Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 127: Gāndhārīvākyam Gāndhārīs Mahnrede an Duryodhana

Dhṛtarāṣṭra bittet Vidura, die weitsichtige Gāndhārī zu holen, um mit ihr gemeinsam auf Duryodhana einzuwirken; er selbst spricht kurz zu ihr über den Sohn. Gāndhārī lässt Duryodhana zurückholen und hält ihm eine lange, philosophisch grundierte Rede über die Beherrschung von Begierde und Zorn als Voraussetzung jeder Herrschaft, erinnert an die Ansprachen Bhīṣmas und Droṇas, warnt eindringlich vor einem Krieg gegen die unbesiegbaren Pāṇḍavas und Kṛṣṇa und fordert ihn auf, den Söhnen Pāṇḍus die Hälfte des Reiches zu geben und seine Gier aufzugeben.

vaiśaṃpāyana uvāca kṛṣṇasya vacanaṃ śrutvā dhṛtarāṣṭro janeśvaraḥ viduraṃ sarvadharmajñaṃ tvaramāṇo 'bhyabhāṣata

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er Kṛṣṇas Wort gehört hatte, wandte sich König Dhṛtarāṣṭra eilig an Vidura, den Kenner aller Pflicht.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyanaḥ uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Subst.Nom.Sg. + Verb, Perf. 3.Sg.)
kṛṣṇasya vacanam śrutvā
nachdem er Kṛṣṇas Wort gehört hatte (Gen.Sg. + Subst.Akk.Sg. + Absolutiv)
dhṛtarāṣṭraḥ janeśvaraḥ
König Dhṛtarāṣṭra, der Herr der Menschen (Subst.Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg.)
viduram sarvadharmajñam
an Vidura, den Kenner aller Pflicht (Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
tvaramāṇaḥ abhyabhāṣata
eilig wandte er sich (Partizip Präs.Nom.Sg. + Verb, Impf. 3.Sg. [Med.])

gaccha tāta mahāprājñāṃ gāndhārīṃ dīrghadarśinīm ānayeha tayā sārdham anuneṣyāmi durmatim

‚Geh, Lieber, zur hoch weisen, weitsichtigen Gāndhārī - bring sie hierher; zusammen mit ihr werde ich den übel Gesinnten zu überreden suchen.

Wort für Wort
gaccha tāta mahāprājñām
geh, Lieber, zur hoch weisen (Verb, Imp. 2.Sg. + Vok.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
gāndhārīm dīrghadarśinīm
Gāndhārī, der Weitsichtigen (Subst.Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
ānaya iha tayā sārdham
bring sie hierher, zusammen mit ihr (Verb, Imp. 2.Sg. + Adv. + Pron.Instr.Sg. + Adv.)
anuneṣyāmi durmatim
werde ich zu überreden suchen den übel Gesinnten (Verb, Fut. 1.Sg. + Akk.Sg.)

yadi sāpi durātmānaṃ śamayed duṣṭacetasam api kṛṣṇāya suhṛdas tiṣṭhema vacane vayam

Wenn auch sie den übelgesinnten, bösgesinnten Sohn besänftigen könnte, würden auch wir dem Wort Kṛṣṇas, unseres Freundes, folgen.

Wort für Wort
yadi sā api durātmānam
wenn auch sie den Übelgesinnten (Konj. + Pron.Nom.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
śamayet duṣṭacetasam api
besänftigen könnte, den Bösgesinnten (Verb, Opt. 3.Sg. + Adj.Akk.Sg. + Partikel)
kṛṣṇāya suhṛdaḥ tiṣṭhema
dem Wort Kṛṣṇas, unseres Freundes, würden wir folgen (Dat.Sg. + Subst.Gen.Sg. + Verb, Opt. 1.Pl.)
vacane vayam
im Wort, wir (Subst.Lok.Sg. + Pron.Nom.Pl.)

api lobhābhibhūtasya panthānam anudarśayet durbuddher duḥsahāyasya samarthaṃ bruvatī vacaḥ

Vielleicht könnte sie dem von Gier Überwältigten, übel Beratenen, in schlechter Gesellschaft, den rechten Weg zeigen, ein wirkungsvolles Wort sprechend.

Wort für Wort
api lobhābhibhūtasya
vielleicht dem von Gier Überwältigten (Partikel + Adj.Gen.Sg.)
panthānam anudarśayet
den Weg könnte sie zeigen (Akk.Sg. + Verb, Opt. 3.Sg.)
durbuddheḥ duḥsahāyasya
dem übel Beratenen, in schlechter Gesellschaft (Adj.Gen.Sg. + Adj.Gen.Sg.)
samartham bruvatī vacaḥ
ein wirkungsvolles Wort sprechend (Adj.Akk.Sg. + Partizip Präs.Nom.Sg. + Subst.Akk.Sg.)

api no vyasanaṃ ghoraṃ duryodhanakṛtaṃ mahat śamayec cirarātrāya yogakṣemavad avyayam

Vielleicht könnte sie unser schreckliches, großes, von Duryodhana verursachtes Unglück für lange Zeit besänftigen, dauerhaft, sichernd und bewahrend.‘

Wort für Wort
api naḥ vyasanam ghoram
vielleicht unser schreckliches Unglück (Partikel + Pron.Gen.Pl. + Subst.Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
duryodhanakṛtam mahat
das von Duryodhana verursachte, große (Adj.Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
śamayet cirarātrāya
könnte sie besänftigen für lange Zeit (Verb, Opt. 3.Sg. + Subst.Dat.Sg.)
yogakṣemavat avyayam
sichernd und bewahrend, dauerhaft (Adj.Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)

rājñas tu vacanaṃ śrutvā viduro dīrghadarśinīm ānayām āsa gāndhārīṃ dhṛtarāṣṭrasya śāsanāt

Nachdem er des Königs Wort gehört hatte, brachte Vidura die weitsichtige Gāndhārī herbei, auf Dhṛtarāṣṭras Weisung.

Wort für Wort
rājñaḥ tu vacanam śrutvā
nachdem er des Königs Wort gehört hatte (Gen.Sg. + Partikel + Subst.Akk.Sg. + Absolutiv)
viduraḥ dīrghadarśinīm
Vidura die Weitsichtige (Subst.Nom.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
ānayām āsa gāndhārīm
brachte herbei Gāndhārī (Verb, Perf. 3.Sg. + Subst.Akk.Sg.)
dhṛtarāṣṭrasya śāsanāt
auf Dhṛtarāṣṭras Weisung (Gen.Sg. + Abl.Sg.)

dhṛtarāṣṭra uvāca eṣa gāndhāri putras te durātmā śāsanātigaḥ aiśvaryalobhād aiśvaryaṃ jīvitaṃ ca prahāsyati

‚Dieser dein Sohn, Gāndhārī, der Übelgesinnte, der die Weisung missachtet, wird aus Gier nach Herrschaft die Herrschaft und das Leben verlieren.

