Kapitel 36: Prajāgara-parva (36)
Vidura-nīti V: Die Geschichte vom Schwan und den Sādhyas; die großen Familien; Aufruf zur Versöhnung
Vidura setzt seine Rede fort und erzählt die Geschichte vom weisen Schwan (dem 'Ātreya'), der einst von den Sādhya-Göttern nach den Grundlagen des rechten Wandels befragt wurde - eine Lehrrede über Geduld, maßvolle Rede, Freundschaft und die Wandelbarkeit des menschlichen Glücks. Am Ende dieser Lehrrede unterbricht Dhṛtarāṣṭra mit der Frage, was die 'großen Familien' ausmache; Vidura antwortet mit einem Katalog der Tugenden und Verfehlungen, die Familien erhöhen oder erniedrigen, gefolgt von Gleichnissen über Freundschaft, Uneinigkeit und den Zusammenhalt der Verwandten (die Bündel-Fäden- und Baumgruppen-Gleichnisse). Ein kurzer Wehruf Dhṛtarāṣṭras über seine eigene Verblendung leitet zu Viduras abschließendem Aufruf über: die Bedingungen inneren Friedens, die Schädlichkeit der Zwietracht, die Unverletzlichkeit bestimmter Wesen, das Gleichnis vom Zorn als bitterer Medizin, die direkte Erinnerung an das Wurfelspiel und Draupadīs Erniedrigung, und schließlich den unverhohlenen Appell, die Kauravas und Pāṇḍavas zu versöhnen und Duryodhana zu zügeln. Viduras Rede bleibt auch am Kapitelende offen.
„Wir sind die Sādhya-Götter, o großer Weiser. Da wir dich sehen, vermögen wir dich nicht einzuschätzen; durch dein Wissen bist du, so meinen wir, weise und verständig - du solltest ein erhabenes, kunstvolles Wort sprechen.“
„Wir sind die Sādhya-Götter, o großer Weiser. Da wir dich sehen, vermögen wir dich nicht einzuschätzen; durch dein Wissen bist du, so meinen wir, weise und verständig - du solltest ein erhabenes, kunstvolles Wort sprechen.“
Der Schwan sprach: „Dies, ihr Unsterblichen, ist mir als Aufgabe überliefert: Standhaftigkeit, Gleichmut, das Befolgen von Wahrheit und Rechtschaffenheit; man löse jeden Knoten des Herzens und bringe Liebes wie Unliebes gleichermaßen unter die eigene Gewalt.
Der Schwan sprach: „Dies, ihr Unsterblichen, ist mir als Aufgabe überliefert: Standhaftigkeit, Gleichmut, das Befolgen von Wahrheit und Rechtschaffenheit; man löse jeden Knoten des Herzens und bringe Liebes wie Unliebes gleichermaßen unter die eigene Gewalt.
nākrośī syān nāvamānī parasya; mitradrohī nota nīcopasevī na cātimānī na ca hīnavṛtto; rūkṣāṃ vācaṃ ruśatīṃ varjayīta
Man sei kein Schmäher, kein Verächter anderer, kein Verräter an Freunden, diene nicht Niedrigen; man sei nicht überheblich, noch von niedrigem Wandel; man meide raue, verletzende Rede.
Wort für Wort
nākrośī syān nāvamānī parasya; mitradrohī nota nīcopasevī na cātimānī na ca hīnavṛtto; rūkṣāṃ vācaṃ ruśatīṃ varjayīta
Man sei kein Schmäher, kein Verächter anderer, kein Verräter an Freunden, diene nicht Niedrigen; man sei nicht überheblich, noch von niedrigem Wandel; man meide raue, verletzende Rede.
Grausame Worte verbrennen hier die empfindlichen Stellen, die Knochen, das Herz und die Lebensgeister der Menschen; darum meide, wer sich an Rechtschaffenheit erfreut, allzeit verletzende, raue Rede.
Grausame Worte verbrennen hier die empfindlichen Stellen, die Knochen, das Herz und die Lebensgeister der Menschen; darum meide, wer sich an Rechtschaffenheit erfreut, allzeit verletzende, raue Rede.
Wer wunde Stellen aufreißt, roh und rau in der Rede ist und Menschen mit den Dornen seiner Worte sticht, den erkenne als den unglückseligsten der Menschen - er trägt das Unheil gleichsam im Mund gebunden.
Wer wunde Stellen aufreißt, roh und rau in der Rede ist und Menschen mit den Dornen seiner Worte sticht, den erkenne als den unglückseligsten der Menschen - er trägt das Unheil gleichsam im Mund gebunden.
paraś ced enam adhividhyeta bāṇair; bhṛśaṃ sutīkṣṇair analārkadīptaiḥ viricyamāno 'py atiricyamāno; vidyāt kaviḥ sukṛtaṃ me dadhāti
[?] Auch wenn ein anderer ihn heftig mit sehr scharfen, feuer- und sonnengleich glühenden Pfeilen durchbohrt, so wisse der Weise: Selbst der [scheinbar] Übervorteilte trägt, indem er [Geduld übt] mehr als genug bei, mir Gutes zu.
