Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 22: Sainyoddyoga-parva (22) Dhṛtarāṣṭras große Rede an Sañjaya

In durchgehendem Triṣṭubh/Upajāti-Versmaß (Abweichung von der sonst üblichen Anuṣṭubh-Śloka-Form) hält Dhṛtarāṣṭra eine lange, von Angst durchzogene Rede: Er bekennt, dass er den Pāṇḍavas nie ein Unrecht nachweisen konnte, zählt eindringlich die verbündeten Helden auf (Arjuna, Bhīma, die Zwillinge, Sātyaki, Dhṛṣṭadyumna, Virāṭa, die vertriebenen Kekaya-Prinzen, den Pāṇḍya-König u.a.), erinnert an Arjunas Sieg über die Götter beim Khāṇḍava-Brand und an Kṛṣṇas Tötung Śiśupālas beim Rājasūya, und gesteht, mehr Angst vor Yudhiṣṭhiras Zorn zu haben als vor Arjuna, Bhīma oder Kṛṣṇa selbst. Er entsendet Sañjaya mit einer Friedensbotschaft zu den Pāṇḍavas und allen Verbündeten.

dhṛtarāṣṭra uvāca prāptān āhuḥ saṃjaya pāṇḍuputrān; upaplavye tān vijānīhi gatvā ajātaśatruṃ ca sabhājayethā; diṣṭyānagha grāmam upasthitas tvam

Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Man sagt, Sañjaya, dass die Söhne Pāṇḍus in Upaplavya angekommen sind; begib dich dorthin, erkunde sie, und ehre Ajātaśatru [Yudhiṣṭhira] - zum Glück, Makelloser, bist du nun zum Aufbruch ins Lager bereit [?].

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca prāptān āhuḥ saṃjaya pāṇḍuputrān; upaplavye tān vijānīhi gatvā ajātaśatruṃ ca sabhājayethā; diṣṭyānagha grāmam upasthitas tvam
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Man sagt, Sañjaya, dass die Söhne Pāṇḍus in Upaplavya angekommen sind; begib dich dorthin, erkunde sie, und ehre Ajātaśatru [Yudhiṣṭhira] - zum Glück, Makelloser, bist du nun zum Aufbruch ins Lager bereit [?].

'diṣṭyānagha grāmam upasthitas tvam' ist grammatisch als Perfektpartizip ('du bist angelangt') formuliert, obwohl Sañjaya die Reise erst noch antreten soll; hier als vorwegnehmender Segensspruch für die bevorstehende Reise gedeutet.

sarvān vadeḥ saṃjaya svastimantaḥ; kṛcchraṃ vāsam atadarhā niruṣya teṣāṃ śāntir vidyate 'smāsu śīghraṃ; mithyopetānām upakāriṇāṃ satām

Grüße sie alle, Sañjaya, mit Wünschen des Wohlergehens; sage ihnen, die ein hartes, ihnen nicht gebührendes Leben durchlitten haben, dass zwischen ihnen und uns bald Frieden herrschen möge - ihnen, den zu Unrecht Betroffenen, den guten Wohltätern [?].

Wort für Wort
sarvān vadeḥ saṃjaya svastimantaḥ; kṛcchraṃ vāsam atadarhā niruṣya teṣāṃ śāntir vidyate 'smāsu śīghraṃ; mithyopetānām upakāriṇāṃ satām
Grüße sie alle, Sañjaya, mit Wünschen des Wohlergehens; sage ihnen, die ein hartes, ihnen nicht gebührendes Leben durchlitten haben, dass zwischen ihnen und uns bald Frieden herrschen möge - ihnen, den zu Unrecht Betroffenen, den guten Wohltätern [?].

Der Satzbau ist stark komprimiert (mehrere Genitiv-/Partizip-Attribute ohne klares Verb); Sinnrichtung (Wunsch nach raschem Frieden mit den ungerecht behandelten, wohlwollenden Pāṇḍavas) ist aber eindeutig.

nāhaṃ kva cit saṃjaya pāṇḍavānāṃ; mithyāvṛttiṃ kāṃ cana jātv apaśyam sarvāṃ śriyaṃ hy ātmavīryeṇa labdhvā; paryākārṣuḥ pāṇḍavā mahyam eva

Niemals, Sañjaya, habe ich bei den Pāṇḍavas irgendein falsches Verhalten bemerkt; obwohl sie all ihren Glanz durch eigene Tapferkeit erworben hatten, überließen die Pāṇḍavas ihn ganz allein mir.

Wort für Wort
nāhaṃ kva cit saṃjaya pāṇḍavānāṃ; mithyāvṛttiṃ kāṃ cana jātv apaśyam sarvāṃ śriyaṃ hy ātmavīryeṇa labdhvā; paryākārṣuḥ pāṇḍavā mahyam eva
Niemals, Sañjaya, habe ich bei den Pāṇḍavas irgendein falsches Verhalten bemerkt; obwohl sie all ihren Glanz durch eigene Tapferkeit erworben hatten, überließen die Pāṇḍavas ihn ganz allein mir.

doṣaṃ hy eṣāṃ nādhigacche parikṣan; nityaṃ kaṃ cid yena garheya pārthān dharmārthābhyāṃ karma kurvanti nityaṃ; sukhapriyā nānurudhyanti kāmān

Auch bei genauer Prüfung finde ich keinen Fehler an ihnen, weswegen ich die Söhne Pṛthās stets tadeln könnte; sie handeln stets nach Recht und Nutzen, sie hängen nicht dem Vergnügen liebenden Begehren an.

