Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 34: Prajāgara-parva (34) Vidura-nīti II: Über Handeln und Unterlassen, Selbstbeherrschung und die Macht des Wortes

Vidura setzt seine nächtliche Unterweisung fort: über das rechte Abwägen von Handlung und Folge (Gleichnisse vom Fisch am Angelhaken, von der reifen Frucht, von der Biene und den Blüten), über das rechte Maß im Regieren, über die Herrschaft über die eigenen Sinne (das Wagen-Gleichnis von Körper, Selbst und Sinnen), über die zerstörerische Macht schlecht gesprochener Worte (die 'Wortpfeile', die nie verheilende 'Wortwunde'), und schließlich die direkte Anwendung auf Dhṛtarāṣṭra: Sein durch die Feindschaft mit den Pāṇḍavas getrübter Verstand habe ihn die Wahrheit nicht erkennen lassen; Yudhiṣṭhira, an Tugend allen Söhnen überlegen, solle als Herrscher eingesetzt werden. Viduras Rede bleibt am Kapitelende offen (Fortsetzung in den folgenden Kapiteln).

dhṛtarāṣṭra uvāca jāgrato dahyamānasya yat kāryam anupaśyasi tad brūhi tvaṃ hi nas tāta dharmārthakuśalaḥ śuciḥ

Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Was für einen, der wach liegt und brennt, zu tun ist, wie du es siehst, das sage mir; denn du, mein Lieber, bist rein und kundig in Recht und Nutzen.

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca jāgrato dahyamānasya yat kāryam anupaśyasi tad brūhi tvaṃ hi nas tāta dharmārthakuśalaḥ śuciḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Was für einen, der wach liegt und brennt, zu tun ist, wie du es siehst, das sage mir; denn du, mein Lieber, bist rein und kundig in Recht und Nutzen.

tvaṃ māṃ yathāvad vidura praśādhi; prajñāpūrvaṃ sarvam ajātaśatroḥ yan manyase pathyam adīnasattva; śreyaskaraṃ brūhi tad vai kurūṇām

Belehre mich recht, Vidura, mit all deiner Weisheit über Ajātaśatru; was du für heilsam hältst, du von unverzagtem Wesen, das zum Segen der Kurus gereicht, das sage mir.

Wort für Wort
tvaṃ māṃ yathāvad vidura praśādhi; prajñāpūrvaṃ sarvam ajātaśatroḥ yan manyase pathyam adīnasattva; śreyaskaraṃ brūhi tad vai kurūṇām
Belehre mich recht, Vidura, mit all deiner Weisheit über Ajātaśatru; was du für heilsam hältst, du von unverzagtem Wesen, das zum Segen der Kurus gereicht, das sage mir.

pāpāśaṅkī pāpam evānupaśyan; pṛcchāmi tvāṃ vyākulenātmanāham kave tan me brūhi sarvaṃ yathāvan; manīṣitaṃ sarvam ajātaśatroḥ

Von Sündenfurcht erfüllt, nur Sünde vor mir sehend, frage ich dich mit verwirrtem Sinn; sage mir dies alles wahrheitsgemäß, du Seher, alles, was Ajātaśatru im Sinn hat.‘

Wort für Wort
pāpāśaṅkī pāpam evānupaśyan; pṛcchāmi tvāṃ vyākulenātmanāham kave tan me brūhi sarvaṃ yathāvan; manīṣitaṃ sarvam ajātaśatroḥ
Von Sündenfurcht erfüllt, nur Sünde vor mir sehend, frage ich dich mit verwirrtem Sinn; sage mir dies alles wahrheitsgemäß, du Seher, alles, was Ajātaśatru im Sinn hat.‘

vidura uvāca śubhaṃ vā yadi vā pāpaṃ dveṣyaṃ vā yadi vā priyam apṛṣṭas tasya tad brūyād yasya necchet parābhavam

Vidura sprach: ‚Ob wohltuend oder schädlich, ob verhasst oder lieb - man sollte, auch ungefragt, demjenigen die Wahrheit sagen, dessen Untergang man nicht wünscht.

Wort für Wort
vidura uvāca śubhaṃ vā yadi vā pāpaṃ dveṣyaṃ vā yadi vā priyam apṛṣṭas tasya tad brūyād yasya necchet parābhavam
Vidura sprach: ‚Ob wohltuend oder schädlich, ob verhasst oder lieb - man sollte, auch ungefragt, demjenigen die Wahrheit sagen, dessen Untergang man nicht wünscht.

tasmād vakṣyāmi te rājan bhavam icchan kurūn prati vacaḥ śreyaskaraṃ dharmyaṃ bruvatas tan nibodha me

Darum will ich dir, o König, das Wohlergehen der Kurus wünschend, ein heilsames, rechtes Wort sagen; vernimm es von mir, der ich es ausspreche.

Wort für Wort
tasmād vakṣyāmi te rājan bhavam icchan kurūn prati vacaḥ śreyaskaraṃ dharmyaṃ bruvatas tan nibodha me
Darum will ich dir, o König, das Wohlergehen der Kurus wünschend, ein heilsames, rechtes Wort sagen; vernimm es von mir, der ich es ausspreche.

mithyopetāni karmāṇi sidhyeyur yāni bhārata anupāyaprayuktāni mā sma teṣu manaḥ kṛthāḥ

Handlungen, die auf falscher Grundlage beruhen und dennoch gelingen könnten, obwohl sie ohne rechtes Mittel unternommen wurden - richte deinen Sinn nicht auf solche, Bhārata.

Wort für Wort
mithyopetāni karmāṇi sidhyeyur yāni bhārata anupāyaprayuktāni mā sma teṣu manaḥ kṛthāḥ
Handlungen, die auf falscher Grundlage beruhen und dennoch gelingen könnten, obwohl sie ohne rechtes Mittel unternommen wurden - richte deinen Sinn nicht auf solche, Bhārata.

tathaiva yogavihitaṃ na sidhyet karma yan nṛpa upāyayuktaṃ medhāvī na tatra glapayen manaḥ

Ebenso soll der Kluge seinen Mut nicht sinken lassen, wenn eine mit rechtem Mittel unternommene, wohlvorbereitete Handlung dennoch nicht gelingt, o König.

Wort für Wort
tathaiva yogavihitaṃ na sidhyet karma yan nṛpa upāyayuktaṃ medhāvī na tatra glapayen manaḥ
Ebenso soll der Kluge seinen Mut nicht sinken lassen, wenn eine mit rechtem Mittel unternommene, wohlvorbereitete Handlung dennoch nicht gelingt, o König.

anubandhān avekṣeta sānubandheṣu karmasu saṃpradhārya ca kurvīta na vegena samācaret

Man sollte bei Handlungen mit Folgewirkungen die Konsequenzen bedenken und, nachdem man wohlüberlegt hat, handeln - nicht überstürzt vorgehen.

Wort für Wort
anubandhān avekṣeta sānubandheṣu karmasu saṃpradhārya ca kurvīta na vegena samācaret
Man sollte bei Handlungen mit Folgewirkungen die Konsequenzen bedenken und, nachdem man wohlüberlegt hat, handeln - nicht überstürzt vorgehen.

anubandhaṃ ca saṃprekṣya vipākāṃś caiva karmaṇām utthānam ātmanaś caiva dhīraḥ kurvīta vā na vā

Nachdem der Standhafte die Folgewirkung, die Reifung der Handlungen und die eigene Tatkraft geprüft hat, soll er handeln oder auch nicht handeln.

