Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 174: Hotravāhanasamāgamaḥ Ambā trifft ihren Großvater Hotravāhana

Bhīṣma erzählt weiter: Die Asketen beraten ratlos, was mit Ambā geschehen solle - manche raten zur Rückkehr zum Vater, manche wollen sie behalten, manche zu Śālva schicken. Ambā weist alle diese Vorschläge zurück und beharrt auf dem Wunsch, Askese zu üben. Da erreicht der königliche Weise Hotravāhana, ihr Großvater mütterlicherseits, denselben Wald. Von ihrer Geschichte erfahrend, tröstet er sie und rät ihr, zu Rāma Jāmadagnya (Paraśurāma) zu gehen, der Bhīṣma bekämpfen werde, falls dieser sich weigere, sie anzunehmen. Ambā erklärt sich bereit, zu Paraśurāma zu gehen. (Die eingebetteten Reden werden weiterhin indirekt wiedergegeben.)

bhīṣma uvāca tatas te tāpasāḥ sarve kāryavanto 'bhavaṃs tadā tāṃ kanyāṃ cintayanto vai kiṃ kāryam iti dharmiṇaḥ

Darauf wurden alle jene Asketen damals ratlos, über das Mädchen nachdenkend, was zu tun sei, die Rechtschaffenen.

Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
te
jene (Nom. Pl.)
tāpasāḥ
Asketen (Nom. Pl.)
sarve
alle (Nom. Pl.)
kāryavantaḥ
ratlos, mit einer Aufgabe befasst (Nom. Pl. Bahuvrīhi)
abhavan
wurden (Impf. 3. Pl.)
tadā
damals (Adv.)
tām
über das (Akk. Sg.)
kanyām
Mädchen (Akk. Sg.)
cintayantaḥ
nachdenkend (Nom. Pl. Präs. Part.)
vai
wahrlich (Partikel)
kim
was (Interrog.)
kāryam
zu tun sei (Nom. Sg. Gerundiv)
iti
so (Partikel)
dharmiṇaḥ
die Rechtschaffenen (Nom. Pl. Bahuvrīhi)

[?] Die Beratung der Asketen und der anschließende Wortwechsel mit Ambā und Hotravāhana (V.2-13, 20-26) werden, als in Bhīṣmas Erzählung eingebettete Rede, indirekt wiedergegeben.

ke cid āhuḥ pitur veśma nīyatām iti tāpasāḥ ke cid asmadupālambhe matiṃ cakrur dvijottamāḥ

Einige der Asketen sagten, sie solle zum Haus ihres Vaters gebracht werden; einige der besten Brahmanen richteten ihren Sinn darauf, sie bei sich zu behalten.

Wort für Wort
ke cit
einige (Nom. Pl.)
āhuḥ
sagten (Perf. 3. Pl.)
pituḥ
des Vaters (Gen. Sg.)
veśma
Haus (Akk. Sg.)
nīyatām
möge gebracht werden (Pass. Imp. 3. Sg., hier indirekt)
iti
so (Partikel)
tāpasāḥ
Asketen (Nom. Pl.)
ke cit
einige (Nom. Pl.)
asmadupālambhe
sie bei sich zu behalten (Loc. Sg.)
matim
Sinn (Akk. Sg.)
cakruḥ
richteten (Perf. 3. Pl.)
dvijottamāḥ
die besten Brahmanen (Nom. Pl.)

ke cic chālvapatiṃ gatvā niyojyam iti menire neti ke cid vyavasyanti pratyākhyātā hi tena sā

Einige meinten, man solle zum Herrn von Śālva gehen und ihn zur Aufnahme verpflichten; andere entschieden dagegen, denn sie sei ja von ihm zurückgewiesen worden.

