Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 15: Sainyoddyoga-parva (15) Śalyas Erzählung (Fortsetzung): Die Sänfte der Weisen und die Suche nach Indra

Indra ersinnt eine List: Śacī soll Nahuṣa dazu bewegen, sich von den großen Weisen wie Zugtiere in einer Sänfte tragen zu lassen - ein Sakrileg, das seinen Sturz herbeiführen wird. Der von Hochmut geblendete Nahuṣa, der sich für allmächtig hält, geht begeistert darauf ein und lässt sich fortan von den im Gelübde stehenden Weisen tragen. Bṛhaspati beruhigt die verzweifelte Śacī und beginnt, durch ein Opfer den verschwundenen Indra zu suchen; der ausgesandte Agni durchstreift alle Welten vergeblich und weigert sich, zuletzt in die Gewässer einzudringen, da das Feuer traditionell aus dem Wasser entsprungen sei und dort seinen Ursprung, mithin seinen Untergang, fände.

śalya uvāca evam uktaḥ sa bhagavāñ śacyā punar athābravīt vikramasya na kālo 'yaṃ nahuṣo balavattaraḥ

Śalya sprach: So von Śacī angesprochen, sprach der Erhabene darauf wiederum: „Dies ist nicht die Zeit für offene Gewalt; Nahuṣa ist überaus mächtig,

Wort für Wort
śalya uvāca evam uktaḥ sa bhagavāñ śacyā punar athābravīt vikramasya na kālo 'yaṃ nahuṣo balavattaraḥ
Śalya sprach: So von Śacī angesprochen, sprach der Erhabene darauf wiederum: „Dies ist nicht die Zeit für offene Gewalt; Nahuṣa ist überaus mächtig,

vivardhitaś ca ṛṣibhir havyaiḥ kavyaiś ca bhāmini nītim atra vidhāsyāmi devi tāṃ kartum arhasi

gestärkt durch die Opfergaben der Weisen an Götter und Ahnen, du Zürnende; ich werde hier eine List anwenden, Göttin - diese sollst du ausführen.

Wort für Wort
vivardhitaś ca ṛṣibhir havyaiḥ kavyaiś ca bhāmini nītim atra vidhāsyāmi devi tāṃ kartum arhasi
gestärkt durch die Opfergaben der Weisen an Götter und Ahnen, du Zürnende; ich werde hier eine List anwenden, Göttin - diese sollst du ausführen.

guhyaṃ caitat tvayā kāryaṃ nākhyātavyaṃ śubhe kva cit gatvā nahuṣam ekānte bravīhi tanumadhyame

Dies soll von dir geheim gehalten werden, es soll niemandem mitgeteilt werden, du Holde; geh zu Nahuṣa und sprich zu ihm allein, du Schlankhüftige:

Wort für Wort
guhyaṃ caitat tvayā kāryaṃ nākhyātavyaṃ śubhe kva cit gatvā nahuṣam ekānte bravīhi tanumadhyame
Dies soll von dir geheim gehalten werden, es soll niemandem mitgeteilt werden, du Holde; geh zu Nahuṣa und sprich zu ihm allein, du Schlankhüftige:

ṛṣiyānena divyena mām upaihi jagatpate evaṃ tava vaśe prītā bhaviṣyāmīti taṃ vada

er möge sich mir mit einem himmlischen, von Weisen getragenen Fahrzeug nähern, dem Herrscher der Welt gemäß - dann werde ich ihm freudig zu Willen sein.“

Wort für Wort
ṛṣiyānena divyena mām upaihi jagatpate evaṃ tava vaśe prītā bhaviṣyāmīti taṃ vada
er möge sich mir mit einem himmlischen, von Weisen getragenen Fahrzeug nähern, dem Herrscher der Welt gemäß - dann werde ich ihm freudig zu Willen sein.“

Um eine dritte, typographisch eigens zu markierende Zitatebene zu vermeiden, ist Indras wörtlich vorgegebene Instruktion an Śacī hier als indirekte Rede wiedergegeben.

ity uktā devarājena patnī sā kamalekṣaṇā evam astv ity athoktvā tu jagāma nahuṣaṃ prati

So vom Götterkönig angesprochen, sprach seine lotusäugige Gattin: „So sei es“, und ging darauf zu Nahuṣa.

