Kapitel 179: Arjunena Lakṣyavedhaḥ
Arjunas Durchbohrung des Ziels
Der Höhepunkt der Svayaṃvara-Szene: Während die Brahmanen im Publikum uneins sind, ob der als Bettel-Brahmane verkleidete Arjuna dem Vorhaben gewachsen sei, tritt er ruhig vor, umschreitet den Bogen ehrfürchtig, bespannt ihn im Augenblick, trifft mit fünf Pfeilen das Ziel und lässt es zu Boden fallen. Blumenregen und himmlisches Getön erfüllen den Himmel; Drupada frohlockt; Yudhiṣṭhira zieht sich mit den Zwillingen zurück, während Draupadī, das errungene Ziel und den siegreichen Pārtha erblickend, lächelnd mit der Ehrengirlande zu ihm tritt. Arjuna verlässt mit ihr den Festplatz.
Vaiśampāyana sprach: ‚Als die Könige vom Werk des Bogenspannens abgelassen hatten, da erhob sich aus der Mitte der Brahmanen Jiṣṇu, von hochherzigem Sinn.'
Vaiśampāyana sprach: ‚Als die Könige vom Werk des Bogenspannens abgelassen hatten, da erhob sich aus der Mitte der Brahmanen Jiṣṇu, von hochherzigem Sinn.'
‚Wenn dieser aus Stolz, aus Vermessenheit oder aus brahmanischer Unbesonnenheit aufgebrochen ist, um den Bogen zu ergreifen, so soll er zurückgehalten werden – er soll lieber nicht gehen!'
‚Wenn dieser aus Stolz, aus Vermessenheit oder aus brahmanischer Unbesonnenheit aufgebrochen ist, um den Bogen zu ergreifen, so soll er zurückgehalten werden – er soll lieber nicht gehen!'
nāvahāsyā bhaviṣyāmo na ca lāghavam āsthitāḥ na ca vidviṣṭatāṃ loke gamiṣyāmo mahīkṣitām
‚Dann werden wir nicht zum Gespött werden, nicht der Geringschätzung verfallen, und wir werden bei den Herrschern der Erde nicht in Feindschaft geraten.'
Wort für Wort
nāvahāsyā bhaviṣyāmo na ca lāghavam āsthitāḥ na ca vidviṣṭatāṃ loke gamiṣyāmo mahīkṣitām
‚Dann werden wir nicht zum Gespött werden, nicht der Geringschätzung verfallen, und wir werden bei den Herrschern der Erde nicht in Feindschaft geraten.'
ke cid āhur yuvā śrīmān nāgarājakaropamaḥ pīnaskandhorubāhuś ca dhairyeṇa himavān iva
‚Manche aber sagten: Er ist jung, glanzvoll, einem Elefantenfürsten gleich, mit kräftigen Schultern, Schenkeln und Armen, an Standhaftigkeit dem Himavant gleich.'
Wort für Wort
ke cid āhur yuvā śrīmān nāgarājakaropamaḥ pīnaskandhorubāhuś ca dhairyeṇa himavān iva
‚Manche aber sagten: Er ist jung, glanzvoll, einem Elefantenfürsten gleich, mit kräftigen Schultern, Schenkeln und Armen, an Standhaftigkeit dem Himavant gleich.'
saṃbhāvyam asmin karmedam utsāhāc cānumīyate śaktir asya mahotsāhā na hy aśaktaḥ svayaṃ vrajet
‚Dieses Vorhaben ist ihm zuzutrauen; aus seinem Mut ist auf seine Fähigkeit zu schließen – seine Kraft ist von großem Mut getragen, denn ein Unfähiger würde nicht von sich aus hintreten.'
Wort für Wort
saṃbhāvyam asmin karmedam utsāhāc cānumīyate śaktir asya mahotsāhā na hy aśaktaḥ svayaṃ vrajet
‚Dieses Vorhaben ist ihm zuzutrauen; aus seinem Mut ist auf seine Fähigkeit zu schließen – seine Kraft ist von großem Mut getragen, denn ein Unfähiger würde nicht von sich aus hintreten.'
na ca tad vidyate kiṃ cit karma lokeṣu yad bhavet brāhmaṇānām asādhyaṃ ca triṣu saṃsthānacāriṣu
‚Und es gibt in den Welten kein Werk, das den Brahmanen unmöglich wäre, die in den drei Lebensweisen [?] wandeln.'
Wort für Wort
na ca tad vidyate kiṃ cit karma lokeṣu yad bhavet brāhmaṇānām asādhyaṃ ca triṣu saṃsthānacāriṣu
‚Und es gibt in den Welten kein Werk, das den Brahmanen unmöglich wäre, die in den drei Lebensweisen [?] wandeln.'
[Anm.: ‚triṣu saṃsthānacāriṣu' unklar – evtl. die drei Lebensstadien (Brahmacārin/Gṛhastha/Vānaprastha) oder ‚die drei Welten', hier vorsichtig als Lebensweisen wiedergegeben.
abbhakṣā vāyubhakṣāś ca phalāhārā dṛḍhavratāḥ durbalā hi balīyāṃso viprā hi brahmatejasā
‚Von Wasser lebend, von Luft lebend, von Früchten sich nährend, fest in ihren Gelübden – die scheinbar Schwachen sind die Stärksten, denn die Brahmanen sind stark durch die Glut des Brahman.'
