Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 172: Ambāśālvasaṃvādaḥ Ambā und Śālva

Bhīṣma erzählt weiter: Mit Erlaubnis Satyavatīs und der Berater zog Ambā zu Śālva. Doch dieser weist sie zurück, da sie, von Bhīṣma im Kampf erobert, ihm nicht mehr als reine Braut gelten könne. Ambā fleht ihn vielfach an, schwört ihm ihre Treue und erklärt, sie sei nur mit Erlaubnis Bhīṣmas gekommen, der sie gar nicht begehrt habe. Śālva bleibt jedoch aus Furcht vor Bhīṣma hart und verstößt sie endgültig; verzweifelt verlässt Ambā die Stadt. (Der gesamte Dialog wird, da er innerhalb von Bhīṣmas eigener wörtlicher Erzählung eine dritte Zitierebene beanspruchen würde, als indirekte Rede wiedergegeben.)

bhīṣma uvāca tato 'haṃ samanujñāpya kālīṃ satyavatīṃ tadā mantriṇaś ca dvijāṃś caiva tathaiva ca purohitān samanujñāsiṣaṃ kanyāṃ jyeṣṭhām ambāṃ narādhipa

Darauf, nachdem ich die dunkle Satyavatī um Erlaubnis gebeten hatte, und ebenso die Minister und die Brahmanen und die Hauspriester, gab ich der ältesten Prinzessin Ambā die Erlaubnis, Herrscher der Menschen.

Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
aham
ich (Nom. Sg.)
samanujñāpya
um Erlaubnis gebeten habend (Absol.)
kālīm
die dunkle (Akk. Sg.)
satyavatīm
Satyavatī (Akk. Sg.)
tadā
darauf (Adv.)
mantriṇaḥ
die Minister (Akk. Pl.)
ca
und (Partikel)
dvijān
die Brahmanen (Akk. Pl.)
ca eva
und auch (Partikel)
tathā eva
ebenso (Adv.)
ca
und (Partikel)
purohitān
die Hauspriester (Akk. Pl.)
samanujñāsiṣam
ich gab die Erlaubnis (Aor. 1. Sg.)
kanyām
der Prinzessin (Dat. Sg.)
jyeṣṭhām
der ältesten (Dat. Sg.)
ambām
Ambā (Dat. Sg.)
narādhipa
o Herrscher der Menschen (Vok. Sg.)

anujñātā yayau sā tu kanyā śālvapateḥ puram vṛddhair dvijātibhir guptā dhātryā cānugatā tadā atītya ca tam adhvānam āsasāda narādhipam

Mit dieser Erlaubnis zog die Prinzessin zur Stadt des Herrn von Śālva, von alten Brahmanen beschützt und von ihrer Amme begleitet; und nachdem sie diesen Weg zurückgelegt hatte, erreichte sie den Herrscher.

Wort für Wort
anujñātā
mit Erlaubnis versehen (Nom. Sg. Past Part.)
yayau
zog (Perf. 3. Sg.)
sā
sie (Nom. Sg.)
tu
aber (Partikel)
kanyā
die Prinzessin (Nom. Sg.)
śālvapateḥ
des Herrn von Śālva (Gen. Sg.)
puram
zur Stadt (Akk. Sg.)
vṛddhaiḥ
von alten (Instr. Pl.)
dvijātibhiḥ
von Brahmanen (Instr. Pl.)
guptā
beschützt (Nom. Sg. Past Part.)
dhātryā
von ihrer Amme (Instr. Sg.)
ca
und (Partikel)
anugatā
begleitet (Nom. Sg. Past Part.)
tadā
damals (Adv.)
atītya
zurückgelegt habend (Absol.)
ca
und (Partikel)
tam
diesen (Akk. Sg.)
adhvānam
Weg (Akk. Sg.)
āsasāda
erreichte (Perf. 3. Sg.)
narādhipam
den Herrscher (Akk. Sg.)

sā tam āsādya rājānaṃ śālvaṃ vacanam abravīt āgatāhaṃ mahābāho tvām uddiśya mahādyute

Als sie diesen König Śālva erreicht hatte, sagte sie ihm, dass sie, Starkarmiger, gekommen sei, ihn, den Glanzvollen, aufzusuchen.