Wort für Wort
ke cit
einige (Nom. Pl.)
śālvapatim
zum Herrn von Śālva (Akk. Sg.)
gatvā
gegangen (Absol.)
niyojyam
zu verpflichten (Akk. Sg. Gerundiv)
iti
so (Partikel)
menire
meinten (Perf. Med. 3. Pl.)
na iti
dagegen (Neg.)
ke cit
andere (Nom. Pl.)
vyavasyanti
entschieden (Präs. 3. Pl.)
pratyākhyātā
zurückgewiesen (Nom. Sg. Past Part.)
hi
denn (Partikel)
tena
von ihm (Instr. Sg.)
sā
sie (Nom. Sg.)

evaṃ gate kiṃ nu śakyaṃ bhadre kartuṃ manīṣibhiḥ punar ūcuś ca te sarve tāpasāḥ saṃśitavratāḥ

Da es nun so stehe, was könne wohl, Gute, von den Weisen getan werden - so sprachen wieder alle jene Asketen von scharfem Gelübde.

Wort für Wort
evam
so (Adv.)
gate
gegangen (Loc. Sg. Past Part.)
kim nu
was denn wohl (Interrog.)
śakyam
möglich (Nom. Sg.)
bhadre
o Gute (Vok. Sg., hier indirekt)
kartum
zu tun (Inf.)
manīṣibhiḥ
von den Weisen (Instr. Pl.)
punaḥ
wieder (Adv.)
ūcuḥ
sprachen (Perf. 3. Pl.)
ca
und (Partikel)
te
jene (Nom. Pl.)
sarve
alle (Nom. Pl.)
tāpasāḥ
Asketen (Nom. Pl.)
saṃśitavratāḥ
von scharfem Gelübde (Nom. Pl. Bahuvrīhi)

alaṃ pravrajiteneha bhadre śṛṇu hitaṃ vacaḥ ito gacchasva bhadraṃ te pitur eva niveśanam

Sie sagten, genug mit dem Wanderleben hier, Gute; sie möge ein heilsames Wort hören: sie möge von hier zum Haus ihres eigenen Vaters gehen, Segen sei mit ihr.

Wort für Wort
alam
genug (Adv.)
pravrajitena
mit dem Wanderleben (Instr. Sg.)
iha
hier (Adv.)
bhadre
o Gute (Vok. Sg., hier indirekt)
śṛṇu
höre (Imp. 2. Sg., hier indirekt)
hitam
heilsames (Akk. Sg.)
vacaḥ
Wort (Akk. Sg.)
itaḥ
von hier (Adv.)
gacchasva
gehe (Imp. Med. 2. Sg., hier indirekt)
bhadram
Segen (Nom. Sg.)
te
mit ihr (Dat. Sg., hier indirekt)
pituḥ
ihres Vaters (Gen. Sg.)
eva
eben (Partikel)
niveśanam
Haus (Akk. Sg.)

pratipatsyati rājā sa pitā te yad anantaram tatra vatsyasi kalyāṇi sukhaṃ sarvaguṇānvitā na ca te 'nyā gatir nyāyyā bhaved bhadre yathā pitā

Sie sagten, der König, ihr Vater, werde tun, was als Nächstes angemessen sei; dort werde sie, Glückliche, glücklich wohnen, mit allen Vorzügen ausgestattet; und es gebe für sie keinen anderen rechtmäßigeren Zufluchtsort, Gute, als den Vater.

Wort für Wort
pratipatsyati
wird tun (Fut. 3. Sg.)
rājā
der König (Nom. Sg.)
saḥ
dieser (Nom. Sg.)
pitā
Vater (Nom. Sg.)
te
ihr (Gen. Sg., hier indirekt)
yat
was (Nom. Sg.)
anantaram
als Nächstes (Nom. Sg.)
tatra
dort (Adv.)
vatsyasi
wirst du wohnen (Fut. 2. Sg., hier indirekt)
kalyāṇi
o Glückliche (Vok. Sg., hier indirekt)
sukham
glücklich (Adv.)
sarvaguṇānvitā
mit allen Vorzügen ausgestattet (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
na
nicht (Neg.)
ca
und (Partikel)
te
für sie (Gen. Sg., hier indirekt)
anyā
andere (Nom. Sg.)
gatiḥ
Zufluchtsort (Nom. Sg.)
nyāyyā
rechtmäßigere (Nom. Sg.)
bhavet
gebe es (Opt. 3. Sg.)
bhadre
o Gute (Vok. Sg., hier indirekt)
yathā
als (Partikel)
pitā
der Vater (Nom. Sg.)

