Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 103: Garuḍamānabhaṅgaḥ Duryodhanapratyākhyānaṃ ca Garuḍas Stolz wird gebrochen, und Duryodhana weist Kaṇva zurück

Garuḍa, empört über Indras Gewährung langen Lebens an den Nāga Sumukha, stellt Indra zornig zur Rede und rühmt großspurig seine eigene Stärke. Indra fordert ihn heraus, nur seinen einen Arm zu tragen - Garuḍa bricht unter dem Gewicht zusammen und erkennt, gedemütigt, Indras (bzw. Viṣṇus) überlegene Macht an; er bittet um Verzeihung. Nach der Versöhnung wendet sich Kaṇva unmittelbar an Duryodhana selbst: so wie Garuḍa seine Grenzen erkennen musste, solle auch Duryodhana erkennen, dass er den Pāṇḍava-Helden - Bhīma, Arjuna und den mit ihnen verbundenen Göttern - nicht gewachsen ist, und Frieden suchen, solange er lebt. Damit schließt Kaṇvas gesamte, seit Kap.95 durchgehend offene Rede an die Versammlung - ein zentraler Wendepunkt der Erzählung. Vaiśaṃpāyana berichtet daraufhin, wie Duryodhana, Kaṇvas Mahnung verachtend, höhnisch auflacht und trotzig erklärt, sein Schicksal sei ohnehin vorbestimmt - bloßes Reden werde daran nichts ändern.

kaṇva uvāca garuḍas tat tu śuśrāva yathāvṛttaṃ mahābalaḥ āyuḥpradānaṃ śakreṇa kṛtaṃ nāgasya bhārata

Kaṇva sprach: Garuḍa aber, von großer Kraft, hörte, wie es sich zugetragen hatte, die Gewährung der Lebensdauer, die von Śakra dem Nāga zuteil wurde, o Bhārata.

Wort für Wort
garuḍaḥ tat tu śuśrāva yathāvṛttaṃ mahābalaḥ
Garuḍa aber, von großer Kraft, hörte, wie es sich zugetragen hatte (Nom. + Akk. + 3. Sg. Perf. + Adv. + Nom.)
āyuḥpradānaṃ śakreṇa kṛtaṃ nāgasya bhārata
die Gewährung der Lebensdauer, die von Śakra dem Nāga zuteil wurde, o Bhārata (Akk. + Instr. + Akk. Sg. Ppp. + Gen. + Vok.)

[Anm.: ,bhārata' ist hier Kaṇvas direkte Anrede an Duryodhana selbst innerhalb der Versammlung - bestätigt, dass Kaṇva durchgehend zu Duryodhana spricht.]

pakṣavātena mahatā ruddhvā tribhuvanaṃ khagaḥ suparṇaḥ paramakruddho vāsavaṃ samupādravat

Mit gewaltigem Flügelschlag die drei Welten erschütternd, eilte der Vogel Suparṇa, höchst erzürnt, auf Vāsava zu.

Wort für Wort
pakṣavātena mahatā ruddhvā tribhuvanaṃ khagaḥ
mit gewaltigem Flügelschlag die drei Welten erschütternd, der Vogel (Instr. + Instr. + Ger. + Akk. + Nom.)
suparṇaḥ paramakruddhaḥ vāsavaṃ samupādravat
Suparṇa, höchst erzürnt, eilte auf Vāsava zu (Nom. + Nom., Bahuvrīhi + Akk. + 3. Sg. Ipf.)

garuḍa uvāca bhagavan kim avajñānāt kṣudhāṃ prati bhaye mama kāmakāravaraṃ dattvā punaś calitavān asi

„O Erhabener - ist es aus Geringschätzung meines Hungers, dass du, nachdem du mir einst die Gabe der freien Willenswahl gewährt hast, nun wieder davon abgewichen bist?

Wort für Wort
bhagavan kim avajñānāt kṣudhāṃ prati bhaye mama
o Erhabener, ist es aus Geringschätzung meines Hungers, in meiner Furcht (Vok. + Frage + Abl. + Akk. + Postp. + Lok. + Gen.)
kāmakāravaraṃ dattvā punaḥ calitavān asi
nachdem du die Gabe der freien Willenswahl gegeben hast, bist du nun wieder abgewichen (Akk. + Ger. + Adv. + Nom. Sg. Ppp. + 2. Sg. Präs.)

[Anm.: CQ öffnet hier neu - Garuḍas zornige Rede an Indra beginnt; ,kāmakāravaram' bezieht sich auf eine frühere, hier vorausgesetzte Vereinbarung über Garuḍas freies Recht, Schlangen zu verzehren.]

nisargāt sarvabhūtānāṃ sarvabhūteśvareṇa me āhāro vihito dhātrā kimarthaṃ vāryate tvayā

Von Natur aus, wie allen Wesen, wurde mir vom Herrn aller Wesen, dem Dhātṛ, meine Nahrung zugewiesen - weshalb wird sie von dir verwehrt?

