Kapitel 29: Sainyoddyoga-parva (29)
Kṛṣṇas Rede an Sañjaya: Das Handlungs-Dharma und der Entschluss zur eigenen Gesandtschaft
Kṛṣṇa (Vāsudeva) antwortet Sañjaya mit einer eigenen langen Rede: Er widerspricht der Vorstellung, Yudhiṣṭhiras pflichtgemäßes Handeln sei ein Abweichen vom Recht, und begründet ausführlich - mit kosmischen Beispielen (Sonne, Mond, Feuer, Erde, Indra, Bṛhaspati) - warum das rechte Handeln (karma) dem bloßen Verzicht/Wissen vorzuziehen ist. Er erläutert die Vier-Stände-Pflichten, verurteilt Dhṛtarāṣṭras Gier als Diebstahl, ruft die Beleidigungen der Würfelspiel-Szene (Karṇas, Duḥśāsanas und Śakunis Worte gegen Draupadī) in Erinnerung und kündigt schließlich seinen eigenen Entschluss an, selbst als Friedensgesandter nach Hastināpura zu reisen. Das Kapitel gipfelt in den berühmten Baum- und Wald-Tiger-Gleichnissen (Duryodhana als Zorn-Baum, Yudhiṣṭhira als Recht-Baum; Kauravas als Wald, Pāṇḍavas als Tiger) und endet mit einem Vorwurf an Sañjaya, die Wahrheit nicht getreu berichtet zu haben.
Vāsudeva sprach: ‚Zweifellos, Sañjaya, wünsche ich das Wohlergehen der Pāṇḍavas und ihr Wohlgefallen; ebenso, o Wagenlenker, erhoffe ich stets das Gedeihen des Königs Dhṛtarāṣṭra, des Vielsöhnigen.
Vāsudeva sprach: ‚Zweifellos, Sañjaya, wünsche ich das Wohlergehen der Pāṇḍavas und ihr Wohlgefallen; ebenso, o Wagenlenker, erhoffe ich stets das Gedeihen des Königs Dhṛtarāṣṭra, des Vielsöhnigen.
kāmo hi me saṃjaya nityam eva; nānyad brūyāṃ tān prati śāmyateti rājñaś ca hi priyam etac chṛṇomi; manye caitat pāṇḍavānāṃ samartham
Denn mein Wunsch, Sañjaya, ist stets ein und derselbe: Nichts anderes möchte ich ihnen gegenüber sagen als 'Möge Friede werden'; und ich höre, dass dies auch dem König lieb ist, und ich meine, dies sei auch den Pāṇḍavas zuträglich.
Wort für Wort
kāmo hi me saṃjaya nityam eva; nānyad brūyāṃ tān prati śāmyateti rājñaś ca hi priyam etac chṛṇomi; manye caitat pāṇḍavānāṃ samartham
Denn mein Wunsch, Sañjaya, ist stets ein und derselbe: Nichts anderes möchte ich ihnen gegenüber sagen als 'Möge Friede werden'; und ich höre, dass dies auch dem König lieb ist, und ich meine, dies sei auch den Pāṇḍavas zuträglich.
Das ASCII-Apostroph im eingebetteten Kurzzitat 'Möge Friede werden' ist eine bewusste Scare-Quote-Markierung für den zitierten Kernwunsch (śāmyata iti), keine echte Redewiedergabe-Anführung.
Doch der Friede, den der Pāṇḍava hier angeboten hat, ist wahrlich sehr schwer zu erreichen, Sañjaya; denn worin Dhṛtarāṣṭra samt seinen Söhnen begierig verhaftet ist - wie sollte da ihr Streit nicht aufflammen?
Doch der Friede, den der Pāṇḍava hier angeboten hat, ist wahrlich sehr schwer zu erreichen, Sañjaya; denn worin Dhṛtarāṣṭra samt seinen Söhnen begierig verhaftet ist - wie sollte da ihr Streit nicht aufflammen?
Da du hier, Sañjaya, das Wesen des Rechts erwägst und es sowohl von mir als auch von Yudhiṣṭhira kennst - warum behauptest du dann, Sañjaya, dass der eifrige Pāṇḍava, der seine eigene Pflicht erfüllt und, wie berichtet, mit seiner Familie lebt, eine [?] löbliche Abkehr von der uralten Ordnung vollziehe?
Da du hier, Sañjaya, das Wesen des Rechts erwägst und es sowohl von mir als auch von Yudhiṣṭhira kennst - warum behauptest du dann, Sañjaya, dass der eifrige Pāṇḍava, der seine eigene Pflicht erfüllt und, wie berichtet, mit seiner Familie lebt, eine [?] löbliche Abkehr von der uralten Ordnung vollziehe?
Vers syntaktisch sehr verdichtet; 'purākalpāt sādhu vilopam āttha' bleibt unsicher - offenbar Kṛṣṇas Widerspruch gegen eine frühere Äußerung Sañjayas (Kap.27), Yudhiṣṭhiras pflichtgemäßes, familiär eingebundenes Handeln stelle einen (vermeintlich verdienstvollen) Bruch mit der uralten Ordnung dar.
Wenn diese Ordnung ordnungsgemäß befolgt wird, gibt es unter den Brahmanen unterschiedliche, höhere und niedere Ansichten: Die einen sagen, die Vollendung werde im Jenseits durch Handeln erreicht, die anderen, man erreiche die Vollendung, indem man das Handeln aufgebe, durch Wissen allein. Doch wer nicht isst, wird nicht satt von Speise und Genießbarem, mag er auch ein Wissender sein - dies ist den Brahmanen wohlbekannt.
