Kapitel 224: Mandapālajaritāsaṃvādaḥ
Das Gespräch zwischen Mandapāla, Lapitā und Jaritā
Während des Waldbrands quält sich Mandapāla um seine Söhne; Lapitā wirft ihm eifersüchtig vor, nur an Jaritā zu denken, und fordert ihn auf, zu ihr zurückzukehren. Nach dem Brand findet Jaritā ihre Söhne wohlbehalten wieder; als Mandapāla hinzukommt, begrüßen ihn weder Jaritā noch die Söhne, die ihn zunächst schweigend abweisen. Auf Jaritās bitteren Vorwurf, er habe sie im Stich gelassen, antwortet Mandapāla mit einer grundsätzlichen Reflexion über männliche Vielehe und der Erzählung von Arundhatīs Argwohn gegenüber Vasiṣṭha (dem sie ihre eigene Verkleinerung zum kaum sichtbaren Stern verdankt); schließlich versöhnen sich alle Söhne mit dem Vater.
vaiśaṃpāyana uvāca mandapālo 'pi kauravya cintayānaḥ sutāṃs tadā uktavān apy aśītāṃśuṃ naiva sa sma na tapyate
Vaiśampāyana sprach: Auch Mandapāla, o Kaurava, quälte sich, an seine Söhne denkend; obwohl er schon zum Hitzestrahligen gesprochen hatte, hörte er nicht auf, sich zu grämen.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca mandapālo 'pi kauravya cintayānaḥ sutāṃs tadā uktavān apy aśītāṃśuṃ naiva sa sma na tapyate
Vaiśampāyana sprach: Auch Mandapāla, o Kaurava, quälte sich, an seine Söhne denkend; obwohl er schon zum Hitzestrahligen gesprochen hatte, hörte er nicht auf, sich zu grämen.
[Anm.: 'aśītāṃśu' (wörtlich 'nicht-kühlstrahlig', d.h. hitzestrahlig) bezeichnet hier Agni, an den Mandapāla sich zuvor mit seinem Lobgesang gewandt hatte.]
na te suteṣv avekṣāsti tān ṛṣīn uktavān asi tejasvino vīryavanto na teṣāṃ jvalanād bhayam
Um deine Söhne brauchst du dich nicht zu sorgen; du hast jene Seher selbst als glanzvoll und tapfer bezeichnet; vor dem Feuer haben sie nichts zu fürchten.
Wort für Wort
na te suteṣv avekṣāsti tān ṛṣīn uktavān asi tejasvino vīryavanto na teṣāṃ jvalanād bhayam
Um deine Söhne brauchst du dich nicht zu sorgen; du hast jene Seher selbst als glanzvoll und tapfer bezeichnet; vor dem Feuer haben sie nichts zu fürchten.
na hi pakṣavatā nyāyyaṃ niḥsnehena suhṛjjane pīḍyamāna upadraṣṭuṃ śaktenātmā kathaṃ cana
Es ziemt sich nicht für einen Parteiischen, ohne Zuneigung gegenüber der eigenen Gefährtin, bedrängt einfach zuzusehen, obwohl man doch selbst imstande wäre zu helfen.
Wort für Wort
na hi pakṣavatā nyāyyaṃ niḥsnehena suhṛjjane pīḍyamāna upadraṣṭuṃ śaktenātmā kathaṃ cana
Es ziemt sich nicht für einen Parteiischen, ohne Zuneigung gegenüber der eigenen Gefährtin, bedrängt einfach zuzusehen, obwohl man doch selbst imstande wäre zu helfen.
[Anm.: Der Vers ist syntaktisch stark verdichtet; sinngemäß übersetzt als Vorwurf Lapitās, Mandapāla kümmere sich mehr um Jaritā als um sie selbst.]
lālapyamānam ekaikaṃ jaritāṃ ca punaḥ punaḥ nocus te vacanaṃ kiṃ cit tam ṛṣiṃ sādhv asādhu vā
Obwohl er zu jedem einzelnen und zu Jaritā immer wieder liebevolle Worte sprach, erwiderten sie jenem Weisen kein einziges Wort, weder gut noch schlecht.
Wort für Wort
lālapyamānam ekaikaṃ jaritāṃ ca punaḥ punaḥ nocus te vacanaṃ kiṃ cit tam ṛṣiṃ sādhv asādhu vā
Obwohl er zu jedem einzelnen und zu Jaritā immer wieder liebevolle Worte sprach, erwiderten sie jenem Weisen kein einziges Wort, weder gut noch schlecht.
jaritovāca kiṃ te jyeṣṭhe sute kāryaṃ kim anantarajena vā kiṃ ca te madhyame kāryaṃ kiṃ kaniṣṭhe tapasvini
Jaritā sprach: Was hast du mit dem ältesten Sohn zu schaffen, oder mit dem nächstgeborenen? Was hast du mit dem mittleren zu schaffen, was mit dem jüngsten, du Büßer?