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭraḥ uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Subst.Nom.Sg. + Verb, Perf. 3.Sg.)
eṣaḥ gāndhāri putraḥ te
dieser dein Sohn, Gāndhārī (Pron.Nom.Sg. + Vok.Sg. + Subst.Nom.Sg. + Pron.Gen.Sg.)
durātmā śāsanātigaḥ
der Übelgesinnte, der die Weisung missachtet (Adj.Nom.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
aiśvaryalobhāt aiśvaryam
aus Gier nach Herrschaft die Herrschaft (Abl.Sg. + Akk.Sg.)
jīvitam ca prahāsyati
und das Leben wird er verlieren (Akk.Sg. + Partikel + Verb, Fut. 3.Sg.)

aśiṣṭavad amaryādaḥ pāpaiḥ saha durātmabhiḥ sabhāyā nirgato mūḍho vyatikramya suhṛdvacaḥ

Wie ein Ungehobelter, maßlos, mit bösen, übelgesinnten Gefährten, ist der Tor aus der Versammlung fortgegangen, das Wort der Freunde übergehend.‘

Wort für Wort
aśiṣṭavat amaryādaḥ
wie ein Ungehobelter, maßlos (Adv. + Adj.Nom.Sg.)
pāpaiḥ saha durātmabhiḥ
mit bösen, übelgesinnten Gefährten (Adj.Instr.Pl. + Partikel + Adj.Instr.Pl.)
sabhāyāḥ nirgataḥ mūḍhaḥ
aus der Versammlung fortgegangen, der Tor (Abl.Sg. + Partizip Perf.Nom.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
vyatikramya suhṛdvacaḥ
das Wort der Freunde übergehend (Absolutiv + Subst.Akk.Sg.)

vaiśaṃpāyana uvāca sā bhartur vacanaṃ śrutvā rājaputrī yaśasvinī anvicchantī mahac chreyo gāndhārī vākyam abravīt

Vaiśaṃpāyana sprach: Sie, nachdem sie das Wort ihres Gatten gehört hatte, die ruhmreiche Königstochter, nach großem Heil strebend, Gāndhārī, sprach ein Wort.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyanaḥ uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Subst.Nom.Sg. + Verb, Perf. 3.Sg.)
sā bhartuḥ vacanam śrutvā
sie, nachdem sie des Gatten Wort gehört hatte (Pron.Nom.Sg. + Gen.Sg. + Subst.Akk.Sg. + Absolutiv)
rājaputrī yaśasvinī
die ruhmreiche Königstochter (Subst.Nom.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
anvicchantī mahat śreyaḥ
nach großem Heil strebend (Partizip Präs.Nom.Sg. + Adj.Akk.Sg. + Subst.Akk.Sg.)
gāndhārī vākyam abravīt
Gāndhārī sprach ein Wort (Subst.Nom.Sg. + Subst.Akk.Sg. + Verb, Impf. 3.Sg.)

ānayeha sutaṃ kṣipraṃ rājyakāmukam āturam na hi rājyam aśiṣṭena śakyaṃ dharmārthalopinā

‚Bring rasch den nach der Herrschaft begierigen, kranken Sohn hierher - denn die Herrschaft kann nicht von einem Ungehobelten, der Pflicht und Nutzen preisgibt, bewahrt werden.

Wort für Wort
ānaya iha sutam kṣipram
bring rasch den Sohn hierher (Verb, Imp. 2.Sg. + Adv. + Akk.Sg. + Adv.)
rājyakāmukam āturam
den nach der Herrschaft begierigen, kranken (Adj.Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
na hi rājyam aśiṣṭena
denn nicht die Herrschaft von einem Ungehobelten (Neg. + Partikel + Subst.Nom.Sg. + Adj.Instr.Sg.)
śakyam dharmārthalopinā
kann bewahrt werden von dem, der Pflicht und Nutzen preisgibt (Adj.Nom.Sg. + Adj.Instr.Sg.)

tvaṃ hy evātra bhṛśaṃ garhyo dhṛtarāṣṭra sutapriyaḥ yo jānan pāpatām asya tatprajñām anuvartase

Denn eben du bist hierbei sehr zu tadeln, Dhṛtarāṣṭra, allzu sehr den Sohn liebend - der du, obwohl du seine Schlechtigkeit kennst, seiner Einsicht folgst.

Wort für Wort
tvam hi eva atra bhṛśam
denn eben du bist hierbei sehr (Pron.Nom.Sg. + Partikel + Partikel + Adv. + Adv.)
garhyaḥ dhṛtarāṣṭra sutapriyaḥ
zu tadeln, Dhṛtarāṣṭra, den Sohn liebend (Gerundiv.Nom.Sg. + Vok.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
yaḥ jānan pāpatām asya
der du, obwohl du seine Schlechtigkeit kennst (Pron.Nom.Sg. + Partizip Präs.Nom.Sg. + Subst.Akk.Sg. + Pron.Gen.Sg.)
tatprajñām anuvartase
seiner Einsicht folgst du (Akk.Sg. + Verb, Präs. 2.Sg. [Med.])

sa eṣa kāmamanyubhyāṃ pralabdho moham āsthitaḥ aśakyo 'dya tvayā rājan vinivartayituṃ balāt

Dieser Sohn, von Begierde und Zorn betört, in Verblendung geraten, kann heute von dir, König, nicht mehr mit Gewalt zurückgehalten werden.

Wort für Wort
saḥ eṣaḥ kāmamanyubhyām
dieser, von Begierde und Zorn (Pron.Nom.Sg. + Pron.Nom.Sg. + Instr.Du.)
pralabdhaḥ moham āsthitaḥ
betört, in Verblendung geraten (Partizip Perf.Nom.Sg. + Subst.Akk.Sg. + Partizip Perf.Nom.Sg.)
aśakyaḥ adya tvayā rājan
kann heute nicht von dir, König (Adj.Nom.Sg. + Adv. + Instr.Sg. + Vok.Sg.)
vinivartayitum balāt
zurückgehalten werden mit Gewalt (Infinitiv + Abl.Sg.)

rājyapradāne mūḍhasya bāliśasya durātmanaḥ duḥsahāyasya lubdhasya dhṛtarāṣṭro 'śnute phalam

Für das Gewähren der Herrschaft an den Törichten, Kindischen, Übelgesinnten, in schlechter Gesellschaft, Gierigen erntet Dhṛtarāṣṭra die Frucht.

Wort für Wort
rājyapradāne mūḍhasya
für das Gewähren der Herrschaft an den Törichten (Subst.Lok.Sg. + Adj.Gen.Sg.)
bāliśasya durātmanaḥ
den Kindischen, Übelgesinnten (Adj.Gen.Sg. + Adj.Gen.Sg.)
duḥsahāyasya lubdhasya
in schlechter Gesellschaft, den Gierigen (Adj.Gen.Sg. + Adj.Gen.Sg.)
dhṛtarāṣṭraḥ aśnute phalam
Dhṛtarāṣṭra erntet die Frucht (Subst.Nom.Sg. + Verb, Präs. 3.Sg. + Subst.Akk.Sg.)

kathaṃ hi svajane bhedam upekṣeta mahāmatiḥ bhinnaṃ hi svajanena tvāṃ prasahiṣyanti śatravaḥ

Wie könnte ein hoch Verständiger eine Spaltung in der eigenen Familie übersehen? Denn dich, von deiner eigenen Sippe getrennt, werden die Feinde überwältigen.