Wort für Wort
nisargāt sarvabhūtānāṃ sarvabhūteśvareṇa me
von Natur aus, wie allen Wesen, vom Herrn aller Wesen, mir (Abl. + Gen. Pl. + Instr. + Dat.)
āhāraḥ vihitaḥ dhātrā kimarthaṃ vāryate tvayā
wurde die Nahrung zugewiesen vom Dhātṛ - weshalb wird sie von dir verwehrt (Nom. + Nom. Sg. Ppp. + Instr. + Adv. + 3. Sg. Präs. Pass. + Instr.)

[Anm.: ,Dhātṛ' (,der Ordner/Schöpfer') ist ein Beiname des Schöpfergottes.]

vṛtaś caiṣa mahānāgaḥ sthāpitaḥ samayaś ca me anena ca mayā deva bhartavyaḥ prasavo mahān

Auch dieser große Nāga wurde von mir auserwählt, und meine Abmachung wurde festgesetzt; und durch ihn muss von mir, o Gott, eine große Nachkommenschaft ernährt werden.

Wort für Wort
vṛtaḥ ca eṣa mahānāgaḥ sthāpitaḥ samayaḥ ca me
auch dieser große Nāga wurde auserwählt, und meine Abmachung wurde festgesetzt (Nom. Sg. Ppp. + Nom. + Nom. Sg. Ppp. + Nom. + Gen.)
anena ca mayā deva bhartavyaḥ prasavaḥ mahān
und durch ihn muss von mir, o Gott, eine große Nachkommenschaft ernährt werden (Instr. + Instr. + Vok. + Nom. Sg. Gerundivum + Nom. + Nom.)

etasmiṃs tv anyathābhūte nānyaṃ hiṃsitum utsahe krīḍase kāmakāreṇa devarāja yathecchakam

Doch nun, da dies anders geworden ist, wünsche ich keinen anderen zu verletzen; du aber spielst nach freiem Willen, wie es dir beliebt, o Götterkönig.

Wort für Wort
etasmin tu anyathābhūte na anyaṃ hiṃsitum utsahe
doch nun, da dies anders geworden ist, wünsche ich keinen anderen zu verletzen (Lok. Abs. Ppp. + Neg. + Akk. + Inf. + 1. Sg. Präs. Med.)
krīḍase kāmakāreṇa devarāja yathā icchakam
du spielst nach freiem Willen, wie es dir beliebt, o Götterkönig (2. Sg. Präs. Med. + Instr. + Vok. + Adv.)

so 'haṃ prāṇān vimokṣyāmi tathā parijano mama ye ca bhṛtyā mama gṛhe prītimān bhava vāsava

So werde ich denn meine Lebensatem aufgeben, und ebenso meine Angehörigen, und jene Diener in meinem Haus - sei erfreut darüber, o Vāsava.

Wort für Wort
saḥ ahaṃ prāṇān vimokṣyāmi tathā parijanaḥ mama
so werde ich meine Lebensatem aufgeben, und ebenso meine Angehörigen (Nom. + Nom. + Akk. + 1. Sg. Fut. + Adv. + Nom. + Gen.)
ye ca bhṛtyāḥ mama gṛhe prītimān bhava vāsava
und jene Diener in meinem Haus - sei erfreut, o Vāsava (Nom. Pl. + Nom. Pl. + Gen. + Lok. + Nom. + Imperativ + Vok.)

etac caivāham arhāmi bhūyaś ca balavṛtrahan trailokyasyeśvaro yo 'haṃ parabhṛtyatvam āgataḥ

Und dies verdiene ich zudem noch, o Bezwinger Balas und Vṛtras: ich, der ich Herr der drei Welten bin, bin zur Dienstbarkeit unter einem anderen gelangt.

Wort für Wort
etat ca eva aham arhāmi bhūyaḥ ca balavṛtrahan
und dies verdiene ich zudem noch, o Bezwinger Balas und Vṛtras (Akk. + Nom. + 1. Sg. Präs. + Adv. + Vok.)
trailokyasya īśvaraḥ yaḥ ahaṃ parabhṛtyatvam āgataḥ
ich, der ich Herr der drei Welten bin, bin zur Dienstbarkeit unter einem anderen gelangt (Gen. + Nom. + Rel. + Nom. + Akk. + Nom. Sg. Ppp.)

tvayi tiṣṭhati deveśa na viṣṇuḥ kāraṇaṃ mama trailokyarāja rājyaṃ hi tvayi vāsava śāśvatam

[?] Solange du bestehst, o Herr der Götter, ist Viṣṇu nicht mein Anliegen - denn dir, o König der drei Welten, o Vāsava, gehört die ewige Herrschaft.

Wort für Wort
tvayi tiṣṭhati deveśa na viṣṇuḥ kāraṇaṃ mama
solange du bestehst, o Herr der Götter, ist Viṣṇu nicht mein Anliegen (Lok. Abs. + Vok. + Neg. + Nom. + Nom. + Gen.)
trailokyarāja rājyaṃ hi tvayi vāsava śāśvatam
denn dir, o König der drei Welten, o Vāsava, gehört die ewige Herrschaft (Vok. + Nom. + Partikel + Lok. + Vok. + Nom.)

