Kapitel 119: Duryodhanasya Dveṣārambhaḥ
Der Beginn von Duryodhanas Feindschaft
Nach Pāṇḍus Totenopfer ziehen sich Satyavatī, Ambikā und Ambālikā auf Vyāsas Rat, der ihnen den kommenden Untergang des Geschlechts voraussagt, in den Wald zurück und sterben dort durch Askese. Die Pāṇḍavas und Kauravas wachsen gemeinsam in Hāstinapura auf; Bhīmas überragende Kraft in allen Kinderspielen erregt Duryodhanas Neid und Herrschgier. Duryodhana unternimmt drei Mordanschläge auf Bhīma – Ertränken, Schlangenbisse, Gift –, die dieser dank seiner gewaltigen, von Vāyu ererbten Körperkraft allesamt unbeschadet übersteht; Yuyutsu, der Vaiśya-geborene Halbbruder, warnt die Pāṇḍavas heimlich, die auf Viduras Rat hin schweigen.
vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ kṣattā ca rājā ca bhīṣmaś ca saha bandhubhiḥ daduḥ śrāddhaṃ tadā pāṇḍoḥ svadhāmṛtamayaṃ tadā
Vaiśaṃpāyana sprach: Darauf vollzogen der Kṣattṛ, der König und Bhīṣma, samt den Verwandten, damals das Totenopfer für Pāṇḍu, reich an der Ahnenspeise Svadhā.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ kṣattā ca rājā ca bhīṣmaś ca saha bandhubhiḥ daduḥ śrāddhaṃ tadā pāṇḍoḥ svadhāmṛtamayaṃ tadā
Vaiśaṃpāyana sprach: Darauf vollzogen der Kṣattṛ, der König und Bhīṣma, samt den Verwandten, damals das Totenopfer für Pāṇḍu, reich an der Ahnenspeise Svadhā.
kurūṃś ca vipramukhyāṃś ca bhojayitvā sahasraśaḥ ratnaughān dvijamukhyebhyo dattvā grāmavarān api
Nachdem sie die Kurus und die vornehmsten Brahmanen zu Tausenden gespeist, den vornehmsten der Zweifachgeborenen Juwelenmengen und sogar vorzügliche Dörfer gegeben hatten,
Wort für Wort
kurūṃś ca vipramukhyāṃś ca bhojayitvā sahasraśaḥ ratnaughān dvijamukhyebhyo dattvā grāmavarān api
Nachdem sie die Kurus und die vornehmsten Brahmanen zu Tausenden gespeist, den vornehmsten der Zweifachgeborenen Juwelenmengen und sogar vorzügliche Dörfer gegeben hatten,
‚Die glücklichen Zeiten sind vergangen, schreckliche stehen unmittelbar bevor; Tag für Tag werden die Tage schlimmer, die Erde hat ihre Jugend verloren.
‚Die glücklichen Zeiten sind vergangen, schreckliche stehen unmittelbar bevor; Tag für Tag werden die Tage schlimmer, die Erde hat ihre Jugend verloren.
Geh du, alles Entsagen ergreifend, gesammelt, und weile in einem Askesehain; du sollst nicht den schrecklichen Untergang dieses deines eigenen Geschlechts mit ansehen müssen.
Geh du, alles Entsagen ergreifend, gesammelt, und weile in einem Askesehain; du sollst nicht den schrecklichen Untergang dieses deines eigenen Geschlechts mit ansehen müssen.
‚So sei es', dem zustimmend, ging sie hinein und sprach zu ihrer Schwiegertochter: ‚O Ambikā, durch die Unrechtsführung deines Sohnes werden, so haben wir gehört, die Bhāratas samt ihrem Anhang und auch die Enkel zugrunde gehen.
‚So sei es', dem zustimmend, ging sie hinein und sprach zu ihrer Schwiegertochter: ‚O Ambikā, durch die Unrechtsführung deines Sohnes werden, so haben wir gehört, die Bhāratas samt ihrem Anhang und auch die Enkel zugrunde gehen.
tat kausalyām imām ārtāṃ putraśokābhipīḍitām vanam ādāya bhadraṃ te gacchāvo yadi manyase
Darum lass uns, wenn du einverstanden bist, mit dieser leidgeplagten, vom Kummer um ihren Sohn bedrängten Tochter der Kausalyā in den Wald ziehen – Heil dir!'
Wort für Wort
tat kausalyām imām ārtāṃ putraśokābhipīḍitām vanam ādāya bhadraṃ te gacchāvo yadi manyase
Darum lass uns, wenn du einverstanden bist, mit dieser leidgeplagten, vom Kummer um ihren Sohn bedrängten Tochter der Kausalyā in den Wald ziehen – Heil dir!'
Als Ambikā ‚So sei es' gesagt hatte, verabschiedete sich Satyavatī, die von gutem Gelübde, von Bhīṣma und zog mit ihren beiden Schwiegertöchtern in den Wald, o Bhārata.
Als Ambikā ‚So sei es' gesagt hatte, verabschiedete sich Satyavatī, die von gutem Gelübde, von Bhīṣma und zog mit ihren beiden Schwiegertöchtern in den Wald, o Bhārata.
pādeṣu ca nigṛhyainān vinihatya balād balī cakarṣa krośato bhūmau ghṛṣṭajānuśirokṣikān
Und indem er sie an den Füßen packte, sie mit Gewalt niederschlagend, der Kraftvolle, zog er die Schreienden über den Boden, so dass ihnen Knie, Kopf und Augen aufgerieben wurden.
