Kapitel 35: Prajāgara-parva (35)
Vidura-nīti III: Die Geschichte von Virocana und Sudhanvan; weitere Weisheitslehren
Vidura setzt seine Rede fort und erzählt die alte, bereits in Kap.33 angekündigte Geschichte vom Streitgespräch zwischen dem Asura-Prinzen Virocana und dem Brahmanensohn Sudhanvan um den Vorrang der Brahmanen vor den Daitya-Söhnen: ein Wett-um-das-Leben, das der gemeinsame Vater Prahrāda schließlich zugunsten der Wahrheit (und damit Sudhanvans) entscheidet. Die Moral - keine Lüge um Landbesitzes willen - wird direkt auf Dhṛtarāṣṭra angewandt. Es folgen weitere dichte Merkspruch-Reihen (verbotene Zeugen, Schein-Frömmigkeit, Todsünden, die Quellen des Glücks) und der erneute, nun noch direktere Vorwurf: die Herrschaft liege in den Händen Duryodhanas, Śakunis, Duḥśāsanas und Karṇas, während die tugendhaften Pāṇḍavas sich Dhṛtarāṣṭra gegenüber wie Söhne verhielten. Viduras Rede bleibt auch hier am Kapitelende offen.
‘ Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Sprich weiter, du von großer Weisheit, ein mit Recht und Nutzen verbundenes Wort; mir, der ich zuhöre, wird es nicht überdrüssig - du sprichst hier so mannigfaltige Dinge.‘
‘ Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Sprich weiter, du von großer Weisheit, ein mit Recht und Nutzen verbundenes Wort; mir, der ich zuhöre, wird es nicht überdrüssig - du sprichst hier so mannigfaltige Dinge.‘
Hier schließt zunächst Viduras vorheriger Redeabschnitt (offen seit Kap.34), bevor Dhṛtarāṣṭras kurze Bitte um Fortsetzung eine neue, sofort wieder geschlossene Rahmung bildet.
Vidura sprach: ‚Das Bad an allen Wallfahrtsstätten und die Aufrichtigkeit gegenüber allen Wesen - diese beiden mögen gleichwertig sein, oder die Aufrichtigkeit ist noch vorzüglicher.
Vidura sprach: ‚Das Bad an allen Wallfahrtsstätten und die Aufrichtigkeit gegenüber allen Wesen - diese beiden mögen gleichwertig sein, oder die Aufrichtigkeit ist noch vorzüglicher.
virocana uvāca prājāpatyā hi vai śreṣṭhā vayaṃ keśini sattamāḥ asmākaṃ khalv ime lokāḥ ke devāḥ ke dvijātayaḥ
„Die Nachkommen Prajāpatis sind wahrlich die Vorzüglichsten, Keśinī, die Besten; uns gehören ja diese Welten - was sind da schon die Götter, was die Zweifachgeborenen?“
Wort für Wort
virocana uvāca prājāpatyā hi vai śreṣṭhā vayaṃ keśini sattamāḥ asmākaṃ khalv ime lokāḥ ke devāḥ ke dvijātayaḥ
„Die Nachkommen Prajāpatis sind wahrlich die Vorzüglichsten, Keśinī, die Besten; uns gehören ja diese Welten - was sind da schon die Götter, was die Zweifachgeborenen?“
virocana uvāca āvāṃ kutra gamiṣyāvaḥ prāṇayor vipaṇe kṛte na hi deveṣv ahaṃ sthātā na manuṣyeṣu karhi cit
