Kapitel 14: Sainyoddyoga-parva (14)
Śalyas Erzählung (Fortsetzung): Die Auffindung Indras im Lotusstängel
Die Offenbarungsstimme Upaśruti erscheint Śacī und führt sie über Wälder, Berge und den Himavat bis zu einem fernen himmlischen See, in dessen Lotusblüten sich der unsichtbar gewordene Indra verborgen hält. Śacī findet ihn, berichtet ihm von Nahuṣas Übergriffen und Drohungen und bittet ihn eindringlich, sich zu offenbaren, seine Kraft wiederzuerlangen und die Götterherrschaft zurückzuerobern.
pativratāsi yuktā ca yamena niyamena ca darśayiṣyāmi te śakraṃ devaṃ vṛtraniṣūdanam kṣipram anvehi bhadraṃ te drakṣyase surasattamam
Du bist deinem Gatten treu ergeben und mit Selbstbeherrschung und Gelübde ausgestattet; ich werde dir den Gott Śakra, den Bezwinger Vṛtras, zeigen - folge mir rasch, Segen sei mit dir, du wirst den Vortrefflichsten der Götter erblicken.“
Wort für Wort
pativratāsi yuktā ca yamena niyamena ca darśayiṣyāmi te śakraṃ devaṃ vṛtraniṣūdanam kṣipram anvehi bhadraṃ te drakṣyase surasattamam
Du bist deinem Gatten treu ergeben und mit Selbstbeherrschung und Gelübde ausgestattet; ich werde dir den Gott Śakra, den Bezwinger Vṛtras, zeigen - folge mir rasch, Segen sei mit dir, du wirst den Vortrefflichsten der Götter erblicken.“
Śalya sprach: Darauf folgte Indrāṇī jener aufbrechenden Göttin; nachdem sie die Götterwälder und viele Berge durchquert hatten, überquerten sie darauf den Himavat und gelangten zu dessen nördlicher Seite.
Śalya sprach: Darauf folgte Indrāṇī jener aufbrechenden Göttin; nachdem sie die Götterwälder und viele Berge durchquert hatten, überquerten sie darauf den Himavat und gelangten zu dessen nördlicher Seite.
samudraṃ ca samāsādya bahuyojanavistṛtam āsasāda mahādvīpaṃ nānādrumalatāvṛtam
Und nachdem sie zu einem viele Yojanas weiten Meer gelangt waren, erreichten sie eine große Insel, die von mancherlei Bäumen und Schlingpflanzen bedeckt war.
Wort für Wort
samudraṃ ca samāsādya bahuyojanavistṛtam āsasāda mahādvīpaṃ nānādrumalatāvṛtam
Und nachdem sie zu einem viele Yojanas weiten Meer gelangt waren, erreichten sie eine große Insel, die von mancherlei Bäumen und Schlingpflanzen bedeckt war.
padmasya bhittvā nālaṃ ca viveśa sahitā tayā bisatantupraviṣṭaṃ ca tatrāpaśyac chatakratum
Nachdem sie den Stängel einer Lotusblüte durchbrochen hatte, trat sie gemeinsam mit ihr hinein, und dort erblickte sie den Śatakratu, der in die Lotusfaser eingedrungen war.
Wort für Wort
padmasya bhittvā nālaṃ ca viveśa sahitā tayā bisatantupraviṣṭaṃ ca tatrāpaśyac chatakratum
Nachdem sie den Stängel einer Lotusblüte durchbrochen hatte, trat sie gemeinsam mit ihr hinein, und dort erblickte sie den Śatakratu, der in die Lotusfaser eingedrungen war.
taṃ dṛṣṭvā ca susūkṣmeṇa rūpeṇāvasthitaṃ prabhum sūkṣmarūpadharā devī babhūvopaśrutiś ca sā
Als sie den Herrn erblickte, der in überaus feiner Gestalt verweilte, nahm auch die Göttin Upaśruti eine feine Gestalt an.
Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā ca susūkṣmeṇa rūpeṇāvasthitaṃ prabhum sūkṣmarūpadharā devī babhūvopaśrutiś ca sā
Als sie den Herrn erblickte, der in überaus feiner Gestalt verweilte, nahm auch die Göttin Upaśruti eine feine Gestalt an.
Indra hat sich, unsichtbar für die Welt, in die feinen Fasern eines Lotusstängels in einem entlegenen himmlischen See zurückgezogen - ein bekanntes Bildmotiv dieser Erzählung.
indratvaṃ triṣu lokeṣu prāpya vīryamadānvitaḥ darpāviṣṭaś ca duṣṭātmā mām uvāca śatakrato upatiṣṭha mām iti krūraḥ kālaṃ ca kṛtavān mama
„Nachdem er die Indra-Würde über die drei Welten erlangt hatte, von seiner Kraft trunken und von Hochmut erfüllt, befahl mir der bösgesinnte, grausame Nahuṣa, ihm aufzuwarten, Śatakratu - so sprach er, und gewährte mir dabei nur eine Frist.
Wort für Wort
indratvaṃ triṣu lokeṣu prāpya vīryamadānvitaḥ darpāviṣṭaś ca duṣṭātmā mām uvāca śatakrato upatiṣṭha mām iti krūraḥ kālaṃ ca kṛtavān mama
„Nachdem er die Indra-Würde über die drei Welten erlangt hatte, von seiner Kraft trunken und von Hochmut erfüllt, befahl mir der bösgesinnte, grausame Nahuṣa, ihm aufzuwarten, Śatakratu - so sprach er, und gewährte mir dabei nur eine Frist.
yadi na trāsyasi vibho kariṣyati sa māṃ vaśe etena cāhaṃ saṃtaptā prāptā śakra tavāntikam jahi raudraṃ mahābāho nahuṣaṃ pāpaniścayam
Wenn du mich nicht rettest, Herr, wird er mich sich gefügig machen; deshalb, gequält, bin ich zu dir gekommen, Śakra - erschlage den schrecklichen, starkarmigen Nahuṣa von bösem Vorsatz,
Wort für Wort
yadi na trāsyasi vibho kariṣyati sa māṃ vaśe etena cāhaṃ saṃtaptā prāptā śakra tavāntikam jahi raudraṃ mahābāho nahuṣaṃ pāpaniścayam
Wenn du mich nicht rettest, Herr, wird er mich sich gefügig machen; deshalb, gequält, bin ich zu dir gekommen, Śakra - erschlage den schrecklichen, starkarmigen Nahuṣa von bösem Vorsatz,