Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 110: Pāṇḍor Vairāgyam Pāṇḍus Entsagung und Aufbruch zum Śataśṛṅga

Vom Fluch erschüttert, beschließt Pāṇḍu, nach dem Vorbild seines eigenen, jung verstorbenen Vaters (Vyāsa) ein Leben strengster Askese zu führen, und beschreibt ausführlich die Entsagungsregeln, denen er künftig folgen will. Kuntī und Mādrī bestehen darauf, ihn zu begleiten, und drohen andernfalls mit dem eigenen Tod; Pāṇḍu willigt in ein gemeinsames, keusches Asketenleben ein. Er verteilt seinen gesamten Schmuck an Brahmanen, lässt seine Abreise in Nāgapura verkünden und zieht mit seinen Gattinnen über den Himālaya bis zum Berg Śataśṛṅga, wo er sich als Asket niederlässt.

vaiśaṃpāyana uvāca taṃ vyatītam atikramya rājā svam iva bāndhavam sabhāryaḥ śokaduḥkhārtaḥ paryadevayad āturaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er dem Verstorbenen, wie einem eigenen Verwandten, die gebührenden Riten erwiesen hatte, wehklagte der König, zusammen mit seiner Gattin, von Kummer und Schmerz gequält, in seiner Not.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca taṃ vyatītam atikramya rājā svam iva bāndhavam sabhāryaḥ śokaduḥkhārtaḥ paryadevayad āturaḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er dem Verstorbenen, wie einem eigenen Verwandten, die gebührenden Riten erwiesen hatte, wehklagte der König, zusammen mit seiner Gattin, von Kummer und Schmerz gequält, in seiner Not.

[Anm.: ‚taṃ vyatītam atikramya' ist knapp formuliert und lässt sich auch als ‚nachdem er über den Verstorbenen hinweggegangen war' verstehen; hier im Sinne der vollzogenen Bestattungsriten gedeutet.]

pāṇḍur uvāca satām api kule jātāḥ karmaṇā bata durgatim prāpnuvanty akṛtātmānaḥ kāmajālavimohitāḥ

Pāṇḍu sprach: Selbst in einem Geschlecht von Rechtschaffenen Geborene geraten, ach, durch ihr Handeln, wenn sie ihr Selbst nicht gemeistert haben, vom Netz der Begierde verblendet, ins Unglück.

Wort für Wort
pāṇḍur uvāca satām api kule jātāḥ karmaṇā bata durgatim prāpnuvanty akṛtātmānaḥ kāmajālavimohitāḥ
Pāṇḍu sprach: Selbst in einem Geschlecht von Rechtschaffenen Geborene geraten, ach, durch ihr Handeln, wenn sie ihr Selbst nicht gemeistert haben, vom Netz der Begierde verblendet, ins Unglück.

śaśvad dharmātmanā jāto bāla eva pitā mama jīvitāntam anuprāptaḥ kāmātmaiveti naḥ śrutam

Mein Vater, von einem stets frommgesinnten Ahnen geboren, gelangte schon als Knabe an das Ende seines Lebens – ‚einzig aus Sinnlichkeit', so haben wir gehört.

Wort für Wort
śaśvad dharmātmanā jāto bāla eva pitā mama jīvitāntam anuprāptaḥ kāmātmaiveti naḥ śrutam
Mein Vater, von einem stets frommgesinnten Ahnen geboren, gelangte schon als Knabe an das Ende seines Lebens – ‚einzig aus Sinnlichkeit', so haben wir gehört.

tasya kāmātmanaḥ kṣetre rājñaḥ saṃyatavāg ṛṣiḥ kṛṣṇadvaipāyanaḥ sākṣād bhagavān mām ajījanat

Auf dem Ehefeld jenes sinnlichen Königs zeugte mich der redebeherrschte Ṛṣi Kṛṣṇa-Dvaipāyana, der leibhaftige Erhabene, selbst.

Wort für Wort
tasya kāmātmanaḥ kṣetre rājñaḥ saṃyatavāg ṛṣiḥ kṛṣṇadvaipāyanaḥ sākṣād bhagavān mām ajījanat
Auf dem Ehefeld jenes sinnlichen Königs zeugte mich der redebeherrschte Ṛṣi Kṛṣṇa-Dvaipāyana, der leibhaftige Erhabene, selbst.

tasyādya vyasane buddhiḥ saṃjāteyaṃ mamādhamā tyaktasya devair anayān mṛgayāyāṃ durātmanaḥ

Nun, im gleichen Unglück wie er, ist auch mir dieser niedrige Sinn entstanden – mir, von den Göttern verlassen, böser Gesinnung, wegen des Unrechts bei der Jagd.

