Kapitel 34: Prajāgara-parva (34)
Vidura-nīti II: Über Handeln und Unterlassen, Selbstbeherrschung und die Macht des Wortes
Vidura setzt seine nächtliche Unterweisung fort: über das rechte Abwägen von Handlung und Folge (Gleichnisse vom Fisch am Angelhaken, von der reifen Frucht, von der Biene und den Blüten), über das rechte Maß im Regieren, über die Herrschaft über die eigenen Sinne (das Wagen-Gleichnis von Körper, Selbst und Sinnen), über die zerstörerische Macht schlecht gesprochener Worte (die 'Wortpfeile', die nie verheilende 'Wortwunde'), und schließlich die direkte Anwendung auf Dhṛtarāṣṭra: Sein durch die Feindschaft mit den Pāṇḍavas getrübter Verstand habe ihn die Wahrheit nicht erkennen lassen; Yudhiṣṭhira, an Tugend allen Söhnen überlegen, solle als Herrscher eingesetzt werden. Viduras Rede bleibt am Kapitelende offen (Fortsetzung in den folgenden Kapiteln).
dhṛtarāṣṭra uvāca jāgrato dahyamānasya yat kāryam anupaśyasi tad brūhi tvaṃ hi nas tāta dharmārthakuśalaḥ śuciḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Was für einen, der wach liegt und brennt, zu tun ist, wie du es siehst, das sage mir; denn du, mein Lieber, bist rein und kundig in Recht und Nutzen.
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca jāgrato dahyamānasya yat kāryam anupaśyasi tad brūhi tvaṃ hi nas tāta dharmārthakuśalaḥ śuciḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Was für einen, der wach liegt und brennt, zu tun ist, wie du es siehst, das sage mir; denn du, mein Lieber, bist rein und kundig in Recht und Nutzen.
tvaṃ māṃ yathāvad vidura praśādhi; prajñāpūrvaṃ sarvam ajātaśatroḥ yan manyase pathyam adīnasattva; śreyaskaraṃ brūhi tad vai kurūṇām
Belehre mich recht, Vidura, mit all deiner Weisheit über Ajātaśatru; was du für heilsam hältst, du von unverzagtem Wesen, das zum Segen der Kurus gereicht, das sage mir.
Wort für Wort
tvaṃ māṃ yathāvad vidura praśādhi; prajñāpūrvaṃ sarvam ajātaśatroḥ yan manyase pathyam adīnasattva; śreyaskaraṃ brūhi tad vai kurūṇām
Belehre mich recht, Vidura, mit all deiner Weisheit über Ajātaśatru; was du für heilsam hältst, du von unverzagtem Wesen, das zum Segen der Kurus gereicht, das sage mir.
pāpāśaṅkī pāpam evānupaśyan; pṛcchāmi tvāṃ vyākulenātmanāham kave tan me brūhi sarvaṃ yathāvan; manīṣitaṃ sarvam ajātaśatroḥ
Von Sündenfurcht erfüllt, nur Sünde vor mir sehend, frage ich dich mit verwirrtem Sinn; sage mir dies alles wahrheitsgemäß, du Seher, alles, was Ajātaśatru im Sinn hat.‘
Wort für Wort
pāpāśaṅkī pāpam evānupaśyan; pṛcchāmi tvāṃ vyākulenātmanāham kave tan me brūhi sarvaṃ yathāvan; manīṣitaṃ sarvam ajātaśatroḥ
Von Sündenfurcht erfüllt, nur Sünde vor mir sehend, frage ich dich mit verwirrtem Sinn; sage mir dies alles wahrheitsgemäß, du Seher, alles, was Ajātaśatru im Sinn hat.‘
Vidura sprach: ‚Ob wohltuend oder schädlich, ob verhasst oder lieb - man sollte, auch ungefragt, demjenigen die Wahrheit sagen, dessen Untergang man nicht wünscht.