Wort für Wort
sā
sie (Nom. Sg.)
tam
diesen (Akk. Sg.)
āsādya
erreicht habend (Absol.)
rājānam
König (Akk. Sg.)
śālvam
Śālva (Akk. Sg.)
vacanam
Worte (Akk. Sg.)
abravīt
sagte (Impf. 3. Sg.)
āgatā
gekommen (Nom. Sg. Past Part.)
aham
sie (Nom. Sg., hier indirekt)
mahābāho
o Starkarmiger (Vok. Sg., hier indirekt)
tvām
ihn (Akk. Sg., hier indirekt für 'dich')
uddiśya
aufsuchend (Absol.)
mahādyute
o Glanzvoller (Vok. Sg., hier indirekt)

[?] Ab hier folgt der ausführliche Dialog zwischen Ambā und Śālva; da er innerhalb von Bhīṣmas eigener, bereits wörtlich zitierter Erzählung liegt (dritte Zitierebene), wird er durchgängig als indirekte Rede wiedergegeben.

tām abravīc chālvapatiḥ smayann iva viśāṃ pate tvayānyapūrvayā nāhaṃ bhāryārthī varavarṇini

Der Herr von Śālva erwiderte ihr, gleichsam lächelnd, Herr der Völker, dass er sie, die einem anderen zuvor gehört habe, nicht zur Gattin begehre, Schönfarbige.

Wort für Wort
tām
ihr (Akk. Sg.)
abravīt
erwiderte (Impf. 3. Sg.)
śālvapatiḥ
der Herr von Śālva (Nom. Sg.)
smayan
lächelnd (Nom. Sg. Präs. Part.)
iva
gleichsam (Partikel)
viśām
der Völker (Gen. Pl.)
pate
o Herr (Vok. Sg., hier indirekt)
tvayā
durch dich (Instr. Sg., hier indirekt)
anyapūrvayā
die einem anderen zuvor gehörte (Instr. Sg. Bahuvrīhi)
na
nicht (Neg.)
aham
er (Nom. Sg., hier indirekt für 'ich')
bhāryārthī
zur Gattin begehrend (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
varavarṇini
o Schönfarbige (Vok. Sg., hier indirekt)

gaccha bhadre punas tatra sakāśaṃ bhāratasya vai nāham icchāmi bhīṣmeṇa gṛhītāṃ tvāṃ prasahya vai

Er sagte, sie möge, Gute, wieder dorthin zurückkehren, in die Gegenwart des Bhārata; er wolle sie, die von Bhīṣma mit Gewalt genommen worden sei, nicht zur Frau.

Wort für Wort
gaccha
möge sie gehen (Imp. 2. Sg., hier indirekt)
bhadre
o Gute (Vok. Sg., hier indirekt)
punaḥ
wieder (Adv.)
tatra
dorthin (Adv.)
sakāśam
in die Gegenwart (Akk. Sg.)
bhāratasya
des Bhārata (Gen. Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
na
nicht (Neg.)
aham
er (Nom. Sg., hier indirekt)
icchāmi
begehrt (Präs. 1. Sg., hier indirekt)
bhīṣmeṇa
von Bhīṣma (Instr. Sg.)
gṛhītām
genommen (Akk. Sg. Past Part.)
tvām
sie (Akk. Sg., hier indirekt)
prasahya
mit Gewalt (Adv.)
vai
wahrlich (Partikel)

tvaṃ hi nirjitya bhīṣmeṇa nītā prītimatī tadā parāmṛśya mahāyuddhe nirjitya pṛthivīpatīn nāhaṃ tvayy anyapūrvāyāṃ bhāryārthī varavarṇini

Er sagte, sie sei, von Bhīṣma besiegt und fortgeführt, damals wohl zufrieden gewesen, ergriffen in der großen Schlacht, nachdem er die Könige der Erde besiegt hatte; er begehre sie, die einem anderen zuvor gehört habe, nicht zur Gattin, Schönfarbige.