Wenn diese Ordnung ordnungsgemäß befolgt wird, gibt es unter den Brahmanen unterschiedliche, höhere und niedere Ansichten: Die einen sagen, die Vollendung werde im Jenseits durch Handeln erreicht, die anderen, man erreiche die Vollendung, indem man das Handeln aufgebe, durch Wissen allein. Doch wer nicht isst, wird nicht satt von Speise und Genießbarem, mag er auch ein Wissender sein - dies ist den Brahmanen wohlbekannt.
Kṛṣṇas Grundargument gegen reine Wissens-/Verzichtslehre zugunsten des Handelns: bloßes Wissen sättigt so wenig wie bloßes Wissen um Speise den Hunger stillt.
yā vai vidyāḥ sādhayantīha karma; tāsāṃ phalaṃ vidyate netarāsām tatreha vai dṛṣṭaphalaṃ tu karma; pītvodakaṃ śāmyati tṛṣṇayārtaḥ
Nur jene Wissensarten, die hier das Handeln bewirken, haben Frucht - nicht die anderen; und hier zeigt sich die sichtbare Frucht des Handelns: Wer von Durst gequält ist, wird gestillt, sobald er Wasser getrunken hat.
Wort für Wort
yā vai vidyāḥ sādhayantīha karma; tāsāṃ phalaṃ vidyate netarāsām tatreha vai dṛṣṭaphalaṃ tu karma; pītvodakaṃ śāmyati tṛṣṇayārtaḥ
Nur jene Wissensarten, die hier das Handeln bewirken, haben Frucht - nicht die anderen; und hier zeigt sich die sichtbare Frucht des Handelns: Wer von Durst gequält ist, wird gestillt, sobald er Wasser getrunken hat.
so 'yaṃ vidhir vihitaḥ karmaṇaiva; tad vartate saṃjaya tatra karma tatra yo 'nyat karmaṇaḥ sādhu manyen; moghaṃ tasya lapitaṃ durbalasya
Diese Ordnung ist eben durch das Handeln festgesetzt; darin, Sañjaya, besteht eben das rechte Handeln. Wer darin etwas anderes als das Handeln für gut hält, dessen Gerede ist vergeblich - der Schwache.
Wort für Wort
so 'yaṃ vidhir vihitaḥ karmaṇaiva; tad vartate saṃjaya tatra karma tatra yo 'nyat karmaṇaḥ sādhu manyen; moghaṃ tasya lapitaṃ durbalasya
Diese Ordnung ist eben durch das Handeln festgesetzt; darin, Sañjaya, besteht eben das rechte Handeln. Wer darin etwas anderes als das Handeln für gut hält, dessen Gerede ist vergeblich - der Schwache.
Durch Handeln erstrahlen jene Götter im Jenseits; durch Handeln eben schwebt hier der Windgott Mātariśvan; Tag und Nacht ordnend, eben durch Handeln, geht die Sonne unermüdlich stets auf.
Durch Handeln erstrahlen jene Götter im Jenseits; durch Handeln eben schwebt hier der Windgott Mātariśvan; Tag und Nacht ordnend, eben durch Handeln, geht die Sonne unermüdlich stets auf.
Unermüdlich durchläuft der Mond die Monate, Halbmonate und die Verbindungen mit den Mondhäusern; unermüdlich brennt der Jātavedas (das Feuer), sich entzündend, sein Werk für die Geschöpfe verrichtend.
Unermüdlich durchläuft der Mond die Monate, Halbmonate und die Verbindungen mit den Mondhäusern; unermüdlich brennt der Jātavedas (das Feuer), sich entzündend, sein Werk für die Geschöpfe verrichtend.
Unermüdlich trägt die göttliche Erde diese gewaltige Last mit ihrer Kraft; unermüdlich fließen die Gewässer rasch dahin, die Flüsse, die alle Wesen erquicken.
Unermüdlich trägt die göttliche Erde diese gewaltige Last mit ihrer Kraft; unermüdlich fließen die Gewässer rasch dahin, die Flüsse, die alle Wesen erquicken.
Unermüdlich regnet der Gewaltige-Glanz-Habende, Luftraum und Himmel erdröhnen lassend; unermüdlich übte Balabhid (Indra) Keuschheit, den Vorrang unter den Göttern begehrend.
Unermüdlich regnet der Gewaltige-Glanz-Habende, Luftraum und Himmel erdröhnen lassend; unermüdlich übte Balabhid (Indra) Keuschheit, den Vorrang unter den Göttern begehrend.
hitvā sukhaṃ manasaś ca priyāṇi; tena śakraḥ karmaṇā śraiṣṭhyam āpa satyaṃ dharmaṃ pālayann apramattaḥ; damaṃ titikṣāṃ samatāṃ priyaṃ ca etāni sarvāṇy upasevamāno; devarājyaṃ maghavān prāpa mukhyam
Glück und die dem Herzen lieben Dinge aufgebend, erlangte Śakra dadurch, durch Handeln, den Vorrang; Wahrheit und Recht wachsam bewahrend, Selbstbeherrschung, Geduld, Gleichmut und Liebenswürdigkeit pflegend, erlangte Maghavan die höchste Götterherrschaft.
Wort für Wort
hitvā sukhaṃ manasaś ca priyāṇi; tena śakraḥ karmaṇā śraiṣṭhyam āpa satyaṃ dharmaṃ pālayann apramattaḥ; damaṃ titikṣāṃ samatāṃ priyaṃ ca etāni sarvāṇy upasevamāno; devarājyaṃ maghavān prāpa mukhyam
Glück und die dem Herzen lieben Dinge aufgebend, erlangte Śakra dadurch, durch Handeln, den Vorrang; Wahrheit und Recht wachsam bewahrend, Selbstbeherrschung, Geduld, Gleichmut und Liebenswürdigkeit pflegend, erlangte Maghavan die höchste Götterherrschaft.