Wort für Wort
tasyādya vyasane buddhiḥ saṃjāteyaṃ mamādhamā tyaktasya devair anayān mṛgayāyāṃ durātmanaḥ
Nun, im gleichen Unglück wie er, ist auch mir dieser niedrige Sinn entstanden – mir, von den Göttern verlassen, böser Gesinnung, wegen des Unrechts bei der Jagd.

mokṣam eva vyavasyāmi bandho hi vyasanaṃ mahat suvṛttim anuvartiṣye tām ahaṃ pitur avyayām atīva tapasātmānaṃ yojayiṣyāmy asaṃśayam

Ich beschließe eben die Erlösung; denn Bindung ist ein großes Unglück. Ich will jenem unvergänglichen guten Wandel meines Vaters folgen; ohne Zweifel will ich mein Selbst gänzlich der Askese hingeben.

Wort für Wort
mokṣam eva vyavasyāmi bandho hi vyasanaṃ mahat suvṛttim anuvartiṣye tām ahaṃ pitur avyayām atīva tapasātmānaṃ yojayiṣyāmy asaṃśayam
Ich beschließe eben die Erlösung; denn Bindung ist ein großes Unglück. Ich will jenem unvergänglichen guten Wandel meines Vaters folgen; ohne Zweifel will ich mein Selbst gänzlich der Askese hingeben.

tasmād eko 'ham ekāham ekaikasmin vanaspatau caran bhaikṣaṃ munir muṇḍaś cariṣyāmi mahīm imām

Darum will ich, allein, Tag für Tag, an je einem einzelnen Baum umherziehend, als kahlgeschorener Muni bettelnd über diese Erde wandern.

Wort für Wort
tasmād eko 'ham ekāham ekaikasmin vanaspatau caran bhaikṣaṃ munir muṇḍaś cariṣyāmi mahīm imām
Darum will ich, allein, Tag für Tag, an je einem einzelnen Baum umherziehend, als kahlgeschorener Muni bettelnd über diese Erde wandern.

pāṃsunā samavacchannaḥ śūnyāgārapratiśrayaḥ vṛkṣamūlaniketo vā tyaktasarvapriyāpriyaḥ

Mit Staub bedeckt, in leeren Häusern Zuflucht suchend oder am Fuß eines Baumes wohnend, alles Liebe und Unliebe aufgegeben,

Wort für Wort
pāṃsunā samavacchannaḥ śūnyāgārapratiśrayaḥ vṛkṣamūlaniketo vā tyaktasarvapriyāpriyaḥ
Mit Staub bedeckt, in leeren Häusern Zuflucht suchend oder am Fuß eines Baumes wohnend, alles Liebe und Unliebe aufgegeben,

na śocan na prahṛṣyaṃś ca tulyanindātmasaṃstutiḥ nirāśīr nirnamaskāro nirdvandvo niṣparigrahaḥ

weder trauernd noch sich freuend, Tadel und Selbstlob gleich achtend, ohne Verlangen, ohne Verehrungsgeste, jenseits der Gegensätze, ohne Besitz,

Wort für Wort
na śocan na prahṛṣyaṃś ca tulyanindātmasaṃstutiḥ nirāśīr nirnamaskāro nirdvandvo niṣparigrahaḥ
weder trauernd noch sich freuend, Tadel und Selbstlob gleich achtend, ohne Verlangen, ohne Verehrungsgeste, jenseits der Gegensätze, ohne Besitz,

na cāpy avahasan kaṃ cin na kurvan bhrukuṭīṃ kva cit prasannavadano nityaṃ sarvabhūtahite rataḥ

niemanden verspottend, nirgends die Stirn runzelnd, mit stets heiterem Antlitz, beständig am Wohl aller Wesen erfreut,

Wort für Wort
na cāpy avahasan kaṃ cin na kurvan bhrukuṭīṃ kva cit prasannavadano nityaṃ sarvabhūtahite rataḥ
niemanden verspottend, nirgends die Stirn runzelnd, mit stets heiterem Antlitz, beständig am Wohl aller Wesen erfreut,

jaṅgamājaṅgamaṃ sarvam avihiṃsaṃś caturvidham svāsu prajāsv iva sadā samaḥ prāṇabhṛtāṃ prati

alle vier Arten von beweglichen und unbeweglichen Wesen nicht verletzend, stets allen Lebewesen gegenüber gleichgesinnt wie gegenüber den eigenen Kindern,