Wort für Wort
tvam
sie (Nom. Sg., hier indirekt)
hi
wahrlich (Partikel)
nirjitya
besiegt habend (Absol.)
bhīṣmeṇa
von Bhīṣma (Instr. Sg.)
nītā
fortgeführt (Nom. Sg. Past Part.)
prītimatī
wohl zufrieden (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
tadā
damals (Adv.)
parāmṛśya
ergriffen habend (Absol.)
mahāyuddhe
in der großen Schlacht (Loc. Sg.)
nirjitya
besiegt habend (Absol.)
pṛthivīpatīn
die Könige der Erde (Akk. Pl.)
na
nicht (Neg.)
aham
er (Nom. Sg., hier indirekt)
tvayi
sie (Loc. Sg., hier indirekt)
anyapūrvāyām
die einem anderen zuvor gehörte (Loc. Sg. Bahuvrīhi)
bhāryārthī
zur Gattin begehrend (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
varavarṇini
o Schönfarbige (Vok. Sg., hier indirekt)

katham asmadvidho rājā parapūrvāṃ praveśayet nārīṃ viditavijñānaḥ pareṣāṃ dharmam ādiśan yatheṣṭaṃ gamyatāṃ bhadre mā te kālo 'tyagād ayam

Er fragte, wie ein König wie er, der die Lehre kenne und anderen die Rechtsordnung vorschreibe, eine Frau, die einem anderen zuvor gehört habe, in sein Haus aufnehmen könne; sie möge, Gute, nach Belieben gehen - diese Zeit möge ihr nicht entgehen.

Wort für Wort
katham
wie (Interrog.)
asmadvidhaḥ
einer wie er/ich (Nom. Sg.)
rājā
König (Nom. Sg.)
parapūrvām
die einem anderen zuvor gehörte (Akk. Sg. Bahuvrīhi)
praveśayet
könnte aufnehmen (Opt. Kaus. 3. Sg.)
nārīm
Frau (Akk. Sg.)
viditavijñānaḥ
der die Lehre kennt (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
pareṣām
anderen (Gen. Pl.)
dharmam
die Rechtsordnung (Akk. Sg.)
ādiśan
vorschreibend (Nom. Sg. Präs. Part.)
yatheṣṭam
nach Belieben (Adv.)
gamyatām
möge gegangen werden (Pass. Imp. 3. Sg., hier indirekt)
bhadre
o Gute (Vok. Sg., hier indirekt)
mā
nicht (Prohibitiv)
te
ihr (Gen. Sg., hier indirekt)
kālaḥ
die Zeit (Nom. Sg.)
atyagāt
entgehe (Aor. 3. Sg., hier indirekt)
ayam
diese (Nom. Sg.)

ambā tam abravīd rājann anaṅgaśarapīḍitā maivaṃ vada mahīpāla naitad evaṃ kathaṃ cana

Ambā, von den Pfeilen des Liebesgottes gequält, o König, erwiderte ihm, er solle nicht so sprechen, o Herrscher, denn dies sei keineswegs so.

Wort für Wort
ambā
Ambā (Nom. Sg.)
tam
ihm (Akk. Sg.)
abravīt
erwiderte (Impf. 3. Sg.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
anaṅgaśarapīḍitā
von den Pfeilen des Liebesgottes gequält (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
mā
nicht (Prohibitiv, hier indirekt)
evam
so (Adv.)
vada
sprich (Imp. 2. Sg., hier indirekt)
mahīpāla
o Herrscher (Vok. Sg., hier indirekt)
na
nicht (Neg.)
etat
dies (Nom. Sg.)
evam
so (Adv.)
kathaṃ cana
keineswegs (Adv.)

nāsmi prītimatī nītā bhīṣmeṇāmitrakarśana balān nītāsmi rudatī vidrāvya pṛthivīpatīn

Sie sagte, sie sei nicht willig fortgeführt worden von Bhīṣma, Bezwinger der Feinde; sie sei mit Gewalt fortgeführt worden, weinend, nachdem er die Könige der Erde in die Flucht geschlagen habe.