Vidura sprach: ‚Ob wohltuend oder schädlich, ob verhasst oder lieb - man sollte, auch ungefragt, demjenigen die Wahrheit sagen, dessen Untergang man nicht wünscht.
Handlungen, die auf falscher Grundlage beruhen und dennoch gelingen könnten, obwohl sie ohne rechtes Mittel unternommen wurden - richte deinen Sinn nicht auf solche, Bhārata.
Handlungen, die auf falscher Grundlage beruhen und dennoch gelingen könnten, obwohl sie ohne rechtes Mittel unternommen wurden - richte deinen Sinn nicht auf solche, Bhārata.
tathaiva yogavihitaṃ na sidhyet karma yan nṛpa upāyayuktaṃ medhāvī na tatra glapayen manaḥ
Ebenso soll der Kluge seinen Mut nicht sinken lassen, wenn eine mit rechtem Mittel unternommene, wohlvorbereitete Handlung dennoch nicht gelingt, o König.
Wort für Wort
tathaiva yogavihitaṃ na sidhyet karma yan nṛpa upāyayuktaṃ medhāvī na tatra glapayen manaḥ
Ebenso soll der Kluge seinen Mut nicht sinken lassen, wenn eine mit rechtem Mittel unternommene, wohlvorbereitete Handlung dennoch nicht gelingt, o König.
yaḥ pramāṇaṃ na jānāti sthāne vṛddhau tathā kṣaye kośe janapade daṇḍe na sa rājye 'vatiṣṭhate
Wer das rechte Maß nicht kennt bei Beharrung, Wachstum und Schwund, beim Schatz, beim Land und bei der Bestrafung - der behauptet sich nicht im Königtum.
Wort für Wort
yaḥ pramāṇaṃ na jānāti sthāne vṛddhau tathā kṣaye kośe janapade daṇḍe na sa rājye 'vatiṣṭhate
Wer das rechte Maß nicht kennt bei Beharrung, Wachstum und Schwund, beim Schatz, beim Land und bei der Bestrafung - der behauptet sich nicht im Königtum.
na rājyaṃ prāptam ity eva vartitavyam asāṃpratam śriyaṃ hy avinayo hanti jarā rūpam ivottamam
Nicht sollte man sich, nur weil man das Königtum erlangt hat, unangemessen verhalten; denn Zuchtlosigkeit zerstört das Glück, wie das Alter die überragende Schönheit.
Wort für Wort
na rājyaṃ prāptam ity eva vartitavyam asāṃpratam śriyaṃ hy avinayo hanti jarā rūpam ivottamam
Nicht sollte man sich, nur weil man das Königtum erlangt hat, unangemessen verhalten; denn Zuchtlosigkeit zerstört das Glück, wie das Alter die überragende Schönheit.
Der Fisch, der nach der äußeren Erscheinung stürzt, verschlingt den mit vortrefflichem Köder verhüllten eisernen Angelhaken, ohne die Folge zu bedenken.
Der Fisch, der nach der äußeren Erscheinung stürzt, verschlingt den mit vortrefflichem Köder verhüllten eisernen Angelhaken, ohne die Folge zu bedenken.
yac chakyaṃ grasituṃ grasyaṃ grastaṃ pariṇamec ca yat hitaṃ ca pariṇāme yat tad adyaṃ bhūtim icchatā
Was man verschlingen kann und was, verschlungen, sich gut verdauen lässt und in der Verdauung zuträglich ist - das soll, wer Gedeihen wünscht, zu sich nehmen.
Wort für Wort
yac chakyaṃ grasituṃ grasyaṃ grastaṃ pariṇamec ca yat hitaṃ ca pariṇāme yat tad adyaṃ bhūtim icchatā
Was man verschlingen kann und was, verschlungen, sich gut verdauen lässt und in der Verdauung zuträglich ist - das soll, wer Gedeihen wünscht, zu sich nehmen.
kiṃ nu me syād idaṃ kṛtvā kiṃ nu me syād akurvataḥ iti karmāṇi saṃcintya kuryād vā puruṣo na vā
Was würde mir daraus entstehen, wenn ich dies täte, was, wenn ich es nicht täte - so soll der Mensch seine Taten bedenken und dann handeln oder nicht handeln.