Wort für Wort
paraś ced enam adhividhyeta bāṇair; bhṛśaṃ sutīkṣṇair analārkadīptaiḥ viricyamāno 'py atiricyamāno; vidyāt kaviḥ sukṛtaṃ me dadhāti
[?] Auch wenn ein anderer ihn heftig mit sehr scharfen, feuer- und sonnengleich glühenden Pfeilen durchbohrt, so wisse der Weise: Selbst der [scheinbar] Übervorteilte trägt, indem er [Geduld übt] mehr als genug bei, mir Gutes zu.
Die Verbform-Konstruktion 'viricyamāno 'py atiricyamānaḥ' ist stark verdichtet und lässt sich nur sinngemäß, nicht wörtlich wiedergeben; mit [?] gekennzeichnet.
yadi santaṃ sevate yady asantaṃ; tapasvinaṃ yadi vā stenam eva vāso yathā raṅgavaśaṃ prayāti; tathā sa teṣāṃ vaśam abhyupaiti
Ob man einem Guten dient oder einem Schlechten, einem Asketen oder gar einem Dieb - wie ein Gewand die Farbe annimmt, [mit der es gefärbt wird], so gerät man in die Prägung derer, denen man dient.
Wort für Wort
yadi santaṃ sevate yady asantaṃ; tapasvinaṃ yadi vā stenam eva vāso yathā raṅgavaśaṃ prayāti; tathā sa teṣāṃ vaśam abhyupaiti
Ob man einem Guten dient oder einem Schlechten, einem Asketen oder gar einem Dieb - wie ein Gewand die Farbe annimmt, [mit der es gefärbt wird], so gerät man in die Prägung derer, denen man dient.
vādaṃ tu yo na pravaden na vādayed; yo nāhataḥ pratihanyān na ghātayet yo hantukāmasya na pāpam icchet; tasmai devāḥ spṛhayanty āgatāya
Wer keinen Streit beginnt noch andere dazu anstiftet, wer, nicht geschlagen, nicht zurückschlägt noch andere schlagen lässt, wer dem, der ihn töten will, nichts Böses wünscht - nach einem solchen, der zu ihnen kommt, verlangt es die Götter.
Wort für Wort
vādaṃ tu yo na pravaden na vādayed; yo nāhataḥ pratihanyān na ghātayet yo hantukāmasya na pāpam icchet; tasmai devāḥ spṛhayanty āgatāya
Wer keinen Streit beginnt noch andere dazu anstiftet, wer, nicht geschlagen, nicht zurückschlägt noch andere schlagen lässt, wer dem, der ihn töten will, nichts Böses wünscht - nach einem solchen, der zu ihnen kommt, verlangt es die Götter.
avyāhṛtaṃ vyāhṛtāc chreya āhuḥ; satyaṃ vaded vyāhṛtaṃ tad dvitīyam priyaṃ vaded vyāhṛtaṃ tat tṛtīyaṃ; dharmyaṃ vaded vyāhṛtaṃ tac caturtham
Schweigen, sagt man, ist besser als Reden; spricht man aber, sei es die Wahrheit - das ist die zweite Stufe; spricht man Angenehmes - das ist die dritte; spricht man Rechtes - das ist die vierte.
Wort für Wort
avyāhṛtaṃ vyāhṛtāc chreya āhuḥ; satyaṃ vaded vyāhṛtaṃ tad dvitīyam priyaṃ vaded vyāhṛtaṃ tat tṛtīyaṃ; dharmyaṃ vaded vyāhṛtaṃ tac caturtham
Schweigen, sagt man, ist besser als Reden; spricht man aber, sei es die Wahrheit - das ist die zweite Stufe; spricht man Angenehmes - das ist die dritte; spricht man Rechtes - das ist die vierte.
na jīyate nota jigīṣate 'nyān; na vairakṛc cāpratighātakaś ca nindāpraśaṃsāsu samasvabhāvo; na śocate hṛṣyati naiva cāyam
Er wird nicht besiegt, noch will er andere besiegen; er stiftet keine Feindschaft und schlägt nicht zurück; in Tadel wie Lob gleichmütig, trauert er nicht, und er frohlockt auch nicht.
Wort für Wort
na jīyate nota jigīṣate 'nyān; na vairakṛc cāpratighātakaś ca nindāpraśaṃsāsu samasvabhāvo; na śocate hṛṣyati naiva cāyam
Er wird nicht besiegt, noch will er andere besiegen; er stiftet keine Feindschaft und schlägt nicht zurück; in Tadel wie Lob gleichmütig, trauert er nicht, und er frohlockt auch nicht.
nānarthakaṃ sāntvayati pratijñāya dadāti ca rāddhāparāddhe jānāti yaḥ sa madhyamapūruṣaḥ
Wer nicht ohne Grund beschwichtigt, wer, einmal versprochen, auch gibt, wer Gelingen und Misslingen zu unterscheiden weiß - der ist der mittlere Mensch.