Wort für Wort
doṣaṃ hy eṣāṃ nādhigacche parikṣan; nityaṃ kaṃ cid yena garheya pārthān dharmārthābhyāṃ karma kurvanti nityaṃ; sukhapriyā nānurudhyanti kāmān
Auch bei genauer Prüfung finde ich keinen Fehler an ihnen, weswegen ich die Söhne Pṛthās stets tadeln könnte; sie handeln stets nach Recht und Nutzen, sie hängen nicht dem Vergnügen liebenden Begehren an.

gharmaṃ śītaṃ kṣutpipāse tathaiva; nidrāṃ tandrīṃ krodhaharṣau pramādam dhṛtyā caiva prajñayā cābhibhūya; dharmārthayogān prayatanti pārthāḥ

Hitze und Kälte, Hunger und Durst, ebenso Schlaf, Mattigkeit, Zorn und Freude sowie Unachtsamkeit überwindend durch Standhaftigkeit und Einsicht, bemühen sich die Söhne Pṛthās um die Verbindung von Recht und Nutzen.

Wort für Wort
gharmaṃ śītaṃ kṣutpipāse tathaiva; nidrāṃ tandrīṃ krodhaharṣau pramādam dhṛtyā caiva prajñayā cābhibhūya; dharmārthayogān prayatanti pārthāḥ
Hitze und Kälte, Hunger und Durst, ebenso Schlaf, Mattigkeit, Zorn und Freude sowie Unachtsamkeit überwindend durch Standhaftigkeit und Einsicht, bemühen sich die Söhne Pṛthās um die Verbindung von Recht und Nutzen.

tyajanti mitreṣu dhanāni kāle; na saṃvāsāj jīryati maitram eṣām yathārhamānārthakarā hi pārthās; teṣāṃ dveṣṭā nāsty ājamīḍhasya pakṣe

Sie geben zur rechten Zeit ihren Freunden Reichtümer; ihre Freundschaft schwindet nicht durch langes Zusammenleben; da die Söhne Pṛthās angemessen den Wohlstand ihrer Angehörigen mehren, gibt es in der Partei des Ājamīḍha niemanden, der sie hasst.

Wort für Wort
tyajanti mitreṣu dhanāni kāle; na saṃvāsāj jīryati maitram eṣām yathārhamānārthakarā hi pārthās; teṣāṃ dveṣṭā nāsty ājamīḍhasya pakṣe
Sie geben zur rechten Zeit ihren Freunden Reichtümer; ihre Freundschaft schwindet nicht durch langes Zusammenleben; da die Söhne Pṛthās angemessen den Wohlstand ihrer Angehörigen mehren, gibt es in der Partei des Ājamīḍha niemanden, der sie hasst.

'Ājamīḍha' ist ein Vorfahre der Bhārata-Dynastie; 'Partei/Anhang des Ājamīḍha' bezeichnet hier die gesamte Kuru-Sippe.

anyatra pāpād viṣamān mandabuddher; duryodhanāt kṣudratarāc ca karṇāt teṣāṃ hīme hīnasukhapriyāṇāṃ; mahātmanāṃ saṃjanayanti tejaḥ

Außer dem bösen, verkehrten, dummköpfigen Duryodhana und dem noch niederträchtigeren Karṇa - diese beiden wecken den Zorn jener Hochherzigen, die auf Vergnügen und Behagen verzichtet haben.

Wort für Wort
anyatra pāpād viṣamān mandabuddher; duryodhanāt kṣudratarāc ca karṇāt teṣāṃ hīme hīnasukhapriyāṇāṃ; mahātmanāṃ saṃjanayanti tejaḥ
Außer dem bösen, verkehrten, dummköpfigen Duryodhana und dem noch niederträchtigeren Karṇa - diese beiden wecken den Zorn jener Hochherzigen, die auf Vergnügen und Behagen verzichtet haben.

utthānavīryaḥ sukham edhamāno; duryodhanaḥ sukṛtaṃ manyate tat teṣāṃ bhāgaṃ yac ca manyeta bālaḥ; śakyaṃ hartuṃ jīvatāṃ pāṇḍavānām

Duryodhana, an Tatkraft und Stärke im Wohlstand aufwachsend, hält jenes für eine gute Tat, und der Tor glaubt, ihren Anteil rauben zu können, solange die Pāṇḍavas leben.

Wort für Wort
utthānavīryaḥ sukham edhamāno; duryodhanaḥ sukṛtaṃ manyate tat teṣāṃ bhāgaṃ yac ca manyeta bālaḥ; śakyaṃ hartuṃ jīvatāṃ pāṇḍavānām
Duryodhana, an Tatkraft und Stärke im Wohlstand aufwachsend, hält jenes für eine gute Tat, und der Tor glaubt, ihren Anteil rauben zu können, solange die Pāṇḍavas leben.

yasyārjunaḥ padavīṃ keśavaś ca; vṛkodaraḥ sātyako 'jātaśatroḥ mādrīputrau sṛñjayāś cāpi sarve; purā yuddhāt sādhu tasya pradānam

Dem, dessen Sache Arjuna und Keśava, Vṛkodara und Sātyaki, die beiden Söhne Mādrīs und auch alle Sṛñjayas folgen, dem Ajātaśatru - ihm sein Teil zu geben ist besser, noch bevor es zum Krieg kommt.