Wort für Wort
jaṅgamājaṅgamaṃ sarvam avihiṃsaṃś caturvidham svāsu prajāsv iva sadā samaḥ prāṇabhṛtāṃ prati
alle vier Arten von beweglichen und unbeweglichen Wesen nicht verletzend, stets allen Lebewesen gegenüber gleichgesinnt wie gegenüber den eigenen Kindern,

ekakālaṃ caran bhaikṣaṃ kulāni dve ca pañca ca asaṃbhave vā bhaikṣasya carann anaśanāny api

einmal täglich um Almosen bittend, in zwei und fünf, also sieben Häusern, und, wenn dort kein Almosen zu erhalten ist, auch Fasttage einhaltend,

Wort für Wort
ekakālaṃ caran bhaikṣaṃ kulāni dve ca pañca ca asaṃbhave vā bhaikṣasya carann anaśanāny api
einmal täglich um Almosen bittend, in zwei und fünf, also sieben Häusern, und, wenn dort kein Almosen zu erhalten ist, auch Fasttage einhaltend,

alpam alpaṃ yathābhojyaṃ pūrvalābhena jātu cit nityaṃ nāticaraṃl lābhe alābhe sapta pūrayan

immer nur wenig essend, wie es sich ziemt, mitunter vom zuvor Erlangten, niemals das rechte Maß überschreitend, ob mit oder ohne Gewinn die sieben Häuser vollendend,

Wort für Wort
alpam alpaṃ yathābhojyaṃ pūrvalābhena jātu cit nityaṃ nāticaraṃl lābhe alābhe sapta pūrayan
immer nur wenig essend, wie es sich ziemt, mitunter vom zuvor Erlangten, niemals das rechte Maß überschreitend, ob mit oder ohne Gewinn die sieben Häuser vollendend,

vāsyaikaṃ takṣato bāhuṃ candanenaikam ukṣataḥ nākalyāṇaṃ na kalyāṇaṃ pradhyāyann ubhayos tayoḥ

dem einen, der mit dem Beil den Arm behaut, und dem anderen, der ihn mit Sandelpaste besalbt, weder Unheil noch Heil wünschend gegenüber diesen beiden,

Wort für Wort
vāsyaikaṃ takṣato bāhuṃ candanenaikam ukṣataḥ nākalyāṇaṃ na kalyāṇaṃ pradhyāyann ubhayos tayoḥ
dem einen, der mit dem Beil den Arm behaut, und dem anderen, der ihn mit Sandelpaste besalbt, weder Unheil noch Heil wünschend gegenüber diesen beiden,

na jijīviṣuvat kiṃ cin na mumūrṣuvad ācaran maraṇaṃ jīvitaṃ caiva nābhinandan na ca dviṣan

in nichts wie einer handelnd, der zu leben begehrt, noch wie einer, der zu sterben begehrt, weder Tod noch Leben begrüßend noch verabscheuend,

Wort für Wort
na jijīviṣuvat kiṃ cin na mumūrṣuvad ācaran maraṇaṃ jīvitaṃ caiva nābhinandan na ca dviṣan
in nichts wie einer handelnd, der zu leben begehrt, noch wie einer, der zu sterben begehrt, weder Tod noch Leben begrüßend noch verabscheuend,

yāḥ kāś cij jīvatā śakyāḥ kartum abhyudayakriyāḥ tāḥ sarvāḥ samatikramya nimeṣādiṣv avasthitaḥ

alle jene Handlungen zum Wohlergehen, die ein Lebender vollbringen kann, gänzlich hinter sich lassend, im bloßen Verstreichen der Augenblicke verharrend,

Wort für Wort
yāḥ kāś cij jīvatā śakyāḥ kartum abhyudayakriyāḥ tāḥ sarvāḥ samatikramya nimeṣādiṣv avasthitaḥ
alle jene Handlungen zum Wohlergehen, die ein Lebender vollbringen kann, gänzlich hinter sich lassend, im bloßen Verstreichen der Augenblicke verharrend,

tāsu sarvāsv avasthāsu tyaktasarvendriyakriyaḥ saṃparityaktadharmātmā sunirṇiktātmakalmaṣaḥ

in all diesen Zuständen alle Sinnestätigkeit aufgegeben, die weltliche Pflicht gänzlich hinter sich gelassen, mit wohlgereinigtem, von Makel befreitem Selbst,