Wort für Wort
kiṃ nu me syād idaṃ kṛtvā kiṃ nu me syād akurvataḥ iti karmāṇi saṃcintya kuryād vā puruṣo na vā
Was würde mir daraus entstehen, wenn ich dies täte, was, wenn ich es nicht täte - so soll der Mensch seine Taten bedenken und dann handeln oder nicht handeln.
Wer alles aufrichtig ansieht, gleichsam mit den Augen alles in sich aufnehmend - einem solchen, mag er auch schweigend dasitzen, sind die Untertanen zugetan.
Wer alles aufrichtig ansieht, gleichsam mit den Augen alles in sich aufnehmend - einem solchen, mag er auch schweigend dasitzen, sind die Untertanen zugetan.
yasmāt trasyanti bhūtāni mṛgavyādhān mṛgā iva sāgarāntām api mahīṃ labdhvā sa parihīyate
Vor wem die Geschöpfe erschrecken wie die Wildtiere vor dem Jäger - ein solcher verliert selbst die bis zum Meer reichende Erde, auch wenn er sie erlangt hat.
Wort für Wort
yasmāt trasyanti bhūtāni mṛgavyādhān mṛgā iva sāgarāntām api mahīṃ labdhvā sa parihīyate
Vor wem die Geschöpfe erschrecken wie die Wildtiere vor dem Jäger - ein solcher verliert selbst die bis zum Meer reichende Erde, auch wenn er sie erlangt hat.
Wer das von Vater und Großvater ererbte Königreich durch eigene Kraft erlangt hat und dann in Unrecht verharrt, der zerstreut es, wie der Wind eine Wolke, die er erreicht hat.
Wer das von Vater und Großvater ererbte Königreich durch eigene Kraft erlangt hat und dann in Unrecht verharrt, der zerstreut es, wie der Wind eine Wolke, die er erreicht hat.
ya eva yatnaḥ kriyate pararāṣṭrāvamardane sa eva yatnaḥ kartavyaḥ svarāṣṭraparipālane
Dieselbe Anstrengung, die man aufwendet, um das Reich eines anderen niederzuwerfen, dieselbe Anstrengung sollte man aufwenden, um das eigene Reich zu schützen.
Wort für Wort
ya eva yatnaḥ kriyate pararāṣṭrāvamardane sa eva yatnaḥ kartavyaḥ svarāṣṭraparipālane
Dieselbe Anstrengung, die man aufwendet, um das Reich eines anderen niederzuwerfen, dieselbe Anstrengung sollte man aufwenden, um das eigene Reich zu schützen.
dharmeṇa rājyaṃ vindeta dharmeṇa paripālayet dharmamūlāṃ śriyaṃ prāpya na jahāti na hīyate
Durch Recht soll man das Königreich gewinnen, durch Recht soll man es bewahren; wer das im Recht wurzelnde Glück erlangt hat, verliert es nicht und wird nicht davon verlassen.
Wort für Wort
dharmeṇa rājyaṃ vindeta dharmeṇa paripālayet dharmamūlāṃ śriyaṃ prāpya na jahāti na hīyate
Durch Recht soll man das Königreich gewinnen, durch Recht soll man es bewahren; wer das im Recht wurzelnde Glück erlangt hat, verliert es nicht und wird nicht davon verlassen.
Selbst vom irre Redenden, vom Wahnsinnigen und vom kriechenden Kind soll man von überallher das Wesentliche entnehmen, wie man Gold aus Gestein gewinnt.
Selbst vom irre Redenden, vom Wahnsinnigen und vom kriechenden Kind soll man von überallher das Wesentliche entnehmen, wie man Gold aus Gestein gewinnt.
Die Regenwolke ist der Schutzherr des Viehs, Freunde und Verwandte sind die Schutzherren der Könige, die Gatten sind die Beschützer der Frauen, die Veden die Beschützer der Brahmanen.