Wort für Wort
anubandhaṃ ca saṃprekṣya vipākāṃś caiva karmaṇām utthānam ātmanaś caiva dhīraḥ kurvīta vā na vā
Nachdem der Standhafte die Folgewirkung, die Reifung der Handlungen und die eigene Tatkraft geprüft hat, soll er handeln oder auch nicht handeln.

yaḥ pramāṇaṃ na jānāti sthāne vṛddhau tathā kṣaye kośe janapade daṇḍe na sa rājye 'vatiṣṭhate

Wer das rechte Maß nicht kennt bei Beharrung, Wachstum und Schwund, beim Schatz, beim Land und bei der Bestrafung - der behauptet sich nicht im Königtum.

Wort für Wort
yaḥ pramāṇaṃ na jānāti sthāne vṛddhau tathā kṣaye kośe janapade daṇḍe na sa rājye 'vatiṣṭhate
Wer das rechte Maß nicht kennt bei Beharrung, Wachstum und Schwund, beim Schatz, beim Land und bei der Bestrafung - der behauptet sich nicht im Königtum.

yas tv etāni pramāṇāni yathoktāny anupaśyati yukto dharmārthayor jñāne sa rājyam adhigacchati

Wer aber diese Maße, wie sie genannt wurden, beachtet, in der Erkenntnis von Recht und Nutzen geübt ist - der gewinnt das Königtum.

Wort für Wort
yas tv etāni pramāṇāni yathoktāny anupaśyati yukto dharmārthayor jñāne sa rājyam adhigacchati
Wer aber diese Maße, wie sie genannt wurden, beachtet, in der Erkenntnis von Recht und Nutzen geübt ist - der gewinnt das Königtum.

na rājyaṃ prāptam ity eva vartitavyam asāṃpratam śriyaṃ hy avinayo hanti jarā rūpam ivottamam

Nicht sollte man sich, nur weil man das Königtum erlangt hat, unangemessen verhalten; denn Zuchtlosigkeit zerstört das Glück, wie das Alter die überragende Schönheit.

Wort für Wort
na rājyaṃ prāptam ity eva vartitavyam asāṃpratam śriyaṃ hy avinayo hanti jarā rūpam ivottamam
Nicht sollte man sich, nur weil man das Königtum erlangt hat, unangemessen verhalten; denn Zuchtlosigkeit zerstört das Glück, wie das Alter die überragende Schönheit.

bhakṣyottamapraticchannaṃ matsyo baḍiśam āyasam rūpābhipātī grasate nānubandham avekṣate

Der Fisch, der nach der äußeren Erscheinung stürzt, verschlingt den mit vortrefflichem Köder verhüllten eisernen Angelhaken, ohne die Folge zu bedenken.

Wort für Wort
bhakṣyottamapraticchannaṃ matsyo baḍiśam āyasam rūpābhipātī grasate nānubandham avekṣate
Der Fisch, der nach der äußeren Erscheinung stürzt, verschlingt den mit vortrefflichem Köder verhüllten eisernen Angelhaken, ohne die Folge zu bedenken.

yac chakyaṃ grasituṃ grasyaṃ grastaṃ pariṇamec ca yat hitaṃ ca pariṇāme yat tad adyaṃ bhūtim icchatā

Was man verschlingen kann und was, verschlungen, sich gut verdauen lässt und in der Verdauung zuträglich ist - das soll, wer Gedeihen wünscht, zu sich nehmen.

Wort für Wort
yac chakyaṃ grasituṃ grasyaṃ grastaṃ pariṇamec ca yat hitaṃ ca pariṇāme yat tad adyaṃ bhūtim icchatā
Was man verschlingen kann und was, verschlungen, sich gut verdauen lässt und in der Verdauung zuträglich ist - das soll, wer Gedeihen wünscht, zu sich nehmen.

vanaspater apakvāni phalāni pracinoti yaḥ sa nāpnoti rasaṃ tebhyo bījaṃ cāsya vinaśyati

Wer die unreifen Früchte eines Baumes pflückt, der erhält von ihnen keinen Saft, und auch der Same daraus geht zugrunde.

Wort für Wort
vanaspater apakvāni phalāni pracinoti yaḥ sa nāpnoti rasaṃ tebhyo bījaṃ cāsya vinaśyati
Wer die unreifen Früchte eines Baumes pflückt, der erhält von ihnen keinen Saft, und auch der Same daraus geht zugrunde.

yas tu pakvam upādatte kāle pariṇataṃ phalam phalād rasaṃ sa labhate bījāc caiva phalaṃ punaḥ

Wer aber die reife, zur rechten Zeit gereifte Frucht nimmt, der erhält von der Frucht Saft, und aus dem Samen wiederum eine Frucht.

Wort für Wort
yas tu pakvam upādatte kāle pariṇataṃ phalam phalād rasaṃ sa labhate bījāc caiva phalaṃ punaḥ
Wer aber die reife, zur rechten Zeit gereifte Frucht nimmt, der erhält von der Frucht Saft, und aus dem Samen wiederum eine Frucht.

yathā madhu samādatte rakṣan puṣpāṇi ṣaṭpadaḥ tadvad arthān manuṣyebhya ādadyād avihiṃsayā

Wie die Biene Honig sammelt, ohne die Blüten zu verletzen, so soll man von den Menschen Abgaben erheben, ohne Schaden zuzufügen.

Wort für Wort
yathā madhu samādatte rakṣan puṣpāṇi ṣaṭpadaḥ tadvad arthān manuṣyebhya ādadyād avihiṃsayā
Wie die Biene Honig sammelt, ohne die Blüten zu verletzen, so soll man von den Menschen Abgaben erheben, ohne Schaden zuzufügen.

puṣpaṃ puṣpaṃ vicinvīta mūlacchedaṃ na kārayet mālākāra ivārāme na yathāṅgārakārakaḥ

Man soll Blüte um Blüte pflücken, ohne die Wurzel abzuschneiden, wie ein Blumengärtner im Garten, nicht wie ein Kohlenbrenner.

Wort für Wort
puṣpaṃ puṣpaṃ vicinvīta mūlacchedaṃ na kārayet mālākāra ivārāme na yathāṅgārakārakaḥ
Man soll Blüte um Blüte pflücken, ohne die Wurzel abzuschneiden, wie ein Blumengärtner im Garten, nicht wie ein Kohlenbrenner.

kiṃ nu me syād idaṃ kṛtvā kiṃ nu me syād akurvataḥ iti karmāṇi saṃcintya kuryād vā puruṣo na vā

Was würde mir daraus entstehen, wenn ich dies täte, was, wenn ich es nicht täte - so soll der Mensch seine Taten bedenken und dann handeln oder nicht handeln.

Wort für Wort
kiṃ nu me syād idaṃ kṛtvā kiṃ nu me syād akurvataḥ iti karmāṇi saṃcintya kuryād vā puruṣo na vā
Was würde mir daraus entstehen, wenn ich dies täte, was, wenn ich es nicht täte - so soll der Mensch seine Taten bedenken und dann handeln oder nicht handeln.

anārabhyā bhavanty arthāḥ ke cin nityaṃ tathāgatāḥ kṛtaḥ puruṣakāro 'pi bhaved yeṣu nirarthakaḥ

Manche Ziele sind nicht zu unternehmen, da sie von Natur aus immer so bleiben, wie sie sind; bei ihnen wäre selbst menschliches Bemühen vergeblich.

