Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 9: Sainyoddyoga-parva (9) Śalyas Erzählung: Indra, Triśiras und der Ursprung Vṛtras

Auf Yudhiṣṭhiras Frage erzählt Śalya die alte Legende von Tvaṣṭṛs dreiköpfigem Sohn Triśiras (Viśvarūpa), der durch seine gewaltige Askese Indras Stellung zu bedrohen scheint. Indra lässt ihn vergeblich durch Apsaras verführen, erschlägt ihn schließlich mit dem Blitz und lässt durch einen widerstrebenden Zimmermann die drei Häupter abschlagen (aus denen verschiedene Vogelarten entweichen). Aus Rache erschafft der zornige Tvaṣṭṛ den Dämon Vṛtra, der Indra im folgenden Kampf sogar verschlingt (Indras Entkommen erklärt ätiologisch den Ursprung des Gähnens). Die Erzählung bricht mit der Ratlosigkeit der Götter und ihrem Zug zu Viṣṇu auf dem Berg Mandara ab und wird im nächsten Kapitel fortgesetzt.

yudhiṣṭhira uvāca katham indreṇa rājendra sabhāryeṇa mahātmanā duḥkhaṃ prāptaṃ paraṃ ghoram etad icchāmi veditum

Yudhiṣṭhira sprach: ‚Wie hat Indra, der hochherzige Fürst der Könige, zusammen mit seiner Gattin, dieses überaus schreckliche Leid erfahren? Dies möchte ich wissen.‘

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca katham indreṇa rājendra sabhāryeṇa mahātmanā duḥkhaṃ prāptaṃ paraṃ ghoram etad icchāmi veditum
Yudhiṣṭhira sprach: ‚Wie hat Indra, der hochherzige Fürst der Könige, zusammen mit seiner Gattin, dieses überaus schreckliche Leid erfahren? Dies möchte ich wissen.‘

śalya uvāca śṛṇu rājan purā vṛttam itihāsaṃ purātanam sabhāryeṇa yathā prāptaṃ duḥkham indreṇa bhārata

Śalya sprach: ‚Höre, o König, die alte Geschichte, die sich einst zugetragen hat, wie Indra zusammen mit seiner Gattin Leid erfuhr, o Bhārata.

Wort für Wort
śalya uvāca śṛṇu rājan purā vṛttam itihāsaṃ purātanam sabhāryeṇa yathā prāptaṃ duḥkham indreṇa bhārata
Śalya sprach: ‚Höre, o König, die alte Geschichte, die sich einst zugetragen hat, wie Indra zusammen mit seiner Gattin Leid erfuhr, o Bhārata.

Ab hier erzählt Śalya die überlieferte Legende von Tvaṣṭṛs Sohn Triśiras und der Entstehung Vṛtras - eine bekannte, auch im späteren Śāntiparva wiederkehrende Einlage-Erzählung. Die Rede Śalyas (einfache Anführungszeichen) bleibt über das Kapitelende hinaus offen, da die Erzählung im folgenden Kapitel fortgesetzt wird; direkte Reden der Figuren INNERHALB dieser Erzählung sind zur Unterscheidung in doppelte Anführungszeichen gesetzt.

tvaṣṭā prajāpatir hy āsīd devaśreṣṭho mahātapāḥ sa putraṃ vai triśirasam indradrohāt kilāsṛjat

Tvaṣṭṛ war ein Prajāpati, der Vorzüglichste der Götter, von großer Askesekraft; er zeugte, so heißt es, aus Groll gegen Indra einen dreiköpfigen Sohn.

Wort für Wort
tvaṣṭā prajāpatir hy āsīd devaśreṣṭho mahātapāḥ sa putraṃ vai triśirasam indradrohāt kilāsṛjat
Tvaṣṭṛ war ein Prajāpati, der Vorzüglichste der Götter, von großer Askesekraft; er zeugte, so heißt es, aus Groll gegen Indra einen dreiköpfigen Sohn.

'Triśiras' ('Dreiköpfiger') ist der Name dieses Sohnes, auch Viśvarūpa genannt (s. nächster Vers).

aindraṃ sa prārthayat sthānaṃ viśvarūpo mahādyutiḥ tais tribhir vadanair ghoraiḥ sūryendujvalanopamaiḥ

Viśvarūpa, von großem Glanz, mit jenen drei schrecklichen, Sonne, Mond und Feuer gleich leuchtenden Gesichtern, trachtete nach Indras Rang.

Wort für Wort
aindraṃ sa prārthayat sthānaṃ viśvarūpo mahādyutiḥ tais tribhir vadanair ghoraiḥ sūryendujvalanopamaiḥ
Viśvarūpa, von großem Glanz, mit jenen drei schrecklichen, Sonne, Mond und Feuer gleich leuchtenden Gesichtern, trachtete nach Indras Rang.

vedān ekena so 'dhīte surām ekena cāpibat ekena ca diśaḥ sarvāḥ pibann iva nirīkṣate

Mit einem Gesicht studierte er die Veden, mit einem anderen trank er Rauschtrank, und mit dem dritten betrachtete er alle Himmelsrichtungen, als tränke er sie ein.