Wort für Wort
katham hi svajane bhedam
wie könnte in der eigenen Familie eine Spaltung (Interr. + Partikel + Subst.Lok.Sg. + Subst.Akk.Sg.)
upekṣeta mahāmatiḥ
übersehen ein hoch Verständiger (Verb, Opt. 3.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
bhinnam hi svajanena tvām
denn dich, getrennt von deiner eigenen Sippe (Adj.Akk.Sg. + Partikel + Subst.Instr.Sg. + Pron.Akk.Sg.)
prasahiṣyanti śatravaḥ
werden überwältigen die Feinde (Verb, Fut. 3.Pl. + Subst.Nom.Pl.)

yā hi śakyā mahārāja sāmnā dānena vā punaḥ nistartum āpadaḥ sveṣu daṇḍaṃ kas tatra pātayet

Wo doch, Großkönig, durch Versöhnung oder durch Gaben eine Not überwunden werden kann - wer würde dabei gegenüber den eigenen Leuten Strafe verhängen?‘

Wort für Wort
yā hi śakyā mahārāja
wo doch, Großkönig, [eine Not] überwunden werden kann (Pron.Nom.Sg. + Partikel + Adj.Nom.Sg. + Vok.Sg.)
sāmnā dānena vā punaḥ
durch Versöhnung oder durch Gaben (Subst.Instr.Sg. + Subst.Instr.Sg. + Partikel + Adv.)
nistartum āpadaḥ
eine Not zu überwinden (Infinitiv + Subst.Akk.Sg.)
sveṣu daṇḍam kaḥ tatra pātayet
wer würde dabei gegenüber den eigenen Leuten Strafe verhängen (Adj.Lok.Pl. + Subst.Akk.Sg. + Interr. + Adv. + Verb, Opt. 3.Sg.)

śāsanād dhṛtarāṣṭrasya duryodhanam amarṣaṇam mātuś ca vacanāt kṣattā sabhāṃ prāveśayat punaḥ

Auf Dhṛtarāṣṭras Weisung und auf das Wort der Mutter hin ließ der Kṣattṛ den zornigen Duryodhana wieder in die Versammlung eintreten.

Wort für Wort
śāsanāt dhṛtarāṣṭrasya
auf Dhṛtarāṣṭras Weisung (Abl.Sg. + Gen.Sg.)
duryodhanam amarṣaṇam
den zornigen Duryodhana (Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
mātuḥ ca vacanāt kṣattā
und auf das Wort der Mutter, der Kṣattṛ (Gen.Sg. + Partikel + Abl.Sg. + Subst.Nom.Sg.)
sabhām prāveśayat punaḥ
ließ in die Versammlung eintreten wieder (Akk.Sg. + Verb, Impf. 3.Sg. + Adv.)

sa mātur vacanākāṅkṣī praviveśa sabhāṃ punaḥ abhitāmrekṣaṇaḥ krodhān niḥśvasann iva pannagaḥ

Auf das Wort der Mutter wartend, trat er wieder in die Versammlung ein, mit rot geröteten Augen, vor Zorn seufzend wie eine Schlange.

Wort für Wort
saḥ mātuḥ vacanākāṅkṣī
er, auf das Wort der Mutter wartend (Pron.Nom.Sg. + Gen.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
praviveśa sabhām punaḥ
trat wieder in die Versammlung ein (Verb, Perf. 3.Sg. + Subst.Akk.Sg. + Adv.)
abhitāmrekṣaṇaḥ krodhāt
mit rot geröteten Augen, vor Zorn (Adj.Nom.Sg. + Abl.Sg.)
niḥśvasan iva pannagaḥ
seufzend wie eine Schlange (Partizip Präs.Nom.Sg. + Partikel + Subst.Nom.Sg.)

taṃ praviṣṭam abhiprekṣya putram utpatham āsthitam vigarhamāṇā gāndhārī samarthaṃ vākyam abravīt

Ihn, den Eingetretenen, sehend, ihren Sohn, der auf falschem Wege war, sprach Gāndhārī, ihn tadelnd, ein gewichtiges Wort.

Wort für Wort
tam praviṣṭam abhiprekṣya
ihn, den Eingetretenen, sehend (Pron.Akk.Sg. + Partizip Perf.Akk.Sg. + Absolutiv)
putram utpatham āsthitam
den Sohn, der auf falschem Wege war (Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg. + Partizip Perf.Akk.Sg.)
vigarhamāṇā gāndhārī
tadelnd Gāndhārī (Partizip Präs.Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg.)
samartham vākyam abravīt
sprach ein gewichtiges Wort (Adj.Akk.Sg. + Subst.Akk.Sg. + Verb, Impf. 3.Sg.)

duryodhana nibodhedaṃ vacanaṃ mama putraka hitaṃ te sānubandhasya tathāyatyāṃ sukhodayam

‚Duryodhana, vernimm dieses mein Wort, mein Söhnchen - heilsam für dich und deinen Anhang, und für die Zukunft Glück verheißend.

Wort für Wort
duryodhana nibodha idam
Duryodhana, vernimm dies (Vok.Sg. + Verb, Imp. 2.Sg. + Pron.Akk.Sg.)
vacanam mama putraka
mein Wort, mein Söhnchen (Subst.Akk.Sg. + Pron.Gen.Sg. + Vok.Sg.)
hitam te sānubandhasya
heilsam für dich und deinen Anhang (Adj.Akk.Sg. + Pron.Gen.Sg. + Adj.Gen.Sg.)
tathā āyatyām sukhodayam
und für die Zukunft, Glück verheißend (Partikel + Subst.Lok.Sg. + Adj.Akk.Sg.)

bhīṣmasya tu pituś caiva mama cāpacitiḥ kṛtā bhaved droṇamukhānāṃ ca suhṛdāṃ śāmyatā tvayā

Dann würdest du Bhīṣma, deinem Vater und mir Ehre erweisen, und den Freunden, angeführt von Droṇa, indem du Frieden schließt.