Wort für Wort
tāsu sarvāsv avasthāsu tyaktasarvendriyakriyaḥ saṃparityaktadharmātmā sunirṇiktātmakalmaṣaḥ
in all diesen Zuständen alle Sinnestätigkeit aufgegeben, die weltliche Pflicht gänzlich hinter sich gelassen, mit wohlgereinigtem, von Makel befreitem Selbst,

[Anm.: ‚saṃparityaktadharmātmā' (‚die Pflicht gänzlich verlassen habend') meint vermutlich den Verzicht auf die weltliche Haushalter-Pflicht zugunsten der höheren Asketen-Pflicht, nicht Pflichtlosigkeit im eigentlichen Sinn.]

nirmuktaḥ sarvapāpebhyo vyatītaḥ sarvavāgurāḥ na vaśe kasya cit tiṣṭhan sadharmā mātariśvanaḥ

von aller Sünde befreit, über alle Fallstricke der Welt hinausgelangt, unter niemandes Herrschaft stehend, dem Wind [Mātariśvan] an Wesen gleich,

Wort für Wort
nirmuktaḥ sarvapāpebhyo vyatītaḥ sarvavāgurāḥ na vaśe kasya cit tiṣṭhan sadharmā mātariśvanaḥ
von aller Sünde befreit, über alle Fallstricke der Welt hinausgelangt, unter niemandes Herrschaft stehend, dem Wind [Mātariśvan] an Wesen gleich,

etayā satataṃ vṛttyā carann evaṃprakārayā dehaṃ saṃdhārayiṣyāmi nirbhayaṃ mārgam āsthitaḥ

nach dieser stets solcherart gearteten Lebensweise wandelnd, will ich den Leib erhalten, auf dem furchtlosen Pfad verharrend.

Wort für Wort
etayā satataṃ vṛttyā carann evaṃprakārayā dehaṃ saṃdhārayiṣyāmi nirbhayaṃ mārgam āsthitaḥ
nach dieser stets solcherart gearteten Lebensweise wandelnd, will ich den Leib erhalten, auf dem furchtlosen Pfad verharrend.

nāhaṃ śvācarite mārge avīryakṛpaṇocite svadharmāt satatāpete rameyaṃ vīryavarjitaḥ

Nicht will ich mich an dem von Hunden begangenen Weg erfreuen, der Kraftlosen und Elenden geziemt, der stets von der eigenen Pflicht abgewichen ist, meiner Tatkraft beraubt.

Wort für Wort
nāhaṃ śvācarite mārge avīryakṛpaṇocite svadharmāt satatāpete rameyaṃ vīryavarjitaḥ
Nicht will ich mich an dem von Hunden begangenen Weg erfreuen, der Kraftlosen und Elenden geziemt, der stets von der eigenen Pflicht abgewichen ist, meiner Tatkraft beraubt.

satkṛto 'saktṛto vāpi yo 'nyāṃ kṛpaṇacakṣuṣā upaiti vṛttiṃ kāmātmā sa śunāṃ vartate pathi

Ob geehrt oder nicht geehrt – wer, von Begierde beherrscht, mit dem Blick eines Elenden eine andere Lebensweise ergreift, der wandelt auf dem Pfad der Hunde.

Wort für Wort
satkṛto 'saktṛto vāpi yo 'nyāṃ kṛpaṇacakṣuṣā upaiti vṛttiṃ kāmātmā sa śunāṃ vartate pathi
Ob geehrt oder nicht geehrt – wer, von Begierde beherrscht, mit dem Blick eines Elenden eine andere Lebensweise ergreift, der wandelt auf dem Pfad der Hunde.

vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā suduḥkhārto niḥśvāsaparamo nṛpaḥ avekṣamāṇaḥ kuntīṃ ca mādrīṃ ca samabhāṣata

Vaiśaṃpāyana sprach: So sprechend, von schwerem Leid gequält, tief seufzend, blickte der König auf Kuntī und Mādrī und sprach weiter:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā suduḥkhārto niḥśvāsaparamo nṛpaḥ avekṣamāṇaḥ kuntīṃ ca mādrīṃ ca samabhāṣata
Vaiśaṃpāyana sprach: So sprechend, von schwerem Leid gequält, tief seufzend, blickte der König auf Kuntī und Mādrī und sprach weiter:

kausalyā viduraḥ kṣattā rājā ca saha bandhubhiḥ āryā satyavatī bhīṣmas te ca rājapurohitāḥ