patir vāpi gatir nāryāḥ pitā vā varavarṇini gatiḥ patiḥ samasthāyā viṣame tu pitā gatiḥ

Sie sagten, der Gatte sei der Zufluchtsort der Frau, oder der Vater, Schönfarbige; solange sie in gesicherter Lage sei, sei der Gatte ihr Zufluchtsort, doch in bedrängter Lage der Vater.

Wort für Wort
patiḥ
der Gatte (Nom. Sg.)
vā api
oder auch (Partikel)
gatiḥ
Zufluchtsort (Nom. Sg.)
nāryāḥ
der Frau (Gen. Sg.)
pitā
der Vater (Nom. Sg.)
vā
oder (Partikel)
varavarṇini
o Schönfarbige (Vok. Sg., hier indirekt)
gatiḥ
Zufluchtsort (Nom. Sg.)
patiḥ
der Gatte (Nom. Sg.)
samasthāyāḥ
in gesicherter Lage (Gen. Sg.)
viṣame
in bedrängter Lage (Loc. Sg.)
tu
aber (Partikel)
pitā
der Vater (Nom. Sg.)
gatiḥ
Zufluchtsort (Nom. Sg.)

pravrajyā hi suduḥkheyaṃ sukumāryā viśeṣataḥ rājaputryāḥ prakṛtyā ca kumāryās tava bhāmini

Sie sagten, das Wanderleben sei sehr schwer zu ertragen, zumal für eine zart Erzogene, für eine Königstochter, und von Natur aus für ein junges Mädchen wie sie, Zürnende.

Wort für Wort
pravrajyā
das Wanderleben (Nom. Sg.)
hi
wahrlich (Partikel)
suduḥkhā
sehr schwer zu ertragen (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
iyam
dieses (Nom. Sg.)
sukumāryāḥ
für eine zart Erzogene (Gen. Sg.)
viśeṣataḥ
zumal (Adv.)
rājaputryāḥ
für eine Königstochter (Gen. Sg.)
prakṛtyā
von Natur aus (Instr. Sg.)
ca
und (Partikel)
kumāryāḥ
für ein junges Mädchen (Gen. Sg.)
tava
wie sie (Gen. Sg., hier indirekt)
bhāmini
o Zürnende (Vok. Sg., hier indirekt)

bhadre doṣā hi vidyante bahavo varavarṇini āśrame vai vasantyās te na bhaveyuḥ pitur gṛhe

Sie sagten, Gute, es gebe viele Gefahren, Schönfarbige, für eine, die in der Einsiedelei wohne; diese gebe es nicht im Haus ihres Vaters.

Wort für Wort
bhadre
o Gute (Vok. Sg., hier indirekt)
doṣāḥ
Gefahren (Nom. Pl.)
hi
wahrlich (Partikel)
vidyante
gibt es (Präs. Med. 3. Pl.)
bahavaḥ
viele (Nom. Pl.)
varavarṇini
o Schönfarbige (Vok. Sg., hier indirekt)
āśrame
in der Einsiedelei (Loc. Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
vasantyāḥ
die wohnt (Gen. Sg. Präs. Part.)
te
diese (Nom. Pl.)
na
nicht (Neg.)
bhaveyuḥ
gebe es (Opt. 3. Pl.)
pituḥ
des Vaters (Gen. Sg.)
gṛhe
im Haus (Loc. Sg.)

tatas tu te 'bruvan vākyaṃ brāhmaṇās tāṃ tapasvinīm tvām ihaikākinīṃ dṛṣṭvā nirjane gahane vane prārthayiṣyanti rājendrās tasmān maivaṃ manaḥ kṛthāḥ

Darauf sprachen die Brahmanen zu der Büßerin: sie, allein hier gesehen, im einsamen, dichten Wald, werde von Königen begehrt werden - deshalb solle sie ihren Sinn nicht so auf das Wanderleben richten.

Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
tu
aber (Partikel)
te
sie (Nom. Pl.)
abruvan
sprachen (Impf. 3. Pl.)
vākyam
Worte (Akk. Sg.)
brāhmaṇāḥ
die Brahmanen (Nom. Pl.)
tām
zu der (Akk. Sg.)
tapasvinīm
Büßerin (Akk. Sg.)
tvām
sie (Akk. Sg., hier indirekt)
iha
hier (Adv.)
ekākinīm
allein (Akk. Sg.)
dṛṣṭvā
gesehen (Absol.)
nirjane
im einsamen (Loc. Sg.)
gahane
dichten (Loc. Sg.)
vane
Wald (Loc. Sg.)
prārthayiṣyanti
werden begehren (Fut. 3. Pl.)
rājendrāḥ
Könige (Nom. Pl.)
tasmāt
deshalb (Adv.)
mā evam
nicht so (Prohibitiv)
manaḥ
Sinn (Akk. Sg.)
kṛthāḥ
möge sie richten (Opt. 2. Sg., hier indirekt)

ambovāca na śakyaṃ kāśinagarīṃ punar gantuṃ pitur gṛhān avajñātā bhaviṣyāmi bāndhavānāṃ na saṃśayaḥ

Ambā erwiderte, es sei ihr nicht möglich, wieder zur Stadt Kāśī, zum Haus ihres Vaters, zurückzukehren; sie werde von ihren Verwandten verachtet werden, daran sei kein Zweifel.

Wort für Wort
ambā uvāca
Ambā erwiderte (Nom. Sg. + Perf. 3. Sg.)
na
nicht (Neg.)
śakyam
möglich (Nom. Sg.)
kāśinagarīm
zur Stadt Kāśī (Akk. Sg.)
punaḥ
wieder (Adv.)
gantum
zurückzukehren (Inf.)
pituḥ
des Vaters (Gen. Sg.)
gṛhāt
vom Haus (Abl. Sg.)
avajñātā
verachtet (Nom. Sg. Past Part.)
bhaviṣyāmi
sie werde sein (Fut. 1. Sg., hier indirekt)
bāndhavānām
von ihren Verwandten (Gen. Pl.)
na saṃśayaḥ
kein Zweifel (Nom. Sg. + Neg.)

uṣitā hy anyathā bālye pitur veśmani tāpasāḥ nāhaṃ gamiṣye bhadraṃ vas tatra yatra pitā mama tapas taptum abhīpsāmi tāpasaiḥ paripālitā

Sie sagte, sie habe zwar in ihrer Kindheit anders im Haus ihres Vaters gewohnt, Asketen; doch nun werde sie nicht dorthin gehen, wo ihr Vater sei - Segen sei mit ihnen; sie wünsche, von den Asketen behütet, Askese zu üben.

Wort für Wort
uṣitā
gewohnt (Nom. Sg. Past Part.)
hi
wahrlich (Partikel)
anyathā
anders (Adv.)
bālye
in der Kindheit (Loc. Sg.)
pituḥ
des Vaters (Gen. Sg.)
veśmani
im Haus (Loc. Sg.)
tāpasāḥ
o Asketen (Vok. Pl., hier indirekt)
na
nicht (Neg.)
aham
sie (Nom. Sg., hier indirekt)
gamiṣye
sie werde gehen (Fut. Med. 1. Sg., hier indirekt)
bhadram
Segen (Nom. Sg.)
vaḥ
mit ihnen (Gen. Pl., hier indirekt)
tatra
dorthin (Adv.)
yatra
wo (Adv.)
pitā
der Vater (Nom. Sg.)
mama
ihr (Gen. Sg., hier indirekt)
tapaḥ
Askese (Akk. Sg.)
taptum
zu üben (Inf.)
abhīpsāmi
sie wünsche (Präs. 1. Sg., hier indirekt)
tāpasaiḥ
von den Asketen (Instr. Pl.)
paripālitā
behütet (Nom. Sg. Past Part.)

yathā pare 'pi me loke na syād evaṃ mahātyayaḥ daurbhāgyaṃ brāhmaṇaśreṣṭhās tasmāt tapsyāmy ahaṃ tapaḥ

Sie sagte, damit ihr auch in der anderen Welt nicht ein solch großes Unglück, ein solches Missgeschick widerfahre, Beste der Brahmanen, deshalb werde sie Askese üben.