Wort für Wort
nānarthakaṃ sāntvayati pratijñāya dadāti ca rāddhāparāddhe jānāti yaḥ sa madhyamapūruṣaḥ
Wer nicht ohne Grund beschwichtigt, wer, einmal versprochen, auch gibt, wer Gelingen und Misslingen zu unterscheiden weiß - der ist der mittlere Mensch.
duḥśāsanas tūpahantā na śāstā; nāvartate manyuvaśāt kṛtaghnaḥ na kasya cin mitram atho durātmā; kalāś caitā adhamasyeha puṃsaḥ
[?] Doch wer sich schwer bändigen lässt, ist ein Zerstörer, kein Lenker; von Zorn beherrscht, kehrt der Undankbare nicht um; er ist niemandes Freund und boshaft dazu - dies sind die Merkmale des niedrigsten der Menschen hier.
Wort für Wort
duḥśāsanas tūpahantā na śāstā; nāvartate manyuvaśāt kṛtaghnaḥ na kasya cin mitram atho durātmā; kalāś caitā adhamasyeha puṃsaḥ
[?] Doch wer sich schwer bändigen lässt, ist ein Zerstörer, kein Lenker; von Zorn beherrscht, kehrt der Undankbare nicht um; er ist niemandes Freund und boshaft dazu - dies sind die Merkmale des niedrigsten der Menschen hier.
'duḥśāsanaḥ' bedeutet wörtlich 'der schwer zu Bändigende'; ein möglicher bewusster Doppelsinn auf den gleichnamigen Sohn Dhṛtarāṣṭras (vgl. bereits Kap.33) ist nicht auszuschließen, aber nicht sicher zu belegen.
prāpnoti vai vittam asadbalena; nityotthānāt prajñayā pauruṣeṇa na tv eva samyag labhate praśaṃsāṃ; na vṛttam āpnoti mahākulānām
Zwar erlangt man Reichtum durch unlautere Kraft, durch stetigen Fleiß, durch Klugheit, durch Tatkraft - doch wahren Ruhm erlangt man dadurch nicht, noch erreicht man den Lebenswandel der großen Familien.“
Wort für Wort
prāpnoti vai vittam asadbalena; nityotthānāt prajñayā pauruṣeṇa na tv eva samyag labhate praśaṃsāṃ; na vṛttam āpnoti mahākulānām
Zwar erlangt man Reichtum durch unlautere Kraft, durch stetigen Fleiß, durch Klugheit, durch Tatkraft - doch wahren Ruhm erlangt man dadurch nicht, noch erreicht man den Lebenswandel der großen Familien.“
Hiermit endet die vom Schwan überlieferte Lehrrede; Vidura, der sie erzählt hat, wird im Folgenden von Dhṛtarāṣṭra unterbrochen.
dhṛtarāṣṭra uvāca mahākulānāṃ spṛhayanti devā; dharmārthavṛddhāś ca bahuśrutāś ca pṛcchāmi tvāṃ vidura praśnam etaṃ; bhavanti vai kāni mahākulāni
‘ Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Nach großen Familien verlangt es die Götter, die an Recht und Nutzen gewachsenen und vielgelehrten Weisen; ich frage dich, Vidura, dies: was sind die großen Familien?‘
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca mahākulānāṃ spṛhayanti devā; dharmārthavṛddhāś ca bahuśrutāś ca pṛcchāmi tvāṃ vidura praśnam etaṃ; bhavanti vai kāni mahākulāni
‘ Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Nach großen Familien verlangt es die Götter, die an Recht und Nutzen gewachsenen und vielgelehrten Weisen; ich frage dich, Vidura, dies: was sind die großen Familien?‘
Hier schließt zunächst Viduras seit Kap.34 offene Rede (samt der darin erzählten Schwanen-Geschichte), bevor Dhṛtarāṣṭras kurze Frage eine neue, sofort wieder geschlossene Rahmung bildet.
Vidura sprach: ‚Askese, Selbstbeherrschung, Vedenkenntnis, große Opferhandlungen, heilige Eheschließungen, beständiges Verschenken von Speise - in wem diese Eigenschaften recht verwirklicht sind, das sind die großen Familien.
Vidura sprach: ‚Askese, Selbstbeherrschung, Vedenkenntnis, große Opferhandlungen, heilige Eheschließungen, beständiges Verschenken von Speise - in wem diese Eigenschaften recht verwirklicht sind, das sind die großen Familien.
[?] Der Vers spricht von 'sieben Eigenschaften' ('sapta guṇāḥ'), doch die aufgezählten Begriffe lassen sich nur mit Mühe eindeutig in sieben Einzelglieder aufteilen; die Übersetzung folgt dem überlieferten Wortlaut, ohne eine siebte Eigenschaft zu erfinden.
yeṣāṃ na vṛttaṃ vyathate na yonir; vṛttaprasādena caranti dharmam ye kīrtim icchanti kule viśiṣṭāṃ; tyaktānṛtās tāni mahākulāni
Jene, deren Lebenswandel nicht ins Wanken gerät, noch ihre Herkunft, die durch die Reinheit ihres Wandels der Rechtschaffenheit folgen, die nach besonderem Ruhm in ihrer Familie streben und die Lüge gemieden haben - das sind die großen Familien.