„Wohin sollen wir beide gehen, wenn unser Leben als Einsatz gesetzt ist? Denn weder bei den Göttern noch je bei den Menschen werde ich bestehen können.“
Wort für Wort
virocana uvāca āvāṃ kutra gamiṣyāvaḥ prāṇayor vipaṇe kṛte na hi deveṣv ahaṃ sthātā na manuṣyeṣu karhi cit
„Wohin sollen wir beide gehen, wenn unser Leben als Einsatz gesetzt ist? Denn weder bei den Göttern noch je bei den Menschen werde ich bestehen können.“
sudhanvovāca pitaraṃ te gamiṣyāvaḥ prāṇayor vipaṇe kṛte putrasyāpi sa hetor hi prahrādo nānṛtaṃ vadet
„Zu deinem Vater wollen wir gehen, wenn unser Leben als Einsatz gesetzt ist; denn Prahrāda würde auch um seines Sohnes willen keine Unwahrheit sprechen.“
Wort für Wort
sudhanvovāca pitaraṃ te gamiṣyāvaḥ prāṇayor vipaṇe kṛte putrasyāpi sa hetor hi prahrādo nānṛtaṃ vadet
„Zu deinem Vater wollen wir gehen, wenn unser Leben als Einsatz gesetzt ist; denn Prahrāda würde auch um seines Sohnes willen keine Unwahrheit sprechen.“
kiṃ vai sahaiva carato na purā carataḥ saha virocanaitat pṛcchāmi kiṃ te sakhyaṃ sudhanvanā
Warum geht ihr jetzt zusammen, die ihr vorher nicht zusammen gegangen seid? Virocana, das frage ich dich - was hast du für eine Freundschaft mit Sudhanvan?“
Wort für Wort
kiṃ vai sahaiva carato na purā carataḥ saha virocanaitat pṛcchāmi kiṃ te sakhyaṃ sudhanvanā
Warum geht ihr jetzt zusammen, die ihr vorher nicht zusammen gegangen seid? Virocana, das frage ich dich - was hast du für eine Freundschaft mit Sudhanvan?“
virocana uvāca na me sudhanvanā sakhyaṃ prāṇayor vipaṇāvahe prahrāda tat tvāṃ pṛcchāmi mā praśnam anṛtaṃ vadīḥ
„Keine Freundschaft habe ich mit Sudhanvan; wir haben unser beider Leben als Einsatz gesetzt, Prahrāda - das frage ich dich; sprich auf meine Frage keine Unwahrheit.“
Wort für Wort
virocana uvāca na me sudhanvanā sakhyaṃ prāṇayor vipaṇāvahe prahrāda tat tvāṃ pṛcchāmi mā praśnam anṛtaṃ vadīḥ
„Keine Freundschaft habe ich mit Sudhanvan; wir haben unser beider Leben als Einsatz gesetzt, Prahrāda - das frage ich dich; sprich auf meine Frage keine Unwahrheit.“
sudhanvovāca udakaṃ madhuparkaṃ ca patha evārpitaṃ mama prahrāda tvaṃ tu nau praśnaṃ tathyaṃ prabrūhi pṛcchatoḥ
„Wasser und Ehrentrank sind mir schon auf dem Weg dargebracht worden; du aber, Prahrāda, beantworte uns beiden, die wir fragen, die Frage wahrheitsgemäß.“
Wort für Wort
sudhanvovāca udakaṃ madhuparkaṃ ca patha evārpitaṃ mama prahrāda tvaṃ tu nau praśnaṃ tathyaṃ prabrūhi pṛcchatoḥ
„Wasser und Ehrentrank sind mir schon auf dem Weg dargebracht worden; du aber, Prahrāda, beantworte uns beiden, die wir fragen, die Frage wahrheitsgemäß.“
„Ob nun der Sohn oder ein anderer, Brahmane, im Zeugnis dastehen mag - wie könnte einer wie ich die Frage bei einem solchen Streit zwischen ihnen beantworten?