Wort für Wort
yathā
damit (Konj.)
pare
in der anderen (Loc. Sg.)
api
auch (Partikel)
me
ihr (Gen. Sg., hier indirekt)
loke
Welt (Loc. Sg.)
na
nicht (Neg.)
syāt
widerfahre (Opt. 3. Sg.)
evam
solch (Adv.)
mahātyayaḥ
großes Unglück (Nom. Sg.)
daurbhāgyam
Missgeschick (Nom. Sg.)
brāhmaṇaśreṣṭhāḥ
o Beste der Brahmanen (Vok. Pl., hier indirekt)
tasmāt
deshalb (Adv.)
tapsyāmi
sie werde üben (Fut. 1. Sg., hier indirekt)
aham
sie (Nom. Sg., hier indirekt)
tapaḥ
Askese (Akk. Sg.)

bhīṣma uvāca ity evaṃ teṣu vipreṣu cintayatsu tathā tathā rājarṣis tad vanaṃ prāptas tapasvī hotravāhanaḥ

Während die Brahmanen so hin und her überlegten, erreichte der königliche Weise Hotravāhana, ein Asket, jenen Wald.

Wort für Wort
iti evam
so (Adv.)
teṣu
während jene (Loc. Pl.)
vipreṣu
Brahmanen (Loc. Pl.)
cintayatsu
überlegten (Loc. Pl. Präs. Part.)
tathā tathā
hin und her (Adv.)
rājarṣiḥ
der königliche Weise (Nom. Sg.)
tat
jenen (Akk. Sg.)
vanam
Wald (Akk. Sg.)
prāptaḥ
erreichte (Nom. Sg. Past Part.)
tapasvī
ein Asket (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
hotravāhanaḥ
Hotravāhana (Nom. Sg.)

tatas te tāpasāḥ sarve pūjayanti sma taṃ nṛpam pūjābhiḥ svāgatādyābhir āsanenodakena ca

Darauf ehrten alle jene Asketen den König mit Ehrenbezeigungen, beginnend mit dem Willkommensgruß, mit einem Sitz und mit Wasser.

Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
te
jene (Nom. Pl.)
tāpasāḥ
Asketen (Nom. Pl.)
sarve
alle (Nom. Pl.)
pūjayanti sma
ehrten (Präs. + sma = Vergangenheit, 3. Pl.)
tam
den (Akk. Sg.)
nṛpam
König (Akk. Sg.)
pūjābhiḥ
mit Ehrenbezeigungen (Instr. Pl.)
svāgatādyābhiḥ
beginnend mit dem Willkommensgruß (Instr. Pl.)
āsanena
mit einem Sitz (Instr. Sg.)
udakena
mit Wasser (Instr. Sg.)
ca
und (Partikel)

tasyopaviṣṭasya tato viśrāntasyopaśṛṇvataḥ punar eva kathāṃ cakruḥ kanyāṃ prati vanaukasaḥ

Als er sich gesetzt hatte und ausgeruht war und zuhörte, sprachen die Waldbewohner wieder über die Angelegenheit der Prinzessin.

