Kapitel 59: Devāsuravaṃśānukīrtanam (Adhyāya 59, Kritische Ausgabe)
Die Geschlechterfolge der Götter, Asuras, Nāgas und Gandharvas
Kaśyapa und die dreizehn Töchter Dakṣas (Aditi, Diti, Danu u.a.) als Ursprung fast aller übernatürlichen Wesen: die zwölf Ādityas (mit Viṣṇu als jüngstem und vorzüglichstem), Hiraṇyakaśipus Linie (Prahrāda-Virocana-Bali-Bāṇa), Danus vierzig Dānava-Söhne (Vipracitti u.v.a.), Siṃhikās Sohn Rāhu, Śukras (Uśanas') Asura-Priesterlinie, die Nāga-Söhne Kadrūs (Śeṣa, Ananta, Vāsuki, Takṣaka u.a.), die Vainateyas (Garuḍa, Aruṇa u.a.), sowie zwei Gandharva-Linien (Söhne der Muni und der Prāvā) und die Apsaras-Sippe der Prāvā. Wegen der extremen Namensdichte, v.a. bei den Dānava- und Gandharva-Katalogen, wurde die grobe Wort-für-Wort-Chunking-Methode durchgehend verwendet und nur die wichtigsten, andernorts wiederkehrenden Figuren einzeln glossiert.
tato brahmarṣivaṃśeṣu pārthivarṣikuleṣu ca jajñire rājaśārdūla yathākāmaṃ divaukasaḥ
Da wurden sie, Tiger unter den Königen, in den Geschlechtern der Brahmarṣis und in den königlichen Ṛṣi-Geschlechtern geboren, die Himmelsbewohner, nach Belieben.
Wort für Wort
tato brahmarṣivaṃśeṣu pārthivarṣikuleṣu ca jajñire rājaśārdūla yathākāmaṃ divaukasaḥ
Da wurden sie, Tiger unter den Königen, in den Geschlechtern der Brahmarṣis und in den königlichen Ṛṣi-Geschlechtern geboren, die Himmelsbewohner, nach Belieben.
Vaiśampāyana sprach: „Wohlan, ich will es dir berichten, nachdem ich dem Selbstentstandenen [Brahmā] Verehrung erwiesen habe – die Entstehung und das Vergehen der Götter und der Welten, vollständig.“
Vaiśampāyana sprach: „Wohlan, ich will es dir berichten, nachdem ich dem Selbstentstandenen [Brahmā] Verehrung erwiesen habe – die Entstehung und das Vergehen der Götter und der Welten, vollständig.“
Śarabha und Śalabha, sowie Sūrya und Candramas – so sind im Geschlecht des Danu die bekannten Dānavas aufgezählt; ein anderes Paar aber, ebenfalls Sūrya und Candramas genannt, gilt als das der [eigentlichen] Götter.
Śarabha und Śalabha, sowie Sūrya und Candramas – so sind im Geschlecht des Danu die bekannten Dānavas aufgezählt; ein anderes Paar aber, ebenfalls Sūrya und Candramas genannt, gilt als das der [eigentlichen] Götter.
[Anm.: Zwei Dānavas tragen zufällig dieselben Namen wie Sonnen- und Mondgott – der Vers stellt klar, dass es sich um verschiedene Wesen handelt.]
Krūrās Nachkommenschaft, von grausamer Wesensart, an Söhnen und Enkeln, ist ohne Ende; die Schar namens Krodhavaśa, von grausamem Wirken, Feindezermalmer.
Krūrās Nachkommenschaft, von grausamer Wesensart, an Söhnen und Enkeln, ist ohne Ende; die Schar namens Krodhavaśa, von grausamem Wirken, Feindezermalmer.
bhīmasenograsenau ca suparṇo varuṇas tathā gopatir dhṛtarāṣṭraś ca sūryavarcāś ca saptamaḥ
Bhīmasena und Ugrasena, und Suparṇa, ebenso Varuṇa, Gopati und Dhṛtarāṣṭra, und Sūryavarcas als siebter,
Wort für Wort
bhīmasenograsenau ca suparṇo varuṇas tathā gopatir dhṛtarāṣṭraś ca sūryavarcāś ca saptamaḥ
Bhīmasena und Ugrasena, und Suparṇa, ebenso Varuṇa, Gopati und Dhṛtarāṣṭra, und Sūryavarcas als siebter,
[Anm.: Auch hier erscheint ein weiterer, dritter Namensträger „Dhṛtarāṣṭra“ – diesmal ein Gandharva, weder der Kuru-König noch der gleichnamige Nāga aus Adhyāya 31/52.]
ebenso Śāliśiras, König, und Pradyumna als vierzehnter, Kali als fünfzehnter, und Nārada als sechzehnter – so sind diese Götter-Gandharvas, Söhne der Muni, aufgezählt.
ebenso Śāliśiras, König, und Pradyumna als vierzehnter, Kali als fünfzehnter, und Nārada als sechzehnter – so sind diese Götter-Gandharvas, Söhne der Muni, aufgezählt.
atas tu bhūtāny anyāni kīrtayiṣyāmi bhārata anavadyām anuvaśām anūnām aruṇāṃ priyām anūpāṃ subhagāṃ bhāsīm iti prāvā vyajāyata
Danach aber will ich andere Wesen aufzählen, Bhārata: Anavadyā, Anuvaśā, Anūnā, Aruṇā, Priyā, Anūpā, Subhagā, und Bhāsī – so gebar Prāvā diese Töchter.