„Ob nun der Sohn oder ein anderer, Brahmane, im Zeugnis dastehen mag - wie könnte einer wie ich die Frage bei einem solchen Streit zwischen ihnen beantworten?
atha yo naiva prabrūyāt satyaṃ vā yadi vānṛtam etat sudhanvan pṛcchāmi durvivaktā sma kiṃ vaset
Wenn aber einer weder die Wahrheit noch die Unwahrheit sagen würde - das frage ich dich, Sudhanvan: Wo müsste ein solcher schlecht Aussagender wohnen?“
Wort für Wort
atha yo naiva prabrūyāt satyaṃ vā yadi vānṛtam etat sudhanvan pṛcchāmi durvivaktā sma kiṃ vaset
Wenn aber einer weder die Wahrheit noch die Unwahrheit sagen würde - das frage ich dich, Sudhanvan: Wo müsste ein solcher schlecht Aussagender wohnen?“
sudhanvovāca yāṃ rātrim adhivinnā strī yāṃ caivākṣaparājitaḥ yāṃ ca bhārābhitaptāṅgo durvivaktā sma tāṃ vaset
„Die Nacht, die eine Frau durchlebt, der eine Nebenfrau ins Haus gebracht wurde, und die, die einer erlebt, der beim Würfelspiel verloren hat, und die, in der einer mit von einer Last gequälten Gliedern schlaflos liegt - eine solche Nacht möge der schlecht Aussagende erleben.
Wort für Wort
sudhanvovāca yāṃ rātrim adhivinnā strī yāṃ caivākṣaparājitaḥ yāṃ ca bhārābhitaptāṅgo durvivaktā sma tāṃ vaset
„Die Nacht, die eine Frau durchlebt, der eine Nebenfrau ins Haus gebracht wurde, und die, die einer erlebt, der beim Würfelspiel verloren hat, und die, in der einer mit von einer Last gequälten Gliedern schlaflos liegt - eine solche Nacht möge der schlecht Aussagende erleben.
nagare pratiruddhaḥ san bahirdvāre bubhukṣitaḥ amitrān bhūyasaḥ paśyan durvivaktā sma tāṃ vaset
Wie einer, der in der Stadt eingeschlossen ist, vor dem Tor hungernd, viele Feinde erblickend - eine solche Nacht möge der schlecht Aussagende erleben.
Wort für Wort
nagare pratiruddhaḥ san bahirdvāre bubhukṣitaḥ amitrān bhūyasaḥ paśyan durvivaktā sma tāṃ vaset
Wie einer, der in der Stadt eingeschlossen ist, vor dem Tor hungernd, viele Feinde erblickend - eine solche Nacht möge der schlecht Aussagende erleben.
Fünf Nachkommen tötet die Lüge über ein Stück Vieh, zehn tötet die Lüge über eine Kuh, hundert tötet die Lüge über ein Pferd, tausend die Lüge über einen Menschen.
Fünf Nachkommen tötet die Lüge über ein Stück Vieh, zehn tötet die Lüge über eine Kuh, hundert tötet die Lüge über ein Pferd, tausend die Lüge über einen Menschen.
hanti jātān ajātāṃś ca hiraṇyārthe 'nṛtaṃ vadan sarvaṃ bhūmyanṛte hanti mā sma bhūmyanṛtaṃ vadīḥ
Wer wegen Goldes eine Lüge spricht, tötet die Geborenen und die Ungeborenen; die Lüge über Land vernichtet alles - sprich niemals eine Lüge über Land.“
Wort für Wort
hanti jātān ajātāṃś ca hiraṇyārthe 'nṛtaṃ vadan sarvaṃ bhūmyanṛte hanti mā sma bhūmyanṛtaṃ vadīḥ
Wer wegen Goldes eine Lüge spricht, tötet die Geborenen und die Ungeborenen; die Lüge über Land vernichtet alles - sprich niemals eine Lüge über Land.“
prahrāda uvāca mattaḥ śreyān aṅgirā vai sudhanvā tvad virocana mātāsya śreyasī mātus tasmāt tvaṃ tena vai jitaḥ
„Besser als ich ist wahrlich Aṅgiras; Sudhanvan ist besser als du, Virocana; seine Mutter ist besser als deine Mutter - darum bist du fürwahr von ihm besiegt.