Wort für Wort
vedān ekena so 'dhīte surām ekena cāpibat ekena ca diśaḥ sarvāḥ pibann iva nirīkṣate
Mit einem Gesicht studierte er die Veden, mit einem anderen trank er Rauschtrank, und mit dem dritten betrachtete er alle Himmelsrichtungen, als tränke er sie ein.

sa tapasvī mṛdur dānto dharme tapasi codyataḥ tapo 'tapyan mahat tīvraṃ suduścaram ariṃdama

Er, der Asket, sanft und selbstbeherrscht, dem Dharma und der Askese zugetan, übte eine gewaltige, heftige, überaus schwer auszuführende Askese, o Feindebezwinger.

Wort für Wort
sa tapasvī mṛdur dānto dharme tapasi codyataḥ tapo 'tapyan mahat tīvraṃ suduścaram ariṃdama
Er, der Asket, sanft und selbstbeherrscht, dem Dharma und der Askese zugetan, übte eine gewaltige, heftige, überaus schwer auszuführende Askese, o Feindebezwinger.

tasya dṛṣṭvā tapovīryaṃ sattvaṃ cāmitatejasaḥ viṣādam agamac chakra indro 'yaṃ mā bhaved iti

Als Śakra dessen Askesekraft und Wesensstärke sah, den von unermesslichem Glanz, verfiel er in Kummer: „Dieser könnte noch Indra werden!“

Wort für Wort
tasya dṛṣṭvā tapovīryaṃ sattvaṃ cāmitatejasaḥ viṣādam agamac chakra indro 'yaṃ mā bhaved iti
Als Śakra dessen Askesekraft und Wesensstärke sah, den von unermesslichem Glanz, verfiel er in Kummer: „Dieser könnte noch Indra werden!“

kathaṃ sajjeta bhogeṣu na ca tapyen mahat tapaḥ vivardhamānas triśirāḥ sarvaṃ tribhuvanaṃ graset

Wie sollte man ihn an Sinnesgenüsse binden, damit er nicht diese gewaltige Askese übe? Denn der immer mächtiger werdende Dreiköpfige würde sonst die gesamte Dreiwelt verschlingen.

Wort für Wort
kathaṃ sajjeta bhogeṣu na ca tapyen mahat tapaḥ vivardhamānas triśirāḥ sarvaṃ tribhuvanaṃ graset
Wie sollte man ihn an Sinnesgenüsse binden, damit er nicht diese gewaltige Askese übe? Denn der immer mächtiger werdende Dreiköpfige würde sonst die gesamte Dreiwelt verschlingen.

iti saṃcintya bahudhā buddhimān bharatarṣabha ājñāpayat so 'psarasas tvaṣṭṛputrapralobhane

Nachdem der Kluge so vielfach nachgedacht hatte, o Stier der Bharatas, befahl er den Apsaras, den Sohn Tvaṣṭṛs zu verführen:

Wort für Wort
iti saṃcintya bahudhā buddhimān bharatarṣabha ājñāpayat so 'psarasas tvaṣṭṛputrapralobhane
Nachdem der Kluge so vielfach nachgedacht hatte, o Stier der Bharatas, befahl er den Apsaras, den Sohn Tvaṣṭṛs zu verführen:

yathā sa sajjet triśirāḥ kāmabhogeṣu vai bhṛśam kṣipraṃ kuruta gacchadhvaṃ pralobhayata māciram

„Auf dass sich der Dreiköpfige heftig an Sinnesgenüssen binde - handelt rasch, geht, verführt ihn ohne Zögern!

Wort für Wort
yathā sa sajjet triśirāḥ kāmabhogeṣu vai bhṛśam kṣipraṃ kuruta gacchadhvaṃ pralobhayata māciram
„Auf dass sich der Dreiköpfige heftig an Sinnesgenüssen binde - handelt rasch, geht, verführt ihn ohne Zögern!

śṛṅgāraveṣāḥ suśroṇyo bhāvair yuktā manoharaiḥ pralobhayata bhadraṃ vaḥ śamayadhvaṃ bhayaṃ mama

In verführerischem Schmuck, ihr Schönhüftigen, mit herzbezaubernden Gebärden ausgestattet, verführt ihn - Segen sei mit euch - stillt meine Furcht!

Wort für Wort
śṛṅgāraveṣāḥ suśroṇyo bhāvair yuktā manoharaiḥ pralobhayata bhadraṃ vaḥ śamayadhvaṃ bhayaṃ mama
In verführerischem Schmuck, ihr Schönhüftigen, mit herzbezaubernden Gebärden ausgestattet, verführt ihn - Segen sei mit euch - stillt meine Furcht!

asvasthaṃ hy ātmanātmānaṃ lakṣayāmi varāṅganāḥ bhayam etan mahāghoraṃ kṣipraṃ nāśayatābalāḥ

Denn ich sehe mich selbst durch mich selbst in Unruhe versetzt, ihr Vortrefflichen; vernichtet rasch diese überaus schreckliche Furcht, ihr Kraftvollen.“

Wort für Wort
asvasthaṃ hy ātmanātmānaṃ lakṣayāmi varāṅganāḥ bhayam etan mahāghoraṃ kṣipraṃ nāśayatābalāḥ
Denn ich sehe mich selbst durch mich selbst in Unruhe versetzt, ihr Vortrefflichen; vernichtet rasch diese überaus schreckliche Furcht, ihr Kraftvollen.“

apsarasa ūcuḥ tathā yatnaṃ kariṣyāmaḥ śakra tasya pralobhane yathā nāvāpsyasi bhayaṃ tasmād balaniṣūdana

Die Apsaras sprachen: „So werden wir uns bemühen, ihn zu verführen, Śakra, dass du von ihm keine Furcht mehr haben wirst, du Bezwinger Balas.