Wort für Wort
anārabhyā bhavanty arthāḥ ke cin nityaṃ tathāgatāḥ kṛtaḥ puruṣakāro 'pi bhaved yeṣu nirarthakaḥ
Manche Ziele sind nicht zu unternehmen, da sie von Natur aus immer so bleiben, wie sie sind; bei ihnen wäre selbst menschliches Bemühen vergeblich.

kāṃś cid arthān naraḥ prājño laghumūlān mahāphalān kṣipram ārabhate kartuṃ na vighnayati tādṛśān

Manche Ziele aber, die geringen Aufwand und große Frucht versprechen, unternimmt der kluge Mensch rasch auszuführen; solche behindert er nicht.

Wort für Wort
kāṃś cid arthān naraḥ prājño laghumūlān mahāphalān kṣipram ārabhate kartuṃ na vighnayati tādṛśān
Manche Ziele aber, die geringen Aufwand und große Frucht versprechen, unternimmt der kluge Mensch rasch auszuführen; solche behindert er nicht.

ṛju paśyati yaḥ sarvaṃ cakṣuṣānupibann iva āsīnam api tūṣṇīkam anurajyanti taṃ prajāḥ

Wer alles aufrichtig ansieht, gleichsam mit den Augen alles in sich aufnehmend - einem solchen, mag er auch schweigend dasitzen, sind die Untertanen zugetan.

Wort für Wort
ṛju paśyati yaḥ sarvaṃ cakṣuṣānupibann iva āsīnam api tūṣṇīkam anurajyanti taṃ prajāḥ
Wer alles aufrichtig ansieht, gleichsam mit den Augen alles in sich aufnehmend - einem solchen, mag er auch schweigend dasitzen, sind die Untertanen zugetan.

cakṣuṣā manasā vācā karmaṇā ca caturvidham prasādayati lokaṃ yaḥ taṃ loko 'nuprasīdati

Wer die Welt auf vierfache Weise - durch Blick, Gesinnung, Rede und Tat - wohlgesonnen macht, dem wird die Welt ihrerseits wohlgesonnen.

Wort für Wort
cakṣuṣā manasā vācā karmaṇā ca caturvidham prasādayati lokaṃ yaḥ taṃ loko 'nuprasīdati
Wer die Welt auf vierfache Weise - durch Blick, Gesinnung, Rede und Tat - wohlgesonnen macht, dem wird die Welt ihrerseits wohlgesonnen.

yasmāt trasyanti bhūtāni mṛgavyādhān mṛgā iva sāgarāntām api mahīṃ labdhvā sa parihīyate

Vor wem die Geschöpfe erschrecken wie die Wildtiere vor dem Jäger - ein solcher verliert selbst die bis zum Meer reichende Erde, auch wenn er sie erlangt hat.

Wort für Wort
yasmāt trasyanti bhūtāni mṛgavyādhān mṛgā iva sāgarāntām api mahīṃ labdhvā sa parihīyate
Vor wem die Geschöpfe erschrecken wie die Wildtiere vor dem Jäger - ein solcher verliert selbst die bis zum Meer reichende Erde, auch wenn er sie erlangt hat.

pitṛpaitāmahaṃ rājyaṃ prāptavān svena tejasā vāyur abhram ivāsādya bhraṃśayaty anaye sthitaḥ

Wer das von Vater und Großvater ererbte Königreich durch eigene Kraft erlangt hat und dann in Unrecht verharrt, der zerstreut es, wie der Wind eine Wolke, die er erreicht hat.

Wort für Wort
pitṛpaitāmahaṃ rājyaṃ prāptavān svena tejasā vāyur abhram ivāsādya bhraṃśayaty anaye sthitaḥ
Wer das von Vater und Großvater ererbte Königreich durch eigene Kraft erlangt hat und dann in Unrecht verharrt, der zerstreut es, wie der Wind eine Wolke, die er erreicht hat.

dharmam ācarato rājñaḥ sadbhiś caritam āditaḥ vasudhā vasusaṃpūrṇā vardhate bhūtivardhanī

Für einen König, der das Recht übt, wie es von den Rechtschaffenen von jeher geübt wurde, wächst die an Reichtümern volle, das Gedeihen mehrende Erde.

Wort für Wort
dharmam ācarato rājñaḥ sadbhiś caritam āditaḥ vasudhā vasusaṃpūrṇā vardhate bhūtivardhanī
Für einen König, der das Recht übt, wie es von den Rechtschaffenen von jeher geübt wurde, wächst die an Reichtümern volle, das Gedeihen mehrende Erde.

atha saṃtyajato dharmam adharmaṃ cānutiṣṭhataḥ pratisaṃveṣṭate bhūmir agnau carmāhitaṃ yathā

Für den aber, der das Recht aufgibt und das Unrecht übt, schrumpft die Erde zusammen, wie eine Haut, die man ins Feuer gelegt hat.

Wort für Wort
atha saṃtyajato dharmam adharmaṃ cānutiṣṭhataḥ pratisaṃveṣṭate bhūmir agnau carmāhitaṃ yathā
Für den aber, der das Recht aufgibt und das Unrecht übt, schrumpft die Erde zusammen, wie eine Haut, die man ins Feuer gelegt hat.

ya eva yatnaḥ kriyate pararāṣṭrāvamardane sa eva yatnaḥ kartavyaḥ svarāṣṭraparipālane

Dieselbe Anstrengung, die man aufwendet, um das Reich eines anderen niederzuwerfen, dieselbe Anstrengung sollte man aufwenden, um das eigene Reich zu schützen.

Wort für Wort
ya eva yatnaḥ kriyate pararāṣṭrāvamardane sa eva yatnaḥ kartavyaḥ svarāṣṭraparipālane
Dieselbe Anstrengung, die man aufwendet, um das Reich eines anderen niederzuwerfen, dieselbe Anstrengung sollte man aufwenden, um das eigene Reich zu schützen.

dharmeṇa rājyaṃ vindeta dharmeṇa paripālayet dharmamūlāṃ śriyaṃ prāpya na jahāti na hīyate

Durch Recht soll man das Königreich gewinnen, durch Recht soll man es bewahren; wer das im Recht wurzelnde Glück erlangt hat, verliert es nicht und wird nicht davon verlassen.

Wort für Wort
dharmeṇa rājyaṃ vindeta dharmeṇa paripālayet dharmamūlāṃ śriyaṃ prāpya na jahāti na hīyate
Durch Recht soll man das Königreich gewinnen, durch Recht soll man es bewahren; wer das im Recht wurzelnde Glück erlangt hat, verliert es nicht und wird nicht davon verlassen.

apy unmattāt pralapato bālāc ca parisarpataḥ sarvataḥ sāram ādadyād aśmabhya iva kāñcanam

Selbst vom irre Redenden, vom Wahnsinnigen und vom kriechenden Kind soll man von überallher das Wesentliche entnehmen, wie man Gold aus Gestein gewinnt.

Wort für Wort
apy unmattāt pralapato bālāc ca parisarpataḥ sarvataḥ sāram ādadyād aśmabhya iva kāñcanam
Selbst vom irre Redenden, vom Wahnsinnigen und vom kriechenden Kind soll man von überallher das Wesentliche entnehmen, wie man Gold aus Gestein gewinnt.

suvyāhṛtāni sudhiyāṃ sukṛtāni tatas tataḥ saṃcinvan dhīra āsīta śilāhārī śilaṃ yathā

Die guten Worte der Weisen und die guten Taten von da und dort sammelnd, soll der Standhafte leben, wie der Ährenleser die Ähren aufliest.