Wort für Wort
prahrāda uvāca mattaḥ śreyān aṅgirā vai sudhanvā tvad virocana mātāsya śreyasī mātus tasmāt tvaṃ tena vai jitaḥ
„Besser als ich ist wahrlich Aṅgiras; Sudhanvan ist besser als du, Virocana; seine Mutter ist besser als deine Mutter - darum bist du fürwahr von ihm besiegt.
Sudhanvan wird hier implizit als Sohn des Aṅgiras identifiziert.
sudhanvovāca yad dharmam avṛṇīthās tvaṃ na kāmād anṛtaṃ vadīḥ punar dadāmi te tasmāt putraṃ prahrāda durlabham
„Weil du das Recht gewählt und nicht aus Zuneigung eine Unwahrheit gesprochen hast, gebe ich dir deshalb, Prahrāda, den schwer zu ersetzenden Sohn zurück.
Wort für Wort
sudhanvovāca yad dharmam avṛṇīthās tvaṃ na kāmād anṛtaṃ vadīḥ punar dadāmi te tasmāt putraṃ prahrāda durlabham
„Weil du das Recht gewählt und nicht aus Zuneigung eine Unwahrheit gesprochen hast, gebe ich dir deshalb, Prahrāda, den schwer zu ersetzenden Sohn zurück.
Darum, Herrscher der Könige, solltest du wegen Landbesitzes keine Unwahrheit sprechen; gerate nicht, deinen Söhnen nachgebend, samt deinen Söhnen und Ministern ins Verderben.
Darum, Herrscher der Könige, solltest du wegen Landbesitzes keine Unwahrheit sprechen; gerate nicht, deinen Söhnen nachgebend, samt deinen Söhnen und Ministern ins Verderben.
Die heiligen Verse retten den Betrüger, der durch Betrug lebt, nicht aus dem Unheil; wie flügge gewordene Vögel das Nest, so verlassen ihn die Verse zur Todesstunde.
Die heiligen Verse retten den Betrüger, der durch Betrug lebt, nicht aus dem Unheil; wie flügge gewordene Vögel das Nest, so verlassen ihn die Verse zur Todesstunde.
Trunksucht, Streit, Feindschaft mit der Gemeinschaft, Zwietracht zwischen Gattin und Gatten, Verwandtenspaltung, das dem König Verhasste, Streit zwischen Mann und Frau, und einen verrufenen Weg - dies, so sagt man, soll man meiden.
Trunksucht, Streit, Feindschaft mit der Gemeinschaft, Zwietracht zwischen Gattin und Gatten, Verwandtenspaltung, das dem König Verhasste, Streit zwischen Mann und Frau, und einen verrufenen Weg - dies, so sagt man, soll man meiden.
sāmudrikaṃ vaṇijaṃ corapūrvaṃ; śalākadhūrtaṃ ca cikitsakaṃ ca ariṃ ca mitraṃ ca kuśīlavaṃ ca; naitān sākṣyeṣv adhikurvīta sapta
Den Seehändler, den ehemaligen Dieb, den Würfel-Falschspieler, den Arzt, den Feind, den Freund und den Schauspieler - diese sieben soll man nicht als Zeugen einsetzen.
Wort für Wort
sāmudrikaṃ vaṇijaṃ corapūrvaṃ; śalākadhūrtaṃ ca cikitsakaṃ ca ariṃ ca mitraṃ ca kuśīlavaṃ ca; naitān sākṣyeṣv adhikurvīta sapta
Den Seehändler, den ehemaligen Dieb, den Würfel-Falschspieler, den Arzt, den Feind, den Freund und den Schauspieler - diese sieben soll man nicht als Zeugen einsetzen.
Das nur zum Schein vollzogene Feueropfer, das nur zum Schein geübte Schweigegelübde, das nur zum Schein betriebene Studium und das nur zum Schein dargebrachte Opfer - diese vier, an sich furchtbefreiend, bringen, wenn unecht vollzogen, Furcht.
