Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 134: Vidurāputrasaṃvādaḥ (Caturtho Bhāgaḥ) Das Zwiegespräch der Vidurā mit ihrem Sohn (Vierter und letzter Teil)

Vidurā schließt ihre Mahnrede; der Sohn antwortet, nun zur Tat entschlossen. Kuntī, die die Geschichte erzählt, fügt den überlieferten Schlussvers-Zyklus über den Wert dieses Itihāsa mit Namen 'Jaya' ('Sieg') hinzu, der als heilsam für einen König in Bedrängnis und als Segensgeschichte für werdende Mütter gilt.

mātovāca naiva rājñā daraḥ kāryo jātu kasyāṃ cid āpadi atha ced api dīrṇaḥ syān naiva varteta dīrṇavat

Die Mutter sprach: Niemals darf ein König sich Furcht gestatten, in welcher Notlage auch immer; und selbst wenn er erschüttert sein sollte, soll er sich nicht wie ein Gebrochener verhalten.

Wort für Wort
na eva rājñā daraḥ kāryaḥ
niemals darf vom König Furcht getan werden (Neg. + Instr. + Nom. + Verbaladj.n.)
jātu kasyāṃ cid āpadi
jemals, in welcher Notlage auch immer (Adv. + Pron. + Loc.Sg.f.)
atha ced api dīrṇaḥ syāt
und selbst wenn er erschüttert sein sollte (Konj. + PPP.Nom.Sg.m. + Opt.)
na eva varteta dīrṇavat
soll er sich nicht wie ein Gebrochener verhalten (Neg. + Opt. + Adv.)

dīrṇaṃ hi dṛṣṭvā rājānaṃ sarvam evānudīryate rāṣṭraṃ balam amātyāś ca pṛthak kurvanti te matim

Denn sieht man den König gebrochen, so zerbricht alles zugleich mit ihm — das Reich, das Heer, und die Minister richten je für sich ihre Gesinnung neu aus.

Wort für Wort
dīrṇaṃ dṛṣṭvā rājānam
den König gebrochen gesehen habend (Akk. + Gerundium + Akk.)
sarvam eva anudīryate
alles zugleich zerbricht mit (Nom. + Partikel + 3.Sg.Pass.)
rāṣṭraṃ balam amātyāḥ ca
das Reich, das Heer und die Minister (Nom. je)
pṛthak kurvanti te matim
sie richten je für sich ihre Gesinnung aus (Adv. + 3.Pl. + Akk.f.)

śatrūn eke prapadyante prajahaty apare punaḥ anv eke prajihīrṣanti ye purastād vimānitāḥ

Manche gehen zu den Feinden über, andere wiederum verlassen ihn; manche, die zuvor missachtet worden waren, trachten danach, ihn völlig auszuplündern.

Wort für Wort
śatrūn eke prapadyante
manche gehen zu den Feinden über (Akk. + Pron. + 3.Pl.)
prajahati apare punaḥ
andere wiederum verlassen ihn (3.Pl. + Pron. + Adv.)
anu eke prajihīrṣanti
manche trachten danach auszuplündern (Pron. + 3.Pl.Desid.)
ye purastād vimānitāḥ
die zuvor missachtet worden waren (Rel. + Adv. + PPP.Nom.Pl.m.)

ya evātyantasuhṛdas ta enaṃ paryupāsate aśaktayaḥ svastikāmā baddhavatsā iḍā iva śocantam anuśocanti pratītān iva bāndhavān

Die aber, die wahrhaft treue Freunde sind, die halten sich bei ihm auf — machtlos zwar, doch sein Wohl begehrend; sie trauern mit ihm, dem Trauernden, wie eine Kuh mit gebundenem Kalb, sie betrauern ihn wie [einst] wohlbekannte Verwandte.

Wort für Wort
ye eva atyantasuhṛdaḥ
die wahrhaft treue Freunde sind (Rel. + Partikel + Nom.Pl.m.)
te enam paryupāsate
die halten sich bei ihm auf (Pron. + Akk. + 3.Pl.)
aśaktayaḥ svastikāmāḥ
machtlos, sein Wohl begehrend (Nom.Pl. je)
baddhavatsā iḍā iva
wie eine Kuh mit gebundenem Kalb (Nom.f. + Vgl.)
śocantam anuśocanti
sie trauern mit dem Trauernden (Akk.Part. + 3.Pl.)
pratītān iva bāndhavān
wie [einst] wohlbekannte Verwandte (Akk.Pl. + Vgl. + Akk.Pl.)