Wort für Wort
apsarasa ūcuḥ tathā yatnaṃ kariṣyāmaḥ śakra tasya pralobhane yathā nāvāpsyasi bhayaṃ tasmād balaniṣūdana
Die Apsaras sprachen: „So werden wir uns bemühen, ihn zu verführen, Śakra, dass du von ihm keine Furcht mehr haben wirst, du Bezwinger Balas.

nirdahann iva cakṣurbhyāṃ yo 'sāv āste taponidhiḥ taṃ pralobhayituṃ deva gacchāmaḥ sahitā vayam yatiṣyāmo vaśe kartuṃ vyapanetuṃ ca te bhayam

Jenen, der gleichsam mit seinen Augen verbrennt, den Hort der Askese - um ihn zu verführen, gehen wir, o Gott, gemeinsam hin; wir werden uns bemühen, ihn zu bezwingen und deine Furcht zu vertreiben.“

Wort für Wort
nirdahann iva cakṣurbhyāṃ yo 'sāv āste taponidhiḥ taṃ pralobhayituṃ deva gacchāmaḥ sahitā vayam yatiṣyāmo vaśe kartuṃ vyapanetuṃ ca te bhayam
Jenen, der gleichsam mit seinen Augen verbrennt, den Hort der Askese - um ihn zu verführen, gehen wir, o Gott, gemeinsam hin; wir werden uns bemühen, ihn zu bezwingen und deine Furcht zu vertreiben.“

śalya uvāca indreṇa tās tv anujñātā jagmus triśiraso 'ntikam tatra tā vividhair bhāvair lobhayantyo varāṅganāḥ nṛtyaṃ saṃdarśayantyaś ca tathaivāṅgeṣu sauṣṭhavam

Śalya sprach: Von Indra ermächtigt, gingen sie zum Dreiköpfigen; dort verführten die vortrefflichen Frauen ihn mit mannigfachen Gebärden, zeigten Tanz und ebenso die Geschmeidigkeit ihrer Glieder,

Wort für Wort
śalya uvāca indreṇa tās tv anujñātā jagmus triśiraso 'ntikam tatra tā vividhair bhāvair lobhayantyo varāṅganāḥ nṛtyaṃ saṃdarśayantyaś ca tathaivāṅgeṣu sauṣṭhavam
Śalya sprach: Von Indra ermächtigt, gingen sie zum Dreiköpfigen; dort verführten die vortrefflichen Frauen ihn mit mannigfachen Gebärden, zeigten Tanz und ebenso die Geschmeidigkeit ihrer Glieder,

viceruḥ saṃpraharṣaṃ ca nābhyagacchan mahātapāḥ indriyāṇi vaśe kṛtvā pūrṇasāgarasaṃnibhaḥ

sie bewegten sich hin und her voller Freude, doch der große Asket geriet nicht in Erregung, da er, dem vollen Ozean gleich, seine Sinne bezähmt hatte.

Wort für Wort
viceruḥ saṃpraharṣaṃ ca nābhyagacchan mahātapāḥ indriyāṇi vaśe kṛtvā pūrṇasāgarasaṃnibhaḥ
sie bewegten sich hin und her voller Freude, doch der große Asket geriet nicht in Erregung, da er, dem vollen Ozean gleich, seine Sinne bezähmt hatte.

tās tu yatnaṃ paraṃ kṛtvā punaḥ śakram upasthitāḥ kṛtāñjalipuṭāḥ sarvā devarājam athābruvan

Nachdem sie sich aufs Äußerste bemüht hatten, kamen sie wieder zu Śakra, alle mit gefalteten Händen, und sprachen zum Götterkönig:

Wort für Wort
tās tu yatnaṃ paraṃ kṛtvā punaḥ śakram upasthitāḥ kṛtāñjalipuṭāḥ sarvā devarājam athābruvan
Nachdem sie sich aufs Äußerste bemüht hatten, kamen sie wieder zu Śakra, alle mit gefalteten Händen, und sprachen zum Götterkönig:

na sa śakyaḥ sudurdharṣo dhairyāc cālayituṃ prabho yat te kāryaṃ mahābhāga kriyatāṃ tadanantaram

„Er ist überaus schwer zu bezwingen und lässt sich nicht von seiner Standhaftigkeit abbringen, Herr; was auch immer sonst zu tun ist, Hochgesegneter, das soll unverzüglich getan werden.“

Wort für Wort
na sa śakyaḥ sudurdharṣo dhairyāc cālayituṃ prabho yat te kāryaṃ mahābhāga kriyatāṃ tadanantaram
„Er ist überaus schwer zu bezwingen und lässt sich nicht von seiner Standhaftigkeit abbringen, Herr; was auch immer sonst zu tun ist, Hochgesegneter, das soll unverzüglich getan werden.“

saṃpūjyāpsarasaḥ śakro visṛjya ca mahāmatiḥ cintayām āsa tasyaiva vadhopāyaṃ mahātmanaḥ

Nachdem der kluge Śakra die Apsaras geehrt und entlassen hatte, sann er über ein Mittel nach, um jenen Hochherzigen zu töten.

