Kapitel 49: Pāṇḍavasenāpraśaṃsā
Lobpreis der Pāṇḍava-Streitmacht
Dhṛtarāṣṭra fragt besorgt nach Yudhiṣṭhiras Haltung; Saṃjaya berichtet zunächst von der freudigen Begrüßung Yudhiṣṭhiras durch die Pāñcālas, Kekayas und Matsyas. Auf erneute Frage Dhṛtarāṣṭras, mit welcher Streitmacht die Pāṇḍavas angreifen, fällt Saṃjaya in Ohnmacht (V.10-11) - ein von Vaiśaṃpāyana ausdrücklich als grundlos/schicksalhaft (animittataḥ daivāt) bezeichnetes Vorzeichen. Nach seiner Erholung (V.13) beginnt Saṃjaya einen langen Katalog der Pāṇḍava-Helden und ihrer Verbündeten in Refrainform (,tena vaḥ/vas ... pāṇḍavā abhyayuñjata' - ,durch jenen griffen euch die Pāṇḍavas an'): Yudhiṣṭhira (V.15-16), Bhīma (V.17-22, mit Rückblenden auf Hiḍimba, die Rettung Draupadīs vor Jayadratha, Vāraṇāvata, Gandhamādana), Arjuna (V.23-25, Khāṇḍava-/Śiva-/Indra-Episoden), Nakula (V.26-27), Sahadeva (V.28-30), Śikhaṇḍin (V.31-34, mit der Ambā-Vorgeschichte), die fünf Kekaya-Brüder (V.35), Yuyudhāna/Sātyaki (V.36), Virāṭa (V.37), der König von Kāśī (V.38), die Söhne Draupadīs (V.39), Abhimanyu (V.40), Dhṛṣṭaketu von Cedi (V.41), Kṛṣṇa/Vāsudeva (V.42), Śarabha und Karakarṣa (V.43), sowie Jarāsaṃdhi, Jayatsena und Drupada (V.44), abschließend eine pauschale Erwähnung weiterer östlicher und nördlicher Verbündeter (V.45). Die aus Kap.46-48 offen fortlaufende SQ-Ebene (Figurenrede innerhalb der Rahmenerzählung) bleibt am Kapitelende weiterhin offen (Tiefe 1, Saṃjayas Rede an Dhṛtarāṣṭra wird fortgesetzt); innerhalb dieses Kapitels öffnet/schließt SQ mehrfach eigenständig für die kurzen Wortwechsel Dhṛtarāṣṭra-Saṃjaya (V.1-3, V.4-8, V.9, V.11-12), bevor Saṃjayas großer Katalog in V.14 erneut öffnet und bis Kapitelende (und darüber hinaus) offen bleibt.
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Was sprach jener König der Pāṇḍavas, der Sohn des Dharma, nachdem er gehört hatte, dass diese zahlreichen Heere sich beim Gegner versammelt haben?
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
kim asau pāṇḍavaḥ rājā
was [sprach] jener König der Pāṇḍavas (Interrog. + Nom.)
dharmaputraḥ
der Sohn des Dharma [Yudhiṣṭhira] (Nom.)
abhyabhāṣata
sprach (3.Sg.Impf.Med.)
śrutvā imāḥ bahulāḥ senāḥ
nachdem er gehört hatte, dass diese zahlreichen Heere (Ger. + Akk.Pl.)
pratyarthena samāgatāḥ
sich beim Gegner versammelt haben (Instr. + Nom.Pl., Ptz.Perf.)
Wer wohl hält ihn zurück - „Halte Frieden!“ oder wiederum „Kämpfe!“ - ihn, den durch Betrug erzürnten, dharmakundigen, dharmagemäß Handelnden, [erzürnt] durch die Schwachsinnigen?‘
Wort für Wort
ke svid enam vārayanti
wer wohl hält ihn zurück (Interrog.Pl. + Akk. + 3.Pl.Präs.)