‚Der Sohn der Kausalyā [Dhṛtarāṣṭra], Vidura der Kṣattṛ, der König samt den Verwandten, die edle Satyavatī, Bhīṣma und die königlichen Hauspriester,

Wort für Wort
kausalyā viduraḥ kṣattā rājā ca saha bandhubhiḥ āryā satyavatī bhīṣmas te ca rājapurohitāḥ
‚Der Sohn der Kausalyā [Dhṛtarāṣṭra], Vidura der Kṣattṛ, der König samt den Verwandten, die edle Satyavatī, Bhīṣma und die königlichen Hauspriester,

brāhmaṇāś ca mahātmānaḥ somapāḥ saṃśitavratāḥ pauravṛddhāś ca ye tatra nivasanty asmadāśrayāḥ prasādya sarve vaktavyāḥ pāṇḍuḥ pravrajito vanam

die hochgesinnten Brahmanen, die Soma-Trinker von strengen Gelübden, und die betagten Pauravas, die dort auf uns angewiesen wohnen – ihnen allen soll, nachdem sie besänftigt worden sind, gesagt werden: Pāṇḍu ist in den Wald gezogen.'

Wort für Wort
brāhmaṇāś ca mahātmānaḥ somapāḥ saṃśitavratāḥ pauravṛddhāś ca ye tatra nivasanty asmadāśrayāḥ prasādya sarve vaktavyāḥ pāṇḍuḥ pravrajito vanam
die hochgesinnten Brahmanen, die Soma-Trinker von strengen Gelübden, und die betagten Pauravas, die dort auf uns angewiesen wohnen – ihnen allen soll, nachdem sie besänftigt worden sind, gesagt werden: Pāṇḍu ist in den Wald gezogen.'

niśamya vacanaṃ bhartur vanavāse dhṛtātmanaḥ tatsamaṃ vacanaṃ kuntī mādrī ca samabhāṣatām

Als sie die Worte ihres zum Waldleben fest entschlossenen Gatten vernommen hatten, sprachen Kuntī und Mādrī ihm gleichlautende Worte.

Wort für Wort
niśamya vacanaṃ bhartur vanavāse dhṛtātmanaḥ tatsamaṃ vacanaṃ kuntī mādrī ca samabhāṣatām
Als sie die Worte ihres zum Waldleben fest entschlossenen Gatten vernommen hatten, sprachen Kuntī und Mādrī ihm gleichlautende Worte.

anye 'pi hy āśramāḥ santi ye śakyā bharatarṣabha āvābhyāṃ dharmapatnībhyāṃ saha taptvā tapo mahat tvam eva bhavitā sārthaḥ svargasyāpi na saṃśayaḥ

‚Es gibt doch auch andere Einsiedeleien, o Stier der Bharatas, in denen es möglich ist – zusammen mit uns beiden, deinen rechtmäßigen Gattinnen, große Askese übend, wirst gerade du selbst des Himmels teilhaftig werden, ohne Zweifel.

Wort für Wort
anye 'pi hy āśramāḥ santi ye śakyā bharatarṣabha āvābhyāṃ dharmapatnībhyāṃ saha taptvā tapo mahat tvam eva bhavitā sārthaḥ svargasyāpi na saṃśayaḥ
‚Es gibt doch auch andere Einsiedeleien, o Stier der Bharatas, in denen es möglich ist – zusammen mit uns beiden, deinen rechtmäßigen Gattinnen, große Askese übend, wirst gerade du selbst des Himmels teilhaftig werden, ohne Zweifel.

praṇidhāyendriyagrāmaṃ bhartṛlokaparāyaṇe tyaktakāmasukhe hy āvāṃ tapsyāvo vipulaṃ tapaḥ

Die Schar der Sinne ganz auf die Welt des Gatten richtend, alle sinnliche Lust aufgegeben, wollen wir beide gewaltige Askese üben.

Wort für Wort
praṇidhāyendriyagrāmaṃ bhartṛlokaparāyaṇe tyaktakāmasukhe hy āvāṃ tapsyāvo vipulaṃ tapaḥ
Die Schar der Sinne ganz auf die Welt des Gatten richtend, alle sinnliche Lust aufgegeben, wollen wir beide gewaltige Askese üben.

yadi āvāṃ mahāprājña tyakṣyasi tvaṃ viśāṃ pate adyaivāvāṃ prahāsyāvo jītivaṃ nātra saṃśayaḥ

Wenn du uns beide, o Hochweiser, o Herr der Völker, verlässt, so werden wir beide noch heute das Leben aufgeben – daran ist kein Zweifel.'

