaṃ; na sevate yaḥ sa sukhī sadaiva

Wer eine nutzlose Verbannung aus dem eigenen Haus, ein Bündnis mit Übeltätern, das Antasten fremder Frauen, Heuchelei, Diebstahl, Verleumdung und Weingenuss nicht pflegt - der ist stets glücklich.

Wort für Wort
anarthakaṃ vipravāsaṃ gṛhebhyaḥ; pāpaiḥ saṃdhiṃ paradārābhimarśam dambhaṃ stainyaṃ paiśunaṃ madyapānaṃ; na sevate yaḥ sa sukhī sadaiva
Wer eine nutzlose Verbannung aus dem eigenen Haus, ein Bündnis mit Übeltätern, das Antasten fremder Frauen, Heuchelei, Diebstahl, Verleumdung und Weingenuss nicht pflegt - der ist stets glücklich.

na saṃrambheṇārabhate 'rthavargam; ākāritaḥ śaṃsati tathyam eva na mātrārthe rocayate vivādaṃ; nāpūjitaḥ kupyati cāpy amūḍhaḥ

Wer nicht in Übereilung Vermögensangelegenheiten beginnt, wer, befragt, nur die Wahrheit sagt, wer wegen einer geringfügigen Sache keinen Streit wünscht, und wer, wenn er nicht geehrt wird, nicht zürnt, ist unverblendet.

Wort für Wort
na saṃrambheṇārabhate 'rthavargam; ākāritaḥ śaṃsati tathyam eva na mātrārthe rocayate vivādaṃ; nāpūjitaḥ kupyati cāpy amūḍhaḥ
Wer nicht in Übereilung Vermögensangelegenheiten beginnt, wer, befragt, nur die Wahrheit sagt, wer wegen einer geringfügigen Sache keinen Streit wünscht, und wer, wenn er nicht geehrt wird, nicht zürnt, ist unverblendet.

na yo 'bhyasūyaty anukampate ca; na durbalaḥ prātibhāvyaṃ karoti nātyāha kiṃ cit kṣamate vivādaṃ; sarvatra tādṛg labhate praśaṃsām

Wer nicht grollt und Mitgefühl zeigt, wer, selbst schwach, keine Bürgschaft übernimmt, wer nicht übertreibt und Streit erträgt - ein solcher erlangt überall Lob.

Wort für Wort
na yo 'bhyasūyaty anukampate ca; na durbalaḥ prātibhāvyaṃ karoti nātyāha kiṃ cit kṣamate vivādaṃ; sarvatra tādṛg labhate praśaṃsām
Wer nicht grollt und Mitgefühl zeigt, wer, selbst schwach, keine Bürgschaft übernimmt, wer nicht übertreibt und Streit erträgt - ein solcher erlangt überall Lob.

yo noddhataṃ kurute jātu veṣaṃ; na pauruṣeṇāpi vikatthate 'nyān na mūrcchitaḥ kaṭukāny āha kiṃ cit; priyaṃ sadā taṃ kurute jano 'pi

Wer niemals ein überhebliches Auftreten zeigt, wer sich nicht mit seiner Männlichkeit vor anderen brüstet, wer, auch erzürnt, keine bitteren Worte spricht - einen solchen hat auch das Volk stets lieb.

Wort für Wort
yo noddhataṃ kurute jātu veṣaṃ; na pauruṣeṇāpi vikatthate 'nyān na mūrcchitaḥ kaṭukāny āha kiṃ cit; priyaṃ sadā taṃ kurute jano 'pi
Wer niemals ein überhebliches Auftreten zeigt, wer sich nicht mit seiner Männlichkeit vor anderen brüstet, wer, auch erzürnt, keine bitteren Worte spricht - einen solchen hat auch das Volk stets lieb.

na vairam uddīpayati praśāntaṃ; na darpam ārohati nāstam eti na durgato 'smīti karoti manyuṃ; tam āryaśīlaṃ param āhur agryam

Wer beruhigte Feindschaft nicht wieder entfacht, wer sich weder in Hochmut erhebt noch zugrunde geht, wer nicht aus dem Gedanken 'ich bin in Not' Zorn entwickelt - den nennt man von edlem, überaus vortrefflichem Charakter.