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
asmi
sie sei (Präs. 1. Sg., hier indirekt)
prītimatī
willig (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
nītā
fortgeführt (Nom. Sg. Past Part.)
bhīṣmeṇa
von Bhīṣma (Instr. Sg.)
amitrakarśana
o Bezwinger der Feinde (Vok. Sg., hier indirekt)
balāt
mit Gewalt (Abl. Sg.)
nītā
fortgeführt (Nom. Sg. Past Part.)
asmi
sie sei (Präs. 1. Sg., hier indirekt)
rudatī
weinend (Nom. Sg. Präs. Part.)
vidrāvya
in die Flucht geschlagen habend (Absol.)
pṛthivīpatīn
die Könige der Erde (Akk. Pl.)

bhajasva māṃ śālvapate bhaktāṃ bālām anāgasam bhaktānāṃ hi parityāgo na dharmeṣu praśasyate

Sie bat, er, Herr von Śālva, möge sie annehmen, sie, die Ergebene, das schuldlose Mädchen; denn das Verlassen der Ergebenen werde in den Rechtslehren nicht gepriesen.

Wort für Wort
bhajasva
nimm an (Imp. Med. 2. Sg., hier indirekt)
mām
sie (Akk. Sg., hier indirekt)
śālvapate
o Herr von Śālva (Vok. Sg., hier indirekt)
bhaktām
die Ergebene (Akk. Sg.)
bālām
das Mädchen (Akk. Sg.)
anāgasam
schuldlose (Akk. Sg.)
bhaktānām
der Ergebenen (Gen. Pl.)
hi
denn (Partikel)
parityāgaḥ
das Verlassen (Nom. Sg.)
na
nicht (Neg.)
dharmeṣu
in den Rechtslehren (Loc. Pl.)
praśasyate
wird gepriesen (Pass. Präs. 3. Sg.)

sāham āmantrya gāṅgeyaṃ samareṣv anivartinam anujñātā ca tenaiva tavaiva gṛham āgatā

Sie sagte, sie habe den Sohn der Gaṅgā, der im Kampf nie zurückweiche, um Erlaubnis gebeten, und von ihm die Erlaubnis erhalten, und sei eben zu seinem Haus gekommen.

Wort für Wort
sā
sie (Nom. Sg.)
aham
sie (Nom. Sg., hier indirekt)
āmantrya
um Erlaubnis gebeten habend (Absol.)
gāṅgeyam
den Sohn der Gaṅgā (Akk. Sg.)
samareṣu
im Kampf (Loc. Pl.)
anivartinam
nie zurückweichend (Akk. Sg. Bahuvrīhi)
anujñātā
mit Erlaubnis versehen (Nom. Sg. Past Part.)
ca
und (Partikel)
tena
von ihm (Instr. Sg.)
eva
eben (Partikel)
tava
sein (Gen. Sg., hier indirekt)
eva
eben (Partikel)
gṛham
Haus (Akk. Sg.)
āgatā
gekommen (Nom. Sg. Past Part.)

na sa bhīṣmo mahābāhur mām icchati viśāṃ pate bhrātṛhetoḥ samārambho bhīṣmasyeti śrutaṃ mayā

Sie sagte, dieser starkarmige Bhīṣma begehre sie nicht, Herr der Völker; sein Unternehmen sei um seines Bruders willen geschehen, wie sie gehört habe.