Wort für Wort
saṃpūjyāpsarasaḥ śakro visṛjya ca mahāmatiḥ cintayām āsa tasyaiva vadhopāyaṃ mahātmanaḥ
Nachdem der kluge Śakra die Apsaras geehrt und entlassen hatte, sann er über ein Mittel nach, um jenen Hochherzigen zu töten.

sa tūṣṇīṃ cintayan vīro devarājaḥ pratāpavān viniścitamatir dhīmān vadhe triśiraso 'bhavat

Der schweigend nachsinnende Held, der machtvolle Götterkönig, der Kluge, fasste den festen Entschluss, den Dreiköpfigen zu töten.

Wort für Wort
sa tūṣṇīṃ cintayan vīro devarājaḥ pratāpavān viniścitamatir dhīmān vadhe triśiraso 'bhavat
Der schweigend nachsinnende Held, der machtvolle Götterkönig, der Kluge, fasste den festen Entschluss, den Dreiköpfigen zu töten.

vajram asya kṣipāmy adya sa kṣipraṃ na bhaviṣyati śatruḥ pravṛddho nopekṣyo durbalo 'pi balīyasā

„Ich werde noch heute meinen Blitz gegen ihn schleudern - dann wird er bald nicht mehr sein; ein erstarkter Feind darf, auch wenn er schwach erscheint, von dem Stärkeren nicht übersehen werden.“

Wort für Wort
vajram asya kṣipāmy adya sa kṣipraṃ na bhaviṣyati śatruḥ pravṛddho nopekṣyo durbalo 'pi balīyasā
„Ich werde noch heute meinen Blitz gegen ihn schleudern - dann wird er bald nicht mehr sein; ein erstarkter Feind darf, auch wenn er schwach erscheint, von dem Stärkeren nicht übersehen werden.“

śāstrabuddhyā viniścitya kṛtvā buddhiṃ vadhe dṛḍhām atha vaiśvānaranibhaṃ ghorarūpaṃ bhayāvaham mumoca vajraṃ saṃkruddhaḥ śakras triśirasaṃ prati

Nachdem er mit der durch die Lehrbücher geschulten Einsicht seinen Entschluss gefasst und seinen Sinn fest auf die Tötung gerichtet hatte, schleuderte der zornentbrannte Śakra den feuergleichen, furchtbar gestalteten, schreckenerregenden Blitz gegen den Dreiköpfigen.

Wort für Wort
śāstrabuddhyā viniścitya kṛtvā buddhiṃ vadhe dṛḍhām atha vaiśvānaranibhaṃ ghorarūpaṃ bhayāvaham mumoca vajraṃ saṃkruddhaḥ śakras triśirasaṃ prati
Nachdem er mit der durch die Lehrbücher geschulten Einsicht seinen Entschluss gefasst und seinen Sinn fest auf die Tötung gerichtet hatte, schleuderte der zornentbrannte Śakra den feuergleichen, furchtbar gestalteten, schreckenerregenden Blitz gegen den Dreiköpfigen.

sa papāta hatas tena vajreṇa dṛḍham āhataḥ parvatasyeva śikharaṃ praṇunnaṃ medinītale

Von jenem Blitz hart getroffen, fiel er, erschlagen, zu Boden, wie der Gipfel eines Berges, der zur Erde niedergestürzt wird.

Wort für Wort
sa papāta hatas tena vajreṇa dṛḍham āhataḥ parvatasyeva śikharaṃ praṇunnaṃ medinītale
Von jenem Blitz hart getroffen, fiel er, erschlagen, zu Boden, wie der Gipfel eines Berges, der zur Erde niedergestürzt wird.

taṃ tu vajrahataṃ dṛṣṭvā śayānam acalopamam na śarma lebhe devendro dīpitas tasya tejasā hato 'pi dīptatejāḥ sa jīvann iva ca dṛśyate

Als der Herrscher der Götter ihn, vom Blitz getroffen, wie einen Berg daliegen sah, fand er keine Ruhe, entflammt von dessen Glanz; denn obwohl erschlagen, erschien der von leuchtendem Glanz Erfüllte, als lebte er noch.

Wort für Wort
taṃ tu vajrahataṃ dṛṣṭvā śayānam acalopamam na śarma lebhe devendro dīpitas tasya tejasā hato 'pi dīptatejāḥ sa jīvann iva ca dṛśyate
Als der Herrscher der Götter ihn, vom Blitz getroffen, wie einen Berg daliegen sah, fand er keine Ruhe, entflammt von dessen Glanz; denn obwohl erschlagen, erschien der von leuchtendem Glanz Erfüllte, als lebte er noch.

abhitas tatra takṣāṇaṃ ghaṭamānaṃ śacīpatiḥ apaśyad abravīc cainaṃ satvaraṃ pākaśāsanaḥ kṣipraṃ chindhi śirāṃsy asya kuruṣva vacanaṃ mama

Da erblickte der Gemahl der Śacī einen Zimmermann, der sich in der Nähe zu schaffen machte, und der Pākaśāsana sprach eilends zu ihm: „Schlage rasch seine Häupter ab, befolge mein Wort.“

Wort für Wort
abhitas tatra takṣāṇaṃ ghaṭamānaṃ śacīpatiḥ apaśyad abravīc cainaṃ satvaraṃ pākaśāsanaḥ kṣipraṃ chindhi śirāṃsy asya kuruṣva vacanaṃ mama
Da erblickte der Gemahl der Śacī einen Zimmermann, der sich in der Nähe zu schaffen machte, und der Pākaśāsana sprach eilends zu ihm: „Schlage rasch seine Häupter ab, befolge mein Wort.“

takṣovāca mahāskandho bhṛśaṃ hy eṣa paraśur na tariṣyati kartuṃ cāhaṃ na śakṣyāmi karma sadbhir vigarhitam