Wort für Wort
suvyāhṛtāni sudhiyāṃ sukṛtāni tatas tataḥ saṃcinvan dhīra āsīta śilāhārī śilaṃ yathā
Die guten Worte der Weisen und die guten Taten von da und dort sammelnd, soll der Standhafte leben, wie der Ährenleser die Ähren aufliest.

gandhena gāvaḥ paśyanti vedaiḥ paśyanti brāhmaṇāḥ cāraiḥ paśyanti rājānaś cakṣurbhyām itare janāḥ

Durch den Geruch sehen die Kühe, durch die Veden sehen die Brahmanen, durch Kundschafter sehen die Könige, mit den Augen die übrigen Menschen.

Wort für Wort
gandhena gāvaḥ paśyanti vedaiḥ paśyanti brāhmaṇāḥ cāraiḥ paśyanti rājānaś cakṣurbhyām itare janāḥ
Durch den Geruch sehen die Kühe, durch die Veden sehen die Brahmanen, durch Kundschafter sehen die Könige, mit den Augen die übrigen Menschen.

bhūyāṃsaṃ labhate kleśaṃ yā gaur bhavati durduhā atha yā suduhā rājan naiva tāṃ vinayanty api

Größere Mühsal erfährt die Kuh, die sich schwer melken lässt; die aber, die sich leicht melken lässt, o König, die schlägt man nicht einmal.

Wort für Wort
bhūyāṃsaṃ labhate kleśaṃ yā gaur bhavati durduhā atha yā suduhā rājan naiva tāṃ vinayanty api
Größere Mühsal erfährt die Kuh, die sich schwer melken lässt; die aber, die sich leicht melken lässt, o König, die schlägt man nicht einmal.

yad ataptaṃ praṇamati na tat saṃtāpayanty api yac ca svayaṃ nataṃ dāru na tat saṃnāmayanty api

Was sich, ohne erhitzt zu sein, biegt, das erhitzt man nicht erst; und Holz, das sich von selbst biegt, das biegt man nicht gewaltsam.

Wort für Wort
yad ataptaṃ praṇamati na tat saṃtāpayanty api yac ca svayaṃ nataṃ dāru na tat saṃnāmayanty api
Was sich, ohne erhitzt zu sein, biegt, das erhitzt man nicht erst; und Holz, das sich von selbst biegt, das biegt man nicht gewaltsam.

etayopamayā dhīraḥ saṃnameta balīyase indrāya sa praṇamate namate yo balīyase

Mit diesem Gleichnis soll sich der Standhafte dem Stärkeren beugen; wer sich dem Stärkeren beugt, der verneigt sich damit vor Indra.

Wort für Wort
etayopamayā dhīraḥ saṃnameta balīyase indrāya sa praṇamate namate yo balīyase
Mit diesem Gleichnis soll sich der Standhafte dem Stärkeren beugen; wer sich dem Stärkeren beugt, der verneigt sich damit vor Indra.

parjanyanāthāḥ paśavo rājāno mitrabāndhavāḥ patayo bāndhavāḥ strīṇāṃ brāhmaṇā vedabāndhavāḥ

Die Regenwolke ist der Schutzherr des Viehs, Freunde und Verwandte sind die Schutzherren der Könige, die Gatten sind die Beschützer der Frauen, die Veden die Beschützer der Brahmanen.

Wort für Wort
parjanyanāthāḥ paśavo rājāno mitrabāndhavāḥ patayo bāndhavāḥ strīṇāṃ brāhmaṇā vedabāndhavāḥ
Die Regenwolke ist der Schutzherr des Viehs, Freunde und Verwandte sind die Schutzherren der Könige, die Gatten sind die Beschützer der Frauen, die Veden die Beschützer der Brahmanen.

satyena rakṣyate dharmo vidyā yogena rakṣyate mṛjayā rakṣyate rūpaṃ kulaṃ vṛttena rakṣyate

Durch Wahrheit wird das Recht geschützt, durch Übung wird das Wissen geschützt, durch Pflege wird die Schönheit geschützt, durch guten Wandel wird die Familie geschützt.

Wort für Wort
satyena rakṣyate dharmo vidyā yogena rakṣyate mṛjayā rakṣyate rūpaṃ kulaṃ vṛttena rakṣyate
Durch Wahrheit wird das Recht geschützt, durch Übung wird das Wissen geschützt, durch Pflege wird die Schönheit geschützt, durch guten Wandel wird die Familie geschützt.

mānena rakṣyate dhānyam aśvān rakṣaty anukramaḥ abhīkṣṇadarśanād gāvaḥ striyo rakṣyāḥ kucelataḥ

Durch Messen wird das Getreide geschützt, durch gewohnten Umgang die Pferde, durch häufiges Nachsehen die Kühe; die Frauen werden durch schlichte Kleidung geschützt.

Wort für Wort
mānena rakṣyate dhānyam aśvān rakṣaty anukramaḥ abhīkṣṇadarśanād gāvaḥ striyo rakṣyāḥ kucelataḥ
Durch Messen wird das Getreide geschützt, durch gewohnten Umgang die Pferde, durch häufiges Nachsehen die Kühe; die Frauen werden durch schlichte Kleidung geschützt.

na kulaṃ vṛttahīnasya pramāṇam iti me matiḥ antyeṣv api hi jātānāṃ vṛttam eva viśiṣyate

Für den, der schlechten Wandels ist, ist die Familie kein Maßstab - das ist meine Ansicht; denn auch bei den in niedrigsten Verhältnissen Geborenen ist es eben der Wandel, der den Unterschied ausmacht.

Wort für Wort
na kulaṃ vṛttahīnasya pramāṇam iti me matiḥ antyeṣv api hi jātānāṃ vṛttam eva viśiṣyate
Für den, der schlechten Wandels ist, ist die Familie kein Maßstab - das ist meine Ansicht; denn auch bei den in niedrigsten Verhältnissen Geborenen ist es eben der Wandel, der den Unterschied ausmacht.

ya īrṣyuḥ paravitteṣu rūpe vīrye kulānvaye sukhe saubhāgyasatkāre tasya vyādhir anantakaḥ

Wer neidisch ist auf fremden Besitz, auf Schönheit, Tapferkeit, edle Abstammung, Glück, Wohlergehen und Ehrung - dessen Krankheit ist endlos.

Wort für Wort
ya īrṣyuḥ paravitteṣu rūpe vīrye kulānvaye sukhe saubhāgyasatkāre tasya vyādhir anantakaḥ
Wer neidisch ist auf fremden Besitz, auf Schönheit, Tapferkeit, edle Abstammung, Glück, Wohlergehen und Ehrung - dessen Krankheit ist endlos.

akāryakaraṇād bhītaḥ kāryāṇāṃ ca vivarjanāt akāle mantrabhedāc ca yena mādyen na tat pibet

[?] Aus Furcht, Verbotenes zu tun, Pflichten zu vernachlässigen und zur Unzeit ein Geheimnis preiszugeben - eben deshalb sollte man das nicht trinken, wovon man in Rausch geraten würde.

Wort für Wort
akāryakaraṇād bhītaḥ kāryāṇāṃ ca vivarjanāt akāle mantrabhedāc ca yena mādyen na tat pibet
[?] Aus Furcht, Verbotenes zu tun, Pflichten zu vernachlässigen und zur Unzeit ein Geheimnis preiszugeben - eben deshalb sollte man das nicht trinken, wovon man in Rausch geraten würde.

Vers kompakt; Sinn vermutlich eine Warnung vor Rauschtrank, da Trunkenheit zu Pflichtverletzung und ungewolltem Geheimnisverrat führt.

vidyāmado dhanamadas tṛtīyo 'bhijano madaḥ ete madāvaliptānām eta eva satāṃ damāḥ

Der Rausch des Wissens, der Rausch des Reichtums, und als dritter der Rausch der edlen Abstammung - diese sind bei den vom Rausch Befleckten Laster, eben diese sind bei den Rechtschaffenen Anlass zur Selbstbeherrschung.