[?] Der Ausdruck 'pratītān iva bāndhavān' ist mehrdeutig; hier verstanden als Verwandte, die man kennt und liebt, um die man wie um Verstorbene trauert.

api te pūjitāḥ pūrvam api te suhṛdo matāḥ ye rāṣṭram abhimanyante rājño vyasanam īyuṣaḥ mā dīdaras tvaṃ suhṛdo mā tvāṃ dīrṇaṃ prahāsiṣuḥ

Auch die zuvor Geehrten, auch die als Freunde Geltenden sind es, die nach dem Reich trachten, wenn der König ins Unglück geraten ist — doch verzage du nicht: [wahre] Freunde sollen dich, den Gebrochenen, nicht verlassen.

Wort für Wort
api te pūjitāḥ pūrvam
auch die zuvor Geehrten (Partikel + Nom.Pl. + PPP. + Adv.)
api te suhṛdo matāḥ
auch die als Freunde Geltenden (Partikel + Nom.Pl. + PPP.Nom.Pl.)
ye rāṣṭram abhimanyante
die nach dem Reich trachten (Rel. + Akk. + 3.Pl.)
rājño vyasanam īyuṣaḥ
wenn der König ins Unglück geraten ist (Gen. + Akk. + Perf.Part.Gen.)
mā dīdaras tvam
verzage du nicht (Neg. + 2.Sg.Perf.Inj. + Pron.)
suhṛdo mā tvāṃ dīrṇaṃ prahāsiṣuḥ
[wahre] Freunde sollen dich, den Gebrochenen, nicht verlassen (Nom.Pl. + Neg. + Akk. + Akk. + 3.Pl.Aor.Inj.)

prabhāvaṃ pauruṣaṃ buddhiṃ jijñāsantyā mayā tava ullapantyā samāśvāsaṃ balavān iva durbalam

Da ich deine Macht, deine Mannhaftigkeit, deinen Verstand erproben wollte, habe ich dich, gleich wie ein Starker einen Schwachen, tröstend angesprochen.

Wort für Wort
prabhāvaṃ pauruṣaṃ buddhim
Macht, Mannhaftigkeit, Verstand (Akk. je)
jijñāsantyā mayā tava
da ich [fem.] erproben wollte, dein (Desid.Part.Instr.f. + Instr. + Gen.)
ullapantyā samāśvāsam
tröstend ansprechend (Part.Instr.f. + Akk.)
balavān iva durbalam
wie ein Starker einen Schwachen (Nom. + Vgl. + Akk.)

yady etat saṃvijānāsi yadi samyag bravīmy aham kṛtvāsaumyam ivātmānaṃ jayāyottiṣṭha saṃjaya

Wenn du dies verstehst, wenn ich recht spreche, dann mache dich, wie zu Stahl geworden, [bereit] und erhebe dich zum Sieg, Saṃjaya!

Wort für Wort
yadi etat saṃvijānāsi
wenn du dies verstehst (Konj. + Pron. + 2.Sg.)
yadi samyag bravīmi aham
wenn ich recht spreche (Konj. + Adv. + 1.Sg. + Pron.)
kṛtvā asaumyam iva ātmānam
dich gleichsam hart gemacht habend (Gerundium + Akk. + Vgl. + Akk.)
jayāya uttiṣṭha saṃjaya
erhebe dich zum Sieg, Saṃjaya (Dat. + Imp. + Vok.)

[?] 'kṛtvāsaumyam ivātmānam' wörtlich 'dich gleichsam ungütig/hart gemacht habend', hier sinngemäß als 'entschlossen/gestählt' wiedergegeben.

asti naḥ kośanicayo mahān aviditas tava tam ahaṃ veda nānyas tam upasaṃpādayāmi te

Uns steht ein großer Schatzvorrat zur Verfügung, dir unbekannt; ich kenne ihn, kein anderer — ich werde ihn dir zuführen.