Der Zimmermann sprach: „Er hat gewaltige Schultern, meine Axt wird dazu nicht ausreichen; auch vermag ich keine Tat zu vollbringen, die von den Rechtschaffenen verurteilt wird.“

Wort für Wort
takṣovāca mahāskandho bhṛśaṃ hy eṣa paraśur na tariṣyati kartuṃ cāhaṃ na śakṣyāmi karma sadbhir vigarhitam
Der Zimmermann sprach: „Er hat gewaltige Schultern, meine Axt wird dazu nicht ausreichen; auch vermag ich keine Tat zu vollbringen, die von den Rechtschaffenen verurteilt wird.“

indra uvāca mā bhais tvaṃ kṣipram etad vai kuruṣva vacanaṃ mama matprasādād dhi te śastraṃ vajrakalpaṃ bhaviṣyati

Indra sprach: „Fürchte dich nicht, tu dies rasch, befolge mein Wort; durch meine Gnade wird deine Waffe dem Blitz gleichkommen.“

Wort für Wort
indra uvāca mā bhais tvaṃ kṣipram etad vai kuruṣva vacanaṃ mama matprasādād dhi te śastraṃ vajrakalpaṃ bhaviṣyati
Indra sprach: „Fürchte dich nicht, tu dies rasch, befolge mein Wort; durch meine Gnade wird deine Waffe dem Blitz gleichkommen.“

takṣovāca kaṃ bhavantam ahaṃ vidyāṃ ghorakarmāṇam adya vai etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ tattvena kathayasva me

Der Zimmermann sprach: „Als wen soll ich dich erkennen, der du heute eine so schreckliche Tat verlangst? Dies möchte ich wissen - sag es mir der Wahrheit gemäß.“

Wort für Wort
takṣovāca kaṃ bhavantam ahaṃ vidyāṃ ghorakarmāṇam adya vai etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ tattvena kathayasva me
Der Zimmermann sprach: „Als wen soll ich dich erkennen, der du heute eine so schreckliche Tat verlangst? Dies möchte ich wissen - sag es mir der Wahrheit gemäß.“

indra uvāca aham indro devarājas takṣan viditam astu te kuruṣvaitad yathoktaṃ me takṣan mā tvaṃ vicāraya

Indra sprach: „Ich bin Indra, der Götterkönig, Zimmermann; das sei dir bekannt. Tu, was ich dir gesagt habe, Zimmermann, und zögere nicht.“

Wort für Wort
indra uvāca aham indro devarājas takṣan viditam astu te kuruṣvaitad yathoktaṃ me takṣan mā tvaṃ vicāraya
Indra sprach: „Ich bin Indra, der Götterkönig, Zimmermann; das sei dir bekannt. Tu, was ich dir gesagt habe, Zimmermann, und zögere nicht.“

takṣovāca krūreṇa nāpatrapase kathaṃ śakreha karmaṇā ṛṣiputram imaṃ hatvā brahmahatyābhayaṃ na te

Der Zimmermann sprach: „Wie schämst du dich nicht, Śakra, für diese grausame Tat? Hast du keine Furcht vor der Sünde des Brahmanenmords, wenn du diesen Sohn eines Ṛṣi tötest?“

Wort für Wort
takṣovāca krūreṇa nāpatrapase kathaṃ śakreha karmaṇā ṛṣiputram imaṃ hatvā brahmahatyābhayaṃ na te
Der Zimmermann sprach: „Wie schämst du dich nicht, Śakra, für diese grausame Tat? Hast du keine Furcht vor der Sünde des Brahmanenmords, wenn du diesen Sohn eines Ṛṣi tötest?“

indra uvāca paścād dharmaṃ cariṣyāmi pāvanārthaṃ suduścaram śatrur eṣa mahāvīryo vajreṇa nihato mayā

Indra sprach: „Danach werde ich zur Läuterung eine überaus schwer auszuführende Bußhandlung vollziehen; dieser Feind von großer Heldenkraft wurde von mir mit dem Blitz erschlagen.

Wort für Wort
indra uvāca paścād dharmaṃ cariṣyāmi pāvanārthaṃ suduścaram śatrur eṣa mahāvīryo vajreṇa nihato mayā
Indra sprach: „Danach werde ich zur Läuterung eine überaus schwer auszuführende Bußhandlung vollziehen; dieser Feind von großer Heldenkraft wurde von mir mit dem Blitz erschlagen.

adyāpi cāham udvignas takṣann asmād bibhemi vai kṣipraṃ chindhi śirāṃsi tvaṃ kariṣye 'nugrahaṃ tava

Und noch heute bin ich beunruhigt, Zimmermann, ich fürchte mich vor ihm; schlage rasch seine Häupter ab, ich werde dir eine Gunst erweisen.

Wort für Wort
adyāpi cāham udvignas takṣann asmād bibhemi vai kṣipraṃ chindhi śirāṃsi tvaṃ kariṣye 'nugrahaṃ tava
Und noch heute bin ich beunruhigt, Zimmermann, ich fürchte mich vor ihm; schlage rasch seine Häupter ab, ich werde dir eine Gunst erweisen.