[Anm.: die genaue Logik dieser Aussage bleibt etwas unsicher [?] - sinngemäß scheint Garuḍa zu betonen, dass er sich allein Indra als rechtmäßigem Herrscher verpflichtet fühlt und Viṣṇus Autorität hier nicht in Frage stellt/berücksichtigt.]

mamāpi dakṣasya sutā jananī kaśyapaḥ pitā aham apy utsahe lokān samastān voḍhum añjasā

Auch meine Mutter ist eine Tochter Dakṣas, mein Vater ist Kaśyapa; auch ich bin imstande, alle Welten mühelos zu tragen.

Wort für Wort
mama api dakṣasya sutā jananī kaśyapaḥ pitā
auch meine Mutter ist eine Tochter Dakṣas, mein Vater ist Kaśyapa (Gen. + Nom. + Gen. + Nom. + Nom. + Nom.)
aham api utsahe lokān samastān voḍhum añjasā
auch ich bin imstande, alle Welten mühelos zu tragen (Nom. + 1. Sg. Präs. Med. + Akk. + Akk. + Inf. + Adv.)

asahyaṃ sarvabhūtānāṃ mamāpi vipulaṃ balam mayāpi sumahat karma kṛtaṃ daiteyavigrahe

Unerträglich für alle Wesen ist auch meine gewaltige Kraft; von mir auch wurde eine sehr große Tat im Krieg gegen die Daityas vollbracht.

Wort für Wort
asahyaṃ sarvabhūtānāṃ mama api vipulaṃ balam
unerträglich für alle Wesen ist auch meine gewaltige Kraft (Nom. + Gen. Pl. + Gen. + Nom. + Nom.)
mayā api sumahat karma kṛtaṃ daiteyavigrahe
von mir auch wurde eine sehr große Tat im Krieg gegen die Daityas vollbracht (Instr. + Nom. + Nom. + Nom. Sg. Ppp. + Lok.)

śrutaśrīḥ śrutasenaś ca vivasvān rocanāmukhaḥ prasabhaḥ kālakākṣaś ca mayāpi ditijā hatāḥ

Śrutaśrī und Śrutasena, Vivasvān, Rocanāmukha, Prasabha und Kālakākṣa - auch von mir wurden Söhne Ditis erschlagen.

Wort für Wort
śrutaśrīḥ śrutasenaḥ ca vivasvān rocanāmukhaḥ
Śrutaśrī und Śrutasena, Vivasvān, Rocanāmukha (Nom. Sg., Namensreihe)
prasabhaḥ kālakākṣaḥ ca mayā api ditijāḥ hatāḥ
Prasabha und Kālakākṣa - auch von mir wurden Söhne Ditis erschlagen (Nom. Sg. + Instr. + Nom. Pl. + Nom. Pl. Ppp.)

[Anm.: reine Namensaufzählung erschlagener Daitya-Gegner, IAST-Form unübersetzt belassen.]

yat tu dhvajasthānagato yatnāt paricarāmy aham vahāmi caivānujaṃ te tena mām avamanyase

Aber weil ich, an der Bannerstelle stehend, dir eifrig diene, und weil ich deinen jüngeren Bruder trage, deswegen verachtest du mich.

Wort für Wort
yat tu dhvajasthānagataḥ yatnāt paricarāmi aham
aber weil ich, an der Bannerstelle stehend, eifrig diene (Rel. + Partikel + Nom. Sg. Ppp. + Abl. + 1. Sg. Präs. + Nom.)
vahāmi ca eva anujaṃ te tena mām avamanyase
und weil ich deinen jüngeren Bruder trage, deswegen verachtest du mich (1. Sg. Präs. + Akk. + Gen. + Instr. + Akk. + 2. Sg. Präs. Med.)

[Anm.: mit ,deinem jüngeren Bruder' ist Viṣṇu gemeint, dessen Reittier Garuḍa ist; in mancher Tradition gilt Viṣṇu/Upendra als jüngerer Bruder Indras.]

ko 'nyo bhārasaho hy asti ko 'nyo 'sti balavattaraḥ mayā yo 'haṃ viśiṣṭaḥ san vahāmīmaṃ sabāndhavam

Wer anders vermag Lasten zu tragen, wer anders ist stärker - ich, der ich ausgezeichnet bin, trage diesen mitsamt seinen Verwandten.

Wort für Wort
kaḥ anyaḥ bhārasahaḥ hi asti kaḥ anyaḥ asti balavattaraḥ
wer anders vermag Lasten zu tragen, wer anders ist stärker (Nom. + Nom. + Nom., Bahuvrīhi + Partikel + 3. Sg. Präs. + Nom. + Nom. + 3. Sg. Präs. + Nom.)
mayā yaḥ ahaṃ viśiṣṭaḥ san vahāmi imaṃ sabāndhavam
ich, der ich ausgezeichnet bin, trage diesen mitsamt seinen Verwandten (Instr. + Rel. + Nom. + Nom. Sg. Ppp. + Part. Präs. + 1. Sg. Präs. + Akk. + Akk., Bahuvrīhi)

avajñāya tu yat te 'haṃ bhojanād vyaparopitaḥ tena me gauravaṃ naṣṭaṃ tvattaś cāsmāc ca vāsava

Aber weil ich, aus Geringschätzung, von dir meiner Nahrung beraubt wurde, dadurch ist meine Ehre zunichtegemacht, sowohl von dir als auch von diesem, o Vāsava.