Wort für Wort
vidyāmado dhanamadas tṛtīyo 'bhijano madaḥ ete madāvaliptānām eta eva satāṃ damāḥ
Der Rausch des Wissens, der Rausch des Reichtums, und als dritter der Rausch der edlen Abstammung - diese sind bei den vom Rausch Befleckten Laster, eben diese sind bei den Rechtschaffenen Anlass zur Selbstbeherrschung.

asanto 'bhyarthitāḥ sadbhiḥ kiṃ cit kāryaṃ kadā cana manyante santam ātmānam asantam api viśrutam

Die Schlechten, von den Guten jemals um irgendeine Sache gebeten, halten sich selbst dann für gut, auch wenn sie als schlecht bekannt sind.

Wort für Wort
asanto 'bhyarthitāḥ sadbhiḥ kiṃ cit kāryaṃ kadā cana manyante santam ātmānam asantam api viśrutam
Die Schlechten, von den Guten jemals um irgendeine Sache gebeten, halten sich selbst dann für gut, auch wenn sie als schlecht bekannt sind.

gatir ātmavatāṃ santaḥ santa eva satāṃ gatiḥ asatāṃ ca gatiḥ santo na tv asantaḥ satāṃ gatiḥ

Die Zuflucht der Selbstbeherrschten sind die Guten, die Guten sind die Zuflucht der Guten; die Guten sind auch die Zuflucht der Schlechten, doch nie sind die Schlechten die Zuflucht der Guten.

Wort für Wort
gatir ātmavatāṃ santaḥ santa eva satāṃ gatiḥ asatāṃ ca gatiḥ santo na tv asantaḥ satāṃ gatiḥ
Die Zuflucht der Selbstbeherrschten sind die Guten, die Guten sind die Zuflucht der Guten; die Guten sind auch die Zuflucht der Schlechten, doch nie sind die Schlechten die Zuflucht der Guten.

jitā sabhā vastravatā samāśā gomatā jitā adhvā jito yānavatā sarvaṃ śīlavatā jitam

Gewonnen ist die Versammlung durch den, der gute Kleidung trägt; gewonnen sind die Erwartungen durch den, der Rinder besitzt; gewonnen ist der Weg durch den, der ein Fahrzeug hat; alles aber gewinnt der, der guten Charakter hat.

Wort für Wort
jitā sabhā vastravatā samāśā gomatā jitā adhvā jito yānavatā sarvaṃ śīlavatā jitam
Gewonnen ist die Versammlung durch den, der gute Kleidung trägt; gewonnen sind die Erwartungen durch den, der Rinder besitzt; gewonnen ist der Weg durch den, der ein Fahrzeug hat; alles aber gewinnt der, der guten Charakter hat.

śīlaṃ pradhānaṃ puruṣe tad yasyeha praṇaśyati na tasya jīvitenārtho na dhanena na bandhubhiḥ

Der Charakter ist das Wichtigste im Menschen; wem dieser hier zugrunde geht, dem nützt weder das Leben noch der Reichtum noch die Verwandten.

Wort für Wort
śīlaṃ pradhānaṃ puruṣe tad yasyeha praṇaśyati na tasya jīvitenārtho na dhanena na bandhubhiḥ
Der Charakter ist das Wichtigste im Menschen; wem dieser hier zugrunde geht, dem nützt weder das Leben noch der Reichtum noch die Verwandten.

āḍhyānāṃ māṃsaparamaṃ madhyānāṃ gorasottaram lavaṇottaraṃ daridrāṇāṃ bhojanaṃ bharatarṣabha

Fleisch vor allem ist die Speise der Reichen, Milchprodukte vor allem die der Mittleren, Salz vor allem die Speise der Armen, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
āḍhyānāṃ māṃsaparamaṃ madhyānāṃ gorasottaram lavaṇottaraṃ daridrāṇāṃ bhojanaṃ bharatarṣabha
Fleisch vor allem ist die Speise der Reichen, Milchprodukte vor allem die der Mittleren, Salz vor allem die Speise der Armen, Stier der Bharatas.

saṃpannataram evānnaṃ daridrā bhuñjate sadā kṣut svādutāṃ janayati sā cāḍhyeṣu sudurlabhā

Schmackhaftere Speise noch genießen die Armen stets; der Hunger erzeugt den Wohlgeschmack, und dieser ist bei den Reichen nur schwer zu finden.

Wort für Wort
saṃpannataram evānnaṃ daridrā bhuñjate sadā kṣut svādutāṃ janayati sā cāḍhyeṣu sudurlabhā
Schmackhaftere Speise noch genießen die Armen stets; der Hunger erzeugt den Wohlgeschmack, und dieser ist bei den Reichen nur schwer zu finden.

prāyeṇa śrīmatāṃ loke bhoktuṃ śaktir na vidyate daridrāṇāṃ tu rājendra api kāṣṭhaṃ hi jīryate

Meist besitzen die Wohlhabenden in der Welt gar nicht die Fähigkeit, richtig zu genießen; bei den Armen aber, Herrscher der Könige, verdaut sich sogar Holz.

Wort für Wort
prāyeṇa śrīmatāṃ loke bhoktuṃ śaktir na vidyate daridrāṇāṃ tu rājendra api kāṣṭhaṃ hi jīryate
Meist besitzen die Wohlhabenden in der Welt gar nicht die Fähigkeit, richtig zu genießen; bei den Armen aber, Herrscher der Könige, verdaut sich sogar Holz.

avṛttir bhayam antyānāṃ madhyānāṃ maraṇād bhayam uttamānāṃ tu martyānām avamānāt paraṃ bhayam

Mittellosigkeit ist die Furcht der Niedrigsten, der Tod die Furcht der Mittleren; für die höchsten Sterblichen aber ist die Missachtung die größte Furcht.

Wort für Wort
avṛttir bhayam antyānāṃ madhyānāṃ maraṇād bhayam uttamānāṃ tu martyānām avamānāt paraṃ bhayam
Mittellosigkeit ist die Furcht der Niedrigsten, der Tod die Furcht der Mittleren; für die höchsten Sterblichen aber ist die Missachtung die größte Furcht.

aiśvaryamadapāpiṣṭhā madāḥ pānamadādayaḥ aiśvaryamadamatto hi nāpatitvā vibudhyate

Der schlimmste unter den Räuschen - dem Weinrausch und anderen - ist der Rausch der Macht; denn wer vom Rausch der Macht trunken ist, erwacht erst, nachdem er gefallen ist.

Wort für Wort
aiśvaryamadapāpiṣṭhā madāḥ pānamadādayaḥ aiśvaryamadamatto hi nāpatitvā vibudhyate
Der schlimmste unter den Räuschen - dem Weinrausch und anderen - ist der Rausch der Macht; denn wer vom Rausch der Macht trunken ist, erwacht erst, nachdem er gefallen ist.

indriyair indriyārtheṣu vartamānair anigrahaiḥ tair ayaṃ tāpyate loko nakṣatrāṇi grahair iva

Durch die Sinne, die sich ungezügelt ihren Objekten hingeben, wird diese Welt gequält, wie die Sternbilder durch die Planeten.