Wort für Wort
yadi āvāṃ mahāprājña tyakṣyasi tvaṃ viśāṃ pate adyaivāvāṃ prahāsyāvo jītivaṃ nātra saṃśayaḥ
Wenn du uns beide, o Hochweiser, o Herr der Völker, verlässt, so werden wir beide noch heute das Leben aufgeben – daran ist kein Zweifel.'

pāṇḍur uvāca yadi vyavasitaṃ hy etad yuvayor dharmasaṃhitam svavṛttim anuvartiṣye tām ahaṃ pitur avyayām

Pāṇḍu sprach: Wenn dies euer beider Entschluss ist, im Einklang mit der Pflicht, so will ich jenem unvergänglichen Wandel meines Vaters folgen.

Wort für Wort
pāṇḍur uvāca yadi vyavasitaṃ hy etad yuvayor dharmasaṃhitam svavṛttim anuvartiṣye tām ahaṃ pitur avyayām
Pāṇḍu sprach: Wenn dies euer beider Entschluss ist, im Einklang mit der Pflicht, so will ich jenem unvergänglichen Wandel meines Vaters folgen.

tyaktagrāmyasukhācāras tapyamāno mahat tapaḥ valkalī phalamūlāśī cariṣyāmi mahāvane

Alle Lust und Sitte des Dorflebens aufgegeben, große Askese übend, in Baumrinde gekleidet, von Früchten und Wurzeln lebend, will ich im großen Wald umherziehen.

Wort für Wort
tyaktagrāmyasukhācāras tapyamāno mahat tapaḥ valkalī phalamūlāśī cariṣyāmi mahāvane
Alle Lust und Sitte des Dorflebens aufgegeben, große Askese übend, in Baumrinde gekleidet, von Früchten und Wurzeln lebend, will ich im großen Wald umherziehen.

agniṃ juhvann ubhau kālāv ubhau kālāv upaspṛśan kṛśaḥ parimitāhāraś cīracarmajaṭādharaḥ

Zu beiden Tageszeiten das Feueropfer darbringend, zu beiden Zeiten die rituelle Waschung vollziehend, abgemagert, mit begrenzter Nahrung, in Lumpen, Fell und Jaṭā-Haar gekleidet,

Wort für Wort
agniṃ juhvann ubhau kālāv ubhau kālāv upaspṛśan kṛśaḥ parimitāhāraś cīracarmajaṭādharaḥ
Zu beiden Tageszeiten das Feueropfer darbringend, zu beiden Zeiten die rituelle Waschung vollziehend, abgemagert, mit begrenzter Nahrung, in Lumpen, Fell und Jaṭā-Haar gekleidet,

śītavātātapasahaḥ kṣutpipāsāśramānvitaḥ tapasā duścareṇedaṃ śarīram upaśoṣayan

Kälte, Wind und Hitze ertragend, von Hunger, Durst und Erschöpfung begleitet, mit schwer zu übender Askese diesen Körper austrocknend,

Wort für Wort
śītavātātapasahaḥ kṣutpipāsāśramānvitaḥ tapasā duścareṇedaṃ śarīram upaśoṣayan
Kälte, Wind und Hitze ertragend, von Hunger, Durst und Erschöpfung begleitet, mit schwer zu übender Askese diesen Körper austrocknend,

ekāntaśīlī vimṛśan pakvāpakvena vartayan pitṝn devāṃś ca vanyena vāgbhir adbhiś ca tarpayan

die Einsamkeit liebend, nachsinnend, von Gekochtem und Ungekochtem lebend, die Ahnen und Götter mit Waldfrüchten, mit heiligen Worten und mit Wasser erfreuend,

Wort für Wort
ekāntaśīlī vimṛśan pakvāpakvena vartayan pitṝn devāṃś ca vanyena vāgbhir adbhiś ca tarpayan
die Einsamkeit liebend, nachsinnend, von Gekochtem und Ungekochtem lebend, die Ahnen und Götter mit Waldfrüchten, mit heiligen Worten und mit Wasser erfreuend,

vānaprasthajanasyāpi darśanaṃ kulavāsinām nāpriyāṇy ācarañ jātu kiṃ punar grāmavāsinām

selbst gegenüber den in der Waldeinsiedelei lebenden Familienangehörigen niemals Unliebsames tuend – wie viel weniger gegenüber den Dorfbewohnern.