Wort für Wort
avajñāya tu yat te ahaṃ bhojanād vyaparopitaḥ
aber weil ich, aus Geringschätzung, von dir meiner Nahrung beraubt wurde (Ger. + Partikel + Rel. + Gen. + Nom. + Abl. + Nom. Sg. Ppp.)
tena me gauravaṃ naṣṭaṃ tvattaḥ ca asmāt ca vāsava
dadurch ist meine Ehre zunichtegemacht, sowohl von dir als auch von diesem, o Vāsava (Instr. + Gen. + Nom. + Nom. Sg. Ppp. + Abl. + Abl. + Vok.)

adityāṃ ya ime jātā balavikramaśālinaḥ tvam eṣāṃ kila sarveṣāṃ viśeṣād balavattaraḥ

Jene, die der Aditi geboren wurden, ausgezeichnet an Kraft und Kühnheit - du bist von allen diesen fürwahr in besonderem Maße der Stärkere.

Wort für Wort
adityāṃ ye ime jātāḥ balavikramaśālinaḥ
jene, die der Aditi geboren wurden, ausgezeichnet an Kraft und Kühnheit (Lok. + Nom. Pl. + Nom. Pl. Ppp. + Nom. Pl., Bahuvrīhi)
tvam eṣāṃ kila sarveṣāṃ viśeṣād balavattaraḥ
du bist von allen diesen fürwahr in besonderem Maße der Stärkere (Nom. + Gen. Pl. + Partikel + Gen. Pl. + Abl. + Nom.)

so 'haṃ pakṣaikadeśena vahāmi tvāṃ gataklamaḥ vimṛśa tvaṃ śanais tāta ko nv atra balavān iti

So trage ich dich mit nur einem Teil meines Flügels, ohne zu ermüden - erwäge du in Ruhe, mein Lieber, wer hier wohl der Stärkere ist.“

Wort für Wort
saḥ ahaṃ pakṣaikadeśena vahāmi tvāṃ gataklamaḥ
so trage ich dich mit nur einem Teil meines Flügels, ohne zu ermüden (Nom. + Nom. + Instr. + 1. Sg. Präs. + Akk. + Nom., Bahuvrīhi)
vimṛśa tvaṃ śanaiḥ tāta kaḥ nu atra balavān iti
erwäge du in Ruhe, mein Lieber, wer hier wohl der Stärkere ist (Imperativ + Nom. + Adv. + Vok. + Nom. + Partikel + Adv. + Nom. + Partikel)

[Anm.: CQ schließt hier - Ende von Garuḍas zorniger Rede, im Sanskrit explizit durch ,iti' markiert.]

kaṇva uvāca tasya tad vacanaṃ śrutvā khagasyodarkadāruṇam akṣobhyaṃ kṣobhayaṃs tārkṣyam uvāca rathacakrabhṛt

Kaṇva sprach: Nachdem er jenes Wort des Vogels gehört hatte, das in seiner künftigen Wirkung schrecklich war, sprach der Unerschütterliche, Tārkṣya (Garuḍa) provozierend, der Träger des Wagenrades.

Wort für Wort
tasya tad vacanaṃ śrutvā khagasya udarkadāruṇam
nachdem er jenes Wort des Vogels gehört hatte, das in seiner künftigen Wirkung schrecklich war (Gen. + Akk. + Akk. + Ger. + Gen. + Akk.)
akṣobhyaṃ kṣobhayan tārkṣyam uvāca rathacakrabhṛt
sprach der Unerschütterliche, Tārkṣya provozierend, der Träger des Wagenrades (Nom. + Nom. Sg. Part. Präs. Kausativ + Akk. + 3. Sg. Perf. + Nom.)

[Anm.: reine Übergangs-Erzählung Kaṇvas - kein Zitat; die eigentliche Rede Indras beginnt erst in V.019. ,rathacakrabhṛt' (,Träger des Wagenrades') ist ein Beiname Indras.]

garutman manyase ''tmānaṃ balavantaṃ sudurbalam alam asmatsamakṣaṃ te stotum ātmānam aṇḍaja

„Garutman, du hältst dich, der du sehr schwach bist, für stark; genug, o Eigeborener, dich selbst vor meinen Augen zu preisen.

Wort für Wort
garutman manyase ātmānaṃ balavantaṃ sudurbalam
Garutman, du hältst dich, der du sehr schwach bist, für stark (Vok. + 2. Sg. Präs. Med. + Akk. + Akk. + Akk.)
alam asmatsamakṣaṃ te stotum ātmānam aṇḍaja
genug, o Eigeborener, dich selbst vor meinen Augen zu preisen (Adv. + Akk. + Gen. + Inf. + Akk. + Vok.)