Wort für Wort
yeṣāṃ na vṛttaṃ vyathate na yonir; vṛttaprasādena caranti dharmam ye kīrtim icchanti kule viśiṣṭāṃ; tyaktānṛtās tāni mahākulāni
Jene, deren Lebenswandel nicht ins Wanken gerät, noch ihre Herkunft, die durch die Reinheit ihres Wandels der Rechtschaffenheit folgen, die nach besonderem Ruhm in ihrer Familie streben und die Lüge gemieden haben - das sind die großen Familien.
anijyayāvivāhaiś ca vedasyotsādanena ca kulāny akulatāṃ yānti dharmasyātikrameṇa ca
Durch Unterlassen des Opfers, durch schlechte Eheschließungen, durch Vernachlässigung der Veden und durch Übertretung der Rechtschaffenheit sinken Familien zu Nicht-Familien herab.
Wort für Wort
anijyayāvivāhaiś ca vedasyotsādanena ca kulāny akulatāṃ yānti dharmasyātikrameṇa ca
Durch Unterlassen des Opfers, durch schlechte Eheschließungen, durch Vernachlässigung der Veden und durch Übertretung der Rechtschaffenheit sinken Familien zu Nicht-Familien herab.
vṛttatas tv avihīnāni kulāny alpadhanāny api kulasaṃkhyāṃ tu gacchanti karṣanti ca mahad yaśaḥ
Familien hingegen, die im Lebenswandel nicht mangelhaft sind, auch wenn sie wenig Besitz haben, zählen zu den großen Familien und ziehen großen Ruhm auf sich.
Wort für Wort
vṛttatas tv avihīnāni kulāny alpadhanāny api kulasaṃkhyāṃ tu gacchanti karṣanti ca mahad yaśaḥ
Familien hingegen, die im Lebenswandel nicht mangelhaft sind, auch wenn sie wenig Besitz haben, zählen zu den großen Familien und ziehen großen Ruhm auf sich.
Niemand in unserer Familie sei ein Stifter von Feindschaft, kein Königsbeamter, der fremdes Gut raubt, kein Verräter an Freunden, kein Betrüger, kein Lügner, und keiner, der isst, bevor er Vorfahren, Göttern und Gästen ihren Anteil gegeben hat.
Niemand in unserer Familie sei ein Stifter von Feindschaft, kein Königsbeamter, der fremdes Gut raubt, kein Verräter an Freunden, kein Betrüger, kein Lügner, und keiner, der isst, bevor er Vorfahren, Göttern und Gästen ihren Anteil gegeben hat.
yaś ca no brāhmaṇaṃ hanyād yaś ca no brāhmaṇān dviṣet na naḥ sa samitiṃ gacched yaś ca no nirvapet kṛṣim
Wer von uns einen Brahmanen erschlüge, wer Brahmanen hasste, der gehöre nicht zu unserer Versammlung, und ebenso, wer den Ackerbau bei uns vernachlässigte.
Wort für Wort
yaś ca no brāhmaṇaṃ hanyād yaś ca no brāhmaṇān dviṣet na naḥ sa samitiṃ gacched yaś ca no nirvapet kṛṣim
Wer von uns einen Brahmanen erschlüge, wer Brahmanen hasste, der gehöre nicht zu unserer Versammlung, und ebenso, wer den Ackerbau bei uns vernachlässigte.
sūkṣmo 'pi bhāraṃ nṛpate syandano vai; śakto voḍhuṃ na tathānye mahījāḥ evaṃ yuktā bhārasahā bhavanti; mahākulīnā na tathānye manuṣyāḥ
Auch ein kleiner Wagen, o Herrscher, vermag eine Last zu tragen, wie es andere, der Erde entwachsene Fahrzeuge nicht vermögen; ebenso sind, recht angeschirrt, Menschen aus großen Familien fähig, Lasten zu tragen, wie andere Menschen es nicht sind.
Wort für Wort
sūkṣmo 'pi bhāraṃ nṛpate syandano vai; śakto voḍhuṃ na tathānye mahījāḥ evaṃ yuktā bhārasahā bhavanti; mahākulīnā na tathānye manuṣyāḥ
Auch ein kleiner Wagen, o Herrscher, vermag eine Last zu tragen, wie es andere, der Erde entwachsene Fahrzeuge nicht vermögen; ebenso sind, recht angeschirrt, Menschen aus großen Familien fähig, Lasten zu tragen, wie andere Menschen es nicht sind.
na tan mitraṃ yasya kopād bibheti; yad vā mitraṃ śaṅkitenopacaryam yasmin mitre pitarīvāśvasīta; tad vai mitraṃ saṃgatānītarāṇi
Das ist kein Freund, vor dessen Zorn man sich fürchtet, noch der Freund, dem man nur mit Misstrauen begegnen kann; der Freund, dem man vertraut wie einem Vater - das allein ist ein Freund; die anderen sind bloße Bekanntschaften.