Wort für Wort
tasya
als er (Gen. Sg.)
upaviṣṭasya
sich gesetzt hatte (Gen. Sg. Past Part.)
tataḥ
darauf (Adv.)
viśrāntasya
ausgeruht (Gen. Sg. Past Part.)
upaśṛṇvataḥ
zuhörend (Gen. Sg. Präs. Part.)
punaḥ eva
wieder (Adv.)
kathām
über die Angelegenheit (Akk. Sg.)
cakruḥ
sprachen (Perf. 3. Pl.)
kanyām
der Prinzessin (Akk. Sg.)
prati
über (Postposition)
vanaukasaḥ
die Waldbewohner (Nom. Pl.)

ambāyās tāṃ kathāṃ śrutvā kāśirājñaś ca bhārata sa vepamāna utthāya mātur asyāḥ pitā tadā tāṃ kanyām aṅkam āropya paryāśvāsayata prabho

Als er diese Geschichte Ambās und des Königs von Kāśī gehört hatte, Bhārata, stand er, zitternd, auf - er, der Vater ihrer Mutter - und nahm damals die Prinzessin auf seinen Schoß und tröstete sie, o Herr.

Wort für Wort
ambāyāḥ
Ambās (Gen. Sg.)
tām
diese (Akk. Sg.)
kathām
Geschichte (Akk. Sg.)
śrutvā
gehört habend (Absol.)
kāśirājñaḥ
des Königs von Kāśī (Gen. Sg.)
ca
und (Partikel)
bhārata
o Bhārata (Vok. Sg.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
vepamānaḥ
zitternd (Nom. Sg. Präs. Part.)
utthāya
aufgestanden (Absol.)
mātuḥ
der Mutter (Gen. Sg.)
asyāḥ
ihrer (Gen. Sg.)
pitā
der Vater (Nom. Sg.)
tadā
damals (Adv.)
tām
die (Akk. Sg.)
kanyām
Prinzessin (Akk. Sg.)
aṅkam
auf den Schoß (Akk. Sg.)
āropya
genommen habend (Absol.)
paryāśvāsayata
tröstete (Impf. Kaus. Med. 3. Sg.)
prabho
o Herr (Vok. Sg.)

sa tām apṛcchat kārtsnyena vyasanotpattim āditaḥ sā ca tasmai yathāvṛttaṃ vistareṇa nyavedayat

Er befragte sie vollständig über die Entstehung ihres Unglücks von Anfang an, und sie berichtete ihm ausführlich, wie es sich zugetragen hatte.

Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
tām
sie (Akk. Sg.)
apṛcchat
befragte (Impf. 3. Sg.)
kārtsnyena
vollständig (Instr. Sg.)
vyasanotpattim
die Entstehung des Unglücks (Akk. Sg.)
āditaḥ
von Anfang an (Adv.)
sā
sie (Nom. Sg.)
ca
und (Partikel)
tasmai
ihm (Dat. Sg.)
yathāvṛttam
wie es sich zugetragen hatte (Akk. Sg.)
vistareṇa
ausführlich (Instr. Sg.)
nyavedayat
berichtete (Impf. Kaus. 3. Sg.)

tataḥ sa rājarṣir abhūd duḥkhaśokasamanvitaḥ kāryaṃ ca pratipede tan manasā sumahātapāḥ

Darauf wurde der königliche Weise von Schmerz und Kummer erfüllt, und er, von sehr großer Askese, erwog die Angelegenheit in seinem Sinn.

Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
saḥ
der (Nom. Sg.)
rājarṣiḥ
königliche Weise (Nom. Sg.)
abhūt
wurde (Impf. 3. Sg.)
duḥkhaśokasamanvitaḥ
von Schmerz und Kummer erfüllt (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
kāryam
die Angelegenheit (Akk. Sg.)
ca
und (Partikel)
pratipede
erwog (Perf. Med. 3. Sg.)
tat
diese (Akk. Sg.)
manasā
in seinem Sinn (Instr. Sg.)
sumahātapāḥ
von sehr großer Askese (Nom. Sg. Bahuvrīhi)

abravīd vepamānaś ca kanyām ārtāṃ suduḥkhitaḥ mā gāḥ pitṛgṛhaṃ bhadre mātus te janako hy aham

Zitternd und sehr betrübt, sagte er zu der leidenden Prinzessin, sie solle nicht zum Haus ihres Vaters gehen, Gute, denn er sei der Vater ihrer Mutter.