Wort für Wort
na vairam uddīpayati praśāntaṃ; na darpam ārohati nāstam eti na durgato 'smīti karoti manyuṃ; tam āryaśīlaṃ param āhur agryam
Wer beruhigte Feindschaft nicht wieder entfacht, wer sich weder in Hochmut erhebt noch zugrunde geht, wer nicht aus dem Gedanken 'ich bin in Not' Zorn entwickelt - den nennt man von edlem, überaus vortrefflichem Charakter.

na sve sukhe vai kurute praharṣaṃ; nānyasya duḥkhe bhavati pratītaḥ dattvā na paścāt kurute 'nutāpaṃ; na katthate satpuruṣāryaśīlaḥ

Wer sich nicht übermäßig am eigenen Glück freut, wer nicht zufrieden ist über das Leid eines anderen, wer, nachdem er gegeben hat, nicht hinterher bereut, und wer sich nicht rühmt - ein solcher Rechtschaffener ist von edlem Charakter.

Wort für Wort
na sve sukhe vai kurute praharṣaṃ; nānyasya duḥkhe bhavati pratītaḥ dattvā na paścāt kurute 'nutāpaṃ; na katthate satpuruṣāryaśīlaḥ
Wer sich nicht übermäßig am eigenen Glück freut, wer nicht zufrieden ist über das Leid eines anderen, wer, nachdem er gegeben hat, nicht hinterher bereut, und wer sich nicht rühmt - ein solcher Rechtschaffener ist von edlem Charakter.

deśācārān samayāñ jātidharmān; bubhūṣate yas tu parāvarajñaḥ sa tatra tatrādhigataḥ sadaiva; mahājanasyādhipatyaṃ karoti

Wer die Landessitten, Abmachungen und die Pflichten der Geburtsstände zu erkennen sucht, indem er Höheres und Niederes unterscheidet - ein solcher, überall geachtet, erlangt stets die Vorherrschaft über die Menge.

Wort für Wort
deśācārān samayāñ jātidharmān; bubhūṣate yas tu parāvarajñaḥ sa tatra tatrādhigataḥ sadaiva; mahājanasyādhipatyaṃ karoti
Wer die Landessitten, Abmachungen und die Pflichten der Geburtsstände zu erkennen sucht, indem er Höheres und Niederes unterscheidet - ein solcher, überall geachtet, erlangt stets die Vorherrschaft über die Menge.

dambhaṃ mohaṃ matsaraṃ pāpakṛtyaṃ; rājadviṣṭaṃ paiśunaṃ pūgavairam mattonmattair durjanaiś cāpi vādaṃ; yaḥ prajñāvān varjayet sa pradhānaḥ

Heuchelei, Verblendung, Missgunst, Übeltat, das dem König Verhasste, Verleumdung, Feindschaft mit der Gemeinschaft, und Streit mit Betrunkenen, Wahnsinnigen und Übelgesinnten - wer, mit Einsicht ausgestattet, dies meidet, der ist der Vorzüglichste.

Wort für Wort
dambhaṃ mohaṃ matsaraṃ pāpakṛtyaṃ; rājadviṣṭaṃ paiśunaṃ pūgavairam mattonmattair durjanaiś cāpi vādaṃ; yaḥ prajñāvān varjayet sa pradhānaḥ
Heuchelei, Verblendung, Missgunst, Übeltat, das dem König Verhasste, Verleumdung, Feindschaft mit der Gemeinschaft, und Streit mit Betrunkenen, Wahnsinnigen und Übelgesinnten - wer, mit Einsicht ausgestattet, dies meidet, der ist der Vorzüglichste.

damaṃ śaucaṃ daivataṃ maṅgalāni; prāyaścittaṃ vividhāṃl lokavādān etāni yaḥ kurute naityakāni; tasyotthānaṃ devatā rādhayanti

Selbstbeherrschung, Reinheit, Gottesverehrung, Segenshandlungen, Buße und die mannigfachen Weltbräuche - wer diese als tägliche Pflichten übt, dessen Aufstieg fördern die Götter.