Wort für Wort
na tan mitraṃ yasya kopād bibheti; yad vā mitraṃ śaṅkitenopacaryam yasmin mitre pitarīvāśvasīta; tad vai mitraṃ saṃgatānītarāṇi
Das ist kein Freund, vor dessen Zorn man sich fürchtet, noch der Freund, dem man nur mit Misstrauen begegnen kann; der Freund, dem man vertraut wie einem Vater - das allein ist ein Freund; die anderen sind bloße Bekanntschaften.
yadi ced apy asaṃbandho mitrabhāvena vartate sa eva bandhus tan mitraṃ sā gatis tatparāyaṇam
Auch wenn jemand nicht durch Blutsverwandtschaft verbunden ist, sich aber in freundschaftlicher Gesinnung verhält, so ist er ein wahrer Verwandter, ein Freund, eine Zuflucht, eine Stätte, der man sich anvertrauen kann.
Wort für Wort
yadi ced apy asaṃbandho mitrabhāvena vartate sa eva bandhus tan mitraṃ sā gatis tatparāyaṇam
Auch wenn jemand nicht durch Blutsverwandtschaft verbunden ist, sich aber in freundschaftlicher Gesinnung verhält, so ist er ein wahrer Verwandter, ein Freund, eine Zuflucht, eine Stätte, der man sich anvertrauen kann.
satkṛtāś ca kṛtārthāś ca mitrāṇāṃ na bhavanti ye tān mṛtān api kravyādāḥ kṛtaghnān nopabhuñjate
Jene, die, geehrt und in ihren Zielen gefördert, ihren Freunden dennoch nicht treu bleiben - solche Undankbaren verschmähen selbst die Fleischfresser noch im Tode.
Wort für Wort
satkṛtāś ca kṛtārthāś ca mitrāṇāṃ na bhavanti ye tān mṛtān api kravyādāḥ kṛtaghnān nopabhuñjate
Jene, die, geehrt und in ihren Zielen gefördert, ihren Freunden dennoch nicht treu bleiben - solche Undankbaren verschmähen selbst die Fleischfresser noch im Tode.
arthayed eva mitrāṇi sati vāsati vā dhane nānarthayan vijānāti mitrāṇāṃ sāraphalgutām
[?] Man erbitte durchaus etwas von Freunden, ob Reichtum vorhanden sei oder nicht; nur wer nicht [ständig] bittet, erkennt [in Wahrheit] den wahren Wert oder die Nichtigkeit seiner Freunde.
Wort für Wort
arthayed eva mitrāṇi sati vāsati vā dhane nānarthayan vijānāti mitrāṇāṃ sāraphalgutām
[?] Man erbitte durchaus etwas von Freunden, ob Reichtum vorhanden sei oder nicht; nur wer nicht [ständig] bittet, erkennt [in Wahrheit] den wahren Wert oder die Nichtigkeit seiner Freunde.
Die logische Pointe des Verses (Bitten als Prüfstein der Freundschaft, zugleich Zurückhaltung als Erkenntnisquelle) ist im Sanskrit stark verdichtet und lässt mehrere Lesarten zu; mit [?] gekennzeichnet.
anavāpyaṃ ca śokena śarīraṃ copatapyate amitrāś ca prahṛṣyanti mā sma śoke manaḥ kṛthāḥ
Durch Kummer erlangt man das Verlorene nicht zurück, nur der Körper wird gequält, und die Feinde frohlocken - richte darum deinen Sinn nicht auf Kummer.
Wort für Wort
anavāpyaṃ ca śokena śarīraṃ copatapyate amitrāś ca prahṛṣyanti mā sma śoke manaḥ kṛthāḥ
Durch Kummer erlangt man das Verlorene nicht zurück, nur der Körper wird gequält, und die Feinde frohlocken - richte darum deinen Sinn nicht auf Kummer.
Immer wieder stirbt der Mensch und wird wieder geboren, immer wieder sinkt er und steigt wieder auf, immer wieder bittet der Mensch und wird wieder gebeten, immer wieder trauert der Mensch und wird wieder betrauert.
Immer wieder stirbt der Mensch und wird wieder geboren, immer wieder sinkt er und steigt wieder auf, immer wieder bittet der Mensch und wird wieder gebeten, immer wieder trauert der Mensch und wird wieder betrauert.
sukhaṃ ca duḥkhaṃ ca bhavābhavau ca; lābhālābhau maraṇaṃ jīvitaṃ ca paryāyaśaḥ sarvam iha spṛśanti; tasmād dhīro naiva hṛṣyen na śocet
Glück und Leid, Werden und Vergehen, Gewinn und Verlust, Tod und Leben - all dies berührt hier jeden der Reihe nach; darum soll der Weise weder frohlocken noch trauern.