[Anm.: CQ öffnet hier neu - Indras erwidernde Rede an Garuḍa beginnt; ,aṇḍaja' (,der aus dem Ei Geborene') ist ein Beiname Garuḍas.]

trailokyam api me kṛtsnam aśaktaṃ dehadhāraṇe aham evātmanātmānaṃ vahāmi tvāṃ ca dhāraye

Selbst die gesamten drei Welten sind unfähig, meinen Körper zu tragen; ich selbst trage mich durch meine eigene Kraft, und dich sustaine ich auch.

Wort für Wort
trailokyam api me kṛtsnam aśaktaṃ dehadhāraṇe
selbst die gesamten drei Welten sind unfähig, meinen Körper zu tragen (Nom. + Partikel + Gen. + Nom. + Nom. + Lok.)
aham eva ātmanā ātmānaṃ vahāmi tvāṃ ca dhāraye
ich selbst trage mich durch meine eigene Kraft, und dich sustaine ich auch (Nom. + Partikel + Instr. + Akk. + 1. Sg. Präs. + Akk. + 1. Sg. Präs. Med.)

imaṃ tāvan mamaikaṃ tvaṃ bāhuṃ savyetaraṃ vaha yady enaṃ dhārayasy ekaṃ saphalaṃ te vikatthitam

Wohlan, trage nur diesen einen meiner Arme, den rechten; wenn du diesen einen zu tragen vermagst, wird dein Prahlen Frucht tragen.“

Wort für Wort
imaṃ tāvat mama ekaṃ tvaṃ bāhuṃ savyetaraṃ vaha
wohlan, trage nur diesen einen meiner Arme, den rechten (Akk. + Adv. + Gen. + Akk. + Nom. + Akk. + Akk. + Imperativ)
yadi enaṃ dhārayasi ekaṃ saphalaṃ te vikatthitam
wenn du diesen einen zu tragen vermagst, wird dein Prahlen Frucht tragen (Bed. + Akk. + 2. Sg. Präs. + Akk. + Nom. + Gen. + Nom.)

[Anm.: CQ schließt hier - Ende von Indras kurzer Herausforderung an Garuḍa.]

tataḥ sa bhagavāṃs tasya skandhe bāhuṃ samāsajat nipapāta sa bhārārto vihvalo naṣṭacetanaḥ

Da legte der Erhabene seinen Arm auf dessen Schulter; jener, von der Last gequält, bewusstlos, ohne Sinne, sank zu Boden.

Wort für Wort
tataḥ sa bhagavān tasya skandhe bāhuṃ samāsajat
da legte der Erhabene seinen Arm auf dessen Schulter (Adv. + Nom. + Gen. + Lok. + Akk. + 3. Sg. Ipf.)
nipapāta sa bhārārtaḥ vihvalaḥ naṣṭacetanaḥ
jener, von der Last gequält, bewusstlos, ohne Sinne, sank zu Boden (3. Sg. Perf. + Nom. + Nom., Bahuvrīhi + Nom. + Nom., Bahuvrīhi)

yāvān hi bhāraḥ kṛtsnāyāḥ pṛthivyāḥ parvataiḥ saha ekasyā dehaśākhāyās tāvad bhāram amanyata

Denn so groß wie das Gewicht der gesamten Erde samt ihren Bergen ist, so groß erschien ihm das Gewicht eines einzigen Körpergliedes.

Wort für Wort
yāvān hi bhāraḥ kṛtsnāyāḥ pṛthivyāḥ parvataiḥ saha
denn so groß wie das Gewicht der gesamten Erde samt ihren Bergen (Rel. + Partikel + Nom. + Gen. + Gen. + Instr. + Postp.)
ekasyā dehaśākhāyāḥ tāvat bhāram amanyata
so groß erschien ihm das Gewicht eines einzigen Körpergliedes (Gen. + Gen. + Adv. + Akk. + 3. Sg. Ipf. Med.)

na tv enaṃ pīḍayām āsa balena balavattaraḥ tato hi jīvitaṃ tasya na vyanīnaśad acyutaḥ

Doch quälte ihn der an Kraft Stärkere nicht zu Tode; denn deshalb vernichtete der Unvergängliche nicht sein Leben.

Wort für Wort
na tu enaṃ pīḍayām āsa balena balavattaraḥ
doch quälte ihn der an Kraft Stärkere nicht (Neg. + Partikel + Akk. + 3. Sg. Perf. Kausativ + Instr. + Nom.)
tataḥ hi jīvitaṃ tasya na vyanīnaśad acyutaḥ
denn deshalb vernichtete der Unvergängliche nicht sein Leben (Adv. + Partikel + Akk. + Gen. + Neg. + 3. Sg. Ipf. Kausativ + Nom.)

[Anm.: ,Acyuta' (,der Unvergängliche') ist ein Beiname, der hier für den erhabenen Gott (Indra bzw. den mit ihm verschmelzenden Viṣṇu) steht.]

vipakṣaḥ srastakāyaś ca vicetā vihvalaḥ khagaḥ mumoca patrāṇi tadā gurubhāraprapīḍitaḥ

Flügellos gleichsam, mit erschlafftem Leib, besinnungslos, bewusstlos, ließ der Vogel da seine Federn fallen, von der schweren Last überwältigt.