Wort für Wort
ity uktā devarājena patnī sā kamalekṣaṇā evam astv ity athoktvā tu jagāma nahuṣaṃ prati
So vom Götterkönig angesprochen, sprach seine lotusäugige Gattin: „So sei es“, und ging darauf zu Nahuṣa.

nahuṣas tāṃ tato dṛṣṭvā vismito vākyam abravīt svāgataṃ te varārohe kiṃ karomi śucismite

Als Nahuṣa sie darauf erblickte, sprach er erstaunt: „Willkommen, Schönhüftige; was soll ich tun, du mit dem reinen Lächeln?

Wort für Wort
nahuṣas tāṃ tato dṛṣṭvā vismito vākyam abravīt svāgataṃ te varārohe kiṃ karomi śucismite
Als Nahuṣa sie darauf erblickte, sprach er erstaunt: „Willkommen, Schönhüftige; was soll ich tun, du mit dem reinen Lächeln?

bhaktaṃ māṃ bhaja kalyāṇi kim icchasi manasvini tava kalyāṇi yat kāryaṃ tat kariṣye sumadhyame

Nimm mich an, der ich dir zugetan bin, Holde; was wünschst du, Sinnvolle? Was auch immer dir zum Wohl gereicht, du Schlanke, das werde ich tun.

Wort für Wort
bhaktaṃ māṃ bhaja kalyāṇi kim icchasi manasvini tava kalyāṇi yat kāryaṃ tat kariṣye sumadhyame
Nimm mich an, der ich dir zugetan bin, Holde; was wünschst du, Sinnvolle? Was auch immer dir zum Wohl gereicht, du Schlanke, das werde ich tun.

na ca vrīḍā tvayā kāryā suśroṇi mayi viśvasa satyena vai śape devi kartāsmi vacanaṃ tava

Und du brauchst keine Scham zu empfinden, Schönhüftige - vertrau mir; wahrhaftig schwöre ich, Göttin, ich werde dein Wort erfüllen.“

Wort für Wort
na ca vrīḍā tvayā kāryā suśroṇi mayi viśvasa satyena vai śape devi kartāsmi vacanaṃ tava
Und du brauchst keine Scham zu empfinden, Schönhüftige - vertrau mir; wahrhaftig schwöre ich, Göttin, ich werde dein Wort erfüllen.“

indrāṇy uvāca yo me tvayā kṛtaḥ kālas tam ākāṅkṣe jagatpate tatas tvam eva bhartā me bhaviṣyasi surādhipa

Indrāṇī sprach: „Die Frist, die du mir gewährt hast, wünsche ich einzuhalten, Herrscher der Welt; danach wirst du allein mein Gatte sein, Herrscher der Götter.

Wort für Wort
indrāṇy uvāca yo me tvayā kṛtaḥ kālas tam ākāṅkṣe jagatpate tatas tvam eva bhartā me bhaviṣyasi surādhipa
Indrāṇī sprach: „Die Frist, die du mir gewährt hast, wünsche ich einzuhalten, Herrscher der Welt; danach wirst du allein mein Gatte sein, Herrscher der Götter.

kāryaṃ ca hṛdi me yat tad devarājāvadhāraya vakṣyāmi yadi me rājan priyam etat kariṣyasi vākyaṃ praṇayasaṃyuktaṃ tataḥ syāṃ vaśagā tava

Und was mir am Herzen liegt, das vernimm, Götterkönig; ich werde es dir sagen, wenn du, o König, dieses mit Zuneigung verbundene Wort, das mir lieb ist, erfüllen wirst - dann werde ich dir gefügig sein.

Wort für Wort
kāryaṃ ca hṛdi me yat tad devarājāvadhāraya vakṣyāmi yadi me rājan priyam etat kariṣyasi vākyaṃ praṇayasaṃyuktaṃ tataḥ syāṃ vaśagā tava
Und was mir am Herzen liegt, das vernimm, Götterkönig; ich werde es dir sagen, wenn du, o König, dieses mit Zuneigung verbundene Wort, das mir lieb ist, erfüllen wirst - dann werde ich dir gefügig sein.

indrasya vājino vāhā hastino 'tha rathās tathā icchāmy aham ihāpūrvaṃ vāhanaṃ te surādhipa yan na viṣṇor na rudrasya nāsurāṇāṃ na rakṣasām

Indras Zugtiere sind Rosse, Elefanten und ebenso Wagen; ich wünsche mir für dich hier ein noch nie dagewesenes Fahrzeug, Herrscher der Götter, wie es weder Viṣṇu noch Rudra noch die Asuras noch die Rākṣasas haben -