Wort für Wort
asti naḥ kośanicayo mahān
uns steht ein großer Schatzvorrat zur Verfügung (3.Sg. + Gen. + Nom. + Nom.)
aviditas tava
dir unbekannt (Nom. + Gen.)
tam ahaṃ veda na anyaḥ
ich kenne ihn, kein anderer (Akk. + Pron. + Perf. + Neg. + Nom.)
tam upasaṃpādayāmi te
ich werde ihn dir zuführen (Akk. + 1.Sg. + Dat.)

santi naikaśatā bhūyaḥ suhṛdas tava saṃjaya sukhaduḥkhasahā vīra śatārhā anivartinaḥ

Es gibt weit mehr als hundert Freunde von dir, Saṃjaya, Held, die Freud und Leid mit dir teilen, jeder hundert wert, unerschütterlich.

Wort für Wort
santi na ekaśatā bhūyaḥ
es gibt weit mehr als hundert (3.Pl. + Neg. + Nom.Pl. + Adv.)
suhṛdas tava saṃjaya
Freunde von dir, Saṃjaya (Nom.Pl. + Gen. + Vok.)
sukhaduḥkhasahā vīra
Freud und Leid ertragend, Held (Nom.Pl. + Vok.)
śatārhā anivartinaḥ
je hundert wert, unerschütterlich (Nom.Pl. je)

tādṛśā hi sahāyā vai puruṣasya bubhūṣataḥ īṣad ujjihataḥ kiṃ cit sacivāḥ śatrukarśanāḥ

Solche Gefährten nämlich stehen einem Mann, der aufstreben will, zur Seite, sobald er sich nur ein wenig erhebt — Ratgeber, die die Feinde aufreiben.

Wort für Wort
tādṛśā hi sahāyā vai
solche Gefährten nämlich (Nom.Pl. + Partikel je)
puruṣasya bubhūṣataḥ
eines Mannes, der aufstreben will (Gen. + Desid.Part.Gen.)
īṣad ujjihataḥ kiṃ cit
sobald er sich nur ein wenig erhebt (Adv. + Part.Gen. + Adv.)
sacivāḥ śatrukarśanāḥ
Ratgeber, die die Feinde aufreiben (Nom.Pl. + Nom.Pl.)

putra uvāca kasya tv īdṛśakaṃ vākyaṃ śrutvāpi svalpacetasaḥ tamo na vyapahanyeta sucitrārthapadākṣaram

“ Der Sohn sprach: „Wessen Dunkel würde sich, hätte er auch nur ein solches Wort gehört, nicht zerstreuen — selbst bei einem von geringem Verstand — ein Wort, so reich an Bedeutung, Wortlaut und Silben?

Wort für Wort
kasya tu īdṛśakaṃ vākyam
wessen ein solches Wort (Gen. + Partikel + Akk. + Akk.)
śrutvā api svalpacetasaḥ
auch gehört habend, von geringem Verstand (Gerundium + Partikel + Gen.)
tamo na vyapahanyeta
das Dunkel würde sich nicht zerstreuen (Nom. + Neg. + 3.Sg.Opt.Pass.)
sucitrārthapadākṣaram
reich an Bedeutung, Wortlaut und Silben (Nom.n.)

udake dhūr iyaṃ dhāryā sartavyaṃ pravaṇe mayā yasya me bhavatī netrī bhaviṣyad bhūtadarśinī

Dieses Joch muss ich im Wasser tragen, auf abschüssigem Grund muss ich laufen, ich, dessen Führerin du bist, Mutter — eine, die das Künftige wie das Vergangene erkennt.

Wort für Wort
udake dhūr iyaṃ dhāryā
dieses Joch muss im Wasser getragen werden (Loc. + Nom. + Pron. + Verbaladj.f.)
sartavyaṃ pravaṇe mayā
ich muss auf abschüssigem Grund laufen (Verbaladj.n. + Loc. + Instr.)
yasya me bhavatī netrī
dessen Führerin du, [Mutter], bist (Gen. + Gen. + Nom. + Nom.f.)
bhaviṣyad bhūtadarśinī
die das Künftige wie das Vergangene erkennt (Nom.f.)