Wort für Wort
vānaprasthajanasyāpi darśanaṃ kulavāsinām nāpriyāṇy ācarañ jātu kiṃ punar grāmavāsinām
selbst gegenüber den in der Waldeinsiedelei lebenden Familienangehörigen niemals Unliebsames tuend – wie viel weniger gegenüber den Dorfbewohnern.

evam āraṇyaśāstrāṇām ugram ugrataraṃ vidhim kāṅkṣamāṇo 'ham āsiṣye dehasyāsya samāpanāt

So will ich, die strenge, noch strengere Vorschrift der Waldlehren begehrend, verharren, bis dieser Leib sein Ende findet.'

Wort für Wort
evam āraṇyaśāstrāṇām ugram ugrataraṃ vidhim kāṅkṣamāṇo 'ham āsiṣye dehasyāsya samāpanāt
So will ich, die strenge, noch strengere Vorschrift der Waldlehren begehrend, verharren, bis dieser Leib sein Ende findet.'

vaiśaṃpāyana uvāca ity evam uktvā bhārye te rājā kauravavaṃśajaḥ tataś cūḍāmaṇiṃ niṣkam aṅgade kuṇḍalāni ca vāsāṃsi ca mahārhāṇi strīṇām ābharaṇāni ca

Vaiśaṃpāyana sprach: So zu seinen beiden Gattinnen sprechend, gab der König aus dem Kaurava-Geschlecht darauf den Scheitelschmuck, das Halsgeschmeide, die Armreifen, die Ohrringe, die kostbaren Gewänder und den Frauenschmuck fort,

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ity evam uktvā bhārye te rājā kauravavaṃśajaḥ tataś cūḍāmaṇiṃ niṣkam aṅgade kuṇḍalāni ca vāsāṃsi ca mahārhāṇi strīṇām ābharaṇāni ca
Vaiśaṃpāyana sprach: So zu seinen beiden Gattinnen sprechend, gab der König aus dem Kaurava-Geschlecht darauf den Scheitelschmuck, das Halsgeschmeide, die Armreifen, die Ohrringe, die kostbaren Gewänder und den Frauenschmuck fort,

pradāya sarvaṃ viprebhyaḥ pāṇḍuḥ punar abhāṣata gatvā nāgapuraṃ vācyaṃ pāṇḍuḥ pravrajito vanam

nachdem er alles den Brahmanen geschenkt hatte, sprach Pāṇḍu weiter: ‚Geht nach Nāgapura und lasst dort verkünden: Pāṇḍu ist in den Wald gezogen.'

Wort für Wort
pradāya sarvaṃ viprebhyaḥ pāṇḍuḥ punar abhāṣata gatvā nāgapuraṃ vācyaṃ pāṇḍuḥ pravrajito vanam
nachdem er alles den Brahmanen geschenkt hatte, sprach Pāṇḍu weiter: ‚Geht nach Nāgapura und lasst dort verkünden: Pāṇḍu ist in den Wald gezogen.'

arthaṃ kāmaṃ sukhaṃ caiva ratiṃ ca paramātmikām pratasthe sarvam utsṛjya sabhāryaḥ kurupuṃgavaḥ

Reichtum, Sinnesfreude, Glück und die höchste eigene Lust – alles aufgebend, brach der Stier der Kurus mit seinen Gattinnen auf.

Wort für Wort
arthaṃ kāmaṃ sukhaṃ caiva ratiṃ ca paramātmikām pratasthe sarvam utsṛjya sabhāryaḥ kurupuṃgavaḥ
Reichtum, Sinnesfreude, Glück und die höchste eigene Lust – alles aufgebend, brach der Stier der Kurus mit seinen Gattinnen auf.

tatas tasyānuyātrāṇi te caiva paricārakāḥ śrutvā bharatasiṃhasya vividhāḥ karuṇā giraḥ bhīmam ārtasvaraṃ kṛtvā hāheti paricukruśuḥ

Da vernahmen sein Gefolge und jene Diener die vielfältigen, mitleiderregenden Worte des Löwen der Bharatas; mit furchtbarer, schmerzerfüllter Stimme schrien sie ‚O weh!'