śāmya yudhya iti vā punaḥ
'Halte Frieden!' oder wiederum 'Kämpfe!' (2.Sg.Impv. + Zitatpartikel)
saṃjaya uvāca rājño mukham udīkṣante pāñcālāḥ pāṇḍavaiḥ saha yudhiṣṭhirasya bhadraṃ te sa sarvān anuśāsti ca
Saṃjaya sprach: ‚Auf das Antlitz des Königs blicken die Pāñcālas zusammen mit den Pāṇḍavas, [das Antlitz] Yudhiṣṭhiras - Heil dir! - und er leitet sie alle an.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
rājñaḥ mukham udīkṣante
auf das Antlitz des Königs blicken sie (Gen. + Akk. + 3.Pl.Präs.Med.)
pāñcālāḥ pāṇḍavaiḥ saha
die Pāñcālas zusammen mit den Pāṇḍavas (Nom.Pl. + Instr.Pl.)
yudhiṣṭhirasya
Yudhiṣṭhiras (Gen.)
bhadram te
Heil dir (Nom. + Dat.)
saḥ sarvān anuśāsti ca
und er leitet sie alle an (Nom. + Akk.Pl. + 3.Sg.Präs.)
Wie die Finsternis die aufgehende Sonne, so begrüßen die Pāñcālas den Sohn der Kuntī, den von leuchtendem Glanz, wie einen aufgegangenen Haufen von Licht.
Wort für Wort
tamaḥ sūryam iva udyantam
wie die Finsternis die aufgehende Sonne (Nom. + Akk. + Adv. + Ptz.Präs.)
kaunteyam dīptatejasam
den Sohn der Kuntī, von leuchtendem Glanz (Akk., Kompositum)
pāñcālāḥ pratinandanti
die Pāñcālas begrüßen (Nom.Pl. + 3.Pl.Präs.)
tejorāśim iva udyatam
wie einen aufgegangenen Haufen von Licht (Akk. + Adv. + Ptz.Perf.)
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Sag mir, Saṃjaya, mit wem griffen uns die Pāṇḍavas an - die Somakas unter dem Heerführer Dhṛṣṭadyumna, mit welcher Streitmacht [?] wohl?‘
Wort für Wort
saṃjaya ācakṣva
Saṃjaya, sag mir (Vok. + 2.Sg.Impv.)
kena asmān pāṇḍavāḥ abhyayuñjata
mit wem griffen uns die Pāṇḍavas an (Instr. + Akk. + Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.Med.)
dhṛṣṭadyumnena senānyā
unter dem Heerführer Dhṛṣṭadyumna (Instr.)
somakāḥ kiṃbalāḥ iva
die Somakas, wie mit welcher Streitmacht (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Adv.)
[Anm.: Die Analyse von 'kiṃbalāḥ' ist unsicher - hier als Kompositum 'kim+balāḥ' ('von welcher/wie geringer Streitmacht') gedeutet, im Sinne einer rhetorischen Herabsetzung der gegnerischen Truppenstärke durch Dhṛtarāṣṭra.]
vaiśaṃpāyana uvāca gāvalgaṇis tu tat pṛṣṭaḥ sabhāyāṃ kurusaṃsadi niḥśvasya subhṛśaṃ dīrghaṃ muhuḥ saṃcintayann iva tatrānimittato daivāt sūtaṃ kaśmalam āviśat
Vaiśaṃpāyana sprach: Der Sohn Gavalgaṇas aber, so gefragt, in der Halle, in der Kuru-Versammlung, seufzte heftig und lang, wiederholt, wie in Gedanken versunken - da befiel den Wagenlenker, grundlos, durch Fügung, eine Ohnmacht.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
gāvalgaṇiḥ tu tat pṛṣṭaḥ
der Sohn Gavalgaṇas [Saṃjaya] aber, so gefragt (Nom. + Akk. + Nom., Ptz.Perf.Pass.)
sabhāyām kurusaṃsadi
in der Halle, in der Kuru-Versammlung (Lok.)
niḥśvasya subhṛśam dīrgham muhuḥ
nachdem er heftig und lang, wiederholt geseufzt hatte (Ger. + Adv.)
saṃcintayan iva
wie nachdenkend (Nom., Ptz.Präs. + Adv.)
tatra animittataḥ daivāt
da, grundlos, durch Fügung (Adv. + Abl. + Abl.)
sūtam kaśmalam āviśat
befiel den Wagenlenker eine Ohnmacht (Akk. + Nom. + 3.Sg.Impf.)