Wort für Wort
bhīṣmasya tu pituḥ ca eva
Bhīṣma, dem Vater und (Gen.Sg. + Partikel + Gen.Sg. + Partikel + Partikel)
mama ca apacitiḥ kṛtā bhavet
und mir würde Ehre erwiesen sein (Pron.Gen.Sg. + Partikel + Subst.Nom.Sg. + Partizip Perf.Pass.Nom.Sg. + Verb, Opt. 3.Sg.)
droṇamukhānām ca suhṛdām
und den Freunden, angeführt von Droṇa (Adj.Gen.Pl. + Partikel + Gen.Pl.)
śāmyatā tvayā
indem du Frieden schließt (Partizip Präs.Instr.Sg. + Pron.Instr.Sg.)

na hi rājyaṃ mahāprājña svena kāmena śakyate avāptuṃ rakṣituṃ vāpi bhoktuṃ vā bharatarṣabha

Denn die Herrschaft kann nicht, hoch Weiser, aus eigenem Belieben erlangt, bewahrt oder genossen werden, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
na hi rājyam mahāprājña
denn nicht die Herrschaft, hoch Weiser (Neg. + Partikel + Subst.Nom.Sg. + Vok.Sg.)
svena kāmena śakyate
aus eigenem Belieben kann werden (Adj.Instr.Sg. + Subst.Instr.Sg. + Verb, Präs.Pass. 3.Sg.)
avāptum rakṣitum vā api
erlangt, bewahrt oder auch (Infinitiv + Infinitiv + Partikel + Partikel)
bhoktum vā bharatarṣabha
genossen werden, Stier der Bharatas (Infinitiv + Partikel + Vok.Sg.)

na hy avaśyendriyo rājyam aśnīyād dīrgham antaram vijitātmā tu medhāvī sa rājyam abhipālayet

Denn wer seine Sinne nicht beherrscht, kann die Herrschaft nicht lange genießen - nur wer sich selbst bezwungen hat, der Kluge, kann die Herrschaft bewahren.

Wort für Wort
na hi avaśyendriyaḥ
denn wer die Sinne nicht beherrscht (Neg. + Partikel + Adj.Nom.Sg.)
rājyam aśnīyāt dīrgham antaram
kann die Herrschaft nicht lange genießen (Akk.Sg. + Verb, Opt. 3.Sg. + Adj.Akk.Sg. + Subst.Akk.Sg.)
vijitātmā tu medhāvī
nur wer sich selbst bezwungen hat, der Kluge (Adj.Nom.Sg. + Partikel + Adj.Nom.Sg.)
saḥ rājyam abhipālayet
der kann die Herrschaft bewahren (Pron.Nom.Sg. + Akk.Sg. + Verb, Opt. 3.Sg.)

kāmakrodhau hi puruṣam arthebhyo vyapakarṣataḥ tau tu śatrū vinirjitya rājā vijayate mahīm

Denn Begierde und Zorn ziehen den Menschen von seinen Zielen ab - nur wer diese beiden Feinde besiegt hat, erobert als König die Erde.

Wort für Wort
kāmakrodhau hi puruṣam
denn Begierde und Zorn den Menschen (Nom.Du. + Partikel + Akk.Sg.)
arthebhyaḥ vyapakarṣataḥ
von seinen Zielen ziehen sie ab (Abl.Pl. + Verb, Präs. 3.Du.)
tau tu śatrū vinirjitya
nur diese beiden Feinde besiegt habend (Pron.Akk.Du. + Partikel + Subst.Akk.Du. + Absolutiv)
rājā vijayate mahīm
erobert der König die Erde (Subst.Nom.Sg. + Verb, Präs. 3.Sg. [Med.] + Akk.Sg.)

lokeśvaraprabhutvaṃ hi mahad etad durātmabhiḥ rājyaṃ nāmepsitaṃ sthānaṃ na śakyam abhirakṣitum

Denn diese große Herrschermacht über die Welt, die Königswürde, ist bei allen begehrt - doch die Stellung kann von den Übelgesinnten nicht bewahrt werden.

Wort für Wort
lokeśvaraprabhutvam hi
denn die Herrschermacht über die Welt (Subst.Nom.Sg. + Partikel)
mahat etat durātmabhiḥ
diese große, von den Übelgesinnten (Adj.Nom.Sg. + Pron.Nom.Sg. + Adj.Instr.Pl.)
rājyam nāma īpsitam sthānam
die Königswürde, die begehrte Stellung (Subst.Nom.Sg. + Partikel + Adj.Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg.)
na śakyam abhirakṣitum
kann nicht bewahrt werden (Neg. + Adj.Nom.Sg. + Infinitiv)

indriyāṇi mahat prepsur niyacched arthadharmayoḥ indriyair niyatair buddhir vardhate 'gnir ivendhanaiḥ

Wer viel erlangen will, sollte seine Sinne im Dienst von Nutzen und Pflicht zügeln - durch gezügelte Sinne wächst der Verstand, wie ein Feuer durch Brennholz.

Wort für Wort
indriyāṇi mahat prepsuḥ
wer viel erlangen will, die Sinne (Akk.Pl. + Adj.Akk.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
niyacchet arthadharmayoḥ
sollte zügeln im Dienst von Nutzen und Pflicht (Verb, Opt. 3.Sg. + Gen.Du.)
indriyaiḥ niyataiḥ buddhiḥ
durch gezügelte Sinne der Verstand (Instr.Pl. + Adj.Instr.Pl. + Subst.Nom.Sg.)
vardhate agniḥ iva indhanaiḥ
wächst, wie ein Feuer durch Brennholz (Verb, Präs. 3.Sg. [Med.] + Subst.Nom.Sg. + Partikel + Subst.Instr.Pl.)

avidhyeyāni hīmāni vyāpādayitum apy alam avidheyā ivādāntā hayāḥ pathi kusārathim

Denn diese Sinne sind ungezügelt, fähig sogar zu verderben - wie ungezähmte, ungebändigte Pferde auf dem Weg einen schlechten Wagenlenker.

Wort für Wort
avidhyeyāni hi imāni
denn diese sind ungezügelt (Adj.Nom.Pl. + Partikel + Pron.Nom.Pl.)
vyāpādayitum api alam
fähig sogar zu verderben (Infinitiv + Partikel + Adv.)
avidheyāḥ iva adāntāḥ hayāḥ
wie ungezähmte, ungebändigte Pferde (Adj.Nom.Pl. + Partikel + Adj.Nom.Pl. + Subst.Nom.Pl.)
pathi kusārathim
auf dem Weg einen schlechten Wagenlenker (Subst.Lok.Sg. + Akk.Sg.)

avijitya ya ātmānam amātyān vijigīṣate ajitātmājitāmātyaḥ so 'vaśaḥ parihīyate

Wer, ohne sich selbst besiegt zu haben, seine Minister zu besiegen sucht - der, sich selbst nicht bezwungen, die Minister nicht bezwungen, unterliegt, ohne Macht über sich selbst.

Wort für Wort
avijitya yaḥ ātmānam
wer, ohne sich selbst besiegt zu haben (Absolutiv, Neg. + Pron.Nom.Sg. + Akk.Sg.)
amātyān vijigīṣate
seine Minister zu besiegen sucht (Akk.Pl. + Verb, Präs. 3.Sg. [Med., Desiderativ])
ajitātmā ajitāmātyaḥ
sich selbst nicht bezwungen, die Minister nicht bezwungen (Adj.Nom.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
saḥ avaśaḥ parihīyate
der unterliegt, ohne Macht über sich selbst (Pron.Nom.Sg. + Adj.Nom.Sg. + Verb, Präs.Pass. 3.Sg.)

