Kapitel 117: Gālavacaritam (Viśvāmitraprītiḥ)
Die Geschichte Gālavas (Rückkehr zu Viśvāmitra)
Garuḍa rät Gālava, statt eines vierten Königs Mādhavī selbst - im Wert von zweihundert Rossen - zusammen mit den bereits gesammelten sechshundert Rossen darzubringen. Viśvāmitra nimmt beides an, zeugt mit Mādhavī seinen Sohn Aṣṭaka und gibt sie danach an Gālava zurück. Gālava bringt Mādhavī zu ihrem Vater Yayāti zurück und verkündet ihm, dass alle vier Könige und Ṛṣi zusammen ihn gerettet haben.
suparṇas tv abravīd enaṃ gālavaṃ patatāṃ varaḥ prayatnas te na kartavyo naiṣa saṃpatsyate tava
Suparṇa aber, der beste der Fliegenden, sprach zu jenem Gālava: „Keine weitere Anstrengung brauchst du zu unternehmen - so wird sich dies dir nicht ergeben.
Wort für Wort
suparṇaḥ tu abravīt
Suparṇa aber sprach (Eigenname, Nom.Sg. + Partikel + Verb, Impf. 3.Sg.)
enam gālavam
zu jenem Gālava (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
patatām varaḥ
der beste der Fliegenden (Gen.Pl. + Subst., Nom.Sg.)
prayatnaḥ te na kartavyaḥ
keine Anstrengung ist von dir zu unternehmen (Subst.Nom.Sg. + Gen.Sg. + Neg. + Gerundivum, Nom.Sg.)
na eṣaḥ saṃpatsyate tava
dies wird sich dir nicht ergeben (Neg. + Pron. + Verb, Fut. 3.Sg. + Gen.Sg.)
dass ihm, dem Erhabenen, ein Tausend der an einem Ohr dunklen, mondglänzenden Rosse gegeben werden solle, Gālava - so verlangte Gādhi.
Wort für Wort
ekataḥśyāmakarṇānām
der an einem Ohr dunklen (Adj., Gen.Pl.)
hayānām candravarcasām
der mondglänzenden Rosse (Gen.Pl. + Adj.Gen.Pl.)
bhagavan
o Erhabener (Vok.Sg., hier: von Gādhi zu Ṛcīka)
dīyatām mahyam sahasram
es werde mir ein Tausend gegeben (Gerundiv-Passiv-Imp. 3.Sg. + Dat.Sg. + Subst.Akk.Sg.)
iti gālava
so - Gālava [Anrede Suparṇas an Gālava] (Zitatpartikel + Vok.Sg.)
Die wörtliche Rede des Gādhi ('ekataḥśyāmakarṇānāṃ ... dīyatāṃ mahyaṃ sahasram iti') wird hier indirekt wiedergegeben, um innerhalb der bereits eingebetteten Rede Suparṇas eine dritte Zitatebene zu vermeiden.
iṣṭvā te puṇḍarīkeṇa dattā rājñā dvijātiṣu tebhyo dve dve śate krītvā prāptās te pārthivais tadā
Nachdem er mit dem Puṇḍarīka-Opfer geopfert hatte, wurden sie vom König den Zweifachgeborenen gegeben; von diesen erwarben die Könige damals je zweihundert und gelangten so in ihren Besitz.
Wort für Wort
iṣṭvā puṇḍarīkeṇa
nachdem er mit dem Puṇḍarīka-Opfer geopfert hatte (Absolutiv + Instr.Sg.)
te dattāḥ rājñā dvijātiṣu
sie wurden vom König den Zweifachgeborenen gegeben (Pron.Nom.Pl. + Partizip Perf.Pass.Nom.Pl. + Instr.Sg. + Lok.Pl.)
tebhyaḥ dve dve śate krītvā
von diesen, nachdem je zweihundert erworben waren (Abl.Pl. + Zahlw. + Zahlw. + Subst.Akk.Du. + Absolutiv)
prāptāḥ te pārthivaiḥ tadā
sie gelangten damals in den Besitz der Könige (Partizip Perf.Pass.Nom.Pl. + Pron. + Instr.Pl. + Adv.)
aparāṇy api catvāri śatāni dvijasattama nīyamānāni saṃtāre hṛtāny āsan vitastayā evaṃ na śakyam aprāpyaṃ prāptuṃ gālava karhi cit
Auch andere vierhundert, bester der Zweifachgeborenen, die beim Überqueren fortgeführt wurden, wurden von der Vitastā weggerissen - so ist es niemals möglich, das Unerreichbare zu erlangen, Gālava.
Wort für Wort
aparāṇi api catvāri śatāni
auch andere vierhundert (Adj.Nom.Pl. + Partikel + Zahlw.Nom.Pl. + Subst.Nom.Pl.)
dvijasattama
bester der Zweifachgeborenen (Vok.Sg.)
nīyamānāni saṃtāre
die beim Überqueren fortgeführt wurden (Partizip Präs.Pass.Nom.Pl. + Subst.Lok.Sg.)
hṛtāni āsan vitastayā
wurden von der Vitastā weggerissen (Partizip Perf.Pass.Nom.Pl. + Verb, Impf. 3.Pl. + Instr.Sg.)
evam na śakyam aprāpyam prāptum
so ist es nicht möglich, das Unerreichbare zu erlangen (Adv. + Neg. + Gerundivum + Adj.Akk.Sg. + Infinitiv)
imām aśvaśatābhyāṃ vai dvābhyāṃ tasmai nivedaya viśvāmitrāya dharmātman ṣaḍbhir aśvaśataiḥ saha tato 'si gatasaṃmohaḥ kṛtakṛtyo dvijarṣabha
Übergib diese, zusammen mit zwei hundert-Rossen aufgewogen, jenem Viśvāmitra, Frommer, samt den sechshundert Rossen - dann wirst du frei von Verwirrung und deine Aufgabe erfüllt haben, bester der Zweifachgeborenen.“
Wort für Wort
imām aśvaśatābhyām vai dvābhyām
diese, mit den zwei Hundertschaften Rosse aufgewogen (Akk.Sg. + Instr.Du. + Partikel + Zahlw.Instr.Du.)
tasmai nivedaya
übergib jenem (Dat.Sg. + Verb, Imp. 2.Sg.)
viśvāmitrāya dharmātman
dem Viśvāmitra, Frommer (Dat.Sg. + Vok.Sg.)