Das nur zum Schein vollzogene Feueropfer, das nur zum Schein geübte Schweigegelübde, das nur zum Schein betriebene Studium und das nur zum Schein dargebrachte Opfer - diese vier, an sich furchtbefreiend, bringen, wenn unecht vollzogen, Furcht.
agāradāhī garadaḥ kuṇḍāśī somavikrayī parvakāraś ca sūcī ca mitradhruk pāradārikaḥ
Der Haus-Brandstifter, der Giftmischer, wer von unreiner Nahrung lebt, der Soma-Verkäufer, wer verbotene Festtage begeht, der Verräter, der Freundesverräter, der Ehebrecher,
Wort für Wort
agāradāhī garadaḥ kuṇḍāśī somavikrayī parvakāraś ca sūcī ca mitradhruk pāradārikaḥ
Der Haus-Brandstifter, der Giftmischer, wer von unreiner Nahrung lebt, der Soma-Verkäufer, wer verbotene Festtage begeht, der Verräter, der Freundesverräter, der Ehebrecher,
bhrūṇahā gurutalpī ca yaś ca syāt pānapo dvijaḥ atitīkṣṇaś ca kākaś ca nāstiko vedanindakaḥ
der Kindsmörder im Mutterleib, wer das Bett des Lehrers schändet, der trunksüchtige Zweifachgeborene, der überaus Grausame, der Heuchler, der Gottesleugner, der Schmäher der Veden,
Wort für Wort
bhrūṇahā gurutalpī ca yaś ca syāt pānapo dvijaḥ atitīkṣṇaś ca kākaś ca nāstiko vedanindakaḥ
der Kindsmörder im Mutterleib, wer das Bett des Lehrers schändet, der trunksüchtige Zweifachgeborene, der überaus Grausame, der Heuchler, der Gottesleugner, der Schmäher der Veden,
sruvapragrahaṇo vrātyaḥ kīnāśaś cārthavān api rakṣety uktaś ca yo hiṃsyāt sarve brahmahaṇaiḥ samāḥ
wer unbefugt die Opferkelle ergreift, der von den Riten Ausgeschlossene, der geizige Reiche, und wer, um Schutz gebeten, dennoch Schaden zufügt - sie alle sind einem Brahmanenmörder gleich.
Wort für Wort
sruvapragrahaṇo vrātyaḥ kīnāśaś cārthavān api rakṣety uktaś ca yo hiṃsyāt sarve brahmahaṇaiḥ samāḥ
wer unbefugt die Opferkelle ergreift, der von den Riten Ausgeschlossene, der geizige Reiche, und wer, um Schutz gebeten, dennoch Schaden zufügt - sie alle sind einem Brahmanenmörder gleich.
Durch die Grasfackel erkennt man das Gold; an der Zeitenwende den Guten, durch den Umgang den Rechtschaffenen, den Helden in Gefahren, den Standhaften in Nöten - und in schwierigen Notlagen die Freunde und die Feinde.
Durch die Grasfackel erkennt man das Gold; an der Zeitenwende den Guten, durch den Umgang den Rechtschaffenen, den Helden in Gefahren, den Standhaften in Nöten - und in schwierigen Notlagen die Freunde und die Feinde.
Das Alter raubt die Schönheit, die Hoffnung die Standhaftigkeit, der Tod das Leben, der Groll die Rechtschaffenheit, der Zorn das Glück, der Umgang mit Niederträchtigen den Charakter, die Begierde die Scham, der Hochmut aber alles zugleich.
Das Alter raubt die Schönheit, die Hoffnung die Standhaftigkeit, der Tod das Leben, der Groll die Rechtschaffenheit, der Zorn das Glück, der Umgang mit Niederträchtigen den Charakter, die Begierde die Scham, der Hochmut aber alles zugleich.
aṣṭau guṇāḥ puruṣaṃ dīpayanti; prajñā ca kaulyaṃ ca damaḥ śrutaṃ ca parākramaś cābahubhāṣitā ca; dānaṃ yathāśakti kṛtajñatā ca
Acht Eigenschaften lassen den Menschen erstrahlen: Weisheit, edle Abstammung, Selbstbeherrschung, Gelehrsamkeit, Tapferkeit, Wortkargheit, Freigebigkeit nach Vermögen, und Dankbarkeit.