Bṛhaspati übte, gesammelt und geläuterten Wesens, ordnungsgemäß Keuschheit, indem er auf Glück verzichtete und die Sinne zügelte; dadurch erlangte er Ansehen unter den Göttern.
Bṛhaspati übte, gesammelt und geläuterten Wesens, ordnungsgemäß Keuschheit, indem er auf Glück verzichtete und die Sinne zügelte; dadurch erlangte er Ansehen unter den Göttern.
Durch Handeln erstrahlen dort die Sternbilder, die Rudras, die Ādityas, die Vasus und auch die Viśvedevas, König Yama, Vaiśravaṇa Kubera, und die strahlenden Gandharvas, Yakṣas und Apsaras; und die Weisen erstrahlen dort, indem sie Keuschheit, Veda-Wissen und rituelle Handlungen pflegen.
Durch Handeln erstrahlen dort die Sternbilder, die Rudras, die Ādityas, die Vasus und auch die Viśvedevas, König Yama, Vaiśravaṇa Kubera, und die strahlenden Gandharvas, Yakṣas und Apsaras; und die Weisen erstrahlen dort, indem sie Keuschheit, Veda-Wissen und rituelle Handlungen pflegen.
jānann imaṃ sarvalokasya dharmaṃ; brāhmaṇānāṃ kṣatriyāṇāṃ viśāṃ ca sa kasmāt tvaṃ jānatāṃ jñānavān san; vyāyacchase saṃjaya kauravārthe
Da du also dieses Recht der ganzen Welt kennst - das der Brahmanen, Kṣatriyas und Vaiśyas -, warum, obwohl du unter den Wissenden ein Wissender bist, bemühst du dich dann, Sañjaya, zugunsten der Sache der Kauravas?
Wort für Wort
jānann imaṃ sarvalokasya dharmaṃ; brāhmaṇānāṃ kṣatriyāṇāṃ viśāṃ ca sa kasmāt tvaṃ jānatāṃ jñānavān san; vyāyacchase saṃjaya kauravārthe
Da du also dieses Recht der ganzen Welt kennst - das der Brahmanen, Kṣatriyas und Vaiśyas -, warum, obwohl du unter den Wissenden ein Wissender bist, bemühst du dich dann, Sañjaya, zugunsten der Sache der Kauravas?
āmnāyeṣu nityasaṃyogam asya; tathāśvamedhe rājasūye ca viddhi saṃyujyate dhanuṣā varmaṇā ca; hastatrāṇai rathaśastraiś ca bhūyaḥ
Wisse, dass seine, des Kṣatriya, beständige Verbindung in den heiligen Überlieferungen besteht, ebenso beim Aśvamedha- und Rājasūya-Opfer; er ist ja verbunden mit Bogen und Panzer, mit Handschützern und ferner mit Streitwagen und Waffen.
Wort für Wort
āmnāyeṣu nityasaṃyogam asya; tathāśvamedhe rājasūye ca viddhi saṃyujyate dhanuṣā varmaṇā ca; hastatrāṇai rathaśastraiś ca bhūyaḥ
Wisse, dass seine, des Kṣatriya, beständige Verbindung in den heiligen Überlieferungen besteht, ebenso beim Aśvamedha- und Rājasūya-Opfer; er ist ja verbunden mit Bogen und Panzer, mit Handschützern und ferner mit Streitwagen und Waffen.
te ced ime kauravāṇām upāyam; adhigaccheyur avadhenaiva pārthāḥ dharmatrāṇaṃ puṇyam eṣāṃ kṛtaṃ syād; ārye vṛtte bhīmasenaṃ nigṛhya
Wenn diese Pārthas den Weg der Kauravas ohne Tötung erlangen könnten, so wäre die Wahrung des Rechts für sie ein verdienstvolles Werk, wenn sie sich edel verhalten und Bhīmasena zurückhalten.
Wort für Wort
te ced ime kauravāṇām upāyam; adhigaccheyur avadhenaiva pārthāḥ dharmatrāṇaṃ puṇyam eṣāṃ kṛtaṃ syād; ārye vṛtte bhīmasenaṃ nigṛhya
Wenn diese Pārthas den Weg der Kauravas ohne Tötung erlangen könnten, so wäre die Wahrung des Rechts für sie ein verdienstvolles Werk, wenn sie sich edel verhalten und Bhīmasena zurückhalten.
te cet pitrye karmaṇi vartamānā; āpadyeran diṣṭavaśena mṛtyum yathāśaktyā pūrayantaḥ svakarma; tad apy eṣāṃ nidhanaṃ syāt praśastam
Wenn sie aber, in der väterlichen Pflicht verharrend, durch die Macht des Schicksals dem Tod anheimfielen, während sie nach Kräften ihre eigene Pflicht erfüllen - so wäre auch ihr Untergang für sie rühmenswert.
Wort für Wort
te cet pitrye karmaṇi vartamānā; āpadyeran diṣṭavaśena mṛtyum yathāśaktyā pūrayantaḥ svakarma; tad apy eṣāṃ nidhanaṃ syāt praśastam
Wenn sie aber, in der väterlichen Pflicht verharrend, durch die Macht des Schicksals dem Tod anheimfielen, während sie nach Kräften ihre eigene Pflicht erfüllen - so wäre auch ihr Untergang für sie rühmenswert.
Oder meinst du etwa, dass für Könige das ganze Gefüge des Rechts allein im Krieg bestehe, oder besteht das Gefüge des Rechts im Nicht-Krieg? So höre ich denn diese deine Rede.