Wort für Wort
vipakṣaḥ srastakāyaḥ ca vicetā vihvalaḥ khagaḥ
flügellos gleichsam, mit erschlafftem Leib, besinnungslos, bewusstlos, der Vogel (Nom., Bahuvrīhi-Reihe + Nom.)
mumoca patrāṇi tadā gurubhāraprapīḍitaḥ
ließ da seine Federn fallen, von der schweren Last überwältigt (3. Sg. Perf. + Akk. + Adv. + Nom. Sg. Ppp.)

sa viṣṇuṃ śirasā pakṣī praṇamya vinatāsutaḥ vicetā vihvalo dīnaḥ kiṃ cid vacanam abravīt

Jener Vogel, Vinatās Sohn, mit dem Haupt vor Viṣṇu sich verneigend, besinnungslos, bewusstlos, elend, sprach einige Worte.

Wort für Wort
sa viṣṇuṃ śirasā pakṣī praṇamya vinatāsutaḥ
jener Vogel, Vinatās Sohn, mit dem Haupt vor Viṣṇu sich verneigend (Nom. + Akk. + Instr. + Nom. + Ger. + Nom.)
vicetā vihvalaḥ dīnaḥ kiṃ cid vacanam abravīt
besinnungslos, bewusstlos, elend, sprach einige Worte (Nom. + Nom. + Nom. + Indef. Akk. + Akk. + 3. Sg. Ipf.)

[Anm.: auffällig wechselt die Anrede hier von Indra (Śakra/Vāsava/Devarāja, durchgehend V.003-021) zu Viṣṇu - beide waren laut Kap.102 V.22 gemeinsam anwesend; der Sanskrit-Text selbst benennt hier explizit Viṣṇu als denjenigen, vor dem Garuḍa sich verneigt.]

bhagavaṃl lokasārasya sadṛśena vapuṣmatā bhujena svairamuktena niṣpiṣṭo 'smi mahītale

„O Erhabener, durch einen Arm, der dem Kern der Welt gleicht, verkörpert, achtlos ausgestreckt, bin ich zu Boden gedrückt worden.

Wort für Wort
bhagavan lokasārasya sadṛśena vapuṣmatā bhujena
o Erhabener, durch einen Arm, der dem Kern der Welt gleicht, verkörpert (Vok. + Gen. + Instr. + Instr. + Instr.)
svairamuktena niṣpiṣṭaḥ asmi mahītale
achtlos ausgestreckt, bin ich zu Boden gedrückt worden (Instr. + Nom. Sg. Ppp. + 1. Sg. Präs. + Lok.)

[Anm.: CQ öffnet hier neu - Garuḍas Geständnis/Entschuldigung beginnt.]

kṣantum arhasi me deva vihvalasyālpacetasaḥ baladāhavidagdhasya pakṣiṇo dhvajavāsinaḥ

Du solltest mir vergeben, o Gott, mir, dem Bewusstlosen, Kleinmütigen, vom Feuer meiner Kraft-Trunkenheit Verzehrten, dem Vogel, der auf dem Banner wohnt.

Wort für Wort
kṣantum arhasi me deva vihvalasya alpacetasaḥ
du solltest mir vergeben, o Gott, mir, dem Bewusstlosen, Kleinmütigen (Inf. + 2. Sg. Präs. + Gen. + Vok. + Gen. + Gen., Bahuvrīhi)
baladāhavidagdhasya pakṣiṇaḥ dhvajavāsinaḥ
vom Feuer meiner Kraft-Trunkenheit Verzehrten, dem Vogel, der auf dem Banner wohnt (Gen. Sg. Ppp. + Gen. + Gen., Bahuvrīhi)

na vijñātaṃ balaṃ deva mayā te paramaṃ vibho tena manyāmy ahaṃ vīryam ātmano 'sadṛśaṃ paraiḥ

Nicht erkannt wurde deine höchste Kraft von mir, o Gott, o Mächtiger; deshalb hielt ich meine eigene Tapferkeit für unvergleichlich durch andere.“

Wort für Wort
na vijñātaṃ balaṃ deva mayā te paramaṃ vibho
nicht erkannt wurde deine höchste Kraft von mir, o Gott, o Mächtiger (Neg. + Nom. Sg. Ppp. + Nom. + Vok. + Instr. + Gen. + Nom. + Vok.)
tena manyāmi ahaṃ vīryam ātmanaḥ asadṛśaṃ paraiḥ
deshalb hielt ich meine eigene Tapferkeit für unvergleichlich durch andere (Instr. + 1. Sg. Präs. + Nom. + Akk. + Gen. + Akk. + Instr.)