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
saḥ
dieser (Nom. Sg.)
bhīṣmaḥ
Bhīṣma (Nom. Sg.)
mahābāhuḥ
der starkarmige (Nom. Sg.)
mām
sie (Akk. Sg., hier indirekt)
icchati
begehrt (Präs. 3. Sg.)
viśām
der Völker (Gen. Pl.)
pate
o Herr (Vok. Sg., hier indirekt)
bhrātṛhetoḥ
um des Bruders willen (Abl. Sg.)
samārambhaḥ
das Unternehmen (Nom. Sg.)
bhīṣmasya
Bhīṣmas (Gen. Sg.)
iti
so (Partikel)
śrutam
gehört (Nom. Sg. Past Part.)
mayā
von ihr (Instr. Sg., hier indirekt)

bhaginyau mama ye nīte ambikāmbālike nṛpa prādād vicitravīryāya gāṅgeyo hi yavīyase

Sie sagte, ihre beiden Schwestern, die fortgeführt worden seien, Ambikā und Ambālikā, o König, habe der Sohn der Gaṅgā dem jüngeren Vicitravīrya gegeben.

Wort für Wort
bhaginyau
die beiden Schwestern (Nom. Dual)
mama
ihre (Gen. Sg., hier indirekt)
ye
die (Nom. Dual, hier ye für Dual verwendet)
nīte
fortgeführt (Nom. Dual Past Part.)
ambikāmbālike
Ambikā und Ambālikā (Nom. Dual)
nṛpa
o König (Vok. Sg., hier indirekt)
prādāt
gab (Aor. 3. Sg.)
vicitravīryāya
dem Vicitravīrya (Dat. Sg.)
gāṅgeyaḥ
der Sohn der Gaṅgā (Nom. Sg.)
hi
wahrlich (Partikel)
yavīyase
dem jüngeren (Dat. Sg.)

yathā śālvapate nānyaṃ naraṃ dhyāmi kathaṃ cana tvām ṛte puruṣavyāghra tathā mūrdhānam ālabhe

Sie schwor, so wahr sie, Herr von Śālva, an keinen anderen Mann denke außer an ihn, Tiger unter den Männern, so wahr berühre sie zum Beweis ihr Haupt.

Wort für Wort
yathā
so wahr wie (Partikel)
śālvapate
o Herr von Śālva (Vok. Sg., hier indirekt)
na
nicht (Neg.)
anyam
anderen (Akk. Sg.)
naram
Mann (Akk. Sg.)
dhyāmi
sie denke (Präs. 1. Sg., hier indirekt)
kathaṃ cana
irgendwie (Adv.)
tvām
ihn (Akk. Sg., hier indirekt)
ṛte
außer (Postposition)
puruṣavyāghra
o Tiger unter den Männern (Vok. Sg., hier indirekt)
tathā
so wahr (Adv.)
mūrdhānam
ihr Haupt (Akk. Sg.)
ālabhe
sie berühre (Präs. Med. 1. Sg., hier indirekt)

na cānyapūrvā rājendra tvām ahaṃ samupasthitā satyaṃ bravīmi śālvaitat satyenātmānam ālabhe

Sie sagte, sie sei nicht einem anderen zuvor angehörig gewesen, als sie zu ihm, Indra der Könige, gekommen sei; sie spreche die Wahrheit, Śālva, dies berühre sie mit der Wahrheit sich selbst.

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
ca
und (Partikel)
anyapūrvā
einem anderen zuvor angehörig (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
rājendra
o Indra der Könige (Vok. Sg., hier indirekt)
tvām
zu ihm (Akk. Sg., hier indirekt)
aham
sie (Nom. Sg., hier indirekt)
samupasthitā
gekommen (Nom. Sg. Past Part.)
satyam
die Wahrheit (Akk. Sg.)
bravīmi
sie spreche (Präs. 1. Sg., hier indirekt)
śālva
o Śālva (Vok. Sg., hier indirekt)
etat
dies (Akk. Sg.)
satyena
mit der Wahrheit (Instr. Sg.)
ātmānam
sich selbst (Akk. Sg.)
ālabhe
sie berühre (Präs. Med. 1. Sg., hier indirekt)

bhajasva māṃ viśālākṣa svayaṃ kanyām upasthitām ananyapūrvāṃ rājendra tvatprasādābhikāṅkṣiṇīm

Sie bat, er, Großäugiger, möge sie annehmen, das Mädchen, das aus eigenem Willen gekommen sei, die keinem anderen zuvor angehört habe, Indra der Könige, die nach seiner Gnade verlange.