Wort für Wort
indrasya vājino vāhā hastino 'tha rathās tathā icchāmy aham ihāpūrvaṃ vāhanaṃ te surādhipa yan na viṣṇor na rudrasya nāsurāṇāṃ na rakṣasām
Indras Zugtiere sind Rosse, Elefanten und ebenso Wagen; ich wünsche mir für dich hier ein noch nie dagewesenes Fahrzeug, Herrscher der Götter, wie es weder Viṣṇu noch Rudra noch die Asuras noch die Rākṣasas haben -

vahantu tvāṃ mahārāja ṛṣayaḥ saṃgatā vibho sarve śibikayā rājann etad dhi mama rocate

alle versammelten Weisen sollen dich, großer König, in einer Sänfte tragen, Herr - dies eben gefällt mir.

Wort für Wort
vahantu tvāṃ mahārāja ṛṣayaḥ saṃgatā vibho sarve śibikayā rājann etad dhi mama rocate
alle versammelten Weisen sollen dich, großer König, in einer Sänfte tragen, Herr - dies eben gefällt mir.

nāsureṣu na deveṣu tulyo bhavitum arhasi sarveṣāṃ teja ādatsva svena vīryeṇa darśanāt na te pramukhataḥ sthātuṃ kaś cid icchati vīryavān

Weder unter den Asuras noch unter den Göttern sollst du deinesgleichen haben; nimm durch deine eigene Kraft, allein durch deinen Anblick, die Kraft aller in dich auf - niemand, so mächtig er auch sei, wird es wagen, vor dir zu stehen.“

Wort für Wort
nāsureṣu na deveṣu tulyo bhavitum arhasi sarveṣāṃ teja ādatsva svena vīryeṇa darśanāt na te pramukhataḥ sthātuṃ kaś cid icchati vīryavān
Weder unter den Asuras noch unter den Göttern sollst du deinesgleichen haben; nimm durch deine eigene Kraft, allein durch deinen Anblick, die Kraft aller in dich auf - niemand, so mächtig er auch sei, wird es wagen, vor dir zu stehen.“

śalya uvāca evam uktas tu nahuṣaḥ prāhṛṣyata tadā kila uvāca vacanaṃ cāpi surendras tām aninditām

Śalya sprach: So angesprochen, freute sich Nahuṣa da sehr, wie es heißt, und der Herrscher der Götter sprach auch zu jener Tadellosen folgendes Wort:

Wort für Wort
śalya uvāca evam uktas tu nahuṣaḥ prāhṛṣyata tadā kila uvāca vacanaṃ cāpi surendras tām aninditām
Śalya sprach: So angesprochen, freute sich Nahuṣa da sehr, wie es heißt, und der Herrscher der Götter sprach auch zu jener Tadellosen folgendes Wort:

apūrvaṃ vāhanam idaṃ tvayoktaṃ varavarṇini dṛḍhaṃ me rucitaṃ devi tvadvaśo 'smi varānane

„Dieses nie dagewesene Fahrzeug, das du genannt hast, du von schöner Gestalt, gefällt mir sehr, Göttin; ich bin dir gefügig, Schönantlitzige.

Wort für Wort
apūrvaṃ vāhanam idaṃ tvayoktaṃ varavarṇini dṛḍhaṃ me rucitaṃ devi tvadvaśo 'smi varānane
„Dieses nie dagewesene Fahrzeug, das du genannt hast, du von schöner Gestalt, gefällt mir sehr, Göttin; ich bin dir gefügig, Schönantlitzige.

na hy alpavīryo bhavati yo vāhān kurute munīn ahaṃ tapasvī balavān bhūtabhavyabhavatprabhuḥ

Denn wer die Weisen zu seinen Zugtieren macht, ist nicht von geringer Kraft; ich bin ein Asket, mächtig, Herr über Vergangenes, Zukünftiges und Gegenwärtiges.

Wort für Wort
na hy alpavīryo bhavati yo vāhān kurute munīn ahaṃ tapasvī balavān bhūtabhavyabhavatprabhuḥ
Denn wer die Weisen zu seinen Zugtieren macht, ist nicht von geringer Kraft; ich bin ein Asket, mächtig, Herr über Vergangenes, Zukünftiges und Gegenwärtiges.

mayi kruddhe jagan na syān mayi sarvaṃ pratiṣṭhitam devadānavagandharvāḥ kiṃnaroragarākṣasāḥ

Wenn ich zornig wäre, gäbe es die Welt nicht mehr; auf mir beruht alles - Götter, Dānavas, Gandharven, Kiṃnaras, Schlangen und Rākṣasas.