Wort für Wort
yasyārjunaḥ padavīṃ keśavaś ca; vṛkodaraḥ sātyako 'jātaśatroḥ mādrīputrau sṛñjayāś cāpi sarve; purā yuddhāt sādhu tasya pradānam
Dem, dessen Sache Arjuna und Keśava, Vṛkodara und Sātyaki, die beiden Söhne Mādrīs und auch alle Sṛñjayas folgen, dem Ajātaśatru - ihm sein Teil zu geben ist besser, noch bevor es zum Krieg kommt.

sa hy evaikaḥ pṛthivīṃ savyasācī; gāṇḍīvadhanvā praṇuded rathasthaḥ tathā viṣṇuḥ keśavo 'py apradhṛṣyo; lokatrayasyādhipatir mahātmā

Denn er allein, der Linkshändige, der Gāṇḍīva-Bogenträger, könnte, auf dem Wagen stehend, die Erde erschüttern; ebenso ist Keśava, Viṣṇu, unangreifbar, der hochherzige Herrscher der drei Welten.

Wort für Wort
sa hy evaikaḥ pṛthivīṃ savyasācī; gāṇḍīvadhanvā praṇuded rathasthaḥ tathā viṣṇuḥ keśavo 'py apradhṛṣyo; lokatrayasyādhipatir mahātmā
Denn er allein, der Linkshändige, der Gāṇḍīva-Bogenträger, könnte, auf dem Wagen stehend, die Erde erschüttern; ebenso ist Keśava, Viṣṇu, unangreifbar, der hochherzige Herrscher der drei Welten.

tiṣṭheta kas tasya martyaḥ purastād; yaḥ sarvadeveṣu vareṇya īḍyaḥ parjanyaghoṣān pravapañ śaraughān; pataṃgasaṃghān iva śīghravegān

Welcher Sterbliche könnte vor ihm bestehen, der unter allen Göttern der Auserwählte, der Verehrungswürdige ist, wenn er, mit dem Donnergrollen der Gewitterwolke, Pfeilfluten verstreut, geschwind wie Schwärme von Vögeln?

Wort für Wort
tiṣṭheta kas tasya martyaḥ purastād; yaḥ sarvadeveṣu vareṇya īḍyaḥ parjanyaghoṣān pravapañ śaraughān; pataṃgasaṃghān iva śīghravegān
Welcher Sterbliche könnte vor ihm bestehen, der unter allen Göttern der Auserwählte, der Verehrungswürdige ist, wenn er, mit dem Donnergrollen der Gewitterwolke, Pfeilfluten verstreut, geschwind wie Schwärme von Vögeln?

diśaṃ hy udīcīm api cottarān kurūn; gāṇḍīvadhanvaikaratho jigāya dhanaṃ caiṣām āharat savyasācī; senānugān balidāṃś caiva cakre

Denn die Nordrichtung sowie die Nördlichen Kurus besiegte der Gāṇḍīva-Bogenträger allein auf seinem Wagen, und der Linkshändige nahm ihren Reichtum und machte sie zu Gefolgsleuten und Tributpflichtigen seines Heeres.

Wort für Wort
diśaṃ hy udīcīm api cottarān kurūn; gāṇḍīvadhanvaikaratho jigāya dhanaṃ caiṣām āharat savyasācī; senānugān balidāṃś caiva cakre
Denn die Nordrichtung sowie die Nördlichen Kurus besiegte der Gāṇḍīva-Bogenträger allein auf seinem Wagen, und der Linkshändige nahm ihren Reichtum und machte sie zu Gefolgsleuten und Tributpflichtigen seines Heeres.

Die 'Nördlichen Kurus' (Uttarakuru) sind ein mythisches, paradiesisches Volk/Land jenseits des Himavat, kein irdisches Reich im gewöhnlichen Sinn.

yaś caiva devān khāṇḍave savyasācī; gāṇḍīvadhanvā prajigāya sendrān upāharat phalguno jātavedase; yaśo mānaṃ vardhayan pāṇḍavānām

Und er, der Linkshändige, der Gāṇḍīva-Bogenträger, besiegte im Khāṇḍava-Wald die Götter samt Indra, und Phalguna übergab den Wald dem Feuergott Jātavedas, wodurch er Ruhm und Ehre der Pāṇḍavas mehrte.

Wort für Wort
yaś caiva devān khāṇḍave savyasācī; gāṇḍīvadhanvā prajigāya sendrān upāharat phalguno jātavedase; yaśo mānaṃ vardhayan pāṇḍavānām
Und er, der Linkshändige, der Gāṇḍīva-Bogenträger, besiegte im Khāṇḍava-Wald die Götter samt Indra, und Phalguna übergab den Wald dem Feuergott Jātavedas, wodurch er Ruhm und Ehre der Pāṇḍavas mehrte.

Anspielung auf das Khāṇḍava-dahana (Brand des Khāṇḍava-Waldes) im Ādiparva, bei dem Arjuna und Kṛṣṇa Agni gegen die eingreifenden Götter (Indra u.a.) verteidigten.

gadābhṛtāṃ nādya samo 'sti bhīmād; dhastyāroho nāsti samaś ca tasya rathe 'rjunād āhur ahīnam enaṃ; bāhvor bale cāyutanāgavīryam

Unter den Keulenträgern gibt es heute keinen Bhīma Gleichgestellten, und es gibt keinen ihm gleichen Elefantenreiter; man sagt, im Wagenkampf stehe er Arjuna nicht nach, und in der Kraft seiner Arme habe er die Stärke von zehntausend Elefanten.