Wort für Wort
bhajasva
nimm an (Imp. Med. 2. Sg., hier indirekt)
mām
sie (Akk. Sg., hier indirekt)
viśālākṣa
o Großäugiger (Vok. Sg., hier indirekt)
svayam
aus eigenem Willen (Adv.)
kanyām
das Mädchen (Akk. Sg.)
upasthitām
gekommen (Akk. Sg. Past Part.)
ananyapūrvām
die keinem anderen zuvor angehörte (Akk. Sg. Bahuvrīhi)
rājendra
o Indra der Könige (Vok. Sg., hier indirekt)
tvatprasādābhikāṅkṣiṇīm
die nach seiner Gnade verlangt (Akk. Sg. Bahuvrīhi)

tām evaṃ bhāṣamāṇāṃ tu śālvaḥ kāśipateḥ sutām atyajad bharataśreṣṭha tvacaṃ jīrṇām ivoragaḥ

Doch obwohl sie so sprach, verließ Śālva die Tochter des Königs von Kāśī, Bester der Bharatas, wie eine Schlange ihre abgelegte Haut.

Wort für Wort
tām
sie (Akk. Sg.)
evam
so (Adv.)
bhāṣamāṇām
sprechend (Akk. Sg. Präs. Part.)
tu
doch (Partikel)
śālvaḥ
Śālva (Nom. Sg.)
kāśipateḥ
des Königs von Kāśī (Gen. Sg.)
sutām
die Tochter (Akk. Sg.)
atyajat
verließ (Impf. 3. Sg.)
bharataśreṣṭha
o Bester der Bharatas (Vok. Sg.)
tvacam
die Haut (Akk. Sg.)
jīrṇām
abgelegte (Akk. Sg.)
iva
wie (Partikel)
uragaḥ
eine Schlange (Nom. Sg.)

evaṃ bahuvidhair vākyair yācyamānas tayānagha nāśraddadhac chālvapatiḥ kanyāyā bharatarṣabha

Obwohl er so mit vielerlei Worten von ihr angefleht wurde, Makelloser, schenkte der Herr von Śālva dem Mädchen keinen Glauben, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
evam
so (Adv.)
bahuvidhaiḥ
vielerlei (Instr. Pl.)
vākyaiḥ
mit Worten (Instr. Pl.)
yācyamānaḥ
angefleht (Nom. Sg. Pass. Präs. Part.)
tayā
von ihr (Instr. Sg.)
anagha
o Makelloser (Vok. Sg.)
na
nicht (Neg.)
aśraddadhat
schenkte Glauben (Impf. 3. Sg.)
śālvapatiḥ
der Herr von Śālva (Nom. Sg.)
kanyāyāḥ
dem Mädchen (Gen. Sg.)
bharatarṣabha
o Stier der Bharatas (Vok. Sg.)

tataḥ sā manyunāviṣṭā jyeṣṭhā kāśipateḥ sutā abravīt sāśrunayanā bāṣpavihvalayā girā

Darauf, von Zorn erfüllt, sagte die älteste Tochter des Königs von Kāśī, mit tränenerfüllten Augen, mit von Weinen zitternder Stimme,

Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
sā
sie (Nom. Sg.)
manyunā
von Zorn (Instr. Sg.)
āviṣṭā
erfüllt (Nom. Sg. Past Part.)
jyeṣṭhā
die älteste (Nom. Sg.)
kāśipateḥ
des Königs von Kāśī (Gen. Sg.)
sutā
Tochter (Nom. Sg.)
abravīt
sagte (Impf. 3. Sg.)
sāśrunayanā
mit tränenerfüllten Augen (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
bāṣpavihvalayā
von Weinen zitternder (Instr. Sg. Bahuvrīhi)
girā
mit Stimme (Instr. Sg.)

tvayā tyaktā gamiṣyāmi yatra yatra viśāṃ pate tatra me santu gatayaḥ santaḥ satyaṃ yathābruvam

sie sagte, von ihm verlassen, werde sie gehen, wohin auch immer, Herr der Völker; dorthin mögen ihre Wege führen, so wahr wie sie eben die Wahrheit gesprochen habe.