Wort für Wort
abravīt
sagte (Impf. 3. Sg.)
vepamānaḥ
zitternd (Nom. Sg. Präs. Part.)
ca
und (Partikel)
kanyām
zur Prinzessin (Akk. Sg.)
ārtām
leidenden (Akk. Sg.)
suduḥkhitaḥ
sehr betrübt (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
mā
nicht (Prohibitiv, hier indirekt)
gāḥ
möge sie gehen (Opt. 2. Sg., hier indirekt)
pitṛgṛham
zum Haus des Vaters (Akk. Sg.)
bhadre
o Gute (Vok. Sg., hier indirekt)
mātuḥ
der Mutter (Gen. Sg.)
te
ihrer (Gen. Sg., hier indirekt)
janakaḥ
Vater (Nom. Sg.)
hi
denn (Partikel)
aham
er (Nom. Sg., hier indirekt)

duḥkhaṃ chetsyāmi te 'haṃ vai mayi vartasva putrike paryāptaṃ te manaḥ putri yad evaṃ pariśuṣyasi

Er sagte, er werde ihr Leid beenden; sie möge bei ihm bleiben, Töchterchen; ihr Sinn sei erschöpft, Tochter, da sie so verzehrt sei.

Wort für Wort
duḥkham
Leid (Akk. Sg.)
chetsyāmi
er werde beenden (Fut. 1. Sg., hier indirekt)
te
ihr (Gen. Sg., hier indirekt)
aham
er (Nom. Sg., hier indirekt)
vai
wahrlich (Partikel)
mayi
bei ihm (Loc. Sg., hier indirekt)
vartasva
möge sie bleiben (Imp. Med. 2. Sg., hier indirekt)
putrike
o Töchterchen (Vok. Sg., hier indirekt)
paryāptam
erschöpft (Nom. Sg.)
te
ihr (Gen. Sg., hier indirekt)
manaḥ
Sinn (Nom. Sg.)
putri
o Tochter (Vok. Sg., hier indirekt)
yat
da (Konj.)
evam
so (Adv.)
pariśuṣyasi
sie verzehrt sich (Präs. 2. Sg., hier indirekt)

gaccha madvacanād rāmaṃ jāmadagnyaṃ tapasvinam rāmas tava mahad duḥkhaṃ śokaṃ cāpanayiṣyati haniṣyati raṇe bhīṣmaṃ na kariṣyati ced vacaḥ

Er sagte, sie solle auf sein Wort hin zu Rāma, dem Sohn des Jamadagni, dem Asketen, gehen; Rāma werde ihr großes Leid und ihren Kummer vertreiben - er werde Bhīṣma im Kampf erschlagen, wenn dieser nicht sein Wort befolge.

Wort für Wort
gaccha
möge sie gehen (Imp. 2. Sg., hier indirekt)
madvacanāt
auf sein Wort hin (Abl. Sg., hier indirekt)
rāmam
zu Rāma (Akk. Sg.)
jāmadagnyam
den Sohn des Jamadagni (Akk. Sg.)
tapasvinam
den Asketen (Akk. Sg.)
rāmaḥ
Rāma (Nom. Sg.)
tava
ihr (Gen. Sg., hier indirekt)
mahat
großes (Akk. Sg.)
duḥkham
Leid (Akk. Sg.)
śokam
Kummer (Akk. Sg.)
ca
und (Partikel)
apanayiṣyati
wird vertreiben (Fut. 3. Sg.)
haniṣyati
wird erschlagen (Fut. 3. Sg.)
raṇe
im Kampf (Loc. Sg.)
bhīṣmam
Bhīṣma (Akk. Sg.)
na
nicht (Neg.)
kariṣyati
befolgt (Fut. 3. Sg.)
cet
wenn (Konj.)
vacaḥ
das Wort (Akk. Sg.)

taṃ gaccha bhārgavaśreṣṭhaṃ kālāgnisamatejasam pratiṣṭhāpayitā sa tvāṃ same pathi mahātapāḥ

Er sagte, sie solle zu diesem besten der Bhārgavas gehen, von der Glut gleich dem Feuer der Weltzerstörung; er, von großer Askese, werde sie auf den rechten Weg stellen.