ātmānam eva prathamaṃ deśarūpeṇa yo jayet tato 'mātyān amitrāṃś ca na moghaṃ vijigīṣate

Wer sich selbst zuerst, dem Ort und der Form entsprechend, bezwingt, dessen Streben, Minister und Feinde zu besiegen, ist danach nicht vergeblich.

Wort für Wort
ātmānam eva prathamam
sich selbst zuerst (Akk.Sg. + Partikel + Adv.)
deśarūpeṇa yaḥ jayet
wer dem Ort und der Form entsprechend bezwingt (Subst.Instr.Sg. + Pron.Nom.Sg. + Verb, Opt. 3.Sg.)
tataḥ amātyān amitrān ca
danach Minister und Feinde (Adv. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Partikel)
na mogham vijigīṣate
sucht nicht vergeblich zu besiegen (Neg. + Adj.Akk.Sg. + Verb, Präs. 3.Sg. [Med.])

vaśyendriyaṃ jitāmātyaṃ dhṛtadaṇḍaṃ vikāriṣu parīkṣyakāriṇaṃ dhīram atyantaṃ śrīr niṣevate

Den, dessen Sinne gebändigt sind, der die Minister bezwungen hat, der Strafe gegen Abtrünnige verhängt, der besonnen prüfend handelt, den Standhaften - diesen sucht das Glück beständig auf.

Wort für Wort
vaśyendriyam jitāmātyam
den, dessen Sinne gebändigt, der die Minister bezwungen hat (Adj.Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
dhṛtadaṇḍam vikāriṣu
der Strafe gegen Abtrünnige verhängt (Adj.Akk.Sg. + Adj.Lok.Pl.)
parīkṣyakāriṇam dhīram
der besonnen prüfend handelt, den Standhaften (Adj.Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
atyantam śrīḥ niṣevate
beständig sucht das Glück auf (Adv. + Subst.Nom.Sg. + Verb, Präs. 3.Sg. [Med.])

kṣudrākṣeṇeva jālena jhaṣāv apihitāv ubhau kāmakrodhau śarīrasthau prajñānaṃ tau vilumpataḥ

Wie zwei Fische, die mit einem Netz aus feinen Maschen eingehüllt sind, so rauben Begierde und Zorn, im Körper wohnend, beide den Verstand.

Wort für Wort
kṣudrākṣeṇa iva jālena
wie mit einem Netz aus feinen Maschen (Adj.Instr.Sg. + Partikel + Subst.Instr.Sg.)
jhaṣau apihitau ubhau
zwei eingehüllte Fische, beide (Subst.Nom.Du. + Partizip Perf.Nom.Du. + Adj.Nom.Du.)
kāmakrodhau śarīrasthau
Begierde und Zorn, im Körper wohnend (Subst.Nom.Du. + Adj.Nom.Du.)
prajñānam tau vilumpataḥ
den Verstand rauben die beiden (Akk.Sg. + Pron.Nom.Du. + Verb, Präs. 3.Du.)

yābhyāṃ hi devāḥ svaryātuḥ svargasyāpidadhur mukham bibhyato 'nuparāgasya kāmakrodhau sma vardhitau

Denn vor diesen beiden fürchteten sich sogar die Götter, die zum Himmel Gegangenen, und verschlossen aus Furcht vor dem Verfall das Tor des Himmels - so mächtig sind Begierde und Zorn geworden.

Wort für Wort
yābhyām hi devāḥ svaryātuḥ
durch die beiden fürchteten sich die Götter, die zum Himmel Gegangenen (Pron.Instr.Du. + Partikel + Subst.Nom.Pl. + Adj.Nom.Pl.)
svargasya api dadhuḥ mukham
verschlossen selbst des Himmels Tor (Gen.Sg. + Partikel + Verb, Perf. 3.Pl. + Subst.Akk.Sg.)
bibhyataḥ anuparāgasya
aus Furcht vor dem Verfall (Partizip Präs.Nom.Pl. + Gen.Sg.)
kāmakrodhau sma vardhitau
Begierde und Zorn wurden so mächtig (Subst.Nom.Du. + Partikel + Partizip Perf.Pass.Nom.Du.)

Der genaue Sinn dieses Verses ist im Original nicht restlos eindeutig; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Deutung [?].

kāmaṃ krodhaṃ ca lobhaṃ ca dambhaṃ darpaṃ ca bhūmipaḥ samyag vijetuṃ yo veda sa mahīm abhijāyate

Begierde und Zorn, und Gier, und Heuchelei und Hochmut, wer als Herrscher der Erde recht zu besiegen weiß, der gewinnt die Erde.

Wort für Wort
kāmam krodham ca lobham ca
Begierde und Zorn und Gier (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Partikel)
dambham darpam ca bhūmipaḥ
und Heuchelei und Hochmut, der Herrscher der Erde (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Subst.Nom.Sg.)
samyak vijetum yaḥ veda
wer recht zu besiegen weiß (Adv. + Infinitiv + Pron.Nom.Sg. + Verb, Perf. 3.Sg.)
saḥ mahīm abhijāyate
der gewinnt die Erde (Pron.Nom.Sg. + Akk.Sg. + Verb, Präs. 3.Sg. [Med.])

satataṃ nigrahe yukta indriyāṇāṃ bhaven nṛpaḥ īpsann arthaṃ ca dharmaṃ ca dviṣatāṃ ca parābhavam

Stets sollte der König auf die Bezähmung der Sinne bedacht sein, während er Nutzen und Pflicht sucht, und die Niederlage seiner Feinde.

Wort für Wort
satatam nigrahe yuktaḥ
stets auf die Bezähmung bedacht (Adv. + Subst.Lok.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
indriyāṇām bhavet nṛpaḥ
der Sinne sollte sein der König (Gen.Pl. + Verb, Opt. 3.Sg. + Subst.Nom.Sg.)
īpsan artham ca dharmam ca
suchend Nutzen und Pflicht (Partizip Präs.Nom.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Partikel)
dviṣatām ca parābhavam
und die Niederlage der Feinde (Gen.Pl. + Partikel + Akk.Sg.)

kāmābhibhūtaḥ krodhād vā yo mithyā pratipadyate sveṣu cānyeṣu vā tasya na sahāyā bhavanty uta

Wer, von Begierde überwältigt oder aus Zorn, sich falsch verhält, gegenüber den eigenen Leuten oder gegenüber anderen - dem stehen keine Helfer mehr zur Seite.

Wort für Wort
kāmābhibhūtaḥ krodhāt vā
von Begierde überwältigt oder aus Zorn (Adj.Nom.Sg. + Abl.Sg. + Partikel)
yaḥ mithyā pratipadyate
wer sich falsch verhält (Pron.Nom.Sg. + Adv. + Verb, Präs. 3.Sg. [Med.])
sveṣu ca anyeṣu vā
gegenüber den eigenen oder gegenüber anderen (Adj.Lok.Pl. + Partikel + Pron.Lok.Pl. + Partikel)
tasya na sahāyāḥ bhavanti uta
dem stehen keine Helfer mehr zur Seite (Pron.Gen.Sg. + Neg. + Subst.Nom.Pl. + Verb, Präs. 3.Pl. + Partikel)

ekībhūtair mahāprājñaiḥ śūrair arinibarhaṇaiḥ pāṇḍavaiḥ pṛthivīṃ tāta bhokṣyase sahitaḥ sukhī

Mit den zu einer Einheit gewordenen, hoch weisen, heldenhaften, ihre Feinde vernichtenden Pāṇḍavas vereint, Lieber, wirst du die Erde glücklich genießen.