Wort für Wort
indriyair indriyārtheṣu vartamānair anigrahaiḥ tair ayaṃ tāpyate loko nakṣatrāṇi grahair iva
Durch die Sinne, die sich ungezügelt ihren Objekten hingeben, wird diese Welt gequält, wie die Sternbilder durch die Planeten.

yo jitaḥ pañcavargeṇa sahajenātmakarśinā āpadas tasya vardhante śuklapakṣa ivoḍurāṭ

Wer von der angeborenen, das Selbst aufreibenden Fünfergruppe der Sinne besiegt ist, dessen Nöte wachsen, wie der Mond in der hellen Monatshälfte.

Wort für Wort
yo jitaḥ pañcavargeṇa sahajenātmakarśinā āpadas tasya vardhante śuklapakṣa ivoḍurāṭ
Wer von der angeborenen, das Selbst aufreibenden Fünfergruppe der Sinne besiegt ist, dessen Nöte wachsen, wie der Mond in der hellen Monatshälfte.

avijitya ya ātmānam amātyān vijigīṣate amitrān vājitāmātyaḥ so 'vaśaḥ parihīyate

Wer, ohne sich selbst besiegt zu haben, seine Minister zu bezwingen sucht, oder die Feinde, ohne die Minister bezwungen zu haben - ein solcher Machtloser geht zugrunde.

Wort für Wort
avijitya ya ātmānam amātyān vijigīṣate amitrān vājitāmātyaḥ so 'vaśaḥ parihīyate
Wer, ohne sich selbst besiegt zu haben, seine Minister zu bezwingen sucht, oder die Feinde, ohne die Minister bezwungen zu haben - ein solcher Machtloser geht zugrunde.

ātmānam eva prathamaṃ deśarūpeṇa yo jayet tato 'mātyān amitrāṃś ca na moghaṃ vijigīṣate

Wer zuerst sich selbst, in gehöriger Weise, bezwingt, und danach die Minister und die Feinde - dessen Streben nach Sieg ist nicht vergeblich.

Wort für Wort
ātmānam eva prathamaṃ deśarūpeṇa yo jayet tato 'mātyān amitrāṃś ca na moghaṃ vijigīṣate
Wer zuerst sich selbst, in gehöriger Weise, bezwingt, und danach die Minister und die Feinde - dessen Streben nach Sieg ist nicht vergeblich.

vaśyendriyaṃ jitāmātyaṃ dhṛtadaṇḍaṃ vikāriṣu parīkṣyakāriṇaṃ dhīram atyantaṃ śrīr niṣevate

Wen, dessen Sinne gebändigt, dessen Minister bezwungen sind, der die Strafe gegenüber den Abtrünnigen aufrechterhält, der nach Prüfung handelt und standhaft ist - einen solchen sucht das Glück auf Dauer heim.

Wort für Wort
vaśyendriyaṃ jitāmātyaṃ dhṛtadaṇḍaṃ vikāriṣu parīkṣyakāriṇaṃ dhīram atyantaṃ śrīr niṣevate
Wen, dessen Sinne gebändigt, dessen Minister bezwungen sind, der die Strafe gegenüber den Abtrünnigen aufrechterhält, der nach Prüfung handelt und standhaft ist - einen solchen sucht das Glück auf Dauer heim.

rathaḥ śarīraṃ puruṣasya rājan; nātmā niyantendriyāṇy asya cāśvāḥ tair apramattaḥ kuśalaḥ sadaśvair; dāntaiḥ sukhaṃ yāti rathīva dhīraḥ

Der Körper des Menschen, o König, ist der Wagen; das Selbst ist der Lenker, die Sinne sind seine Pferde; mit ihnen, wachsam und geschickt, mit gebändigten guten Pferden, fährt der Standhafte glücklich dahin wie ein Wagenlenker.

Wort für Wort
rathaḥ śarīraṃ puruṣasya rājan; nātmā niyantendriyāṇy asya cāśvāḥ tair apramattaḥ kuśalaḥ sadaśvair; dāntaiḥ sukhaṃ yāti rathīva dhīraḥ
Der Körper des Menschen, o König, ist der Wagen; das Selbst ist der Lenker, die Sinne sind seine Pferde; mit ihnen, wachsam und geschickt, mit gebändigten guten Pferden, fährt der Standhafte glücklich dahin wie ein Wagenlenker.

etāny anigṛhītāni vyāpādayitum apy alam avidheyā ivādāntā hayāḥ pathi kusārathim

Diese, wenn sie nicht gezügelt werden, vermögen sogar zu vernichten, wie ungebändigte, unlenkbare Pferde einen schlechten Wagenlenker auf dem Weg.

Wort für Wort
etāny anigṛhītāni vyāpādayitum apy alam avidheyā ivādāntā hayāḥ pathi kusārathim
Diese, wenn sie nicht gezügelt werden, vermögen sogar zu vernichten, wie ungebändigte, unlenkbare Pferde einen schlechten Wagenlenker auf dem Weg.

anartham arthataḥ paśyann arthaṃ caivāpy anarthataḥ indriyaiḥ prasṛto bālaḥ suduḥkhaṃ manyate sukham

Wer das Unheilvolle für nützlich hält und das Nützliche für unheilvoll, ein solcher Tor, von seinen Sinnen fortgerissen, hält das überaus Leidvolle für Glück.

Wort für Wort
anartham arthataḥ paśyann arthaṃ caivāpy anarthataḥ indriyaiḥ prasṛto bālaḥ suduḥkhaṃ manyate sukham
Wer das Unheilvolle für nützlich hält und das Nützliche für unheilvoll, ein solcher Tor, von seinen Sinnen fortgerissen, hält das überaus Leidvolle für Glück.

dharmārthau yaḥ parityajya syād indriyavaśānugaḥ śrīprāṇadhanadārebhya kṣipraṃ sa parihīyate

Wer Recht und Nutzen aufgibt und der Macht der Sinne folgt, der wird rasch um Glück, Leben, Reichtum und Gattin gebracht.

Wort für Wort
dharmārthau yaḥ parityajya syād indriyavaśānugaḥ śrīprāṇadhanadārebhya kṣipraṃ sa parihīyate
Wer Recht und Nutzen aufgibt und der Macht der Sinne folgt, der wird rasch um Glück, Leben, Reichtum und Gattin gebracht.

arthānām īśvaro yaḥ syād indriyāṇām anīśvaraḥ indriyāṇām anaiśvaryād aiśvaryād bhraśyate hi saḥ

Wer Herr über äußere Dinge, aber nicht Herr über seine Sinne ist - wegen fehlender Herrschaft über die Sinne fällt er von seiner Herrschaft.

Wort für Wort
arthānām īśvaro yaḥ syād indriyāṇām anīśvaraḥ indriyāṇām anaiśvaryād aiśvaryād bhraśyate hi saḥ
Wer Herr über äußere Dinge, aber nicht Herr über seine Sinne ist - wegen fehlender Herrschaft über die Sinne fällt er von seiner Herrschaft.

ātmanātmānam anvicchen manobuddhīndriyair yataiḥ ātmaiva hy ātmano bandhur ātmaiva ripur ātmanaḥ

Man soll mit sich selbst nach sich selbst streben, mit gezügeltem Geist, Verstand und Sinnen; denn das Selbst allein ist der Freund des Selbst, das Selbst allein ist der Feind des Selbst.

Wort für Wort
ātmanātmānam anvicchen manobuddhīndriyair yataiḥ ātmaiva hy ātmano bandhur ātmaiva ripur ātmanaḥ
Man soll mit sich selbst nach sich selbst streben, mit gezügeltem Geist, Verstand und Sinnen; denn das Selbst allein ist der Freund des Selbst, das Selbst allein ist der Feind des Selbst.

kṣudrākṣeṇeva jālena jhaṣāv apihitāv ubhau kāmaś ca rājan krodhaś ca tau prajñānaṃ vilumpataḥ

Wie zwei Fische, die mit einem Netz mit engen Maschen bedeckt sind, so sind Begierde und Zorn, o König; beide rauben sie die Einsicht.