Wort für Wort
gadābhṛtāṃ nādya samo 'sti bhīmād; dhastyāroho nāsti samaś ca tasya rathe 'rjunād āhur ahīnam enaṃ; bāhvor bale cāyutanāgavīryam
Unter den Keulenträgern gibt es heute keinen Bhīma Gleichgestellten, und es gibt keinen ihm gleichen Elefantenreiter; man sagt, im Wagenkampf stehe er Arjuna nicht nach, und in der Kraft seiner Arme habe er die Stärke von zehntausend Elefanten.

suśikṣitaḥ kṛtavairas tarasvī; dahet kruddhas tarasā dhārtarāṣṭrān sadātyamarṣī balavān na śakyo; yuddhe jetuṃ vāsavenāpi sākṣāt

Wohlgeschult, mit erklärter Feindschaft, ungestüm, könnte er zornentbrannt rasch die Söhne Dhṛtarāṣṭras verbrennen; stets von großem Groll erfüllt und mächtig, ist er im Kampf selbst von Vāsava höchstpersönlich nicht zu besiegen.

Wort für Wort
suśikṣitaḥ kṛtavairas tarasvī; dahet kruddhas tarasā dhārtarāṣṭrān sadātyamarṣī balavān na śakyo; yuddhe jetuṃ vāsavenāpi sākṣāt
Wohlgeschult, mit erklärter Feindschaft, ungestüm, könnte er zornentbrannt rasch die Söhne Dhṛtarāṣṭras verbrennen; stets von großem Groll erfüllt und mächtig, ist er im Kampf selbst von Vāsava höchstpersönlich nicht zu besiegen.

sucetasau balinau śīghrahastau; suśikṣitau bhrātarau phalgunena śyenau yathā pakṣipūgān rujantau; mādrīputrau neha kurūn viśetām

Die beiden klugen, starken, schnellhändigen, wohlgeschulten Brüder, die Söhne Mādrīs, mögen, von Phalguna angeführt, wie zwei Falken, die Vogelschwärme zerreißen, nicht hier bei den Kurus einbrechen.

Wort für Wort
sucetasau balinau śīghrahastau; suśikṣitau bhrātarau phalgunena śyenau yathā pakṣipūgān rujantau; mādrīputrau neha kurūn viśetām
Die beiden klugen, starken, schnellhändigen, wohlgeschulten Brüder, die Söhne Mādrīs, mögen, von Phalguna angeführt, wie zwei Falken, die Vogelschwärme zerreißen, nicht hier bei den Kurus einbrechen.

teṣāṃ madhye vartamānas tarasvī; dhṛṣṭadyumnaḥ pāṇḍavānām ihaikaḥ sahāmātyaḥ somakānāṃ prabarhaḥ; saṃtyaktātmā pāṇḍavānāṃ jayāya

Der ungestüme Dhṛṣṭadyumna, der unter ihnen weilt, ist hier der Vorkämpfer der Somakas, allein samt seinen Ministern unter den Pāṇḍavas, der sich selbst für den Sieg der Pāṇḍavas völlig hingegeben hat.

Wort für Wort
teṣāṃ madhye vartamānas tarasvī; dhṛṣṭadyumnaḥ pāṇḍavānām ihaikaḥ sahāmātyaḥ somakānāṃ prabarhaḥ; saṃtyaktātmā pāṇḍavānāṃ jayāya
Der ungestüme Dhṛṣṭadyumna, der unter ihnen weilt, ist hier der Vorkämpfer der Somakas, allein samt seinen Ministern unter den Pāṇḍavas, der sich selbst für den Sieg der Pāṇḍavas völlig hingegeben hat.

sahoṣitaś caritārtho vayaḥsthaḥ; śālveyānām adhipo vai virāṭaḥ saha putraiḥ pāṇḍavārthe ca śaśvad; yudhiṣṭhiraṃ bhakta iti śrutaṃ me

Virāṭa, der Herrscher der Śālveyas [?], der mit ihnen zusammengelebt hat, sein Ziel erreicht hat und in reifem Alter steht, ist samt seinen Söhnen stets im Interesse der Pāṇḍavas tätig - Yudhiṣṭhira ergeben, so habe ich gehört.

Wort für Wort
sahoṣitaś caritārtho vayaḥsthaḥ; śālveyānām adhipo vai virāṭaḥ saha putraiḥ pāṇḍavārthe ca śaśvad; yudhiṣṭhiraṃ bhakta iti śrutaṃ me
Virāṭa, der Herrscher der Śālveyas [?], der mit ihnen zusammengelebt hat, sein Ziel erreicht hat und in reifem Alter steht, ist samt seinen Söhnen stets im Interesse der Pāṇḍavas tätig - Yudhiṣṭhira ergeben, so habe ich gehört.

'Śālveyānām adhipaḥ' ist ungewöhnlich, da Virāṭa an anderen Stellen als König der Matsyas bezeichnet wird; möglicherweise ein weiterer Reichsname oder eine Lesart-Variante - mit [?] markiert.

avaruddhā balinaḥ kekayebhyo; maheṣvāsā bhrātaraḥ pañca santi kekayebhyo rājyam ākāṅkṣamāṇā; yuddhārthinaś cānuvasanti pārthān

Von den Kekayas ausgeschlossen, halten sich die starken, großen Bogenschützen, die fünf Brüder, die das Reich der Kekayas begehren und den Kampf suchen, bei den Söhnen Pṛthās auf.