[?] Bildhafte Rede: das gefährliche Unterfangen wird mit dem Tragen eines Joches im Wasser und dem Laufen auf abschüssigem Grund verglichen, das der Sohn unter der Führung der vorausschauenden Mutter wagt.

ahaṃ hi vacanaṃ tvattaḥ śuśrūṣur aparāparam kiṃ cit kiṃ cit prativadaṃs tūṣṇīm āsaṃ muhur muhuḥ

Ich nämlich, begierig, immer neue Worte von dir zu hören, erwiderte hier und da ein wenig und blieb sonst wieder und wieder still.

Wort für Wort
ahaṃ hi vacanaṃ tvattaḥ
ich nämlich [wollte] das Wort von dir (Pron. + Partikel + Akk. + Abl.)
śuśrūṣur aparāparam
begierig, immer neue [Worte] zu hören (Desid.Part.Nom. + Akk.)
kiṃ cit kiṃ cit prativadan
hier und da ein wenig erwidernd (Adv. je + Part.Nom.)
tūṣṇīm āsaṃ muhur muhuḥ
blieb still, wieder und wieder (Adv. + 1.Sg.Impf. + Adv. je)

atṛpyann amṛtasyeva kṛcchrāl labdhasya bāndhavāt udyacchāmy eṣa śatrūṇāṃ niyamāya jayāya ca

Unersättlich wie nach Nektar, mühsam von einem Verwandten erlangt, erhebe ich mich nun zur Bändigung der Feinde und zum Sieg.“

Wort für Wort
atṛpyan amṛtasya iva
unersättlich, wie nach Nektar (Part.Nom. + Gen. + Vgl.)
kṛcchrāl labdhasya bāndhavāt
mühsam von einem Verwandten erlangt (Adv. + PPP.Gen. + Abl.)
udyacchāmi eṣa śatrūṇām
ich erhebe mich nun, der Feinde (1.Sg. + Pron. + Gen.Pl.)
niyamāya jayāya ca
zur Bändigung und zum Sieg (Dat. + Dat. + Konj.)

kunty uvāca sadaśva iva sa kṣiptaḥ praṇunno vākyasāyakaiḥ tac cakāra tathā sarvaṃ yathāvad anuśāsanam

Kuntī sprach: Wie ein edles Ross, angetrieben, von den Pfeilen der Worte vorwärtsgestoßen, so tat er all dies genau nach der Unterweisung.

Wort für Wort
sadaśva iva sa kṣiptaḥ
wie ein edles Ross, angetrieben, er (Nom. + Vgl. + Pron. + PPP.Nom.)
praṇunno vākyasāyakaiḥ
vorwärtsgestoßen von den Pfeilen der Worte (PPP.Nom. + Instr.Pl.)
tac cakāra tathā sarvam
so tat er all dies (Pron. + Perf. + Adv. + Akk.)
yathāvad anuśāsanam
genau nach der Unterweisung (Adv. + Akk.)

idam uddharṣaṇaṃ bhīmaṃ tejovardhanam uttamam rājānaṃ śrāvayen mantrī sīdantaṃ śatrupīḍitam

Diese gewaltige, mutstärkende, höchste, die Tatkraft mehrende [Geschichte] soll ein Minister den König hören lassen, wenn er verzagt, von Feinden bedrängt.

Wort für Wort
idam uddharṣaṇaṃ bhīmam
diese mutstärkende, gewaltige [Geschichte] (Nom. je)
tejovardhanam uttamam
die Tatkraft mehrende, höchste (Nom. je)
rājānaṃ śrāvayen mantrī
soll ein Minister den König hören lassen (Akk. + 3.Sg.Opt.Kaus. + Nom.)
sīdantaṃ śatrupīḍitam
wenn er verzagt, von Feinden bedrängt (Part.Akk. + Akk.)

jayo nāmetihāso 'yaṃ śrotavyo vijigīṣuṇā mahīṃ vijayate kṣipraṃ śrutvā śatrūṃś ca mardati

Dieses Geschichtswerk mit Namen 'Sieg' soll von dem, der zu siegen begehrt, gehört werden; hat er es gehört, erobert er rasch die Erde und zermalmt die Feinde.