Wort für Wort
kṣudrākṣeṇeva jālena jhaṣāv apihitāv ubhau kāmaś ca rājan krodhaś ca tau prajñānaṃ vilumpataḥ
Wie zwei Fische, die mit einem Netz mit engen Maschen bedeckt sind, so sind Begierde und Zorn, o König; beide rauben sie die Einsicht.

samavekṣyeha dharmārthau saṃbhārān yo 'dhigacchati sa vai saṃbhṛtasaṃbhāraḥ satataṃ sukham edhate

Wer, nachdem er hier Recht und Nutzen wohl abgewogen hat, die nötigen Mittel erwirbt, dessen Mittel wohl versammelt sind - ein solcher gedeiht beständig im Glück.

Wort für Wort
samavekṣyeha dharmārthau saṃbhārān yo 'dhigacchati sa vai saṃbhṛtasaṃbhāraḥ satataṃ sukham edhate
Wer, nachdem er hier Recht und Nutzen wohl abgewogen hat, die nötigen Mittel erwirbt, dessen Mittel wohl versammelt sind - ein solcher gedeiht beständig im Glück.

yaḥ pañcābhyantarāñ śatrūn avijitya matikṣayān jigīṣati ripūn anyān ripavo 'bhibhavanti tam

Wer, ohne die fünf inneren, den Verstand zerstörenden Feinde besiegt zu haben, andere äußere Feinde zu besiegen sucht, den überwältigen die Feinde.

Wort für Wort
yaḥ pañcābhyantarāñ śatrūn avijitya matikṣayān jigīṣati ripūn anyān ripavo 'bhibhavanti tam
Wer, ohne die fünf inneren, den Verstand zerstörenden Feinde besiegt zu haben, andere äußere Feinde zu besiegen sucht, den überwältigen die Feinde.

dṛśyante hi durātmāno vadhyamānāḥ svakarmabhiḥ indriyāṇām anīśatvād rājāno rājyavibhramaiḥ

Man sieht ja böswillige Könige, die durch ihre eigenen Taten zugrunde gehen, wegen mangelnder Herrschaft über ihre Sinne, durch Wirren im Reich.

Wort für Wort
dṛśyante hi durātmāno vadhyamānāḥ svakarmabhiḥ indriyāṇām anīśatvād rājāno rājyavibhramaiḥ
Man sieht ja böswillige Könige, die durch ihre eigenen Taten zugrunde gehen, wegen mangelnder Herrschaft über ihre Sinne, durch Wirren im Reich.

asaṃtyāgāt pāpakṛtām apāpāṃs; tulyo daṇḍaḥ spṛśate miśrabhāvāt śuṣkeṇārdraṃ dahyate miśrabhāvāt; tasmāt pāpaiḥ saha saṃdhiṃ na kuryāt

Weil man Übeltäter nicht meidet, trifft auch die Unschuldigen dieselbe Strafe, wegen der Vermischung - wie das Feuchte mit dem Trockenen zusammen verbrennt, wegen der Vermischung; darum soll man kein Bündnis mit Übeltätern schließen.

Wort für Wort
asaṃtyāgāt pāpakṛtām apāpāṃs; tulyo daṇḍaḥ spṛśate miśrabhāvāt śuṣkeṇārdraṃ dahyate miśrabhāvāt; tasmāt pāpaiḥ saha saṃdhiṃ na kuryāt
Weil man Übeltäter nicht meidet, trifft auch die Unschuldigen dieselbe Strafe, wegen der Vermischung - wie das Feuchte mit dem Trockenen zusammen verbrennt, wegen der Vermischung; darum soll man kein Bündnis mit Übeltätern schließen.

nijān utpatataḥ śatrūn pañca pañcaprayojanān yo mohān na nigṛhṇāti tam āpad grasate naram

Wer aus Verblendung die fünf eigenen, aus fünf Anlässen entstehenden Feinde (die Sinne) nicht bezwingt, den verschlingt das Unheil.

Wort für Wort
nijān utpatataḥ śatrūn pañca pañcaprayojanān yo mohān na nigṛhṇāti tam āpad grasate naram
Wer aus Verblendung die fünf eigenen, aus fünf Anlässen entstehenden Feinde (die Sinne) nicht bezwingt, den verschlingt das Unheil.

anasūyārjavaṃ śaucaṃ saṃtoṣaḥ priyavāditā damaḥ satyam anāyāso na bhavanti durātmanām

Freiheit von Groll, Aufrichtigkeit, Reinheit, Zufriedenheit, freundliche Rede, Selbstbeherrschung, Wahrhaftigkeit und Mühelosigkeit finden sich nicht bei den Bösgesinnten.

Wort für Wort
anasūyārjavaṃ śaucaṃ saṃtoṣaḥ priyavāditā damaḥ satyam anāyāso na bhavanti durātmanām
Freiheit von Groll, Aufrichtigkeit, Reinheit, Zufriedenheit, freundliche Rede, Selbstbeherrschung, Wahrhaftigkeit und Mühelosigkeit finden sich nicht bei den Bösgesinnten.

ātmajñānam anāyāsas titikṣā dharmanityatā vāk caiva guptā dānaṃ ca naitāny antyeṣu bhārata

Selbsterkenntnis, Mühelosigkeit, Geduld, Beständigkeit im Recht, gehütete Rede und Freigebigkeit - diese finden sich nicht bei den Niedrigsten, Bhārata.

Wort für Wort
ātmajñānam anāyāsas titikṣā dharmanityatā vāk caiva guptā dānaṃ ca naitāny antyeṣu bhārata
Selbsterkenntnis, Mühelosigkeit, Geduld, Beständigkeit im Recht, gehütete Rede und Freigebigkeit - diese finden sich nicht bei den Niedrigsten, Bhārata.

ākrośaparivādābhyāṃ vihiṃsanty abudhā budhān vaktā pāpam upādatte kṣamamāṇo vimucyate

Durch Schmähung und üble Nachrede verletzen die Unverständigen die Verständigen; der Sprecher lädt Sünde auf sich, der Duldende aber wird davon frei.

Wort für Wort
ākrośaparivādābhyāṃ vihiṃsanty abudhā budhān vaktā pāpam upādatte kṣamamāṇo vimucyate
Durch Schmähung und üble Nachrede verletzen die Unverständigen die Verständigen; der Sprecher lädt Sünde auf sich, der Duldende aber wird davon frei.

hiṃsā balam asādhūnāṃ rājñāṃ daṇḍavidhir balam śuśrūṣā tu balaṃ strīṇāṃ kṣamā guṇavatāṃ balam

Gewalt ist die Stärke der Übeltäter, die Strafgewalt die Stärke der Könige, Dienstbereitschaft die Stärke der Frauen, Geduld die Stärke der Tugendhaften.

Wort für Wort
hiṃsā balam asādhūnāṃ rājñāṃ daṇḍavidhir balam śuśrūṣā tu balaṃ strīṇāṃ kṣamā guṇavatāṃ balam
Gewalt ist die Stärke der Übeltäter, die Strafgewalt die Stärke der Könige, Dienstbereitschaft die Stärke der Frauen, Geduld die Stärke der Tugendhaften.

vāksaṃyamo hi nṛpate suduṣkaratamo mataḥ arthavac ca vicitraṃ ca na śakyaṃ bahu bhāṣitum

Die Zügelung der Rede gilt, o Herrscher, als das überaus Schwierigste; sinnvoll und kunstvoll zugleich lässt sich nicht viel reden.

