Kapitel 161: Tapatyupākhyānam (2)
Die Erzählung von Tapatī (Teil 2)
Saṃvaraṇa sinkt vor Liebe ohnmächtig zu Boden; Tapatī zeigt sich ihm erneut und tröstet ihn, doch der König, ganz von Liebesverlangen ergriffen, bittet sie inständig um eine sofortige Gandharva-Ehe. Tapatī erklärt, als unverheiratete Jungfrau nicht über sich selbst verfügen zu können, und weist ihn an, sie stattdessen förmlich von ihrem Vater, dem Sonnengott Āditya, durch Askese und Verehrung zu erbitten. Sie offenbart ihm ihren Namen: Tapatī, Tochter des Savitṛ.
Der Gandharva sprach: ‚Als sie darauf unsichtbar geworden war, fiel der König, von Liebe verblendet, er, der Niederwerfer ganzer Feindscharen, zu Boden.'
Der Gandharva sprach: ‚Als sie darauf unsichtbar geworden war, fiel der König, von Liebe verblendet, er, der Niederwerfer ganzer Feindscharen, zu Boden.'
atha tām asitāpāṅgīm ābabhāṣe narādhipaḥ manmathāgniparītātmā saṃdigdhākṣarayā girā
‚Da sprach der Herrscher der Menschen, dessen Wesen vom Feuer des Liebesgottes umfangen war, zu ihr, deren Augenwinkel dunkel waren, mit stockender, unklarer Stimme:'
Wort für Wort
atha tām asitāpāṅgīm ābabhāṣe narādhipaḥ manmathāgniparītātmā saṃdigdhākṣarayā girā
‚Da sprach der Herrscher der Menschen, dessen Wesen vom Feuer des Liebesgottes umfangen war, zu ihr, deren Augenwinkel dunkel waren, mit stockender, unklarer Stimme:'
‚Wohlan, liebe mich, o Dunkeläugige, mich, den von Liebe Gequälten, du mit dem berauschenden Glanz – liebe mich, den Liebenden, denn meine Lebenskräfte verlassen mich.'
‚Wohlan, liebe mich, o Dunkeläugige, mich, den von Liebe Gequälten, du mit dem berauschenden Glanz – liebe mich, den Liebenden, denn meine Lebenskräfte verlassen mich.'
‚Mich, so von der gewaltigen Schlange des Liebesbegehrens Ergriffenen, in dieser Hilflosigkeit, Holde – du, mit vollen, schlanken Hüften, umfange mich, du mit dem strahlenden Antlitz.'
‚Mich, so von der gewaltigen Schlange des Liebesbegehrens Ergriffenen, in dieser Hilflosigkeit, Holde – du, mit vollen, schlanken Hüften, umfange mich, du mit dem strahlenden Antlitz.'
tvayy adhīnā hi me prāṇāḥ kiṃnarodgītabhāṣiṇi cārusarvānavadyāṅgi padmendusadṛśānane
‚Denn von dir hängt mein Leben ab, o du, deren Stimme wie der Gesang der Kiṃnaras klingt, mit lauter lieblichen, makellosen Gliedern, mit einem Antlitz wie Lotos und Mond.'
Wort für Wort
tvayy adhīnā hi me prāṇāḥ kiṃnarodgītabhāṣiṇi cārusarvānavadyāṅgi padmendusadṛśānane
‚Denn von dir hängt mein Leben ab, o du, deren Stimme wie der Gesang der Kiṃnaras klingt, mit lauter lieblichen, makellosen Gliedern, mit einem Antlitz wie Lotos und Mond.'
gāndharveṇa ca māṃ bhīru vivāhenaihi sundari vivāhānāṃ hi rambhoru gāndharvaḥ śreṣṭha ucyate
‚Und mit der Gandharva-Eheschließung komm zu mir, du Zaghafte, Schöne; denn unter den Eheformen, o du mit den Schenkeln wie eine Bananenstaude, gilt die Gandharva-Ehe als die beste.'
Wort für Wort
gāndharveṇa ca māṃ bhīru vivāhenaihi sundari vivāhānāṃ hi rambhoru gāndharvaḥ śreṣṭha ucyate
‚Und mit der Gandharva-Eheschließung komm zu mir, du Zaghafte, Schöne; denn unter den Eheformen, o du mit den Schenkeln wie eine Bananenstaude, gilt die Gandharva-Ehe als die beste.'
[Anm.: die Gandharva-Ehe ist eine der acht traditionellen Eheformen – ein einvernehmlicher Bund allein zwischen den Liebenden, ohne Zeremonie oder elterliche Zustimmung.
tapaty uvāca nāham īśātmano rājan kanyā pitṛmatī hy aham mayi ced asti te prītir yācasva pitaraṃ mama
Tapatī sprach: ‚Ich bin nicht Herrin meiner selbst, o König; ich bin ja eine Jungfrau, die einen Vater hat. Wenn du Liebe zu mir empfindest, so erbitte mich von meinem Vater.'
Wort für Wort
tapaty uvāca nāham īśātmano rājan kanyā pitṛmatī hy aham mayi ced asti te prītir yācasva pitaraṃ mama
Tapatī sprach: ‚Ich bin nicht Herrin meiner selbst, o König; ich bin ja eine Jungfrau, die einen Vater hat. Wenn du Liebe zu mir empfindest, so erbitte mich von meinem Vater.'
yathā hi te mayā prāṇāḥ saṃgṛhītā nareśvara darśanād eva bhūyas tvaṃ tathā prāṇān mamāharaḥ
‚Denn ebenso wie meine Lebenskräfte von dir durch den bloßen Anblick ergriffen wurden, o Herrscher der Menschen, so hast auch du mir die Lebenskräfte geraubt.'
Wort für Wort
yathā hi te mayā prāṇāḥ saṃgṛhītā nareśvara darśanād eva bhūyas tvaṃ tathā prāṇān mamāharaḥ
‚Denn ebenso wie meine Lebenskräfte von dir durch den bloßen Anblick ergriffen wurden, o Herrscher der Menschen, so hast auch du mir die Lebenskräfte geraubt.'
kā hi sarveṣu lokeṣu viśrutābhijanaṃ nṛpam kanyā nābhilaṣen nāthaṃ bhartāraṃ bhaktavatsalam
‚Denn welche Jungfrau in allen Welten würde sich nicht einen von berühmter Abstammung, einen König, als Beschützer und liebevollen, seinen Verehrern zugetanen Gatten wünschen?'
Wort für Wort
kā hi sarveṣu lokeṣu viśrutābhijanaṃ nṛpam kanyā nābhilaṣen nāthaṃ bhartāraṃ bhaktavatsalam
‚Denn welche Jungfrau in allen Welten würde sich nicht einen von berühmter Abstammung, einen König, als Beschützer und liebevollen, seinen Verehrern zugetanen Gatten wünschen?'