śiraḥ paśos te dāsyanti bhāgaṃ yajñeṣu mānavāḥ eṣa te 'nugrahas takṣan kṣipraṃ kuru mama priyam

Den Kopf des Opfertiers werden dir die Menschen bei den Opfern als Anteil geben - dies sei deine Gunst, Zimmermann; tu rasch, was mir lieb ist.“

Wort für Wort
śiraḥ paśos te dāsyanti bhāgaṃ yajñeṣu mānavāḥ eṣa te 'nugrahas takṣan kṣipraṃ kuru mama priyam
Den Kopf des Opfertiers werden dir die Menschen bei den Opfern als Anteil geben - dies sei deine Gunst, Zimmermann; tu rasch, was mir lieb ist.“

śalya uvāca etac chrutvā tu takṣā sa mahendravacanaṃ tadā śirāṃsy atha triśirasaḥ kuṭhāreṇācchinat tadā

Śalya sprach: Als der Zimmermann dies, das Wort des großen Indra, vernommen hatte, hieb er darauf mit der Axt die Häupter des Dreiköpfigen ab.

Wort für Wort
śalya uvāca etac chrutvā tu takṣā sa mahendravacanaṃ tadā śirāṃsy atha triśirasaḥ kuṭhāreṇācchinat tadā
Śalya sprach: Als der Zimmermann dies, das Wort des großen Indra, vernommen hatte, hieb er darauf mit der Axt die Häupter des Dreiköpfigen ab.

nikṛtteṣu tatas teṣu niṣkrāmaṃs triśirās tv atha kapiñjalās tittirāś ca kalaviṅkāś ca sarvaśaḥ

Als jene abgeschlagen waren, entkamen aus dem Dreiköpfigen von überallher Rebhühner, Frankoline und Ammern.

Wort für Wort
nikṛtteṣu tatas teṣu niṣkrāmaṃs triśirās tv atha kapiñjalās tittirāś ca kalaviṅkāś ca sarvaśaḥ
Als jene abgeschlagen waren, entkamen aus dem Dreiköpfigen von überallher Rebhühner, Frankoline und Ammern.

yena vedān adhīte sma pibate somam eva ca tasmād vaktrān viniṣpetuḥ kṣipraṃ tasya kapiñjalāḥ

Aus dem Mund, mit dem er die Veden studiert und Somasaft getrunken hatte, entsprangen rasch Rebhühner.

Wort für Wort
yena vedān adhīte sma pibate somam eva ca tasmād vaktrān viniṣpetuḥ kṣipraṃ tasya kapiñjalāḥ
Aus dem Mund, mit dem er die Veden studiert und Somasaft getrunken hatte, entsprangen rasch Rebhühner.

yena sarvā diśo rājan pibann iva nirīkṣate tasmād vaktrād viniṣpetus tittirās tasya pāṇḍava

Aus dem Mund, mit dem er, o König, alle Himmelsrichtungen betrachtete, als tränke er sie, entsprangen aus jenem Mund Frankoline, o Pāṇḍava.

Wort für Wort
yena sarvā diśo rājan pibann iva nirīkṣate tasmād vaktrād viniṣpetus tittirās tasya pāṇḍava
Aus dem Mund, mit dem er, o König, alle Himmelsrichtungen betrachtete, als tränke er sie, entsprangen aus jenem Mund Frankoline, o Pāṇḍava.

yat surāpaṃ tu tasyāsīd vaktraṃ triśirasas tadā kalaviṅkā viniṣpetus tenāsya bharatarṣabha

Und aus dem Mund des Dreiköpfigen, der Rauschtrank getrunken hatte, entsprangen Ammern, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
yat surāpaṃ tu tasyāsīd vaktraṃ triśirasas tadā kalaviṅkā viniṣpetus tenāsya bharatarṣabha
Und aus dem Mund des Dreiköpfigen, der Rauschtrank getrunken hatte, entsprangen Ammern, o Stier der Bharatas.

tatas teṣu nikṛtteṣu vijvaro maghavān abhūt jagāma tridivaṃ hṛṣṭas takṣāpi svagṛhān yayau

Nachdem jene abgeschlagen waren, wurde Maghavan fieberfrei; er kehrte erfreut in den Himmel zurück, und auch der Zimmermann ging in sein eigenes Haus.

Wort für Wort
tatas teṣu nikṛtteṣu vijvaro maghavān abhūt jagāma tridivaṃ hṛṣṭas takṣāpi svagṛhān yayau
Nachdem jene abgeschlagen waren, wurde Maghavan fieberfrei; er kehrte erfreut in den Himmel zurück, und auch der Zimmermann ging in sein eigenes Haus.

tvaṣṭā prajāpatiḥ śrutvā śakreṇātha hataṃ sutam krodhasaṃraktanayana idaṃ vacanam abravīt

Als der Prajāpati Tvaṣṭṛ hörte, dass sein Sohn von Śakra erschlagen worden war, sprach er, die Augen rot vor Zorn, folgendes Wort:

Wort für Wort
tvaṣṭā prajāpatiḥ śrutvā śakreṇātha hataṃ sutam krodhasaṃraktanayana idaṃ vacanam abravīt
Als der Prajāpati Tvaṣṭṛ hörte, dass sein Sohn von Śakra erschlagen worden war, sprach er, die Augen rot vor Zorn, folgendes Wort:

tapyamānaṃ tapo nityaṃ kṣāntaṃ dāntaṃ jitendriyam anāparādhinaṃ yasmāt putraṃ hiṃsitavān mama