Wort für Wort
tam
zu diesem (Akk. Sg.)
gaccha
möge sie gehen (Imp. 2. Sg., hier indirekt)
bhārgavaśreṣṭham
besten der Bhārgavas (Akk. Sg.)
kālāgnisamatejasam
von der Glut gleich dem Feuer der Weltzerstörung (Akk. Sg. Bahuvrīhi)
pratiṣṭhāpayitā
wird stellen (Nom. Sg. Fut. Part.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
tvām
sie (Akk. Sg., hier indirekt)
same
auf den rechten (Loc. Sg.)
pathi
Weg (Loc. Sg.)
mahātapāḥ
von großer Askese (Nom. Sg. Bahuvrīhi)

tatas tu sasvaraṃ bāṣpam utsṛjantī punaḥ punaḥ abravīt pitaraṃ mātuḥ sā tadā hotravāhanam

Darauf, unter lautem Schluchzen wieder und wieder Tränen vergießend, sprach sie damals zum Vater ihrer Mutter, Hotravāhana:

Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
tu
aber (Partikel)
sasvaram
unter lautem Schluchzen (Adv.)
bāṣpam
Tränen (Akk. Sg.)
utsṛjantī
vergießend (Nom. Sg. Präs. Part.)
punaḥ punaḥ
wieder und wieder (Adv.)
abravīt
sprach (Impf. 3. Sg.)
pitaram
zum Vater (Akk. Sg.)
mātuḥ
der Mutter (Gen. Sg.)
sā
sie (Nom. Sg.)
tadā
damals (Adv.)
hotravāhanam
Hotravāhana (Akk. Sg.)

abhivādayitvā śirasā gamiṣye tava śāsanāt api nāmādya paśyeyam āryaṃ taṃ lokaviśrutam

Sie sagte, sie werde ihn mit dem Haupt grüßen und auf sein Geheiß gehen; möchte sie doch heute jenen edlen, in der Welt berühmten Rāma sehen.

Wort für Wort
abhivādayitvā
gegrüßt habend (Absol.)
śirasā
mit dem Haupt (Instr. Sg.)
gamiṣye
sie werde gehen (Fut. Med. 1. Sg., hier indirekt)
tava
sein (Gen. Sg., hier indirekt)
śāsanāt
auf Geheiß (Abl. Sg.)
api nāma
möchte doch (Partikel)
adya
heute (Adv.)
paśyeyam
möchte sie sehen (Opt. 1. Sg., hier indirekt)
āryam
den edlen (Akk. Sg.)
tam
jenen (Akk. Sg.)
lokaviśrutam
in der Welt berühmten (Akk. Sg. Bahuvrīhi)

kathaṃ ca tīvraṃ duḥkhaṃ me haniṣyati sa bhārgavaḥ etad icchāmy ahaṃ śrotum atha yāsyāmi tatra vai

Sie fragte, wie dieser Bhārgava ihr heftiges Leid beseitigen werde; dies wolle sie hören, und dann werde sie dorthin gehen.

Wort für Wort
katham
wie (Interrog.)
ca
und (Partikel)
tīvram
heftiges (Akk. Sg.)
duḥkham
Leid (Akk. Sg.)
me
ihr (Gen. Sg., hier indirekt)
haniṣyati
wird beseitigen (Fut. 3. Sg.)
saḥ
dieser (Nom. Sg.)
bhārgavaḥ
Bhārgava (Nom. Sg.)
etat
dies (Akk. Sg.)
icchāmi
sie wolle (Präs. 1. Sg., hier indirekt)
aham
sie (Nom. Sg., hier indirekt)
śrotum
hören (Inf.)
atha
dann (Adv.)
yāsyāmi
sie werde gehen (Fut. 1. Sg., hier indirekt)
tatra
dorthin (Adv.)
vai
wahrlich (Partikel)

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