Wort für Wort
damaṃ śaucaṃ daivataṃ maṅgalāni; prāyaścittaṃ vividhāṃl lokavādān etāni yaḥ kurute naityakāni; tasyotthānaṃ devatā rādhayanti
Selbstbeherrschung, Reinheit, Gottesverehrung, Segenshandlungen, Buße und die mannigfachen Weltbräuche - wer diese als tägliche Pflichten übt, dessen Aufstieg fördern die Götter.

samair vivāhaṃ kurute na hīnaiḥ; samaiḥ sakhyaṃ vyavahāraṃ kathāś ca guṇair viśiṣṭāṃś ca purodadhāti; vipaścitas tasya nayāḥ sunītāḥ

Wer die Ehe mit Ebenbürtigen schließt, nicht mit Niedrigeren, wer mit Ebenbürtigen Freundschaft, Umgang und Gespräch pflegt, und wer die durch Tugenden Ausgezeichneten voranstellt - eines solchen Weisen Grundsätze sind wohlgeordnet.

Wort für Wort
samair vivāhaṃ kurute na hīnaiḥ; samaiḥ sakhyaṃ vyavahāraṃ kathāś ca guṇair viśiṣṭāṃś ca purodadhāti; vipaścitas tasya nayāḥ sunītāḥ
Wer die Ehe mit Ebenbürtigen schließt, nicht mit Niedrigeren, wer mit Ebenbürtigen Freundschaft, Umgang und Gespräch pflegt, und wer die durch Tugenden Ausgezeichneten voranstellt - eines solchen Weisen Grundsätze sind wohlgeordnet.

mitaṃ bhuṅkte saṃvibhajyāśritebhyo; mitaṃ svapity amitaṃ karma kṛtvā dadāty amitreṣv api yācitaḥ saṃs; tam ātmavantaṃ prajahaty anarthāḥ

Wer maßvoll isst, nachdem er mit den von ihm Abhängigen geteilt hat, wer maßvoll schläft, nachdem er unermessliche Arbeit verrichtet hat, und wer, auch von Feinden gebeten, gibt - einen solchen Selbstbeherrschten meidet das Unheil.

Wort für Wort
mitaṃ bhuṅkte saṃvibhajyāśritebhyo; mitaṃ svapity amitaṃ karma kṛtvā dadāty amitreṣv api yācitaḥ saṃs; tam ātmavantaṃ prajahaty anarthāḥ
Wer maßvoll isst, nachdem er mit den von ihm Abhängigen geteilt hat, wer maßvoll schläft, nachdem er unermessliche Arbeit verrichtet hat, und wer, auch von Feinden gebeten, gibt - einen solchen Selbstbeherrschten meidet das Unheil.

cikīrṣitaṃ viprakṛtaṃ ca yasya; nānye janāḥ karma jānanti kiṃ cit mantre gupte samyag anuṣṭhite ca; svalpo nāsya vyathate kaś cid arthaḥ

Wessen Vorhaben und ausgeführte Tat andere Menschen gar nicht kennen, wessen Ratschluss geheim gehalten und richtig ausgeführt wird - dessen Anliegen, und sei es noch so gering, wird von nichts beeinträchtigt.

Wort für Wort
cikīrṣitaṃ viprakṛtaṃ ca yasya; nānye janāḥ karma jānanti kiṃ cit mantre gupte samyag anuṣṭhite ca; svalpo nāsya vyathate kaś cid arthaḥ
Wessen Vorhaben und ausgeführte Tat andere Menschen gar nicht kennen, wessen Ratschluss geheim gehalten und richtig ausgeführt wird - dessen Anliegen, und sei es noch so gering, wird von nichts beeinträchtigt.

yaḥ sarvabhūtapraśame niviṣṭaḥ; satyo mṛdur dānakṛc chuddhabhāvaḥ atīva saṃjñāyate jñātimadhye; mahāmaṇir jātya iva prasannaḥ

Wer auf die Besänftigung aller Wesen bedacht, wahrhaftig, sanft, freigebig und reinen Sinnes ist - ein solcher wird inmitten seiner Verwandten überaus geachtet, wie ein von Natur aus klarer, kostbarer Edelstein.

