Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Udyogaparva

Kapitel 73: Keśava-Vākyam Kṛṣṇas neckende Rede an Bhīma

Kṛṣṇa reagiert mit einem Lächeln auf Bhīmas ungewöhnlichen Friedensappell aus Kap.72 und hält ihm - halb neckend, halb prüfend - sein sonstiges, ruheloses Kriegertemperament vor Augen (Schlaflosigkeit, Zornesausbrüche, Bäumeausreißen). Zitiert wörtlich (CQ, V.13-14) Bhīmas eigenes berühmtes Gelübde, Duryodhana mit der Keule zu erschlagen, und fragt spöttisch, ob Furcht oder schlechte Omen der Grund für Bhīmas Sinneswandel seien. Schließt mit dem Aufruf, sich seiner kṣatriya-Herkunft würdig zu erheben und standhaft zu bleiben.

vaiśaṃpāyana uvāca etac chrutvā mahābāhuḥ keśavaḥ prahasann iva abhūtapūrvaṃ bhīmasya mārdavopagataṃ vacaḥ

‘Vaiśaṃpāyana sprach: Als der großarmige Keśava dies vernommen hatte - Bhīmas beispiellose, zur Sanftmut gewendete Rede - lächelte er gleichsam,

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca etac chrutvā mahābāhuḥ keśavaḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: als der großarmige Keśava dies vernommen hatte (Nom. + 3.Sg.Perf. + Akk. + Ger. + Nom.Kompositum + Nom.)
prahasann iva abhūtapūrvaṃ bhīmasya mārdavopagataṃ vacaḥ
lächelte er gleichsam - Bhīmas beispiellose, zur Sanftmut gewendete Rede (Nom.Ptz.Präs. + Partikel + Akk.Kompositum + Gen. + Akk.Kompositum + Akk.)

[Anm.: Narrations-Übergangsvers (SQ schließt Bhīmas Rede aus Kap.72, Tiefe 1->0) - noch keine direkte Rede, nur Rahmenerzählung.]

girer iva laghutvaṃ tac chītatvam iva pāvake matvā rāmānujaḥ śauriḥ śārṅgadhanvā vṛkodaram

und dachte, es sei wie Leichtigkeit in einem Berg, oder wie Kühle im Feuer - da [sprach] der jüngere Bruder Rāmas, der Śūra-Sprössling, der Träger des Śārṅga-Bogens, zu Vṛkodara:

Wort für Wort
girer iva laghutvaṃ tac chītatvam iva pāvake
es sei wie Leichtigkeit in einem Berg, oder wie Kühle im Feuer (Gen. + Partikel + Akk. + Akk. + Akk. + Partikel + Lok.)
matvā rāmānujaḥ śauriḥ śārṅgadhanvā vṛkodaram
dachte er - der jüngere Bruder Rāmas, der Śūra-Sprössling, der Träger des Śārṅga-Bogens, zu Vṛkodara (Ger. + Nom.Kompositum + Nom. + Nom.Kompositum + Akk.)

saṃtejayaṃs tadā vāgbhir mātariśveva pāvakam uvāca bhīmam āsīnaṃ kṛpayābhipariplutam

ihn dabei mit Worten anfeuernd, wie der Wind das Feuer, sprach er zu Bhīma, der dasaß, von Mitleid überflutet:

Wort für Wort
saṃtejayaṃs tadā vāgbhir mātariśveva pāvakam
ihn dabei mit Worten anfeuernd, wie der Wind das Feuer (Nom.Ptz.Präs. + Adv. + Instr.Pl. + Nom.+Partikel + Akk.)
uvāca bhīmam āsīnaṃ kṛpayābhipariplutam
sprach er zu Bhīma, der dasaß, von Mitleid überflutet (3.Sg.Perf. + Akk. + Akk.Ptz.Präs. + Instr.+Akk.Ptz.Perf.Pass.)

tvam anyadā bhīmasena yuddham eva praśaṃsasi vadhābhinandinaḥ krūrān dhārtarāṣṭrān mimardiṣuḥ

‚Du, Bhīmasena, priesest sonst stets nur den Krieg, begierig, die grausamen, am Töten sich erfreuenden Dhārtarāṣṭras zu zermalmen.