„Weil er meinen Sohn verletzt hat, der beständig Askese übte, geduldig, selbstbeherrscht und mit gezügelten Sinnen war und der schuldlos war,

Wort für Wort
tapyamānaṃ tapo nityaṃ kṣāntaṃ dāntaṃ jitendriyam anāparādhinaṃ yasmāt putraṃ hiṃsitavān mama
„Weil er meinen Sohn verletzt hat, der beständig Askese übte, geduldig, selbstbeherrscht und mit gezügelten Sinnen war und der schuldlos war,

tasmāc chakravadhārthāya vṛtram utpādayāmy aham lokāḥ paśyantu me vīryaṃ tapasaś ca balaṃ mahat sa ca paśyatu devendro durātmā pāpacetanaḥ

deshalb erschaffe ich, um Śakra zu töten, den Vṛtra; die Welten sollen meine Kraft sehen und die gewaltige Macht meiner Askese, und auch der bösgesinnte, übelgesonnene Götterkönig soll es sehen.“

Wort für Wort
tasmāc chakravadhārthāya vṛtram utpādayāmy aham lokāḥ paśyantu me vīryaṃ tapasaś ca balaṃ mahat sa ca paśyatu devendro durātmā pāpacetanaḥ
deshalb erschaffe ich, um Śakra zu töten, den Vṛtra; die Welten sollen meine Kraft sehen und die gewaltige Macht meiner Askese, und auch der bösgesinnte, übelgesonnene Götterkönig soll es sehen.“

upaspṛśya tataḥ kruddhas tapasvī sumahāyaśāḥ agniṃ hutvā samutpādya ghoraṃ vṛtram uvāca ha indraśatro vivardhasva prabhāvāt tapaso mama

Darauf, nachdem er sich zornig gereinigt, ins Feuer geopfert und den schrecklichen Vṛtra erschaffen hatte, sprach der überaus ruhmreiche Asket zu ihm: „Feind Indras, wachse durch die Kraft meiner Askese!“

Wort für Wort
upaspṛśya tataḥ kruddhas tapasvī sumahāyaśāḥ agniṃ hutvā samutpādya ghoraṃ vṛtram uvāca ha indraśatro vivardhasva prabhāvāt tapaso mama
Darauf, nachdem er sich zornig gereinigt, ins Feuer geopfert und den schrecklichen Vṛtra erschaffen hatte, sprach der überaus ruhmreiche Asket zu ihm: „Feind Indras, wachse durch die Kraft meiner Askese!“

so 'vardhata divaṃ stabdhvā sūryavaiśvānaropamaḥ kiṃ karomīti covāca kālasūrya ivoditaḥ śakraṃ jahīti cāpy ukto jagāma tridivaṃ tataḥ

Er wuchs, den Himmel stützend, der Sonne und dem Feuer gleich, und fragte, was er tun solle, wie eine aufgegangene Untergangssonne; und da ihm gesagt wurde, er solle Indra töten, begab er sich darauf zum Himmel.

Wort für Wort
so 'vardhata divaṃ stabdhvā sūryavaiśvānaropamaḥ kiṃ karomīti covāca kālasūrya ivoditaḥ śakraṃ jahīti cāpy ukto jagāma tridivaṃ tataḥ
Er wuchs, den Himmel stützend, der Sonne und dem Feuer gleich, und fragte, was er tun solle, wie eine aufgegangene Untergangssonne; und da ihm gesagt wurde, er solle Indra töten, begab er sich darauf zum Himmel.

tato yuddhaṃ samabhavad vṛtravāsavayos tadā saṃkruddhayor mahāghoraṃ prasaktaṃ kurusattama

Darauf entbrannte zwischen dem zornentbrannten Vṛtra und Vāsava ein gewaltiger, schrecklicher, andauernder Kampf, du Bester der Kurus.

Wort für Wort
tato yuddhaṃ samabhavad vṛtravāsavayos tadā saṃkruddhayor mahāghoraṃ prasaktaṃ kurusattama
Darauf entbrannte zwischen dem zornentbrannten Vṛtra und Vāsava ein gewaltiger, schrecklicher, andauernder Kampf, du Bester der Kurus.

tato jagrāha devendraṃ vṛtro vīraḥ śatakratum apāvṛtya sa jagrāsa vṛtraḥ krodhasamanvitaḥ

Da packte der Held Vṛtra den Götterkönig, den Śatakratu; mit aufgerissenem Maul verschlang ihn der zornerfüllte Vṛtra.

Wort für Wort
tato jagrāha devendraṃ vṛtro vīraḥ śatakratum apāvṛtya sa jagrāsa vṛtraḥ krodhasamanvitaḥ
Da packte der Held Vṛtra den Götterkönig, den Śatakratu; mit aufgerissenem Maul verschlang ihn der zornerfüllte Vṛtra.

graste vṛtreṇa śakre tu saṃbhrāntās tridaśās tadā asṛjaṃs te mahāsattvā jṛmbhikāṃ vṛtranāśinīm

Als Śakra von Vṛtra verschlungen war, erzeugten die bestürzten, hochmächtigen Dreißig-Götter das Gähnen, das Vṛtra vernichten sollte.