Wort für Wort
avaruddhā balinaḥ kekayebhyo; maheṣvāsā bhrātaraḥ pañca santi kekayebhyo rājyam ākāṅkṣamāṇā; yuddhārthinaś cānuvasanti pārthān
Von den Kekayas ausgeschlossen, halten sich die starken, großen Bogenschützen, die fünf Brüder, die das Reich der Kekayas begehren und den Kampf suchen, bei den Söhnen Pṛthās auf.

Diese fünf vertriebenen Kekaya-Prinzen sind eine andere Partei als die in Kap.19 V.25 genannten, zu Duryodhana geeilten Kekayas - das Kekaya-Reich ist zwischen verfeindeten Verwandtschaftszweigen gespalten.

sarve ca vīrāḥ pṛthivīpatīnāṃ; samānītāḥ pāṇḍavārthe niviṣṭāḥ śūrān ahaṃ bhaktimataḥ śṛṇomi; prītyā yuktān saṃśritān dharmarājam

Und alle tapferen Herrscher der Erde, die zusammengekommen sind, stehen im Interesse der Pāṇḍavas; ich höre, dass diese Helden voller Hingabe, mit Zuneigung verbunden, sich dem Dharmarāja angeschlossen haben.

Wort für Wort
sarve ca vīrāḥ pṛthivīpatīnāṃ; samānītāḥ pāṇḍavārthe niviṣṭāḥ śūrān ahaṃ bhaktimataḥ śṛṇomi; prītyā yuktān saṃśritān dharmarājam
Und alle tapferen Herrscher der Erde, die zusammengekommen sind, stehen im Interesse der Pāṇḍavas; ich höre, dass diese Helden voller Hingabe, mit Zuneigung verbunden, sich dem Dharmarāja angeschlossen haben.

giryāśrayā durganivāsinaś ca; yodhāḥ pṛthivyāṃ kulajā viśuddhāḥ mlecchāś ca nānāyudhavīryavantaḥ; samāgatāḥ pāṇḍavārthe niviṣṭāḥ

Krieger, die in Bergen und schwer zugänglichen Wohnorten hausen, von reiner Abkunft auf Erden, und Mlecchas, mit mancherlei Waffen und Tapferkeit ausgestattet, sind zusammengekommen und stehen im Interesse der Pāṇḍavas.

Wort für Wort
giryāśrayā durganivāsinaś ca; yodhāḥ pṛthivyāṃ kulajā viśuddhāḥ mlecchāś ca nānāyudhavīryavantaḥ; samāgatāḥ pāṇḍavārthe niviṣṭāḥ
Krieger, die in Bergen und schwer zugänglichen Wohnorten hausen, von reiner Abkunft auf Erden, und Mlecchas, mit mancherlei Waffen und Tapferkeit ausgestattet, sind zusammengekommen und stehen im Interesse der Pāṇḍavas.

pāṇḍyaś ca rājāmita indrakalpo; yudhi pravīrair bahubhiḥ sametaḥ samāgataḥ pāṇḍavārthe mahātmā; lokapravīro 'prativīryatejāḥ

Und der König der Pāṇḍyas, unermesslich, Indra gleich, im Kampf von vielen tapferen Kriegern umgeben, ist versammelt im Interesse der Pāṇḍavas, hochherzig, ein Held der Welt, von unvergleichlicher Kraft und Glut.

Wort für Wort
pāṇḍyaś ca rājāmita indrakalpo; yudhi pravīrair bahubhiḥ sametaḥ samāgataḥ pāṇḍavārthe mahātmā; lokapravīro 'prativīryatejāḥ
Und der König der Pāṇḍyas, unermesslich, Indra gleich, im Kampf von vielen tapferen Kriegern umgeben, ist versammelt im Interesse der Pāṇḍavas, hochherzig, ein Held der Welt, von unvergleichlicher Kraft und Glut.

astraṃ droṇād arjunād vāsudevāt; kṛpād bhīṣmād yena kṛtaṃ śṛṇomi yaṃ taṃ kārṣṇipratimaṃ prāhur ekaṃ; sa sātyakiḥ pāṇḍavārthe niviṣṭaḥ

Er, von dem ich höre, dass er die Waffenkunst von Droṇa, Arjuna, Vāsudeva, Kṛpa und Bhīṣma erlangt hat, den man den Einzigen nennt, der Kṛṣṇa gleichkommt - jener Sātyaki steht im Interesse der Pāṇḍavas.

Wort für Wort
astraṃ droṇād arjunād vāsudevāt; kṛpād bhīṣmād yena kṛtaṃ śṛṇomi yaṃ taṃ kārṣṇipratimaṃ prāhur ekaṃ; sa sātyakiḥ pāṇḍavārthe niviṣṭaḥ
Er, von dem ich höre, dass er die Waffenkunst von Droṇa, Arjuna, Vāsudeva, Kṛpa und Bhīṣma erlangt hat, den man den Einzigen nennt, der Kṛṣṇa gleichkommt - jener Sātyaki steht im Interesse der Pāṇḍavas.

apāśritāś cedikarūṣakāś ca; sarvotsāhair bhūmipālaiḥ sametāḥ teṣāṃ madhye sūryam ivātapantaṃ; śriyā vṛtaṃ cedipatiṃ jvalantam

Die Cedis und Karūṣakas, die sich einst auf ihn stützten, gemeinsam mit allen tatkräftigen Herrschern versammelt - inmitten von ihnen war der wie die Sonne strahlende, von Glanz umgebene, lodernde Herr der Cedis,