Da verkündete ein Mann in der Halle, in der Königsversammlung: ‚Dieser Saṃjaya, o Großkönig, ist ohnmächtig geworden und zu Boden gefallen; er bringt gar kein Wort hervor, seines Verstandes beraubt, mit vermindertem Bewusstsein.‘
Wort für Wort
tadā ācacakṣe puruṣaḥ
da verkündete ein Mann (Adv. + 3.Sg.Perf.Med. + Nom.)
sabhāyām rājasaṃsadi
in der Halle, in der Königsversammlung (Lok.)
saṃjayaḥ ayam mahārāja
dieser Saṃjaya, o Großkönig (Nom. + Vok.)
mūrcchitaḥ patitaḥ bhuvi
ohnmächtig geworden, zu Boden gefallen (Nom., Ptz.Perf. + Lok.)
vācam na sṛjate kāṃ cit
er bringt gar kein Wort hervor (Akk. + Adv. + 3.Sg.Präs.Med. + Indef.)
hīnaprajñaḥ alpacetanaḥ
seines Verstandes beraubt, mit vermindertem Bewusstsein (Nom., Kompositum)
dhṛtarāṣṭra uvāca apaśyat saṃjayo nūnaṃ kuntīputrān mahārathān tair asya puruṣavyāghrair bhṛśam udvejitaṃ manaḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Gewiss hat Saṃjaya die großen Wagenkämpfer, die Söhne der Kuntī, gesehen; durch jene Männertiger ist sein Geist heftig erschüttert worden.‘
Wort für Wort
apaśyat saṃjayaḥ nūnam
gewiss hat Saṃjaya gesehen (3.Sg.Impf. + Nom. + Adv.)
kuntīputrān mahārathān
die großen Wagenkämpfer, die Söhne der Kuntī (Akk.Pl.)
taiḥ asya puruṣavyāghraiḥ
durch jene Männertiger, sein[en] (Instr.Pl. + Gen.)
bhṛśam udvejitam manaḥ
ist der Geist heftig erschüttert worden (Adv. + Ptz.Perf.Pass. + Nom.)
Vaiśaṃpāyana sprach: Saṃjaya, nachdem er das Bewusstsein wiedererlangt hatte, erholte sich wieder und sprach dies zu Dhṛtarāṣṭra, o Großkönig, in der Halle, in der Kuru-Versammlung:
Wort für Wort
saṃjayaḥ cetanām labdhvā
Saṃjaya, nachdem er das Bewusstsein wiedererlangt hatte (Nom. + Akk. + Ger.)
pratyāśvasya
nachdem er sich erholt hatte (Ger.)
idam abravīt dhṛtarāṣṭram
sprach dies zu Dhṛtarāṣṭra (Akk. + 3.Sg.Impf. + Akk.)
‚Gesehen habe ich, o Herrscher der Könige, die großen Wagenkämpfer, die Söhne der Kuntī, abgemagert durch die Einschränkung des Aufenthalts im Haus des Königs der Matsyas; höre, o Großkönig, durch wen die Pāṇḍavas euch angriffen:
Wort für Wort
dṛṣṭavān asmi rājendra
gesehen habe ich, o Herrscher der Könige (Nom., Ptz.Perf.Akt. + 1.Sg.Präs. + Vok.)
kuntīputrān mahārathān
die großen Wagenkämpfer, die Söhne der Kuntī (Akk.Pl.)
matsyarājagṛhāvāsāt avarodhena karśitān
abgemagert durch die Einschränkung des Aufenthalts im Haus des Königs der Matsyas (Abl., Kompositum + Instr. + Akk.Pl., Ptz.Perf.Pass.)