Wort für Wort
mayi kruddhe jagan na syān mayi sarvaṃ pratiṣṭhitam devadānavagandharvāḥ kiṃnaroragarākṣasāḥ
Wenn ich zornig wäre, gäbe es die Welt nicht mehr; auf mir beruht alles - Götter, Dānavas, Gandharven, Kiṃnaras, Schlangen und Rākṣasas.

na me kruddhasya paryāptāḥ sarve lokāḥ śucismite cakṣuṣā yaṃ prapaśyāmi tasya tejo harāmy aham

Wenn ich zornig bin, reichen mir alle Welten nicht aus, du mit dem reinen Lächeln; wen auch immer ich mit meinem Blick erfasse, dessen Kraft raube ich.

Wort für Wort
na me kruddhasya paryāptāḥ sarve lokāḥ śucismite cakṣuṣā yaṃ prapaśyāmi tasya tejo harāmy aham
Wenn ich zornig bin, reichen mir alle Welten nicht aus, du mit dem reinen Lächeln; wen auch immer ich mit meinem Blick erfasse, dessen Kraft raube ich.

tasmāt te vacanaṃ devi kariṣyāmi na saṃśayaḥ saptarṣayo māṃ vakṣyanti sarve brahmarṣayas tathā paśya māhātmyam asmākam ṛddhiṃ ca varavarṇini

Deshalb werde ich dein Wort erfüllen, Göttin, ohne Zweifel; die Sieben Weisen werden mich tragen, und ebenso alle Brahmanenweisen - sieh unsere Erhabenheit und unseren Wohlstand, du von schöner Gestalt.“

Wort für Wort
tasmāt te vacanaṃ devi kariṣyāmi na saṃśayaḥ saptarṣayo māṃ vakṣyanti sarve brahmarṣayas tathā paśya māhātmyam asmākam ṛddhiṃ ca varavarṇini
Deshalb werde ich dein Wort erfüllen, Göttin, ohne Zweifel; die Sieben Weisen werden mich tragen, und ebenso alle Brahmanenweisen - sieh unsere Erhabenheit und unseren Wohlstand, du von schöner Gestalt.“

evam uktvā tu tāṃ devīṃ visṛjya ca varānanām vimāne yojayitvā sa ṛṣīn niyamam āsthitān

Nachdem er so zu der Göttin von schönem Antlitz gesprochen und sie entlassen hatte, spannte er die im Gelübde stehenden Weisen an sein Fahrzeug,

Wort für Wort
evam uktvā tu tāṃ devīṃ visṛjya ca varānanām vimāne yojayitvā sa ṛṣīn niyamam āsthitān
Nachdem er so zu der Göttin von schönem Antlitz gesprochen und sie entlassen hatte, spannte er die im Gelübde stehenden Weisen an sein Fahrzeug,

abrahmaṇyo balopeto matto varamadena ca kāmavṛttaḥ sa duṣṭātmā vāhayām āsa tān ṛṣīn

und der bösgesinnte, den Brahmanen Feindliche, von Kraft erfüllte, vom Rausch der erlangten Gunst Trunkene, von Begierde Beherrschte ließ sich von jenen Weisen ziehen.

Wort für Wort
abrahmaṇyo balopeto matto varamadena ca kāmavṛttaḥ sa duṣṭātmā vāhayām āsa tān ṛṣīn
und der bösgesinnte, den Brahmanen Feindliche, von Kraft erfüllte, vom Rausch der erlangten Gunst Trunkene, von Begierde Beherrschte ließ sich von jenen Weisen ziehen.

nahuṣeṇa visṛṣṭā ca bṛhaspatim uvāca sā samayo 'lpāvaśeṣo me nahuṣeṇeha yaḥ kṛtaḥ śakraṃ mṛgaya śīghraṃ tvaṃ bhaktāyāḥ kuru me dayām

Von Nahuṣa entlassen, sprach sie zu Bṛhaspati: „Die Frist, die mir von Nahuṣa hier gewährt wurde, ist nur noch kurz; suche du rasch Śakra, erweise mir, deiner Ergebenen, dein Mitleid.“