Wort für Wort
tvam anyadā bhīmasena yuddham eva praśaṃsasi
du, Bhīmasena, priesest sonst stets nur den Krieg (Nom. + Adv. + Vok. + Akk. + Partikel + 2.Sg.Präs.)
vadhābhinandinaḥ krūrān dhārtarāṣṭrān mimardiṣuḥ
begierig, die grausamen, am Töten sich erfreuenden Dhārtarāṣṭras zu zermalmen (Akk.Pl.Kompositum + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Nom.Desid.)

[Anm.: Kṛṣṇas eigentliche Rede beginnt (SQ öffnet, Tiefe 0->1) - Rahmenverb 'uvāca' bereits in V.003, daher keine erneute Sprecherkennzeichnung nötig.]

na ca svapiṣi jāgarṣi nyubjaḥ śeṣe paraṃtapa ghorām aśāntāṃ ruśatīṃ sadā vācaṃ prabhāṣase

Und du schläfst nicht, du wachst; mit dem Gesicht nach unten liegst du da, o Feindbezwinger; stets sprichst du eine schreckliche, ruhelose, grimmige Rede.

Wort für Wort
na ca svapiṣi jāgarṣi nyubjaḥ śeṣe paraṃtapa
und du schläfst nicht, du wachst; mit dem Gesicht nach unten liegst du da, o Feindbezwinger (Neg. + Partikel + 2.Sg.Präs. + 2.Sg.Präs. + Nom. + 2.Sg.Präs.Med. + Vok.)
ghorām aśāntāṃ ruśatīṃ sadā vācaṃ prabhāṣase
stets sprichst du eine schreckliche, ruhelose, grimmige Rede (Akk. + Akk. + Akk. + Adv. + Akk. + 2.Sg.Präs.Med.)

niḥśvasann agnivarṇena saṃtaptaḥ svena manyunā apraśāntamanā bhīma sadhūma iva pāvakaḥ

Schnaubend mit feuerfarbenem Atem, von eigenem Zorn versengt, unbesänftigten Sinnes, Bhīma, wie ein rauchendes Feuer.

Wort für Wort
niḥśvasann agnivarṇena saṃtaptaḥ svena manyunā
schnaubend mit feuerfarbenem Atem, von eigenem Zorn versengt (Nom.Ptz.Präs. + Instr.Kompositum + Nom.Ptz.Perf.Pass. + Instr. + Instr.)
apraśāntamanā bhīma sadhūma iva pāvakaḥ
unbesänftigten Sinnes, Bhīma, wie ein rauchendes Feuer (Nom.Kompositum + Vok. + Nom.Kompositum + Partikel + Nom.)

ekānte niṣṭanañ śeṣe bhārārta iva durbalaḥ api tvāṃ ke cid unmattaṃ manyante 'tadvido janāḥ

In der Einsamkeit stöhnend liegst du da, wie ein Schwacher, von einer Last geplagt; manche Leute, die es nicht besser wissen, halten dich sogar für wahnsinnig.

Wort für Wort
ekānte niṣṭanañ śeṣe bhārārta iva durbalaḥ
in der Einsamkeit stöhnend liegst du da, wie ein Schwacher, von einer Last geplagt (Lok. + Nom.Ptz.Präs. + 2.Sg.Präs.Med. + Nom.Kompositum + Partikel + Nom.)
api tvāṃ ke cid unmattaṃ manyante 'tadvido janāḥ
manche Leute, die es nicht besser wissen, halten dich sogar für wahnsinnig (Partikel + Akk. + Nom.Pl. + Indef. + Akk. + 3.Pl.Präs.Med. + Nom.Pl.Kompositum + Nom.Pl.)