Wort für Wort
graste vṛtreṇa śakre tu saṃbhrāntās tridaśās tadā asṛjaṃs te mahāsattvā jṛmbhikāṃ vṛtranāśinīm
Als Śakra von Vṛtra verschlungen war, erzeugten die bestürzten, hochmächtigen Dreißig-Götter das Gähnen, das Vṛtra vernichten sollte.

vijṛmbhamāṇasya tato vṛtrasyāsyād apāvṛtāt svāny aṅgāny abhisaṃkṣipya niṣkrānto balasūdanaḥ tataḥ prabhṛti lokeṣu jṛmbhikā prāṇisaṃśritā

Als sich darauf Vṛtra gähnend das Maul öffnete, entkam der Bezwinger Balas, seine Glieder zusammenziehend; seither haftet das Gähnen den Lebewesen in den Welten an.

Wort für Wort
vijṛmbhamāṇasya tato vṛtrasyāsyād apāvṛtāt svāny aṅgāny abhisaṃkṣipya niṣkrānto balasūdanaḥ tataḥ prabhṛti lokeṣu jṛmbhikā prāṇisaṃśritā
Als sich darauf Vṛtra gähnend das Maul öffnete, entkam der Bezwinger Balas, seine Glieder zusammenziehend; seither haftet das Gähnen den Lebewesen in den Welten an.

Ätiologische Erklärung des Gähnens als kosmische Nachwirkung dieses Ereignisses - ein bekanntes Motiv der Purāṇa-Literatur.

jahṛṣuś ca surāḥ sarve dṛṣṭvā śakraṃ viniḥsṛtam tataḥ pravavṛte yuddhaṃ vṛtravāsavayoḥ punaḥ saṃrabdhayos tadā ghoraṃ suciraṃ bharatarṣabha

Alle Götter frohlockten, als sie Śakra entkommen sahen; darauf entbrannte zwischen dem zornerfüllten Vṛtra und Vāsava wieder ein schrecklicher, sehr langer Kampf, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
jahṛṣuś ca surāḥ sarve dṛṣṭvā śakraṃ viniḥsṛtam tataḥ pravavṛte yuddhaṃ vṛtravāsavayoḥ punaḥ saṃrabdhayos tadā ghoraṃ suciraṃ bharatarṣabha
Alle Götter frohlockten, als sie Śakra entkommen sahen; darauf entbrannte zwischen dem zornerfüllten Vṛtra und Vāsava wieder ein schrecklicher, sehr langer Kampf, o Stier der Bharatas.

yadā vyavardhata raṇe vṛtro balasamanvitaḥ tvaṣṭus tapobalād vidvāṃs tadā śakro nyavartata

Als Vṛtra im Kampf, mit Kraft ausgestattet durch die Askesekraft Tvaṣṭṛs, immer stärker wurde, da zog sich der kluge Śakra zurück.

Wort für Wort
yadā vyavardhata raṇe vṛtro balasamanvitaḥ tvaṣṭus tapobalād vidvāṃs tadā śakro nyavartata
Als Vṛtra im Kampf, mit Kraft ausgestattet durch die Askesekraft Tvaṣṭṛs, immer stärker wurde, da zog sich der kluge Śakra zurück.

nivṛtte tu tadā devā viṣādam agaman param sametya śakreṇa ca te tvaṣṭus tejovimohitāḥ amantrayanta te sarve munibhiḥ saha bhārata

Als er sich zurückgezogen hatte, verfielen die Götter in tiefe Verzweiflung; von Tvaṣṭṛs Glanz verwirrt, kamen sie mit Śakra zusammen und beratschlagten alle gemeinsam mit den Weisen, o Bhārata.

Wort für Wort
nivṛtte tu tadā devā viṣādam agaman param sametya śakreṇa ca te tvaṣṭus tejovimohitāḥ amantrayanta te sarve munibhiḥ saha bhārata
Als er sich zurückgezogen hatte, verfielen die Götter in tiefe Verzweiflung; von Tvaṣṭṛs Glanz verwirrt, kamen sie mit Śakra zusammen und beratschlagten alle gemeinsam mit den Weisen, o Bhārata.

kiṃ kāryam iti te rājan vicintya bhayamohitāḥ jagmuḥ sarve mahātmānaṃ manobhir viṣṇum avyayam upaviṣṭā mandarāgre sarve vṛtravadhepsavaḥ

Nachdem sie, von Furcht verwirrt, überlegt hatten, was zu tun sei, o König, wandten sich alle in Gedanken an den hochherzigen, unvergänglichen Viṣṇu; und alle, die Vṛtras Tod herbeiwünschten, ließen sich auf dem Gipfel des Mandara nieder.

Wort für Wort
kiṃ kāryam iti te rājan vicintya bhayamohitāḥ jagmuḥ sarve mahātmānaṃ manobhir viṣṇum avyayam upaviṣṭā mandarāgre sarve vṛtravadhepsavaḥ
Nachdem sie, von Furcht verwirrt, überlegt hatten, was zu tun sei, o König, wandten sich alle in Gedanken an den hochherzigen, unvergänglichen Viṣṇu; und alle, die Vṛtras Tod herbeiwünschten, ließen sich auf dem Gipfel des Mandara nieder.

Die Erzählung Śalyas (und damit die einfache Anführung) bleibt hier offen und wird im folgenden Kapitel fortgesetzt (Fortsetzung: Rat der Götter, Dadhīcis Gebeine, Vṛtras endgültige Tötung).

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