Wort für Wort
apāśritāś cedikarūṣakāś ca; sarvotsāhair bhūmipālaiḥ sametāḥ teṣāṃ madhye sūryam ivātapantaṃ; śriyā vṛtaṃ cedipatiṃ jvalantam
Die Cedis und Karūṣakas, die sich einst auf ihn stützten, gemeinsam mit allen tatkräftigen Herrschern versammelt - inmitten von ihnen war der wie die Sonne strahlende, von Glanz umgebene, lodernde Herr der Cedis,

Karūṣakas: Bewohner des Reiches Karūṣa, benachbart und verbündet mit Cedi; der 'Herr der Cedis' ist Śiśupāla.

astambhanīyaṃ yudhi manyamānaṃ; jyākarṣatāṃ śreṣṭhatamaṃ pṛthivyām sarvotsāhaṃ kṣatriyāṇāṃ nihatya; prasahya kṛṣṇas tarasā mamarda

der sich im Kampf für unbezwingbar hielt, der Beste unter den Bogenschützen auf Erden - ihn zermalmte Kṛṣṇa gewaltsam und rasch, nachdem er die ganze Tatkraft der um ihn versammelten Kṣatriyas niedergestreckt hatte.

Wort für Wort
astambhanīyaṃ yudhi manyamānaṃ; jyākarṣatāṃ śreṣṭhatamaṃ pṛthivyām sarvotsāhaṃ kṣatriyāṇāṃ nihatya; prasahya kṛṣṇas tarasā mamarda
der sich im Kampf für unbezwingbar hielt, der Beste unter den Bogenschützen auf Erden - ihn zermalmte Kṛṣṇa gewaltsam und rasch, nachdem er die ganze Tatkraft der um ihn versammelten Kṣatriyas niedergestreckt hatte.

Anspielung auf Śiśupālas Tod durch Kṛṣṇas Cakra beim Rājasūya-Opfer Yudhiṣṭhiras (Sabhāparva).

yaśomānau vardhayan yādavānāṃ; purābhinac chiśupālaṃ samīke yasya sarve vardhayanti sma mānaṃ; karūṣarājapramukhā narendrāḥ

Ruhm und Ehre der Yādavas mehrend, erschlug er einst im Kampf Śiśupāla, dessen Ansehen alle Fürsten, angeführt vom König der Karūṣas, gemehrt hatten.

Wort für Wort
yaśomānau vardhayan yādavānāṃ; purābhinac chiśupālaṃ samīke yasya sarve vardhayanti sma mānaṃ; karūṣarājapramukhā narendrāḥ
Ruhm und Ehre der Yādavas mehrend, erschlug er einst im Kampf Śiśupāla, dessen Ansehen alle Fürsten, angeführt vom König der Karūṣas, gemehrt hatten.

tam asahyaṃ keśavaṃ tatra matvā; sugrīvayuktena rathena kṛṣṇam saṃprādravaṃś cedipatiṃ vihāya; siṃhaṃ dṛṣṭvā kṣudramṛgā ivānye

Da sie Keśava, Kṛṣṇa auf seinem mit den Sugrīva-Rossen bespannten Wagen, für unbezwingbar hielten, flohen die anderen, den Herrn der Cedis preisgebend, so wie kleine Wildtiere beim Anblick eines Löwen.

Wort für Wort
tam asahyaṃ keśavaṃ tatra matvā; sugrīvayuktena rathena kṛṣṇam saṃprādravaṃś cedipatiṃ vihāya; siṃhaṃ dṛṣṭvā kṣudramṛgā ivānye
Da sie Keśava, Kṛṣṇa auf seinem mit den Sugrīva-Rossen bespannten Wagen, für unbezwingbar hielten, flohen die anderen, den Herrn der Cedis preisgebend, so wie kleine Wildtiere beim Anblick eines Löwen.

yas taṃ pratīpas tarasā pratyudīyād; āśaṃsamāno dvairathe vāsudevam so 'śeta kṛṣṇena hataḥ parāsur; vātenevonmathitaḥ karṇikāraḥ

Wer sich ihm entgegenstellte und hoffnungsvoll rasch gegen Vāsudeva im Zweikampf vorging, der sank, von Kṛṣṇa erschlagen, seines Lebens beraubt, zu Boden, wie ein vom Wind entwurzelter Karṇikāra-Baum.

Wort für Wort
yas taṃ pratīpas tarasā pratyudīyād; āśaṃsamāno dvairathe vāsudevam so 'śeta kṛṣṇena hataḥ parāsur; vātenevonmathitaḥ karṇikāraḥ
Wer sich ihm entgegenstellte und hoffnungsvoll rasch gegen Vāsudeva im Zweikampf vorging, der sank, von Kṛṣṇa erschlagen, seines Lebens beraubt, zu Boden, wie ein vom Wind entwurzelter Karṇikāra-Baum.

parākramaṃ me yad avedayanta; teṣām arthe saṃjaya keśavasya anusmaraṃs tasya karmāṇi viṣṇor; gāvalgaṇe nādhigacchāmi śāntim

Wenn man mir von der Tapferkeit erzählte, die Keśava ihretwegen gezeigt hat, Sañjaya, dann finde ich, mich an jene Taten Viṣṇus erinnernd, o Sohn des Gavalgaṇa, keinen Frieden.