Wort für Wort
nahuṣeṇa visṛṣṭā ca bṛhaspatim uvāca sā samayo 'lpāvaśeṣo me nahuṣeṇeha yaḥ kṛtaḥ śakraṃ mṛgaya śīghraṃ tvaṃ bhaktāyāḥ kuru me dayām
Von Nahuṣa entlassen, sprach sie zu Bṛhaspati: „Die Frist, die mir von Nahuṣa hier gewährt wurde, ist nur noch kurz; suche du rasch Śakra, erweise mir, deiner Ergebenen, dein Mitleid.“

bāḍham ity eva bhagavān bṛhaspatir uvāca tām na bhetavyaṃ tvayā devi nahuṣād duṣṭacetasaḥ

„So sei es“ - so sprach der erhabene Bṛhaspati zu ihr: „Du brauchst dich nicht vor dem bösgesinnten Nahuṣa zu fürchten, Göttin.

Wort für Wort
bāḍham ity eva bhagavān bṛhaspatir uvāca tām na bhetavyaṃ tvayā devi nahuṣād duṣṭacetasaḥ
„So sei es“ - so sprach der erhabene Bṛhaspati zu ihr: „Du brauchst dich nicht vor dem bösgesinnten Nahuṣa zu fürchten, Göttin.

na hy eṣa sthāsyati ciraṃ gata eṣa narādhamaḥ adharmajño maharṣīṇāṃ vāhanāc ca hataḥ śubhe

Denn dieser wird nicht lange Bestand haben; dieser Niedrigste der Menschen ist dem Untergang geweiht, dharmaunkundig, und wird durch den Missbrauch der großen Weisen als Zugtiere zu Fall kommen, du Holde.

Wort für Wort
na hy eṣa sthāsyati ciraṃ gata eṣa narādhamaḥ adharmajño maharṣīṇāṃ vāhanāc ca hataḥ śubhe
Denn dieser wird nicht lange Bestand haben; dieser Niedrigste der Menschen ist dem Untergang geweiht, dharmaunkundig, und wird durch den Missbrauch der großen Weisen als Zugtiere zu Fall kommen, du Holde.

iṣṭiṃ cāhaṃ kariṣyāmi vināśāyāsya durmateḥ śakraṃ cādhigamiṣyāmi mā bhais tvaṃ bhadram astu te

Und ich werde ein Opfer darbringen zum Verderben dieses Übelgesinnten, und ich werde Śakra finden; fürchte dich nicht, Segen sei mit dir.“

Wort für Wort
iṣṭiṃ cāhaṃ kariṣyāmi vināśāyāsya durmateḥ śakraṃ cādhigamiṣyāmi mā bhais tvaṃ bhadram astu te
Und ich werde ein Opfer darbringen zum Verderben dieses Übelgesinnten, und ich werde Śakra finden; fürchte dich nicht, Segen sei mit dir.“

tataḥ prajvālya vidhivaj juhāva paramaṃ haviḥ bṛhaspatir mahātejā devarājopalabdhaye

Darauf entzündete der hochglanzvolle Bṛhaspati vorschriftsgemäß das Feuer und opferte die höchste Opferspende, um den Götterkönig zu finden.

Wort für Wort
tataḥ prajvālya vidhivaj juhāva paramaṃ haviḥ bṛhaspatir mahātejā devarājopalabdhaye
Darauf entzündete der hochglanzvolle Bṛhaspati vorschriftsgemäß das Feuer und opferte die höchste Opferspende, um den Götterkönig zu finden.

tasmāc ca bhagavān devaḥ svayam eva hutāśanaḥ strīveṣam adbhutaṃ kṛtvā sahasāntaradhīyata

Und daraus entwich der erhabene Gott, Agni, der Opferverzehrer selbst, nachdem er eine wundersame Frauengestalt angenommen hatte, plötzlich,

Wort für Wort
tasmāc ca bhagavān devaḥ svayam eva hutāśanaḥ strīveṣam adbhutaṃ kṛtvā sahasāntaradhīyata
Und daraus entwich der erhabene Gott, Agni, der Opferverzehrer selbst, nachdem er eine wundersame Frauengestalt angenommen hatte, plötzlich,

sa diśaḥ pradiśaś caiva parvatāṃś ca vanāni ca pṛthivīṃ cāntarikṣaṃ ca vicīyātimanogatiḥ nimeṣāntaramātreṇa bṛhaspatim upāgamat

und durchsuchte, schneller als der Gedanke, die Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen, die Berge und Wälder, die Erde und den Luftraum, und kehrte binnen eines Augenblicks zu Bṛhaspati zurück.

