Kapitel 222: Śārṅgakaparitrāṇam
Die Rettung der Śārṅgakas
Jaritā versucht ihre Söhne mit der erfundenen Geschichte zu beruhigen, ein Habicht habe die gefährliche Maus im nahen Loch bereits geraubt; die Söhne durchschauen die fromme Lüge und weigern sich, ins Loch zu kriechen, überzeugt, dass ein ungewisser Tod im Feuer besser sei als ein gewisser durch die Maus. Sie drängen die widerstrebende Mutter, sie zurückzulassen und sich selbst zu retten; Jaritā fliegt schließlich fort. Als das Feuer die Söhnchen erreicht, wendet sich der älteste, Jaritāri, mit einer Ansprache an Agni.
jaritovāca asmād bilān niṣpatitaṃ śyena ākhuṃ jahāra tam kṣudraṃ gṛhītvā pādābhyāṃ bhayaṃ na bhavitā tataḥ
Jaritā sprach: Aus diesem Loch heraus hat ein Habicht jene Maus geraubt; er hat das kleine Tier mit den Krallen gepackt; darum wird es keine Gefahr mehr geben.
Wort für Wort
jaritovāca asmād bilān niṣpatitaṃ śyena ākhuṃ jahāra tam kṣudraṃ gṛhītvā pādābhyāṃ bhayaṃ na bhavitā tataḥ
Jaritā sprach: Aus diesem Loch heraus hat ein Habicht jene Maus geraubt; er hat das kleine Tier mit den Krallen gepackt; darum wird es keine Gefahr mehr geben.
śārṅgakā ūcuḥ na hṛtaṃ taṃ vayaṃ vidmaḥ śyenenākhuṃ kathaṃ cana anye 'pi bhavitāro 'tra tebhyo 'pi bhayam eva naḥ
Die Śārṅgakas sprachen: Wir wissen keineswegs, ob diese Maus vom Habicht geraubt wurde; auch andere Mäuse mag es hier geben, und auch vor ihnen haben wir Furcht.
Wort für Wort
śārṅgakā ūcuḥ na hṛtaṃ taṃ vayaṃ vidmaḥ śyenenākhuṃ kathaṃ cana anye 'pi bhavitāro 'tra tebhyo 'pi bhayam eva naḥ
Die Śārṅgakas sprachen: Wir wissen keineswegs, ob diese Maus vom Habicht geraubt wurde; auch andere Mäuse mag es hier geben, und auch vor ihnen haben wir Furcht.
saṃśayo hy agnir āgacched dṛṣṭaṃ vāyor nivartanam mṛtyur no bilavāsibhyo bhaven mātar asaṃśayam
Denn ungewiss ist, ob das Feuer käme; man hat schon gesehen, dass der Wind sich wendet; doch der Tod durch die Bewohner des Lochs wäre für uns gewiss, Mutter.
Wort für Wort
saṃśayo hy agnir āgacched dṛṣṭaṃ vāyor nivartanam mṛtyur no bilavāsibhyo bhaven mātar asaṃśayam
Denn ungewiss ist, ob das Feuer käme; man hat schon gesehen, dass der Wind sich wendet; doch der Tod durch die Bewohner des Lochs wäre für uns gewiss, Mutter.
praviśadhvaṃ bilaṃ putrā viśrabdhā nāsti vo bhayam śyenena mama paśyantyā hṛta ākhur na saṃśayaḥ
Kriecht in das Loch, meine Söhne, getrost, ihr habt nichts zu fürchten; vor meinen eigenen Augen wurde die Maus vom Habicht fortgetragen, ohne Zweifel.
Wort für Wort
praviśadhvaṃ bilaṃ putrā viśrabdhā nāsti vo bhayam śyenena mama paśyantyā hṛta ākhur na saṃśayaḥ
Kriecht in das Loch, meine Söhne, getrost, ihr habt nichts zu fürchten; vor meinen eigenen Augen wurde die Maus vom Habicht fortgetragen, ohne Zweifel.
śārṅgakā ūcuḥ na vidma vai vayaṃ mātar hṛtam ākhum itaḥ purā avijñāya na śakṣyāmo bilam āviśatuṃ vayam
Die Śārṅgakas sprachen: Wir wissen wahrlich nicht, Mutter, ob die Maus zuvor von hier fortgetragen wurde; ohne es zu wissen, vermögen wir nicht, in das Loch zu kriechen.
Wort für Wort
śārṅgakā ūcuḥ na vidma vai vayaṃ mātar hṛtam ākhum itaḥ purā avijñāya na śakṣyāmo bilam āviśatuṃ vayam
Die Śārṅgakas sprachen: Wir wissen wahrlich nicht, Mutter, ob die Maus zuvor von hier fortgetragen wurde; ohne es zu wissen, vermögen wir nicht, in das Loch zu kriechen.
śārṅgakā ūcuḥ na tvaṃ mithyopacāreṇa mokṣayethā bhayaṃ mahat samākuleṣu jñāneṣu na buddhikṛtam eva tat
Die Śārṅgakas sprachen: Du sollst uns nicht durch falsche Fürsorge aus dieser großen Gefahr befreien wollen; bei verwirrter Erkenntnis ist dies nicht das Werk des Verstandes.
Wort für Wort
śārṅgakā ūcuḥ na tvaṃ mithyopacāreṇa mokṣayethā bhayaṃ mahat samākuleṣu jñāneṣu na buddhikṛtam eva tat
Die Śārṅgakas sprachen: Du sollst uns nicht durch falsche Fürsorge aus dieser großen Gefahr befreien wollen; bei verwirrter Erkenntnis ist dies nicht das Werk des Verstandes.
na copakṛtam asmābhir na cāsmān vettha ye vayam pīḍyamānā bharasy asmān kā satī ke vayaṃ tava
Wir haben dir nichts Gutes getan, und du weißt auch nicht, wer wir sind; wenn du, bedrängt, uns trotzdem versorgst - welche Tugendhafte bist du, und was sind wir dir?
Wort für Wort
na copakṛtam asmābhir na cāsmān vettha ye vayam pīḍyamānā bharasy asmān kā satī ke vayaṃ tava
Wir haben dir nichts Gutes getan, und du weißt auch nicht, wer wir sind; wenn du, bedrängt, uns trotzdem versorgst - welche Tugendhafte bist du, und was sind wir dir?
vayam apy agnim āviśya lokān prāpsyāmahe śubhān athāsmān na dahed agnir āyās tvaṃ punar eva naḥ
Auch wir werden, indem wir ins Feuer eingehen, glückselige Welten erlangen; sollte das Feuer uns aber doch nicht verbrennen, so komm du wieder zu uns zurück.
Wort für Wort
vayam apy agnim āviśya lokān prāpsyāmahe śubhān athāsmān na dahed agnir āyās tvaṃ punar eva naḥ
Auch wir werden, indem wir ins Feuer eingehen, glückselige Welten erlangen; sollte das Feuer uns aber doch nicht verbrennen, so komm du wieder zu uns zurück.
Vaiśampāyana sprach: So angesprochen, verließ die Śārṅgī ihre Söhne im Khāṇḍava und begab sich eilig zu einem sicheren, vom Feuer nicht erreichten Ort.
Vaiśampāyana sprach: So angesprochen, verließ die Śārṅgī ihre Söhne im Khāṇḍava und begab sich eilig zu einem sicheren, vom Feuer nicht erreichten Ort.