ṣaḍbhiḥ aśvaśataiḥ saha
samt den sechshundert Rossen (Zahlw.Instr.Pl. + Subst.Instr.Pl. + Postposition)
tataḥ asi gatasaṃmohaḥ
dann wirst du frei von Verwirrung sein (Adv. + Verb, Präs. 2.Sg. + Bahuvrīhi-Adj., Nom.Sg.)
kṛtakṛtyaḥ dvijarṣabha
die Aufgabe erfüllt habend, bester der Zweifachgeborenen (Bahuvrīhi-Adj., Nom.Sg. + Vok.Sg.)
Und den eben erst geborenen Sohn verband Viśvāmitra, der hochglänzende, sogleich mit Reichtum und ebenso mit Pflicht [?] - ihn mit jenen Rossen ausstattend.
Wort für Wort
jātamātram sutam
den eben erst geborenen Sohn (Adj.Akk.Sg. + Subst.Akk.Sg.)
tam ca viśvāmitraḥ mahādyutiḥ
und ihn Viśvāmitra, der hochglänzende (Akk.Sg. + Partikel + Eigenname, Nom.Sg. + Adj., Nom.Sg.)
saṃyojya arthaiḥ tathā dharmaiḥ
verbindend mit Reichtum und ebenso mit Pflicht (Absolutiv + Instr.Pl. + Adv. + Instr.Pl.)
aśvaiḥ taiḥ samayojayat
er verband ihn mit jenen Rossen (Instr.Pl. + Pron. + Verb, Impf. 3.Sg.)
Der genaue Sinn von 'saṃyojyārthais tathā dharmair' bleibt unsicher; er könnte auch bedeuten, dass Viśvāmitra den Neugeborenen rituell mit weltlichem Erfolg und Pflichterfüllung ,verband' (segnete) - hier wörtlich-wörtlich wiedergegeben.
Da zog Aṣṭaka fort zu einer Stadt, die dem Somapura glich; nachdem er die Maid seinem Schüler zurückgegeben hatte, ging auch Kauśika (Viśvāmitra) in den Wald.
Wort für Wort
atha aṣṭakaḥ puram prāyāt
da zog Aṣṭaka zur Stadt (Adv. + Eigenname, Nom.Sg. + Subst.Akk.Sg. + Verb, Impf. 3.Sg.)
tadā somapuraprabham
die damals dem Somapura glich (Adv. + Adj.Akk.Sg.)
niryātya kanyām śiṣyāya
nachdem er die Maid dem Schüler zurückgegeben hatte (Absolutiv + Akk.Sg. + Dat.Sg.)
kauśikaḥ api vanam yayau
auch Kauśika ging in den Wald (Eigenname, Nom.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Verb, Perf. 3.Sg.)
gālavo 'pi suparṇena saha niryātya dakṣiṇām manasābhipratītena kanyām idam uvāca ha
Auch Gālava, nachdem er sie zusammen mit Suparṇa als Ehrengabe [?] fortgeführt hatte, sprach mit freudig zustimmendem Sinn zur Maid dies:
Wort für Wort
gālavaḥ api suparṇena saha
auch Gālava zusammen mit Suparṇa (Eigenname, Nom.Sg. + Partikel + Instr.Sg. + Postposition)
niryātya dakṣiṇām
nachdem er sie als Ehrengabe fortgeführt hatte (Absolutiv + Akk.Sg.)
manasā abhipratītena
mit freudig zustimmendem Sinn (Instr.Sg. + Adj.Instr.Sg.)
kanyām idam uvāca ha
er sprach zur Maid dies (Akk.Sg. + Pron.Akk.Sg. + Verb, Perf. 3.Sg. + Partikel)
'dakṣiṇām' ist doppeldeutig: als Richtungsangabe ('südwärts') oder, wie hier bevorzugt, im Sinne von 'dakṣiṇā' als Ehrengabe/Opferlohn, womit Gālava seine Rückführung der Mādhavī zu ihrem Vater als abschließende Gabe kennzeichnet.
„Geboren wurde von dir ein Sohn, ein Herr der Freigebigkeit, und ein anderer, ein Held, und wieder ein anderer, der Wahrheit und Pflicht zugetan, und noch ein anderer, ein Opferer.
Wort für Wort
jātaḥ dānapatiḥ putraḥ tvayā
geboren wurde von dir ein Sohn, ein Herr der Freigebigkeit (Partizip Perf.Pass., Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg. + Subst.Nom.Sg. + Instr.Sg.)
śūraḥ tathā aparaḥ
und ein anderer, ein Held (Adj., Nom.Sg. + Adv. + Pron.Adj., Nom.Sg.)
satyadharmarataḥ ca anyaḥ
und ein anderer, der Wahrheit und Pflicht zugetan (Adj., Nom.Sg. + Partikel + Pron., Nom.Sg.)
yajvā ca api tathā aparaḥ
und auch noch ein anderer, ein Opferer (Subst.Nom.Sg. + Partikel + Partikel + Adv. + Pron.Adj., Nom.Sg.)