Die Regenwolke ist der Schutzherr des Viehs, Freunde und Verwandte sind die Schutzherren der Könige, die Gatten sind die Beschützer der Frauen, die Veden die Beschützer der Brahmanen.
Durch Wahrheit wird das Recht geschützt, durch Übung wird das Wissen geschützt, durch Pflege wird die Schönheit geschützt, durch guten Wandel wird die Familie geschützt.
Durch Wahrheit wird das Recht geschützt, durch Übung wird das Wissen geschützt, durch Pflege wird die Schönheit geschützt, durch guten Wandel wird die Familie geschützt.
Durch Messen wird das Getreide geschützt, durch gewohnten Umgang die Pferde, durch häufiges Nachsehen die Kühe; die Frauen werden durch schlichte Kleidung geschützt.
Durch Messen wird das Getreide geschützt, durch gewohnten Umgang die Pferde, durch häufiges Nachsehen die Kühe; die Frauen werden durch schlichte Kleidung geschützt.
na kulaṃ vṛttahīnasya pramāṇam iti me matiḥ antyeṣv api hi jātānāṃ vṛttam eva viśiṣyate
Für den, der schlechten Wandels ist, ist die Familie kein Maßstab - das ist meine Ansicht; denn auch bei den in niedrigsten Verhältnissen Geborenen ist es eben der Wandel, der den Unterschied ausmacht.
Wort für Wort
na kulaṃ vṛttahīnasya pramāṇam iti me matiḥ antyeṣv api hi jātānāṃ vṛttam eva viśiṣyate
Für den, der schlechten Wandels ist, ist die Familie kein Maßstab - das ist meine Ansicht; denn auch bei den in niedrigsten Verhältnissen Geborenen ist es eben der Wandel, der den Unterschied ausmacht.
akāryakaraṇād bhītaḥ kāryāṇāṃ ca vivarjanāt akāle mantrabhedāc ca yena mādyen na tat pibet
[?] Aus Furcht, Verbotenes zu tun, Pflichten zu vernachlässigen und zur Unzeit ein Geheimnis preiszugeben - eben deshalb sollte man das nicht trinken, wovon man in Rausch geraten würde.
Wort für Wort
akāryakaraṇād bhītaḥ kāryāṇāṃ ca vivarjanāt akāle mantrabhedāc ca yena mādyen na tat pibet
[?] Aus Furcht, Verbotenes zu tun, Pflichten zu vernachlässigen und zur Unzeit ein Geheimnis preiszugeben - eben deshalb sollte man das nicht trinken, wovon man in Rausch geraten würde.
Vers kompakt; Sinn vermutlich eine Warnung vor Rauschtrank, da Trunkenheit zu Pflichtverletzung und ungewolltem Geheimnisverrat führt.
vidyāmado dhanamadas tṛtīyo 'bhijano madaḥ ete madāvaliptānām eta eva satāṃ damāḥ
Der Rausch des Wissens, der Rausch des Reichtums, und als dritter der Rausch der edlen Abstammung - diese sind bei den vom Rausch Befleckten Laster, eben diese sind bei den Rechtschaffenen Anlass zur Selbstbeherrschung.
Wort für Wort
vidyāmado dhanamadas tṛtīyo 'bhijano madaḥ ete madāvaliptānām eta eva satāṃ damāḥ
Der Rausch des Wissens, der Rausch des Reichtums, und als dritter der Rausch der edlen Abstammung - diese sind bei den vom Rausch Befleckten Laster, eben diese sind bei den Rechtschaffenen Anlass zur Selbstbeherrschung.
gatir ātmavatāṃ santaḥ santa eva satāṃ gatiḥ asatāṃ ca gatiḥ santo na tv asantaḥ satāṃ gatiḥ
Die Zuflucht der Selbstbeherrschten sind die Guten, die Guten sind die Zuflucht der Guten; die Guten sind auch die Zuflucht der Schlechten, doch nie sind die Schlechten die Zuflucht der Guten.