Wort für Wort
jayo nāma itihāso 'yam
dieses Geschichtswerk mit Namen 'Sieg' (Nom. + Adv. + Nom. + Pron.)
śrotavyo vijigīṣuṇā
soll gehört werden von dem, der zu siegen begehrt (Verbaladj.Nom. + Instr.)
mahīṃ vijayate kṣipram
er erobert rasch die Erde (Akk. + 3.Sg. + Adv.)
śrutvā śatrūṃś ca mardati
gehört habend, zermalmt er die Feinde (Gerundium + Akk. + Konj. + 3.Sg.)

idaṃ puṃsavanaṃ caiva vīrājananam eva ca abhīkṣṇaṃ garbhiṇī śrutvā dhruvaṃ vīraṃ prajāyate

Dies ist zugleich ein Ritus zur Erzeugung eines Sohnes und ebenso eine heldengebärende [Erzählung]; eine Schwangere, die es wiederholt hört, gebiert gewiss einen Helden.

Wort für Wort
idaṃ puṃsavanaṃ ca eva
dies ist zugleich ein Ritus zur Erzeugung eines Sohnes (Nom. + Nom. + Konj. + Partikel)
vīrājananam eva ca
und ebenso eine heldengebärende [Erzählung] (Nom. + Partikel + Konj.)
abhīkṣṇaṃ garbhiṇī śrutvā
eine Schwangere, die es wiederholt gehört hat (Adv. + Nom.f. + Gerundium)
dhruvaṃ vīraṃ prajāyate
gebiert gewiss einen Helden (Adv. + Akk. + 3.Sg.)

vidyāśūraṃ tapaḥśūraṃ damaśūraṃ tapasvinam brāhmyā śriyā dīpyamānaṃ sādhuvādena saṃmatam

[einen Helden,] tapfer an Wissen, tapfer in Askese, tapfer in Selbstbeherrschung, einen Asketen, erstrahlend in brahmanischer Herrlichkeit, geachtet durch das Lob der Guten,

Wort für Wort
vidyāśūraṃ tapaḥśūram
tapfer an Wissen, tapfer in Askese (Akk. je)
damaśūraṃ tapasvinam
tapfer in Selbstbeherrschung, ein Asket (Akk. je)
brāhmyā śriyā dīpyamānam
erstrahlend in brahmanischer Herrlichkeit (Instr.f. + Instr. + Part.Akk.)
sādhuvādena saṃmatam
geachtet durch das Lob der Guten (Instr. + Akk.)

arciṣmantaṃ balopetaṃ mahābhāgaṃ mahāratham dhṛṣṭavantam anādhṛṣyaṃ jetāram aparājitam

strahlend, mit Kraft ausgestattet, hoch gesegnet, ein großer Wagenkämpfer, kühn, unbezwingbar, ein Sieger, unbesiegt,

Wort für Wort
arciṣmantaṃ balopetam
strahlend, mit Kraft ausgestattet (Akk. je)
mahābhāgaṃ mahāratham
hoch gesegnet, ein großer Wagenkämpfer (Akk. je)
dhṛṣṭavantam anādhṛṣyam
kühn, unbezwingbar (Akk. je)
jetāram aparājitam
ein Sieger, unbesiegt (Akk. je)

niyantāram asādhūnāṃ goptāraṃ dharmacāriṇām tadarthaṃ kṣatriyā sūte vīraṃ satyaparākramam

einen Bezähmer der Bösen, einen Beschützer derer, die dem Recht folgen — zu diesem Zweck gebiert eine Kṣatriya-Frau einen Helden von wahrhaftiger Tapferkeit.

Wort für Wort
niyantāram asādhūnām
einen Bezähmer der Bösen (Akk. + Gen.Pl.)
goptāraṃ dharmacāriṇām
einen Beschützer derer, die dem Recht folgen (Akk. + Gen.Pl.)
tadarthaṃ kṣatriyā sūte
zu diesem Zweck gebiert eine Kṣatriya-Frau (Akk. + Nom.f. + 3.Sg.)
vīraṃ satyaparākramam
einen Helden von wahrhaftiger Tapferkeit (Akk. + Akk.)

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