Wort für Wort
vāksaṃyamo hi nṛpate suduṣkaratamo mataḥ arthavac ca vicitraṃ ca na śakyaṃ bahu bhāṣitum
Die Zügelung der Rede gilt, o Herrscher, als das überaus Schwierigste; sinnvoll und kunstvoll zugleich lässt sich nicht viel reden.

abhyāvahati kalyāṇaṃ vividhā vāk subhāṣitā saiva durbhāṣitā rājann anarthāyopapadyate

Mannigfach wohlgesprochene Rede bringt Segen; dieselbe, schlecht gesprochen, o König, gereicht zum Unheil.

Wort für Wort
abhyāvahati kalyāṇaṃ vividhā vāk subhāṣitā saiva durbhāṣitā rājann anarthāyopapadyate
Mannigfach wohlgesprochene Rede bringt Segen; dieselbe, schlecht gesprochen, o König, gereicht zum Unheil.

saṃrohati śarair viddhaṃ vanaṃ paraśunā hatam vācā duruktaṃ bībhatsaṃ na saṃrohati vākkṣatam

Ein von Pfeilen durchbohrter, von der Axt geschlagener Wald wächst wieder zu; doch eine durch üble Rede zugefügte, abscheuliche Wortwunde heilt nicht wieder.

Wort für Wort
saṃrohati śarair viddhaṃ vanaṃ paraśunā hatam vācā duruktaṃ bībhatsaṃ na saṃrohati vākkṣatam
Ein von Pfeilen durchbohrter, von der Axt geschlagener Wald wächst wieder zu; doch eine durch üble Rede zugefügte, abscheuliche Wortwunde heilt nicht wieder.

karṇinālīkanārācā nirharanti śarīrataḥ vākśalyas tu na nirhartuṃ śakyo hṛdiśayo hi saḥ

Widerhakenpfeile, glatte Pfeile und eiserne Pfeile kann man aus dem Körper herausziehen; der Pfeil des Wortes aber lässt sich nicht herausziehen, denn er sitzt im Herzen.

Wort für Wort
karṇinālīkanārācā nirharanti śarīrataḥ vākśalyas tu na nirhartuṃ śakyo hṛdiśayo hi saḥ
Widerhakenpfeile, glatte Pfeile und eiserne Pfeile kann man aus dem Körper herausziehen; der Pfeil des Wortes aber lässt sich nicht herausziehen, denn er sitzt im Herzen.

vāksāyakā vadanān niṣpatanti; yair āhataḥ śocati rātryahāni parasya nāmarmasu te patanti; tān paṇḍito nāvasṛjet pareṣu

Die Wortpfeile fliegen aus dem Mund; von ihnen getroffen, trauert man Tag und Nacht; auf die empfindlichen Stellen eines anderen sollen sie nicht fallen - der Weise sollte sie nicht gegen andere abschießen.

Wort für Wort
vāksāyakā vadanān niṣpatanti; yair āhataḥ śocati rātryahāni parasya nāmarmasu te patanti; tān paṇḍito nāvasṛjet pareṣu
Die Wortpfeile fliegen aus dem Mund; von ihnen getroffen, trauert man Tag und Nacht; auf die empfindlichen Stellen eines anderen sollen sie nicht fallen - der Weise sollte sie nicht gegen andere abschießen.

yasmai devāḥ prayacchanti puruṣāya parābhavam buddhiṃ tasyāpakarṣanti so 'pācīnāni paśyati

Dem Menschen, dem die Götter den Untergang zudenken, dessen Verstand entziehen sie zuerst; ein solcher sieht dann die Dinge verkehrt.

Wort für Wort
yasmai devāḥ prayacchanti puruṣāya parābhavam buddhiṃ tasyāpakarṣanti so 'pācīnāni paśyati
Dem Menschen, dem die Götter den Untergang zudenken, dessen Verstand entziehen sie zuerst; ein solcher sieht dann die Dinge verkehrt.

buddhau kaluṣabhūtāyāṃ vināśe pratyupasthite anayo nayasaṃkāśo hṛdayān nāpasarpati

Wenn der Verstand getrübt ist und der Untergang bevorsteht, weicht das Unrecht, das wie Recht erscheint, nicht aus dem Herzen.

Wort für Wort
buddhau kaluṣabhūtāyāṃ vināśe pratyupasthite anayo nayasaṃkāśo hṛdayān nāpasarpati
Wenn der Verstand getrübt ist und der Untergang bevorsteht, weicht das Unrecht, das wie Recht erscheint, nicht aus dem Herzen.

seyaṃ buddhiḥ parītā te putrāṇāṃ tava bhārata pāṇḍavānāṃ virodhena na cainām avabudhyase

Eben dieser verderbliche Verstand hat deine Söhne ergriffen, Bhārata, durch die Feindschaft mit den Pāṇḍavas, und du erkennst dies nicht.

Wort für Wort
seyaṃ buddhiḥ parītā te putrāṇāṃ tava bhārata pāṇḍavānāṃ virodhena na cainām avabudhyase
Eben dieser verderbliche Verstand hat deine Söhne ergriffen, Bhārata, durch die Feindschaft mit den Pāṇḍavas, und du erkennst dies nicht.

rājā lakṣaṇasaṃpannas trailokyasyāpi yo bhavet śiṣyas te śāsitā so 'stu dhṛtarāṣṭra yudhiṣṭhiraḥ

Ein König, mit allen guten Merkmalen ausgestattet, wie er selbst für die drei Welten geeignet wäre - dieser Yudhiṣṭhira sei dein Schüler und dein Herrscher, Dhṛtarāṣṭra.

Wort für Wort
rājā lakṣaṇasaṃpannas trailokyasyāpi yo bhavet śiṣyas te śāsitā so 'stu dhṛtarāṣṭra yudhiṣṭhiraḥ
Ein König, mit allen guten Merkmalen ausgestattet, wie er selbst für die drei Welten geeignet wäre - dieser Yudhiṣṭhira sei dein Schüler und dein Herrscher, Dhṛtarāṣṭra.

atīva sarvān putrāṃs te bhāgadheyapuraskṛtaḥ tejasā prajñayā caiva yukto dharmārthatattvavit

Weit mehr als alle deine Söhne, vom Schicksal begünstigt, mit Glut und Weisheit ausgestattet, kundig des Wesens von Recht und Nutzen -

Wort für Wort
atīva sarvān putrāṃs te bhāgadheyapuraskṛtaḥ tejasā prajñayā caiva yukto dharmārthatattvavit
Weit mehr als alle deine Söhne, vom Schicksal begünstigt, mit Glut und Weisheit ausgestattet, kundig des Wesens von Recht und Nutzen -

ānṛśaṃsyād anukrośād yo 'sau dharmabhṛtāṃ varaḥ gauravāt tava rājendra bahūn kleśāṃs titikṣati

aus Milde und Mitleid erträgt dieser Beste der Rechtwahrer aus Ehrfurcht vor dir, Herrscher der Könige, so viele Leiden.

Wort für Wort
ānṛśaṃsyād anukrośād yo 'sau dharmabhṛtāṃ varaḥ gauravāt tava rājendra bahūn kleśāṃs titikṣati
aus Milde und Mitleid erträgt dieser Beste der Rechtwahrer aus Ehrfurcht vor dir, Herrscher der Könige, so viele Leiden.

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