Wort für Wort
gatir ātmavatāṃ santaḥ santa eva satāṃ gatiḥ asatāṃ ca gatiḥ santo na tv asantaḥ satāṃ gatiḥ
Die Zuflucht der Selbstbeherrschten sind die Guten, die Guten sind die Zuflucht der Guten; die Guten sind auch die Zuflucht der Schlechten, doch nie sind die Schlechten die Zuflucht der Guten.
Gewonnen ist die Versammlung durch den, der gute Kleidung trägt; gewonnen sind die Erwartungen durch den, der Rinder besitzt; gewonnen ist der Weg durch den, der ein Fahrzeug hat; alles aber gewinnt der, der guten Charakter hat.
Gewonnen ist die Versammlung durch den, der gute Kleidung trägt; gewonnen sind die Erwartungen durch den, der Rinder besitzt; gewonnen ist der Weg durch den, der ein Fahrzeug hat; alles aber gewinnt der, der guten Charakter hat.
prāyeṇa śrīmatāṃ loke bhoktuṃ śaktir na vidyate daridrāṇāṃ tu rājendra api kāṣṭhaṃ hi jīryate
Meist besitzen die Wohlhabenden in der Welt gar nicht die Fähigkeit, richtig zu genießen; bei den Armen aber, Herrscher der Könige, verdaut sich sogar Holz.
Wort für Wort
prāyeṇa śrīmatāṃ loke bhoktuṃ śaktir na vidyate daridrāṇāṃ tu rājendra api kāṣṭhaṃ hi jīryate
Meist besitzen die Wohlhabenden in der Welt gar nicht die Fähigkeit, richtig zu genießen; bei den Armen aber, Herrscher der Könige, verdaut sich sogar Holz.
Mittellosigkeit ist die Furcht der Niedrigsten, der Tod die Furcht der Mittleren; für die höchsten Sterblichen aber ist die Missachtung die größte Furcht.
Mittellosigkeit ist die Furcht der Niedrigsten, der Tod die Furcht der Mittleren; für die höchsten Sterblichen aber ist die Missachtung die größte Furcht.
aiśvaryamadapāpiṣṭhā madāḥ pānamadādayaḥ aiśvaryamadamatto hi nāpatitvā vibudhyate
Der schlimmste unter den Räuschen - dem Weinrausch und anderen - ist der Rausch der Macht; denn wer vom Rausch der Macht trunken ist, erwacht erst, nachdem er gefallen ist.
Wort für Wort
aiśvaryamadapāpiṣṭhā madāḥ pānamadādayaḥ aiśvaryamadamatto hi nāpatitvā vibudhyate
Der schlimmste unter den Räuschen - dem Weinrausch und anderen - ist der Rausch der Macht; denn wer vom Rausch der Macht trunken ist, erwacht erst, nachdem er gefallen ist.
avijitya ya ātmānam amātyān vijigīṣate amitrān vājitāmātyaḥ so 'vaśaḥ parihīyate
Wer, ohne sich selbst besiegt zu haben, seine Minister zu bezwingen sucht, oder die Feinde, ohne die Minister bezwungen zu haben - ein solcher Machtloser geht zugrunde.
Wort für Wort
avijitya ya ātmānam amātyān vijigīṣate amitrān vājitāmātyaḥ so 'vaśaḥ parihīyate
Wer, ohne sich selbst besiegt zu haben, seine Minister zu bezwingen sucht, oder die Feinde, ohne die Minister bezwungen zu haben - ein solcher Machtloser geht zugrunde.
Wen, dessen Sinne gebändigt, dessen Minister bezwungen sind, der die Strafe gegenüber den Abtrünnigen aufrechterhält, der nach Prüfung handelt und standhaft ist - einen solchen sucht das Glück auf Dauer heim.