Wort für Wort
ekībhūtaiḥ mahāprājñaiḥ
mit den zu einer Einheit gewordenen, hoch weisen (Adj.Instr.Pl. + Adj.Instr.Pl.)
śūraiḥ arinibarhaṇaiḥ
mit den heldenhaften, feindevernichtenden (Adj.Instr.Pl. + Adj.Instr.Pl.)
pāṇḍavaiḥ pṛthivīm tāta
mit den Pāṇḍavas die Erde, Lieber (Instr.Pl. + Akk.Sg. + Vok.Sg.)
bhokṣyase sahitaḥ sukhī
wirst du genießen, vereint, glücklich (Verb, Fut. 2.Sg. + Adj.Nom.Sg. + Adj.Nom.Sg.)

yathā bhīṣmaḥ śāṃtanavo droṇaś cāpi mahārathaḥ āhatus tāta tat satyam ajeyau kṛṣṇapāṇḍavau

Wie Bhīṣma, Śāṃtanus Sohn, und auch Droṇa, der große Wagenkämpfer, gesagt haben, Lieber - das ist wahr: Kṛṣṇa und die Pāṇḍavas sind unbesiegbar.

Wort für Wort
yathā bhīṣmaḥ śāṃtanavaḥ
wie Bhīṣma, Śāṃtanus Sohn (Partikel + Subst.Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg.)
droṇaḥ ca api mahārathaḥ
und auch Droṇa, der große Wagenkämpfer (Subst.Nom.Sg. + Partikel + Partikel + Subst.Nom.Sg.)
āhatuḥ tāta tat satyam
gesagt haben, Lieber, das ist wahr (Verb, Perf. 3.Du. + Vok.Sg. + Pron.Nom.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
ajeyau kṛṣṇapāṇḍavau
unbesiegbar Kṛṣṇa und die Pāṇḍavas (Adj.Nom.Du. + Subst.Nom.Du.)

prapadyasva mahābāhuṃ kṛṣṇam akliṣṭakāriṇam prasanno hi sukhāya syād ubhayor eva keśavaḥ

Nimm Zuflucht bei dem starkarmigen Kṛṣṇa, dessen Werk untadelig ist - denn Keśava, wohlgesonnen, wird beiden Seiten zum Glück gereichen.

Wort für Wort
prapadyasva mahābāhum
nimm Zuflucht bei dem Starkarmigen (Verb, Imp. 2.Sg. [Med.] + Akk.Sg.)
kṛṣṇam akliṣṭakāriṇam
Kṛṣṇa, dessen Werk untadelig ist (Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
prasannaḥ hi sukhāya syāt
denn wohlgesonnen wird er zum Glück gereichen (Adj.Nom.Sg. + Partikel + Subst.Dat.Sg. + Verb, Opt. 3.Sg.)
ubhayoḥ eva keśavaḥ
beiden Seiten, eben Keśava (Gen.Du. + Partikel + Subst.Nom.Sg.)

suhṛdām arthakāmānāṃ yo na tiṣṭhati śāsane prājñānāṃ kṛtavidyānāṃ sa naraḥ śatrunandanaḥ

Wer der Weisung der Freunde nicht folgt, die sein Wohl wünschen, der Klugen, der Gelehrten, jener Mensch ist die Freude seiner Feinde.

Wort für Wort
suhṛdām arthakāmānām
der Freunde, die sein Wohl wünschen (Gen.Pl. + Adj.Gen.Pl.)
yaḥ na tiṣṭhati śāsane
wer nicht der Weisung folgt (Pron.Nom.Sg. + Neg. + Verb, Präs. 3.Sg. + Subst.Lok.Sg.)
prājñānām kṛtavidyānām
der Klugen, der Gelehrten (Gen.Pl. + Adj.Gen.Pl.)
sa naraḥ śatrunandanaḥ
jener Mensch ist die Freude seiner Feinde (Pron.Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg.)

na yuddhe tāta kalyāṇaṃ na dharmārthau kutaḥ sukham na cāpi vijayo nityaṃ mā yuddhe ceta ādhithāḥ

Im Kampf liegt kein Heil, Lieber, nicht Pflicht und Nutzen, wieviel weniger Glück, und auch nicht stets der Sieg - richte deinen Sinn nicht auf den Kampf.

Wort für Wort
na yuddhe tāta kalyāṇam
im Kampf, Lieber, kein Heil (Neg. + Subst.Lok.Sg. + Vok.Sg. + Subst.Nom.Sg.)
na dharmārthau kutaḥ sukham
nicht Pflicht und Nutzen, wieviel weniger Glück (Neg. + Akk.Du. + Interr. + Subst.Nom.Sg.)
na ca api vijayaḥ nityam
und auch nicht stets der Sieg (Neg. + Partikel + Partikel + Subst.Nom.Sg. + Adv.)
mā yuddhe cetaḥ ādhithāḥ
richte deinen Sinn nicht auf den Kampf (Neg.Partikel + Subst.Lok.Sg. + Subst.Akk.Sg. + Verb, Inj. 2.Sg.)

bhīṣmeṇa hi mahāprājña pitrā te bāhlikena ca datto 'ṃśaḥ pāṇḍuputrāṇāṃ bhedād bhītair ariṃdama

Denn, hoch Weiser, von Bhīṣma und von deinem Vater und von Bāhlika wurde, aus Furcht vor Spaltung, Feindebezwinger, den Söhnen Pāṇḍus ein Anteil gegeben.

Wort für Wort
bhīṣmeṇa hi mahāprājña
denn von Bhīṣma, hoch Weiser (Instr.Sg. + Partikel + Vok.Sg.)
pitrā te bāhlikena ca
und von deinem Vater und von Bāhlika (Instr.Sg. + Pron.Gen.Sg. + Instr.Sg. + Partikel)
dattaḥ aṃśaḥ pāṇḍuputrāṇām
wurde gegeben ein Anteil den Söhnen Pāṇḍus (Partizip Perf.Pass.Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg. + Gen.Pl.)
bhedāt bhītaiḥ ariṃdama
aus Furcht vor Spaltung, Feindebezwinger (Abl.Sg. + Adj.Instr.Pl. + Vok.Sg.)

tasya caitat pradānasya phalam adyānupaśyasi yadbhuṅkṣe pṛthivīṃ sarvāṃ śūrair nihatakaṇṭakām

Und die Frucht dieser Gabe siehst du heute: dass du die ganze Erde genießt, von der die Dornen durch die Helden beseitigt wurden.