[Anm.: CQ schließt hier - Ende von Garuḍas Geständnis.]

tataś cakre sa bhagavān prasādaṃ vai garutmataḥ maivaṃ bhūya iti snehāt tadā cainam uvāca ha

Da erwies der Erhabene fürwahr Gnade gegenüber Garutmat; „Dass dies nicht wieder geschehe“ - aus Zuneigung sprach er da zu ihm:

Wort für Wort
tataḥ cakre sa bhagavān prasādaṃ vai garutmataḥ
da erwies der Erhabene fürwahr Gnade gegenüber Garutmat (Adv. + 3. Sg. Perf. Med. + Nom. + Nom. + Akk. + Partikel + Gen.)
maivaṃ bhūya iti snehāt tadā ca enam uvāca ha
dass dies nicht wieder geschehe - aus Zuneigung sprach er da zu ihm (Neg.+Adv. + Adv. + Partikel + Abl. + Adv. + Akk. + 3. Sg. Perf. + Partikel)

[Anm.: kurzer, mit ,iti' markierter eingebetteter Ausspruch innerhalb des Verses (,dies geschehe nicht wieder') - öffnet und schließt sofort wieder; die eigentliche, längere Rede beginnt danach neu in V.031, wechselt dort aber inhaltlich zur direkten Anrede Duryodhanas durch Kaṇva selbst (kein neues CQ, sondern Fortsetzung von Kaṇvas eigener SQ-Ebene).]

tathā tvam api gāndhāre yāvat pāṇḍusutān raṇe nāsādayasi tān vīrāṃs tāvaj jīvasi putraka

So auch du, o Sohn Gāndhārīs, solange du jenen Helden, den Söhnen Pāṇḍus, im Kampf nicht begegnest, so lange lebst du, mein Kind.

Wort für Wort
tathā tvam api gāndhāre yāvat pāṇḍusutān raṇe
so auch du, o Sohn Gāndhārīs, solange du im Kampf (Adv. + Nom. + Partikel + Vok. + Adv. + Akk. + Lok.)
na āsādayasi tān vīrān tāvat jīvasi putraka
jenen Helden nicht begegnest, so lange lebst du, mein Kind (Neg. + 2. Sg. Präs. + Akk. + Akk. + Adv. + 2. Sg. Präs. + Vok.)

[Anm.: deutlicher Bruch der Erzählebene - Kaṇva wendet die Garuḍa-Lehre unmittelbar auf Duryodhana an, der als ,gāndhāre' (Sohn Gāndhārīs) direkt angesprochen wird; kein neues CQ, da dies Kaṇvas eigene, bereits offene SQ-Ebene fortsetzt, nicht die Rede eines Charakters innerhalb der Garuḍa-Erzählung.]

bhīmaḥ praharatāṃ śreṣṭho vāyuputro mahābalaḥ dhanaṃjayaś cendrasuto na hanyātāṃ tu kaṃ raṇe

Bhīma, der Beste der Kämpfer, der gewaltige Sohn des Windgottes, und Dhanaṃjaya, der Sohn Indras - wen könnten sie wohl im Kampf nicht erschlagen?

Wort für Wort
bhīmaḥ praharatāṃ śreṣṭhaḥ vāyuputraḥ mahābalaḥ
Bhīma, der Beste der Kämpfer, der gewaltige Sohn des Windgottes (Nom. + Gen. Pl. + Nom. + Nom. + Nom., Bahuvrīhi)
dhanaṃjayaḥ ca indrasutaḥ na hanyātāṃ tu kaṃ raṇe
und Dhanaṃjaya, der Sohn Indras - wen könnten sie wohl nicht erschlagen im Kampf (Nom. + Nom. + Neg. + 3. Dual Opt. Pass. + Partikel + Akk. + Lok.)

viṣṇur vāyuś ca śakraś ca dharmas tau cāśvināv ubhau ete devās tvayā kena hetunā śakyam īkṣitum

Viṣṇu und Vāyu und Śakra, Dharma, und beide Aśvins - diese Götter, mit welchem Mittel könntest du es wagen, ihnen entgegenzutreten?

Wort für Wort
viṣṇuḥ vāyuḥ ca śakraḥ ca dharmaḥ tau ca aśvinau ubhau
Viṣṇu und Vāyu und Śakra, Dharma, und beide Aśvins (Nom., Namensreihe + Nom. Dual)
ete devāḥ tvayā kena hetunā śakyam īkṣitum
diese Götter, mit welchem Mittel könntest du es wagen, ihnen entgegenzutreten (Nom. + Nom. + Instr. + Instr. + Instr. + Nom. + Inf.)

tad alaṃ te virodhena śamaṃ gaccha nṛpātmaja vāsudevena tīrthena kulaṃ rakṣitum arhasi

Daher: genug des Widerstands für dich, gehe zum Frieden, o Königssohn; durch Vāsudeva als Zufluchtsstätte solltest du dein Geschlecht bewahren.