Oder meinst du etwa, dass für Könige das ganze Gefüge des Rechts allein im Krieg bestehe, oder besteht das Gefüge des Rechts im Nicht-Krieg? So höre ich denn diese deine Rede.
cāturvarṇyasya prathamaṃ vibhāgam; avekṣya tvaṃ saṃjaya svaṃ ca karma niśamyātho pāṇḍavānāṃ svakarma; praśaṃsa vā ninda vā yā matis te
Betrachte zuerst, Sañjaya, die Einteilung der vier Stände und deine eigene Aufgabe, und vernimm dann die eigene Pflicht der Pāṇḍavas - lobe sie oder tadle sie, ganz wie es deine Ansicht ist.
Wort für Wort
cāturvarṇyasya prathamaṃ vibhāgam; avekṣya tvaṃ saṃjaya svaṃ ca karma niśamyātho pāṇḍavānāṃ svakarma; praśaṃsa vā ninda vā yā matis te
Betrachte zuerst, Sañjaya, die Einteilung der vier Stände und deine eigene Aufgabe, und vernimm dann die eigene Pflicht der Pāṇḍavas - lobe sie oder tadle sie, ganz wie es deine Ansicht ist.
Der Brahmane soll studieren und opfern, spenden, zu den vornehmsten Wallfahrtsstätten pilgern, andere unterrichten, für Opferer opfern oder anerkannte Geschenke annehmen.
Der Brahmane soll studieren und opfern, spenden, zu den vornehmsten Wallfahrtsstätten pilgern, andere unterrichten, für Opferer opfern oder anerkannte Geschenke annehmen.
Ebenso soll der Kṣatriya, nachdem er wachsam und pflichtgemäß den Schutz der Untertanen ausgeübt, gespendet, durch Opfer geopfert, alle Veden studiert und eine Ehe geschlossen hat, als Verdienstwirkender im eigenen Haus wohnen.
Ebenso soll der Kṣatriya, nachdem er wachsam und pflichtgemäß den Schutz der Untertanen ausgeübt, gespendet, durch Opfer geopfert, alle Veden studiert und eine Ehe geschlossen hat, als Verdienstwirkender im eigenen Haus wohnen.
Der Vaiśya soll, nachdem er studiert hat, durch Ackerbau, Viehzucht und Handel Reichtum anhäufen und wachsam bewahren, den Brahmanen und Kṣatriyas Gefälliges tun und, rechtschaffen und Verdienst wirkend, im eigenen Haus wohnen.
Der Vaiśya soll, nachdem er studiert hat, durch Ackerbau, Viehzucht und Handel Reichtum anhäufen und wachsam bewahren, den Brahmanen und Kṣatriyas Gefälliges tun und, rechtschaffen und Verdienst wirkend, im eigenen Haus wohnen.
Dienst und Verehrung der Brahmanen obliegt dem Śūdra; er soll nicht studieren, das Opfer ist ihm untersagt; stets früh aufstehend soll er unermüdlich auf sein Gedeihen bedacht sein - dies gilt als die uralte Pflicht des Śūdra.
Dienst und Verehrung der Brahmanen obliegt dem Śūdra; er soll nicht studieren, das Opfer ist ihm untersagt; stets früh aufstehend soll er unermüdlich auf sein Gedeihen bedacht sein - dies gilt als die uralte Pflicht des Śūdra.
Der König, der wachsam diese Pflichten bewahrt und alle Stände zu ihrer eigenen Pflicht anhält, frei von eigennützigem Begehren, allen Untertanen gegenüber gleichmütig, soll sich nicht unrechtmäßigen Wünschen hingeben.
Der König, der wachsam diese Pflichten bewahrt und alle Stände zu ihrer eigenen Pflicht anhält, frei von eigennützigem Begehren, allen Untertanen gegenüber gleichmütig, soll sich nicht unrechtmäßigen Wünschen hingeben.
śreyāṃs tasmād yadi vidyeta kaś cid; abhijñātaḥ sarvadharmopapannaḥ sa taṃ duṣṭam anuśiṣyāt prajānan; na ced gṛdhyed iti tasmin na sādhu
Wenn es aber jemanden gibt, der vorzüglicher ist als er, bekannt und mit allem Recht ausgestattet, so soll dieser den Verirrten zurechtweisen, ihn als solchen erkennend; unterlässt er dies, so ist das an ihm nicht gut.
Wort für Wort
śreyāṃs tasmād yadi vidyeta kaś cid; abhijñātaḥ sarvadharmopapannaḥ sa taṃ duṣṭam anuśiṣyāt prajānan; na ced gṛdhyed iti tasmin na sādhu
Wenn es aber jemanden gibt, der vorzüglicher ist als er, bekannt und mit allem Recht ausgestattet, so soll dieser den Verirrten zurechtweisen, ihn als solchen erkennend; unterlässt er dies, so ist das an ihm nicht gut.
yadā gṛdhyet parabhūmiṃ nṛśaṃso; vidhiprakopād balam ādadānaḥ tato rājñāṃ bhavitā yuddham etat; tatra jātaṃ varma śastraṃ dhanuś ca indreṇedaṃ dasyuvadhāya karma; utpāditaṃ varma śastraṃ dhanuś ca
Wenn ein Grausamer, durch die Verletzung der Ordnung Kraft gewinnend, nach fremdem Land giert, dann entsteht eben dieser Krieg zwischen Königen; darin sind Panzer, Waffe und Bogen entstanden - dieses Werk, Panzer, Waffe und Bogen, wurde von Indra zur Tötung der Bösewichte hervorgebracht.