Wort für Wort
tvayā
von ihm (Instr. Sg., hier indirekt)
tyaktā
verlassen (Nom. Sg. Past Part.)
gamiṣyāmi
sie werde gehen (Fut. 1. Sg., hier indirekt)
yatra yatra
wohin auch immer (Adv.)
viśām
der Völker (Gen. Pl.)
pate
o Herr (Vok. Sg., hier indirekt)
tatra
dorthin (Adv.)
me
ihre (Gen. Sg., hier indirekt)
santu
mögen sein (Imp. 3. Pl., hier indirekt)
gatayaḥ
Wege (Nom. Pl.)
santaḥ
die guten (Nom. Pl.)
satyam
die Wahrheit (Akk. Sg.)
yathā
so wie (Partikel)
abruvam
sie sprach (Impf. 1. Sg., hier indirekt)

evaṃ saṃbhāṣamāṇāṃ tu nṛśaṃsaḥ śālvarāṭ tadā paryatyajata kauravya karuṇaṃ paridevatīm

Doch obwohl sie so sprach, verstieß der grausame König von Śālva sie damals, Kaurava, obwohl sie kläglich klagte.

Wort für Wort
evam
so (Adv.)
saṃbhāṣamāṇām
sprechend (Akk. Sg. Präs. Part.)
tu
doch (Partikel)
nṛśaṃsaḥ
der grausame (Nom. Sg.)
śālvarāṭ
der König von Śālva (Nom. Sg.)
tadā
damals (Adv.)
paryatyajata
verstieß (Impf. Med. 3. Sg.)
kauravya
o Kaurava (Vok. Sg.)
karuṇam
kläglich (Adv.)
paridevatīm
klagend (Akk. Sg. Präs. Part.)

gaccha gaccheti tāṃ śālvaḥ punaḥ punar abhāṣata bibhemi bhīṣmāt suśroṇi tvaṃ ca bhīṣmaparigrahaḥ

Śālva sagte ihr wieder und wieder, sie solle gehen, gehen; er fürchte Bhīṣma, Schönhüftige, und sie sei Bhīṣmas Besitz.

Wort für Wort
gaccha gaccha
gehe, gehe (Imp. 2. Sg. wiederholt, hier indirekt)
iti
so (Partikel)
tām
ihr (Akk. Sg.)
śālvaḥ
Śālva (Nom. Sg.)
punaḥ punaḥ
wieder und wieder (Adv.)
abhāṣata
sagte (Impf. Med. 3. Sg.)
bibhemi
er fürchte (Präs. 1. Sg., hier indirekt)
bhīṣmāt
vor Bhīṣma (Abl. Sg.)
suśroṇi
o Schönhüftige (Vok. Sg., hier indirekt)
tvam
sie (Nom. Sg., hier indirekt)
ca
und (Partikel)
bhīṣmaparigrahaḥ
Bhīṣmas Besitz (Nom. Sg.)

evam uktā tu sā tena śālvenādīrghadarśinā niścakrāma purād dīnā rudatī kurarī yathā

So von diesem kurzsichtigen Śālva angesprochen, verließ sie elend die Stadt, weinend, wie ein Fischadler.

Wort für Wort
evam
so (Adv.)
uktā
angesprochen (Nom. Sg. Past Part.)
tu
aber (Partikel)
sā
sie (Nom. Sg.)
tena
von diesem (Instr. Sg.)
śālvena
Śālva (Instr. Sg.)
adīrghadarśinā
kurzsichtigen (Instr. Sg. Bahuvrīhi)
niścakrāma
verließ (Perf. 3. Sg.)
purāt
die Stadt (Abl. Sg.)
dīnā
elend (Nom. Sg.)
rudatī
weinend (Nom. Sg. Präs. Part.)
kurarī
ein Fischadler (Nom. Sg.)
yathā
wie (Partikel)

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