ārujya vṛkṣān nirmūlān gajaḥ paribhujann iva nighnan padbhiḥ kṣitiṃ bhīma niṣṭanan paridhāvasi

Bäume mit der Wurzel ausreißend, wie ein Elefant, der ringsum alles verschlingt, mit den Füßen die Erde schlagend, läufst du, Bhīma, stöhnend umher.

Wort für Wort
ārujya vṛkṣān nirmūlān gajaḥ paribhujann iva
Bäume mit der Wurzel ausreißend, wie ein Elefant, der ringsum alles verschlingt (Ger. + Akk.Pl. + Akk.Pl.Kompositum + Nom. + Nom.Ptz.Präs. + Partikel)
nighnan padbhiḥ kṣitiṃ bhīma niṣṭanan paridhāvasi
mit den Füßen die Erde schlagend, läufst du, Bhīma, stöhnend umher (Nom.Ptz.Präs. + Instr.Pl. + Akk. + Vok. + Nom.Ptz.Präs. + 2.Sg.Präs.)

nāsmiñ jane 'bhiramase rahaḥ kṣiyasi pāṇḍava nānyaṃ niśi divā vāpi kadā cid abhinandasi

An dieser Gesellschaft findest du kein Gefallen; du haltst dich abseits auf, Pāṇḍava; niemals, weder nachts noch tags, freust du dich an einem anderen.

Wort für Wort
nāsmiñ jane 'bhiramase rahaḥ kṣiyasi pāṇḍava
an dieser Gesellschaft findest du kein Gefallen; du haltst dich abseits auf, Pāṇḍava (Neg.+Lok. + Lok. + 2.Sg.Präs.Med. + Adv. + 2.Sg.Präs. + Vok.)
nānyaṃ niśi divā vāpi kadā cid abhinandasi
niemals, weder nachts noch tags, freust du dich an einem anderen (Neg.+Akk. + Lok. + Adv. + Partikel+Partikel + Adv.+Indef. + 2.Sg.Präs.)

akasmāt smayamānaś ca rahasy āsse rudann iva jānvor mūrdhānam ādhāya ciram āsse pramīlitaḥ

Und plötzlich lächelnd sitzt du allein, als würdest du weinen; das Haupt auf die Knie gelegt, sitzt du lange Zeit mit geschlossenen Augen da.

Wort für Wort
akasmāt smayamānaś ca rahasy āsse rudann iva
und plötzlich lächelnd sitzt du allein, als würdest du weinen (Adv. + Nom.Ptz.Präs.Med. + Partikel + Lok. + 2.Sg.Präs.Med. + Nom.Ptz.Präs. + Partikel)
jānvor mūrdhānam ādhāya ciram āsse pramīlitaḥ
das Haupt auf die Knie gelegt, sitzt du lange Zeit mit geschlossenen Augen da (Gen.Du. + Akk. + Ger. + Adv. + 2.Sg.Präs.Med. + Nom.Ptz.Perf.Pass.)

bhrukuṭiṃ ca punaḥ kurvann oṣṭhau ca vilihann iva abhīkṣṇaṃ dṛśyase bhīma sarvaṃ tan manyukāritam

Und wieder die Stirn runzelnd, und wie die Lippen leckend, bist du unablässig zu sehen, Bhīma; all das rührt vom Zorn her.