Wort für Wort
yadā gṛdhyet parabhūmiṃ nṛśaṃso; vidhiprakopād balam ādadānaḥ tato rājñāṃ bhavitā yuddham etat; tatra jātaṃ varma śastraṃ dhanuś ca indreṇedaṃ dasyuvadhāya karma; utpāditaṃ varma śastraṃ dhanuś ca
Wenn ein Grausamer, durch die Verletzung der Ordnung Kraft gewinnend, nach fremdem Land giert, dann entsteht eben dieser Krieg zwischen Königen; darin sind Panzer, Waffe und Bogen entstanden - dieses Werk, Panzer, Waffe und Bogen, wurde von Indra zur Tötung der Bösewichte hervorgebracht.
steno hared yatra dhanaṃ hy adṛṣṭaḥ; prasahya vā yatra hareta dṛṣṭaḥ ubhau garhyau bhavataḥ saṃjayaitau; kiṃ vai pṛthak tvaṃ dhṛtarāṣṭrasya putre yo 'yaṃ lobhān manyate dharmam etaṃ; yam icchate manyuvaśānugāmī
Wo ein Dieb heimlich, unerkannt, Reichtum raubt, oder wo einer, erkannt, ihn gewaltsam raubt - beide sind tadelnswert, Sañjaya; warum also machst du bei Dhṛtarāṣṭras Sohn eine Ausnahme, der aus Gier dies für Recht hält, was der vom Zorn Beherrschte begehrt?
Wort für Wort
steno hared yatra dhanaṃ hy adṛṣṭaḥ; prasahya vā yatra hareta dṛṣṭaḥ ubhau garhyau bhavataḥ saṃjayaitau; kiṃ vai pṛthak tvaṃ dhṛtarāṣṭrasya putre yo 'yaṃ lobhān manyate dharmam etaṃ; yam icchate manyuvaśānugāmī
Wo ein Dieb heimlich, unerkannt, Reichtum raubt, oder wo einer, erkannt, ihn gewaltsam raubt - beide sind tadelnswert, Sañjaya; warum also machst du bei Dhṛtarāṣṭras Sohn eine Ausnahme, der aus Gier dies für Recht hält, was der vom Zorn Beherrschte begehrt?
bhāgaḥ punaḥ pāṇḍavānāṃ niviṣṭas; taṃ no 'kasmād ādadīran pare vai asmin pade yudhyatāṃ no vadho 'pi; ślāghyaḥ pitryaḥ pararājyād viśiṣṭaḥ etān dharmān kauravāṇāṃ purāṇān; ācakṣīthāḥ saṃjaya rājyamadhye
Der den Pāṇḍavas zustehende Anteil aber ist fest begründet; ihn sollen die anderen nicht ohne Grund an sich reißen; kämpfen wir für diese Stellung, so ist selbst unser Tod rühmlich - das väterliche Erbe ist mehr wert als fremdes Königreich. Diese uralten Rechtsordnungen der Kauravas magst du, Sañjaya, inmitten des Königskreises verkünden.
Wort für Wort
bhāgaḥ punaḥ pāṇḍavānāṃ niviṣṭas; taṃ no 'kasmād ādadīran pare vai asmin pade yudhyatāṃ no vadho 'pi; ślāghyaḥ pitryaḥ pararājyād viśiṣṭaḥ etān dharmān kauravāṇāṃ purāṇān; ācakṣīthāḥ saṃjaya rājyamadhye
Der den Pāṇḍavas zustehende Anteil aber ist fest begründet; ihn sollen die anderen nicht ohne Grund an sich reißen; kämpfen wir für diese Stellung, so ist selbst unser Tod rühmlich - das väterliche Erbe ist mehr wert als fremdes Königreich. Diese uralten Rechtsordnungen der Kauravas magst du, Sañjaya, inmitten des Königskreises verkünden.
'rājyamadhye' hier wohl im Sinne von 'inmitten der versammelten Königsschaft/Ratsversammlung', nicht 'inmitten des Reichsgebiets'.
ye te mandā mṛtyuvaśābhipannāḥ; samānītā dhārtarāṣṭreṇa mūḍhāḥ idaṃ punaḥ karma pāpīya eva; sabhāmadhye paśya vṛttaṃ kurūṇām
Jene Toren, die, dem Tod verfallen, von Dhṛtarāṣṭras Sohn zusammengeführten Verblendeten - sieh nur dieses überaus sündige Tun, das Verhalten der Kurus inmitten der Versammlungshalle!
Wort für Wort
ye te mandā mṛtyuvaśābhipannāḥ; samānītā dhārtarāṣṭreṇa mūḍhāḥ idaṃ punaḥ karma pāpīya eva; sabhāmadhye paśya vṛttaṃ kurūṇām
Jene Toren, die, dem Tod verfallen, von Dhṛtarāṣṭras Sohn zusammengeführten Verblendeten - sieh nur dieses überaus sündige Tun, das Verhalten der Kurus inmitten der Versammlungshalle!
Dass die Kurus, mit Bhīṣma an der Spitze, es duldeten, wie Draupadī, die geliebte, ruhmreiche, von Sitte und gutem Wandel erfüllte Gattin der Pāṇḍavas, von dem seiner Begierde folgenden Duḥśāsana festgehalten wurde, während sie weinte -
Dass die Kurus, mit Bhīṣma an der Spitze, es duldeten, wie Draupadī, die geliebte, ruhmreiche, von Sitte und gutem Wandel erfüllte Gattin der Pāṇḍavas, von dem seiner Begierde folgenden Duḥśāsana festgehalten wurde, während sie weinte -
taṃ cet tadā te sakumāravṛddhā; avārayiṣyan kuravaḥ sametāḥ mama priyaṃ dhṛtarāṣṭro 'kariṣyat; putrāṇāṃ ca kṛtam asyābhaviṣyat
Hätten die Kurus, Junge und Alte zusammen, ihn damals daran gehindert, so hätte Dhṛtarāṣṭra mir eine Freude bereitet, und das Werk seiner Söhne wäre gesichert gewesen.