Wort für Wort
sukhaṃ ca duḥkhaṃ ca bhavābhavau ca; lābhālābhau maraṇaṃ jīvitaṃ ca paryāyaśaḥ sarvam iha spṛśanti; tasmād dhīro naiva hṛṣyen na śocet
Glück und Leid, Werden und Vergehen, Gewinn und Verlust, Tod und Leben - all dies berührt hier jeden der Reihe nach; darum soll der Weise weder frohlocken noch trauern.
calāni hīmāni ṣaḍindriyāṇi; teṣāṃ yad yad vartate yatra yatra tatas tataḥ sravate buddhir asya; chidrodakumbhād iva nityam ambhaḥ
Unstet nämlich sind diese sechs Sinne; worauf immer sie sich jeweils richten, von dort fließt einem stets die Einsicht ab, wie Wasser stetig aus einem löchrigen Krug.
Wort für Wort
calāni hīmāni ṣaḍindriyāṇi; teṣāṃ yad yad vartate yatra yatra tatas tataḥ sravate buddhir asya; chidrodakumbhād iva nityam ambhaḥ
Unstet nämlich sind diese sechs Sinne; worauf immer sie sich jeweils richten, von dort fließt einem stets die Einsicht ab, wie Wasser stetig aus einem löchrigen Krug.
‘ Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚[?] Diese schmale Flamme, von mir, dem König, fälschlich genährt, wird durch Krieg das Ende meiner törichten Söhne herbeiführen.
‘ Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚[?] Diese schmale Flamme, von mir, dem König, fälschlich genährt, wird durch Krieg das Ende meiner törichten Söhne herbeiführen.
Der Vers ist lexikalisch schwierig ('ucchaḥ', 'śikhī' hier wohl bildlich für eine kleine, von Dhṛtarāṣṭra selbst großgezogene Flamme, d.h. Duryodhana); die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten sinngemäßen Deutung und ist mit [?] gekennzeichnet.
Vidura sprach: ‚Nirgendwo anders als in Wissen und Askese, nirgendwo anders als in der Beherrschung der Sinne, nirgendwo anders als im Aufgeben der Gier sehe ich für dich Frieden, o Sündenloser.
Vidura sprach: ‚Nirgendwo anders als in Wissen und Askese, nirgendwo anders als in der Beherrschung der Sinne, nirgendwo anders als im Aufgeben der Gier sehe ich für dich Frieden, o Sündenloser.
Ohne sich auf das Verdienst des Schenkens, ohne sich auf das Verdienst der Veden zu stützen, frei von Begierde und Hass, wandeln die zur Erlösung Bestimmten hier umher.
Ohne sich auf das Verdienst des Schenkens, ohne sich auf das Verdienst der Veden zu stützen, frei von Begierde und Hass, wandeln die zur Erlösung Bestimmten hier umher.
svāstīrṇāni śayanāni prapannā; na vai bhinnā jātu nidrāṃ labhante na strīṣu rājan ratim āpnuvanti; na māgadhaiḥ stūyamānā na sūtaiḥ
Selbst auf wohlbereiteten Lagern liegend finden die Entzweiten niemals Schlaf; nicht an Frauen, o König, finden sie Freude, nicht wenn Barden und Sänger sie preisen.
Wort für Wort
svāstīrṇāni śayanāni prapannā; na vai bhinnā jātu nidrāṃ labhante na strīṣu rājan ratim āpnuvanti; na māgadhaiḥ stūyamānā na sūtaiḥ
Selbst auf wohlbereiteten Lagern liegend finden die Entzweiten niemals Schlaf; nicht an Frauen, o König, finden sie Freude, nicht wenn Barden und Sänger sie preisen.
na vai bhinnā jātu caranti dharmaṃ; na vai sukhaṃ prāpnuvantīha bhinnāḥ na vai bhinnā gauravaṃ mānayanti; na vai bhinnāḥ praśamaṃ rocayanti
Die Entzweiten wandeln niemals auf dem Pfad der Rechtschaffenheit, die Entzweiten erlangen hier kein Glück; die Entzweiten erweisen keine Ehrerbietung, die Entzweiten finden kein Gefallen an innerem Frieden.
Wort für Wort
na vai bhinnā jātu caranti dharmaṃ; na vai sukhaṃ prāpnuvantīha bhinnāḥ na vai bhinnā gauravaṃ mānayanti; na vai bhinnāḥ praśamaṃ rocayanti
Die Entzweiten wandeln niemals auf dem Pfad der Rechtschaffenheit, die Entzweiten erlangen hier kein Glück; die Entzweiten erweisen keine Ehrerbietung, die Entzweiten finden kein Gefallen an innerem Frieden.
na vai teṣāṃ svadate pathyam uktaṃ; yogakṣemaṃ kalpate nota teṣām bhinnānāṃ vai manujendra parāyaṇaṃ; na vidyate kiṃ cid anyad vināśāt
Ihnen behagt kein heilsamer Rat, noch gedeiht ihr Wohlergehen; für die Entzweiten, o Herrscher der Menschen, gibt es keine letzte Zuflucht - nichts anderes als Untergang ist ihnen beschieden.