Wen, dessen Sinne gebändigt, dessen Minister bezwungen sind, der die Strafe gegenüber den Abtrünnigen aufrechterhält, der nach Prüfung handelt und standhaft ist - einen solchen sucht das Glück auf Dauer heim.
rathaḥ śarīraṃ puruṣasya rājan; nātmā niyantendriyāṇy asya cāśvāḥ tair apramattaḥ kuśalaḥ sadaśvair; dāntaiḥ sukhaṃ yāti rathīva dhīraḥ
Der Körper des Menschen, o König, ist der Wagen; das Selbst ist der Lenker, die Sinne sind seine Pferde; mit ihnen, wachsam und geschickt, mit gebändigten guten Pferden, fährt der Standhafte glücklich dahin wie ein Wagenlenker.
Wort für Wort
rathaḥ śarīraṃ puruṣasya rājan; nātmā niyantendriyāṇy asya cāśvāḥ tair apramattaḥ kuśalaḥ sadaśvair; dāntaiḥ sukhaṃ yāti rathīva dhīraḥ
Der Körper des Menschen, o König, ist der Wagen; das Selbst ist der Lenker, die Sinne sind seine Pferde; mit ihnen, wachsam und geschickt, mit gebändigten guten Pferden, fährt der Standhafte glücklich dahin wie ein Wagenlenker.
Wer das Unheilvolle für nützlich hält und das Nützliche für unheilvoll, ein solcher Tor, von seinen Sinnen fortgerissen, hält das überaus Leidvolle für Glück.
Wer das Unheilvolle für nützlich hält und das Nützliche für unheilvoll, ein solcher Tor, von seinen Sinnen fortgerissen, hält das überaus Leidvolle für Glück.
Man soll mit sich selbst nach sich selbst streben, mit gezügeltem Geist, Verstand und Sinnen; denn das Selbst allein ist der Freund des Selbst, das Selbst allein ist der Feind des Selbst.
Man soll mit sich selbst nach sich selbst streben, mit gezügeltem Geist, Verstand und Sinnen; denn das Selbst allein ist der Freund des Selbst, das Selbst allein ist der Feind des Selbst.
samavekṣyeha dharmārthau saṃbhārān yo 'dhigacchati sa vai saṃbhṛtasaṃbhāraḥ satataṃ sukham edhate
Wer, nachdem er hier Recht und Nutzen wohl abgewogen hat, die nötigen Mittel erwirbt, dessen Mittel wohl versammelt sind - ein solcher gedeiht beständig im Glück.
Wort für Wort
samavekṣyeha dharmārthau saṃbhārān yo 'dhigacchati sa vai saṃbhṛtasaṃbhāraḥ satataṃ sukham edhate
Wer, nachdem er hier Recht und Nutzen wohl abgewogen hat, die nötigen Mittel erwirbt, dessen Mittel wohl versammelt sind - ein solcher gedeiht beständig im Glück.
asaṃtyāgāt pāpakṛtām apāpāṃs; tulyo daṇḍaḥ spṛśate miśrabhāvāt śuṣkeṇārdraṃ dahyate miśrabhāvāt; tasmāt pāpaiḥ saha saṃdhiṃ na kuryāt
Weil man Übeltäter nicht meidet, trifft auch die Unschuldigen dieselbe Strafe, wegen der Vermischung - wie das Feuchte mit dem Trockenen zusammen verbrennt, wegen der Vermischung; darum soll man kein Bündnis mit Übeltätern schließen.
Wort für Wort
asaṃtyāgāt pāpakṛtām apāpāṃs; tulyo daṇḍaḥ spṛśate miśrabhāvāt śuṣkeṇārdraṃ dahyate miśrabhāvāt; tasmāt pāpaiḥ saha saṃdhiṃ na kuryāt
Weil man Übeltäter nicht meidet, trifft auch die Unschuldigen dieselbe Strafe, wegen der Vermischung - wie das Feuchte mit dem Trockenen zusammen verbrennt, wegen der Vermischung; darum soll man kein Bündnis mit Übeltätern schließen.
anasūyārjavaṃ śaucaṃ saṃtoṣaḥ priyavāditā damaḥ satyam anāyāso na bhavanti durātmanām
Freiheit von Groll, Aufrichtigkeit, Reinheit, Zufriedenheit, freundliche Rede, Selbstbeherrschung, Wahrhaftigkeit und Mühelosigkeit finden sich nicht bei den Bösgesinnten.