Wort für Wort
pādeṣu ca nigṛhyainān vinihatya balād balī cakarṣa krośato bhūmau ghṛṣṭajānuśirokṣikān
Und indem er sie an den Füßen packte, sie mit Gewalt niederschlagend, der Kraftvolle, zog er die Schreienden über den Boden, so dass ihnen Knie, Kopf und Augen aufgerieben wurden.
daśa bālāñ jale krīḍan bhujābhyāṃ parigṛhya saḥ āste sma salile magnaḥ pramṛtāṃś ca vimuñcati
Beim Spielen im Wasser hielt er zehn Knaben mit seinen beiden Armen umschlungen, verharrte, ins Wasser getaucht, und ließ sie erst los, wenn sie fast tot waren.
Wort für Wort
daśa bālāñ jale krīḍan bhujābhyāṃ parigṛhya saḥ āste sma salile magnaḥ pramṛtāṃś ca vimuñcati
Beim Spielen im Wasser hielt er zehn Knaben mit seinen beiden Armen umschlungen, verharrte, ins Wasser getaucht, und ließ sie erst los, wenn sie fast tot waren.
Bei ihm, der vom Dharma abgewichen war, der nur noch Sünden ins Auge fasste, entstand aus Verblendung und aus Gier nach Herrschaft ein böser Entschluss:
Bei ihm, der vom Dharma abgewichen war, der nur noch Sünden ins Auge fasste, entstand aus Verblendung und aus Gier nach Herrschaft ein böser Entschluss:
pramāṇakoṭyām uddeśaṃ sthalaṃ kiṃ cid upetya ca krīḍāvasāne sarve te śucivastrāḥ svalaṃkṛtāḥ sarvakāmasamṛddhaṃ tad annaṃ bubhujire śanaiḥ
Bei Pramāṇakoṭi, an einer bestimmten Stelle des Ufers, angekommen, verzehrten sie am Ende des Spiels alle, in reine Gewänder gekleidet und wohlgeschmückt, gemächlich jenes Mahl, reich an allen Genüssen.
Wort für Wort
pramāṇakoṭyām uddeśaṃ sthalaṃ kiṃ cid upetya ca krīḍāvasāne sarve te śucivastrāḥ svalaṃkṛtāḥ sarvakāmasamṛddhaṃ tad annaṃ bubhujire śanaiḥ
Bei Pramāṇakoṭi, an einer bestimmten Stelle des Ufers, angekommen, verzehrten sie am Ende des Spiels alle, in reine Gewänder gekleidet und wohlgeschmückt, gemächlich jenes Mahl, reich an allen Genüssen.
khinnas tu balavān bhīmo vyāyāmābhyadhikas tadā vāhayitvā kumārāṃs tāñ jalakrīḍāgatān vibhuḥ pramāṇakoṭyāṃ vāsārthī suṣvāpāruhya tat sthalam
Erschöpft aber, der kraftvolle Bhīma, mehr als alle anderen von der Anstrengung ermüdet, nachdem er die zum Wasserspiel gekommenen Knaben herumgetragen hatte, der Mächtige, legte sich, um zu schlafen, bei Pramāṇakoṭi auf jenen Uferplatz und schlief ein.
Wort für Wort
khinnas tu balavān bhīmo vyāyāmābhyadhikas tadā vāhayitvā kumārāṃs tāñ jalakrīḍāgatān vibhuḥ pramāṇakoṭyāṃ vāsārthī suṣvāpāruhya tat sthalam
Erschöpft aber, der kraftvolle Bhīma, mehr als alle anderen von der Anstrengung ermüdet, nachdem er die zum Wasserspiel gekommenen Knaben herumgetragen hatte, der Mächtige, legte sich, um zu schlafen, bei Pramāṇakoṭi auf jenen Uferplatz und schlief ein.
Und während er ein andermal schlief, ließ er ihn von scharfzahnigen, hochgiftigen, erzürnten Schlangen an allen Verwundbarkeitsstellen des Körpers beißen.
Und während er ein andermal schlief, ließ er ihn von scharfzahnigen, hochgiftigen, erzürnten Schlangen an allen Verwundbarkeitsstellen des Körpers beißen.
daṃṣṭrāś ca daṃṣṭriṇāṃ teṣāṃ marmasv api nipātitāḥ tvacaṃ naivāsya bibhiduḥ sāratvāt pṛthuvakṣasaḥ
Doch die Fangzähne jener Giftschlangen, selbst auf die verwundbaren Stellen gerichtet, durchdrangen nicht einmal seine Haut, wegen der Festigkeit des Breitbrüstigen.
Wort für Wort
daṃṣṭrāś ca daṃṣṭriṇāṃ teṣāṃ marmasv api nipātitāḥ tvacaṃ naivāsya bibhiduḥ sāratvāt pṛthuvakṣasaḥ
Doch die Fangzähne jener Giftschlangen, selbst auf die verwundbaren Stellen gerichtet, durchdrangen nicht einmal seine Haut, wegen der Festigkeit des Breitbrüstigen.
Der Sohn einer Vaiśya-Frau verriet dies aus Wohlwollen den Söhnen der Pṛthā; und auch dieses verdaute Vṛkodara, nachdem er es gegessen hatte, ohne jede Veränderung.
Der Sohn einer Vaiśya-Frau verriet dies aus Wohlwollen den Söhnen der Pṛthā; und auch dieses verdaute Vṛkodara, nachdem er es gegessen hatte, ohne jede Veränderung.
[Anm.: ‚Vaiśyāputra' bezieht sich hier auf Yuyutsu, den Sohn Dhṛtarāṣṭras von einer Vaiśya-Dienerin (vgl. Adh.107, 119).]