Wort für Wort
abbhakṣā vāyubhakṣāś ca phalāhārā dṛḍhavratāḥ durbalā hi balīyāṃso viprā hi brahmatejasā
‚Von Wasser lebend, von Luft lebend, von Früchten sich nährend, fest in ihren Gelübden – die scheinbar Schwachen sind die Stärksten, denn die Brahmanen sind stark durch die Glut des Brahman.'
sa tad dhanuḥ parikramya pradakṣiṇam athākarot praṇamya śirasā hṛṣṭo jagṛhe ca paraṃtapaḥ
Er umschritt jenen Bogen von rechts nach links [Anm.: pradakṣiṇa, rituelle Ehrerweisung], verneigte sich mit dem Haupt und ergriff ihn freudig, der Bedränger der Feinde.
Wort für Wort
sa tad dhanuḥ parikramya pradakṣiṇam athākarot praṇamya śirasā hṛṣṭo jagṛhe ca paraṃtapaḥ
Er umschritt jenen Bogen von rechts nach links [Anm.: pradakṣiṇa, rituelle Ehrerweisung], verneigte sich mit dem Haupt und ergriff ihn freudig, der Bedränger der Feinde.
sajyaṃ ca cakre nimiṣāntareṇa śarāṃś ca jagrāha daśārdhasaṃkhyān vivyādha lakṣyaṃ nipapāta tac ca chidreṇa bhūmau sahasātividdham
Im Augenblick eines Wimpernschlags bespannte er ihn; er ergriff fünf [Anm.: daśārdha, ‚die Hälfte von zehn'] Pfeile, durchbohrte das Ziel, und es fiel, durch die Öffnung jäh durchbohrt, zu Boden.
Wort für Wort
sajyaṃ ca cakre nimiṣāntareṇa śarāṃś ca jagrāha daśārdhasaṃkhyān vivyādha lakṣyaṃ nipapāta tac ca chidreṇa bhūmau sahasātividdham
Im Augenblick eines Wimpernschlags bespannte er ihn; er ergriff fünf [Anm.: daśārdha, ‚die Hälfte von zehn'] Pfeile, durchbohrte das Ziel, und es fiel, durch die Öffnung jäh durchbohrt, zu Boden.
tato 'ntarikṣe ca babhūva nādaḥ samājamadhye ca mahān ninādaḥ puṣpāṇi divyāni vavarṣa devaḥ pārthasya mūrdhni dviṣatāṃ nihantuḥ
Da erhob sich im Luftraum ein Tönen und inmitten der Versammlung ein gewaltiges Dröhnen; die Götter regneten himmlische Blumen auf das Haupt des Pārtha, des Bezwingers der Feinde, herab.
Wort für Wort
tato 'ntarikṣe ca babhūva nādaḥ samājamadhye ca mahān ninādaḥ puṣpāṇi divyāni vavarṣa devaḥ pārthasya mūrdhni dviṣatāṃ nihantuḥ
Da erhob sich im Luftraum ein Tönen und inmitten der Versammlung ein gewaltiges Dröhnen; die Götter regneten himmlische Blumen auf das Haupt des Pārtha, des Bezwingers der Feinde, herab.
Da schwenkten sie überall ihre Gewänder [Anm.: celāvedha, Geste der Freude] und riefen Ausrufe des Erstaunens; von allen Seiten fielen dort vom Himmel Blumenregen herab.
Da schwenkten sie überall ihre Gewänder [Anm.: celāvedha, Geste der Freude] und riefen Ausrufe des Erstaunens; von allen Seiten fielen dort vom Himmel Blumenregen herab.
Während jener gewaltige Lärm sich erhob, begab sich Yudhiṣṭhira, der Beste der Rechtschaffenen, rasch zurück zur Herberge, zusammen mit den beiden Zwillingen, den vortrefflichsten Männern.
Während jener gewaltige Lärm sich erhob, begab sich Yudhiṣṭhira, der Beste der Rechtschaffenen, rasch zurück zur Herberge, zusammen mit den beiden Zwillingen, den vortrefflichsten Männern.
viddhaṃ tu lakṣyaṃ prasamīkṣya kṛṣṇā pārthaṃ ca śakrapratimaṃ nirīkṣya ādāya śuklaṃ varamālyadāma jagāma kuntīsutam utsmayantī
Als Kṛṣṇā [Draupadī] das durchbohrte Ziel erblickte und den Pārtha, gleich Indra anzuschauen, betrachtete, nahm sie die weiße Ehrengirlande und ging lächelnd zu dem Sohn der Kuntī.
Wort für Wort
viddhaṃ tu lakṣyaṃ prasamīkṣya kṛṣṇā pārthaṃ ca śakrapratimaṃ nirīkṣya ādāya śuklaṃ varamālyadāma jagāma kuntīsutam utsmayantī
Als Kṛṣṇā [Draupadī] das durchbohrte Ziel erblickte und den Pārtha, gleich Indra anzuschauen, betrachtete, nahm sie die weiße Ehrengirlande und ging lächelnd zu dem Sohn der Kuntī.
sa tām upādāya vijitya raṅge dvijātibhis tair abhipūjyamānaḥ raṅgān nirakrāmad acintyakarmā patnyā tayā cāpy anugamyamānaḥ
Er, der sie im Wettkampf gewonnen und zu sich genommen hatte, von jenen Zweifachgeborenen verehrt, verließ den Festplatz, von unfassbarer Tatkraft, begleitet von jener, seiner Gattin.
Wort für Wort
sa tām upādāya vijitya raṅge dvijātibhis tair abhipūjyamānaḥ raṅgān nirakrāmad acintyakarmā patnyā tayā cāpy anugamyamānaḥ
Er, der sie im Wettkampf gewonnen und zu sich genommen hatte, von jenen Zweifachgeborenen verehrt, verließ den Festplatz, von unfassbarer Tatkraft, begleitet von jener, seiner Gattin.