Wort für Wort
aṣṭau guṇāḥ puruṣaṃ dīpayanti; prajñā ca kaulyaṃ ca damaḥ śrutaṃ ca parākramaś cābahubhāṣitā ca; dānaṃ yathāśakti kṛtajñatā ca
Acht Eigenschaften lassen den Menschen erstrahlen: Weisheit, edle Abstammung, Selbstbeherrschung, Gelehrsamkeit, Tapferkeit, Wortkargheit, Freigebigkeit nach Vermögen, und Dankbarkeit.
Diese bedeutenden Eigenschaften, mein Lieber, überstrahlt eine einzige Eigenschaft mit Macht: Wenn ein König einen Menschen ehrt, überstrahlt diese Eigenschaft der königlichen Gunst alle anderen Eigenschaften.
Diese bedeutenden Eigenschaften, mein Lieber, überstrahlt eine einzige Eigenschaft mit Macht: Wenn ein König einen Menschen ehrt, überstrahlt diese Eigenschaft der königlichen Gunst alle anderen Eigenschaften.
Diese acht, o König, sind in der Menschenwelt Anzeichen der Himmelswelt; vier von ihnen werden von den Rechtschaffenen befolgt, vier von ihnen befolgen die Rechtschaffenen aus eigenem Antrieb.
Diese acht, o König, sind in der Menschenwelt Anzeichen der Himmelswelt; vier von ihnen werden von den Rechtschaffenen befolgt, vier von ihnen befolgen die Rechtschaffenen aus eigenem Antrieb.
Opfer, Freigebigkeit, Studium und Askese - diese vier werden von den Rechtschaffenen befolgt; Selbstbeherrschung, Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Milde - diese vier befolgen die Rechtschaffenen aus eigenem Antrieb.
Opfer, Freigebigkeit, Studium und Askese - diese vier werden von den Rechtschaffenen befolgt; Selbstbeherrschung, Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Milde - diese vier befolgen die Rechtschaffenen aus eigenem Antrieb.
na sā sabhā yatra na santi vṛddhā; na te vṛddhā ye na vadanti dharmam nāsau dharmo yatra na satyam asti; na tat satyaṃ yac chalenānuviddham
Das ist keine Versammlung, in der keine Alten sind; das sind keine Alten, die nicht vom Recht sprechen; das ist kein Recht, in dem keine Wahrheit ist; das ist keine Wahrheit, die von Betrug durchsetzt ist.
Wort für Wort
na sā sabhā yatra na santi vṛddhā; na te vṛddhā ye na vadanti dharmam nāsau dharmo yatra na satyam asti; na tat satyaṃ yac chalenānuviddham
Das ist keine Versammlung, in der keine Alten sind; das sind keine Alten, die nicht vom Recht sprechen; das ist kein Recht, in dem keine Wahrheit ist; das ist keine Wahrheit, die von Betrug durchsetzt ist.
satyaṃ rūpaṃ śrutaṃ vidyā kaulyaṃ śīlaṃ balaṃ dhanam śauryaṃ ca citrabhāṣyaṃ ca daśa saṃsargayonayaḥ
Wahrhaftigkeit, Schönheit, Gelehrsamkeit, Wissen, edle Abstammung, Charakter, Kraft, Reichtum, Tapferkeit und kunstvolle Rede - dies sind die zehn Quellen für gesellschaftlichen Umgang.