Wort für Wort
tat alaṃ te virodhena śamaṃ gaccha nṛpātmaja
daher genug des Widerstands für dich, gehe zum Frieden, o Königssohn (Adv. + Adv. + Gen. + Instr. + Akk. + Imperativ + Vok.)
vāsudevena tīrthena kulaṃ rakṣitum arhasi
durch Vāsudeva als Zufluchtsstätte solltest du dein Geschlecht bewahren (Instr. + Instr. + Akk. + Inf. + 2. Sg. Präs.)

pratyakṣo hy asya sarvasya nārado 'yaṃ mahātapāḥ māhātmyaṃ yat tadā viṣṇor yo 'yaṃ cakragadādharaḥ

Augenzeuge all dessen ist ja dieser Nārada von großer Askese - der Erhabenheit jenes Viṣṇu, der der Keulen- und Diskusträger ist.‘

Wort für Wort
pratyakṣaḥ hi asya sarvasya nāradaḥ ayaṃ mahātapāḥ
Augenzeuge all dessen ist ja dieser Nārada von großer Askese (Nom. + Partikel + Gen. + Gen. + Nom. + Nom. + Nom., Bahuvrīhi)
māhātmyaṃ yat tadā viṣṇoḥ yaḥ ayaṃ cakragadādharaḥ
der Erhabenheit jenes Viṣṇu, der der Keulen- und Diskusträger ist (Akk. + Rel. + Adv. + Gen. + Rel. + Nom. + Nom., Bahuvrīhi)

[Anm.: SQ schließt hier - Ende von Kaṇvas gesamter, seit Kap.95 durchgehend offener Rede an die Versammlung; die Erzählung kehrt zur Grundebene (Vaiśaṃpāyanas Rahmenerzählung) zurück, markiert im nächsten Vers durch ,vaiśaṃpāyana uvāca'.]

vaiśaṃpāyana uvāca duryodhanas tu tac chrutvā niḥśvasan bhṛkuṭīmukhaḥ rādheyam abhisaṃprekṣya jahāsa svanavat tadā

Vaiśaṃpāyana sprach: Duryodhana aber, dies gehört habend, seufzend, mit gerunzelter Stirn, zu Rādheya hinblickend, lachte da laut auf.

Wort für Wort
duryodhanaḥ tu tat śrutvā niḥśvasan bhṛkuṭīmukhaḥ
Duryodhana aber, dies gehört habend, seufzend, mit gerunzelter Stirn (Nom. + Partikel + Akk. + Ger. + Nom. Sg. Part. Präs. + Nom., Bahuvrīhi)
rādheyam abhisaṃprekṣya jahāsa svanavat tadā
zu Rādheya hinblickend, lachte er da laut auf (Akk. + Ger. + 3. Sg. Perf. + Adv. + Adv.)

[Anm.: Rückkehr zur äußersten Erzählebene - Vaiśaṃpāyanas Rahmenerzählung an Janamejaya (Grundebene, unmarkiert); Kaṇvas gesamte, seit Kap.95 offene Rede ist nun abgeschlossen. ,Rādheya' ist Karṇa.]

kadarthīkṛtya tad vākyam ṛṣeḥ kaṇvasya durmatiḥ ūruṃ gajakarākāraṃ tāḍayann idam abravīt

Die Rede des Weisen Kaṇva geringschätzend, schlug der Übelgesinnte auf seinen Schenkel, der einem Elefantenohr glich, und sprach dies:

Wort für Wort
kadarthīkṛtya tad vākyam ṛṣeḥ kaṇvasya durmatiḥ
die Rede des Weisen Kaṇva geringschätzend, der Übelgesinnte (Ger. + Akk. + Akk. + Gen. + Gen. + Nom.)
ūruṃ gajakarākāraṃ tāḍayan idam abravīt
schlug auf seinen Schenkel, der einem Elefantenohr glich, und sprach dies (Akk. + Akk., Bahuvrīhi + Nom. Sg. Part. Präs. + Akk. + 3. Sg. Ipf.)

[Anm.: reine Übergangs-Erzählung Vaiśaṃpāyanas - kein Zitat; Duryodhanas eigene Worte beginnen erst in V.038.]

yathaiveśvarasṛṣṭo 'smi yad bhāvi yā ca me gatiḥ tathā maharṣe vartāmi kiṃ pralāpaḥ kariṣyati

‚So wie ich vom Herrn geschaffen bin, was geschehen wird, und was mein Los ist - so verhalte ich mich, o großer Weiser. Was wird bloßes Geschwätz bewirken?

Wort für Wort
yathā eva īśvarasṛṣṭaḥ asmi yat bhāvi
so wie ich vom Herrn geschaffen bin, was geschehen wird (Vergleich + Nom. Sg. Ppp. + 1. Sg. Präs. + Rel. + Nom. Fut. Part.)
yā ca me gatiḥ tathā maharṣe vartāmi kiṃ pralāpaḥ kariṣyati
und was mein Los ist - so verhalte ich mich, o großer Weiser; was wird bloßes Geschwätz bewirken (Nom. + Nom. + Gen. + Adv. + Vok. + 1. Sg. Präs. Med. + Frage + Nom. + 3. Sg. Fut.)

[Anm.: SQ öffnet hier neu - Duryodhanas eigene, trotzige Erwiderung an Kaṇva beginnt, als Figurenrede innerhalb Vaiśaṃpāyanas Grundrahmenerzählung, auf derselben Einbettungstiefe wie zuvor Kaṇvas Rede; bleibt am Kapitelende offen.]

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