Wort für Wort
parākramaṃ me yad avedayanta; teṣām arthe saṃjaya keśavasya anusmaraṃs tasya karmāṇi viṣṇor; gāvalgaṇe nādhigacchāmi śāntim
Wenn man mir von der Tapferkeit erzählte, die Keśava ihretwegen gezeigt hat, Sañjaya, dann finde ich, mich an jene Taten Viṣṇus erinnernd, o Sohn des Gavalgaṇa, keinen Frieden.

na jātu tāñ śatrur anyaḥ saheta; yeṣāṃ sa syād agraṇīr vṛṣṇisiṃhaḥ pravepate me hṛdayaṃ bhayena; śrutvā kṛṣṇāv ekarathe sametau

Niemals könnte irgendein anderer Feind jene ertragen, deren Anführer der Löwe der Vṛṣṇis wäre; mein Herz erzittert vor Furcht, wenn ich höre, dass die beiden Kṛṣṇas auf demselben Wagen vereint sind.

Wort für Wort
na jātu tāñ śatrur anyaḥ saheta; yeṣāṃ sa syād agraṇīr vṛṣṇisiṃhaḥ pravepate me hṛdayaṃ bhayena; śrutvā kṛṣṇāv ekarathe sametau
Niemals könnte irgendein anderer Feind jene ertragen, deren Anführer der Löwe der Vṛṣṇis wäre; mein Herz erzittert vor Furcht, wenn ich höre, dass die beiden Kṛṣṇas auf demselben Wagen vereint sind.

'Die beiden Kṛṣṇas' (kṛṣṇau) bezeichnet Kṛṣṇa und Arjuna gemeinsam als Wagenlenker-Kämpfer-Paar.

no ced gacchet saṃgaraṃ mandabuddhis; tābhyāṃ suto me viparītacetāḥ no cet kurūn saṃjaya nirdahetām; indrāviṣṇū daityasenāṃ yathaiva mato hi me śakrasamo dhanaṃjayaḥ; sanātano vṛṣṇivīraś ca viṣṇuḥ

Möge mein dummköpfiger, verblendeter Sohn nicht in den Kampf gegen die beiden ziehen - damit sie nicht die Kurus verbrennen, Sañjaya, so wie einst Indra und Viṣṇu das Dämonenheer; denn Dhanaṃjaya gilt mir als Indra gleich, und der ewige Held der Vṛṣṇis, Viṣṇu, ebenso.

Wort für Wort
no ced gacchet saṃgaraṃ mandabuddhis; tābhyāṃ suto me viparītacetāḥ no cet kurūn saṃjaya nirdahetām; indrāviṣṇū daityasenāṃ yathaiva mato hi me śakrasamo dhanaṃjayaḥ; sanātano vṛṣṇivīraś ca viṣṇuḥ
Möge mein dummköpfiger, verblendeter Sohn nicht in den Kampf gegen die beiden ziehen - damit sie nicht die Kurus verbrennen, Sañjaya, so wie einst Indra und Viṣṇu das Dämonenheer; denn Dhanaṃjaya gilt mir als Indra gleich, und der ewige Held der Vṛṣṇis, Viṣṇu, ebenso.

dharmārāmo hrīniṣedhas tarasvī; kuntīputraḥ pāṇḍavo 'jātaśatruḥ duryodhanena nikṛto manasvī; no cet kruddhaḥ pradahed dhārtarāṣṭrān

Der am Recht erfreute, durch Scham gezügelte, ungestüme, kluge Sohn der Kuntī, der Pāṇḍava Ajātaśatru, von Duryodhana betrogen - möge er nicht zornig die Söhne Dhṛtarāṣṭras verbrennen.

Wort für Wort
dharmārāmo hrīniṣedhas tarasvī; kuntīputraḥ pāṇḍavo 'jātaśatruḥ duryodhanena nikṛto manasvī; no cet kruddhaḥ pradahed dhārtarāṣṭrān
Der am Recht erfreute, durch Scham gezügelte, ungestüme, kluge Sohn der Kuntī, der Pāṇḍava Ajātaśatru, von Duryodhana betrogen - möge er nicht zornig die Söhne Dhṛtarāṣṭras verbrennen.

nāhaṃ tathā hy arjunād vāsudevād; bhīmād vāpi yamayor vā bibhemi yathā rājñaḥ krodhadīptasya sūta; manyor ahaṃ bhītataraḥ sadaiva

Denn nicht so sehr fürchte ich Arjuna, Vāsudeva, Bhīma oder auch die beiden Zwillinge, wie ich stets, o Wagenlenker, vor dem lodernden Zorn des Königs noch mehr Furcht habe.

Wort für Wort
nāhaṃ tathā hy arjunād vāsudevād; bhīmād vāpi yamayor vā bibhemi yathā rājñaḥ krodhadīptasya sūta; manyor ahaṃ bhītataraḥ sadaiva
Denn nicht so sehr fürchte ich Arjuna, Vāsudeva, Bhīma oder auch die beiden Zwillinge, wie ich stets, o Wagenlenker, vor dem lodernden Zorn des Königs noch mehr Furcht habe.

alaṃ tapobrahmacaryeṇa yuktaḥ; saṃkalpo 'yaṃ mānasas tasya sidhyet tasya krodhaṃ saṃjayāhaṃ samīke; sthāne jānan bhṛśam asmy adya bhītaḥ

Er, der genug mit Askese und Keuschheit ausgestattet ist - dieser sein geistiger Entschluss möge sich erfüllen; seinen Zorn im Kampf kennend, bin ich, Sañjaya, mit Recht heute überaus erschrocken.