Wort für Wort
satyaṃ rūpaṃ śrutaṃ vidyā kaulyaṃ śīlaṃ balaṃ dhanam śauryaṃ ca citrabhāṣyaṃ ca daśa saṃsargayonayaḥ
Wahrhaftigkeit, Schönheit, Gelehrsamkeit, Wissen, edle Abstammung, Charakter, Kraft, Reichtum, Tapferkeit und kunstvolle Rede - dies sind die zehn Quellen für gesellschaftlichen Umgang.
divasenaiva tat kuryād yena rātrau sukhaṃ vaset aṣṭamāsena tat kuryād yena varṣāḥ sukhaṃ vaset
Am Tag schon soll man das tun, wodurch man in der Nacht glücklich lebt; in acht Monaten soll man das tun, wodurch man während der Regenzeit glücklich lebt.
Wort für Wort
divasenaiva tat kuryād yena rātrau sukhaṃ vaset aṣṭamāsena tat kuryād yena varṣāḥ sukhaṃ vaset
Am Tag schon soll man das tun, wodurch man in der Nacht glücklich lebt; in acht Monaten soll man das tun, wodurch man während der Regenzeit glücklich lebt.
jīrṇam annaṃ praśaṃsanti bhāryāṃ ca gatayauvanām śūraṃ vigatasaṃgrāmaṃ gatapāraṃ tapasvinam
Man lobt verdaute Speise, eine Gattin, deren Jugend vergangen ist, einen Helden, der aus der Schlacht zurückgekehrt ist, und einen Asketen, der sein Ziel erreicht hat.
Wort für Wort
jīrṇam annaṃ praśaṃsanti bhāryāṃ ca gatayauvanām śūraṃ vigatasaṃgrāmaṃ gatapāraṃ tapasvinam
Man lobt verdaute Speise, eine Gattin, deren Jugend vergangen ist, einen Helden, der aus der Schlacht zurückgekehrt ist, und einen Asketen, der sein Ziel erreicht hat.
Der Lehrer ist der Zuchtmeister der Selbstbeherrschten, der König der Zuchtmeister der Bösgesinnten; für die im Verborgenen Sündigenden aber ist Yama, der Sohn des Vivasvat, der Zuchtmeister.
Der Lehrer ist der Zuchtmeister der Selbstbeherrschten, der König der Zuchtmeister der Bösgesinnten; für die im Verborgenen Sündigenden aber ist Yama, der Sohn des Vivasvat, der Zuchtmeister.
Der Kṣatriya, der an der Verehrung der Zweifachgeborenen Freude findet, freigebig ist, aufrichtig gegenüber den Verwandten - ein solcher, o König, hat Anteil am Himmel und beschützt lange die Erde.
Der Kṣatriya, der an der Verehrung der Zweifachgeborenen Freude findet, freigebig ist, aufrichtig gegenüber den Verwandten - ein solcher, o König, hat Anteil am Himmel und beschützt lange die Erde.
buddhiśreṣṭhāni karmāṇi bāhumadhyāni bhārata tāni jaṅghājaghanyāni bhārapratyavarāṇi ca
Die mit dem Verstand vollbrachten Taten sind die besten, Bhārata, die mit den Armen vollbrachten sind mittelmäßig, die mit den Beinen vollbrachten die niedrigsten, und die durch bloße Lastenträgerei die geringsten.
Wort für Wort
buddhiśreṣṭhāni karmāṇi bāhumadhyāni bhārata tāni jaṅghājaghanyāni bhārapratyavarāṇi ca
Die mit dem Verstand vollbrachten Taten sind die besten, Bhārata, die mit den Armen vollbrachten sind mittelmäßig, die mit den Beinen vollbrachten die niedrigsten, und die durch bloße Lastenträgerei die geringsten.
Und die mit allen Tugenden ausgestatteten Pāṇḍavas, Stier der Bharatas, verhalten sich dir gegenüber wie einem Vater; verhalte du dich ihnen gegenüber wie einem Sohn.
Und die mit allen Tugenden ausgestatteten Pāṇḍavas, Stier der Bharatas, verhalten sich dir gegenüber wie einem Vater; verhalte du dich ihnen gegenüber wie einem Sohn.