Wort für Wort
taṃ cet tadā te sakumāravṛddhā; avārayiṣyan kuravaḥ sametāḥ mama priyaṃ dhṛtarāṣṭro 'kariṣyat; putrāṇāṃ ca kṛtam asyābhaviṣyat
Hätten die Kurus, Junge und Alte zusammen, ihn damals daran gehindert, so hätte Dhṛtarāṣṭra mir eine Freude bereitet, und das Werk seiner Söhne wäre gesichert gewesen.
duḥśāsanaḥ prātilomyān nināya; sabhāmadhye śvaśurāṇāṃ ca kṛṣṇām sā tatra nītā karuṇāny avocan; nānyaṃ kṣattur nātham adṛṣṭa kaṃ cit
Duḥśāsana zerrte, gegen alle Ordnung, Kṛṣṇā mitten in die Versammlung ihrer Schwiegerväter; dorthin geführt, sprach sie Klagevolles, da sie außer dem Kṣattṛ keinen anderen Beschützer sah.
Wort für Wort
duḥśāsanaḥ prātilomyān nināya; sabhāmadhye śvaśurāṇāṃ ca kṛṣṇām sā tatra nītā karuṇāny avocan; nānyaṃ kṣattur nātham adṛṣṭa kaṃ cit
Duḥśāsana zerrte, gegen alle Ordnung, Kṛṣṇā mitten in die Versammlung ihrer Schwiegerväter; dorthin geführt, sprach sie Klagevolles, da sie außer dem Kṣattṛ keinen anderen Beschützer sah.
'prātilomya' (wörtlich 'gegen den Strich/gegen die natürliche Ordnung') bezeichnet hier das zutiefst Unziemliche, eine verheiratete Frau gewaltsam in eine Männerversammlung zu zerren.
kārpaṇyād eva sahitās tatra rājño; nāśaknuvan prativaktuṃ sabhāyām ekaḥ kṣattā dharmyam arthaṃ bruvāṇo; dharmaṃ buddhvā pratyuvācālpabuddhim
Aus bloßer Erbärmlichkeit vermochten die versammelten Könige dort in der Versammlung nicht zu widersprechen; allein der Kṣattṛ, der die rechte Sache vortrug, erwiderte, das Recht erkennend, dem Kleingeistigen.
Wort für Wort
kārpaṇyād eva sahitās tatra rājño; nāśaknuvan prativaktuṃ sabhāyām ekaḥ kṣattā dharmyam arthaṃ bruvāṇo; dharmaṃ buddhvā pratyuvācālpabuddhim
Aus bloßer Erbärmlichkeit vermochten die versammelten Könige dort in der Versammlung nicht zu widersprechen; allein der Kṣattṛ, der die rechte Sache vortrug, erwiderte, das Recht erkennend, dem Kleingeistigen.
Ohne selbst damals in der Versammlung das Recht ausgesprochen zu haben, willst du nun den Pāṇḍava belehren? Kṛṣṇā aber vollbrachte diese reine, wahrlich sehr schwer zu vollbringende Tat, indem sie, in die Versammlung tretend, die Pāṇḍavas aus der Not errettete und ebenso sich selbst, wie ein Schiff aus der Flut des Meeres.
Ohne selbst damals in der Versammlung das Recht ausgesprochen zu haben, willst du nun den Pāṇḍava belehren? Kṛṣṇā aber vollbrachte diese reine, wahrlich sehr schwer zu vollbringende Tat, indem sie, in die Versammlung tretend, die Pāṇḍavas aus der Not errettete und ebenso sich selbst, wie ein Schiff aus der Flut des Meeres.
yatrābravīt sūtaputraḥ sabhāyāṃ; kṛṣṇāṃ sthitāṃ śvaśurāṇāṃ samīpe na te gatir vidyate yājñaseni; prapadyedānīṃ dhārtarāṣṭrasya veśma parājitās te patayo na santi; patiṃ cānyaṃ bhāmini tvaṃ vṛṇīṣva
- als der Sūta-Sohn (Karṇa) in der Versammlung zu Kṛṣṇā sprach, die in der Nähe ihrer Schwiegerväter stand: „Für dich, Tochter des Yajñasena, gibt es keine Zuflucht mehr - begib dich jetzt in Dhṛtarāṣṭras Haus; deine Gatten sind besiegt, sie sind keine mehr - wähle dir, du Zornige, einen anderen Gatten!“
Wort für Wort
yatrābravīt sūtaputraḥ sabhāyāṃ; kṛṣṇāṃ sthitāṃ śvaśurāṇāṃ samīpe na te gatir vidyate yājñaseni; prapadyedānīṃ dhārtarāṣṭrasya veśma parājitās te patayo na santi; patiṃ cānyaṃ bhāmini tvaṃ vṛṇīṣva
- als der Sūta-Sohn (Karṇa) in der Versammlung zu Kṛṣṇā sprach, die in der Nähe ihrer Schwiegerväter stand: „Für dich, Tochter des Yajñasena, gibt es keine Zuflucht mehr - begib dich jetzt in Dhṛtarāṣṭras Haus; deine Gatten sind besiegt, sie sind keine mehr - wähle dir, du Zornige, einen anderen Gatten!“
Dieser aus Worten gemachte, überaus furchtbare, glutscharfe Pfeil von Karṇa, Knochen durchtrennend, die Lebenspunkte treffend, blieb im Herzen Phalgunas haften.