śṛṇu yaiḥ hi mahārāja
höre, durch wen, o Großkönig (2.Sg.Impv. + Instr.Pl. + Vok.)
yo naiva roṣān na bhayān na kāmān nārthakāraṇāt na hetuvādād dharmātmā satyaṃ jahyāt kathaṃ cana
er, der Dharmagesinnte, der weder aus Zorn noch aus Furcht noch aus Begehren, noch um eines eigennützigen Zweckes willen, noch aus Rechthaberei jemals die Wahrheit aufgeben würde -
Wort für Wort
yaḥ na eva roṣāt
er, der weder aus Zorn (Nom. + Adv. + Abl.)
na bhayāt na kāmāt
noch aus Furcht noch aus Begehren (Abl.)
na arthakāraṇāt
noch um eines eigennützigen Zweckes willen (Abl., Kompositum)
na hetuvādāt
noch aus Rechthaberei (Abl., Kompositum)
dharmātmā
der Dharmagesinnte (Nom.)
satyam jahyāt kathaṃ cana
die Wahrheit jemals aufgeben würde (Akk. + 3.Sg.Opt. + Adv.)
yasya bāhubale tulyaḥ pṛthivyāṃ nāsti kaś cana yo vai sarvān mahīpālān vaśe cakre dhanurdharaḥ tena vo bhīmasenena pāṇḍavā abhyayuñjata
Er, dessen Armkraft niemand auf Erden gleichkommt, der Bogenträger, der wahrlich alle Landesherrscher sich botmäßig machte - durch jenen Bhīmasena griffen euch die Pāṇḍavas an.
Wort für Wort
yasya bāhubale tulyaḥ
dessen Armkraft gleich (Gen. + Lok. + Nom.)
pṛthivyām na asti kaḥ cana
auf Erden gibt es niemanden (Lok. + 3.Sg.Präs. + Indef.)
yaḥ vai sarvān mahīpālān
der wahrlich alle Landesherrscher (Nom. + Partikel + Akk.Pl.)
vaśe cakre dhanurdharaḥ
sich botmäßig machte, der Bogenträger (Lok. + 3.Sg.Perf.Med. + Nom.)
tena vaḥ bhīmasenena
durch jenen Bhīmasena, euch (Instr. + Akk.Pl. + Instr.)
pāṇḍavāḥ abhyayuñjata
griffen die Pāṇḍavas an (Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.Med.)
niḥsṛtānāṃ jatugṛhād dhiḍimbāt puruṣādakāt ya eṣām abhavad dvīpaḥ kuntīputro vṛkodaraḥ
Als sie aus dem Haus aus Lack entkommen waren, und vor Hiḍimba, dem Menschenfresser - wer für sie die Insel [d.h. der rettende Zufluchtsort] wurde, das war der Sohn der Kuntī, Vṛkodara.
Wort für Wort
niḥsṛtānām jatugṛhāt
als sie aus dem Haus aus Lack entkommen waren (Gen.Pl. + Abl., Kompositum)
hiḍimbāt puruṣādakāt
vor Hiḍimba, dem Menschenfresser (Abl.)
yaḥ eṣām abhavat dvīpaḥ
wer für sie die Insel [Zufluchtsort] wurde (Nom. + Gen.Pl. + 3.Sg.Impf. + Nom.)
Und dort, wo der König des Sindhu [Jayadratha] die Tochter Yajñasenas [Draupadī] entführt hatte - auch dort wurde für sie der Sohn der Kuntī, Vṛkodara, zur Insel.
Wort für Wort
yājñasenīm
die Tochter Yajñasenas [Draupadī] (Akk.)
atho yatra sindhurājaḥ
und wo der König des Sindhu (Adv. + Rel.Adv. + Nom.)
apakṛṣṭavān
entführt hatte (Nom., Ptz.Perf.Akt.)
tatra eṣām abhavat dvīpaḥ
dort wurde für sie zur Insel (Adv. + Gen.Pl. + 3.Sg.Impf. + Nom.)
kuntīputraḥ vṛkodaraḥ
der Sohn der Kuntī, Vṛkodara (Nom.)