Wort für Wort
bhrukuṭiṃ ca punaḥ kurvann oṣṭhau ca vilihann iva
und wieder die Stirn runzelnd, und wie die Lippen leckend (Akk. + Partikel + Adv. + Nom.Ptz.Präs. + Akk.Du. + Partikel + Nom.Ptz.Präs. + Partikel)
abhīkṣṇaṃ dṛśyase bhīma sarvaṃ tan manyukāritam
bist du unablässig zu sehen, Bhīma; all das rührt vom Zorn her (Adv. + 2.Sg.Präs.Pass. + Vok. + Nom. + Nom. + Nom.Kompositum)

yathā purastāt savitā dṛśyate śukram uccaran yathā ca paścān nirmukto dhruvaṃ paryeti raśmivān

Wie die Sonne zuvor hell aufsteigend gesehen wird, und wie sie danach, aus Wolken befreit, beständig ihre Bahn zieht, die Strahlenreiche,

Wort für Wort
yathā purastāt savitā dṛśyate śukram uccaran
wie die Sonne zuvor hell aufsteigend gesehen wird (Konj. + Adv. + Nom. + 3.Sg.Präs.Pass. + Akk. + Nom.Ptz.Präs.)
yathā ca paścān nirmukto dhruvaṃ paryeti raśmivān
und wie sie danach, aus Wolken befreit, beständig ihre Bahn zieht, die Strahlenreiche (Konj. + Partikel + Adv. + Nom.Ptz.Perf.Pass. + Adv. + 3.Sg.Präs. + Nom.Kompositum)

tathā satyaṃ bravīmy etan nāsti tasya vyatikramaḥ hantāhaṃ gadayābhyetya duryodhanam amarṣaṇam

so [wahrlich] sage ich dies, und daran gibt es kein Abweichen: „Ich werde, mit der Keule herangetreten, den zornigen Duryodhana erschlagen“ -

Wort für Wort
tathā satyaṃ bravīmy etan nāsti tasya vyatikramaḥ
so wahrlich sage ich dies, und daran gibt es kein Abweichen (Adv. + Akk. + 1.Sg.Präs. + Akk. + Neg.+3.Sg.Präs. + Gen. + Nom.)
hantāhaṃ gadayābhyetya duryodhanam amarṣaṇam
ich werde, mit der Keule herangetreten, den zornigen Duryodhana erschlagen (Partikel+Nom. + Instr. + Ger. + Akk. + Akk.)

[Anm.: 'iti' zu Beginn V.014 markiert das Ende dieses Zitats - Kṛṣṇa zitiert wörtlich Bhīmas eigenes, wohlbekanntes Gelübde aus der Zeit des Würfelspiels. CQ (zweite Ebene) innerhalb von Kṛṣṇas bereits offener Rede.]

iti sma madhye bhrātṝṇāṃ satyenālabhase gadām tasya te praśame buddhir dhīyate 'dya paraṃtapa

— so [schworst du] inmitten deiner Brüder, wahrheitsgemäß schwörend, ergriffst du die Keule; doch heute steht dein Sinn auf Frieden mit ihm, o Feindbezwinger?

Wort für Wort
iti sma madhye bhrātṝṇāṃ satyenālabhase gadām
so schworst du inmitten deiner Brüder, wahrheitsgemäß schwörend, ergriffst du die Keule (Zitatpartikel + Partikel + Lok. + Gen.Pl. + Instr.+2.Sg.Impf.Med. + Akk.)
tasya te praśame buddhir dhīyate 'dya paraṃtapa
doch heute steht dein Sinn auf Frieden mit ihm, o Feindbezwinger (Gen. + Gen. + Lok. + Nom. + 3.Sg.Präs.Pass. + Adv. + Vok.)

aho yuddhapratīpāni yuddhakāla upasthite paśyasīvāpratīpāni kiṃ tvāṃ bhīr bhīma vindati

Ach, wenn die Zeit zum Kampf gekommen ist, siehst du Kriegs-Widriges, als wäre es nicht widrig - hat dich etwa Furcht ergriffen, Bhīma?