Wort für Wort
alaṃ tapobrahmacaryeṇa yuktaḥ; saṃkalpo 'yaṃ mānasas tasya sidhyet tasya krodhaṃ saṃjayāhaṃ samīke; sthāne jānan bhṛśam asmy adya bhītaḥ
Er, der genug mit Askese und Keuschheit ausgestattet ist - dieser sein geistiger Entschluss möge sich erfüllen; seinen Zorn im Kampf kennend, bin ich, Sañjaya, mit Recht heute überaus erschrocken.

sa gaccha śīghraṃ prahito rathena; pāñcālarājasya camūṃ paretya ajātaśatruṃ kuśalaṃ sma pṛccheḥ; punaḥ punaḥ prītiyuktaṃ vades tvam

Geh nun rasch, mit dem Wagen entsandt; nachdem du zum Heer des Pāñcāla-Königs gelangt bist, erkundige dich nach dem Wohlergehen des Ajātaśatru; sprich zu ihm wieder und wieder mit liebevollen Worten.

Wort für Wort
sa gaccha śīghraṃ prahito rathena; pāñcālarājasya camūṃ paretya ajātaśatruṃ kuśalaṃ sma pṛccheḥ; punaḥ punaḥ prītiyuktaṃ vades tvam
Geh nun rasch, mit dem Wagen entsandt; nachdem du zum Heer des Pāñcāla-Königs gelangt bist, erkundige dich nach dem Wohlergehen des Ajātaśatru; sprich zu ihm wieder und wieder mit liebevollen Worten.

janārdanaṃ cāpi sametya tāta; mahāmātraṃ vīryavatām udāram anāmayaṃ madvacanena pṛccher; dhṛtarāṣṭraḥ pāṇḍavaiḥ śāntim īpsuḥ

Und wenn du auch, mein Lieber, mit Janārdana zusammentriffst, dem hochangesehenen, unter den Tapferen Edelmütigen, so erkundige dich in meinem Namen nach seinem Wohlergehen: Dhṛtarāṣṭra wünscht Frieden mit den Pāṇḍavas.

Wort für Wort
janārdanaṃ cāpi sametya tāta; mahāmātraṃ vīryavatām udāram anāmayaṃ madvacanena pṛccher; dhṛtarāṣṭraḥ pāṇḍavaiḥ śāntim īpsuḥ
Und wenn du auch, mein Lieber, mit Janārdana zusammentriffst, dem hochangesehenen, unter den Tapferen Edelmütigen, so erkundige dich in meinem Namen nach seinem Wohlergehen: Dhṛtarāṣṭra wünscht Frieden mit den Pāṇḍavas.

na tasya kiṃ cid vacanaṃ na kuryāt; kuntīputro vāsudevasya sūta priyaś caiṣām ātmasamaś ca kṛṣṇo; vidvāṃś caiṣāṃ karmaṇi nityayuktaḥ

Kein Wort von ihm würde der Sohn der Kuntī unbeachtet lassen, o Wagenlenker, denn Kṛṣṇa, Vāsudevas Sohn, ist ihnen lieb und gleich der eigenen Seele, kundig und stets mit ihren Angelegenheiten befasst.

Wort für Wort
na tasya kiṃ cid vacanaṃ na kuryāt; kuntīputro vāsudevasya sūta priyaś caiṣām ātmasamaś ca kṛṣṇo; vidvāṃś caiṣāṃ karmaṇi nityayuktaḥ
Kein Wort von ihm würde der Sohn der Kuntī unbeachtet lassen, o Wagenlenker, denn Kṛṣṇa, Vāsudevas Sohn, ist ihnen lieb und gleich der eigenen Seele, kundig und stets mit ihren Angelegenheiten befasst.

samānīya pāṇḍavān sṛñjayāṃś ca; janārdanaṃ yuyudhānaṃ virāṭam anāmayaṃ madvacanena pṛccheḥ; sarvāṃs tathā draupadeyāṃś ca pañca

Wenn du die Pāṇḍavas und die Sṛñjayas, Janārdana, Yuyudhāna und Virāṭa zusammen antriffst, so erkundige dich in meinem Namen nach dem Wohlergehen aller sowie der fünf Söhne Draupadīs.

Wort für Wort
samānīya pāṇḍavān sṛñjayāṃś ca; janārdanaṃ yuyudhānaṃ virāṭam anāmayaṃ madvacanena pṛccheḥ; sarvāṃs tathā draupadeyāṃś ca pañca
Wenn du die Pāṇḍavas und die Sṛñjayas, Janārdana, Yuyudhāna und Virāṭa zusammen antriffst, so erkundige dich in meinem Namen nach dem Wohlergehen aller sowie der fünf Söhne Draupadīs.

yad yat tatra prāptakālaṃ parebhyas; tvaṃ manyethā bhāratānāṃ hitaṃ ca tat tad bhāṣethāḥ saṃjaya rājamadhye; na mūrchayed yan na bhavec ca yuddham

Was auch immer dort zeitgemäß gegenüber den anderen und dem Wohl der Bharatas dienlich erscheint, das sollst du, Sañjaya, inmitten der Versammlung so sprechen, dass es nicht eskaliere und es nicht zum Krieg komme.‘

Wort für Wort
yad yat tatra prāptakālaṃ parebhyas; tvaṃ manyethā bhāratānāṃ hitaṃ ca tat tad bhāṣethāḥ saṃjaya rājamadhye; na mūrchayed yan na bhavec ca yuddham
Was auch immer dort zeitgemäß gegenüber den anderen und dem Wohl der Bharatas dienlich erscheint, das sollst du, Sañjaya, inmitten der Versammlung so sprechen, dass es nicht eskaliere und es nicht zum Krieg komme.‘

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