[Anm.: Sindhurāja - der König des Sindhu-Landes, d.h. Jayadratha; Anspielung auf dessen Entführungsversuch Draupadīs im Vanaparva.]
durch den, der, während er der Kṛṣṇā [Draupadī] zuliebe handelte, die Krodhavaśas tötete, nachdem er den unwegsamen, furchtbaren Berg Gandhamādana betreten hatte,
Wort für Wort
kṛṣṇāyāḥ caratā prītim
während er der Kṛṣṇā [Draupadī] zuliebe handelte (Gen. + Nom., Ptz.Präs. + Akk.)
yena krodhavaśāḥ hatāḥ
durch den die Krodhavaśas getötet wurden (Instr. + Nom.Pl. + Ptz.Perf.Pass.)
praviśya
nachdem er betreten hatte (Ger.)
viṣamam ghoram parvatam gandhamādanam
den unwegsamen, furchtbaren Berg Gandhamādana (Akk.)
[Anm.: Krodhavaśāḥ - wörtl. 'dem Zorn Verfallene', eine Klasse übernatürlicher Wesen/Dämonen, hier nur inline erläutert.]
yasya nāgāyutaṃ vīryaṃ bhujayoḥ sāram arpitam tena vo bhīmasenena pāṇḍavā abhyayuñjata
er, dessen Kraft der von zehntausend Elefanten gleicht, dessen Stärke in seinen beiden Armen niedergelegt ist - durch jenen Bhīmasena griffen euch die Pāṇḍavas an.
Wort für Wort
yasya nāgāyutam vīryam
dessen Kraft [wie die] von zehntausend Elefanten (Gen. + Nom., Kompositum)
bhujayoḥ sāram arpitam
dessen Stärke in den beiden Armen niedergelegt (Lok.Du. + Nom. + Ptz.Perf.Pass.)
tena vaḥ bhīmasenena
durch jenen Bhīmasena, euch (Instr. + Akk.Pl. + Instr.)
pāṇḍavāḥ abhyayuñjata
griffen die Pāṇḍavas an (Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.Med.)
Er, der mit Kṛṣṇa als Zweitem, nachdem er zum Wohlgefallen des Jātavedas [Agni] seine Kraft entfaltet hatte, einst als Held den kämpfenden Puraṃdara [Indra] besiegte,
Wort für Wort
kṛṣṇadvitīyaḥ
mit Kṛṣṇa als Zweitem/Begleiter (Nom., Kompositum)
vikramya
nachdem er seine Kraft entfaltet hatte (Ger.)
tuṣṭyartham jātavedasaḥ
zum Wohlgefallen des Jātavedas [Agni] (Adv. + Gen.)
ajayat yaḥ purā vīraḥ
er, der Held, besiegte einst (3.Sg.Impf. + Nom. + Adv. + Nom.)
yudhyamānam puraṃdaram
den kämpfenden Puraṃdara [Indra] (Akk., Ptz.Präs.Med.)
yaḥ pratīcīṃ diśaṃ cakre vaśe mlecchagaṇāyutām sa tatra nakulo yoddhā citrayodhī vyavasthitaḥ
Er, der die westliche Richtung, von Mleccha-Scharen erfüllt, sich botmäßig machte - er, Nakula, der Kämpfer, der wunderbar Kämpfende, war dort als Krieger aufgestellt.
Wort für Wort
yaḥ pratīcīm diśam cakre vaśe
er, der die westliche Richtung sich botmäßig machte (Nom. + Akk. + 3.Sg.Perf.Med. + Lok.)
mlecchagaṇāyutām
von Mleccha-Scharen erfüllt (Akk., Kompositum)
saḥ tatra nakulaḥ yoddhā
er, dort, Nakula, der Kämpfer (Nom.)
citrayodhī vyavasthitaḥ
der wunderbar Kämpfende, aufgestellt (Nom., Kompositum + Ptz.Perf.Pass.)
Sie, die einst als Kāśi-Jungfrau furchtbare Askese übte, den Tod Bhīṣmas begehrend, o Stier der Bharatas, selbst nach ihrem Hinscheiden [in einer neuen Existenz] -
als Kāśi-Jungfrau einst (Nom., Kompositum + Adv. + Nom.)
bhīṣmasya vadham icchantī
den Tod Bhīṣmas begehrend (Gen. + Akk. + Nom., Ptz.Präs.)
pretya api bharatarṣabha
selbst nach dem Hinscheiden, o Stier der Bharatas (Ger. + Adv. + Vok.)