Wort für Wort
aho yuddhapratīpāni yuddhakāla upasthite
ach, wenn die Zeit zum Kampf gekommen ist, Kriegs-Widriges (Interj. + Akk.Pl.Kompositum + Lok.Abs.Kompositum + Lok.Abs.Ptz.Perf.Pass.)
paśyasīvāpratīpāni kiṃ tvāṃ bhīr bhīma vindati
siehst du, als wäre es nicht widrig - hat dich etwa Furcht ergriffen, Bhīma (2.Sg.Präs.+Partikel+Akk.Pl. + Frag. + Akk. + Nom. + Vok. + 3.Sg.Präs.)

aho pārtha nimittāni viparītāni paśyasi svapnānte jāgarānte ca tasmāt praśamam icchasi

Ach, Pārtha, du siehst widrige Vorzeichen, im Traum wie im Wachen; darum wünschst du Frieden.

Wort für Wort
aho pārtha nimittāni viparītāni paśyasi
ach, Pārtha, du siehst widrige Vorzeichen (Interj. + Vok. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + 2.Sg.Präs.)
svapnānte jāgarānte ca tasmāt praśamam icchasi
im Traum wie im Wachen; darum wünschst du Frieden (Lok.Kompositum + Lok.Kompositum + Partikel + Abl. + Akk. + 2.Sg.Präs.)

aho nāśaṃsase kiṃ cit puṃstvaṃ klība ivātmani kaśmalenābhipanno 'si tena te vikṛtaṃ manaḥ

Ach, du behauptest gar keine Männlichkeit mehr, wie ein Unmännlicher in dir selbst; von Verzagtheit bist du befallen; darum ist dein Geist verwirrt.

Wort für Wort
aho nāśaṃsase kiṃ cit puṃstvaṃ klība ivātmani
ach, du behauptest gar keine Männlichkeit mehr, wie ein Unmännlicher in dir selbst (Interj. + Neg.+2.Sg.Präs.Med. + Indef. + Akk. + Nom. + Partikel+Lok.)
kaśmalenābhipanno 'si tena te vikṛtaṃ manaḥ
von Verzagtheit bist du befallen; darum ist dein Geist verwirrt (Instr.+Nom.Ptz.Perf.Pass. + 2.Sg.Präs. + Instr. + Gen. + Nom. + Nom.)

udvepate te hṛdayaṃ manas te praviṣīdati ūrustambhagṛhīto 'si tasmāt praśamam icchasi

Dein Herz zittert, dein Geist verzagt; du bist von Lähmung der Schenkel ergriffen; darum wünschst du Frieden.

Wort für Wort
udvepate te hṛdayaṃ manas te praviṣīdati
dein Herz zittert, dein Geist verzagt (3.Sg.Präs.Med. + Gen. + Nom. + Nom. + Gen. + 3.Sg.Präs.)
ūrustambhagṛhīto 'si tasmāt praśamam icchasi
du bist von Lähmung der Schenkel ergriffen; darum wünschst du Frieden (Nom.Kompositum + 2.Sg.Präs. + Abl. + Akk. + 2.Sg.Präs.)

anityaṃ kila martyasya cittaṃ pārtha calācalam vātavegapracalitā aṣṭhīlā śālmaler iva

Wahrlich, unbeständig ist des Sterblichen Geist, Pārtha, stets schwankend - wie die vom Windstoß bewegte Wollflocke des Śālmali-Baumes.

Wort für Wort
anityaṃ kila martyasya cittaṃ pārtha calācalam
wahrlich, unbeständig ist des Sterblichen Geist, Pārtha, stets schwankend (Nom. + Partikel + Gen. + Nom. + Vok. + Nom.Kompositum)
vātavegapracalitā aṣṭhīlā śālmaler iva
wie die vom Windstoß bewegte Wollflocke des Śālmali-Baumes (Nom.Kompositum + Nom. + Gen. + Partikel)

[Anm.: 'aṣṭhīlā' unsicher [?] in genauer botanischer Bedeutung - vermutlich die watteartige Samenfaser der Śālmali-Baumwollfrucht.]

tavaiṣā vikṛtā buddhir gavāṃ vāg iva mānuṣī manāṃsi pāṇḍuputrāṇāṃ majjayaty aplavān iva

Diese verwirrte Einsicht von dir ist wie menschliche Rede aus dem Mund von Rindern; sie versenkt die Gemüter der Söhne Pāṇḍus, wie Menschen ohne Floß.