Wort für Wort
na vai teṣāṃ svadate pathyam uktaṃ; yogakṣemaṃ kalpate nota teṣām bhinnānāṃ vai manujendra parāyaṇaṃ; na vidyate kiṃ cid anyad vināśāt
Ihnen behagt kein heilsamer Rat, noch gedeiht ihr Wohlergehen; für die Entzweiten, o Herrscher der Menschen, gibt es keine letzte Zuflucht - nichts anderes als Untergang ist ihnen beschieden.
Auch Fäden, einzeln stets schwach ausgezogen, werden, zahlreich und gleichmäßig verflochten, vielen Belastungen standhalten, aufgrund ihrer Vielzahl - so lautet das Gleichnis der Guten.
Auch Fäden, einzeln stets schwach ausgezogen, werden, zahlreich und gleichmäßig verflochten, vielen Belastungen standhalten, aufgrund ihrer Vielzahl - so lautet das Gleichnis der Guten.
dhūmāyante vyapetāni jvalanti sahitāni ca dhṛtarāṣṭrolmukānīva jñātayo bharatarṣabha
Getrennt rauchen sie nur, vereint aber lodern sie auf, gleich Feuerbränden, o Dhṛtarāṣṭra - so verhält es sich mit den Verwandten, o Stier der Bharatas.
Wort für Wort
dhūmāyante vyapetāni jvalanti sahitāni ca dhṛtarāṣṭrolmukānīva jñātayo bharatarṣabha
Getrennt rauchen sie nur, vereint aber lodern sie auf, gleich Feuerbränden, o Dhṛtarāṣṭra - so verhält es sich mit den Verwandten, o Stier der Bharatas.
brāhmaṇeṣu ca ye śūrāḥ strīṣu jñātiṣu goṣu ca vṛntād iva phalaṃ pakvaṃ dhṛtarāṣṭra patanti te
[?] Wer sich Brahmanen, Frauen, Verwandten und Kühen gegenüber gewalttätig zeigt, der fällt, o Dhṛtarāṣṭra, wie eine reife Frucht vom Stiel.
Wort für Wort
brāhmaṇeṣu ca ye śūrāḥ strīṣu jñātiṣu goṣu ca vṛntād iva phalaṃ pakvaṃ dhṛtarāṣṭra patanti te
[?] Wer sich Brahmanen, Frauen, Verwandten und Kühen gegenüber gewalttätig zeigt, der fällt, o Dhṛtarāṣṭra, wie eine reife Frucht vom Stiel.
'śūrāḥ' (eigentlich 'Helden') ist hier im Sinne von 'gewalttätig gegenüber' zu verstehen; die Konstruktion bleibt im Sanskrit ungewöhnlich knapp, daher [?].
Ebenso halten Feinde auch einen einzelnen Menschen, mag er auch mit guten Eigenschaften ausgestattet sein, für bezwingbar, wie der Wind einen allein stehenden Baum.
Ebenso halten Feinde auch einen einzelnen Menschen, mag er auch mit guten Eigenschaften ausgestattet sein, für bezwingbar, wie der Wind einen allein stehenden Baum.
avyādhijaṃ kaṭukaṃ śīrṣarogaṃ; pāpānubandhaṃ paruṣaṃ tīkṣṇam ugram satāṃ peyaṃ yan na pibanty asanto; manyuṃ mahārāja piba praśāmya
[?] Trinke, o Großkönig, den Zorn - der wie ein nicht aus Krankheit entstandenes, bitteres Kopfleiden ist, von Bösem begleitet, rau, scharf und schrecklich -, einen Trank der Guten, den die Schlechten nicht zu trinken vermögen, und werde ruhig.
Wort für Wort
avyādhijaṃ kaṭukaṃ śīrṣarogaṃ; pāpānubandhaṃ paruṣaṃ tīkṣṇam ugram satāṃ peyaṃ yan na pibanty asanto; manyuṃ mahārāja piba praśāmya
[?] Trinke, o Großkönig, den Zorn - der wie ein nicht aus Krankheit entstandenes, bitteres Kopfleiden ist, von Bösem begleitet, rau, scharf und schrecklich -, einen Trank der Guten, den die Schlechten nicht zu trinken vermögen, und werde ruhig.
Das Bild vom 'Trinken' des Zorns als bitterer, aber heilsamer Medizin ist im Sanskrit sehr dicht formuliert; die Wendung 'satāṃ peyaṃ yan na pibanty asantaḥ' (ein Trank der Guten, den die Schlechten nicht trinken) meint wohl, dass nur der Starke/Gute den eigenen Zorn zu bezähmen vermag.
rogārditā na phalāny ādriyante; na vai labhante viṣayeṣu tattvam duḥkhopetā rogiṇo nityam eva; na budhyante dhanabhogān na saukhyam
Von Krankheit Geplagte kümmern sich nicht um gute Früchte, sie erfassen auch nicht das Wesentliche in den Sinnesobjekten; die stets von Leid befallenen Kranken erkennen weder Reichtumsgenuss noch Glück.