Wort für Wort
tasya ca etat pradānasya
und dieser Gabe (Pron.Gen.Sg. + Partikel + Pron.Nom.Sg. + Gen.Sg.)
phalam adya anupaśyasi
die Frucht siehst du heute (Akk.Sg. + Adv. + Verb, Präs. 2.Sg.)
yat bhuṅkṣe pṛthivīm sarvām
dass du die ganze Erde genießt (Konj. + Verb, Präs. 2.Sg. [Med.] + Akk.Sg. + Adj.Akk.Sg.)
śūraiḥ nihatakaṇṭakām
von der die Dornen durch die Helden beseitigt wurden (Instr.Pl. + Adj.Akk.Sg.)

prayaccha pāṇḍuputrāṇāṃ yathocitam ariṃdama yadīcchasi sahāmātyo bhoktum ardhaṃ mahīkṣitām

Gib den Söhnen Pāṇḍus, was ihnen zusteht, Feindebezwinger, wenn du wünschst, samt deinen Ministern, die Hälfte des von den Königen beherrschten Landes zu genießen.

Wort für Wort
prayaccha pāṇḍuputrāṇām
gib den Söhnen Pāṇḍus (Verb, Imp. 2.Sg. + Gen.Pl.)
yathocitam ariṃdama
was ihnen zusteht, Feindebezwinger (Adv. + Vok.Sg.)
yadi icchasi sahāmātyaḥ
wenn du wünschst, samt deinen Ministern (Konj. + Verb, Präs. 2.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
bhoktum ardham mahīkṣitām
zu genießen die Hälfte der Könige [Reich] (Infinitiv + Akk.Sg. + Gen.Pl.)

alam ardhaṃ pṛthivyās te sahāmātyasya jīvanam suhṛdāṃ vacane tiṣṭhan yaśaḥ prāpsyasi bhārata

Die Hälfte der Erde genügt dir, samt deinen Ministern, zum Leben - indem du dem Wort der Freunde folgst, wirst du Ruhm erlangen, Nachkomme Bharatas.

Wort für Wort
alam ardham pṛthivyāḥ te
genügt dir die Hälfte der Erde (Adv. + Nom.Sg. + Gen.Sg. + Pron.Dat.Sg.)
sahāmātyasya jīvanam
samt deinen Ministern, zum Leben (Adj.Gen.Sg. + Subst.Nom.Sg.)
suhṛdām vacane tiṣṭhan
indem du dem Wort der Freunde folgst (Gen.Pl. + Subst.Lok.Sg. + Partizip Präs.Nom.Sg.)
yaśaḥ prāpsyasi bhārata
wirst du Ruhm erlangen, Nachkomme Bharatas (Akk.Sg. + Verb, Fut. 2.Sg. + Vok.Sg.)

śrīmadbhir ātmavadbhir hi buddhimadbhir jitendriyaiḥ pāṇḍavair vigrahas tāta bhraṃśayen mahataḥ sukhāt

Denn ein Streit mit den Glückgesegneten, Selbstbeherrschten, Klugen, deren Sinne bezwungen sind, den Pāṇḍavas, würde dich, Lieber, um großes Glück bringen.

Wort für Wort
śrīmadbhiḥ ātmavadbhiḥ hi
denn mit den Glückgesegneten, Selbstbeherrschten (Adj.Instr.Pl. + Adj.Instr.Pl. + Partikel)
buddhimadbhiḥ jitendriyaiḥ
den Klugen, deren Sinne bezwungen sind (Adj.Instr.Pl. + Adj.Instr.Pl.)
pāṇḍavaiḥ vigrahaḥ tāta
mit den Pāṇḍavas ein Streit, Lieber (Instr.Pl. + Subst.Nom.Sg. + Vok.Sg.)
bhraṃśayet mahataḥ sukhāt
würde bringen um großes Glück (Verb, Opt. 3.Sg. + Adj.Abl.Sg. + Subst.Abl.Sg.)

nigṛhya suhṛdāṃ manyuṃ śādhi rājyaṃ yathocitam svam aṃśaṃ pāṇḍuputrebhyaḥ pradāya bharatarṣabha

Bezähme den Zorn gegenüber deinen Freunden, herrsche über das Reich, wie es sich gehört, nachdem du den Söhnen Pāṇḍus ihren Anteil gegeben hast, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
nigṛhya suhṛdām manyum
bezähme den Zorn gegenüber den Freunden (Absolutiv + Gen.Pl. + Akk.Sg.)
śādhi rājyam yathocitam
herrsche über das Reich, wie es sich gehört (Verb, Imp. 2.Sg. + Akk.Sg. + Adv.)
svam aṃśam pāṇḍuputrebhyaḥ
deinen Anteil den Söhnen Pāṇḍus (Adj.Akk.Sg. + Akk.Sg. + Dat.Pl.)
pradāya bharatarṣabha
gegeben habend, Stier der Bharatas (Absolutiv + Vok.Sg.)

alam ahnā nikāro 'yaṃ trayodaśa samāḥ kṛtaḥ śamayainaṃ mahāprājña kāmakrodhasamedhitam

Genug! Offen wurde dieses Unrecht dreizehn Jahre lang begangen - besänftige es, hoch Weiser, das durch Begierde und Zorn genährt wurde.

Wort für Wort
alam ahnā nikāraḥ ayam
genug, offen wurde dieses Unrecht (Adv. + Instr.Sg. + Subst.Nom.Sg. + Pron.Nom.Sg.)
trayodaśa samāḥ kṛtaḥ
dreizehn Jahre lang begangen (Zahl.Akk.Pl. + Subst.Akk.Pl. + Partizip Perf.Pass.Nom.Sg.)
śamaya enam mahāprājña
besänftige es, hoch Weiser (Verb, Imp. 2.Sg. + Pron.Akk.Sg. + Vok.Sg.)
kāmakrodhasamedhitam
das durch Begierde und Zorn genährt wurde (Adj.Akk.Sg.)

Die genaue Bedeutung von 'ahnā' ('bei Tage', 'offenkundig') im Zusammenhang dieses Ausrufs ist nicht restlos gesichert [?].

na caiṣa śaktaḥ pārthānāṃ yas tvadartham abhīpsati sūtaputro dṛḍhakrodho bhrātā duḥśāsanaś ca te

Und dieser, der dein Interesse verfolgt, der Sūta-Sohn, von festem Zorn, und dein Bruder Duḥśāsana, sind den Söhnen der Pṛthā nicht gewachsen.

Wort für Wort
na ca eṣaḥ śaktaḥ pārthānām
und dieser ist nicht gewachsen den Söhnen der Pṛthā (Neg. + Partikel + Pron.Nom.Sg. + Adj.Nom.Sg. + Gen.Pl.)
yaḥ tvadartham abhīpsati
der dein Interesse verfolgt (Pron.Nom.Sg. + Adv. + Verb, Präs. 3.Sg.)
sūtaputraḥ dṛḍhakrodhaḥ
der Sūta-Sohn, von festem Zorn (Subst.Nom.Sg. + Adj.Nom.Sg.)
bhrātā duḥśāsanaḥ ca te
und dein Bruder Duḥśāsana (Subst.Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg. + Partikel + Pron.Gen.Sg.)

bhīṣme droṇe kṛpe karṇe bhīmasene dhanaṃjaye dhṛṣṭadyumne ca saṃkruddhe na syuḥ sarvāḥ prajā dhruvam

Wenn Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa, Karṇa, Bhīmasena, Dhanaṃjaya und Dhṛṣṭadyumna erzürnt sind, würden gewiss nicht alle Geschöpfe fortbestehen.