Wort für Wort
yaḥ sarvabhūtapraśame niviṣṭaḥ; satyo mṛdur dānakṛc chuddhabhāvaḥ atīva saṃjñāyate jñātimadhye; mahāmaṇir jātya iva prasannaḥ
Wer auf die Besänftigung aller Wesen bedacht, wahrhaftig, sanft, freigebig und reinen Sinnes ist - ein solcher wird inmitten seiner Verwandten überaus geachtet, wie ein von Natur aus klarer, kostbarer Edelstein.

ya ātmanāpatrapate bhṛśaṃ naraḥ; sa sarvalokasya gurur bhavaty uta anantatejāḥ sumanāḥ samāhitaḥ; svatejasā sūrya ivāvabhāsate

Der Mann, der ein waches Gewissen vor sich selbst hat, wird zum Lehrer der ganzen Welt; von unerschöpflicher Glut, wohlgesinnt und gesammelt, erstrahlt er durch seine eigene Glut wie die Sonne.

Wort für Wort
ya ātmanāpatrapate bhṛśaṃ naraḥ; sa sarvalokasya gurur bhavaty uta anantatejāḥ sumanāḥ samāhitaḥ; svatejasā sūrya ivāvabhāsate
Der Mann, der ein waches Gewissen vor sich selbst hat, wird zum Lehrer der ganzen Welt; von unerschöpflicher Glut, wohlgesinnt und gesammelt, erstrahlt er durch seine eigene Glut wie die Sonne.

vane jātāḥ śāpadagdhasya rājñaḥ; pāṇḍoḥ putrāḥ pañca pañcendrakalpāḥ tvayaiva bālā vardhitāḥ śikṣitāś ca; tavādeśaṃ pālayanty āmbikeya

Im Wald geboren, des vom Fluch verzehrten Königs Pāṇḍu fünf Söhne, den fünf Indras gleich, sind von dir selbst als Kinder aufgezogen und unterwiesen worden; sie befolgen deinen Befehl, Sohn der Ambikā.

Wort für Wort
vane jātāḥ śāpadagdhasya rājñaḥ; pāṇḍoḥ putrāḥ pañca pañcendrakalpāḥ tvayaiva bālā vardhitāḥ śikṣitāś ca; tavādeśaṃ pālayanty āmbikeya
Im Wald geboren, des vom Fluch verzehrten Königs Pāṇḍu fünf Söhne, den fünf Indras gleich, sind von dir selbst als Kinder aufgezogen und unterwiesen worden; sie befolgen deinen Befehl, Sohn der Ambikā.

pradāyaiṣām ucitaṃ tāta rājyaṃ; sukhī putraiḥ sahito modamānaḥ na devānāṃ nāpi ca mānuṣāṇāṃ; bhaviṣyasi tvaṃ tarkaṇīyo narendra

Gib ihnen das ihnen gebührende Königreich, mein Lieber, und sei glücklich, zusammen mit deinen Söhnen dich erfreuend; dann wirst du weder von den Göttern noch von den Menschen, Herrscher der Menschen, zu tadeln sein.‘

Wort für Wort
pradāyaiṣām ucitaṃ tāta rājyaṃ; sukhī putraiḥ sahito modamānaḥ na devānāṃ nāpi ca mānuṣāṇāṃ; bhaviṣyasi tvaṃ tarkaṇīyo narendra
Gib ihnen das ihnen gebührende Königreich, mein Lieber, und sei glücklich, zusammen mit deinen Söhnen dich erfreuend; dann wirst du weder von den Göttern noch von den Menschen, Herrscher der Menschen, zu tadeln sein.‘

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