Wort für Wort
tavaiṣā vikṛtā buddhir gavāṃ vāg iva mānuṣī
diese verwirrte Einsicht von dir ist wie menschliche Rede aus dem Mund von Rindern (Gen.+Nom. + Nom. + Nom. + Gen.Pl. + Nom. + Partikel + Nom.)
manāṃsi pāṇḍuputrāṇāṃ majjayaty aplavān iva
sie versenkt die Gemüter der Söhne Pāṇḍus, wie Menschen ohne Floß (Akk.Pl. + Gen.Pl.Kompositum + 3.Sg.Präs.Kaus. + Akk.Pl.Kompositum + Partikel)

idaṃ me mahad āścaryaṃ parvatasyeva sarpaṇam yadīdṛśaṃ prabhāṣethā bhīmasenāsamaṃ vacaḥ

Dies ist mir ein großes Wunder, wie das Wandern eines Berges, dass du derart unvergleichliche Worte sprichst, Bhīmasena.

Wort für Wort
idaṃ me mahad āścaryaṃ parvatasyeva sarpaṇam
dies ist mir ein großes Wunder, wie das Wandern eines Berges (Nom. + Gen. + Nom. + Nom. + Gen.+Partikel + Nom.)
yadīdṛśaṃ prabhāṣethā bhīmasenāsamaṃ vacaḥ
dass du derart unvergleichliche Worte sprichst, Bhīmasena (Konj.+Akk. + 2.Sg.Opt.Med. + Vok.+Akk.Kompositum + Akk.)

sa dṛṣṭvā svāni karmāṇi kule janma ca bhārata uttiṣṭhasva viṣādaṃ mā kṛthā vīra sthiro bhava

Du, im Hinblick auf deine eigenen Taten und deine Geburt in diesem Geschlecht, o Bhārata, erhebe dich! Verfalle nicht der Verzagtheit, Held; sei standhaft.

Wort für Wort
sa dṛṣṭvā svāni karmāṇi kule janma ca bhārata
du, im Hinblick auf deine eigenen Taten und deine Geburt in diesem Geschlecht, o Bhārata (Nom. + Ger. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Lok. + Nom. + Partikel + Vok.)
uttiṣṭhasva viṣādaṃ mā kṛthā vīra sthiro bhava
erhebe dich! Verfalle nicht der Verzagtheit, Held; sei standhaft (2.Sg.Imp.Med. + Akk. + Neg. + 2.Sg.Aor.Inj. + Vok. + Nom. + 2.Sg.Imp.)

na caitad anurūpaṃ te yat te glānir ariṃdama yad ojasā na labhate kṣatriyo na tad aśnute

Und dies geziemt sich nicht für dich, dass Verzagtheit dein Teil sei, o Feindbezwinger; was ein Kṣatriya nicht durch seine Kraft erlangt, das genießt er nicht wahrhaft.

Wort für Wort
na caitad anurūpaṃ te yat te glānir ariṃdama
und dies geziemt sich nicht für dich, dass Verzagtheit dein Teil sei, o Feindbezwinger (Neg. + Partikel+Nom. + Nom. + Gen. + Konj. + Gen. + Nom. + Vok.)
yad ojasā na labhate kṣatriyo na tad aśnute
was ein Kṣatriya nicht durch seine Kraft erlangt, das genießt er nicht wahrhaft (Nom.Rel. + Instr. + Neg. + 3.Sg.Präs.Med. + Nom. + Neg. + Akk. + 3.Sg.Präs.Med.)

[Anm.: Kapitelschluss - Kṛṣṇas teasende Rede endet mit einem allgemeinen kṣatriya-ethischen Grundsatz.]

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