Wort für Wort
atas tu bhūtāny anyāni kīrtayiṣyāmi bhārata anavadyām anuvaśām anūnām aruṇāṃ priyām anūpāṃ subhagāṃ bhāsīm iti prāvā vyajāyata
Danach aber will ich andere Wesen aufzählen, Bhārata: Anavadyā, Anuvaśā, Anūnā, Aruṇā, Priyā, Anūpā, Subhagā, und Bhāsī – so gebar Prāvā diese Töchter.
asitā ca subāhuś ca suvratā subhujā tathā supriyā cātibāhuś ca vikhyātau ca hahāhuhū tumburuś ceti catvāraḥ smṛtā gandharvasattamāḥ
Asitā und Subāhu, Suvratā und Subhujā ebenso, Supriyā und Atibāhu, und die beiden berühmten Haha und Huhū, [und] Tumburu – diese werden als die vorzüglichsten Gandharvas überliefert.
Wort für Wort
asitā ca subāhuś ca suvratā subhujā tathā supriyā cātibāhuś ca vikhyātau ca hahāhuhū tumburuś ceti catvāraḥ smṛtā gandharvasattamāḥ
Asitā und Subāhu, Suvratā und Subhujā ebenso, Supriyā und Atibāhu, und die beiden berühmten Haha und Huhū, [und] Tumburu – diese werden als die vorzüglichsten Gandharvas überliefert.
[Anm.: Die Zählung „vier“ (catvāraḥ) bei nur drei ausdrücklich genannten Gandharva-Namen (Haha, Huhū, Tumburu) bleibt unklar – möglicherweise ist ein vierter Name im Text verkürzt oder es ist Citraratha aus Vers 42 mitgezählt.]
amṛtaṃ brāhmaṇā gāvo gandharvāpsarasas tathā apatyaṃ kapilāyāḥ tu purāṇe parikīrtitam
Amṛta, die Brahmanen, die Kühe, sowie die Gandharvas und Apsaras – all dies wird in der alten Überlieferung als Nachkommenschaft der Kapilā verzeichnet.
Wort für Wort
amṛtaṃ brāhmaṇā gāvo gandharvāpsarasas tathā apatyaṃ kapilāyāḥ tu purāṇe parikīrtitam
Amṛta, die Brahmanen, die Kühe, sowie die Gandharvas und Apsaras – all dies wird in der alten Überlieferung als Nachkommenschaft der Kapilā verzeichnet.
[Anm.: Der Vers fasst offenbar zusammenfassend zusammen, was der Kapilā-Linie im Purāṇa insgesamt zugeschrieben wird; das genaue Verhältnis zu den zuvor Prāvā und Muni zugeordneten Gandharvas/Apsaras bleibt unklar.]
imaṃ tu vaṃśaṃ niyamena yaḥ paṭhen; mahātmanāṃ brāhmaṇadevasaṃnidhau apatyalābhaṃ labhate sa puṣkalaṃ; śriyaṃ yaśaḥ pretya ca śobhanāṃ gatim
Wer diese Geschlechterfolge der Großmütigen mit Beständigkeit rezitiert, in Gegenwart von Brahmanen oder Göttern, der erlangt reichliche Nachkommenschaft, Glanz, Ruhm, und nach dem Tod einen herrlichen Weg.
Wort für Wort
imaṃ tu vaṃśaṃ niyamena yaḥ paṭhen; mahātmanāṃ brāhmaṇadevasaṃnidhau apatyalābhaṃ labhate sa puṣkalaṃ; śriyaṃ yaśaḥ pretya ca śobhanāṃ gatim
Wer diese Geschlechterfolge der Großmütigen mit Beständigkeit rezitiert, in Gegenwart von Brahmanen oder Göttern, der erlangt reichliche Nachkommenschaft, Glanz, Ruhm, und nach dem Tod einen herrlichen Weg.
[Anm.: Damit endet das zweite große Genealogie-Kapitel (nach Adhyāya 57) – diesmal die Herkunft der Götter, Ādityas, Daityas, Dānavas, Nāgas, Gandharvas und Apsaras von Kaśyapa und den dreizehn Dakṣa-Töchtern. Wegen der außerordentlichen Namensdichte wurden viele reine Katalog-Namen (v.a. der Dānava- und Gandharva-Listen) nicht einzeln glossiert, analog zur Handhabung des Schlangen-Namenskatalogs in Adhyāya 52.]