[Anm.: Anspielung auf die Vorgeschichte Śikhaṇḍins: als Kāśi-Prinzessin Ambā übte sie Askese, um Bhīṣmas Tod zu bewirken, und wurde nach ihrem Tod als Sohn/Tochter des Pāñcāla-Königs wiedergeboren (V.32).]
pāñcālasya sutā jajñe daivāc ca sa punaḥ pumān strīpuṃsoḥ puruṣavyāghra yaḥ sa veda guṇāguṇān
wurde als Tochter des Pāñcāla-Königs geboren und dann durch göttliche Fügung wiederum zum Mann, o Männertiger - er, der die Vorzüge und Mängel von Frau und Mann kennt.
Wort für Wort
pāñcālasya sutā jajñe
wurde als Tochter des Pāñcāla-Königs geboren (Gen. + Nom. + 3.Sg.Perf.Med.)
daivāt ca sa punaḥ pumān
und dann durch Fügung wiederum [zum] Mann (Abl. + Nom. + Adv. + Nom.)
strīpuṃsoḥ puruṣavyāghra
von Frau und Mann, o Männertiger (Gen.Du., Kompositum + Vok.)
yaḥ sa veda guṇāguṇān
er, der die Vorzüge und Mängel kennt (Nom. + Nom. + 3.Sg.Perf. + Akk.Pl.)
Und er, unvergleichlich an Tapferkeit, Dhṛṣṭaketu von großem Ruhm, unerträglich im Kampf, wenn erzürnt, der Sohn Śiśupālas, der große Wagenkämpfer - durch jenen König der Cedis griffen euch die Pāṇḍavas an.
Wort für Wort
yaḥ ca eva apratimaḥ vīrye
und er, unvergleichlich an Tapferkeit (Nom. + Adv. + Nom. + Lok.)
dhṛṣṭaketuḥ mahāyaśāḥ
Dhṛṣṭaketu von großem Ruhm (Nom., Kompositum)
duḥsahaḥ samare kruddhaḥ
unerträglich im Kampf, wenn erzürnt (Nom. + Lok. + Nom.)
śaiśupāliḥ mahārathaḥ
der Sohn Śiśupālas, der große Wagenkämpfer (Nom.)
tena vaḥ cedirājena
durch jenen König der Cedis, euch (Instr. + Akk.Pl. + Instr.)
pāṇḍavāḥ abhyayuñjata
griffen die Pāṇḍavas an (Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.Med.)
jārāsaṃdhiḥ sahadevo jayatsenaś ca tāv ubhau drupadaś ca mahātejā balena mahatā vṛtaḥ tyaktātmā pāṇḍavārthāya yotsyamāno vyavasthitaḥ
Der Sohn Jarāsandhas, Sahadeva, und Jayatsena, jene beiden, und Drupada, von großer Macht, umgeben von gewaltiger Streitmacht, sein Leben aufgegeben habend, im Begriff, um der Sache der Pāṇḍavas willen zu kämpfen, standen bereit.
Wort für Wort
jārāsaṃdhiḥ sahadevaḥ
der Sohn Jarāsandhas, Sahadeva (Nom.)
jayatsenaḥ ca tau ubhau
und Jayatsena, jene beiden (Nom. + Nom.Du.)
drupadaḥ ca mahātejāḥ
und Drupada, von großer Macht (Nom., Kompositum)
balena mahatā vṛtaḥ
umgeben von gewaltiger Streitmacht (Instr. + Nom., Ptz.Perf.Pass.)
tyaktātmā
sein Leben aufgegeben habend (Nom., Kompositum)
pāṇḍavārthāya yotsyamānaḥ
im Begriff, um der Sache der Pāṇḍavas willen zu kämpfen (Dat., Kompositum + Nom., Ptz.Fut.Med.)
vyavasthitaḥ
standen bereit (Nom., Ptz.Perf.Pass.)
[Anm.: Jārāsaṃdhiḥ ('Sohn/Nachkomme Jarāsandhas') und der hier genannte Sahadeva von Magadha sind von den gleichnamigen Pāṇḍava-Figuren (Sahadeva) zu unterscheiden.]