Wort für Wort
anasūyārjavaṃ śaucaṃ saṃtoṣaḥ priyavāditā damaḥ satyam anāyāso na bhavanti durātmanām
Freiheit von Groll, Aufrichtigkeit, Reinheit, Zufriedenheit, freundliche Rede, Selbstbeherrschung, Wahrhaftigkeit und Mühelosigkeit finden sich nicht bei den Bösgesinnten.
Selbsterkenntnis, Mühelosigkeit, Geduld, Beständigkeit im Recht, gehütete Rede und Freigebigkeit - diese finden sich nicht bei den Niedrigsten, Bhārata.
Selbsterkenntnis, Mühelosigkeit, Geduld, Beständigkeit im Recht, gehütete Rede und Freigebigkeit - diese finden sich nicht bei den Niedrigsten, Bhārata.
Gewalt ist die Stärke der Übeltäter, die Strafgewalt die Stärke der Könige, Dienstbereitschaft die Stärke der Frauen, Geduld die Stärke der Tugendhaften.
Gewalt ist die Stärke der Übeltäter, die Strafgewalt die Stärke der Könige, Dienstbereitschaft die Stärke der Frauen, Geduld die Stärke der Tugendhaften.
Ein von Pfeilen durchbohrter, von der Axt geschlagener Wald wächst wieder zu; doch eine durch üble Rede zugefügte, abscheuliche Wortwunde heilt nicht wieder.
Ein von Pfeilen durchbohrter, von der Axt geschlagener Wald wächst wieder zu; doch eine durch üble Rede zugefügte, abscheuliche Wortwunde heilt nicht wieder.
karṇinālīkanārācā nirharanti śarīrataḥ vākśalyas tu na nirhartuṃ śakyo hṛdiśayo hi saḥ
Widerhakenpfeile, glatte Pfeile und eiserne Pfeile kann man aus dem Körper herausziehen; der Pfeil des Wortes aber lässt sich nicht herausziehen, denn er sitzt im Herzen.
Wort für Wort
karṇinālīkanārācā nirharanti śarīrataḥ vākśalyas tu na nirhartuṃ śakyo hṛdiśayo hi saḥ
Widerhakenpfeile, glatte Pfeile und eiserne Pfeile kann man aus dem Körper herausziehen; der Pfeil des Wortes aber lässt sich nicht herausziehen, denn er sitzt im Herzen.
Die Wortpfeile fliegen aus dem Mund; von ihnen getroffen, trauert man Tag und Nacht; auf die empfindlichen Stellen eines anderen sollen sie nicht fallen - der Weise sollte sie nicht gegen andere abschießen.
Die Wortpfeile fliegen aus dem Mund; von ihnen getroffen, trauert man Tag und Nacht; auf die empfindlichen Stellen eines anderen sollen sie nicht fallen - der Weise sollte sie nicht gegen andere abschießen.
rājā lakṣaṇasaṃpannas trailokyasyāpi yo bhavet śiṣyas te śāsitā so 'stu dhṛtarāṣṭra yudhiṣṭhiraḥ
Ein König, mit allen guten Merkmalen ausgestattet, wie er selbst für die drei Welten geeignet wäre - dieser Yudhiṣṭhira sei dein Schüler und dein Herrscher, Dhṛtarāṣṭra.
Wort für Wort
rājā lakṣaṇasaṃpannas trailokyasyāpi yo bhavet śiṣyas te śāsitā so 'stu dhṛtarāṣṭra yudhiṣṭhiraḥ
Ein König, mit allen guten Merkmalen ausgestattet, wie er selbst für die drei Welten geeignet wäre - dieser Yudhiṣṭhira sei dein Schüler und dein Herrscher, Dhṛtarāṣṭra.