Wort für Wort
tatas tasyānuyātrāṇi te caiva paricārakāḥ śrutvā bharatasiṃhasya vividhāḥ karuṇā giraḥ bhīmam ārtasvaraṃ kṛtvā hāheti paricukruśuḥ
Da vernahmen sein Gefolge und jene Diener die vielfältigen, mitleiderregenden Worte des Löwen der Bharatas; mit furchtbarer, schmerzerfüllter Stimme schrien sie ‚O weh!'

uṣṇam aśru vimuñcantas taṃ vihāya mahīpatim yayur nāgapuraṃ tūrṇaṃ sarvam ādāya tadvacaḥ

Heiße Tränen vergießend, verließen sie jenen Herrscher der Erde und eilten, all seine Worte mit sich tragend, rasch nach Nāgapura.

Wort für Wort
uṣṇam aśru vimuñcantas taṃ vihāya mahīpatim yayur nāgapuraṃ tūrṇaṃ sarvam ādāya tadvacaḥ
Heiße Tränen vergießend, verließen sie jenen Herrscher der Erde und eilten, all seine Worte mit sich tragend, rasch nach Nāgapura.

śrutvā ca tebhyas tat sarvaṃ yathāvṛttaṃ mahāvane dhṛtarāṣṭro naraśreṣṭhaḥ pāṇḍum evānvaśocata

Als er von ihnen all das, wie es sich im großen Wald zugetragen hatte, vernommen hatte, betrauerte Dhṛtarāṣṭra, der Beste der Männer, Pāṇḍu.

Wort für Wort
śrutvā ca tebhyas tat sarvaṃ yathāvṛttaṃ mahāvane dhṛtarāṣṭro naraśreṣṭhaḥ pāṇḍum evānvaśocata
Als er von ihnen all das, wie es sich im großen Wald zugetragen hatte, vernommen hatte, betrauerte Dhṛtarāṣṭra, der Beste der Männer, Pāṇḍu.

rājaputras tu kauravyaḥ pāṇḍur mūlaphalāśanaḥ jagāma saha bhāryābhyāṃ tato nāgasabhaṃ girim

Der Königssohn aber, der Kaurava Pāṇḍu, von Wurzeln und Früchten lebend, zog darauf mit seinen beiden Gattinnen zum Berg Nāgasabha.

Wort für Wort
rājaputras tu kauravyaḥ pāṇḍur mūlaphalāśanaḥ jagāma saha bhāryābhyāṃ tato nāgasabhaṃ girim
Der Königssohn aber, der Kaurava Pāṇḍu, von Wurzeln und Früchten lebend, zog darauf mit seinen beiden Gattinnen zum Berg Nāgasabha.

sa caitraratham āsādya vāriṣeṇam atītya ca himavantam atikramya prayayau gandhamādanam

Er erreichte den Caitraratha-Wald, durchquerte Vāriṣeṇa, überschritt den Himavant und zog weiter zum Gandhamādana.

Wort für Wort
sa caitraratham āsādya vāriṣeṇam atītya ca himavantam atikramya prayayau gandhamādanam
Er erreichte den Caitraratha-Wald, durchquerte Vāriṣeṇa, überschritt den Himavant und zog weiter zum Gandhamādana.

rakṣyamāṇo mahābhūtaiḥ siddhaiś ca paramarṣibhiḥ uvāsa sa tadā rājā sameṣu viṣameṣu ca

Von den großen Elementargeistern und Siddhas sowie von höchsten Weisen beschützt, weilte jener König damals in ebenem wie in unebenem Gelände.

Wort für Wort
rakṣyamāṇo mahābhūtaiḥ siddhaiś ca paramarṣibhiḥ uvāsa sa tadā rājā sameṣu viṣameṣu ca
Von den großen Elementargeistern und Siddhas sowie von höchsten Weisen beschützt, weilte jener König damals in ebenem wie in unebenem Gelände.

indradyumnasaraḥ prāpya haṃsakūṭam atītya ca śataśṛṅge mahārāja tāpasaḥ samapadyata

Nachdem er den Indradyumna-See erreicht und den Haṃsakūṭa überschritten hatte, wurde er, o Großkönig, am Śataśṛṅga, dem ‚Hundertgipfel', zum Asketen.

Wort für Wort
indradyumnasaraḥ prāpya haṃsakūṭam atītya ca śataśṛṅge mahārāja tāpasaḥ samapadyata
Nachdem er den Indradyumna-See erreicht und den Haṃsakūṭa überschritten hatte, wurde er, o Großkönig, am Śataśṛṅga, dem ‚Hundertgipfel', zum Asketen.

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