Wort für Wort
rogārditā na phalāny ādriyante; na vai labhante viṣayeṣu tattvam duḥkhopetā rogiṇo nityam eva; na budhyante dhanabhogān na saukhyam
Von Krankheit Geplagte kümmern sich nicht um gute Früchte, sie erfassen auch nicht das Wesentliche in den Sinnesobjekten; die stets von Leid befallenen Kranken erkennen weder Reichtumsgenuss noch Glück.
Schon früher, als ich es dir gesagt hatte, befolgtest du mein Wort nicht, o König, als du sahst, wie Draupadī im Würfelspiel verloren wurde: ich sagte, halte Duryodhana vom Würfelspiel zurück - die Weisen meiden das Spielertum.
Schon früher, als ich es dir gesagt hatte, befolgtest du mein Wort nicht, o König, als du sahst, wie Draupadī im Würfelspiel verloren wurde: ich sagte, halte Duryodhana vom Würfelspiel zurück - die Weisen meiden das Spielertum.
na tad balaṃ yan mṛdunā virudhyate; miśro dharmas tarasā sevitavyaḥ pradhvaṃsinī krūrasamāhitā śrīr; mṛduprauḍhā gacchati putrapautrān
[?] Das ist keine wahre Kraft, die dem Sanftmütigen widerstreitet; ein gemischtes Recht muss mit Tatkraft zugleich geübt werden; vergänglich ist das durch Grausamkeit erworbene Glück, während das durch Sanftmut gereifte auf Söhne und Enkel übergeht.
Wort für Wort
na tad balaṃ yan mṛdunā virudhyate; miśro dharmas tarasā sevitavyaḥ pradhvaṃsinī krūrasamāhitā śrīr; mṛduprauḍhā gacchati putrapautrān
[?] Das ist keine wahre Kraft, die dem Sanftmütigen widerstreitet; ein gemischtes Recht muss mit Tatkraft zugleich geübt werden; vergänglich ist das durch Grausamkeit erworbene Glück, während das durch Sanftmut gereifte auf Söhne und Enkel übergeht.
Der zweite Halbvers ('miśro dharmas tarasā sevitavyaḥ') ist gnomisch verdichtet und lässt mehrere Deutungen zu; mit [?] gekennzeichnet.
dhārtarāṣṭrāḥ pāṇḍavān pālayantu; pāṇḍoḥ sutās tava putrāṃś ca pāntu ekārimitrāḥ kuravo hy ekamantrā; jīvantu rājan sukhinaḥ samṛddhāḥ
Mögen die Dhārtarāṣṭras die Pāṇḍavas schützen, mögen die Söhne des Pāṇḍu auch deine Söhne beschützen; mit gemeinsamen Freunden und Feinden, mit gemeinsamem Rat mögen die Kurus, o König, glücklich und wohlhabend leben.
Wort für Wort
dhārtarāṣṭrāḥ pāṇḍavān pālayantu; pāṇḍoḥ sutās tava putrāṃś ca pāntu ekārimitrāḥ kuravo hy ekamantrā; jīvantu rājan sukhinaḥ samṛddhāḥ
Mögen die Dhārtarāṣṭras die Pāṇḍavas schützen, mögen die Söhne des Pāṇḍu auch deine Söhne beschützen; mit gemeinsamen Freunden und Feinden, mit gemeinsamem Rat mögen die Kurus, o König, glücklich und wohlhabend leben.
Du bist heute der zentrale Pflock der Kauravas, o Ājamīḍha, von dir hängt das Geschlecht der Kurus ab; beschütze die jungen Pārthas, die von ihrem Waldaufenthalt gequält sind, und bewahre, o Vater, indem du sie beschützt, deinen eigenen Ruhm.
Du bist heute der zentrale Pflock der Kauravas, o Ājamīḍha, von dir hängt das Geschlecht der Kurus ab; beschütze die jungen Pārthas, die von ihrem Waldaufenthalt gequält sind, und bewahre, o Vater, indem du sie beschützt, deinen eigenen Ruhm.
saṃdhatsva tvaṃ kauravān pāṇḍuputrair; mā te 'ntaraṃ ripavaḥ prārthayantu satye sthitās te naradeva sarve; duryodhanaṃ sthāpaya tvaṃ narendra
Versöhne die Kauravas mit den Söhnen des Pāṇḍu; mögen deine Feinde nicht auf eine Lücke zwischen euch hoffen; sie alle stehen in der Wahrheit, o Göttlicher unter den Menschen - halte du, o Herrscher der Menschen, Duryodhana im Zaum.
Wort für Wort
saṃdhatsva tvaṃ kauravān pāṇḍuputrair; mā te 'ntaraṃ ripavaḥ prārthayantu satye sthitās te naradeva sarve; duryodhanaṃ sthāpaya tvaṃ narendra
Versöhne die Kauravas mit den Söhnen des Pāṇḍu; mögen deine Feinde nicht auf eine Lücke zwischen euch hoffen; sie alle stehen in der Wahrheit, o Göttlicher unter den Menschen - halte du, o Herrscher der Menschen, Duryodhana im Zaum.