Kapitel 195: Bhīṣmavākyam
Bhīṣmas Rede für die Teilung des Reiches
Bhīṣma spricht sich entschieden gegen einen Streit mit den Pāṇḍavas aus: Ihm seien die Söhne Kuntīs ebenso teuer wie die Söhne Gāndhārīs, und das Reich stehe ihnen ebenso rechtmäßig zu. Er mahnt Duryodhana, den Ruhm zu wahren, erinnert an die Schande der Lākṣāgṛha-Tat Purocanas, die die Welt Duryodhana selbst anlaste, und fordert, den Pāṇḍavas in Güte die Hälfte des Reiches zu geben - als einzigen Weg, die eigene Schuld zu tilgen und dem Recht zu genügen.
evaṃ gate vigrahaṃ tair na rocaye; saṃdhāya vīrair dīyatām adya bhūmiḥ teṣām apīdaṃ prapitāmahānāṃ; rājyaṃ pituś caiva kurūttamānām
So stehen die Dinge; Streit mit ihnen missfällt mir; man schließe mit den Helden Frieden und gebe ihnen heute Land - gehört doch auch ihnen dieses Reich ihrer Urgroßväter und ihres Vaters, der Besten der Kurus.
Wort für Wort
evaṃ gate vigrahaṃ tair na rocaye; saṃdhāya vīrair dīyatām adya bhūmiḥ teṣām apīdaṃ prapitāmahānāṃ; rājyaṃ pituś caiva kurūttamānām
So stehen die Dinge; Streit mit ihnen missfällt mir; man schließe mit den Helden Frieden und gebe ihnen heute Land - gehört doch auch ihnen dieses Reich ihrer Urgroßväter und ihres Vaters, der Besten der Kurus.
yāvat kīrtir manuṣyasya na praṇaśyati kaurava tāvaj jīvati gāndhāre naṣṭakīrtis tu naśyati
Solange der Ruhm eines Menschen nicht vergeht, o Kaurava, solange lebt er wahrhaft, Sohn der Gāndhārī; wer aber seinen Ruhm verloren hat, der geht zugrunde.
Wort für Wort
yāvat kīrtir manuṣyasya na praṇaśyati kaurava tāvaj jīvati gāndhāre naṣṭakīrtis tu naśyati
Solange der Ruhm eines Menschen nicht vergeht, o Kaurava, solange lebt er wahrhaft, Sohn der Gāndhārī; wer aber seinen Ruhm verloren hat, der geht zugrunde.
na cāpi teṣāṃ vīrāṇāṃ jīvatāṃ kurunandana pitryo 'ṃśaḥ śakya ādātum api vajrabhṛtā svayam
Auch vermöchte, solange jene Helden leben, o Freude der Kurus, nicht einmal der Träger des Donnerkeils selbst ihnen ihren väterlichen Anteil zu nehmen.
Wort für Wort
na cāpi teṣāṃ vīrāṇāṃ jīvatāṃ kurunandana pitryo 'ṃśaḥ śakya ādātum api vajrabhṛtā svayam
Auch vermöchte, solange jene Helden leben, o Freude der Kurus, nicht einmal der Träger des Donnerkeils selbst ihnen ihren väterlichen Anteil zu nehmen.
te hi sarve sthitā dharme sarve caivaikacetasaḥ adharmeṇa nirastāś ca tulye rājye viśeṣataḥ
Denn sie alle stehen im Recht, alle sind eines Sinnes, und sie wurden zumal unrechtmäßig von dem ihnen zustehenden gleichen Anteil am Reich vertrieben.
Wort für Wort
te hi sarve sthitā dharme sarve caivaikacetasaḥ adharmeṇa nirastāś ca tulye rājye viśeṣataḥ
Denn sie alle stehen im Recht, alle sind eines Sinnes, und sie wurden zumal unrechtmäßig von dem ihnen zustehenden gleichen Anteil am Reich vertrieben.