Wort für Wort
sa diśaḥ pradiśaś caiva parvatāṃś ca vanāni ca pṛthivīṃ cāntarikṣaṃ ca vicīyātimanogatiḥ nimeṣāntaramātreṇa bṛhaspatim upāgamat
und durchsuchte, schneller als der Gedanke, die Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen, die Berge und Wälder, die Erde und den Luftraum, und kehrte binnen eines Augenblicks zu Bṛhaspati zurück.

agnir uvāca bṛhaspate na paśyāmi devarājam ahaṃ kva cit āpaḥ śeṣāḥ sadā cāpaḥ praveṣṭuṃ notsahāmy aham na me tatra gatir brahman kim anyat karavāṇi te

Agni sprach: „Bṛhaspati, ich sehe den Götterkönig nirgends; nur die Gewässer bleiben übrig, doch in die Gewässer einzudringen wage ich nicht - dorthin habe ich keinen Zugang, Brahmane. Was sonst soll ich für dich tun?“

Wort für Wort
agnir uvāca bṛhaspate na paśyāmi devarājam ahaṃ kva cit āpaḥ śeṣāḥ sadā cāpaḥ praveṣṭuṃ notsahāmy aham na me tatra gatir brahman kim anyat karavāṇi te
Agni sprach: „Bṛhaspati, ich sehe den Götterkönig nirgends; nur die Gewässer bleiben übrig, doch in die Gewässer einzudringen wage ich nicht - dorthin habe ich keinen Zugang, Brahmane. Was sonst soll ich für dich tun?“

śalya uvāca tam abravīd devagurur apo viśa mahādyute

Śalya sprach: Der Lehrer der Götter sprach zu ihm: „Dringe in die Gewässer ein, Glanzvoller.“

Wort für Wort
śalya uvāca tam abravīd devagurur apo viśa mahādyute
Śalya sprach: Der Lehrer der Götter sprach zu ihm: „Dringe in die Gewässer ein, Glanzvoller.“

agnir uvāca nāpaḥ praveṣṭuṃ śakṣyāmi kṣayo me 'tra bhaviṣyati śaraṇaṃ tvāṃ prapanno 'smi svasti te 'stu mahādyute

Agni sprach: „Ich vermag nicht, in die Gewässer einzudringen; mein Untergang wäre dort die Folge. Ich habe bei dir Zuflucht gesucht - Heil dir, Glanzvoller.“

Wort für Wort
agnir uvāca nāpaḥ praveṣṭuṃ śakṣyāmi kṣayo me 'tra bhaviṣyati śaraṇaṃ tvāṃ prapanno 'smi svasti te 'stu mahādyute
Agni sprach: „Ich vermag nicht, in die Gewässer einzudringen; mein Untergang wäre dort die Folge. Ich habe bei dir Zuflucht gesucht - Heil dir, Glanzvoller.“

adbhyo 'gnir brahmataḥ kṣatram aśmano loham utthitam teṣāṃ sarvatragaṃ tejaḥ svāsu yoniṣu śāmyati

Aus dem Wasser ist einst das Feuer entstanden, aus dem Brahmanenstand der Kriegerstand, aus dem Stein das Metall; deren überallhin wirkende Kraft erlischt wieder in ihrem eigenen Ursprung.

Wort für Wort
adbhyo 'gnir brahmataḥ kṣatram aśmano loham utthitam teṣāṃ sarvatragaṃ tejaḥ svāsu yoniṣu śāmyati
Aus dem Wasser ist einst das Feuer entstanden, aus dem Brahmanenstand der Kriegerstand, aus dem Stein das Metall; deren überallhin wirkende Kraft erlischt wieder in ihrem eigenen Ursprung.

Erklärender Merkvers (Śalyas eigener Kommentar innerhalb der Erzählung), der Agnis Furcht vor dem Wasser begründet: Da Feuer traditionell aus dem Wasser entsprungen gilt, würde es dort wieder in seinen Ursprung 'erlöschen'. Die Erzählung setzt sich im nächsten Kapitel fort; Śalyas Rahmenrede bleibt weiterhin offen.

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