Dieser aus Worten gemachte, überaus furchtbare, glutscharfe Pfeil von Karṇa, Knochen durchtrennend, die Lebenspunkte treffend, blieb im Herzen Phalgunas haften.
Metapher: Karṇas Worte an Draupadī wirken wie ein Pfeil, der dauerhaft in Arjunas (Bībhatsu/Phalguna) Herz eingedrungen ist.
Duḥśāsana sprach bittere Worte zu denen, die schwarze Antilopenfelle als Gewänder trugen: „Diese alle sind wie taube Sesamkörner zugrunde gegangen, ins Verderben geraten, für lange Zeit zur Hölle bestimmt.“
Duḥśāsana sprach bittere Worte zu denen, die schwarze Antilopenfelle als Gewänder trugen: „Diese alle sind wie taube Sesamkörner zugrunde gegangen, ins Verderben geraten, für lange Zeit zur Hölle bestimmt.“
'ṣaṇḍhatilā' ('unfruchtbare/taube Sesamkörner') ist eine gängige Schmähformel für gänzlich Wertloses/Unfruchtbares.
gāndhārarājaḥ śakunir nikṛtyā; yad abravīd dyūtakāle sa pārthān parājito nakulaḥ kiṃ tavāsti; kṛṣṇayā tvaṃ dīvya vai yājñasenyā
Was der König von Gāndhāra, Śakuni, durch Betrug beim Würfelspiel zu den Pārthas sprach: „Nakula, du bist besiegt - was besitzt du noch? Spiele nun mit Kṛṣṇā, der Tochter des Yajñasena, um sie!“
Wort für Wort
gāndhārarājaḥ śakunir nikṛtyā; yad abravīd dyūtakāle sa pārthān parājito nakulaḥ kiṃ tavāsti; kṛṣṇayā tvaṃ dīvya vai yājñasenyā
Was der König von Gāndhāra, Śakuni, durch Betrug beim Würfelspiel zu den Pārthas sprach: „Nakula, du bist besiegt - was besitzt du noch? Spiele nun mit Kṛṣṇā, der Tochter des Yajñasena, um sie!“
jānāsi tvaṃ saṃjaya sarvam etad; dyūte 'vācyaṃ vākyam evaṃ yathoktam svayaṃ tv ahaṃ prārthaye tatra gantuṃ; samādhātuṃ kāryam etad vipannam
All dies weißt du, Sañjaya - die unsäglichen Worte, die beim Würfelspiel so gesprochen wurden, wie berichtet; ich selbst aber wünsche, dorthin zu gehen, um diese verdorbene Angelegenheit wieder ins Lot zu bringen.
Wort für Wort
jānāsi tvaṃ saṃjaya sarvam etad; dyūte 'vācyaṃ vākyam evaṃ yathoktam svayaṃ tv ahaṃ prārthaye tatra gantuṃ; samādhātuṃ kāryam etad vipannam
All dies weißt du, Sañjaya - die unsäglichen Worte, die beim Würfelspiel so gesprochen wurden, wie berichtet; ich selbst aber wünsche, dorthin zu gehen, um diese verdorbene Angelegenheit wieder ins Lot zu bringen.
Hier kündigt Kṛṣṇa erstmals ausdrücklich an, selbst als Friedensgesandter nach Hastināpura reisen zu wollen.
ahāpayitvā yadi pāṇḍavārthaṃ; śamaṃ kurūṇām atha cec careyam puṇyaṃ ca me syāc caritaṃ mahodayaṃ; mucyeraṃś ca kuravo mṛtyupāśāt
Könnte ich, ohne die Sache der Pāṇḍavas preiszugeben, Frieden für die Kurus bewirken, so wäre mein Handeln verdienstvoll und von großem Segen, und die Kurus würden aus der Schlinge des Todes befreit.
Wort für Wort
ahāpayitvā yadi pāṇḍavārthaṃ; śamaṃ kurūṇām atha cec careyam puṇyaṃ ca me syāc caritaṃ mahodayaṃ; mucyeraṃś ca kuravo mṛtyupāśāt
Könnte ich, ohne die Sache der Pāṇḍavas preiszugeben, Frieden für die Kurus bewirken, so wäre mein Handeln verdienstvoll und von großem Segen, und die Kurus würden aus der Schlinge des Todes befreit.
api vācaṃ bhāṣamāṇasya kāvyāṃ; dharmārāmām arthavatīm ahiṃsrām avekṣeran dhārtarāṣṭrāḥ samakṣaṃ; māṃ ca prāptaṃ kuravaḥ pūjayeyuḥ
Möchten doch die Söhne Dhṛtarāṣṭras von Angesicht zu Angesicht die kunstvolle Rede beachten, die ich sprechen werde - im Recht ergötzend, sinnvoll und gewaltlos -, und mögen die Kurus mich, wenn ich ankomme, ehren.
Wort für Wort
api vācaṃ bhāṣamāṇasya kāvyāṃ; dharmārāmām arthavatīm ahiṃsrām avekṣeran dhārtarāṣṭrāḥ samakṣaṃ; māṃ ca prāptaṃ kuravaḥ pūjayeyuḥ
Möchten doch die Söhne Dhṛtarāṣṭras von Angesicht zu Angesicht die kunstvolle Rede beachten, die ich sprechen werde - im Recht ergötzend, sinnvoll und gewaltlos -, und mögen die Kurus mich, wenn ich ankomme, ehren.
ato 'nyathā rathinā phalgunena; bhīmena caivāhavadaṃśitena parāsiktān dhārtarāṣṭrāṃs tu viddhi; pradahyamānān karmaṇā svena mandān
Andernfalls aber wisse, dass die Söhne Dhṛtarāṣṭras, die Toren, durch den Wagenkämpfer Phalguna und durch den im Kampf gepanzerten Bhīma niedergestreckt, durch ihre eigene Tat verbrannt werden.