Wort für Wort
bhīṣme droṇe kṛpe karṇe
wenn Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa, Karṇa (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Lok.Sg. + Lok.Sg.)
bhīmasene dhanaṃjaye
Bhīmasena, Dhanaṃjaya (Lok.Sg. + Lok.Sg.)
dhṛṣṭadyumne ca saṃkruddhe
und Dhṛṣṭadyumna erzürnt sind (Lok.Sg. + Partikel + Adj.Lok.Sg.)
na syuḥ sarvāḥ prajāḥ dhruvam
würden gewiss nicht alle Geschöpfe fortbestehen (Neg. + Verb, Opt. 3.Pl. + Adj.Nom.Pl. + Subst.Nom.Pl. + Adv.)

amarṣavaśam āpanno mā kurūṃs tāta jīghanaḥ sarvā hi pṛthivī spṛṣṭā tvat pāṇḍavakṛte vadham

In die Gewalt des Unmuts geraten, töte nicht die Kurus, Lieber - denn die ganze Erde wäre von deinetwegen mit dem Mord an den Pāṇḍavas befleckt.

Wort für Wort
amarṣavaśam āpannaḥ
in die Gewalt des Unmuts geraten (Akk.Sg. + Partizip Perf.Nom.Sg.)
mā kurūn tāta jīghanaḥ
töte nicht die Kurus, Lieber (Neg.Partikel + Akk.Pl. + Vok.Sg. + Verb, Inj. 2.Sg.)
sarvā hi pṛthivī spṛṣṭā
denn die ganze Erde wäre befleckt (Adj.Nom.Sg. + Partikel + Subst.Nom.Sg. + Partizip Perf.Pass.Nom.Sg.)
tvat pāṇḍavakṛte vadham
von deinetwegen mit dem Mord an den Pāṇḍavas (Abl.Sg. + Adj.Lok.Sg. + Akk.Sg.)

Die Konstruktion des letzten Versteils ist im Original knapp; der Sinn - die Erde würde von deinetwegen durch den Mord an den Pāṇḍavas befleckt - ist sinngemäß erschlossen [?].

yac ca tvaṃ manyase mūḍha bhīṣmadroṇakṛpādayaḥ yotsyante sarvaśaktyeti naitad adyopapadyate

Und was du, Tor, meinst: „Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa und die anderen werden mit aller Kraft kämpfen“ - das trifft heute nicht zu.

Wort für Wort
yat ca tvam manyase mūḍha
und was du meinst, Tor (Pron.Akk.Sg. + Partikel + Pron.Nom.Sg. + Verb, Präs. 2.Sg. + Vok.Sg.)
bhīṣmadroṇakṛpādayaḥ
Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa und die anderen (Subst.Nom.Pl.)
yotsyante sarvaśaktyā iti
werden mit aller Kraft kämpfen, so (Verb, Fut. 3.Pl. + Instr.Sg. + Partikel)
na etat adya upapadyate
das trifft heute nicht zu (Neg. + Pron.Nom.Sg. + Adv. + Verb, Präs. 3.Sg.)

samaṃ hi rājyaṃ prītiś ca sthānaṃ ca vijitātmanām pāṇḍaveṣv atha yuṣmāsu dharmas tv abhyadhikas tataḥ

Denn gleich sind Herrschaft, Zuneigung und Stellung bei denen, die sich selbst bezwungen haben - bei den Pāṇḍavas wie bei euch; die Pflicht aber ist dort überlegen.

Wort für Wort
samam hi rājyam prītiḥ ca
denn gleich sind Herrschaft und Zuneigung (Adj.Nom.Sg. + Partikel + Subst.Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg. + Partikel)
sthānam ca vijitātmanām
und Stellung bei denen, die sich selbst bezwungen haben (Subst.Nom.Sg. + Partikel + Adj.Gen.Pl.)
pāṇḍaveṣu atha yuṣmāsu
bei den Pāṇḍavas wie bei euch (Lok.Pl. + Partikel + Pron.Lok.Pl.)
dharmaḥ tu abhyadhikaḥ tataḥ
die Pflicht aber ist dort überlegen (Subst.Nom.Sg. + Partikel + Adj.Nom.Sg. + Adv.)

rājapiṇḍabhayād ete yadi hāsyanti jīvitam na hi śakṣyanti rājānaṃ yudhiṣṭhiram udīkṣitum

Wenn diese aus Furcht, das Brot des Königs undankbar zurückzulassen, eher ihr Leben aufgeben werden - denn sie werden nicht fähig sein, dem König Yudhiṣṭhira ins Auge zu blicken.

Wort für Wort
rājapiṇḍabhayāt ete
aus Furcht vor der Pflicht der Königsspeise, diese (Abl.Sg. + Pron.Nom.Pl.)
yadi hāsyanti jīvitam
wenn sie ihr Leben aufgeben werden (Konj. + Verb, Fut. 3.Pl. + Akk.Sg.)
na hi śakṣyanti rājānam
denn sie werden nicht fähig sein, dem König (Neg. + Partikel + Verb, Fut. 3.Pl. + Akk.Sg.)
yudhiṣṭhiram udīkṣitum
Yudhiṣṭhira ins Auge zu blicken (Akk.Sg. + Infinitiv)

Rājapiṇḍabhaya, wörtlich 'Furcht vor dem Königs-Speiseklumpen', bezeichnet die Scheu, die aus der Verpflichtung entsteht, für den Fürsten, dessen Speise man genossen hat, bis zum Letzten einzustehen; der genaue Sinn bleibt unsicher [?].

na lobhād arthasaṃpattir narāṇām iha dṛśyate tad alaṃ tāta lobhena praśāmya bharatarṣabha

Nicht aus Gier entsteht, wie man sieht, hier der Erwerb von Gut für die Menschen - lass daher, Lieber, die Gier sein und finde Frieden, Stier der Bharatas.‘

Wort für Wort
na lobhāt arthasaṃpattiḥ
nicht aus Gier der Erwerb von Gut (Neg. + Abl.Sg. + Subst.Nom.Sg.)
narāṇām iha dṛśyate
der Menschen wird hier gesehen (Gen.Pl. + Adv. + Verb, Präs.Pass. 3.Sg.)
tat alam tāta lobhena
das genügt, Lieber, mit der Gier (Pron.Nom.Sg. + Adv. + Vok.Sg. + Instr.Sg.)
praśāmya bharatarṣabha
finde Frieden, Stier der Bharatas (Verb, Imp. 2.Sg. + Vok.Sg.)

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