Wort für Wort
jaritovāca kiṃ te jyeṣṭhe sute kāryaṃ kim anantarajena vā kiṃ ca te madhyame kāryaṃ kiṃ kaniṣṭhe tapasvini
Jaritā sprach: Was hast du mit dem ältesten Sohn zu schaffen, oder mit dem nächstgeborenen? Was hast du mit dem mittleren zu schaffen, was mit dem jüngsten, du Büßer?
mandapāla uvāca na strīṇāṃ vidyate kiṃ cid anyatra puruṣāntarāt sāpatnakam ṛte loke bhavitavyaṃ hi tat tathā
Mandapāla sprach: Für Frauen gibt es nichts Vergleichbares außer einem anderen Mann; ohne Nebenbuhlerschaft kann es in der Welt einmal nicht sein - so ist es nun einmal.
Wort für Wort
mandapāla uvāca na strīṇāṃ vidyate kiṃ cid anyatra puruṣāntarāt sāpatnakam ṛte loke bhavitavyaṃ hi tat tathā
Mandapāla sprach: Für Frauen gibt es nichts Vergleichbares außer einem anderen Mann; ohne Nebenbuhlerschaft kann es in der Welt einmal nicht sein - so ist es nun einmal.
Obwohl er von vollkommen reiner Gesinnung war, stets an ihrem Wohl und Glück gelegen, ein Held inmitten der sieben Seher, missachtete sie jenen Weisen.
Obwohl er von vollkommen reiner Gesinnung war, stets an ihrem Wohl und Glück gelegen, ein Held inmitten der sieben Seher, missachtete sie jenen Weisen.
apadhyānena sā tena dhūmāruṇasamaprabhā lakṣyālakṣyā nābhirūpā nimittam iva lakṣyate
Durch jenen üblen Argwohn wurde sie, deren Glanz dem rötlichen Rauch glich, kaum noch sichtbar, ihrer Schönheit beraubt, und ist seither nur mehr wie ein Vorzeichen sichtbar.
Wort für Wort
apadhyānena sā tena dhūmāruṇasamaprabhā lakṣyālakṣyā nābhirūpā nimittam iva lakṣyate
Durch jenen üblen Argwohn wurde sie, deren Glanz dem rötlichen Rauch glich, kaum noch sichtbar, ihrer Schönheit beraubt, und ist seither nur mehr wie ein Vorzeichen sichtbar.
[Anm.: Anspielung auf die Identifikation Arundhatīs mit dem winzigen, kaum sichtbaren Stern (Alcor) neben dem hellen Vasiṣṭha (Mizar) im Sternbild des Großen Wagens.]
apatyahetoḥ saṃprāptaṃ tathā tvam api mām iha iṣṭam evaṃgate hitvā sā tathaiva ca vartase
Ebenso bist auch du, die du um der Nachkommenschaft willen zu mir gekommen warst, nachdem das Ersehnte erreicht ist, von mir verlassen worden, und verhältst dich nun ebenso argwöhnisch.
Wort für Wort
apatyahetoḥ saṃprāptaṃ tathā tvam api mām iha iṣṭam evaṃgate hitvā sā tathaiva ca vartase
Ebenso bist auch du, die du um der Nachkommenschaft willen zu mir gekommen warst, nachdem das Ersehnte erreicht ist, von mir verlassen worden, und verhältst dich nun ebenso argwöhnisch.
naiva bhāryeti viśvāsaḥ kāryaḥ puṃsā kathaṃ cana na hi kāryam anudhyāti bhāryā putravatī satī
Niemals sollte ein Mann blindes Vertrauen in seine Gattin setzen, und sei sie noch so tugendhaft; denn eine Gattin, die schon Söhne hat, denkt nicht mehr an das, was dem Gatten nützt.
Wort für Wort
naiva bhāryeti viśvāsaḥ kāryaḥ puṃsā kathaṃ cana na hi kāryam anudhyāti bhāryā putravatī satī
Niemals sollte ein Mann blindes Vertrauen in seine Gattin setzen, und sei sie noch so tugendhaft; denn eine Gattin, die schon Söhne hat, denkt nicht mehr an das, was dem Gatten nützt.