Wort für Wort
ato 'nyathā rathinā phalgunena; bhīmena caivāhavadaṃśitena parāsiktān dhārtarāṣṭrāṃs tu viddhi; pradahyamānān karmaṇā svena mandān
Andernfalls aber wisse, dass die Söhne Dhṛtarāṣṭras, die Toren, durch den Wagenkämpfer Phalguna und durch den im Kampf gepanzerten Bhīma niedergestreckt, durch ihre eigene Tat verbrannt werden.
parājitān pāṇḍaveyāṃs tu vāco; raudrarūpā bhāṣate dhārtarāṣṭraḥ gadāhasto bhīmaseno 'pramatto; duryodhanaṃ smārayitvā hi kāle
Der Sohn Dhṛtarāṣṭras spricht Worte von schrecklicher Gestalt gegen die angeblich schon besiegten Pāṇḍaveyas - doch der wachsame Bhīmasena, die Keule in der Hand, wird Duryodhana zur rechten Zeit daran erinnern lassen.
Wort für Wort
parājitān pāṇḍaveyāṃs tu vāco; raudrarūpā bhāṣate dhārtarāṣṭraḥ gadāhasto bhīmaseno 'pramatto; duryodhanaṃ smārayitvā hi kāle
Der Sohn Dhṛtarāṣṭras spricht Worte von schrecklicher Gestalt gegen die angeblich schon besiegten Pāṇḍaveyas - doch der wachsame Bhīmasena, die Keule in der Hand, wird Duryodhana zur rechten Zeit daran erinnern lassen.
Sinngemäß: Bhīma wird Duryodhana zur gegebenen Zeit für diese Worte büßen lassen.
Suyodhana ist ein großer, aus Zorn gemachter Baum; Karṇa ist sein Stamm, Śakuni seine Zweige; Duḥśāsana ist Blüte und reife Frucht zugleich; die Wurzel ist der unkluge König Dhṛtarāṣṭra.
Suyodhana ist ein großer, aus Zorn gemachter Baum; Karṇa ist sein Stamm, Śakuni seine Zweige; Duḥśāsana ist Blüte und reife Frucht zugleich; die Wurzel ist der unkluge König Dhṛtarāṣṭra.
yudhiṣṭhiro dharmamayo mahādrumaḥ; skandho 'rjuno bhīmaseno 'sya śākhāḥ mādrīputrau puṣpaphale samṛddhe; mūlaṃ tv ahaṃ brahma ca brāhmaṇāś ca
Yudhiṣṭhira ist ein großer, aus Recht gemachter Baum; Arjuna ist sein Stamm, Bhīmasena seine Zweige; die beiden Söhne der Mādrī sind Blüte und reife Frucht zugleich; die Wurzel aber bin ich, das Brahman und die Brahmanen.
Wort für Wort
yudhiṣṭhiro dharmamayo mahādrumaḥ; skandho 'rjuno bhīmaseno 'sya śākhāḥ mādrīputrau puṣpaphale samṛddhe; mūlaṃ tv ahaṃ brahma ca brāhmaṇāś ca
Yudhiṣṭhira ist ein großer, aus Recht gemachter Baum; Arjuna ist sein Stamm, Bhīmasena seine Zweige; die beiden Söhne der Mādrī sind Blüte und reife Frucht zugleich; die Wurzel aber bin ich, das Brahman und die Brahmanen.
König Dhṛtarāṣṭra mit seinen Söhnen ist der Wald; die Söhne Pāṇḍus, Sañjaya, sind die Tiger im Wald - fälle nicht den Wald samt den Tigern, vertreibe nicht die Tiger aus dem Wald.
König Dhṛtarāṣṭra mit seinen Söhnen ist der Wald; die Söhne Pāṇḍus, Sañjaya, sind die Tiger im Wald - fälle nicht den Wald samt den Tigern, vertreibe nicht die Tiger aus dem Wald.
Die Söhne Dhṛtarāṣṭras haben die Natur einer Schlingpflanze, die Pāṇḍavas, Sañjaya, sind Śāla-Bäume; niemals wächst eine Schlingpflanze, ohne sich auf einen großen Baum zu stützen.
Die Söhne Dhṛtarāṣṭras haben die Natur einer Schlingpflanze, die Pāṇḍavas, Sañjaya, sind Śāla-Bäume; niemals wächst eine Schlingpflanze, ohne sich auf einen großen Baum zu stützen.
Die Pārthas sind bereit zu gehorchen, die Feindebezwinger sind auch bereit zu kämpfen; was Dhṛtarāṣṭra zu tun beliebt, das möge der Herrscher der Menschen tun.
Die Pārthas sind bereit zu gehorchen, die Feindebezwinger sind auch bereit zu kämpfen; was Dhṛtarāṣṭra zu tun beliebt, das möge der Herrscher der Menschen tun.
Die hochherzigen, rechtschaffen wandelnden Pāṇḍavas sind bereit zum Frieden, doch auch mächtige Krieger; dies wusstest du wohl, und dennoch hast du es nicht wahrheitsgemäß berichtet.‘
Die hochherzigen, rechtschaffen wandelnden Pāṇḍavas sind bereit zum Frieden, doch auch mächtige Krieger; dies wusstest du wohl, und dennoch hast du es nicht wahrheitsgemäß berichtet.‘